Round-Up: Kovac, der Fünfte

Seit gut zwei Wochen steht nun fest, was bereits mehrere Wochen zuvor in deutschen Boulevard-Medien berichtet wurde: Niko Kovac, seines Zeichens aktueller Trainer von Eintracht Frankfurt, wird zur nächsten Saison der neue starke Mann an der Säbener Straße. Der Kroate ist dabei nicht der erste Ex-Spieler der Münchner, der auf der Trainerbank Platz nimmt.

Zusammen mit seinem Bruder Robert Kovac wechselte Niko Kovac im Sommer 2001 an die Isar. Zur neuen Saison kehren die beiden Brüder nun an der Seitenlinie zurück in die Fußballhauptstadt Deutschlands. Insgesamt ist Kovac damit in der Bundesliga-Ära der fünfte frühere Spieler der Münchner, der später in der Karriere als Übungsleiter fungieren sollte. Im heutigen Round-Up wollen wir auf seine Vorgänger blicken.

Lerby, der Unvorbereitete

Von 1983 an wirbelte Sören Lerby im Mittelfeld der Roten. Der dänische Nationalspieler war jahrelang von Hoeneß umworben worden und überzeugte nach Anlaufschwierigkeiten in seinen drei Spielzeiten im Dress der Münchner. So gelangen Lerby in 89 Bundesliga-Partien beachtliche 22 Treffer.

Als man in die Saison 1991/92 mit Trainer Jupp Heynckes schwach startete und zudem gegen Homburg aus dem DFB-Pokal ausschied, besann sich Hoeneß auf seinen ehemaligen Mittelfeld-Leitwolf und holte Lerby, der erst zwei Jahre zuvor seine Karriere in Eindhoven beendet hatte und keinerlei Erfahrung als Trainer vorweisen konnte, als Coach zum FC Bayern.

Die Hoffnung von Hoeneß bestand wohl darin, dass der frühere Anführer auch diesem Hühnerhaufen von Mannschaft einen klaren Weg aufzeigen und eine notwendige Struktur implementieren könne. Aus Verbundenheit zum Manager und dem FC Bayern sagte der Däne zu, sollte diese Entscheidung jedoch schnell bereuen.

An der Seitenlinie war Lerby chronisch überfordert. Nicht einmal bis zum Ende der Saison hielt es der Neu-Trainer aus. In seine Amtszeit fielen eine peinliche 2:6-Niederlage gegen Bröndby Kopenhagen sowie hohe Pleiten gegen Kaiserslautern und Dortmund.

Nach nur 155 Tagen war das Experiment Lerby beendet. Der Däne konnte von 15 Bundesliga-Spielen nur vier Siege vorweisen. Für die restliche Saison übernahm Erich Ribbeck, doch auch der spätere Nationaltrainer konnte Bayern nicht auf einen Europapokalplatz führen.

Über seine 15 Spiele holte Lerby im Schnitt gerade einmal 1,2 Punkte/Spiel.

Beckenbauer, der Weltmeister-Trainer

Was hatte Franz Beckenbauer nicht schon alles erreicht. Als Spieler hatte sich der Kaiser als Libero des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft unsterblich gemacht und dann gelang es ihm 1990 auch noch als DFB-Teamchef den Weltpokal nach Deutschland zu holen.

Gleich zweimal ließ sich die selbsternannte Lichtgestalt des deutschen Fußballs erbarmen und übernahm in Zeiten von Not das Traineramt der Münchner. Beide Male sollten die Münchner am Ende mit einem Titel die Saison beenden.

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Im Dezember 1993 war endgültig Schluss – Ribbeck hatte genug und trat zurück. Immer wieder wurde der erfahrene Bundesliga-Trainer für seine mäßigen Resultate bei den Münchnern kritisiert.

Beckenbauer übernahm den auf Platz zwei liegenden FC Bayern und schaffte es die Mannschaft umzukrempeln. Ab seinem Amtsantritt herrschten Ruhe und Disziplin an der Säbener Straße. Zudem zog mit dem Weltmeister-Trainer ein gewisser Glamour in München ein. Es konnte schließlich nicht jeder einen Beckenbauer als Trainer vorweisen. Und obwohl der Kaiser keine taktische Revolution brachte, so reichte es dennoch am Ende zum Meistertitel – dem ersten nach vier Jahren.

Kaiser und Kurzzeit-Trainer Beckenbauer feiert die Meisterschaft 1994 mit Klaus Augenthaler.
(Foto: Beate Mueller/Bongarts/Getty Images)

Zur darauffolgenden Saison übernahm Beckenbauer als Präsident des FC Bayern München e.V. und stellte Trapattoni als Trainer ein.

Nachdem es Trapattoni nur zwei Spielzeiten in München hielt, verpflichtete Beckenbauer höchstpersönlich den “besten und erfolgreichsten Trainer der Republik” mit Otto Rehhagel, der zuvor mit Bremen Meister und Pokalsieger geworden war. König Otto kam bei der Mannschaft jedoch nie wirklich an und so musste nach einer Niederlage in Rostock im April erneut Kaiser Franz übernehmen.

In nur noch vier Bundesliga-Spielen unter dem Interim gab es nur einen Sieg. Im von Beckenbauer selbst getauften Cup der Verlierer, dem UEFA-Pokal, konnte man jedoch beide Endspiele gewinnen. Der akribische Planer und Vorbereiter Beckenbauer hatte erneut einen Tiel an die Isar geholt.

Nach zwei Amtsperioden, 18 Bundesliga-Spielen und einem Schnitt von 1,83 Punkten/Spiel zog sich Beckenbauer aus dem Trainergeschäft zurück.

Klinsmann, das Experiment

Der 11. Januar 2008 schockte die deutsche Medienlandschaft. Jürgen Klinsmann, Initiator des Sommermärchens von 2006, wurde als Nachfolger des jahrelangen Erfolgtrainers Ottmar Hitzfeld in München der Öffentlichkeit präsentiert. Eine Nachricht, die viele überraschte und ein Medienecho bis zur Bundeskanzlerin hervorrief.

Obwohl Klinsmann in seinen beiden Spielzeiten in München jeweils bester Torschütze der Mannschaft war und im UEFA-Pokal 1996 mit 15 Toren sogar einen bis 2011 gültigen Rekord aufstellte, war der Schwabe nie eine Bayern-Legende gewesen. Bei den Fans wurde Klinsmann nach seiner Verpflichtung sogar sehr kritisch gesehen, hatte er doch vor der WM 2006 den Publikumsliebling Oliver Kahn aus dem Tor vertrieben.

Dennoch sah gerade Rummenigge in Klinsmann die Chance einen Hauch vom Sommermärchen an die Säbener Straße zu holen. Mit dem beliebten Cheftrainer sollte Bayern auf einer bundesweiten Sympathiewelle schwimmen. Dazu hatte der Ex-Nationaltrainer in Lahm, Schweinsteiger und Podolski auch drei seiner Hauptakteure des Sommers 2006 an der Seite.

Symbolisch für seine Zeit beim FC Bayern: Ex-Goalgetter Klinsmann im Abseits.
(Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Mit Klinsmann trat der FC Bayern eines der größten Experimente und zugleich eine der interessantesten Phasen in der Vereinshistorie an. Der Schwabe, der zuvor noch keine Erfahrung als Vereinstrainer hatte, krempelte, sofern es in seiner Macht stand, den kompletten Verein auf links. Ein neues Trainingszentrum sollte entstehen, Spieler sollten mehr Zeit auf der Anlage verbringen und mit Chefarzt Müller-Wohlfahrt überwarf er sich ebenfalls. Nicht zu vergessen die legendären Buddha-Figuren.

Als zudem der sportliche Erfolg ausblieb, man gegen Barcelona mit 0:4 untergegangen war und sich in der Liga 1:5 gegen Wolfsburg blamiert hatte, zog der Verein die Reißlinie. Nach 16 Siegen in 29 Spielen war das Mindestziel Qualifikation Champions-League in akuter Gefahr und Jupp Heynckes sprang kurzfristig als Trainer ein.

Trotz der frühen Entlassung schaffte Klinsmann einen Schnitt von 1,86 Punkten pro Spiel.

Sagnol, der Eintages-Trainer

Als bisher letzter Ex-Spieler durfte Willy Sagnol in dieser Saison ein Bundesliga-Spiel der Münchner leiten. Der ehemalige Flankengott war im Sommer 2017 dem italienischen Star-Coach Carlo Ancelotti als Aufpasser an die Seite gestellt worden. Als Spieler hatte Sagnol 2001 die Champions-League gewonnen und passte somit gut in die Phase der Hoeneß-Renaissance.

Doch auch mit Co-Trainer Sagnol sollte es mit Ancelotti und dem FC Bayern nicht bergauf gehen. Nach einer Klatsche in Paris wurde der Italiener kurzerhand entlassen und am nächsten Spieltag sollte Sagnol, der zuvor bereits Bordeaux trainiert hatte, die Münchner wieder in die Erfolgsspur bringen.

Nach einer 2:0-Führung durch Hummels und Lewandowski verschenkten die Roten jedoch leichtfertig den Sieg in der Hauptstadt und so musste der Franzose nach nur einem Spiel seine Sachen packen. Erneut übernahm kurzfristig Jupp Heynckes. Die Tatsache, dass der Vertrag mit Sagnol nach der Jupp-Rückkehr mehr oder wenig im stillen Kämmerchen aufgekündigt wurde, spricht Bände.

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Tobias Günther entstanden.

Kommen wir zu den Links für diese Woche

Fußball uns seine verschiedenen Welten | Paragräfinnengedanken

FC Bayern München steigt in eSports ein | Kristin Bande | kicker

Starke Bayern lassen Leverkusen keine Chance | Spielverlagerung

Die pure Gier | Christian Spiller | Süddeutsche

Kooperation von Bayern und Red Bull | Christoph Leischwitz | Spiegel Online

Wie sich Kovac an den FC Bayern anpassen muss | Constantin Eckner | T-Online

Familienzusammenführung: Kovac wird neuer Trainer beim FC Bayern | Raphael Honigstein | BetVictor Blog

FC Hoeneß, Kovac oder rückwärts in die Vergangenheit | Breitnigge

Was für Niko Kovac als Trainer des FC Bayern spricht | Steffen Meyer | web.de

Der Risiko-Kandidat | Martin Schneider | Süddeutsche

Die aktuellen Miasanrot-Artikel

FC Bayern München – FC Real Madrid 1:2 (1:1) | Justin

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Leserkommentare
  1. Ludwig

    Ich habe vorher so gelesen, dass Erich Ribbeck nicht freiwillig “zurückgetreten” hat, sondern Hoeness & Co. hat mit ihm zwischen Weichnachten und Sylvester übergeredet… Aber ok, es ist nur eine Detailsfrage. :) Gott sein Dank kam der Kaiser danach! :)
    Klinsmann… na ja… Ich kann mir gut an den Tag zurückerinnern… Einige Stunden vor der Nachricht habe ich die Webseite des Vereins gesehen, und dort gab’s keine Mitteilung, und das galte auch für die deutsche Medien! Keine Spekulation, nix!
    Und dann… Like a bombshell!
    Ich war fast ab sofort skeptisch wegen JK gewesen, aber nach dem 4:2 Sieg gegen Wolfsburg (das Spiel wurde von 0:2 Rückstand zu Hause gedreht) habe ich gesagt, “ok, vielleicht kommt etwas gutes”, und nach dem 3:2 gegen Lyon konnte mir doch vorstellen: wir könnten vielleicht doch eine sehr schöne Saison abliefern.
    Es dauerte bis gegen die Wolfsburger (1:5)… Debakel in Barcelona war danach alles andere, als große Überraschung gewesen…
    Einige wichtige Erkenntnisse haben die Bosse aber (Gott sei Dank) gezogen: nix Experiment, sondern nur Top-Fußballehrer!
    Mit Kovac könnte sich diese Reihe vielleicht ändern, aber… ich weiss nicht, warum, aber ‘habe jetzt schon ein gutes Vorgefühl… :)

  2. kita

    will ja nicht kleinlich sein, aber 1996 war Auge der Trainer der 4x ausgewechselt hat. gegen Düsseldorf!

    1. kita

      Sorry, off topic, aber ich muss es einfach loswerden.
      Habe mir vorhin das erste Mal die Highlights des Spiels vom Mittwoch angeschaut (war im Stadion, hatte ne beschissen große Fahne 2 Reihen vor mir und musste mich ständig ducken um was zu sehen).
      Wir sind m.M.n. am Leverkusen/Schalke-Phänomen gescheitert. Alle Spieler waren zu hektisch und wollten zu viel. Bestes Beispiel sind 2, 3 Aktionen von Ribery. In einem normalen Bundesligaspiel hätte er nachdem Casimero ins leere gegrätscht hat einfach in die Mitte gelegt (da standen 4 FCB-Spieler und waren einschussbereit).
      Vielleicht liegt es auch daran dass die Spieler die Stimmung im Stadion nicht gewöhnt sind. Siehe Barcelona 2013. Ultras strieken, mauer Stimmung für ein Halbfinale, aber wir gewinnen 4:0. Wie ein normales Buli-Spiel…

      1. M1900

        Jetzt kommt es darauf an, wo du das Spiel verfolgt hast ;)

        Immer diese bösen Fahnen ;)

      2. kita

        111, ich hatte auch ne Fahne, aber der vor mir hat nie gwedelt, Stand einfach nur im Wind… War scheisse

  3. wipf1953

    Jürgen der Prächtige – das hoffentlich erste und letzte Mal, dass der FC Bayern einen Trainer aufgrund eines Films eingestellt hat. Was für ein historischer Schlag ins Wasser!

    ________________

    Kovac ist der erste Ex-Fußballer / Trainer, der zu seiner aktive Zeit weder Stammspieler noch Leistungsträger war. Hoffentlich lassen sich die diversen Diven, die wir in der Mannschaft haben, von ihm auch was sagen. Eigentlich bin ich dafür, auch im Kader gewisse Umbrüche vorzunehmen. Das würde Kovac den Start enorm erleichtern.

    1. FR7

      “Hoffentlich lassen sich die diversen Diven, die wir in der Mannschaft haben, von ihm auch was sagen.”

      Ach klar, unsere Jungs sind professionell genug jeden Trainer zu respektieren, haben ja nun nicht lauter Balotellis und Zlatas in der Mannschaft. Vor dieser Frage stünden wir außerdem ohnehin irgendwann, sofern wir keinen “Startrainer” holen wie die letzten zehn Jahre. Ich glaube sogar, dass gerade speziell diese Sorge von allen Kandidaten (Tuchel, Nagelsmann, Hasenhüttl) bei Kovac am kleinsten sein sollte. Gerade in Sachen Menschenführung und Teambulding macht er auf mich einen sehr geschickten Eindruck. Alles andere wird man sehen.

    2. Torpedo9

      mir ist bewusst , dass es en vogue ist , auf JK einzudreschen .
      Meiner Ansicht nach gilt es da schon zu differenzieren.

      Seine Idee vom schnelleren vertikalen Spiel , also nicht mehr den Ballschleppern das Spiel zu überlassen ( und die hatten wir in den Jahren davor zu Hauf ) und den dadurch bis dato langsamen Spielaufbau des FCB ,zu verändern
      waren eine größere Annäherung und Anpassung an den internationalen Fussball, an dem wir den Anschluss damals verpasst hatten .
      Auch das Konzept die Spieler länger auf dem Vereinsgelände zu binden und eine Art Trainingscampus zu bilden , sowie
      neue medizinische Abteilung , Fitnesstraining , Torwarttrainer zu installieren waren doch der innovative begrüßenswerte Weg
      und wurden aber von den Medien karikiert und torpediert ( Buddha Statuen und Aussage die Spieler jeden Tag besser machen zu wollen usw. )
      Sein gößter Fehler war bestimmt , sich selber mehr als eine Art übergeordneter Teammanager mit größerer Distanz zu den Spielern zu sehen und einen Co-Trainer mitzubringen ,
      der weder die deutsche Bundesliga kannte , noch der deutschen Sprache so richtig mächtig war .

      Ich sehe darum JK als eher einer der schlechteren Trainer des FCB, aber schon als einer der besseren sportlichen Leiter /Teammanager des FCB .

      1. Bayernmöger

        Plumpes Klinsmann-Bashing, das man sooft liest, finde ich ebenfalls unangebracht. Mit umso mehr Freude habe ich Deinen treffenden Kommentar dazu gelesen! Und wehe, heute macht ein Trainer die Spieler nicht besser: dann wird auch kritisiert.

  4. Josef

    Ach, ich bin mittlerweile ganz entspannt was Kovac angeht. Vielmehr begrüße ich es sogar.

    Zwar hätte ich mir grundsätzlich Tuchel gewünscht. Aber mit der Vorgeschichte wäre es hier für Tuchel unfassbar hässlich geworden. Mit diesem ganzen Gerede über seine Zeit in Dortmund, quasi offiziellen Zweifeln von Hoeneß, Hummels und Co. an ihm usw. wäre das medial die Hölle geworden. Ihr wisst doch was Springer (wieder gut vernetzt bei uns) daraus gemacht hätten.

    Tuchel ist jung. Er wird kommen. In 3, 4 oder 6 Jahren. Wir werden im Vorstand anders besetzt sein (Lahm, Schweinsteiger, Kahn, Externe, wir werden sehen…), Hummels spielt nicht mehr hier, Tuchel wird Meisterschaften gewonnen haben und in der CL erfolgreich gewesen sein. Das heutige Gerede wird keinen mehr interessieren, seine Arbeit hier wird begrüßt werden.

    Zurück zu Kovac: Die einst großen Kovac-Kritiker von Spielverlagerung, auf deren Meinung ich sehr großen Wert lege, attestieren ihm einhellig eine sehr positive Entwicklung. Das reicht mir, um mich auf ihn zu freuen.

    1. Jo

      Dem kann ich mich anschließen. Ich betrachte das sehr entspannt.
      Wir sind mittlerweile “too big to fail”. Zumindest was den Einfluss eines Trainers betrifft. Sollte Kovac scheitern, wird er eben in absehbarer Zeit abgelöst. Das ist auch einem Trainergiganten wie Ancelotti nicht anders ergangen.

      Zumal man nicht mehr davon ausgehen kann, dass Trainer irgendwo große, langandauernde Perioden prägen. In den letzten 30 Jahren hat es nur ein Trainer geschafft länger als drei Jahre am Stück bei uns zu bleiben.
      Da kann man sich bei einem Kovac eben auch auf die üblichen 2,3 Jahre einrichten. Genauso wäre es vmtl. einem Tuchel oder Nagelsmann ergangen. Die sind beide jung und haben noch Jahrzehnte vor sich. Wenn die beiden langfristig was taugen, werden sie irgendwann bei uns landen und dann wahrscheinlich bessere Trainer als jetzt sein.
      Vielleicht ist das dann sogar ein Zeitpunkt an dem wir sie nötiger brauchen.
      Oder, alternativ, in ein paar Jahren kräht kein Hahn mehr nach den beiden. Nun, dann hat sich das sowieso erledigt.

      1. Mysputnik

        Das hat man über Klopp auch gesagt, dass er irgendwann bei uns landen wird. Jetzt ist er mit Pool überglücklich und denkt bereits ans Aufhören danach. Nix mehr FCB. Man kann Zritfenster auch verpassen. Vielleicht auch so bei Tuchel, bei dem ich eine große Zukunft sehe.

  5. cj

    Ich bin auch gespannt auf Kovac, aber man muss auch klar sagen, dass es ein riesengrosser Sprung ist von der Eintracht zu einem CL-Halbfinale gegen Real zum Beispiel. In der CL schätze ich unsere Chancen unter Kocac als geringer ein, einfach weil es absolutes Neuland für ihn ist. Da sich unsere Position auf dem Transfermarkt in den nächsten Jahren wahrscheinlich auch weiter verschlechtern wird (die PL schwimmt im Geld und die Bundesliga verliert an Attraktivität), muss man die Erwartungshaltung vielleicht Stück für Stück ein bisschen anpassen.

  6. Hoppsbaum

    Huiui, keine sehr vielversprechende Liste. Allerdings ist die Zusammenstellung gegenüber Kovac insofern vielleicht nicht ganz fair, da die hier aufgeführten Kandidaten alle nicht wirklich mit ihm vergleichbar scheinen.

    Lerby habe ich selbst noch nicht wirklich mitbekommen, war aber wohl ein Sonderfall. Eine krasse Fehlentscheidung, die so selbst bei deutlich weniger professionell geführten Vereinen heute wohl kaum mehr vorkommen würde. Beckenbauer sprang (wie der Artikel ja beschreibt) als Vize-Präsident des Vereins in der Not ein, nachdem er seine Trainerkarriere eigentlich schon beendet hatte. Sagnol halte ich auch nicht unbedingt für ein verkanntes Trainergenie, aber erstens wurde auch er nicht als Cheftrainer geholt, und zweitens ist ein einziges Spiel schon eine extrem dünne Bewertungsgrundlage.

    Klinsmann würde ich noch am ehesten gelten lassen. Allerdings war er (trotz seiner Zeit als Spieler) ja nun gerade eben KEIN Insider (woran er ja später zumindest zum Teil auch gescheitert ist). Ähnlich wie die Mitforisten oben schon geschrieben haben, sehe ich die Entscheidung für ihn auch nicht ausschließlich negativ. Die Grundidee, jemanden von außen zu holen, der den Laden mal umkrempelt und modernisiert war schon nicht ganz falsch, auch wenn JK letztlich nicht der richtige Mann dafür war – eben ein “Experiment”. M.M. eine bessere Idee als z.B. ein Felix Magath.

    Wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir auf, dass insgesamt recht wenige ehemalige FCB-Spieler als Trainer erfolgreich waren. Aus der 70er Mannschaft höchstens Beckenbauer, der auch nie wirklich einen Club trainiert hat. Und heute ist außer Kovac ja auch eigentlich höchstens noch Bruno Labbadia irgendwie im erweiterten Kreis zu nennen. Oder habe ich da jemanden vergessen? Wäre interessant mal zu spekulieren, warum das so ist.

  7. M1900

    Ich finde es interessant, dass noch keiner das Derby am Sonntag erwähnt hat ;)

    Dazu stehen drei junge Spieler im Kader gegen FFM

    Jedoch muss man kritisch anmerken, das Ausscheiden von Tim Walter werden wir noch bitter bereuen…

    Würde mich über mehr Berichte zum Thema Amateure und Jugendbereich freuen.

    Auf zum Derbysieg !

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