Round-Up: Rassismus am Campus

Daniel Trenner 14.08.2020

Aktuelle Themen

Allgemeines

Rassismus auf dem FC Bayern Campus? | Sportschau

Jugendtrainer des FC Bayern unter Rassismusverdacht | Süddeutsche Zeitung

Rassismusverdacht: Mitarbeiter des FC Bayern vor Entlassung – Polizei München ermittelt | Sportschau

Das im wahrsten Sinne des Wortes unsportliche Thema der Woche sind diverse Anschuldigungen gegen einen Jugendtrainer des FC Bayern. Die Vorwürfe sind mannigfaltig und gravierend. Sie rangieren von der Verwendung krass rassistischer Sprache auf WhatsApp bis hin zu unmenschlichen Trainingsmethoden mit Kindern. Die fraglichen Chatverläufe liegen Sport inside vor und fanden sich mittels eines mittlerweile gesperrten Accounts auch kurzzeitig auf Twitter wieder.

Besonders pikant hierbei ist, dass die Chatverläufe offenbar bereits zwei Jahre alt sind und wie unheimlich regungslos die anderen Chatteilnehmer diese Sprache akzeptierten. Es drängt sich förmlich der Eindruck auf, dass hier auch abseits des einzelnen Jugendtrainers etwas gehörig schief gelaufen ist. Wie konnte der Mann bei der Hülle an glaubhaften Anschuldigungen bis zuletzt nicht nur beim Verein bleiben, sondern auch noch mit Kindern arbeiten? Wieso reagierte der Verein nicht früher? Wieso brauchte es (exzellente!) Pressearbeit, um den Verein zum Handeln zu zwingen? Ist ihm nicht klar, in wie weit dies die Arbeit der vereinseigenen Kampagne “Rot gegen Rassismus” konterkariert?

Dieses Thema schlägt nun so hohe Wellen, dass selbst die Münchener Polizei Ermittlungen wegen Rassismus aufgenommen hat. Karl-Heinz Rummenigge kündigte zeitnahe Konsequenzen an. Der Eindruck verfestigt sich immer mehr, dass die Chatverläufe glaubhaft sind und der Verein den fraglichen Trainer entlassen wird. Dies darf aber noch nicht das Ende sein, auch die anderen Mitglieder des Chats müssen einer gründlichen Überprüfung unterzogen werden. Wenn Rot tatsächlich gegen Rassismus ist, müssen mehr als nur Worte oder eine einzelne Tat folgen. Ganze Strukturen müssen aufgegriffen werden.

FC Bayern München: Infos zur neuen Erlebniswelt | Süddeutsche Zeitung

Die Bayern schrauben weiter an ihrer Präsenz in München. In der Weinstraße entsteht derzeit ein Prestigeprojekt des Rekordmeisters. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, soll es dort über sieben Stockwerke verteilt Verkaufsflächen, Restaurant und Hotelbetrieb geben. Eine Besonderheit ist dabei jedoch, dass alle sieben Stockwerke von der Nymphenburg Immobilien AG angemietet wurden. Diese gehört zum Firmenimperium von ‪August von Finck. Dieser trat wiederum immer wieder als Geldgeber der CDU und FDP in Erscheinung. Vor allem aber soll er die AfD finanziell unterstützt haben und Kontakte zu ihr gepflegt haben (Link: Die AfD und der geheimnisvolle Milliardär). Eine Verbindung, die dem FC Bayern eigentlich nicht gefallen sollte. | Justin

Sportsmen from Germany support the Memorial | Auschwitz-Birkenau Memorial and Museum

Goretzka und Kimmich spenden für Auschwitz-Museum | Jüdische Allgemeine

Es gibt auch good news! Joshua Kimmich und Leon Goretzka haben mit ihrer Initiative „We kick Corona“ Geld an die Organisation „Auschwitz Memorial“ gespendet, die sich für die Erinnerungskultur rund um den Holocaust einsetzen. Starkes Zeichen der beiden Nationalspieler. | Justin

https://twitter.com/leongoretzka_/status/1293860039371960320

Vorerst keine Fans in den Stadien | Sportschau

Bundesliga: Rückkehr der Fans? Söder: “Verheerende Signalwirkung an die Öffentlichkeit” | 90 Plus

Die DFL hatte sich schon siegreich gewähnt, doch die Politik hat dem Bestreben des deutschen Fußballs, schon zu Saisonanfang der neuen Bundesligasaison mit Fans zu spielen, eine deutliche Absage erteilt. Das Konzept sei zwar grundsätzlich gut, doch inmitten der aktuell zweiten Welle mit infizierten Urlaubsrückkehrern und dem heillosen Chaos, welches die Schulöffnungen bald bringen dürften, wurde der Fußball völlig zurecht auf die hinteren Plätze verschoben. Selbst eine teilweise Fanrückkehr dürfte noch Monate dauern.

Ich begrüße das. Der Fußball hat sich schon viel zu viele Freiheiten erlaubt und Diskussionsraum eingenommen, welchen andere Themen viel mehr benötigen. Er hat seine Rückkehr auf das Feld bekommen und so das Überleben seiner Profivereine gesichert, er muss darüber hinaus nicht auch noch bei allen anderen Themen immer Vorreiter sein.

[EN]Højbjerg joins from Southampton | Tottenham Hotspurs

Pierre Emile Højbjerg dürfte vielen noch bekannt sein. Der Däne war einst die Hoffnung nicht weniger Bayern-Fans, dass bald ein weiterer Jugendspieler den dauerhaften Sprung in die Männermannschaft packt. Über ein paar Pflichtspieleinsätze und eine tolle Leistung im Pokalfinale 2014 kam er aber nie hinaus und so ging es über den Umweg Schalke 2016 für rund 15 Millionen Euro nach Southampton. Dort entwickelte er sich nach und nach zum Stammspieler und offensichtlich zu einem Transferziel größerer Klubs wie Everton und eben den Spurs, die ihn jetzt verpflichtet haben. Højbjerg ist damit einer jener Spieler, für die die Jugendarbeit des FC Bayern zu wenig Anerkennung bekommt. Denn auch Spieler, die sich dauerhaft auf Profiniveau etablieren, sind ein Qualitätsmerkmal für den Campus. Für Højbjerg ist es sogar ein wichtiger Karriereschritt auf Champions-League-Niveau. | Justin

Lucas Scholl – der lange Schatten des Vaters | Sportschau

Weitere Neuigkeiten von einem früheren Bayern-Talent, diesmal weniger erfolgreiche. Bei Bayern konnte es Lucas Scholl nicht packen, Gründe dafür sind vielseitig, aber auch ganz ähnlich wie die von anderen gescheiterten Talenten. Dazu kommen dann schlechte Wechselentscheidungen und schon hat man den Ruf eines gescheiterten Talents. Vielleicht schafft es Scholl das Ruder ja nochmal Richtung Profifußball rumzureißen.

Philipp Lahm: Der FC Bayern hat eine Monopolstellung | Neue Züricher Zeitung

Wer akzeptieren kann, auch mal die Seite der sehr kontroversen Neuen Züricher Zeitung zu besuchen, darf sich an einem Interview mit Philipp Lahm erfreuen. Der frühere Kapitän spricht über alles: Die aktuelle Champions-League-Endrunde, den Bayern-Kader, Hansi Flick und seine eigene mögliche Zukunft beim Verein. Vor einem Engagement muss er aber erstmal den Beckenbauer der EM 2024 mimen. Nur hoffentlich in der 100%-legalen Version.

Männermannschaft

Vorschau: Barcelona gegen Bayern in der großen Taktikanalyse | Barçawelt

Bevor es am Freitag gegen Barcelona geht, ist Justin kurz fremdgegangen. Auf Barçawelt analysiert er detailliert das Spiel der Flick-Bayern und beschreibt, wo sie zu knacken sind. Gerade die weiten Räume bei Bayerns Forechecking und speziell hinter Boateng machen ihm Sorgen. Natürlich sind das alles nur Gedankenspiele, denn frei nach Niklas Süle wird Bayern  am Freitag Barcelona selbstverständlich vernichtend schlagen.

Pressingfallen werden Bayerns Schlüssel zum Sieg gegen Barcelona | Focus

In einer weiteren Vorschau stellt Justin noch vor, wie Bayerns Pressingfallen den Unterschied bilden können.

Eckner: FC Barcelona – Warum braucht es einen Umbruch im Verein? | YouTube

Noch bevor die Champions League zurückkehrte, beschäftigte sich Constantin Eckner mit dem FC Barcelona. Er zeigt die vielen Probleme des Vereins auf und wieso es eigentlich an ganz vielen Stellen gleichzeitig einen Umbruch geben müsste.

FC Bayern München – Kommentar zur Zukunft von Jérôme Boateng: Eine Verlängerung wäre die beste Lösung | Spox

Letztens sind Gerüchte aufgetaucht, Bayern wolle nach Möglichkeit Jérôme Boateng trotz dessen hervorragender Rückrunde diesen Sommer verkaufen, Kerry Hau beschwört in einem Kommentar den FC Bayern tunlichst von solchen Gedankenspielen abzulassen. Ferner sollen sie möglichst seinen Vertrag noch einmal verlängern.

Ich stehe dem Ganzen entspannt gegenüber. Dass der FC Bayern ein Jahr vor Vertragsende bei der Hülle an Innenverteidigern im Kader leise in Europa herumfragt, wie groß der Markt für Boateng ist, ist nur logisch. Doch angesichts des veränderten Marktes, dem Umstand, dass viele noch gar nicht realisiert haben, wie gut Boateng wieder ist und seines eigenen Anspruchs, sehe ich die Chancen für einen Abgang von Bayerns Quarterbacks als recht gering an.
Und selbst wenn er gehen würde, wäre ich gar nicht so traurig, würde er dann doch ganz im Gegensatz zum Beinahe-Abschied im letzten Jahr als Leistungsträger erhobenen Hauptes gehen. Ganz ähnlich wie bei Philipp Lahm wären die letzten Erinnerungen an Jérôme Boateng absolutes Topniveau. Ein schöner Gedanke.

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