Bayern kombiniert sich in Stuttgart an die Spitze

Der FC Bayern gewinnt das erste Auswärtsspiel der Saison gegen den VfB Stuttgart mit 3:0. Die Mannschaft überzeugte dabei vor allem im zweiten Durchgang.

Unter der Woche verabschiedeten die Münchner Bastian Schweinsteiger gebührend. Spätestens ab Mittwoch lag der Fokus aber wieder auf dem Kerngeschäft Bundesliga – unterbrochen von Transfertätigkeiten neben dem Platz. Juan Bernat und Sebastian Rudy haben den Verein kurz vor Toreschluss noch verlassen. Der Kader der Münchner ist jetzt merklich ausgedünnt.

Falls Ihr es verpasst habt:

Niko Kovač änderte seine Aufstellung auf drei Positionen.

VfB Stuttgart vs. FC Bayern MünchenGrundformationen: Stuttgart – Bayern, 01.09.2018

Robben für Coman war aufgrund der Verletzung des Franzosen zwangsläufig. Weiterhin saßen Süle und Martínez auf der Bank. Für die beiden kamen Hummels und Goretzka ins Team. Thiago rückte dadurch auf die Sechserposition. Diese taktische Variante war phasenweise schon im DFB-Pokal und gegen die TSG Hoffenheim zu sehen.

Tayfun Korkut wechselte ebenfalls dreimal. Baumgartl, Aogo und Donis kamen in die Mannschaft. Badstuber, Thommy und González mussten weichen. Insbesondere bitter für den Ex-Münchner Holger Badstuber. Allerdings hatte er sowohl im Pokal gegen Rostock, als auch beim Ligaauftakt in Mainz Aktien bei Gegentoren.

Korkut versuchte es mit einem 4-5-1 System. Namentlich waren nur mit Donis und Gómez zwei offensive Akteure in der Startelf. Taktisch verzichtete man weitestgehend aufs Pressing und empfing den Rekordmeister erst am eigenen Strafraum – dort aber sehr dicht gestaffelt. Die Abstände zwischen den Linien waren sehr eng. Dadurch gab es für die Münchner nur wenig Raum.

Das Spiel plätscherte aufgrund dieser taktischen Ausrichtung sowie der fehlenden Kreativität der Gäste dahin. Die Münchner fanden keine Mittel, das Bollwerk aufzubrechen. Es gelang zu selten, die Außenbahnen zu überladen bzw. sich durch ein Dribbling etwas Raum für eigene Aktionen zu kreieren.

Wenn die Stuttgarter Schwächen hatten, dann in der Verteidigung der Räume nach zweiten Bällen. In der 37. Minute nutzen die Bayern eine solche Möglichkeit. Über Boateng wurde der Ball zwischen Müller und Lewandowski hin und her geflippert. Müller legte die Kugel quer auf Goretzka, der seinen Gegenspieler gekonnt ausguckte und per Flachschuss ins lange Eck traf.

Das Tor war die Initialzündung am Ende der ersten Hälfte. Goretzka, Hummels und Müller hatten vor der Pause noch Chancen auf eine Erhöhung.

Kurz nach der Pause trafen die Münchner nach einem Freistoß von Alaba den Pfosten. Es entwickelte sich die beste Phase unter Kovač bisher beim FC Bayern. Chance reihte sich an Chance, doch mehrfach fehlte das nötige Glück im Abschluss.

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In der 60. Minute leitete Müller per Halbfeldflanke einen Ball auf Goretzka. Dieser brachte Lewandowski ins Spiel, der nicht auf den freien Ribéry passte, sondern den Abschluss suchte. Sein Schuss mit links krachte ins untere rechte Toreck.

In der 75. Minute erhöhten die Münchner auf 3:0. Über Kimmich und der Hacke von Lewandowski(!) gelangte der Ball zu Müller. Dieser schaute Zieler aus und traf.

Anschließend war die Gegenwehr des VfB endgültig gebrochen. Die Partie plätscherte am Ende gemütlich aus.

Die Münchner gewannen am Ende auch in der Höhe verdient mit 3:0 und dürften gute Chancen haben, als Tabellenführer in die erste Länderspielpause der neuen Saison zu gehen. Gerade die Leistung der zweiten Halbzeit hält die Vorfreude auf die neue Saison am Köcheln.

4 Dinge, die auffielen

1. Goretzka bringt Gefahr aus dem Mittelfeld

Leon Goretzka bekam nach zwei Einwechslungen in den letzten beiden Spielen seinen verdienten Startelfeinsatz. Es war spannend zu sehen, wie er sich behaupten kann gegen einen Gegner, der vor allem in der ersten Halbzeit ausschließlich auf Torverhinderung spielte. Goretzka versuchte sich als zweiter Raumschleicher und als Anspielstation zwischen den Linien. Lediglich 22 Ballkontakte sprangen in den ersten 45 Minuten dabei heraus. Eine richtige Einbindung in das Offensivspiel sieht anders aus. Dies lag aber zum Teil auch an dem frühen Flügelfokus der Münchner. Der Ball ging sehr schnell nach Außen. Die Achter schoben direkt sehr hoch und waren daher nur selten eingebunden.

Was Goretzka aber sehr gut machte, ist die Positionierung rund um den Strafraum. Hier stieß er als Kopfballspieler in den Strafraum bzw. orientierte sich auf Höhe der 16-Meter-Linie für den zweiten Ball. Gut zu sehen war dies beim 1:0 der Münchner und kurze Zeit später, als Goretzka eine weitere Abschlussmöglichkeit hatte.

Goretzka erzielte nicht nur die frühe Führung, sondern sorgte allgemein für viel Gefahr in der Offensive.
(Foto: Alexander Hassenstein / Bongarts / Getty Images)

2. Viel Risiko für ein Auswärtsspiel

Die Aufstellung von Korkut spielte Kovač in die Karten. Je nachdem welche Lesart man wählen will, könnte man argumentieren, dass der Bayern-Trainer jedenfalls die richtige Vorahnung hatte. Mit Thiago auf der Sechserposition, der ein überragendes Spiel gemacht hat, verzichtete Kovač auf die Zweikampfstärke und Konterabsicherung durch Martínez, der nach wie vor viele Szenen über eine gute Antizipation löst.

Mit Müller und Goretzka, nominell zwei Achter, brachte Kovač zudem viel Offensive auf den Rasen. Beide agierten phasenweise neben Lewandowski. Dadurch gab es in der Anfangsphase viel Wiese für die Stuttgarter bei Ballverlusten, da die Außenverteidiger und Thiago sehr viel Raum absichern mussten. In einigen Szenen war zu sehen, mit wie viel Risiko es die Münchner versuchten, in Stuttgart zum Erfolg zu kommen.

3. Ribéry sucht noch seine Form

Franck Ribéry hatte sichtlich zu kämpfen am Anfang der Partie mit dem jungen, bei Manchester City ausgebildeten Maffeo, der viel von Donis unterstützt wurde. Ribéry versuchte viel, aber leistete sich sieben einfache Ballverluste und hatte einige ungenaue Abspiele. Dadurch gab es für Stuttgart gute Konterchancen, da (siehe Punkt 1 & 2) die Achter sehr weit aufgerückt waren. Das geht normalerweise nicht gut, fiel heute aber nicht ins Gewicht, da Stuttgart viel passiv in das Spiel gegangen ist. Mit zunehmendem Spielverlauf gewann Ribery aber mehr Sicherheit und hatte bessere Aktionen.

4. Passicherheit

Der FC Bayern hatte über weite Strecken eine überragende Passquote von 91%. Wohlgemerkt in einem Auswärtsspiel. Die Passivität der Stuttgarter machte es ihnen zugegebenermaßen auch einfach, dennoch versuchten es Hummels, Boateng und Thiago immer wieder mit vielen flachen, scharf gespielten Bällen. Gerade in der zweiten Halbzeit war das Positionsspiel so gut, dass die Gäste das Spiel komplett dominierten. Daher wird sich auch nicht endgültig auflösen lassen, ob die Stuttgarter wirklich passiv oder die Bayern nur unfassbar schnell waren.

Die Elf von Korkut musste viel horizontal verschieben. Das alles half am Ende wenig, weil die Münchner gerade in der zweiten Halbzeit viele Bälle im Zwischenraum der Schwaben unterbringen konnten. Dadurch entstanden die Tore zwei und drei und weitere Möglichkeiten, das Ergebnis noch deutlicher zu gestalten.

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Leserkommentare
  1. Fabian

    Meiner Meinung nach ein gutes Spiel unserer Jungs. Außer manchmal Hummels und Ribery sind mir keine Schwachstellen aufgefallen. Zwar fehlt vorne noch oft die letzte Idee, aber wie wir den Gegner auwärts komplett am 16er eingeschnürt haben, hat mich schon ein wenig an Peps Zeit erinnert. Natürlich auf einem anderen Niveau, aber auch die Körpersprache, die Interaktion mittereinander, das Kämpfen um den zweiten Ball und das blinde Verständnis von Lewandowski (der neue echt mannschaftsdienlich gespielt hat und man ausnahmsweise sympathisch aufgetreten ist) und Müller… Irgendwie hatte das teilweise echt 2015 Vibes.
    Wie wichtig es ist, dasss Boa geblieben ist, hat man heute wieder gesehen. Da waren wieder ein paar Laserpässe bei und diese Bälle zwischen die Linien waren wieder wunderbar. Und trotzdem wird er ich nochmals steigern. Auch Goretzka hat mir in der ersten Halbzeit gut gefallen. Zwar war er nicht oft am Ball, aber er hatte diese gefährlichsten Situationen und wirkte engagiert. Kimmichund Thiago wieder bärenstark. Generell wirkte die Mannschaft geschlossseen, fokussiert und so, als ob sie es wissen wollten.

    Noch die Frage: weiß jemand ob Kovacs vermehrt Ballverarbeitung trainiern lässt? Besonders die linke Seite wirkte nach langen Bällen technisch sehr hochklassig

    1. eigentor

      Volle Zustimmung. In allen Punkten.

    2. Bootsmann

      Vermehrt Ballverarbeitung?

      Kovac trainiert das nicht auffällig öfter oder mehr als die vergangenen Trainer. Im schnellen Kurzpassbereich meiner Meinung nach schon, aber nicht unbedingt bei den langen Dingern…

      1. Ibiza

        ich tippe mal das mit der anspruchsvollen Ballverarbeitung bei langen Bällen ist ne Mischung aus “extremtalent” und “being in the zone” – also einerseits halt etwas das keiner von uns hier mitbringt, also ein fußballerisches Talent auf Weltniveau, andererseits aber etwas was sicher die meisten hier von sich kennen, nur halt aus anderen Bereichen – wenns mal läuft dann läufts und manchmal hat man “scheisse am schuh”, sprich, mal funzt einfach alles was man anpackt, mal stoploert man von einer miserie in die nächste.

        Beides ist nicht wirklcih “trainierbar” (natürlich wäre die Verarbeitung von langen Bällen auch etwas wo selbst Superprofis noch besser würden wenn es häufiger trainieren, aber es gibt wohl ne Menge Sachen wo die Trainingszeit besser investiert ist) und gerade letztteres, das Thema “in the zone” vs. “scheisse am schuh” ist dann ne ganz nette Umschreibung von FCB/Nati beim Pokalspiel/WM vs Eintracht/Kroatien…

  2. Kurt

    Thomas Müller Fußballgott!

    Neben Thiago und Kimmich klar unser bester Spieler derzeit.

    Was mir positiv aufgefallen ist, war die Kommunikation zwischen Lewandowski und Robben. Keine angenervten Gesten, “Daumen hoch” für gute Pässe. Die Körpersprache von Lewy sowieso wie ausgewechselt, wenn man es mit dem Ende der letzten Saison vergleicht.

    Macht Spaß.

  3. GestrandetinBerlin

    Gute Analyse von euch und danke, dass ihr darauf hingewiesen habt, dass Goretzka auch nicht so ideal ins Spiel eingebunden war.
    Trotzdem war es aus meiner Sicht ein guter Schritt Richtung weniger Flügellastigkeit.
    Wer für mich heute positiv herausstach war neben Thiago auch Lewandowski.
    Ach ja, auch wenn Goretzka teilweise nicht so viele Ballkontakte hatte macht seine Rolle mich schon optimisch, dass er auch ein wichtiger Teil von mehr Gefahr durch die Mitte ist. Das dürfte deutlich zu Lasten von Tolisso gehen, der bisher nicht unbedingt viel glänzte.

  4. Osrig

    (fast) perfekt! :-)
    Zunächst mal: Ich habe nicht damit gerechnet, dass Stuttgart im ersten Heimspiel der Saison derart defensiv auftritt. Genau das erwarte ich von vielen unserer Gegner, dieses kompakte Verteidigen im und am eigenen Strafraum; vom VfB zu Saisonbeginn mit dem Rückenwind der großartigen Rückrunde aus der vergangenen Spielzeit habe ich allerdings mehr Mut nach vorn erwartet.
    Und es trat zunächst ein, was ich auch erwartet habe: Unsere Jungs taten sich reichlich schwer gegen dieses Abwehrbollwerk. Nicht nur fehlte die letzte Geschwindigkeit in den Aktionen, mehr noch war die Zonenbesetzung und die Bewegung in den Zonen suboptimal. Das änderte sich nach und nach, insbesondere war das Bemühen spürbar, den 10er-Raum besser zu nutzen, schneller auch durch die Mitte zu spielen oder rasche Seitenwechsel zu erreichen.
    Und wie so oft in solchen Spielen: Wenn ich die Dominanz habe, die Kontrolle über das Spiel, und es schaffe, etwas mehr “Dampf” in die Aktionen zu bekommen, dann kann auch das dichteste Abwehrbollwerk in Unordnung gespielt werden.
    Genau das haben unsere Jungs geschafft, insbesondere auch in der zweiten Halbzeit lief der Ball richtig gut, sodass die Tore zum 2:0 und 3:0 folgerichtig waren – und richtig gut herausgespielt. Manchmal braucht man eben auch Geduld!
    Übrigens fand ich unsere Konterabsicherung ziemlich gut, es gab trotz der flinken Spitzen der Schwaben kaum eine Situation, in der ich unwillkürlich die Luft anhalten musste, weil ein Ball vom Gegner plötzlich in den freien Raum hätte gespielt werden können. Die eine Aktion von Neuer vielleicht mal ausgenommen. Es haben aber eben auch alle unsere Offensivkräfte defensiv mitgearbeitet und versucht, sofort den Ball zurückzuerobern.
    Wenn es gelingt, auch gegen die nächsten Mauerkünstler so überlegen aufzutreten, dann mache ich mir keine Sorgen darüber, dass sich der von mir befürchtete Stotterstart bewahrheitet.
    Übrigens: Am besten gefallen haben mir bei uns Thiago, Goretzka und Müller.

    1. Rainer

      @OSRIG. „Das änderte sich nach und nach, insbesondere war das Bemühen spürbar, den 10er-Raum besser zu nutzen, schneller auch durch die Mitte zu spielen oder rasche Seitenwechsel zu erreichen.“
      Habe ich auch so gesehen. Es scheint vor allem am flachen Kurzpassspiel und Positionswechseln gearbeitet worden sein. Die Kontersbsicherung klappt weiterhin, auch ohne Martínez, gut. Mit Thiago auf der sechs klappt der Spielaufbau super. Es zeigt sich immer mehr, wie wertvoll Müller zentral sein kann. Das hohe Stehen in Zusammhang mit frühem Anlaufen hat mich beeindruckt.Auch Robben scheint wieder spritziger zu werden. Einzig Ribéry hat mich ein wenig enttäuscht. Ich hoffe das Gnabry bald von Anfang an spielt.(Einstellung und Einsatzwillen waren auch bei FR7 okay)
      Es zeigt sich, das die Mannschaft in der Vorbereitung gut in Sachen Kondition und Defensivverhalten gearbeitet hat.

      1. Osrig

        “Es scheint vor allem am flachen Kurzpassspiel und Positionswechseln gearbeitet worden sein.”

        So schaut’s aus! Ich könnte auch sagen: “Kovac und Dominanzsystem! War da was?” ;-)
        Ich möchte zwar den Tag nicht vor dem Abend loben, aber wenn die Entwicklung so weiter geht, kann ich ziemlich entspannt bleiben *g*

      2. Rainer

        @OSRIG. Genau da war mal was:) aber es scheint sich was zu entwickeln. Vielleicht jetzt noch ein bisschen Input von Peter Hermann. Die Grundlagen im Dominanzsystem (Positionsspiel)waren gut zu erkennen. Hat mich schon ein bisschen an Pep erinnert.Das gilt es es jetzt zu optimieren. Sobald das alles okay ist kann dann an einem zusätzlichen System mit schnellen vertikalen Elementen für KO Spiele gearbeitet werden. (Den Gegner mal kommen lassen) Auch dafür stehen genug schnelle Box to Box Spieler zur Verfügung.

  5. Tschemp

    Bestes “Pep Spiel” seit Pep. Kovac ist die eierlegende Wollmilchsau.

  6. FR7

    Zu Goretzkas (starker) Leistung muss man hinzufügen, dass es sein erster(!) Startelfeinsatz in dieser Saison war. Wenn er sich erstmal mit den anderen eingroovt, wird er sicher noch stärker. Erinnerte mich heute tatsächlich ein wenig an den Jungen Pogba aus Juve Zeiten. Man sah auch zu was für bärenstarken Leistungen Müller fähig ist wenn man ihm komplett die Raumdeuterposition überlässt und man ihn nicht aus rechts außen vergeudet. Einfach stark. Kovac hat die Mannschaft auch als “No-name-Trainer” fest im Griff und wird von allen Spielern in jedem Interview gelobt. Die Art und Weise wie er die Mannschaft spielen lässt ist zwar nicht neu, aber sehr überzeugend und dominant. Ich hatte heute auch so wie viele andere hier Pepvibes. Und Lewandowski scheint jetzt mal so richtig aufzudrehen, sechs Tore in vier Spielen!

    1. Kurt

      “Und Lewandowski scheint jetzt mal so richtig aufzudrehen, sechs Tore in vier Spielen!”

      Naja er hat schonmal 5 Tore in 9 Minuten geschossen :D

      Aber er sieht glücklich aus, ist eingebunden ins Team und es wird auf dem Platz gelacht und keine Fresse gezogen. Im letzten Thread hat glaub ich ncoh einer rumgemeckert (“Shocking!”), aber spätestens aber heute sollte das Thema ad acta gelegt werden. Lewy ist mit 100% bei der Sache und man sieht es.

  7. Anton

    Als man vor dem Spiel hörte 4er- und 5er-Kette, wusste man ja schon, was einen erwartete.
    Und entsprechend zäh ging es auch los. Gut,das Tor fiel erst in der 37. Minute, aber es war auch nicht die erste Chance.
    Und so tief wie die Stuttgarter in der ersten Hälfte standen, war es eben schwierg, diesen Block erst mal in Unordnung zu bringen.
    Was aufgefallen ist, war aber, dass man es nicht nur mit den hohen Flanken von außen versuchte, sondern wirklich mit schellem Kurzpassspiel auch auf engem Raum. Das haben sie teilweise echt fast perfekt gespielt – und schon schwamm die Abwehr.
    Insgesamt hielt ich das Ganze zumindest bis zum 3:0 für eine recht gelungene Mischung. Nach der 75. und den Wechseln war dann zwangsläufig auch ein wenig die Luft raus.
    Aber auf dieser Leistung lässt sich sicher aufbauen.
    Wenn dann noch zu dem Druck durch die beiden 8er Müller und Goretzka noch etwas mehr Druck von außen kommt – Franck hatte in der ersten Hälfte noch nicht seinen besten Tag – z.B.durch einen schnellen Gnabry, dann bekommt man auch andere Viererketten ins Schwimmen.
    Und Gnabry, ein Tolisso und ein James kamen ja eigentlich erst zum Einsatz, als “die Messe gelesen” war.
    Das lässt Kovac ja noch einiges an Varianten offen.

    Und wenn man ehrlich ist – wir haben schon schlechtere Auswärtsspiele erlebt.
    Offenbar scheint Kovac einen Matchplan zu haben, den er bei Bedarf etwas modifiziert, Und wenn es der Spielstand zulässt, wird auch mal etwas rumprobiert.

    Sieht man sich mal das Spiel Frankfurt-Werder an, wo Werder mit 11gegen 10 immerhin bis zur 96. braucht, um das Spiel zu gewinnen, erscheint das Supercupspiel wieder in einem anderen Licht.
    Und bei Hoffenheim-Freiburg sah man dann wieder die beiderseitige Hobelei, bei dem dann Hoffenheim das bessere Ende
    hatte. Offenbar ist das Stilmittel Holzhacker doch sehr beliebt, wenn einem sonst nichts einfällt

    1. Done

      “Offenbar ist das Stilmittel Holzhacker doch sehr beliebt, wenn einem sonst nichts einfällt”

      Sowas darf man hier aber nicht schreiben, wo doch der Herr Nagelsmann als 1a-Lösung (alternativ 1b nach Tuchel) für den Cheftrainerposten galt…

      1. Osrig

        Na ja, Meinungen unterschiedlicher Art sind hier erwünscht, es kommt nur drauf an, wie sie ausgedrückt wird! Wertschätzend würde ich sagen, das Stilmittel “Holzhacker” bei Hoffenheim kann auch als Zeichen der Nagelsmann’schen Flexibilität gesehen werden^^
        Wenn aber 1899 selbst in einem Spiel gegen Teams, die sich selbst im unteren Tabellendrittel verorten müssen, zu solch ein Stilmittel greifen muss, dürfte das einem Fussballfeinschmecker wie Nagelsmann sicherlich nicht gefallen.
        Andersherum: Der Trainer Kovac, dem ich zumindest eine starke Neigung Richtung “Holzhacker” unterstellt habe, zeigt mit unseren Jungs gerade tollen spielstarken Fussball! So scheinen die BL-Trainer diese Spielzeit für einige Überraschungen gut zu sein!

      2. Anton

        Vielleicht liegt es ja auch an den Spielertypen und ihren individuellen Fähigkeiten. Und da ist der FCB eben anders besetzt.
        Ein technisch starker Spieler löst eben Situationen besser als ein Spieler, dem da eben etwas mehr abgeht. Wir wissen doch, dass ein Boateng, ein Alaba, ein Hummels, ein Thiago auch mal ganz schön einsteigen können. Aber sie haben es eben meistens wegen ihrer techmischen Fähigkeiten und ihrer Übersicht nicht nötig.
        Ein Hummels spitzelt eben – wie gestern – dem Gegenspieler den Ball weg und ein anderer grätscht eben den Gegenspieler um.
        Und bei einigen ist eben das Umgrätschen die am meisten praktizierte Lösung.
        In Frankfurt konnte man gestern sehen, dass der Einsatz des ein oder anderen Spielers der gleiche ist, ob der Trainer jetzt Hütter oder Kovac heißt.
        Und nun hat ein Kovac eben Spieler, die technisch eben nicht limitiert sind.

      3. Anton

        Das Stilmittel “Holzhacker” wird- Ausnahmen bestätigen die Regel- auch meist von Spielern bevorzugt, deren technische Mittel eben etwas limitierter sind.
        Auch die Spieler des FCB können, wenn es denn sein muß, ordentlich dazuwischen langen. Aber meistens reichen eben die spielerischen Mittel um die Situation zu bereinigen.
        Nimmt man sich das gestrige Spiel als Beispiel – da spitzelt eben ein Hummels im Strafraum den Ball vom Fuß. Ein Anderer grätscht eben seinen Gegenspieler um.
        Und ein Kovac hat eben jetzt Spieler, die es eben spielerisch lösen können.
        Wenn man – wie gestern – mit spielerischen Mitteln es schafft, dass der Gegner in 90 min praktisch keinen Schuß aufs Tor abgeben kann, dann kann ein Trainer zufrieden sein.
        Und da muss ich Osrig zustimmen, dass ein Nagelsmann vermutlich nicht begeistert ist, wenn seine Spieler selbst bei einem Gegner aus der unteren Hälfte zu diesem Stilmittel greifen müssen.

  8. Kurt

    Sagt eigentlich niemand etwas zu den Ecken? Die waren allesamt eher “bescheiden” aber jedes Mal ne andere Variante. Ich fand man hat gesehen, dass so etwas wohl bewusst trainiert wird.

    Ein paar Mal hat man so aber leichtsinnig den Ball hergeschenkt und es gab dann doch 1,2 Konter für Stuttgart, die man dann letztendlich ja aber vor dem Abschluss unterbinden konnte.

    Danach hat man die Ecken konzentrierter bzw. klassischer getreten.

    1. Christopher

      Sagt eigentlich niemand etwas zu den Ecken? Die waren allesamt eher “bescheiden” aber jedes Mal ne andere Variante.

      Die ersten 4-5 Ecken waren nicht gut, aber dann kam mehr Qualität rein. Ich glaube Hummels hatte 2 Chancen. Eine weitere hatte glaube ich Goretzka. Also schon ziemlich ok.

  9. Bernhard B.

    Ich möchte die meiner Meinung nach überzogene Kritik an Rib relativieren. In den ersten 20′ lief überwiegend unser Spiel über “links”. Das lag am spielfreudigendem Alaba und an den Diagonalpässen von Boateng. Die kommen nur nach “links”.
    Dann hatte Rib meist erst zwei und wenn er nach innen lief, meist drei Gegenspieler. Außerdem war er auch zur Unterstützung von Rob auf dessen Seite.
    Als er dann, für den Gegenspieler folgenlos, gefoult wurde, tat er mir schon leid. Ab dann war er mental und konditionel überfordert.
    Zu den Ecken ist mir aufgefallen, dass wir nicht die Stärke über gutes Kopfballspiel verfügen. Wir bekommen zwar meist den Kopf drann, aber es gehört mehr dazu. Körperliche Präsenz, Sprungkraft und gezielt stoßen.
    Einmal wurde von Kimmich eine flache Ecke für alle überraschend gespielt. Das war dann auch die beste Kontermöglichkeit der Stuttgarter. Die sie aber schlecht zu Ende führten.
    Zu den meisten Kommentaren ist zu sagen: es war “nur” Stuttgart mit einer jungen Mannschaft. Sie konnte auch wegen unserem guten und ihrem schlechten Spiel, nicht so wie 1899 in die Zweikämpfe gehen. Und nach dem Foul an Rib hatte ich schon wieder die schlimmsten Befürchtungen.
    Meiner Meinung nach kamen die Auswechselungen zu spät. Da war die Konzentration in der Mannschaft schon weg.

  10. Hittmer Otzfeld

    Eigentlich ein ziemlich gutes Spiel! Stuttgart ist keineswegs ein Pushover, schon gar nicht auswärts. Es gibt aber eine grundsätzliche die mich wurmt und das schon seit Jahren: man ist nicht in der Lage Konter vernünftig auszuspielen. In den letzten 15-20 Minuten hatte man bestimmt 5 Umschalt- bzw. Überzahlsituation die zwar meistens in einer Torchance endeten, aber eher in einer mauen letztlich verpufft sind.

  11. Bernhard B.

    Könnt ihr mir mitteilen, warum mein Kommentar vor ca. 1,5 Std. nicht übernommen wurde?

    1. Hallo Bernhard, bei Personen, die zum ersten Mal hier kommentieren und stichprobenhaft auch bei bereits manuell freigeschalteten Kommentaren, schauen wir uns das Kommentar an und müssen es freigeben. Dies tun wir vor allem, um eine freundliche und würdige Diskussion zu ermöglichen.

  12. rookie

    hat Kovac miasanrot gelesen? Das wäre ja der Hammer, da kommt ein neuer Trainer und der schaut sicht tatsächlich die hier oft erwähnten Schwächen der Mannschaft an und versucht sie zu beheben. Also Flügelfokus reduzieren, 10 erRaum besetzen, mehr scharfe Flachpässe in die Schnittstellen. Endlich Thiago auf die 6. Aber was ist, wenn der sich verletzt, Rudy ist weg… oder kann das auch Goretzka oder vielleciht noch eher Kimmich?

    1. Anton

      Er fängt doch gerade erst an! Wenn der sich verletzt! Was kann denn ein Tolisso? Was kann denn ein Goretzka? Was kann denn ein James? Was ist denn mit den Achtern James und Müller und einem Goretzka auf der 6? Was ist mit den Achtern und einem Tolisso auf der 6?
      Wer hat das denn bisher ausprobiert?
      Da erinnern wir uns doch mal an die blöde Situation, wo ein Guardiola plötzlich sagte: Kimmich IV!
      Hat vorher auch keiner ausprobiert, aber musste halt sein.
      Also warten wir doch erst mal ab. Es gibt so viele Varianten im Mittelfeld und Kovac hat den großen Vorteil, da ja wirklich “aus dem Vollen schöpfen ” zu können.

      Und ich glaube, dass er auch bei einer Verletzung von Thiago eine Antwort parat hat.
      Jeder Trainer hat so seine Wunschformation und wenn das nicht klappt – siehe Coman -, dann muss er sich eben was einfallen lassen. Und da gibt es Mannschaften, die sind personell wesentlich schlechter aufgestellt.
      Warten wir es ab.

      1. rookie

        Mhm, habe mich nicht deutlich ausgedrückt, meine Frage ist, wer, gerne auch aus deiner Sicht, Thiago im Falle eines Falles ersetzen könnte? ich stelle tatsächlich in diesem Forum gern echte Fragen , weil ich ne Menge nicht weiß, andere aber vielleicht schon. Und habe ein wenig die Sorge, dass der Typ Thiago gerade einmalig im KAder ist. D.h. ein Spielmacher. und wüßte gerne Alternativen. Frage mich ebenso wo James seinen Platz haben könnte. Um Kritik an Kovac ginge es mir dabei nicht. Er bietet gerade extrem wenig Angriffsfläche, wenn jetzt sogar von Pepvibes die Rede ist….

    2. cj

      Ich glaube Kovac hat bezüglich der Sechser-Position neben Thiago und Martinez einmal Tolisso als Option angeführt. Kann ich mir durchaus vorstellen, spielerisch sehe ich ihn stärker als Martinez (wenn natürlich auch bei weitem nicht auf dem Niveau von Thiago).

    3. Rainer

      @ROOKIE. Das hängt m.M.n. stark vom Gegner und Wettbewerb ab. In der Bundesliga könnte man gg. stark defensive Gegner mit James anstatt Thiago spielen. In der CL gg. starke Gegner mit Martínez und Tolisso(Goretzka). Zudem besteht die Möglichkeit die Außenverteidiger weiter nach vorne zu ziehen und somit Alaba und Kimmich noch mehr ins Aufbauspiel einzubinden. Einen eins zu eins Ersatz für Thiago haben wir nicht(wäre Rudy auch nicht gewesen)dazu ist er einfach zu stark in der Defensive und Offensive.

  13. Chris

    Sehr gute Analyse des Spiels! Stimme euch in vielen Punkten zu.

    Wirklich gut fand ich das Miteinander unserer Roten auf dem Platz. Kaum Gemecker gegenüber dem eigenen Mitspieler, positive Gesten nach Pässen oder guten Aktionen. Hoffentlich bleibt das so! Besonders natürlich bei den “Chef-Grantlern” Lewy und Arjen :-)

    Thiago herausragend!

    Mehr als schwach war die Auswärtsleistung der Fans!
    Was war da los?
    Leider haben wir nur Karten für den Block neben dem Auswärtsblock bekommen und daher wenig über die Gründe mitbekommen. Wisst ihr was da los war?
    Keine Zaunfahne ganz vorne, kein Capo, nichts. In den ersten Minuten sind einige “Fans” aus den vordersten Reihen des Stehbereichs wieder raus?!
    Leider blieben aus der Gruppe ein paar Aufpasser da und haben die, die auf das Vorsingerpodest wollten, runtergezogen ^^
    Sorry, aber das war dem FC Bayern unwürdig!

    1. riwerie

      Die mussten sich bis auf die Unterhose ausziehen. Wegen der Pyros letzte Saison.
      Deshalb wurde das Spiel boykottiert.

    2. Marco05

      Habe gehört dass etliche Bayern-Fans aus Willkür (?) nicht eingelassen wurden und sich dann die Fanclubs solidarisiert hätten und viel mehr draußen geblieben sind. Denke das erklärt das Ganze.

    3. Es gibt inzwischen dazu auch eine Erklärung der Südkurve, die Licht in diese Frage bringen sollte: Erklärung zum vergangenen Spieltag in Stuttgart

    4. Bootsmann

      Es gab Reibereien beim EInlass. Das hatte meines Wissens aber eher nix mit Willkür zu tun. Es gab Ärger wegen diverser “Fanartikel”. Deshalb fehlten sowohl Zaunfahnen als auch dazugehörige Fans…

  14. Mehmet68

    Moin! Ein insgesamt doch sehr erfreulicher Saisonstart, finde ich.

    Gerade, wenn man sich unsere härtesten Konkurrenten, oder sagen wir Verfolger, ansieht: RBL, S04, BVB, B04: Alle mit großen Problemen, der BVB noch der Einäugige unter den Blinden.

    Sieht so aus, als wäre die Meisterschaft fast schon wieder gelaufen, oder? Egal, wann wir uns eine kleine Krise nehmen, die Anderen patzen wohl wieder zuverlässig. Insofern: Alles bestens. Zu Kovac im Detail werde ich erst nach den berühmten 100 Tagen wieder etwas sagen.

  15. Jo

    Faktisch ein perfekter Start. Da gibt es extrem wenig zu meckern.
    Da hatten sich viele (nicht unberechtigte) Hoffnungen gemacht uns nach einer Fußball-WM und einem Trainerwechsel gerade am Anfang mal erwischen zu können. Und dann haben wir auf die meisten angenommenen Verfolger mal so zwischen 2-6 Punkte Vorsprung.

    Die Mannschaft liefert bisher, Kovac liefert bisher. Vor allem die Abwehr steht hervorragend. In bisher vier Pflichtspielen komme ich gerade auf mal drei ernstzunehmende Chancen die sich die Gegner erspielen konnten. Schon beeindruckend. Wenn bei uns die Null steht, werden wir immer irgendein Tor schießen. Wie schon oft erwähnt ein mit sehr viel Biss und Konsequenz durchgeführtes Pressing. Vor allem hat Kovac es geschafft, endlich das Zentrum dicht zu bekommen.
    Wird spannend sein das auch gegen andere Gegner zu sehen.

    Individuell momentan sehr positiv, dass kein Spieler durchzuhängen scheint. Einige in wirklich guter Form, bei anderen alles im grünen Bereich.

    Um mal zwei aktuell nicht so im Fokus befindliche herauszuheben. Unsere beiden AV gefallen mir gerade sehr gut. Kimmich hat zwar im Kovac-Modus nicht mehr so viele Aktionen als Fast-Flügelstürmer, aber so wirkt sein Spiel viel ausgereifter und abgewogener. Etwas mehr lahmesk, wenn man so sagen möchte.
    Und Alaba spielt die Saison bisher ganz vorzüglich. Absolute Maschine auf links.
    Für diese Positionen ist es ein wenig schade, dass wir nach dem Bernat-Verkauf nur nach Rafinha als Ersatz haben. Da sollte natürlich nicht viel passieren.

    Und nachdem diese unselige Transferperiode nun endlich zu Ende gegangen ist, kann man ja mal wieder festhalten wie wichtig der Verbleib von Boateng und Thiago für unsere Mannschaft war. Halbwegs Form und Fitness vorausgesetzt, gibt es zumindest auf BL-Ebene niemanden, der ihnen auch nur entfernt das Wasser reichen kann.

  16. TheSpecialOne1991

    Moin moin,

    zum Spiel ist alles gesagt. Einer meiner Lieblingsspieler schlechthin war mal wieder überragend. –> Thiago.
    Ich hoffe er hält das Niveau und liefert auch in wichtigen Spielen ab – hat er mMn aber auch schon gegen Madrid letzte Saison gemacht.
    Eine Frage:
    Habt ihr ne Idee, wie Kovac James einbinden will. Momentan nimmt er die Bankrolle auf seiner Verletzung bei der WM vielleicht noch hin, nur, wie lange noch? Und mM muss James spielen, wenn er annähernd die Form letzter Saison erreicht.

    1. Ju

      Mache mir um James überhaupt keine Sorgen.
      a) ist ein behutsames intensives Aufbauprogramm das Beste, was ihm nach dem schwierigen Sommer passieren kann. Er schein mir auch reflektiert genug, um das ähnlich zu sehen.
      b) hat er im vergangenen Jahr gezeigt, dass er sportlich über jeden Zweifel erhaben ist, auch wenn die Mannschaft ohne klaren 10er spielt.

      Bezüglich seiner Rolle würde ich mir wünschen, dass neben seinen exzellenten Fähigkeiten aus dem Rückraum beim attackieren der Schnittstellen in Tornähe auch seine immer wieder toll gewählten zurückfallenden Bewegungen forciert werden könnten (auch, weil wir mit Müller und Goretzka zwei Spieler haben, die prädestiniert sind, den entstandenden Raum zu besetzen). Als Linksfuß sollte der anvisierte Raum halbrechts neben Thiago sein. Darstellbar sollte das sowohl von beiden Achterpositionen als auch von der Ausgangsposition rechtsaußen aus sein. Zu bedenken ist, dass diagonale Zurückfallbewegungen schwieriger verfolgt bzw. übergeben werden können als vertikale, weshalb ich die Position des halblinken Achters sogar präferieren würde, zumal damit auch Raum für Ribery zum Einrücken frei werden würde (und Lewandowski fällt auch ganz gern mal dahin zurück). Im Angriffsvortrag könnte er dann zuerst im rechten Halbraum finale Aktionen suchen sowie wieder nach Links rüber driften. Seine Hereingaben von der linken STrafraumkante sind immerhin das Beste, was ich in dieser Hinsicht kenne.

      1. Anton

        Ein James ist dank WM +Verletzung noch nicht wieder bei 100%. Nicht umsonst verzichtet er ja auf die Reise zu seiner NM.

      2. Osrig

        Das sehe ich genauso: Die günstigste Position für James wäre die des halblinken Achters, von wo er als Linksfuss wunderbar die Pässe entlang der Gegnerabwehr auf die rechte Seite schlagen kann, idealer Weise in den Fuß des angreifenden rechten Achters oder Aussenstürmers; oder hinter die Abwehr in den Lauf von Lewa. Alternativ könnte James die Angriffsbemühung über die linke Aussenbahn unterstützen.
        Aber was meinst Du mit “Als Linksfuß sollte der anvisierte Raum halbrechts neben Thiago sein” ?

      3. Ju

        @Osrig
        Einfach nur, dass ein Linksfuß der nach links zurückfällt sowohl während des Zurückfallens als auch während des Aufdrehens das Feld quasi auf dem falschen Fuß hat. Andersherum kann er mit dem richtigen Fuß klatschen lassen und hat auch während des Aufdrehens seine Optionen auf dem richtigen Fuß. James sollte also forciert rechts in den Raum neben Thiago zurückfallen.

      4. Osrig

        @JU:
        Ah, ok, es geht dir um das Sich-zurückfallen-lassen von Thiago. Verstehe, und kann es jetzt auch nachvollziehen, was Du meinst.

    2. Mimikri

      Ich sehe ihn eher als linke 8, weil auf rechts das Trio Robben, Müller und Kimmich sehr gut funktioniert und Robben ja in den rechten Halbraum reinziehen möchte. An Goretzka haben mir gestern zwar seine Aktionen im Strafraum gefallen, wir hatten aber auf links kein funktionierendes Dreieck. M.E. braucht Ribery links außer Alaba noch einen spielerischen Helfer – und James kann auch links überlaufen und flanken. Wir brauchen m.E. 2 funktionierende Flügel, damit das Flügelspiel funktioniert.

  17. Marco05

    Kann mich nur anschließen: sehr souveräner Auftritt, den ich in der Saisonphase noch nicht erwartet hätte.

    Was mir am meisten positiv aufgefallen ist: alle 3 Tore wurden aus dem 10er Raum geschossen bzw. maßgeblich initiiert. Endlich, endlich haben wir Leute in der Box. Das scheint Kovac recht schnell begriffen zu haben. Ich hoffe die Zeiten mit einem Stürmer gegen 4+x Verteidiger sind damit wirklich passé.

    @Jo
    ich als großer Alaba-Kritiker muss sagen, er erscheint mir momentan so fit wie noch nie. Was der aktuell für eine Schnellkraft hat ist beeindruckend. Schnelligkeit hatte er schon immer, aber aktuell sind es auch diese kurzen Bewegungen auf engem Raum, in einer Dynamik und Stabilität – da scheint das vermutlich harte Training Wirkung zu zeigen.

    Also mit dem Start kann man sehr zufrieden sein. Wie ich Kovac einschätze wird er keine Sekunde zulassen, dass man sich darauf ausruht. Die größte Herausforderung wird in der Tat die Moderation sein. Ich weiß nicht, wieviel wirklich dran ist an der “Unzufriedenheit” von Robbery bei den Auswechslungen aber wenn die Herren Mitdreißiger in der 80. Minute das Feld verlassen darf das kein Thema mehr sein. Wenn ich sehe dass James und Gnabry zB draußen sitzen, ein Feinfuß und ein junger Dynamiker, dann tut es schon weh, wenn die beiden Altstars proportional zur Spielminute mehr und mehr Bälle verlieren und sich auch die Torbeteiligungen in Grenzen halten.

    Ansonsten wirkte der Teamspirit gut, auch mein “Lieblingsthema” Robbandowski strahlte endlich mal kein Nervpotential aus. Wenn es in dem Stil weitergeht, wäre ich sehr zufrieden. Ich hoffe wie Kovac übrigens auch, dass “wir schnell davoneilen”. Für die Spannung sind wir schließlich nicht verantwortlich.

    1. Osrig

      “Ich hoffe wie Kovac übrigens auch, dass “wir schnell davoneilen”. Für die Spannung sind wir schließlich nicht verantwortlich.”

      So sieht’s aus! :-)

  18. Kurt74

    Interessant war da die sinngemäße Aussage von Hans Meyer bei Dopa:
    “Im eigenen Ballbesitz, mit ihrer Klasse, haben sie eine Raumaufteilung wo du gegen sie alt aussehen musst.
    Die Art und Weise wie Bayern gegen Stuttgart taktisch gespielt hat macht mir mehr Angst als die körperliche Fitness der Spieler.”
    Es wirkt auf mich als würde Kovac genau das was bei der WM falsch gelaufen ist richtig machen. Ich bin auf die weitere Entwicklung gespannt und wie sich Bayern bei einem Gegner auf Augenhöhe präsentiert.

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  20. […] Konterabsicherung ist weiterhin ein Problem im Matchplan von Niko Kovač. Gegen Stuttgart fiel die extreme Positionierung der Achter nicht weiter ins Gewicht, da die Schwaben viel zu tief […]

  21. […] Spiel in Lissabon wird seine Ideen auf die Probe stellen. Eine Probe, die weit über dem liegt, was Stuttgart und Leverkusen dem Deutschen Meister […]

  22. […] Gegen Stuttgart und Leverkusen feierten wir die Idee des Trainers, dass die Achter gegen tiefstehende Mannschaften ja durchaus höher stehen können. Thiago, Hummels und Boateng haben die Qualität, um die weiten Wege nach vorne zu bespielen. Allerdings stellten wir auch fest, dass sich dadurch Lücken im Halbraum ergeben, die bei Ballverlusten ausgenutzt werden können. […]

  23. […] dass es nicht so spielt, wie es spielen sollte und verliert Selbstvertrauen. Ein Teufelskreis. Ganz am Anfang der Saison haben die Bayern mal gezeigt, dass sie dominant, sicher und durchdacht spielen können. Seitdem kam […]

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