Vorschau: FSV Mainz 05 – FC Bayern München

Zwei Spiele in Folge gewonnen und somit die Serie gestartet – doch kann der FC Bayern sie auch in Mainz aufrechterhalten? Der FSV wird alles tun, um das zu vermeiden.

Wenn der Trainer in seiner Außendarstellung zufrieden ist, sollte das eigentlich ein gutes Zeichen sein. Kovač lobte seine Spieler, empfand den Auftritt in Athen als Fortschritt.

Es war tatsächlich einer. Athen hatte zu keiner Zeit des Spiels eine wirkliche Chance auf mehr als einen Punkt. Defensiv standen die Münchner sicher und in vielen Phasen der Partie wirkten sie konzentrierter als noch vor der Länderspielpause. Dass das allein nicht der Anspruch sein kann, ist völlig klar.

Umso irritierender scheint es für einige Beobachter zu sein, dass Kovač von ein, zwei Dingen spricht, die es zu verbessern gilt. Der Weg von der derzeitigen Leistung zu einer Spitzenmannschaft ist noch ziemlich weit. Und auch das Trainerteam hat einen Anteil daran.

Unsicherheiten im System auffangen

Es ist mühselig, immer wieder die guten alten Zeiten unter Guardiola heraufzubeschwören. Mitunter ist es sogar nervig. Die Mannschaft hat sich verändert, Schlüsselspieler sind noch viel weiter über ihrem Zenit als vor drei Jahren und die jüngere Generation braucht noch Zeit, um aus dem Schatten der älteren herauszutreten.

Deshalb ist die allgemeine Kritik an der Kaderpolitik auch in vielen Punkten berechtigt. Über die Außenbahnen geht im Moment zu wenig. Bayern möchte das System spielen, das sie seit fast einem Jahrzehnt spielen. Einzig gelingen möchte es nicht mehr – jedenfalls nicht in der notwendigen Dominanz. Dadurch entstehen Unsicherheiten. Selbst bei Superstars, die in ihren Karrieren alles erlebt haben.

Die Stärke eines Weltklassetrainers ist es, diese Unsicherheiten aufzufangen. Mit einem System, das einer Mannschaft Sicherheit gibt, wenn sie individuell aufgrund vieler Faktoren nicht mehr überlegen ist. Doch die Bayern spielen weiter ihren Stiefel. Wenn es nicht läuft, dann werden eben Dribblings und Flanken provoziert. Irgendwann wird sich die Klasse eines Robben, Ribéry oder Lewandowski schon durchsetzen. Mittlerweile passiert das aber deutlich seltener, als man annehmen könnte.

Spiel zwischen Anspruch und Erwartungen

Und so braucht es vor allem Ideen. Ideen, wie man die Abhängigkeit von den Flügelspielern auflösen kann. Ideen, wie man im Zentrum mehr Präsenz erlangt und so durch Kombinationen statt durch Eins-gegen-Eins-Situationen erfolgreich ist. Ideen, wie eine Struktur auf dem Platz entsteht, die dem Kollektiv Sicherheit gibt. Es braucht also ein Trainerteam, das die Schwächen eines alternden Kaders mit strategischen Anpassungen kaschieren kann.

Hier überladen, dort verlagern und dann sieh, was Robben und Ribéry mit dem Ball zusammen zaubern. Nicht, dass das damals einfach gewesen wäre. Schließlich war das ganze Positionsspiel auf diese Zielspieler ausgelegt. Aber jetzt sind die einstigen Nadeln nur noch stumpfe Zahnstocher. Die Frage, ob Niko Kovač und sein Team das System derart verändern können, dass das nicht mehr ins Gewicht fällt, steht seit Anfang der Saison im luftleeren Raum. Eine Antwort darauf gibt es immer noch nicht. Aber es gibt Tendenzen. Und es gibt das typische Spiel zwischen Erwartungen und Anspruch.

Werde Miasanrot Patrone & unterstütze unser Projekt. Jetzt direkt teilnehmen und Vorteile sichern oder im Blog mehr erfahren!

Anspruch des FC Bayern ist es, immer in allen Bereichen Top-Niveau zu haben. Die Realität und somit auch die Erwartungshaltung sind aber jeweils eine andere. Nicht nur im Fußball gibt es Zyklen. Auf eine erfolgreiche Phase folgt selten eine weitere erfolgreiche Phase. Große Mannschaften brauchen Zeit. Sie müssen wachsen und sich entwickeln. Möglicherweise ist das im Moment also nur ein normaler Prozess. Oder es ist das zu späte Erkennen der Notwendigkeit dieses Prozesses.

Wo bleibt die Entwicklung?

Auch Niko Kovač hat deshalb aber Zeit verdient. Von ihm zu erwarten, dass er auf Anhieb alle Probleme löst, mit denen große Trainer wie Carlo Ancelotti oder Jupp Heynckes ebenfalls nicht auf allerhöchstem Niveau fertig wurden, ist vielleicht zu viel verlangt. Denn oft wird im Rückblick vergessen, dass auch Heynckes mit dieser Mannschaft riesige Probleme hatte. Vielleicht bedeutet das, dass diese Mannschaft dieses ganz hohe Niveau gar nicht mehr erreichen wird. Dass es vorbei ist und diese Saison nur als Basis für die Zukunft dienen kann – positiv wie negativ.

Vielleicht bedeutet das aber auch, dass Kovač selbst noch in einer Lernphase ist und er auf der Suche nach Struktur noch fündig werden könnte. Dass er das System findet, das dieser unsicher gewordenen und alternden Mannschaft ein Gerüst gibt, mit dem sie wieder erfolgreich ist. Denn so alt sind Neuer, Müller, Boateng, Hummels, Martínez und Lewandowski jetzt auch nicht.

In den letzten Spielen sah es eher nicht danach aus, als gäbe es eine Entwicklung zu einer besseren Grundstruktur. Verändert wurden höchstens Details oder die personelle Besetzung der Positionen. Die eigentlichen Probleme im Spielaufbau und in der Besetzung des Zwischenlinienraums wurden dadurch nicht gelöst, eher noch verschlimmert. Eine Kritik, die sich das Trainerteam trotz der Kaderprobleme gefallen lassen muss.

Mainzer Abwehrriegel

Gerade gegen Mainz 05 wird es eine klare Steigerung geben müssen. Das mag ein Satz sein, der in einigen Variationen hier schon mehrfach fiel, doch es ist an der Zeit. Zwar fehlt es den Mainzern vorne an Durchschlagskraft, doch hinten stellen sie derzeit eine der besten Abwehrreihen der Liga. Nur acht Gegentore gab es für den FSV – vier davon am letzten Spieltag gegen Gladbach.

Zu Hause ist die Mannschaft von Sandro Schwarz zudem noch ungeschlagen. In verschiedensten Variationen eines Viererketten-Systems verschoben die Mainzer in vielen Partien sehr kompakt und laufstark. Mit der richtigen Mischung aus Aggressivität und taktischer Disziplin gelang es ihnen, wenige Großchancen zuzulassen. Bis zum Gladbach-Spiel standen die Mainzer bei 8,2 Expected Goals gegen sich – drittbester Wert der Liga.

Zwar lassen sie im Schnitt 14,8 Schüsse pro Spiel zu, aber der Expected-Goals-Wert zeigt, dass diese oft keine hohe Qualität haben. Durchschnittlich hatten die Mainzer aber bisher 49,2% Ballbesitz. Das ist ein Wert, den sie gegen den FC Bayern nicht erwarten können.

Die größte Herausforderung seit van Gaal

Dementsprechend wird die Partie für beide Mannschaften ein wichtiger Gradmesser. Mainz kann unter Beweis stellen, dass sie auch in längeren Phasen ohne Ball die mentale Stärke mitbringen, um den Gegner von gefährlichen Zonen fernzuhalten. Für Niko Kovač und den FC Bayern geht es hingegen darum, eine gut formierte und kompakte Defensive mit einer klaren Idee zu bespielen. Und mit klarer Idee ist nicht gemeint, dass Kimmich den Ball bekommt und so oft flankt, bis jemand ein Tor erzielt.

Sich über den positiven Trend der Ergebnisse zu freuen, ist eine Selbstverständlichkeit, die niemandem verboten werden kann. Allerdings wird diese Freude nicht lange anhalten, wenn die Probleme des FC Bayern, die über ein, zwei Dinge hinausgehen, sich nicht bald lösen. Denn so sehr man sich auch wünscht, dass das Trainerteam ein bisschen Zeit bekommt, so sehr weiß man auch, dass sich dieser Klub keinen Misserfolg erlauben will.

Umso bedauerlicher ist es aus der Perspektive eines Trainers, wenn du derjenige bist, der ein jahrelang erfolgreiches System so stark modifizieren muss wie kaum jemand zuvor. Am liebsten in Rekordzeit. Es ist die größte Herausforderung seit van Gaal. Und selbst der brauchte einiges an Glück, um das loszutreten, wovon der FC Bayern bis heute profitierte.

Das Thesen-Duell

Die Regeln findet ihr hier. Die Zahl für These 3 wurde diesmal von Fatbardh gewählt. Kurzfristige Änderungen sind bis zum Spieltag noch möglich.

Ergebnis des letzten Spieltags: Justin 4,6 : 4,8 Fatbardh

Zwischenstand insgesamt: Justin 35,2 : 31 Fatbardh

Justins Tipps

  1. Torschütze: Serge Gnabry
  2. Freie These: Bayern spielt zu Null!
  3. Über/Unter 2,5: Über!
  4. Aufstellung: Neuer – Kimmich, Boateng, Süle, Rafinha – Thiago – Goretzka, Müller – James, Lewandowski, Gnabry

Fatbardhs Tipps

  1. Torschütze: Thomas Müller
  2. Freie These: Bayern spielt nicht zu Null.
  3. Über/Unter 2,5: Über!
  4. Aufstellung: Neuer, Kimmich, Süle, Boateng, Alaba, Thiago, Sanches, James, Müller, Lewandowski, Gnabry
Miasanrot Patreon

Abonniere unsere Beiträge!

Twitter & Facebook

Folge uns über Social Media

Du willst die aktuellsten und wichtigsten News zum FC Bayern lesen? Folge uns auf Twitter @miasanrot oder like unsere Facebook Seite.

Folgen

Leserkommentare
  1. Kramnik

    Stimme euch zu. Die Offensive ist viel zu stark auf individuelle Geistesblitze angewiesen. Ein klares Konzept fehlt. Jedoch muss man attestieren, dass die Defensive steht. Ich finde man sollte diesen Punkt nicht einfach wegwischen.
    Was denkt ihr, selbst wenn Kovac keine Lösungen präsentiert, kann sich das Problem von alleine lösen, wenn Coman und Davies zum Team stoßen?

    1. Anton

      Das problem könnte sich vielleicht schon lösen, wenn man endlich mal mit dem propakierten Umbruch anfangen und die jungen Spieler endlich auch mal regelmäßig einsetzen würde. Solange Spieler wie Gnabry – der muss ja schon hoffen, dass RibRob verletzt sind -, Goretzka, Sanches mehr Zeit auf der Bank als auf dem Feld verbringen, werden sie natürlich nie zu einer wirklichen Verstärkung, weil ihnen die Spielzeit ud damit die Form fehlt. Deine Topform bekommst du nicht auf der Bank.
      Und wenn ein Kovac immer noch nicht gemerkt hat, dass er sich mit einem Martinez auf der 6 den Spielaufbau ruiniert, dann ist ihm nicht zu helfen.
      Wenn man seinen jungen Spielern noch nicht einmal gegen Mannschaften wie WOB oder AEK das Vertrauen schenkt, dann darf man sich nicht wundern.
      Leider macht es uns ein anderer Trainer gerade vor – da sitzen die erfahrenen draußen. Da läuft zwar auch noch nicht alles rund, aber offenbar immer besser, weil da eben auch die Spielzeit dafür sorgt, dass Automatismen besser funktionieren.
      Mit unserem “gemütlichen Angriff” a la Ajax-Spiel hätten wir jedenfalls gegen Athletico keine vier Tore geschossen.

    2. Jo

      Einzelne Spieler lösen selten alle Probleme.
      Aber dass wir Coman derzeit elementar vermissen ist völlig klar. Leider bin ich auch nicht ganz so optimistisch in Bezug auf seine Rückkehr. Er hat dann im Grunde fast das ganze Jahr 2018 verpasst. Wie schnell er dann wieder auf Touren kommt?
      Und wie er dann mental damit umgehen wird, wenn wieder die Tritte gegen das Gelenk beginnen? Und das werden sie natürlich.
      Ich könnte mir vorstellen, dass ein Großteil der Rückrunde dabei draufgeht wieder in Form zu kommen.

      Und Davies? Dazu kann keiner was seriöses sagen. Man sollte da gar keine große Erwartungshaltung haben. Vielleicht gibt es ja eine positive Überraschung, aber das ist nicht was ich planen oder hoffen würde.

  2. FR7

    “Auf eine erfolgreiche Phase folgt selten eine weitere erfolgreiche Phase. Große Mannschaften brauchen Zeit. Sie müssen wachsen und sich entwickeln. Möglicherweise ist das im Moment also nur ein normaler Prozess.”

    Ich bin der festen Überzeugung, dass es schlicht unmöglich ist auf das Ende einer erfolgreichen Ära eine neue erfolgreiche Ära nachzusetzen. Das ist meines Wissens noch keinem Klub in der jüngeren Geschichte gelungen. Ob nun in einem fließenden Übergang oder in einem abrupten “Kaderaustausch”. Es ist nicht möglich. Werfen wir einen Blick auf die aktuelle Situation der Königlichen aus Madrid, auf Manchester United nach dem Abgang von Sir Alex Ferguson, auf Dortmund nach Klopp, auch die Katalanen stehen kurz vor so einer “Tiefphase”. Manchmal wird auf diese Tiefphase gar nicht erst reagiert, sie wird einfach ignoriert und man fährt mit Vollgas gegen die Wand, siehe AC Mailand. Steht eine Mannschaft im Herbst ihrer Zeit, so muss dieser Baum erst seine Blätter verlieren, einen kalten, nüchternen Winter durchschreiten, bevor er dann wieder im Frühling beginnt grün und lebendig zu werden. In Barcelona z.B. versucht man diesen “Fall” so gut es geht abzufedern in dem man in hochkarätige Spieler investiert (Coutinho, Vidal, Dembele). Bei Real Madrid macht man es anders, so wie auch bei unseren Bayern, setzt man nun vermehrt auf die Jugend um langfristig erfolgreich zu sein.

    Ich behaupte, dass die Phase in der sich der FC Bayern aktuell befindet unausweichlich gewesen ist. Völlig egal, wen wir als Trainer gehabt hätten, welche superduper tollen Scouts, welchen Sportdirektor und welche Vereinspräsidenten. Man muss jetzt das Beste daraus machen und endlich mit der Vergangenheit von 2009-2016 abschließen. Ja, es war schön, es war erfolgreich, danke, tschüss. Selbiges gilt für Spieler wie Robben und Ribéry. Ist wie einer schlechten Beziehung, manchmal muss man sich eingestehen, dass es besser ist sich zu trennen, auch wenn man es nicht so richtig wahrhaben will. Nur von Erinnerungen kann sowohl eine Beziehung, als auch ein Fußballklub nicht leben. Es wäre außerdem recht erfrischend dieser doch recht satten Spielerschaft in dieser Saison keinen Titel gewinnen zu sehen. Einige unserer Spieler sollten dringend auf den Boden der Tatsachen gebracht werden. Hunger muss wieder her, Qualität und eine stabile Spielphilosophie. Denn eines steht für mich fest, wir machen nicht unbedingt mehr falsch oder mehr richtig als andere Verein es gegenwärtig tun oder in der jüngeren Vergangenheit taten. Man darf sich jetzt nicht von der ungewohnten Situation der Schwächephase am Ende einer goldenen Ära beunruhigen lassen. Nun gilt es konsequent zu sein und am Trainer festzuhalten, ihm Zeit zu geben und natürlich auch für nötiges Spielermaterial zu sorgen, sodass dieser riesiger Baum sich auf einen besonders heißen Frühling freuen darf.

    1. Anton

      Nein, so einfach mache ich es mir nicht. Warum verpflichte ich denn junge Spieler, doch nicht um sie auf die Bank zu setzen.Ein Gnabry hat von 16 Pflichtspielen noch nicht ein einziges Spiel über 90 min bestritten. Ein Goretzka ist mehr Einwechselspieler als Stammspieler. Von einem Sanches gar nicht zu reden – oha, der beste Spieler in Lissabon – das muß jetzt aber erst mal wieder reichen. Wäre ein Ribery nicht verletzt und ein Robben gesperrt, würdest du wieder keinen von den Jungen auf dem Platz sehen. Gegen dir Übermannschaft AEK spielen ein Robben und ein Martinez durch. Ausgewechselt wird ein Gnabry! Und irgendwann darf auch ein Goretzka dann mal mitmachen. Sanches -da reicht das Warmlaufen.
      Und dann wird sich über mangelndes Zusammenspiel, fehlende Form und Fehler mokiert. Wo soll es denn her kommen!
      Da spielt ein Gnabry, wenn er denn spielt mal links, mal rechts, mal mit Alaba, mal mit Kimmich oder dann Rafinha.
      Ja der ist noch nicht wirklich ins Spiel eingebunden! Wie denn auch! Man könnte ja sogarmal rechts das “Confed-Dreieck” Kimmich-Goretzka-Gnabry spielen lassen. Aber warum soll man das tun, wenn man doch einen Robben hat.
      Wir schreiben Ende Oktober und selbst ein Löw ist bzgl seiner jungen Spieler mittlerweile risikofreudiger .

      1. Ju

        “Man könnte ja sogarmal rechts das “Confed-Dreieck” Kimmich-Goretzka-Gnabry spielen lassen. Aber warum soll man das tun, wenn man doch einen Robben hat.”

        Nun, vielleicht, weil Gnabry überhaupt nicht im Confed-Cup Kader stand, sondern bei der U21 als LINKSaußen gespielt hat? Du scheinst Gespenster zu sehen, daher kommt offensichtlich auch dein Eindruck, der dauerangeschlagene Goretzka oder der bisher nur als Konterstürmer besonders positiv aufgefallene Gnabry wären im Moment wünschenswerte Stammspieler für eine Mannschaft wie den FC Bayern.

        Ich bin da bei FR7. Mit der Einschränkung, dass ich mir nicht ganz sicher bin, ob wir im Moment nicht doch ein wenig mehr falsch machen, als andere Vereine, die als Positivbeispiele herhalten könnten. (“wir machen nicht unbedingt mehr falsch oder mehr richtig als andere Verein es gegenwärtig tun oder in der jüngeren Vergangenheit taten”). Denn der durch dich richtig geschilderte Eindruck, dass sich das Festhalten an Altbewährtem ab einem gewissen Punkt (nämlich dann, wenn das Konservative reaktionär wird) negativ auswirkt, scheint zumindest bei gewichtigen Teilen der Führungsetage noch nicht angekommen.

      2. FR7

        Ich betrachte deinen Kommentar gar nicht als Widerspruch zu meinem. Ich stimme dir nämlich in der Sache völlig zu. Ich kam auf den aktuellen Bestand und Zustand der Situation zu sprechen, du sprichst hier eher von der Umsetzung um meinen besagten Frühling herbeizuzaubern. Es ist natürlich nicht damit getan einfach zu warten und auf Besserung zu hoffen. Sanches hat bei Benfica wunderbar funktioniert, Goretzka war bei Schalke sehr stark, es kommt z.B. hierbei auf das Trainerteam an und wie sie das gesamte Spielsystem gestaltet, sodass diese jungen Spieler funktionieren und sich weiterentwickeln können. Der Umbruch zieht sich schon zu lange hin und sollte allerspätestens nächsten Sommer komplett durch sein. Aber auch die Kaderplanung und dessen Finanzphilosophie sollte direkt danach zweithöchste Priorität haben, denn sie wird zwangsläufig die nächsten Bausteine für die mittelfristige Zukunft des Klubs legen. Anders geht es in der aktuellen Sitation einfach nicht. Gute Spieler fallen nicht vom Himmel und gibt es auch nicht für lau.

      3. Anton

        Ju, mit dem Confed Cup hast du recht- das mit dem Gespenster sehen, nehme ich mal so hin.
        Ja, dann lassen wir doch am besten alles, wie es ist. Einen Martinez auf der 6, einen Robben auf rechts und dann bald wieder einen Ribery auf links. Am besten die Aufstellung vom Ajax-Spiel.
        Was steht auf der HP “Ribery arbeitet an schneller Rückkehr. Alles ist gut!

        Komisch, dass ein Gnabry ob in der NM oder bei seinen Einsätzen gute Noten bekommt. “Ja, die Abstimmmung ist noch nicht gut, Ja die Einbindung ins Spiel ist noch nicht so optimal” Nur als Konterstürmer aufgefallen- ja als was soll er denn auffallen, wenn er nur spielt, wenn der eine verletzt oder der andere gesperrt ist.
        Dieser Trainer gehört ganz offensichtlich sofort entlassen – der setzt seit mittlerweile vier Spielen einen “dauerangeschlagenen” Spieler auf die Bank!
        Wenn ich einen Spieler, wie schon gegen Ajax auf die Bank setze, dann muss er eigentlich fit sein, sonst hat er da nichts verloren. Also was macht ein Goretzka seit vier Spielen auf der Bank, wenn er doch angeblich angeschlagen ist. Ein Kovac sagt vorher, ich kann auf den gesamten Kader zurückgreifen. Hat er uns verar***t?
        Ein Sanches gegen Lissabon bester Mann – und seitdem? Nicht dass der aus Versehen auch noch Spielpraxis bekommt.
        Warum hatte denn ein Costa keinen Bock mehr – weil er ja sowieso an den Etablierten nicht vorbei kam.
        Und wenn man schon für die wichtigen Spiele seine Etablierten einsetzen will – dann sollte man es doch zumindest gegen die Übermannschaften WOB oder AEK mit den anderen versuchen.
        Wenn der sogenannte Umbruch so weitergeht, dann werden uns spätestens im Sommer einige Herren verlassen, aber nicht nur die, mit denen man eigentlich rechnet. Und andere werden es sich sehr genau überlegen, ob sie sich diesen Verein antun.

        Was ist denn in der Vergangenheit passiert bzw nicht passiert. Da standen Spieler wie Müller und Alaba kurz vor der Verleihe, ein Hummels wurde abgegeben. Und ohne einen van Gaal wäre es mit Alaba und Müller es auch so gekommen. Ein Guardiola hat gesagt – Kimmich mach! Und der hat sich reingehängt, egal auf welcher Position. Wie hat sich ein Süle entwickelt, okay Glück gehabt, wegen der Verletzung der anderen.
        Ein Berat hat eigentlich nach dem ersten halben Jahr nie mehr eine Chance bekommen.
        Ein Gnabry war so schlau, sich an Hoffenheim ausleihen zu lassen.
        Alles, was an eigenem Nachwuchs Vorbereitungen, Trainingslager und ähnliche Spielchen mitmmachen darf, sucht sich lieber einen anderen Verein, weil außer einem Platz auf der Bank gibt es sowieso nichts zu holen.

        Ich weiß ja nicht, welches Spiel du am Dienstag gesehen hast? Ich habe einen grottenschlechten Robben und einen -trotz Tor- genauso schlechten Martinez gesehen, die trotzdem 90 min durchspielten.
        Und am Schluß noch einen Trainer, der von einem sehr guten Spiel sprach.
        Gottseidank hat nach der Halbzeit kein wirklicher Gegner auf dem Platz gestanden.Sonst fällt nicht in der 61. min das 0:1 sondern wenn überhaupt das 2:1.
        Ein Alaba ist angeschlagen , warum nicht mal gegen AEK einen Meier, der doch so talentiert sein soll, und wenn es für eine Halbzeit ist. Was Rafinha kann, weiß man doch.
        Seit Wochen lese ich hier, dass ein Martinez im Spielaufbau eher suboptimal ist und ein Thiago diese Rolle wesentlich besser ausfüllt. Und wer steht in den “wichtigen Spielen” auf der 6? Und nachher darf man sich dan wieder das Genöle über den schleppenden Spielaufbau, das Loch im Mittelfeld zwischen 6er und 8er und so weiter anhören. Sehen denn hier alle das falsch.

        Das Schlimme ist, dass uns ausgerechnet der “ach so beliebte Konkurrent” im Moment vorführt, was passieren kann, wenn man seinen jungen Spielern vertraut. Und das ist ja nicht die einzige Mannschaft, wenn auch der ein oder andere ” aus der Not geboren” , wo den jungen Spielern das Vertrauen geschenkt wird.

  3. Rainer

    @Anton..“Ich weiß ja nicht, welches Spiel du am Dienstag gesehen hast? Ich habe einen grottenschlechten Robben und einen -trotz Tor- genauso schlechten Martinez gesehen, die trotzdem 90 min durchspielten.“ Genau so war das. Und leider zum wiederholten mal. Ich tendiere auch zu Thiago auf der sechs und einem gesetzten Gnabry. Wir benötigen zudem unbedingt ein spielstarkes Mittelfeld. Das Positionsspiel im zentralen Mittelfeld muss asap optimiert werden. Die Abstände zwischen den Ketten sollten kleiner sein und die Laufwege überdacht werden (Deckungsschatten). Und das sind Punkte, die m.M.n. von Kovac vorgegeben werden müssen.
    Und zudem muss man trotz der z.Z. sehr guten Performance vom BVB anmerken, das auch dort viele junge Spieler den Durchbruch nicht schaffen, obwohl sie in hoher Zahl eingekauft werden. Aber es sind eben hin und wieder echte Perlen dabei, die diese Transferpolitik rechtfertigen. (Dembélé,Sancho..) und ich hoffe, das unser Davies auch ne Granate wird. Die Videos versprechen einiges. Zudem brauchen Coman und Gnabry sich nicht vor den BVB Youngsters verstecken.

    1. Anton

      Nein, darum geht es ja auch nicht. Verstecken brauchen die sich nicht. Das war auch nicht der Knackpunkt und es geht auch nicht um den BVB – andere Vereine machen es – wenn teilweise auch aus der Not geboren – ja auch. Die jungen Spieler werden eingesetzt und oft genug zahlt es sich eben aus. Freiburg, Frankfurt, Hoffenheim, Herta, Bremen, Gladbach, S04 – sie machen es doch alle vor. dass es geht – und wenn man es nicht versucht, geht es eben nicht.
      Ein Goretzka ist gerade mal 23 und hat 5 Jahre Bundesligaerfahrung. Wann hat der angefangen – mit 18! Genau wie ein Meier, ein Kehrer, ein Süle. ein Brandt ein Havertz und viele andere.
      Nur beim FCB geht das nicht? Bei einem van Gaal ging es doch auch. Aber seitdem eben nicht mehr.

  4. Jo

    Inspiriert durch das Round-Up habe ich mir mal die Zahlen des so stark in der Diskussion stehenden Martinez für diese Saison angeschaut.
    Mit Martinez auf dem Feld: Ein Gegentor alle 182 Minuten/ein eigenes Tor alle 43 Minuten
    Ohne Martinez auf dem Feld: Ein Gegentor alle 74 Minuten/ein eigenes Tor alle 49 Minuten

    Hm, das mal ohne größere Wertung, auch weil die Datenbasis natürlich noch relativ klein ist. Aber auch nicht völlig uninteressant.

    1. Anton

      Es lebe die Statistik. Ich bin mal sehr gespannt, wann hier wieder die Nölerei losgeht, weil ein Thiago nicht auf der 6 spielt und es im Mittelfeld in der Spieleröffnung hakt.
      Und was ich von einer Statistik halten soll, in der der Trainerwechsel keine Rolle spielt und in der Spiele wie gegen Freiburg und den HSV mit Spielen wie gegen PSG und Real in einen Topf geworfen werden, weiß ich noch nicht.

      1. wohlfarth

        Die Nölerei einiger Kommentatoren in diesem Forum sollte aber, bei allem Respekt, keinen Einfluss auf die Aufstellung des FC Bayern haben :-)

  5. Rainer

    @Anton“Nur beim FCB geht das nicht? Bei einem van Gaal ging es doch auch. Aber seitdem eben nicht mehr.“ Natürlich geht das :-) aber nur in einem ausgewogenen Verhältnis. Und unter der der Voraussetzung, das realistische Ziele ausgegeben werden.
    @Jo sehr interessant. Hätte ich nicht erwartet. Trotzdem, und das mag mein subjektives Empfinden sein, habe ich mit Martínez auf der Sechs das Gefühl, das wir offensiv einen Mann zu wenig auf dem Feld haben.

    1. Jo

      Ja, hätte ich so auch nicht erwartet.
      Gerade deshalb ist es für mich auch immer wieder interessant meine subjektiven Eindrücke gegen messbare Fakten zu halten.
      Und immer wieder erlebe ich dabei meine Überraschungen ((-;

  6. Marcus Fischer

    Die Grundsätzliche Analyse trifft es ganz gut. Die These von Felix Magath, dass UH die Personalsituation in dieser Saison bewusst so gesteuert hat, ist nicht gänzlich von der Hand zu weisen.

    Was mich persönlich interessieren würde, warum die jetzt mit Profiverträgen ausgestatteten Nachwuchsspieler nicht permanent bei den Profis mittrainieren und auch regelmäßig ihre Chance bekommen.

    Was sagt Hermann Gerland zur Qualität des Nachwuchses ? Ein Interview mit Euch wäre bestimmt unterhaltsam.

    Philipp Lahm hat vor 10 Jahren eine eigene Spiel DNA – zu Recht – eingefordert. Wird es aber nicht auch Zeit seine DNA langfristig an den veränderten Fußball anzupassen ? Evolution heißt auch in Zukunft erfolgreich zu sein.

    Im wirtschaftlichen Bereich des Vereins wird das doch seit Jahren erfolgreich umgesetzt.

    Wenn wir nicht in 5 Jahren soweit sein wollen wir heute Ajax, Inter oder der ACMilan ist es notwendig auch im sportlichen Bereich (wieder) Weichen zu stellen.

  7. August46

    Sehr guter Bericht , danke !
    2 Dinge noch:
    1. Laufleistung : Beim BVB hat der Ballführende meist 2-3 Anspielstationen nach vorne,
    beim FCB auch, aber nur nach hinten und quer. BVB läuft pro Spiel 5km mehr! Auch
    Ajax gegen uns 5km mehr ( Müller als bester Läufer immerhin 11km).
    2. Schußleistung : Von außerhalb des Strafraums wird fast nicht mehr geschossen,
    und wenn doch, dann kläglich ! Ein Profi sollte die Zeit haben, das zu trainieren ( wie z.B
    CR7 oder auch Robben ). Was trainieren die Bayernspieler eigentlich ?

    1. Anton

      Das ist etwas,was immer mehr auffällt – Schüsse aus der 2.Reihe sind offenbar verpönt – und wenn meistens eher erbärmlich.
      Wenn man sich die diversen Spiele – nicht alleine des FCB – der letzten Zeit so ansieht, was konnte man da für tolle Tore aus der Distanz erleben. Eines der letzten beim Spiel PSG gegen Neapel, wo ein di Maria aus 25 m die Kugel in den Winkel zirkelte.
      Beim FCB scheint die Maxime zu gelten, der Ball muss mindestens in den 5-m-Raum kombiniert werden, sonst ist das nix!
      Eben alles eine Frage der Spielphilosophie.

  8. Herrispezial

    Wieder mit Martinez. Wenn die Mainzer heute gegen uns treffen, obwohl sie seit 5 Spielen ohne Tot sind, dann lache ich mich schlapp. Zumindest ist dann die angeblich defensive Qualität, auf die Kovac so viel Wert liegt, mal endgültig in Frage gestellt.

    Nach der Niederlage von gestern ist eigentlich klar, dass es heute einen Sieg geben muss, um zumindest Plätze in der Tabelle gut zu machen. Spielerisch erwarte ich nichts mehr, dafür hat Kovac zu lange Zeit gehabt, um etwas zu ändern. Das schafft er nicht mehr. Also zählen ab sofort nur noch die Ergebnisse.

    1. Anton

      Da haben ja unsere beiden Tipgeber mal wieder voll daneben gelegen.
      Nein, wir wollen keinen Thiago auf der 6! Es lebe die Statistik.
      Nein wir wollen auch nichts mehr probieren.
      Mittlerweile habe ich die Hoffnung auf einen Umbruch fast aufgegeben.

  9. Herrispezial

    Die Bälle von Boateng sind allesamt eine Katastrophe. Entweder zu ungenau oder gerade bei kurzen Pässen zu scharf gespielt, so dass eine kontrollierte Annahme kaum möglich ist.

  10. Herrispezial

    Das Pressing ist amateurhaft. Mainz reichen zwei kurze Pässe und sie haben sich befreit. Inzwischen geht alles verloren, was diese Mannschaft mal konnte.

  11. Herrispezial

    Krasse Fehlentscheidung vom Schiri. Das war nichts. Umgekehrt passiert das 20x gegen uns im Strafraum – und wird nie zu unseren Gunsten gepfiffen.

  12. Herrispezial

    Goretzka zahlt Herrn Osmers heim, was er hier gegen uns veranstalten möchte. Das Foul an Kimmich eben war mehr als klar gelb. Nur für den Schiri nicht, obwohl es hart genug und auch taktisch motiviert war.

  13. Herrispezial

    Positiv ist ja, dass nach 10-15 Minuten nicht wieder der schon fast obligatorische Einbruch kam.

    Und nun muss es eigentlich sie 3 Punkte geben, denn wenn ausgerechnet Mainz (4 Saisontore, seit 450 Minuten ohne Treffer) heute gegen uns trifft, dann falle ich vom Glauben ab.

  14. wohlfarth

    Leute, was erwartet ihr? Da sitzt ein Felix Zwayer als Videoschiri draußen. Verurteilter Straftäter würde hier mancher sagen. Sollte ich den Typen mal irgendwo treffen, dann garantiere ich für nix.

  15. Herrispezial

    Es kann doch nicht wahr sein. Der angeblich so viel auf Defensive Wert legende Kovac macht aus dieser Mannschaft eine Lachnummer. Ab jetzt ist klar, dass er mit dem FCB heillos überfordert ist. Er MUSS jetzt gehen. Zeit hatte er genug – und wir kassieren sogar Tore gegen die harmloseste Mannschaft der Liga. Egal wer danach kommt, es kann nicht trauriger werden.

  16. Gerdl20

    Der Dittmann ist echt die Härte…vor dem Tor sagt er beim Fehlpass von Müller”feiner Ball
    In die Spitze.” Renato gewinnt klasse den Ball und er erwähnt
    nicht mal seinen Namen!
    Versteht mich nicht falsch…Müller spielt gut,aber diese übertriebene Lobhudelei,ist zum kotzen.

    1. Herrispezial

      Jepp. Das war vor allem stark von Sanches. Aber zum Glück muss der nicht so oft spielen. Sonst verletzt der sich noch (oder was ist die Logik von Kovac?).

  17. Herrispezial

    Kovac verzichtet ganz offensichtlich auf das Training von Passen. Anders ist die Ungenauigkeit der Bälle nicht zu erklären. Es kommen ja kaum Bälle mal direkt bzw präzise in den Fuss.

    Ecken und Standards sind auch unglaublich schwach. Eine solche Ineffizienz ist ja schon kaum noch möglich.

    Dieser.Manmschsft fehlt so unglaublich viel, dass egal welcher Trainer sie trainieren würde, sie gleich besser werden würde als jetzt.

  18. Herrispezial

    Und zum Ende der Partie gibt es jetzt den klassischen Fussball a la Frankfurt. Beim Foul erstmal lange liegen bleiben, um den knappen Vorsprung überndie Zeit zu bringen. Immerhin das scheint die Mannschaft gelernt zu haben. Ich bleibe dabei: dieser Trainer muss so schnell wie möglich weg. Vermutlich redet er auch dieses Spiel wieder schön. Was seine Inkompetenz nur um so mehr belegen würde.

  19. […] Vorschau: FSV Mainz 05 – FC Bayern München | Justin […]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Miasanrot.com — Der FC Bayern München Blog