Kovač und die Suche nach Balance

Tobias Trenner 15.03.2019

Das ist insofern interessant, als zum einen gerade Hummels sich noch im letzten Jahr sowohl in der Nationalmannschaft als auch beim FC Bayern mehrmals in erster Linie über einen Mangel an defensiv denkenden Spielern beklagt hatte; außerdem hätte durch das 0:0 im Hinspiel im Grunde ein erzielter Treffer durchaus genügen können, wenn man es denn geschafft hätte, ohne Gegentor zu bleiben und in einem Heimspiel nicht gleich derer drei zu kassieren.

An sich wäre also der Boden bereitet gewesen für die immer gleiche Litanei aus Sündenbekenntnis („individuelle Fehler“, „Chancenverwertung“) und Heilserwartung („müssen wir abstellen“), allein zu offensichtlich waren die Mängel im Offensivspiel, um diese nicht als entscheidend zu erachten.

Zur Rekapitulation: Man hatte gegen Liverpool in einem Alles-oder-nichts-Spiel eine komplette Halbzeit zur Verfügung, um mit zunächst einem, ab der 69. Minute dann mit zwei Toren das Viertelfinale zu erreichen und damit endgültig eine bereits verloren geglaubte Saison zu retten.

In einem Heimspiel, kein schweres Spiel vom Wochenende in den Knochen, keine wichtigere Aufgabe vor Augen. Doch mehr als anderthalb strukturierte Angriffe gelangen in den zweiten 45 Minuten nicht, es sprangen noch nicht einmal nennenswerte unstrukturierte Angriffsaktionen heraus, es gab kein wildes Anrennen mit dem Mute der Verzweiflung.

Kein Vergleich zu Spielen zurückliegender Jahre unter ähnlichen Vorzeichen wie gegen Atlético oder Juve, als man ebenfalls unbedingt ein bis zwei Tore schießen musste. Man spielte 45 Minuten auf die Fans der Südkurve zu, ohne diese auch nur ein einziges Mal etwas länger aus der Nähe zu Gesicht zu bekommen.

Die Mannschaft blieb in ihrem Vorwärtsdrang trotz der gebotenen Dringlichkeit seltsam gehemmt, als würde es sich nicht um das Rückspiel einer K.O.-Runde, sondern um ein gewöhnliches Ligaspiel handeln.

Geplante Lethargie

Es machte den Anschein (und die Interviews nach Spielende bestätigen diesen Eindruck), als wäre diese Lethargie oder – positiv ausgedrückt – Geduld zumindest bis zum 1:2 intendiert und dem Kovac’schen Kompaktheits-Mantra geschuldet gewesen, dessen Offensivkonzept nach dem erneuten Rückstand dann schlicht keinen Ansatzpunkt für eine Aufholjagd bot.

Denn „vorne geht eigentlich immer etwas, vielleicht eine Standardsituation“ mag solange eine gewisse Berechtigung haben, wie ein Tor zum Sieg oder zur Qualifikation genügen würde.

In einer Situation aber wie nach dem 1:2 in der 69. Minute, als man nun in gut 20 Minuten zwei Tore schießen musste, war jedem – Fans, Spielern, Trainer – bewusst, dass dies so wohl nicht mehr reichen würde. Da die Impulse von der Trainerbank (Goretzka und Sanches für Javi Martínez und James) für eine derartige Aufholjagd nicht hinreichend waren, wäre es notgedrungen Sache der Spieler gewesen, für einen Paradigmenwechsel zu sorgen und die Flucht nach vorne anzutreten.

Aber bis zum Schluss blieb man sich treu und verteidigte brav mit sechs Mann.

Es ist noch nicht lange her, da wurde in der hiesigen Medienlandschaft dem damaligen Bayerntrainer Guardiola angelastet, die Spieler in ein starres Taktik-Korsett zu zwängen, das diesen ihren Freiraum, ihre Individualität, ihre Spontaneität rauben würde.

Wenn überhaupt, dann trifft dieses Bild eher auf die Spielweise unter Kovač zu. Denn im Bemühen um Kompaktheit und Beibehaltung einer defensiven Grundordnung auch bei eigenem Angriff ist den Spielern ein Selbstverständnis abhanden gekommen, das über Jahre den Schlüssel dafür bot, Defensivbollwerke und rein destruktiv auftretende Gegner in die Knie zu zwingen: Nämlich dass alle 11 Spieler am Angriff partizipieren und nicht nur 3-5 mehr oder minder vom Rest der Mannschaft isolierte Offensivspieler, die sich so konstant in Unterzahlsituationen behaupten müssen.

Das reicht in den meisten Bundesligaspielen und führt in der Regel auch noch gegen europäische Vereine der Mittelklasse zum Erfolg, aber dafür, um auf allerhöchstem Niveau auftrumpfen zu können, reicht die individuelle Klasse der Bayernspieler in einem derartigen System schlicht nicht aus.

Einzig Coman in Top-Verfassung wäre zuzutrauen, sich mit seiner Dribbelstärke und Geschwindigkeit auch in solchen Situationen, wo er nahezu auf sich alleine gestellt ist, in Duellen mit Mannschaften wie Liverpool oder Barcelona durchzusetzen.

Kompaktheit als Antwort auf die Krise

Dieses vorrangige Bemühen um Stabilität und Kompaktheit zieht sich bereits durch die gesamte Amtszeit von Niko Kovač als Trainer von Bayern München und ist von einer auf dem Prinzip von Trial & Error basierenden Methode geprägt, gegen die grundsätzlich nichts einzuwenden ist.

Die besten Trainer der Welt experimentieren an ihren Aufstellungen herum und versuchen, diese zu optimieren. Kennzeichnend für den Saisonverlauf ist jedoch, dass Kovač nach einem aus heutiger Sicht geradezu kühn anmutenden Manöver, als er im Bemühen um mehr Kreativität zu Saisonbeginn den alleinigen Sechser Javí Martínez durch Thiago ersetzte, immer vorsichtiger und defensiver wurde.

Was bei Ottmar Hitzfeld in dessen erster Amtszeit nahezu drei Jahre gedauert hatte, war unter Kovač ein Prozess weniger Monate, der durch jede Niederlage weiter beschleunigt wurde und schließlich in der Etablierung einer Doppelsechs bei zugleich stark limitiertem Aufrückverhalten mündete.

Frust und Ratlosigkeit aufgrund eines beschränkten Offensivgeists.
Odd Andersen / AFP / Getty Images

Da es bei Bayern München in den zurückliegenden Jahren beinahe zu einer Selbstverständlichkeit geworden war, in jedem Spiel dominant aufzutreten und permanent anzugreifen, wirkt es ungewohnt und irritierend, die Mannschaft nun derart tiefstehend und passiv zu erleben. Aber natürlich ist es das gute Recht eines Trainers, die Mannschaft nach den eigenen Vorstellungen aufzustellen und spielen zu lassen.

Es muss jedoch erlaubt sein, die Sinnhaftigkeit dieser tiefgreifenden und kaum auf den Kader zugeschnittenen Veränderung zu hinterfragen, wenn der gewünschte Effekt einer größeren defensiven Stabilität in keinem Verhältnis zur damit verbundenen Preisgabe offensiver Agilität und Durchschlagskraft steht.

Denn Niko Kovač ist es eben nicht gelungen, der Mannschaft eine andere, neue (Defensiv-)Identität zu verpassen. Allenfalls beim Hinspiel in Liverpool war etwas von einer Verinnerlichung der Defensivarbeit als sinnstiftendem Kitt eines Kollektivs zu spüren. Am Mittwoch dagegen ergab sich aus der selbstauferlegten Beschränkung des Offensivgeists keinerlei Mehrwert hinsichtlich der Abwehrarbeit.

Kaum vorstellbar, dass ein gewohnt offensiv auftretendes Bayernteam sich mehr als drei Gegentore gefangen hätte. Allein der Verzicht auf Partizipation am Offensivspiel durch einen Großteil des Teams erhöht nicht automatisch die Qualität der Defensivarbeit an sich.

Was nun?

Der Verein muss sich fragen, ob man den Weg von einem in Europa gefürchteten, allzeit dominant auftretenden Top-Club hin zu einem lediglich noch schwer zu schlagenden und unangenehm zu bespielenden Team, den der Trainer Kovač offenbar gehen möchte, für angemessen und zielführend hält.

Sollte dies tatsächlich der Fall sein, dann müsste der Kader noch tiefgreifender umgestaltet werden als es bislang allem Anschein nach geplant ist. Dann wäre auch ein Lewandowski im Angriff ungeeignet und müsste durch einen schnellen Konterstürmer wie z.B. Aubameyang genauso ersetzt werden, wie es erforderlich wäre, in der Außenverteidigung auf gelernte Abwehrspieler anstelle von Mittelfeldspielern wie Kimmich oder Alaba setzen zu können. Diese sollten am besten noch kopfballstark sein, schließlich will man ja über Standardsituationen zum Erfolg kommen.

Denn der aktuelle Bayernkader ist nach wie vor so zusammengestellt, dass man davon ausgeht, permanent tiefstehende Gegner spielerisch aushebeln zu müssen. Vom Torwart über die Abwehrspieler bis hin zum Angriff sind es (bis auf ganz wenige Ausnahmen wie Javí Martínez) Spieler, die ihre größte Qualität eher in der Spielgestaltung als in der Spielzerstörung haben. Verabschiedet man sich aber von diesem gestalterischen Anspruch und sollen auch beim FC Bayern in Zukunft Verteidiger in erster Linie verteidigen, Mittelfeldspieler laufen und kämpfen können, dann hat das vorhandene Spielermaterial hinsichtlich dieses Aufgabenprofils schlicht kein internationales Format, gibt es eine Vielzahl besserer Spieler auf dem Markt.

Es dürfte unschwer zu erkennen sein, dass ich lieber die seit van Gaal etablierte Spielweise behalten und Niko Kovač beispielsweise durch jemanden wie Erik ten Hag ersetzen würde, als den Kader nach dessen Spielvorstellung umzubauen. Aber viel wichtiger ist, dass der Verein sich darüber klar wird, sich zuerst auf eine Spielweise festlegen zu müssen, dann einen dazu passenden Trainer zu suchen und erst in einem dritten Schritt sich um das nötige Spielermaterial zu kümmern.

Bei Niko Kovač ist der Verein genau andersherum vorgegangen, das Resultat war gegen Liverpool auf dem Platz zu sehen.

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. Sehr gut geschrieben! Danke!
    Dann bin ich mal auf den neuen Kader gespannt und wie Kovac damit umgehen wird.

  2. Absolut zutreffende Analyse, der ich in jedem Punkt zustimme!!!

    Vielen Dank!

    Ich hoffe, dass wir nie zu einem Team, wie Atletico mutieren und uns mehr auf das Zerstören des gegnerischen Spiels konzentrieren als auf ein kreatives und offensives System zu setzen!!

  3. 100% Zustimmung, danke.

    ten Haag oder auch Walter wären sehr mutige Entscheidungen. Dann könnte man mit Fug und Recht von einer “Übergangssaison” sprechen. Wäre – zusammen mit 3-4 neuen, jungen Spielern – mein absoluter Wunsch, wird aber nicht passieren.

    Dein letzter Absatz ist im Grunde eine Wiederholung des legendären Interviews mit Lahm vor 10(?) Jahren. Schon erstaunlich, wie der Verein sich in der Zeit vor – und wieder zurück entwickelt hat, wenn es um eine konsequente Philosophie geht.

  4. Ich finde es gut, dass ihr immer wieder auf die Ebene des Vereins zurückkommt und nicht einfach die Pro/Contra-Kovac-Schiene fahrt. Das ermüdet in den Kommentaren hier nämlich.
    Letztlich kann man Kovac nämlich so viel nicht vorwerfen: Er macht ja genau das, wofür er geholt wurde. Nämlich mit einem absichtlich limitierten Kader vorsichtigeren Fußball spielen zu lassen, durch mehr Raum und Tempo im Umschaltspiel situativ mehr Dynamik zu entwickeln. Der eine Spieler, den wir dafür im Kader haben, der das gut kann, blüht entsprechend auch auf (Gnabry). Die Idee ist offensichtlich, eine so große taktische Flexibilität wie Real Madrid oder Frankreich bei der WM zu haben. Problem ist halt, dass das bei Real doch ganz erheblich mit der individuellen Überklasse von CR7 steht (und jetzt fällt), bei Frankreich an die Ausnahmefußballer Mbappé und Griezmann gekoppelt (und WMs natürlich fußballerisch meist nicht das gleiche Niveau haben wie CL).
    Die ‘original sin’ ist daher nicht bei Kovac, sondern bei der Vereinsführung zu suchen, die statt eines Trainers, der ideal zum Kader und dessen ererbter Spielweise passt (Tuchel) lieber irgendwen holt, der gerade verfügbar und halbwegs erfolgreich war. Da die Ergebnisse ja jetzt weit entfernt von desaströs sind, wird man am Trainer aber festhalten und muss nun notgedrungen für teuer Geld passende Spieler für den Trainer verpflichten, die womöglich in zwei-drei Jahren wieder unpassend werden.
    Und das ist das, was mich als Fan, der sich auch um die zukünftigen Erfolge seines Vereins sorgt, am meisten aufregt: Nicht Kovac persönlich, nicht Brazzo persönlich, nicht die defensivere Spielweise, sondern die fehlende Weitsicht in der strategischen Planung!
    Die fängt bei der Nicht-Verpflichtung Tuchels an, geht über die Verpflichtung Kovacs, die Installierung von Brazzo und führt in den nächsten Transfersommer. Dort gehen wir ein unnötig hohes Risiko ein, richtig viel Geld zu verbrennen und trotzdem europäisch den Anschluss an die Top4 zu verlieren (national braucht man sich ob der Qualität der BL wenig Sorgen zu machen imho), wenn wir einfach nur “gute Spieler” kaufen ohne sie in einem strategischen Zusammenhang zu sehen (Stichwort Werner).

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    1. Die zwei alten Vorstandsherren machen jetzt alles wieder kaputt was die letzten 10 Jahre aufgebaut wurde. Mit der Verpflichtung Kovacs.

      1. Liza, absolut richtig. Das trifft den Nagel auf den Kopf.

    2. danke gut geschrieben

    3. Ja ist ja richtig aber Kovac darf sich nicht so hinstellen und präsentieren wie in den beiden letzten PKs.
      Das ist nicht Bayernlike.

  5. Volle Zustimmung.

    “Kaum vorstellbar, dass ein gewohnt offensiv auftretendes Bayernteam sich mehr als drei Gegentore gefangen hätte”
    –> Jedoch wette ich, dass es keine halbe Stunde dauert, bis die erste Koryphäe “Real 2014” schreit – nur um den Rest der Argumentation völlig ignorieren zu können. Sei’s drum.

  6. Danke. Sowas geht mir seit Mittwoch im Kopf rum, aber ich konnte es nicht so schön formulieren.
    Klares Votum auch von mir für einen progressiveren Trainer wie z.B. te Haag. Da gibt es doch gute Verbindungen…
    Grüße
    Der Dingens

  7. Toller Artikel: …Allein der Verzicht auf Partizipation am Offensivspiel durch einen Großteil des Teams erhöht nicht automatisch die Qualität der Defensivarbeit an sich…
    Da denkt Kovac wohl anders, leider. Solange es da bei ihm oder unserer Führung keine Selbsterkenntnis geben wird, entwickeln wir uns wohl zurück zu so nem “nix halb nix ganzes” Ding. Weder offensiv stark und ausgerichtet, weder defensiv so stabil, dass man nicht bei jedem Gegenangriff Angst bekommt (Liverpool, Leverkusen, …)

    Generell, ich stehe auf schön anzuschauenden Fussball. Wenn dann auch noch unser FC Bayern einen Fussball wie unter Pep spielt, bei dem uns auch noch die halbe Welt beneidet, freut mich jedes Spiel und macht einen sehr Stolz.
    Aber gut, ich kenne auch andere Hitzfeld, Trappatoni Zeiten, wo unser Spiel auf defensive Kompaktheit (zumindest international) ausgelegt war. Dann darf man sich aber bitte bitte nicht solche Gurkentore fangen, sondern verteidigt mit jeder Haarspitze so wie in Liverpool oder der AC Milan, Juve oder Chelsea Fussball der 0er Jahre oder jüngst Atletico.
    Dabei fällt mir wieder auf wie grauenhaft es war sich sowas anzuschauen und ich habe Mannschaften gehasst die sich dann mit nem späten Eckbal-, oder Freistoßtor durchgesetzt haben.
    Daher wünsche ich mir mit aller Macht keinen rechten Fussball bei unserem FC Bayern.
    Wie bei allem im Leben geht es nämlich nicht nur um das blanke Ergebnis, sondern auch um das Wie..

  8. Wie immer sehr gut geschrieben. Neben MSR und Teilen der SZ gibt es noch eine dritte Quelle, die sachlich analysiert. Herrr Hönigstein schreibt ab und zu für das US-amerikanische Publikum aber (vielleicht auch deswegen) sind seine Analysen über Bayern stets einfach und wahr. Ich übersetze mal seine Kernaussagen, die sich stark decken:

    Auf für Frage nach dem Liverpool Spiel eines Journalisten, was der Spielplan war, antwortete Kovac bezeichnend, was man NICHT machen wollte (zu weit zu öffnen), was Bände für sein Selbstverständnis von Taktik spräche. Das Ergebnis war ein nicht vorhandener Plan, Torchancen zu kreieren.

    Gegen die Schulung und Ausrichtung der Liverpool Spieler wirkte Bayern hilflos und nicht wie ein Team.

    Das Festhalten ein einigen älteren Spielern und den damit verbundenen Abbau der Kader Qualität hätte der Verein durch neue (frische) Ideen an der Seitenlinie leicht auffangen können, aber das Gegenteil war der Fall: Kovac‘ System wirkt fürchterlich statisch mit gewaltigen Lücken zwischen den Mannschaftsteilen.

    Jedem im Verein war eine gewisse Schwierigkeit in dem Jahr des Übergangs klar, aber das Management hat gewaltig die Unerfahrenheit des Trainers unterschätzt, diese Unwegbarkeiten abzufedern.

    Der aus Frankfurt mitgebrachte „Hero-Fußball“ mag aufgrund der individuellen Klasse einiger Spieler in der Bundesliga ausreichend sein, in der CL wird man inzwischen vorgeführt.

    Hönigstein erinnert an das letzte mal, als Klopp die Bayern vorführte (Dortmund) und was danach im Verein passierte. Insofern müsste der Verein ihm dankbar sein, ihnen ein zweites Mal die Grenzen aufgezeigt zu haben. Für entscheidende Änderungen muss der Verein nun aber brutal ehrlich zu sich sein.

    http://www.espn.co.uk/football/club/bayern-munich/132/blog/post/3800182/bayern-munich-humiliation-vs-liverpool-must-lead-to-change?src=com&fbclid=IwAR2NdrCK-VND3I3JEhkkqn-5XAYyQwhezcAgX6uCqgukWtGCxEVOuBZ6YeE

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    1. Danke für den Link! Klarer kann man das in der Tat kaum formulieren: “They must acknowledge the existing set-up has many flaws, instead of living in the red-and-white, make-believe world they have inhabited for much of the season. There is an urgent need for this team and the club as a whole to reinvent and admit that things cannot go on as before.”

    2. Bin völlig einig mit Honigstein, hier das aktuelle Interview mit ihm ist auch gut: https://www.youtube.com/watch?v=Nemz7prPrkE

      “Entweder man muss die Mannschaft tauschen oder den Trainer.”

      Die 2 alten Herren im Vorstand haben einen Trainer geholt (unerfahren, Defensiv-Fussball) , der NULL zum Team passt (Pep-Fussball). Da kann man Kovac nichtmal einen Vorwurf machen. Ist halt komplette Unfähigkeit des Vorstands.

      1. Danke für den Link, Hönigstein bekräftigt in der Tat seinen Artikel und sagt 2 andere Dinge noch einmal deutlich:

        1) Bayerns Spielertypen sind mehrheitlich auf Ballbesitz-Fußball ausgelegt und wenn man Kovac behält, muss man konsequenterweise andere Spieler verpflichten.

        2) Kovac war nur dritte Wahl, nach Jupp und Tuchel und daher sind die aktuellen Reibungen bedingt durch Unerfahrenheit und im Spielsystem nur logisch

        Hier sehe auch ich persönlich den größten Fehler des Managements: nicht im Kader und nicht in der ggf. zu langen Würdigung der Altmeister: der Verein hat es sich nach der Entlassung von Ancelotti zu bequem gemacht, ist auf der Jupp-Welle geritten und hat dabei 1-2 Jahre verschlafen, sich ernsthaft Gedanken zu machen, welcher Trainer mit welchem Konzept einen neuen Zyklus einleitet. Das war im Nachhinein ziemlich fahrlässig und all die Auswirkungen kommen nun an mehreren Stellen hoch.

        Trainer und FC Bayern war immer schon eine knifflige Angelegenheit und wie ein Forist geschrieben hat: aktuell gehen wir hier den Weg des Ausbildungsvereins.

    3. 100% auf den Punkt.

      Es ist erstaunlich das die Pepkritiker und Totengraeber des dominanten Ballbesitzfussball immer noch das unmoegliche rechtfertigen wollen nur um Recht zu haben.

      1. Zumal ja Kovac jetzt selbst Ballbesitz auf einmal als System der Spitzenmannschaften erkannt hat (im Sommer klang das ja noch anders), wenn er auch die “attitude” noch sehr betont.
        https://twitter.com/iMiaSanMia/status/1106504159921094658

    4. Das Problem ist doch nicht das Spielsystem sondrn die völlig fehlende Flexibilität! Es gibt ein System für 90 Min – UND DAS MUSS REICHEN!!!!!
      Mit dem Halbzeitstand von 1:1 war man zur Halbzeit AUSGESCHIEDEN!!!!! Welche Reaktion ist in der 2. Halbzeit erfolgt? Keine! Es wurde genauso weitergespielt.

      Und das ist ja nicht das erste Mal, dass in einem Spiel aufgrund des drohenden Endergebnisses keinerlei Reaktion erfolgt. Andere Trainer reagieren auf entsprechende Spielstände oder Maßnahmen des Gegners.
      UND DAS MÜSSTE EIGENTLICH AUCH EINER VEREINSFÜHRUNG, DIE SELBST FUSSBALL GESPIELT HAT, AUFFALLEN!

      1. Natürlich faellt das denen auf.
        Da aber Kovac mit dem Team seit Duesseldorf die notwendigen Ergebnisse eingefahren hat gibt es aus Clubfuehrungssicht die oeffentlich eine titellose Saison proklamiert keinen akuten Handlungsbedarf.

        Ob sie den Irrweg der Freunde Kovac/Hassan im Sommer beendet werden sie sicher nicht jetzt auch nur andeuten.

        Wir werden es sehen.

  9. Absolut passende Analyse, die letztlich ohne große Anklage ausgekommen ist, aber den Finger in die Wunde legte.

    Natürlich bleibt in der Analyse nicht aus, auch die Frage nach dem Trainer zu stellen und ob Kovac der richtige Mann an der Spitze ist. Natürlich hat er Qualitäten, nur ob diese für die Ansprüche des FCB ausreichen, dies dürfte die Gretchenfrage sein und viele haben da schon eine feste Meinung.
    Mats Hummels hatte gewollt oder ungewollt diese Frage in einer Stellungnahme sehr charmant beantwortet: “Jürgen Klopp kann gegnerische Stärken aus dem Spiel nehmen. Das ist heute wieder deutlich geworden”.

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    1. “Jürgen Klopp kann gegnerische Stärken aus dem Spiel nehmen. Das ist heute wieder deutlich geworden”.

      Kann man so sehen, wobei Kovac mit seiner Taktik – und einer angeblich “unveränderten Herangehensweise an dieses Spiel“ – genug dazu beiträgt, die Stärken der Mannschaft zu eliminieren.

      1. Dazu fällt mir noch das taktische Verständnis von Pep ein, der die Spieler so einsetzte und Formationen wechselte, um Lücken in der gegnerischen Defensive aufzureißen und sie so auszunutzen, damit die eigenen Stärken das Spiel zum Erfolg führen.

    2. Wenn man diskret off records die SGE Spieler fragt welchen Fussball sie lieber spielen,den von Huetter oder den von Kovac,dann ist doch klar das jeder Huetter sagt.

  10. Wir sollten bei aller Angst um die Entwicklung unserer Spielkultur folgendes nicht vergessen: Kovac war nicht die erste Trainerwahl, Jupp war die erste Wahl, gefolgt von Tuchel, dieser war nur nicht mehr zu bekommen. Das zeigt wohin man (eigentlich) als Verein will – Spieldominanz und Kontrolle.

    Wir müssen meiner Meinung nach keine ernsthafte Angst haben, dass der FC Bayern sich nun in ein FC Atletico verwandelt. Sowohl Rummenigge als auch Hoeneß betonen konsequent seit Jahren wie schön und wie erfolgreich der Fußball von der Zeit LvG bis Pep war. Außerdem kommt bald Kahn der Rummenigge in absehbarer Zeit ersetzen wird. Jemand der als Experte beim ZDF schon hunderte Male betonte wie er den FC Bayern spielen sehen will – eben mit Spielkontrolle und Dominanz. Man wird an dieser Spielart festhalten und alles daran setzen weiter so zu spielen.

    Kovac wird auch im Sommer nicht die gewünschten Spieler bekommen um aus diesem (eigentlich) extrem spielstarken FC Bayern ein reudiges, kompaktes FC Frankfurt zu basteln. So viel Sachverstand darf man unserer Vereinsführung schon zugestehen zu haben, dass sie so eine negative Entwicklung nicht zulassen würden und werden.

    Das äußerst defensive Auftreten gegen Liverpool darf als taktischer Ausrutscher à la Real 2014 (0:4) gesehen werden. Auch die Mannschaft steht mehr als offensichtlich nicht hinter diesem Taktikkonzept, auf kurz oder lang führt das ausnahmslos immer zur Freistellung des Trainers. Aber Kovac ist jung und das erste Mal bei einem großen Klub, er dachte wohl er kann sich so durch das Achtelfinale durchmogeln, hat nun aber seine schmerzhafte Lektion gelernt. Da muss jeder Trainer durch der mal ein großer werden will.

    Der Verein wird auch in Zukunft auf hochtalentierte, polyvalente Spieler setzen. Pavard und Hernandez (der offensichtlich zu 99% fix ist) lassen den Schluss zu, dass man den Kader weiter flexibel halten will. Auch ein Werner wäre sowohl als Stürmer, als auch auf dem Flügel einsetzbar. Alle drei sind schnelle Spieler, der heitige Fußball erfordert, dass Topspieler diese Eigenschaft erfüllen müssen.

    Dies ist die erste Saison von Kovac und wir befinden uns mitten im Umbruch, sei ihm und der Mannschaft also verziehen. Aber nächste Saison ist Schluss mit lustig. Ich stelle daher folgende These in den Raum: Entweder Kovac schafft es ab kommendem Sommer mit dem neuen Spielermaterial dementsprechend spielerisch zu glänzen und auch gegen Europas Schwergewichte auf Augenhöhe zu spielen, oder er geht.

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    1. Man, mit der These hast du dich aber sehr weit aus dem Fenster gelehnt ;-) kleiner Scherz, entschuldige meine Ironie.
      Seine Führungsposition kann man sich damit verdienen, solche Situationen vorraus zu ahnen. Daher muss eigentlich jetzt, spätestens zum Ende der Saison, entschieden werden, ob die These eintritt oder es muss ohne Kovac, ggf. mit Alternative geplant werden.

    2. 1. Du solltest mal die Worte von Kovac zu Beginn der Saison über den Bayernkader nachlesen.
      2. “Kovac hat Stallgeruch!” Ich finde es stinkt!

  11. Ein großes Lob für den Artikel!
    Sehr gut analysiert und auch super formuliert, wie ich finde.

    Ich denke es wird spannend wie die Saison weiter verläuft und wie gerade auch das Spiel gegen Dortmund (und vielleicht auch das Auswärtspiel in Leipzig) ausgeht.
    Ich denke, wenn Bayern Meister wird, wird man an Kovac festhalten und auch den Mangel einer strategischen Ausrichtung in Sachen Kader und Trainer nicht in Frage stellen.
    Alleine schon, weil Hoeneß, der von manchen Fans und Medien bereits ersten Gegenwind gespürt hat, sich sonst weiter angreifbar machen würde und eigene Fehler eingestehen müsste.
    Die Frage wäre, was geschehen würde, wenn man gegen Dortmund wie in der Hinrunde verliert, wenn man in der Partie vielleicht nochmal die Grenzen aufgezeigt bekommt und vielleicht auch nicht Meister wird.
    Vielleicht würde das dann zu einer selbstkritischen Analyse führen und man würde darüber nachdenken, ob man nicht grundsätzlich etwas ändern muss.
    Wenn ich das damals richtig gelesen habe, schien Rummenigge sich damals für Tuchel und damit für einen taktisch kohärenteren Weg auszusprechen.
    Durchgesetzt hat sich wohl allerdings Hoeneß mit Kovac (bzw. damit Heynckes erst ewig hinterherzulaufen und dann als das nicht klappte Kovac als Trainer zu wählen).
    Erst wenn es diese Saison nicht klappen sollte mit der Meisterschaft oder wenn man nächste Saison auf eine ähnliche Art und Weise wie dieses Jahr aus der Champions League ausscheiden sollte, könnte ich mir vorstellen, dass man die grundsätzliche Ausrichtung in Frage stellt und dann hoffe ich, dass sich in diesem Fall dann Rummenigge mit einer Lösung (im Idealfall nicht nur für einen Trainer, sondern für eine sinnvolle strategische Ausrichtung) durchsetzt.

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    1. Warum soll man so viel Zeit verschwenden, um Kovac zu testen? Die Mannschaft spielt diese Saison über weite Strecken grottenschlecht. Und Kovac wird nicht von jetzt auf gleich ein Ballbesitztrainer.

    2. Rehagel, Klinsmann, van Gaal, Ancelotti. Hat Hoeneß nicht schon bewiesen, dass er Fehler eingestehen und korrigieren kann?

      1. Er macht dauernd Fehler. Es sind zu viele. Und zu krasse.

      2. Deshalb laufen wir auch seit 40 Jahren der Musik hinterher.

      3. @wohlfahrt:
        Ja, ich finde auf der einen Seite hast du Recht.
        Wobei ich Van Gaal nicht als Fehler sehen würde.
        Ich finde er hat wichtige Grundlagen für die späteren Erfolge gelegt.

        Wobei ich auf der anderen Seite finde: Nach Ancelotti kam Heynckes, der nur eine Übergangslösung sein konnte, und dann Kovac, der finde ich ähnlich ungeeignet für das Spielermaterial ist wie Ancelotti.
        Das macht auf mich nicht den Eindruck eines Eingestehens von Fehlern oder einer strategisch durchdachten Vorgehensweise.

    3. Also es ist ja schon ein Unterschied, Dortmund die Meisterschaft zu überlassen (mal davon abgesehen, dass Dortmund bis auf die Hinrunde, jetzt auch nicht alles an die Wand spielt) weil man eine Saison dem Umbruch schuldet, um danach wieder gestärkt hervorzugehen oder weil man nicht zugibt Fehler gemacht zu haben und an diesen weiter festhält um dies nicht zugeben zu müssen. Und wer weiß, noch eine Saison mit dem falschen Trainer und der falschen Taktik verhunzt.

      1. Ich möchte nochmal daran erinnern, dass man Jupp reaktiviert hat um Zeit zu gewinnen, den Umbruch gut vorzubereiten. Das hat an dann von der Vereinsführung her total verschlafen! Statt Tuchel zu verpflichten hat Hoeneß steht’s versucht Jupp zu einer weiteren Saison zu überreden, der aber gleich gesagt hat, dass danach Schluss ist. Dann war Tuchel auf einmal nicht mehr zu haben – gut gemacht!
        Und von da an ging’s bergab. Umbruch verpennt. Und wenn an Kovac festgehalten wird, dann werden wir auch in Zukunft viele Spieler an denen wir interessiert sind nicht bekommen, weil sie nicht mehr zum FCB wollen. Und dann sind wir in 3 Jahren immer noch mitten im Umbruch!
        Es lief deutlich besser, als unser Präsident kn seinem „Ferienlager“ war. Meine Meinung.

  12. Übrigens die ganze Saison schon denk ich mir wenn ich in die Gesichter der Spieler sehe: die haben keinen Spass!
    Kovac hat denen den ganzen Spass genommen. Weil er sie ein Konzept spielen lässt, das nicht zu ihnen passt.

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    1. AntwortsymbolStern des Südens Seite 15.03.2019 - 14:54

      Ganz meine Meinung. Wenn Kreativität der Vorsicht und Besitzstandswahrung geopfert wird.
      Mal sehen, wann sie anfangen, gegen den Trainer zu spielen …

    2. @sendlinger
      Ja Wahnsinn. Die letzten beiden Bundesligaspiele haben die Spieler ja mehr als deutlich gezeigt, dass sie keinen Spaß haben ?!?

      Deine Thesen werden immer hanebüchener. Im Vorgänger Thread hast Du geschrieben “Wenn ich mich an all die UNFASSBAREN Niederlagen diese Saison erinnere, dann glaub ich überhaupt nicht an eine Meisterschaft.”

      Wir haben auswärts in Berlin (aktuell 10.), Dortmund (2.) und Leverkusen (6.) verloren. Zuhause gegen Gladbach (4.). Was bitte daran ist unfassbar??

      1. Naja, da ist schon was dran an Sendlingers These. Wenn man auf Grund des tollen Fussballs den man in seiner Mannschaft spielt, der nebenbei auch noch erfolgreich ist und man spaktakuläre Tore schießt, motiviert das einen Profi, der eh durch kaum mehr etwas zu motivieren ist weil er eh schon alles gewonnen hat und für 10 Leben ausgesorgt hat, nochmal ganz anders.
        Und diese Motivation seh ich bei uns aktuell auch nicht.
        Gegen Wolfsburg war die Motivation es Löw mal ordentlich heim zu zahlen, gegen Gladbach die Revanche aus dem Hinspiel. Aber das ist nur Spekulation.

  13. willythegreat Seite 15.03.2019 - 14:29

    Ein häufig genanntes Bedenken teile ich nicht: auch wenn viele der tatsächlichen (Pavard) bzw. kolportierten Neuzugänge (Hernandez, Werner, Hudson-Odoi…) natürlich sehr gut in ein von Kovac präferiertes System passen würden, so sind diese Spieler alle auch gut genug, um in einem anderen System gut zu funktionieren. Schnelle Angreifer braucht man immer, genauso wie schnelle Abwehrspieler auch in einem Ballbesitzsystem unbedingt nötig sind, weil sie konterstarken Gegnern eher gewachsen sind. Ich stelle hier eine provokonte These auf: man könnte aus dem Kader von ManCity, den sich Ballbesitzfetischist Guardiola in den letzten Jahren vor allem im Hinblick auf sein System und nicht nach Namen teuer usammengekauft hat, in Windeseile ein Team formen, das perfekten Umschaltfußball spielt.
    Und hier ist die Krux bei Bayern: aus diesem Kader ist momentan nicht mehr rauszuholen, weil es hinten und vorne an Tempo fehlt. Deswegen brauchen wir schnelle Spieler für alle Mannschaftsteile. Wenn in absehbarer Zeit wieder mehr Wert auf Ballbestiz gelegt werden sollte, dann wird man diese Spieler auch brauchen können. Es wäre ja auch ein Armutszeugnis für einen sehr guten Spieler, wenn er nur ein System beherrscht.
    Im Übrigen sieht man finde ich recht eindrucksvoll, dass selbst Festhalten an einem System in Kombination mit teuren Transfers nicht unbedingt Erfolg garantiert: was hat Barca denn in den letzten Jahren (ausgenommen vom Triplejahr 2015) international gerissen? Da waren aber einige teure Transfers dabei und man spielt immer noch das gleiche System und legt sogar die gesamte Jugendarbeit darauf aus. Hier sieht man mal wieder, dass es nicht so einfach ist, den Umbruch zu schaffen. Heuer räume ich Barca schon gute Chancen auf den CL-Titel ein, aber auch nur deswegen, weil sie es in den letzten Jahren geschafft haben, viele verdiente Spieler aus der glorreichen Phase Anfang dieses Jahrzehnts zu ersetzen. Von der alten Garde ist mittlerweile nur noch der “Außerirdische” und scheinbar nie alternde Messi übrig, sowie Pique und Busquets. Die Transfers von de Jong und wahrscheinlich de Ligt dürften dafür sorgen, dass auch die Zeit der beiden letztgenannten zu Ende gehen dürfte. Dann hat man den Umbruch geschafft, an dem Bayern noch knabbern muss. Ich behaupte zu sagen, dass ich vom 2013er Kader einzig und allein Alaba noch zutraue, bei einem vernünftigen Umbruch dabei zu sein. Der Rest kann und darf über 2020 hinaus keine tragende Rolle mehr spielen, sonst kann auf der Bank sitzen, wer will und wir werden international doch nichts reißen.

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    1. Dann überlege doch mal, warum es an Tempo fehlt!
      Nimm dir den Mittwoch als Beispiel. Der schnellste Linksaußen in den ersten 60 Min – Ribery.
      Die superschnelle Doppelsechs mit Martinez, weil ja die 0 stehen soll. Eine schnelle Spieleröffnung war noch nie sein Ding. Bleibt in der Offensive ein Gnabry, den man schön zustellt, ein Lewandowski, der auf sich allein gestellt ist, ein Ribery, der meist auch an keinem Spieler mehr vorbei kommt. Im Mittelfeld ein James, der sich den Wolf läuft, aber außer Thiago meist auch keinen zum Anspielen hat.
      Wo soll denn da das Tempo herkommen? Von Rafinha oder Martinez? Da fehlt dann eben ein Kimmich auf der Außenbahn, ein Coman, auf der linken Seite, und warum denn beim Stand von 2:1 nicht mal ein Davies.
      Wenn ich mit geschätzten 6 Defensivspielern antrete mit dem Grundsatz “Erst mal hinten dicht machen” – wo willst du denn da Tempo hernehmen. Wenn ich im Strafraum den Bus parke ist das daqs eine, abet ein Bus ist eben kein Ferrari und das ist dann das andere.

      1. Antwortsymbolwillythegreat Seite 15.03.2019 - 15:58

        Deswegen ist für mich das wichtigste Kriterium bei Neuzugängen der Faktor Tempo. Einigen hier scheint das allerdings nicht zu passen, weil sie das dann als endgültige Aufgabe ihres geliebten Guardiola-Systems werten. Sie merken allerdings nicht, dass Tempo in jedem System unverzichtbar ist. Mit schnelleren Spielern in der Abwehr kann man guten Gewissens offensiver spielen, weil diese Spieler das nötige Tempo haben, um auch mal einen Mane oder Salah zu stellen. Auch in der Offensive braucht man Tempo, denn egal ob Ballbesitzfußball mit Ballstafetten über 20 Stationen oder weite Schläge nach vorne oder Umschaltsituationen: im Endeffekt ist das Ziel immer, seine Offensiv in der für den Gegner gefährlichen Zone in 1:1 Situationen zu bringen, die sie dann mit Technik und/ oder Tempo zu ihren Gunsten entscheiden und dadurch Chancen kreieren.
        Auch wenn mir das ängstliche Vorgehen am Mittwoch nicht passte: Mit einem fitten Coman hätte die defensive Taktik am Mittwoch mit etwas Glück aufgehen können, weil man dann über beide Flügel mit Tempo hätte kommen können. Obwohl Gnabry gut zugestellt war, brachte man ihn zwei Mal in aussichtsreiche Position. Einmal fiel das Tor, beim zweiten Mal war es zumindest knapp. Rechnet man einen fitten Coman dazu, könnte man zu der berechtigten Annahme kommen, dass dieser möglicherweise auch innerhalb der 90 Minuten zwei bis drei Durchbrüche geschafft hätte, die für Gefahr sorgen. Von daher hätte er unbedingt früher kommen müssen. Da Coman aber leider sehr verletzungsanfällig ist, muss auf jeden Fall noch ein schneller Flügelspieler her (deswegen möchte man ja Hudson-Odoi) und idealerweise auch noch Timo Werner verpflichtet werden. Dann hat man zumindest so viele Optionen, dass man mit einiger Wahrscheinlichkeit zumindest zwei davon auch einsatzbereit hat, wenns drauf ankommt.
        Bei Davies glaube ich nicht, das er uns schon weiterhelfen kann. Natürlich wäre es mal einen Versuch wert, aber ich denke, dass man bei ihm den Weg einer Ausleihe gehen sollte. Bei einem anderen Bundesligisten mindestens 1 Jahr Spielpraxis sammeln, täte ihm ganz gut. Den gleichen Weg würde ich übrigens bei Jeong gehen.

      2. “Deswegen ist für mich das wichtigste Kriterium bei Neuzugängen der Faktor Tempo. Einigen hier scheint das allerdings nicht zu passen, weil sie das dann als endgültige Aufgabe ihres geliebten Guardiola-Systems werten.”

        Gar nicht, Guardiola hatt immer auf schnelle Spieler gesetzt. Klar, der konnte halt auch mal mit der Flügelzange Götze – Lahm den Gegnern 5 Stück einschenken, wenn mal wieder alle anderen verletzt waren. Aber auf Dauer hatte der da nie Bock drauf. Und ein Boateng war damals im Sprintduell auch noch quasi nicht zu bezwingen.

        Nur, er mag eben Spieler, die mit ihrem Tempo mehr anfangen können, als Raum zu überbrücken – so wie Timo Werner.

      3. @Ju: +1

      4. Antwortsymbolwillythegreat Seite 15.03.2019 - 23:40

        Wie erklärst du dann die Transfers von Vidal, Alonso, Benatia, Kimmich? Da verfügt keiner über besonderes Tempo. Coman und Costa sind schnell, aber wichtigstes Kriterium war es sicherlich nicht. Leider auch bei den nächsten Trainern nicht. Deshalb fehlt es jetzt auch an Tempo.

      5. @willythegreat

        “Coman und Costa sind schnell, aber wichtigstes Kriterium war es sicherlich nicht. Leider auch bei den nächsten Trainern nicht” – Was glaubst du denn, war das wichtigste Kriterium für deren Verpflichtung? Ihre sympathische Attitüde? Ihr Modegeschmack? Gesucht wurden damals Spieler, die man auf dem Flügel gegen den gegnerischen Außenverteidiger isolieren konnte, um dort Dribblings zu gewinnen. Tempo (vor allem der Punch) war dabei ein wesentlicher Punkt im Anforderungsprofil.

        “Wie erklärst du dann die Transfers von Vidal, Alonso, Benatia, Kimmich? Da verfügt keiner über besonderes Tempo.”

        Erstens habe ich nicht gesagt, dass Guardiola grundsätzlich eine Mannschaft aus 11 olympiatauglichen Sprintern aufstellen wöllte. Nicht umsonst sind seine erklärten Lieblingsspieler Lahm und Busquets. Nichtsdestoweniger sah Guardiolas Spielidee bei seinen Mannschaft i m m e r die Nutzung einiger extrem schneller Spieler vor. Seine Ära in Barcelona wären ohne den (heute guten, damals monströsen) Antritt von Lionel Messi nicht möglich gewesen; genauso wie seine damals noch stärker forcierten Schnittstellenpässe wenig Sinn ergeben hätten, wenn Jordi Alba nicht verdammt endschnell wäre. Der Mechanismus auf der rechten Seite hätte ohne das Tempo von Dani Alves nicht funktioniert, genauso wie der (damalige) Speed von Alexis Sanchez, David Villa und Pedro essentiell waren. Dass sein Spiel in München am besten funktionierte, wenn er mindestens zwei schnelle Flügelstürmer zur Verfügung hatte, – er sich sogar zusehens darauf fokussiert hat – wirst du nicht vergessen haben. Und auch Alaba hat er sicher nicht aufgrund seiner Kopfballstärke als potentiellen Weltklasse-Innenverteidiger gesehen. Dass seine ersten Amtshandlungen bei City waren, mit Sané und Gabriel Jesus zwei extrem schnelle Offensivspieler zu verpflichten und mit Walker direkt noch den schnellsten Außenverteidiger der PL nachzulegen – sicher auch kein Zufall.

        Zweitens sind Vidal, Alonso, Benatia, Kimmich völlig unterschiedliche Beispiele. Vidal und Alonso waren Bausteine der Vertikalisierung des Spiels. Alonso hat das ja sogar selbst gesagt: “„Ich war sehr überrascht: Pep hat nicht mehr von mir verlangt, als vertikal zu spielen. Immer vertikal. Vertikale Pässe. Nach innen oder auf die Flügel, Hauptsache vertikal.“ Bei Vidal war die Situation, dass Guardiola sich einen Spieler wünschte, der aus dem Mittelfeld für Torgefahr sorgen und gleichzeitig ein besonderes Talent für’s Gegenpressing haben sollte. Reschke holte daraufhin Vidal; wie zufrieden Guardiola damit war, ist umstritten. Dass Guardiola sehr gern mit Kimmich gearbeitet hat, obwohl jener nicht das letzte Tempo hat (was er auf seiner Idealposition auch nicht benötigt), sollte dir ja bekannt sein. Und dass Benatia ein Paniktransfer der sportlichen Führung als Reaktion auf den Kreuzbandriss von Martinez war, ist ja nun auch kein Geheimnis – Guardiola hat Benatia ja auch nicht eingesetzt, wenn er Alternativen hatte.

      6. Antwortsymbolwillythegreat Seite 16.03.2019 - 16:14

        @Ju
        Du brauchst Pep gar nicht zu verteidigen. Für mich ist er auch der Größte. Mein ursprünglicher Post war auch keine Kritik an ihm sondern ausschließlich an diejenigen gerichtet, die aufgrund möglicher Verpflichtungen von schnellen Spielern in erster Linie eine weitere Abkehr vom Ballbesitzfußball vermuten. Denen wollte ich einfach mal vor Augen halten, wie wichtig schnelle Spieler für jedes erdenkliche System sind. Natürlich sollten sie auch noch mit dem Ball umgehen können, aber am wichtigsten im kommenden Transferfenster erscheint mir, dass man vermehrt auf den Faktor Tempo setzt, welcher in den letzten Jahren etwas außen vor gelassen wurde. Wenn ich z.B. die andauernde Kritik an einem Spieler wie Timo Werner lesen muss, dann ist das für mich eben nicht nachvollziehbar. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich aufgrund der vergangenen Jahre sage, lieber ein schneller Spieler mit nicht perfekter Technik als ein Supertechniker ohne Tempo. Idealerweise findet man einen Spieler, der beide Attribute vereint, aber solche Spieler suchen wohl 10 weitere Vereine auch. Wenn sich ein mehr als überdurchschnittlicher Spieler wie Werner für uns entscheiden sollte, müssten wir darüber froh sein und nicht schon wieder als erstes “Verrat” am Ballbesitzfußball vermuten.
        Aufgrund des mangelnden Tempos in allen Mannschaftsteilen hätte selbst ein Spitzentrainer wie Guardiola momentan erhebliche Probleme, Bayern auf oberster Ebene konkurrenzfähig zu halten. Offensiv wäre es zwar sicherlich besser, weil variabler, aber defensiv würden wir wohl häufiger als zwischen 2014 und 2016 Spiele erleben, in denen wir gnadenlos ausgekontert würden. Ist aber eh egal, weil hypothetisch.
        Wie du treffend analysierst, hatte Pep bei Barca und hat Pep jetzt auch bei ManCity zahlreiche schnelle Spieler verpflichtet, weil auch sein System diese Spieler braucht. Warum bei Bayern gerade im Abwehrbereich und im Mittelfeld dahingehend nichts unternommen wurde, ist leider müßig zu diskutieren, weil nicht mehr zu ändern. Auch schon zu Peps Zeiten waren wir in diesen Mannschaftsteilen nicht gerade mit vielen schnellen Spielern gesegnet. Boateng war damals noch ein Sprinter, aber sonst war da bis auf Boateng und Alaba gerade im Defensivbereich und der Zentrale nicht gerade viel los. Auch wenn es viele nicht gerne hören werden: hier wurde leider auch schon ein Grundstein für die heutigen Probleme gelegt. Man hatte ja einige Abgänge, z.B. van Buyten, Kroos, Schweinsteiger, aber man nutzte die Chance leider nicht, um hier mehr Tempo reinzubringen.
        Zu guter letzt noch eine Anmerkung zu Benatia: Man holte ihn zwar ziemlich spontan nach der Verletzung von Martinez im Sommer 2015, aber der Name Benatia wurde auch in den Transferfenstern zuvor schon häufiger als potentieller Neuzugang gehandelt und er wurde dabei sehr oft als möglicher Wunschspieler von Pep bezeichnet. Ganz gegen seine Willen hat man ihn sicher nicht geholt.

    2. Das sehe ich anders.

      Ein Klopp auf unserer Bank haette mit diesem Kader Kovav auf der Lfc Bank und dem Kader rausgeworfen.

      Klopp hat Kovac gnadenlos ausgecoachin der HZ umgestellt auf aggressives Pffensiv und Mittelfeldpressing

      Darauf hatte Kovac keine Antwort.
      Er haette sofort Rib Javi und James auswechseln muessen.

      1. Antwortsymbolwillythegreat Seite 15.03.2019 - 16:13

        Da muss ich dir widersprechen. Klopp merkte anhand der ersten Halbzeit, dass die Bayernoffensive seiner Abwehr nicht gefährlich werden kann, weil der Faktor Tempo für seine Verteidiger spricht und weil sie Lewandowski gut im Griff hatten. Da konnte Klopp beruhigt mehr Risiko gehen, weil er wusste, dass seine Abwehrspieler zur Not auch in der Lage sind, 1:1 Situationen zu lösen. Kovac hingegen musste in der 1. Halbzeit schon ein paar Mal mitansehen, wie gefährlich es für Bayern wird, wenn man dem Liverpool-Sturm nur ein bisschen mehr Platz lässt. Deshalb ließ er alles beim Alten und hoffte auf einen Lucky-Punch. Das mag zwar nicht Bayern-like sein und war auch nicht erfolgreich, aber ob ein aggressiveres und riskanteres Offensivspiel die Wende gebracht hätte, ist auch müßig zu diskutieren. Wenn man ein Spiel verliert, hat der Trainer normalerweise nicht die richtige Taktik gewählt. Ob wir an diesem Abend mit einer anderen Taktik gewonnen hätten, darf man aber auch stark bezweifeln. Für mich hat sich die größere individuelle Klasse durchgesetzt. Liverpools Torwart war fehlerfrei, unserer (mal wieder) nicht. Liverpools Abwehr konnte unseren Sturm kontrollieren, andersrum war das nicht der Fall. Liverpools Mittelfeld brachte die eigene Offensive in Abschlusssituationen und stellte die eigene Hälfte gut zu. Das schaffte das Bayernmittelfeld ebenfalls nicht. Natürlich muss man hier auch noch anfügen, dass Liverpools Trainer die bessere Taktik wählte, was aber auch leichter ist, wenn man die besseren Spieler hat.
        PS: Den Trainer, der in einem CL-Duell, das auf Messers Schneide steht (und das war bei diesem Duell trotz aller berechtigter Kritik zumindest bis zum 2:1 für Liverpool der Fall), auf einen Schlag drei Mal wechselt und damit in Kauf nimmt, dann in den letzten 30-40 Minuten auf gar nichts mehr reagieren zu können, möchte ich auch erst einmal sehen.

  14. Es ist letztlich genau wie beschrieben. Ein Kovac hat eine bestimmte Vorstellung vom Spiel aber nicht die dazu passenden Spieler. Und dann geht das Konzept logischerweise nicht auf.
    Es ist ja nicht so, dass alle plötzlich das Fußballspielen verlernt haben. Auffällig ist aber – und das ist bei aller konzeptioneller Vorgabe von Guardiola – das größte Problem, dass es eben offenbar nur dieses eine Konzept gibt. Entweder es geht auf – oder eben nicht! Ein Guardiola hat den Spielern klare Vorgaben gemacht, sich aber auch nicht gescheut, innerhalb eines Spiels, wenn er es für nötig hielt, mehrmals diese Vorgaben radikal zu ändern.
    Und da liegt das eigentliche Problem, das auch am Mittwoch mehr als deutlich wurde.
    Nach dem 0:1 hat man wesentlich offensiver agiert und die Halbzeit mit dem Ausgleich beendet.
    ABER!!! Mit diesem Ausgleich war man nach den geltenden Regeln ausgeschieden. Also wäre es mit dieser Erkenntnis eigentlich nötig gewesen, weiter offensiv zu agieren, weil sowieso nur ein Sieg weitergeholfen hätte.
    Ob man nun wie schon 1981 mit einem 1:1 oder einem 1:3 oder 1:5 ausscheidet, ist letztlich völlig egal. Aber man wäre dann zumindest mit dem Bewußtsein vom Platz gegangen, es versucht zu haben. Wenn ich beim Stand von 1:1, der das Ausscheiden bedeutet in der zweiten Halbzeit ein Spielsystem spiele, in dem ich nicht einen einzigen Schuß aufs Tor abgebe, dann ist das ganz offensichtlich das falsche System.

    Auch wenn das Ausscheiden schmerzlich ist, so hat es doch eines mehr als deutlich gemacht. Die Mannschaft wird mit einer Spielidee auf den Platz geschickt – und diese Spielidee wird bis zum Ende durchgezogen. Das mag in der Bundesliga bei der Masse der Gegner reichen, obwohl man auch da schon in dem ein oder anderen Spiel böse Erfahrungen machen musste, wenn der Gegner während des Spiels sei Spielsystem anpasste.
    Letztlich ist aber genau das das eigentliche Problem. Statt der bei Guardiola geforderten Flexibilität der Spieler, die sich, wenn es sein musste, im Minutentakt auf eine andere Struktur umzustellen hatten, gibt es jetzt nur noch das vor dem Anpfiff vorgegebene System – und das ist gefälligst 90 min zu spielen.
    Und genau diese Unflexibilität ist es, die das gesamte Spiel lähmt oder zerstört.
    Wenn mir für meine Spielidee 2 oder 3 Spieler fehlen, dann kann ich sie eben nicht so spielen.

    Letztlich bleibt also nur die Wahl – entweder die Spieler für dieses eine Spielsystem zu holen oder den Protagonisten des Spielsystems auszuwechseln. Und genau diese Entscheidung muss die Vereinsführung treffen, wenn sie weiter erfolgreich sein will.
    Aber auch eine bestimmte Spielidee als Grundidee befreit nicht von der Notwendigkeit, gegebenenfalls mein System zu ändern, wenn es die Situation oder der Gegner erfordert.
    Eine eindimensionale Spielidee wird auf lange Sicht immer an der Reaktion der Gegenseite scheitern. Nicht in jedem Spiel aber in der “Endabrechnung”. Und auch darauf sollte die Vereinsführung ein Auge haben.

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. +1
      Danke.

    2. Sehr stark Anton. Diese mangelnde Flexibilität im Kopf des Trainers (fehlendes In-Game-Coaching) ist heutzutage nicht mehr tragbar. Wenn man alle Spiele dieser Saison, in denen wir große Schwierigkeiten hatten, Revue passieren lässt, kommt man wahrscheinlich zu dem Ergebnis, dass die Trainer des jeweiligen Gegners ihr System angepasst haben und wir (sprich Niko) nicht darauf reagieren konnten.

  15. severalseasons Seite 15.03.2019 - 15:18

    Peinlich finde ich vor allen Dingen, wie Kovac sich durch die wiederholten Verweise auf Liverpools vermeintliche “Klasse” herauszureden versucht, als wäre man da an einem Überteam mythischer Proportionen gescheitert. Er ist jetzt Trainer bei Bayern, da muss man gegen solche Mannschaften bestehen lernen, zumal Liverpool nun wirklich keineswegs unschlagbar waren.
    Hatte am Mittwoch nicht das Gefühl, dass da irgendwelche Spielzüge richtig einstudiert waren. Das Aufbauspiel erschien zudem völlig planlos, und von hinten wurden immer mehr Bälle entweder ins Aus oder einfach unkontrolliert nach vorne gebolzt. Es besteht aber sehr wohl ein Zusammenhang zwischen langen Bällen und Ballverlusten, und auch den damit einhergehenden Verlusten über die Spielkontrolle. Systematisches Aufrücken und Besetzen der offensiven Räume vermisste man ebenso. Klopp ja genau damit geprahlt, über die Spielkontrolle den Bayern “den Zahn gezogen” zu haben.
    Der Kader der Bayern besteht aus Spielern, die das Geschehen auf dem Platz aktiv gestalten wollen/können, aber von Kovac mehr oder weniger – zumindest auf der Ebene der Champions-League – eher reaktiv eingesetzt werden. Durch diese übervorsichtige Einstellung war das Spiel gegen Liverpool kaum zu gewinnen. Ist also auch ein Problem der Mentalität und des Selbstverständnisses beim Trainer.
    Manche behaupten ja, das Insistieren auf Spielkultur bzw. die Klage über deren eklatanten Verlust unter Kovac sei ein Zeichen der sogenannten “Erfolgsfans”. Ich sehe diese Bezeichnung jedoch eher angebracht bei jenen, die auf den reinen Ergebnisfußball fixiert sind. Bayern ist für Kovac leider (noch) eine Nummer zu groß, denke ich.

  16. Bravo.Exzellent.Tobias.
    Ein Superbeitrag der auf Fakten basiert schonungslos die Defizite und offenen Punkte anspricht um die es wirklich geht.

    Der Club muss sich entscheiden welche Philosophie er will.
    Und nach 10 Jahre Entwicklung UND Investment in einen dominanten offensiven Ballbesitzfussball kann es einfach nicht sein das man das alles ueber den Haufen werfen will und dann notwendigerweise den Kader fast total umbauen muss.

    Kovac sagt ja selbst das er dominant offensiv spielen lassen will nur schneller und dynamischer nach vorne.
    Gleichzeitig will er aber auch mehr Spieler hinter dem Ball haben und tiefer stehen.

    Genau das hat aber zu weniger Kompaktheit und Imbalance geführt die er beklagt da die Raeume zu gross wurden.

    Klar hat das zurueckgehen auf Doppel6 und defensiver Grundhaltung Ergebnisse abgeliefert aber eben nur solange bis Qualitaet die Grenzen aufzeigt.

    Deshalb kann man das LFC Ergebnis eben nicht nur auf die Klasse von LFC beschränken sondern man muss seine eigenen Defizite benennen.

    Fast alle top Teams spielen 4-3-4 oder 4-1-4-1 oder 3-4-3.
    Kein Topteams spielt 4-2-3-1.
    Und kein Team beschraenkt sich auf einen langsamen unkreativen 6er wie Javi.

    Wie Tobias sagt muss die Philosophie grundsaetzlich geklärt werden.
    Dann muss man beantworten ob Kovac der richtige ist der diese Philosophie konsequent umsetzt und nicht das eine sagt um dann das andere zu machen.

    Und dann muss eben der Kader entsprechend verstärkt werden.

    Denke das UH und KHR die Grundsatzphilosophie beibehalten.

    Konsequenterweise muesste man dann Kovac ersetzen oder ihm klar machen das er das konzeptionell umsetzen muss( was m.E. dazu führt das die Ergebnissse ausbleiben wei Kovac es konzeptionell nicht umsetzen kann). Und tenHag ist natürlich Ironie des Schicksals pur insbesonders wenn Ajax auch noch Juve rauspicken sollte.

    Egal wie man sich bzgl. Kovac entscheidet muss der Kader dann unabhaengig vom Trainer auf die Philosophie ausgerichtet zusammengestellt werden.

    Wenn man das unterstellt was Tobias denkt dann muss es folgende Änderungen geben.

    Ueber RibRob Rafa hinaus werden Boa und Sanches verkauft.
    MH und Javi spaetestens 2020.
    James wird man nach der blamablen Vorstellung nicht optieren.

    Also wer kommt dann?
    Zidanes Rueckkehr zu Teal hat natürlich viel veraendert.
    Hazard wird sicher zu Real gehen.
    Und Zidane wird mit Isco Asensio Vazquez weitermachen wollen dh diese Spieler sind nicht verfügbar. Ein Modric Nachfolger wird sicherlich gekauft was bedeuten koennte das man Rabiot vom Markt nimmt.

    M.E. koennen oder wollen Goretzka und Tolisso nicht die kreative 6 sein wie sie Justin beschreibt.
    Thiago ist dort verschenkt.
    Also wer wird es spielen? Doch JK?
    Oder kauft man doch deLigt nicht fuer die IV sondern fuer die 6?

    Und wen holt man fuer die Offensive?
    Die Ueberlegungen bzgl Pepe oder Ziyech oder sogar Dybala zeigen eindeutig das man eben doch einen erfahrenen Spieler braucht der auch Tore schießen kann.
    Deshalb sind m.E.45 mio fuer CHO nicht das Hauptaugenmerk.

    Und ist Werner tatsächlich der richtige Spieler wenn man mit Lewa TM und Gnabry plant.
    M.e. waere das Geld besser in Havertz angelegt.

    Was auch immer passiert die naechsten Investitionen muessen sitzen weil sonst die Gefahr besteht das wir wie Arsenal oder Milan abrutschen und an Attraktivitaet verlieren.
    UH und KHR muessen all ihre Erfahrungen und Instinkt optimal nutzen,Hassan kann da nur der Vorbereiter sein.

  17. Frage:

    Koennte Lahm mit Kahn zusammenarbeiten als Sportdirektor/-vorstand??

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Ja klar. Dann müsste halt Hassan gehen. Das Problem ist m. W. eher die Kombi Grill / Hoeneß. Das hat Hoeneß auch ganz klar gesagt.

  18. Die strategische Grundentscheidung, die hier “gefordert” wird, ist doch längst gefallen. Ich habe bei vielen Kommentaren hier den Eindruck, dass da immer noch der Wunsch (nach “dominantem” Spiel) der Vater des Gedankens ist und man die Augen vor dem verschließt, was seit Jahren passiert.

    1. Vidal (der schon wieder weg ist): Warum kauft ein der “Dominanzidee” verpflichtetes Team, mit dem Dominanztrainer in Person, für 40 Mio. Ablöse einen nicht mehr ganz jungen Kämpfer und Box 2 Box Spieler wie Vidal? Weil sie was ändern wollen.

    2. Sanches, Tolisso, Goretzka: Warum holt ein Club, der schon einen Vidal hat (für den viel Geld bezahlt wurde), über drei Jahre hinweg noch drei eher über Dynamik, Kraft und Körperlichkeit kommende Mittelfeldspieler (davon zwei für teure Ablösen), wenn zugleich Spieler wie Alonso und Rudy gehen und für sie überhaupt kein ähnlicher Ersatz vorhanden ist? Ganz einfach, weil man auf den letztgenannten Typ Spieler verzichten zu können glaubt.

    3. Kovac: Warum holt ein Club einen Trainer, der nun wahrlich in keiner Weise für Offensivspektakel und Ballbesitz steht? Ganz einfach, weil man einen Trainer haben will, der die Spieler zu besseren Verteidigern macht.

    Ich teile die Auffassung, dass Trainer und Teile des Kaders nicht zusammenpassen. Ich schließe mich gern dem Urteil von Vielen hier an, dass in allen Mannschaftsteilen (vor allem auf der “IV”) zu wenig Tempo vorhanden ist. Aber ich halte es für schlicht sinnlos, hier weiter das Spielsystem zu verlangen, mit dem die Bayernführung an sich schon 2016 nicht mehr einverstanden war.

    Die Niederlage vom Mittwoch hat ein Gutes. Man weiß jetzt, auf welchen Positionen Verbesserungsbedarf besteht.

    Antwortsymbol8 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Das mag ja sein, aber auch ein Trainer der nicht für Offensivspektakel steht, sollte -siehe Mittwoch – wissen, dass man. wenn man mit einem Unebtschieden ausscheidet, beim Stand von 1:1 alleine mit der Defensive keinen Blumentopf gewinnt. Und dann muss man eben notgedrungen offensiv etwas tun.
      Hätte es diese blöde 0:1 nicht gegeben und man wäre mit einem 1:0 in die Halbzeit gegangen, wäre die Spielweise von HZ 2 ja noch nachvollziehbar gewesen. Fakt ist aber, dass man mit dem Halbzeitergebnis ausgeschieden war.
      Und es passiert trotzdem nichts!
      Und das hat nichts mit Spielsystem zu tun sondern mit Flexibilität. Und da hat es ja am Mittwoch nicht zum ersten Mal gehapert.

      1. “Die strategische Grundentscheidung, die hier “gefordert” wird, ist doch längst gefallen.”

        Das sehe ich etwas anders. Vidal beispielsweise ist jetzt beim FC Barcelona, der nicht im Verdacht steht, auf einmal seinen Dominanzfußball aufgeben zu wollen. Kevin-Prince Boateng würde man wohl auch nicht unbedingt mit dem katalanischen Zauberfußball in Verbindung bringen, aber deren Team besteht auch nicht nur aus 11 Messis. Bei Vidal kam wohl auch hinzu, dass er seit Jahren auf Bayerns Zettel stand, und man ihn zu Leverkusens Zeiten schon holen wollte.

        All die anderen genannten Beispiele zeugen eher davon, dass der Verein macht, was er Jahrzehnte lang gemacht hat, Top-Spieler kaufen, und dann soll der Trainer versuchen, sie sinnvoll einzubinden. Das ist zum Teil auch dem Umstand geschuldet, dass seit Guardiola kein Coach mehr lange genug im Verein war, um eine Mannschaft nach seinen Wünschen zusammenzustellen (und auch er durfte nicht frei schalten und walten, wie er es wollte, Stichwort: Neymar).

        “Warum holt ein Club einen Trainer, der nun wahrlich in keiner Weise für Offensivspektakel und Ballbesitz steht? Ganz einfach, weil man einen Trainer haben will, der die Spieler zu besseren Verteidigern macht.”

        Dem letzten Satz stimme ich teilweise zu, aber ich vermute, man hat nicht erwartet, dass dies so zulasten des Offensivspiel gehen würde. Eher so in Richtung Real Madrid, was die Flexibilität der Systeme betrifft.
        Weitere Gründe für die An­heu­e­rung Kovacs als Trainer waren meiner Meinung nach: Der berühmte “Stallgeruch”; der dünne Trainermarkt, nachdem man eingesehen hatte, dass Heynckes nicht verlängern würde; und vielleicht auch ein bisschen der Wunsch, seinen eigenen Klopp zu haben (also einen Trainer, der vorher noch keinen absoluten Spitzenclub trainiert hat, und bei unserem Verein zum Weltklassecoach reift).

      2. Die Spielweise in HZ zwei ist eine Folge dessen, dass man es nicht mehr besser konnte. Bzw., dass offensiveres Spiel Harakiri gewesen wäre.

        Das “Abtauchen” von Lewandowski (wieder mal) wird im Artikel gut erklärt. Bayern spielt auf Konter, ohne genügend Konterspieler zu haben (Gnabry wäre aber einer, Lewandowski war das zu seinen BVB-Zeiten eigentlich auch noch). Vielleicht sollte man die Priorität wirklich auf Jovic legen.

    2. Hassan spricht doch selbst davon das man mehr Dominanz und Ballbesitz erwartet.

      UH und KHR betonen immer wieder wie wichtig die LVG JH PG Jahre waren fuer die Entwicklung des Kaders und des Clubs.

      Also ist das was Du meinst nicht die Realitaet.

      Kovac kann die jungen Spieler eben nicht in der Philosophie der Vorgaenger entwickeln weil er garnicht weiß wie.

      Suele Goretzka Gnabry und sogar Kimmixh und Coman.

      1. Antwortsymbolseveralseasons Seite 15.03.2019 - 19:42

        @Doppel-T: Wie viel Einsatzzeit bekommt denn der Vidal so beim FC Barcelona?

      2. Kovac hat heute auf der PK auch gesagt, dass wir eher Ballbesitzfussball spielen (und ManCity ja ein ähnliches System spielt wie wir – was mein Lieblingswitz auf der PK war). Er möchte uns auch gerne als Ballbesitzmannschaft sehen. Nur leider heisst Ballbesitz wie letzten Mittwoch nicht nur, den Ball mehr zu haben als der Gegner. Man muss halt auch wissen, was man dann damit anfangen soll.

      3. @ severalseasons

        Wie viele Minuten er exakt auf dem Platz stand, kann ich nicht sagen. Er hat in der Liga 23 Spiele gemacht und zwei Tore geschossen. Ob er da einschlägt oder floppt, ist nicht so relevant, es ging mir darum, dass auch Mannschaften diesen Spielertyp holen, die Dominanzfußball spielen lassen wollen. Ich bezog mich damit auf das Argument, dass Bayern Vidal damals geholt habe, weil man vom dominanten Ballbesitzfußball weg wollte. Falls ich den Eindruck erweckt haben sollte, ich trauere ihm hinterher – das tue ich nicht (obwohl ich seinen Einsatzwillen immer bewundert habe).

      4. Antwortsymbolseveralseasons Seite 16.03.2019 - 00:21

        @Doppel-Tee: Ah, danke für die Klarstellung, da hat ich dich wohl tatsächlich etwas missverstanden, sorry.

  19. severalseasons Seite 15.03.2019 - 18:23

    Zu: “Warum holt ein Club einen Trainer, der nun wahrlich in keiner Weise für Offensivspektakel und Ballbesitz steht? Ganz einfach, weil man einen Trainer haben will, der die Spieler zu besseren Verteidigern macht”.

    Du glaubst im Ernst, die Berufung von Kovac war etwas anderes als eine Panikreaktion, weil es plötzlich keine anderen Optionen mehr gab? Eine ausgereifte, wohl überlegte und auf minutiösen Analysen beruhende Entscheidung????? Sieht nicht so aus.
    Und wer sagt denn, dass Kovac irgend jemandem zu einem besseren Spieler macht, gibt es dafür klare Kriterien bzw. im Augenblick auch nur winzige konkrete Hinweise, dass dem so sein könnte???

    Vidal zu verkaufen war goldrichtig. Er war technisch schwach, zog dauernd durch unnötige Ruppigkeit alle möglichen Karten (du erinnerst Dich an letztes Jahr?). Diese Überlegungen, die Du der Clunführung zuschreibst im Sinne einer taktischen Neuausrichtung, das ist ein Lesen der Vorgänge vom Ende (also “Stand jetzt”) her. Wäre das alles so, dann hätte ja auch Heynckes nicht dazu gepasst.

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. 1. Ich glaube in der Tat, dass das Management eines 700 Mio. Umsatz-Unternehmens einen Top-leitenden-Angestellten mit Überlegung holt und nicht aus einer Panikreaktion heraus.

      2. Heynckes steht als Trainer vor allem für funktionierende Defensive (!). Damit hatte er Erfolg in seiner ersten Bayernzeit. Das war seine Mission nach van Gaal, dessen Offensivkonzept er um saubere Abwehrarbeit ergänzt hat.

      Lass Dir doch bitte nicht einreden, dass Bayerntransfers “nur die Konkurrenz schwächen sollen” bzw. dass Bayerns einziges Konzept darin besteht, “junge deutsche Nationalspieler” zu holen. Die Abkehr vom reinen Dominanzsystem beruht 100%ig auf einer wohl abgewogenen Entscheidung.

      1. Antwortsymbolseveralseasons Seite 15.03.2019 - 19:12

        @wipf1953: Sorry, aber das habe ich zu keinem Zeitpunkt behauptet, dass Bayern durch Spielerkäufe andere vordringlich schwächen wollte. Wieso entnimmst Du das meinen Worten?
        Es ist ja schön, wenn man so ein Grundvertrauen in ein “700 Mio. Umsatz-Unternehmen” wie den FCB haben kann, aber auch dort werden Entscheidungen letztlich nur von einigen getroffen, und die können in ihrer Wahl irregehen, z.B. in der Annahme, Heynckes ließe sich noch zu einem weiteren Jahr bei uns beschwatzen. Oh, hätte es nur geklappt! Leider aber war dem nicht so. Da wurde viel Zeit verplempert, und am Ende musste man sehen, dass man noch einen bekommt. So schnell die Aussagen von Tuchel bzw. auch von Kovac selbst vergessen, wie das gelaufen ist???
        Und zu guter Letzt: Die Spiele unter Heynckes habe ich noch gut in Erinnerung, die Strukturiertheit, die offensive Wucht und Dominanz, das Zonenspiel…ach, es treibt mir fast die Tränen in die Augen…davon sind wir Lichtjahre entfernt. Ironischerweise spielt ja sogar Frankfurt mittlerweile um Längen attraktiver und besser organisiert als noch unter ihrem letztjährigen Trainer, und das trotz der vielen Abgänge, die sie verkraften mussten. Was mir wirklich Sorgen macht, ist, dass wir den Umbruch einem Trainer anvertrauen, der sich auf diesem Level einfach nicht auskennt und dessen Trainerwissensstand, mit Verlaub, auch nicht unbedingt up to date zu sein scheint, sorry. Denn mit den Spielern, die jetzt dazu kommen, werden wir wohl nach Lage der Marktentwicklung länger auskommen müssen als mit dem Trainer, der den Kader jetzt nach seinen Vorstellungen zusammenbaut. Ich stimme mit all jenen überein, die eine übergeordnete taktische Ausrichtung, eine Identität des FCB fordern, und möglichst eine attraktive – und dann ihrer Trainersuche danach orientieren. Wenn international, z.B. durch so einen Auftritt wie gegen Liverpool, das Ansehen sinkt, dann hat das alle möglichen weitreichenden Konsequenzen, gerade für ein “700 Mio. Umsatz-Unternehmen”, z.B. bei den Spielerkäufen oder den Sponsoren.
        Nichts Persönliches gegen Kovac, netter Kerl, aber so geht es einfach nicht. (Vielleicht sollte Heynckes ihn mal in einem persönlichen Gespräch beraten….) Hab lange dafür plädiert, dass man ihm die Zeit gibt (nicht in diesem Forum, da bin ich noch nicht lange), aber mittlerweile habe ich das Vertrauen in ihn verloren.

      2. Ja – Tränen in den Augen hatte ich bei den Heynckes Spielen zuletzt auch. Bei der Heimblamage am letzten Spieltag gegen den VfB und im Pokalfinale.

        Jupp hätte aus der Mannschaft auch nichts mehr rausgeholt in dieser Saison. Es ist gut, dass er das erkannt hat und sich nicht mehr hat erweichen lassen. Da hätte er sein Denkmal demontiert, und das hat er nicht verdient.

      3. Antwortsymbolseveralseasons Seite 15.03.2019 - 21:33

        @Stiftl: Da sollte man vielleicht die vorangegangenen Ereignisse berücksichtigen, nämlich das äußerst unglückliche Ausscheiden gegen Real. Dann war die Luft raus, die Meisterschaft war eh schon gewonnen. Die Motivation war danach wohl nicht mehr gegeben. Aber du wirst jetzt doch nicht allen Ernstes Heynckes bzw. die Leistung der Mannschaft unter ihm nur daran messen wollen? Allein schon der Unterschied zu Ancelotti war enorm.

  20. Dem Text von Tobias gibt es meiner Ansicht nach nichts mehr hinzu zufügen, er legt genau den Finger in die Wunde. Auch wenn es ermüdend sein mag, die Diskussion kann nicht geführt werden, ohne die Trainerposition zu thematisieren!

    Kovac heute in der Pressekonferenz: „Unter dem Strich wird der Ballbesitzfußball erfolgreich sein, das ist das Maß aller Dinge.“ Dann erläutert er sogar noch genauer: „In den Ligen dominieren die Mannschaften, die gute Fußballer haben und das Spiel machen wollen.“
    Diese Aussage hätte ich von Kovac, der für mich bislang in seiner Herangehensweise in erster Linie defensiv orientiert ist, nicht erwartet! Sie zeigt mir, dass er sich durchaus darüber im Klaren ist, dass Ballbesitz und der Willen, selbst etwas mit dem Ball anstellen zu wollen, die Grundlage für eine erfolgreiche Spielzeit ist. Das könnte mich beruhigen und mit Kovac “versöhnen”. Tut es aber nicht, denn:

    “Die Statistik sagt, dass wir mehr den Ball hatten, aber dann nicht wussten, was wir mit dem Ball anfangen sollen.”

    PENG! Kovac will also seine Mannschaft das Spiel machen lassen, und muss dann zugeben, dass seine Jungs, dazu gar nicht in der Lage sind! Nicht in der Lage sind, bei eigenen Ballbesitz offensiv das Spiel aufzuziehen! Nicht in der Lage sind, gegen einen taktisch geschickt agierenden Gegner Lösungen zu finden, um dessen Ordnung zu erschüttern und ihn in Fehler zu zwingen, die dann für Torchancen genutzt werden können. Von der Schwierigkeit, trotz Betonung der eigenen Defensivordnung gegen spielerisch agierende Gegner in der Defensive Sicherheit zu finden und nicht “zu wackeln” will ich da noch gar nicht reden!

    Mit dieser Aussage hat Kovac seine eigene Unfähigkeit selbst mehr als deutlich gemacht!
    Und daher kann man noch so viele Millionen investieren, wenn die Offensividee unzureichend ist, wird selbst eine Ansammlung von Weltstars und Supersprintern diese Defizite nicht überdecken können. Nicht über eine ganze Spielzeit, schon gar nicht gegen Konkurrenten, die selbst über Ansammlungen von Weltstars verfügen.
    Und das seine Offensividee unzureichend ist, hat das Liverpool-Spiel offenbart, es hat sich aber auch schon in den zurückliegenden Spielen gezeigt, in denen oft genug Hilflosigkeit zu sehen war, wenn es galt, spielerische Lösungen zu finden. Denn die dafür erforderlichen Abläufe und Positionseinnahmen gab es schlichtweg nicht! Vielmehr waren es die Standards oder die eine geniale Einzelaktion, die den “Türöffner” darstellte. Selbst ein 5 oder 6 Tore Sieg kann darüber nicht hinweg täuschen, dass Offensivabläufe mit Kombinationsspiel Mangelware sind und der schnelle Ball in die Spitze das einzige Konzept. Gegen BL-Mittelmaß ausreichend, gegen die europäische Spitze viel zu wenig!
    Mit Kovac weiter zumachen heißt, in Europa zum “Underdog” zu werden, und somit selbst nur noch europäisches Mittelmaß darzustellen.
    Welch ein Abstieg!!!

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Die “Lösungen” hießen in der Vergangenheit oft “Robben” oder “Ribery” oder “Müller”.

      1. Du meinst also tatsächlich, 2 oder 3 neue Superstars bzw. Super-Sprinter würden das Problem in der Offensive schon lösen?
        Bist Du also auch der Meinung, Taktik sei überbewertet und funktionierende Abläufe im Spiel nebensächlich, so, wie es unser Präsident augenscheinlich denkt?

    2. Wie Recht du hast, Osrig. Es ist wirklich traurig, wenn ein Trainer Ballbesitz spielen lassen möchte, aber es dann der Mannschaft nicht beibringen kann, eine gute Defensive in Verlegenheit zu bringen.

  21. Kovac sollte gehen
    Andererseits wiederum nicht
    Ich denke,das der FCB in den nächsten 10 Jahren ab 2015 die CL mindestens 3mal gewinnt :)

  22. Und mein wirklicher Tipp :

    Der FC Bayern wird in den nächsten 10 Jahren ständig,den Ansprüchen hinterher laufen.
    WIR haben als Verein,zu spät reagiert.Das ist dem Vorstand “mittlerweile” bewusst.Kahn wird der neue “Messias”
    Wir werden dieses Defizit,wahrscheinlich nicht mehr aufholen können.
    Hoffnung macht das NLZ.
    Das wird aber erst ab 2022 mögliche Talente hervorbringen.
    Es werden wohl Havertz und de Licht kommen,und noch Brandt plus 3 “Ausländer”

    Ich denke aber nicht,das es reicht,wenn der Trainer nicht passt.
    Kovac könnte das sein.Ich wünsche es Ihm
    Grüsse aus Hamburg :)

  23. Wo steckt eigentlich “Ibiza”? Zur hervorragender Analyse von Tobias fehlen dir wohl die Worte. Gut, dass es solche Meinungen und Analysen gibt.
    Interessant ist, dass oftmals Trainer aus der 2. Reihe sind, wenn der Verantwortliche entlassen wird. Wie konnte der Trainer der Amateure aus Ajax den gegenwärtigen schönsten Fußball entwickeln?

  24. Sehr guter und treffender Kommentar!
    Ich meine mich erinnern zu können dass vor nicht allzu langer Zeit es einmal von der Vereinsführung hieß, „Wir wollen dass der FC Bayern künftig für eine Spielphilosophie steht, ein klares Erkennungsmerkmal darstellt, wie ein Ajax Amsterdam, oder der CF Barcelona!“
    Selbiges wurde dann auch mit L. van Gaal eingeleitet und durch Pep Guardiola nahezu perfektioniert. Aber bereits mit dem Weggang von Guardiola und der Anstellung Ancellottis verschwand diese Art Fußball zu spielen immer mehr. Heute erkennt man nur noch Fragmente, wenn überhaupt. Mir kommt es so vor als ob Teile der Mannschaft es nur noch aus dem Langzeitgedächtnis hervorkramen und dann versuchen umzusetzen.
    Meiner Meinung nach muss man die falsche Trainerpolitik bei der Vereinsführung suchen die es versäumt hat, den passenden Traimer einzustellen. Ich will jetzt gar nicht mit Klinsmann für Klopp anfangen, man weiß nicht ob J. Klopp bei uns diese Zeit bekommen hätte wie in Dortmund. Aber mit Guardiola ging es los, man dachte man könne mit ihm verlängern, bis zum Schluss ist man von dieser Einschätzung nicht abgerückt. Man engagierte einen erfolgreichen Trainer der aber nichts mit dem Fußball zu tun hatte wie ihn mittlerweile die Mannschaft spielte. Es begann der Stillstand, nein, eigentlich der Rückschritt. Ja, die Mannschaft atmete auf, aber sie „vergaß“ immer mehr die Spielidee.
    Die nächste folgenschwere Fehleinschätzung war das Trauerspiel um Thomas Tuchel! Ulli Hoeneß dachte er könne seinen Freund Jupp noch für ein weiteres Jahr überreden und Tuchel so lange warm halten! Unglaublich! Ich weiß nicht wie oft Heynckes betont hat, dass das seine letzte Saison ist. Dann die Arroganz, die Überheblichkeit, egal. Jedenfalls wie kann man meinen, man könne sich einen Trainer, noch dazu einen von dem man wusste das er mehrere Angebote hatte, „warm halten“! Th. Tuchel wäre der perfekte Trainer gewesen um die gewünschte und durch Guardiola umgesetzte Spielphilosophie erneut zu etablieren. Die Ausrichtung des Kaders war da, man hätte nur nachjustieren müssen.
    Jetzt durch Niko Kovac spielen wir genau das, was beschrieben wurde, nicht mehr nicht weniger. Und leider, leider, ich traue es N. Kovac mittlerweile nicht mehr zu, die damals eingeleitete Spielphilosophie erneut zu etablieren. Geschweige denn diese dem aktuellen Fußball anzupassen.

  25. Unabhaengig von der Systemfrage bzw der daraus resultierenden Diskussion ob Kovac der geeignete Trainer fuer uns ist muss man mal seine Aussagen auf der letzten PK sich auf der Zunge zergehen lassen.

    Das permanente Herunterreden unserer Ansprueche bei gleichzeitigem Hochreden anderer Clubs ist einfach unvereinbar mit unseren Anspruechen und unwürdig.

    Und dann in dieser Art und Weise ueber Transfers bzw Finanzen auf einer PK zum Bulispiel zu referieren ist unglaublich naiv.
    Schlimmer noch es klingt wie eine Ablenkung von eigenen Fehlern um das Scheitern zu rechtfertigen. Es gibt wirklich ein erbärmliches Bild.

    UH und KHR muessen dem schnell Einhalt gebieten.
    Kovac soll sich auf das sportliche konzentrieren da gibt es ja wohl genug zu tun.

  26. Fischer Marcus Seite 16.03.2019 - 09:32

    Bravo !

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

  27. […] Miasanrot.de analysierten wir deshalb nicht nur die Niederlage gegen den Liverpool FC, sondern auch die weit in die Vergangenheit reichenden Ursachen und die Schlussfolgerungen für die […]

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