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Rot-Weißes Round-Up: Oliver Kahn

“Lass mich schießen!” – So oder so ähnlich diskutierte Oliver Kahn mit Stefan Effenberg am 19. Mai 2001 im Hamburger Volkspark. Anschließend geriet der Schlussmann des FC Bayern mit Bernd Hollerbach und Stig Töfting vom Hamburger SV aneinander. Was war passiert? Markus Merk entschied in der 3. Minute der Nachspielzeit auf indirekten Freistoß für den FC Bayern. Es war die letzte Chance doch noch Meister zu werden, da der HSV in der 89. Minute durch Sergej Baberez in Führung gegangen ist. Durch eine mögliche Niederlage hätte sich Schalke 04 doch wieder am FC Bayern vorbeischießen können und wäre somit Deutsche Meister geworden. Was die Schalker Mannschaft, die Verantwortlichen und alle Fans im Parkstadion pikanterweise zu diesem Zeitpunkt auch glaubten, da in den Zeiten als Handys nur zum Telefonieren da waren, sich das Gerüchte verbreitete, dass Spiel in Hamburg wäre längst abgepfiffen. Es war aber nicht vorbei. Oliver Kahn geisterte durch den Hamburger Strafraum, diskutierte mit Mit- und Gegenspielern, beschwerte sich bei Schiedsrichter Merk, um sich dann doch aus dem Strafraum der Hamburger zurückzuziehen. Wenige Sekunden später: Patrick Andersson läuft an und macht den FC Bayern durch sein Freistoßtor doch noch zum Last-Minute Meister. Oliver Kahn feierte die turbulenteste Meisterschaft der Bundesligageschichte mit der Eckfahne, die er aus dem Boden riss, sich dabei auf dem Rücken warf und als Ersatzmeisterschale gen Himmel reckte. Ein typischer Kahn. Noch heute sind ihm viele Fans dankbar, den indirekten Freistoß damals nicht geschossen zu haben. Sein größter Moment war noch nicht gekommen. Diesen hatte er aber nur vier Tage später im San Siro zu Mailand.

Der FC Bayern stand im Champions League Finale 2001. Gegner war der FC Valencia, die durch ein frühes Elfmetertor in der 3. Minute in Führung gegangen sind. Dem FC Bayern gelang mit dem 2. Elfmeter durch Effenberg der Ausgleich. Anschließend nutze der FC Bayern seine Feldüberlegenheit nicht, und so ging es folglich ins Elfmeterschießen. Dort gerieten die Münchner erneut ins Hintertreffen als Sergio und später Andersson ihre Elfmeter vergaben. Somit war es an Oliver Kahn den FC Bayern wieder einmal zu retten, er parierte in seiner ganz eigenen unnachahmlichen Art die Elfmeter von Zahovic, Carboni und Pellegrino und entschied somit das Finale für sich – für seinen Verein – den FC Bayern.

Oliver Kahn wurde am Montag, dem 15.06.2015, 46 Jahre alt. Wir wünschen alles Gute!

Miasanrot.de stellt regelmäßig am Dienstag und Freitag in einem Round-Up lesenswerte Texte und Fundstücke rund um den FC Bayern zusammen. Gewidmet wird jedes Round-Up einem ehemaligen Bayern-Spieler, der am jeweiligen Tag (oder kurz zuvor/danach) Geburtstag hat.

“Ich bin der Trainer der Amateure”

Mit diesen markigen Worten stellt sich Heiko Vogel, der neue starke Mann der Bayern Amateure, der Öffentlichkeit vor. Ein Grund für die Süddeutsche Zeitung sich mit dem neuen sportlichen Leiter der FC Bayern Jugend in “Ich bin der Trainer der Amateure” auseinander zu setzen. Vogel scheut sich nicht klare Aufgaben zu definieren, so strebt er mit seiner Mannschaft den Aufstieg in die 3. Liga an. Dabei will er den Spielstil der Münchner noch mehr in Richtung Ballbesitz-Strategie verschieben. Eine bedeutende Rolle dabei soll wiederum Uli Hoeneß spielen, der der schwächelnden FC Bayern Jugend wieder zu altem Glanz verhelfen soll.

50,6 Millionen Euro

Diese Summe bekommt der FC Bayern dieses Jahr aus der In- und Auslandsfernsehvermarktung von der DFL ausgezahlt. Das sind immerhin gute 30 Millionen mehr als der Tabellenletzte Paderborn bekommen wird. Vergleicht man allerdings die Zahlen mit der englischen Premiere League, so zeichnet sich ein erschreckendes Bild: Queens Park Rangers erhalten aus dem englischen TV-Topf staatliche 86,8 Millionen Euro. Also wiederum deutlich mehr als der FC Bayern. Krösus in der Tabelle ist Meister Chelsea, die mit 134,3 Millionen Euro immerhin 2,6 Mal so viel Geld erhalten wie der FC Bayern. Grund genug für den Kicker auf »TV-Einnahmen: Sogar Englands Letzter vor den Bayern« anzuspielen.

741 Minuten

So lange stand Mario Götze in dieser Länderspielsaison für den DFB auf dem Feld. Er war damit der Dauerbrenner von Jogi Löw in der am Wochenende für den DFB endeten Nationalmannschaftssaison. Torschützenkönig wurde Thomas Müller mit 5 Treffern. Weitere Statistiken rund um “Die Mannschaft” hat der DFB in einen Bericht verpackt.

Bayern Frauen in Kanada

Während die Männer des FC Bayern sich teilweise wieder in den Urlaub verabschiedeten, sind einige Spielerinnen der Bayern-Frauen noch voll im Einsatz. Die Gruppenphase der Weltmeisterschaft ist in den letzten Zügen und die deutsche Mannschaft hat sich am Montag durch ein 4:0 gegen Thailand den Gruppensieg gesichert. Eine Münchnerin, die mittendrin drin im DFB-Team ist, ist Melanie Leupolz. Sie äußert sich bei DFB.tv kurz in einem Interview.

Termine des FC Bayern im Sommer

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Leserkommentare
  1. DasDing

    KAAAAAAAAAAHN!!! Ein Held meiner Kindheit, auf der Linie einer der besten Torhüter der Fußballgeschichte. Herzlichen Glückwunsch!

  2. Tobias

    Was ein geiler Torwart. 2x Gänsepulli am Rücken beim Ansehen der alten Bilder. Den Elfmeter im CL Finale mit einer Hand gehalten, die gefühlt aus dem Nichts hervorschießt und den Ball an die Latte lenkt.

    Stand er im Tor war fast immer das Gefühl am Start “und wenn sie Durchkommen müssen sie erstmal am Kahn vorbei”. Oliver das Tier.

    Glückwunsch zum Geburtstag, du TorwartGott

  3. Marco05

    Genialer Keeper. Ikone. Legende. Titan. Alles legitime Synonyme.

    Was ich bedaure ist, dass er nach und nach sein Denkmal selbst abschabt durch leider zu häufige demonstrativ negative Kommentare über seinen Ex-Verein und/oder dessen Spieler (vgl. Schweinsteiger vs. Führungsspieler etc.). Für mich geraten damit leider vergangene Erfolge immer weiter in den Hintergrund (auch natürlich zeitlich bedingt). Ich hätte es mehr begrüßt, wenn er auch nach seiner aktiven Karriere Verantwortung in Form einer “richtigen” Funktion im Verein übernommen hätte statt von ominösen “Asien-Verpflichtungen” zu schwadronieren, halbgare Bücher zu schreiben und sich mit KMH und Oli Welke alle paar Wochen lang die Eier ( ;) ) zu schaukeln.

    Wie auch immer, als Spieler immer unter den Größten!

    1. Ryukyu

      Ich sehe das Problem gar nicht mal darin, dass er sich kritisch äußert. Solange das Hand und Fuß hat, ist das ja durchaus legitim. Hat es bei ihm aber leider eher selten. Ich sehe bei ihm gewisse Parallelen zu Lothar. Im Prinzip ist er der neue Matthäus. Beide sind vielleicht die größten Spieler der letzten 30 Jahre im Verein bzw. in Deutschland. Beide hätten nach ihrer aktiven Laufbahn vielleicht einfach einen anderen Weg einschlagen oder zumindest die ein oder andere Kamera meiden sollen.

      Nichts desto trotz – durch seine einzigartige Karriere wird man über in 30 Jahren sprechen wie heute über Beckenbauer, Breitner und Müller. Und das zurecht. Mir fällt kein Spieler mit mehr Willen und Leidenschaft ein. Wenn ich an Olli denke, muss ich immer daran denken, wie er in Rostock den Ball in der Nachspielzeit ins Tor boxen wollte und dafür vom Platz gestellt wurde. :D Herrliche Szene!

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