FC Bayern U17

Kloses U17 im Halbfinale

Justin Trenner 05.06.2019

Dabei hatte vor der Saison niemand damit gerechnet, dass der erste Tabellenplatz in der Liga möglich sein würde. Zu übermächtig schien die Konkurrenz aus Hoffenheim und dem VfB Stuttgart. Beide Teams dominierten den Jahrgang 2002 vor zwei Jahren in der U15-Regionalliga Süd, weit vor dem FC Bayern. Wie bereits in unseren bisherigen Artikeln über die U17 erklärt, gab der FC Bayern den enttäuschenden Jahrgang 2002 als Konsequenz daraus größtenteils auf.

Stattdessen setzte man früh auf die zahlreichen Toptalente des Jahrgangs 2003, der sowohl in der Spitze als auch in der Breite herausragend gut besetzt ist. Die Konsequenz war, dass der FC Bayern mit deutlichem Abstand das jüngste Team der Liga ins Rennen schickte. So standen in der Startelf für gewöhnlich zwischen sechs und acht Spieler, die im Jahr 2003 geboren wurden. Nachdem im Winter Kapitän Malik Tillman zur U19 aufrückte, verjüngte sich die Mannschaft durch interne Neuzugänge aus der U16 erneut.

Erfolgreiche Rückrunde

Grundsätzliches zum Team findet ihr in unseren letzten Artikeln aus der Saisonvorschau und dem Winterpausenfazit. Das dort angesprochene Topspiel gegen die am Ende als Vizemeister abschließende TSG Hoffenheim wurde gewonnen. Nicht unterschlagen sollte man, dass die Gäste aus dem Kraichgau in diesem Spiel das bessere Team waren. Nach einer schmeichelhaften 3:2-Halbzeitführung entschied sich Miroslav Klose, in der zweiten Hälfte auf eine Fünferkette umzustellen. Eine durchaus auch unter den Spielern umstrittene Maßnahme. Dem Team gelang es zwar, mit einigem Glück und einem gehaltenen Elfmeter das Ergebnis bis zum Schlusspfiff zu halten. Die Art und Weise sorgte anschließend jedoch bei Spielern wie bei Zuschauern für kontroverse Diskussionen. Das Ergebnis gibt Klose recht, sagen die einen. Dass es nicht der Anspruch des FC Bayern sein darf, sich in einem Heimspiel im eigenen Strafraum einzumauern, entgegnen die anderen.

Eine kleine Schwächephase leistete sich das Team kurz vor Ostern. Erst entführte der FC Augsburg dank eines späten Ausgleichstreffers einen Punkt aus München, dann verlor die U17 beim VfB Stuttgart mit 0:3. Dadurch war die Mannschaft vor dem Nachholspiel gegen den Tabellendritten Mainz mächtig unter Druck. Der einst große Vorsprung auf Hoffenheim war auf drei Zähler bei klar schlechterem Torverhältnis zusammengeschmolzen. Und nach einem 1:1 zur Halbzeitpause gingen die Gäste dann auch noch kurz nach Wiederanpfiff in Führung.

In der 55. Minute traf Miroslav Klose dann eine mutige und bemerkenswerte Entscheidung. Er brachte mit Nemanja Motika und dem noch für die U15 spielberechtigten Yusuf Kabadayi zwei verhältnismäßig unerfahrene Spieler und stellte auf ein 3-2-3-2 System um. Und das zahlte sich komplett aus, die Mannschaft zeigte bis zum Schlusspfiff die beste Saisonleistung, schnürte die Mainzer in der eigenen Hälfte ein und gewann nahezu alle zweiten Bälle. Eine Dominanz auf dem Spielfeld und gegenüber dem Gegner, wie man sie sich von einem Team des FC Bayern nicht besser vorstellen könnte. Der bereits angesprochene Motika mit dem Ausgleichstreffer und Torben Rhein mit zwei tollen Distanzschüssen sorgten für einen hochverdienten 4:2-Sieg.

Die sechs Punkte Vorsprung bei noch drei Spielen ließ sich das Team dann nicht mehr nehmen. Zwei souveräne Siege in Karlsruhe und gegen Ingolstadt machten die dritte süddeutsche Meisterschaft in Folge perfekt. Im abschließenden Spiel in Frankfurt schonte Trainer Klose dann bis auf David Herold seine komplette Startelf, die 1:5-Niederlage bleibt eine Randnotiz in der Statistik.

Ausblick aufs Halbfinale

Wie jedes Jahr fällt eine echte Einschätzung für die Endrunde enorm schwer. Aufgrund der Schwierigkeiten unserer U17 in den Spitzenspielen und den zahlreichen jüngeren Spielern dürften die kleinen Bayern jedoch diesmal eher als Außenseiter in die Endrunde gehen. Gerade physisch weisen einige Spieler aus dem Jahrgang 2003 noch Defizite gegenüber den meisten Gegnern auf und mit einem gut organisierten Pressing des Gegners hat das Team immer noch seine Probleme, auch wenn die Sicherheit im Spielaufbau in der Rückrunde merklich zunahm.

Ähnlich wie letztes Jahr mit Oliver Batista Meier steht auch diesmal nach dem Saisonende der U19 wieder der jahrgangsbeste Spieler mit Malik Tillman zur Verfügung. Der deutsche Juniorennationalspieler kann vom defensiven Mittelfeld bis in die Sturmspitze auf jeder Position eingesetzt werden. Zudem kehrte Abwehrriese Jamie Lawrence nach überstandener Sprunggelenksverletzung zuletzt in den Kader zurück.

Die Startaufstellung gilt dabei bereits als relativ fix. Vor Torhüter Manuel Kainz sollten Angelo Brückner, Jamie Lawrence, Benjamin Hofmann und David Herold gesetzt sein. Im zentralen Mittelfeld dürfte erstmal kein Weg am Trio Luca Denk, Torben Rhein und Leon Fust vorbeigehen. Auf den offensiven Flügeln spielen Lasse Günther und Malik Tillman, während David Halbich in der Sturmspitze aufläuft.

Neben dem angesprochenen Tillman ist besonders auf Torben Rhein und Lasse Günther zu achten, die beide nächstes Jahr bereits U19 spielen werden. Rhein brilliert als beidfüßiger Achter, während Günther vor allem über sein Tempo auf der Außenbahn für Gefahr sorgt.

Über den Gegner lässt sich aus Münchner Sicht wenig sagen, da verweisen wir auf die Kölner Kollegen von effzeh.com.

Obwohl die U17 des FC Bayern, also unserer Einschätzung nach, als leichter Außenseiter in die Partien geht, ist ein Weiterkommen natürlich nicht ausgeschlossen. Wenn es die Mannschaft schafft, ihr Potential zu 100% auf den Platz zu bringen, dann ist alles möglich. Nach zuletzt zwei Finalspielen zu Hause müsste das Team aber in diesem Jahr im Endspiel auswärts antreten. Beim Sieger aus dem Duell der Dortmunder Borussia gegen den VfL Wolfsburg.

Das Hinspiel wird heute um 17 Uhr angepfiffen und live vom FC Bayern auf Youtube übertragen. Das Rückspiel findet am Samstag um 11 Uhr in Köln statt.

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