U19 und U17 starten in die Saison

Martin Trenner 10.08.2018

Weder die Losfee, noch der Spielplangestalter meinten es gut mit den A-Junioren des Rekordmeisters. Sowohl in der ersten Runde im Pokal als auch am ersten Spieltag der Bundesliga steht ein Auswärtsspiel in Hoffenheim an, also bei dem Verein, an dem man in der letzten Saison trotz zweier Siege in den direkten Duellen in der Tabelle knapp scheiterte. Die Hoffenheimer zogen als Südmeister ins Halbfinale um die deutsche Meisterschaft ein, in dem sie Schalke 04 deutlich unterlagen.

Generell ist das Fazit der vergangenen U19-Saison ein wenig ambivalent. So erreichte die Mannschaft zwar erstmals das Achtelfinale der UEFA Youth League und erzielte auch in der Liga so viele Punkte, dass es in den meisten Jahren für die Meisterschaft gereicht hätte. Auf der anderen Seite ließ die Hoeneß-Elf jedoch viel zu häufig den Eindruck einer dominanten Bayernmannschaft vermissen, die sich in Ballbesitz am wohlsten fühlt. Sehr häufig prägte das komplett auf Mittelstürmer Wintzheimer ausgerichtete Umschaltspiel die Partien.

Der U19-Kader

Auf dem offiziellen Mannschaftsfoto sind 26 Spieler zu sehen, mit Ryan Johannson fehlte ein Akteur aufgrund einer Erkrankung. Gut möglich ist zudem, dass noch zwei Neuzugänge demnächst dazustoßen, die bereits am FC Bayern Campus trainieren. Zusätzlich wird Sebastian Hoeneß in der Youth League auch wieder auf Lukas Mai und Christian Früchtl zurückgreifen können, außerdem auf bis zu drei Spieler des 1999er Jahrgangs. Mögliche Kandidaten sind hier beispielsweise Adrian Fein und Meritan Shabani.

Im Tor geht Michael Wagner als Nummer 1 in die Saison. Er hütete den Kasten der U17-Meistermannschaft in der vorletzten Spielzeit. Jakob Mayer und Lukas Schneller bleibt nur die Rolle als Ersatzspieler. Viel mehr Bewegung gibt es in der Innenverteidigung. Lukas Mai rückte vorzeitig zu den Amateuren auf, Juniorennationalspieler Alex Nitzl zog es zur TSG Hoffenheim. Aus der U17 Mannschaft verließen gleich drei der vier Innenverteidiger den Verein: Julian Höllen nach Bochum, Yannick Brugger zu Eintracht Frankfurt und Fabian Cavadias läuft künftig für die SpVgg Unterhaching auf.

Daher intensivierte der FC Bayern die Scoutingaktivitäten auf dieser Position. Mit Gabriele Corbos Foto von einem Testspieleinsatz gelangte diese Suche sogar kurzzeitig die Öffentlichkeit. Am Ende verpflichtete der Club Ivan Mihaljevic aus Unterhaching sowie den von der Profivorbereitung bekannten Chris Richards auf halbjährige Leihbasis vom FC Dallas. Das vermeintlich größte Talent auf dieser Position in der U19 ist eigentlich Flavius Daniliuc, der jedoch bereits seit Monaten immer wieder an muskulären Problemen leidet. So ist damit zu rechnen, dass Richards und der zum Kapitän ernannte Stanisic als Stammspieler in die Saison gehen.

Auch auf den Außenpositionen hat der Trainer die Qual der Wahl. Links konkurrieren Alex Lungwitz und Louis Poznanski, rechts Thomas Rausch und Ryan Johansson. Und Juniorennationalspieler Jonas Kehl könnte auf beiden Seiten auflaufen. Fünf Kandidaten für zwei Positionen, die wohl in jedem anderen Verein der Liga gesetzt wären. Ein Paradebeispiel für die unglaubliche Qualität, die der Kader hat. Die setzt sich auch im zentralen Mittelfeld fort.

Gesetzt sein dürfte zweifellos Angelo Stiller. Der letztjährige Kapitän der U17 besticht durch sein hervorragendes Passspiel und ist im Spielaufbau unverzichtbar. Die verbleibenden zwei Positionen hängen ein wenig von der Taktik ab. So agierte Sebastian Hoeneß in der vergangenen Saison gerne mal mit drei eher auf Defensivarbeit ausgerichteten Defensivspielern. Auch im letzten Testspiel vor dem Saisonstart gegen Arsenal (1:1) entschied er sich mit Marin Pudic und Daniel Jelisic für zwei zweikampfstarke Spieler, während Jahn Herrmann nur die Ersatzbank blieb. Marcel Zylla agierte in diesem Spiel als Sturmspitze, seine eigentliche Position ist aber ein paar Meter weiter hinten als offensiver Mittelfeldspieler.

Verbleiben noch drei offensive Positionen für insgesamt acht Spieler. Mit Sicherheit die besten Karten haben dabei Oliver Batista Meier, Joshua Zirkzee und Alex Timossi Andersson. Aber dahinter tummeln sich eine ganze Reihe weiterer hochkarätiger Spieler. Benedict Hollerbach (Letzte Saison in der U17 19 Tore und 10 Vorlagen) kann auf beiden Flügeln sowie in der Spitze auflaufen. Selbiges gilt für Justin Butler. Auch die U17-Meisterspieler Daniels Ontuzans und Can Karatas, die beide weite Teile der vergangenen U19-Saison verletzt fehlten, wollen eingesetzt werden. Und Marvin Cuni, einst in der U16 Topscorer des 2001er-Jahrgangs, darf man auch nicht vergessen.

Benedict Hollerbach bleibt nur die Ersatzbank

Nicht aufgezählt wurden die Kaderspieler Ronald Lombaya und Dennis Waidner, die aufgrund von laufenden Verträgen noch beim FC Bayern sind, aber realistisch gesehen keine Chance auf Einsätze haben dürften.

Die Taktik

Keine andere Mannschaft des Rekordmeisters erinnerte in seiner Spielweise in der vergangenen Saison so wenig an den FC Bayern wie die U19. Dies dürfte nicht zuletzt auch an der Leipziger Vergangenheit von Trainer Sebastian Hoeneß liegen. In einem Interview auf der Vereinshomepage beschrieb er seine Spielidee folgendermaßen: “In Ballbesitz geht es darum, schnell in die Positionen zu kommen, mit wenig Kontakten und zielstrebig nach vorne zu spielen. Wenn wir den Ball nicht haben, wollen wir ihn schnellstmöglich zurückholen, das heißt früh stören und aggressiv agieren”.

Mit zunehmendem Saisonverlauf war diese Spielidee auch der Mannschaft immer besser anzumerken – mit all ihren Stärken und Schwächen. So zeigte die U19 ihre besten Spiele gegen offensiver ausgerichtete Gegner und erzielte zahlreiche Tore nach schnellem Umschaltspiel. Schwierigkeiten bereiteten ihr hingegen Gegner, die tief im eigenen Strafraum standen. So zu sehen bei der Heimniederlage gegen den späteren Tabellenletzten Greuther Fürth, dem 0:3 beim FC Augsburg und beim Ausscheiden in der Youth League gegen Real Madrid. Gegen die Königlichen war das Hoeneß-Team nahezu die komplette zweite Halbzeit nach einem Platzverweis in Überzahl, konnte sich jedoch kaum nennenswerte Torchancen herausspielen und kassierte gar mit einem Mann mehr den entscheidenden Siegtreffer zum 2:3.

Viel zu oft stimmte dabei die Positionierung der einzelnen Spieler zueinander nicht, Dreiecke im Spielaufbau sind nur selten zu erkennen gewesen. Es wird die spannende Frage, inwieweit das Team hier unter Sebastian Hoeneß in der kommenden Saison Fortschritte machen kann

Ausblick & Prognose

Das erste Spiel gegen den direkten Konkurrenten um die Meisterschaft hat es gleich in sich und gerade zu Saisonbeginn ist die Form der Mannschaften unmöglich einzuschätzen. Dennoch hat bereits die Kaderauflistung oben gezeigt, dass der FC Bayern nicht nur eine meisterfähige Mannschaft auf den Plätzen 1-11 besitzt, sondern auch die Spieler 12-22 eine riesige Qualität haben. Insgesamt dürfte die diesjährige U19 den stärksten Kader seit der legendären Generation um Thomas Müller, Mats Hummels, Toni Kroos und Holger Badstuber haben. Ob die Qualität in der Spitze ähnlich gut ist, werden erst die nächsten 10 Jahre zeigen. Die Qualität in der Breite ist es jedenfalls zweifellos.

Wie üblich sind auch diese Saison wieder traditionell die TSG Hoffenheim und der VfB Stuttgart als stärkste Konkurrenten einzuschätzen. Auch Mainz 05 sind Außenseiterchancen einzuräumen. Unterm Strich geht jedoch der FC Bayern als eindeutiger Favorit ins Rennen um die süddeutsche Meisterschaft. Mit den Jahrgängen 2000 und 2001 kommen die beiden U17-Teams zusammen, die in den letzten zwei Jahren jeweils im Finale um die deutsche Meisterschaft der B-Junioren standen. Es wäre schon eine große Enttäuschung, wenn der FC Bayern am Saisonende nicht in der Endrunde um den Titel mitspielt. Die Chancen darauf, zum ersten mal seit dem Jahr 2004 wieder deutscher A-Junioren Meister zu werden, standen jedenfalls schon lange nicht mehr so gut wie in dieser Saison.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung zählten wir auch Woo-Yeong Jong als möglichen Kandidaten für die Youth League auf. Er dürfte aber wohl nicht eingesetzt werden, da er noch nicht lange genug beim FC Bayern spielt


Miroslav Klose ist zurück. Sieben Jahre nach seinem Wechsel zu Lazio Rom ist der ehemalige Stürmer wieder beim FC Bayern aktiv und übernahm vor wenigen Wochen die Leitung der U17. Warum man von der Mannschaft in der Tabelle nicht allzu viel erwarten darf und es trotzdem eine sehr interessante Saison wird, lest ihr jetzt.

Gehen wir zwei Jahre zurück. Der 2002er Jahrgang des FC Bayern belegt in der Regionalliga Süd lediglich den fünften Tabellenplatz. Eine enttäuschende Saison für die damalige U15 von Peter Wenninger. Der Meister VfB Stuttgart deklassierte die Bayern nicht nur in der Tabelle mit 22 Punkten Vorsprung, auch im direkten Duell bei der 0:3-Heimniederlage war ein Klassenunterschied erkennbar. Eine Saison, die sich nicht mehr mit den Ansprüchen des FC Bayern deckte. So versuchte die sportliche Leitung händeringend, den Jahrgang zu verstärken. Doch zu spät, die guten Spieler der Konkurrenz waren bereits vertraglich gebunden.

So fiel bereits vor der vergangenen Spielzeit 2017/18 eine Grundsatzentscheidung, die 2002er bezüglich externer Neuzugänge aufzugeben und dafür jüngeren Spielern die Chance zu geben. Denn wenn man in zehn Jahren auf den 2003er Jahrgang des FC Bayern blicken wird, wird man da vermutlich nicht nur drei und auch nicht nur fünf, sondern eher um die zehn Spieler entdecken, die es später in die Bundesliga geschafft haben. Im Sommer 2016 verstärkte der FC Bayern zum ersten mal den bis dahin im bayrischen Vergleich eher unterdurchschnittlichen Jahrgang. Gleich sieben Spieler wechselten vom FC Augsburg an die Isar. Damals der Auftakt für die aggressive Transferstrategie, die der FC Bayern mittlerweile im Jugendbereich immer weiter ausgebaut hat.

In ihrer ersten Saison konnten die 2003er dann die bayrische Meisterschaft feiern und galten bereits als die stärkste deutsche Mannschaft des Jahrgangs. Doch wer damit gerechnet hatte, dass sich die Jugendabteilung auf diesem Erfolg ausruhen würde, lag falsch. Mit Luca Denk vom 1. FC Nürnberg sowie Torben Rhein und Nemanja Motika von Hertha BSC konnte man weitere absolute Toptalente für den Verein gewinnen. Anstatt die Mannschaft nun in der neuen U15-Bayernliga zu unterfordern, entschied sich die sportliche Leitung, schlussendlich acht Spieler vorzeitig zur U16 zu befördern. Im Einzelnen waren dies Roman Reinelt, Leon Fust, Micha Bareis, Christos Evangelou, Luca Denk, Torben Rhein, Angelo Brückner und Lasse Günther. Diese bildeten auch überwiegend als Stammspieler in der abgelaufenen Spielzeit das Herzstück der B2-Junioren unter Trainer Danny Schwarz.

Der Kader

Unumstrittener Stammtorwart ist Kapitän Manuel Kainz, der sich langfristig durchaus auch Hoffnungen machen darf, für die Juniorennationalelf nominiert zu werden. Da sein Ersatzmann Lukas Brandl im Juni recht kurzfristig zum FC Ingolstadt wechselte, stieß Moritz Knauf vom Lokalrivalen 1860 zur Mannschaft. Vor ihm in der Innenverteidigung verteidigten im abschließenden Testspiel gegen Sturm Graz (4:1) der großgewachsene Jamie Lawrence und Yannick Oberleitner, Sohn des legendären Markus Oberleitner, der 2000 für die SpVgg Unterhaching gegen Bayer Leverkusen traf und den FC Bayern damit zum Meistertitel schoss. Gerade bei Lawrence kam dies etwas überraschend, spielte er in der vergangenen Saison unter Danny Schwarz doch kaum eine Rolle. Roman Reinelt dürfte jedoch sehr gute Chancen haben, sich seinen Stammplatz aus der letzten Saison zurückzuerobern. Mit Benjamin Hofmann steht ein vierter Innenverteidiger zur Verfügung.

Auf den Außenverteidigerpositionen haben die 2003er Angelo Brückner und Leon Fust die besten Chancen, auch wenn Fust im Testspiel gegen die Österreicher auf der 6 spielte. Dejan Ignatic und der offensiv wie defensiv einsetzbare Micha Bareis dürften sich vorerst hintenanstellen müssen, aber auch Benjamin Hofmann kann auf der Linksverteidigerposition eingesetzt werden. Absolutes Prunkstück der Mannschaft ist aber zweifellos das Mittelfeldzentrum. Und gerade weil viele Leser einige Namen in der U17 zum ersten Mal überhaupt lesen, fällt die Einschätzung zu den folgenden Spielern etwas ausführlicher aus.

Luca Denk, der 2017 vom 1. FC Nürnberg auf den FC Bayern Campus wechselte, vereint nicht nur eine für sein Alter unglaubliche Athletik, sondern auch eine hervorragende Spielintelligenz. Meist im defensiven Mittelfeld eingesetzt besticht er durch seine Schusstechnik, seine Diagonalbälle und seinen Torinstinkt, der manches mal ein wenig an Michael Ballack erinnerte. Denk hätte in der Rückrunde als U15-Jahrgang bereits vermehrt in der U17 gespielt, wenn er sich nicht Anfang Januar einen Kreuzbandriss zugezogen hätte. Diese Verletzung verhinderte auch Einsätze bei den ersten Spielen der U15-Nationalmannschaft, bei der er dem Vernehmen nach als Kapitän eingeplant war. Noch ist Luca Denk nicht vollständig genesen und eine solch schwere Verletzung in diesem Alter hat schon einigen Jugendspielern ihre komplette Karriere gekostet. Doch Luca Denk war so herausragend, dass ihm zuzutrauen ist, dieses verlorene halbe Jahr vergessen zu machen. Wo eines Tages seine Position im Herrenbereich liegen wird, ist noch eine der großen Fragen der nächsten Jahre.

Eines der größten deutschen Talente: Torben Rhein

So manch einer dürfte den Namen Torben Rhein bereits gelesen haben, auch wegen den Gerüchten um die Summe, die der FC Bayern für ihn an Hertha BSC überwies. Sein Profivertrag ist bereits heute ausgemachte Sache, kann aber freilich aufgrund seines Alters noch nicht offiziell verkündet werden. Der beidfüßige Spielmacher besticht durch eine hervorragende Übersicht auf dem Spielfeld, seine Stärke bei Standardsituationen aus allen Positionen und seine Passsicherheit. Toni Kroos ist ein oft genannter Name, wenn es um einen Vergleich für Torben geht. Hermann Gerland prognostizierte ihm bereits, dass er sich eines Tages bei den Profis des FC Bayern durchsetzen wird und damit dürfte der Tiger tatsächlich gute Chancen haben, wenn der Spieler klar im Kopf und von schweren Verletzungen verschont bleibt. Körperlich wird er ein wenig zulegen müssen. Dennoch: Selten waren sich so viele Beobachter so einig wie bei Torben Rhein, dass er es in die Bundesliga schaffen wird.

In der Offensive absolut gesetzt ist Malik Tillman. Der jüngere Bruder des jetzigen Nürnbergers Timothy könnte sich schlussendlich vielleicht als der bessere Tillman erweisen, seine jüngste Entwicklung ist zweifellos beeindruckend. Etwas überraschend spielte er sich letztes Jahr als Jungjahrgang im defensiven Mittelfeld der U17 unter Holger Seitz fest und legte gerade körperlich in den letzten Monaten enorm zu. Dieses Jahr wird er mit seiner Erfahrung in der U17-Bundesliga seine junge Mannschaft offensiv anführen müssen. Es wird spannend, wie er mit dieser Verantwortung umgehen kann. Weitere Spieler für die Zentrale sind Moritz Mosandl, der die vergangene Saison wegen eines Schienbeinbruchs nahezu komplett verpasste, Christos Evangelou, Pipo Skodic und Tizano Mulas, die drei vorgestellten sollten jedoch ihren Stammplatz sicher haben.

Auf den Flügeln ist mit Lasse Günther ein weiteres Toptalent aus dem 2003er Jahrgang zu nennen. Seine größten Stärken sind seine Dynamik und seine Schnelligkeit, aber gerade im Torabschluss kann er noch zulegen. So zerlegte er in einem Vorbereitungsspiel ein ums andere mal die Hintermannschaft des FC Augsburg, vergab jedoch sämtliche entstandenen Torchancen. Ob er beim Saisonauftakt mitwirken kann, war zuletzt wegen einer kleineren Verletzung noch fraglich. Auf dem gegenüberliegenden rechten Flügel begann gegen Sturm Graz Sandro Porta. Der kleine, dribbelstarke Spieler kam einst aus Unterhaching zum FC Bayern. Er könnte jedoch von Alex Bazdrigiannis verdrängt werden, der große Teile der Vorbereitung verletzt verpasste und in der vergangenen Saison Stammspieler in der U16 war. Dort allerdings als Sturmspitze, wo Miroslav Klose zuletzt durchgehend auf Marcel Sieghart setzte, der einzige klassische Neuner im Team. Mit David Halbich ergänzt hier noch ein Spieler für die Breite den Kader.

Trainer & Taktik

Keine Frage, bei einem Trainer ohne jegliche Erfahrung in der täglichen Arbeit mit Jugendspielern ist eine gewisse Skepsis zu Beginn nicht zu leugnen. Doch mit seinen Auftritten in der Vorbereitung gelang es Miroslav Klose, bei sämtlichen Beobachtern einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Seinen Coachingstil kann man als sehr aktiv beschreiben, er nimmt durchgehend am Spiel teil und nimmt Korrekturen in der Positionierung der einzelnen Spieler vor. Gerade auf die richtigen Winkel für Pässe in die tiefe legt er großen Wert.

Miroslav Klose geht in seine erste Saison als Cheftrainer

In den Testspielen der Vorbereitung setzte die Mannschaft meistens auf ein Mittelfeldpressing, schlug jedoch situativ auch offensiver mit Pressingfallen zu, wenn sich die Gelegenheit dazu ergab. Dennoch werden natürlich erst die Ligaspiele über die volle Distanz gegen stärkere Gegner zeigen, wie sehr die aktuellen Tendenzen mit Kloses langfristiger Vorstellung übereinstimmen. Arbeiten kann er zweifellos noch an seiner Körperhaltung beim Coaching, die oft ein wenig nervös wirkt. Doch abgesehen davon stehen die Chancen gut, dass sich der Rekordtorschütze der WM-Geschichte als hervorragende Wahl für den Trainerposten entpuppen könnte.

Ausblick & Prognose

Zweifellos hat die Mannschaft gerade mit den näher vorgestellten Spielern absolute Toptalente in ihren Reihen. Aber diese Qualität zieht sich nicht über alle Positionen und mit den fünf oder sechs jüngeren Spielern, die meist in der Startelf stehen werden, wird die Mannschaft zweifellos das ein oder andere Mal Lehrgeld gegen ältere und körperlich reifere Gegenspieler zahlen müssen. Die Öffentlichkeit wird die Trauben für Klose hochhängen, hat doch die U17 in den letzten beiden Jahren jeweils das Finale um die deutsche Meisterschaft erreicht. Doch Klose daran zu messen, wäre verwegen.

In dieser U17-Saison geht es noch viel mehr als zuvor vorrangig um die Entwicklung der einzelnen Toptalente, weniger um den Tabellenplatz, der am Saisonende in der Bilanz steht. Alles in allem dürfte ein Tabellenplatz in den Top 5 der Liga realistisch sein, um die Meisterschaft werden dieses Jahr andere Teams spielen. Wenn Spieler wie Torben Rhein oder Luca Denk in einigen Jahren bei unseren Profis spielen, hat sich diese Saison dennoch voll und ganz gelohnt.

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. DreiEckensindkeinElfmeter Seite 10.08.2018 - 13:12

    WOW! Wie immer sehr cool über unsere Jugendmannschaften Bescheid zu wissen! Eine Frage bleibt bei mir aber :„Gerade auf die richtigen Winkel für Pässe in die tiefe legt er großen Wert.”
    was ist damit genau gemeint?
    Der Passwinkel der Spiele?
    Wenn ja, welchen Winkel würde Klose dab gerne sehen?

  2. Toller Beitrag!
    Ich bin dann mal sehr gespannt, was aus Denk und Rhein wird. Natürlich ist es schade, dass die 1. Mannschaft im zentralen Mittelfeld so voll ist und gerade da einige Talente nachrücken, wie z.B. auch Fein bei den Amateuren.

  3. Charlesstinson Seite 10.08.2018 - 15:34

    Erstmal Danke an Martin für den guten und informativen Artikel. Es bleibt nur ein Thema welches ich noch nicht verstehe, nämlich die Leihe von Chris Richard rund um die Kooperationen mit dem FC Dallas. Hat der FC Bayern hier einfach den Auftrag bekommen, Richards in dem halben Jahr bestmöglich weiterzuentwickeln, damit Dallas dann letztendlich die “Ernte” bekommt ? Oder schielen die Bayern Verantwortlichen darauf, dass sein sportliches Niveau so hoch ist, dass sie ihn ab Winter für eine Ablösesumme verpflichten? Wie gut schätzt du ihn überhaupt ein ? Warum ist die Leihe auf eine so kurze Zeit begrenzt ? Ehe er sich hier akklimatisiert hat, geht er wieder zurück, und hinterlässt in der U-19 eine Lücke. In den Testspielen der Profs hat er wie ich finde einen guten Eindruck hinterlassen und deutlich sicherer gewirkt als beispielsweise Stanisic. Als Rummenigge vor einigen Tagen auf Alternativen im Falle eines Abgangs von Boateng angesprochen wurde, nannte dieser den Namen neben Lasse Mai auch Chris Richards, anstatt noch einen der Spieler zu nennen, die über die gesamte Saison einen Vertrag haben. Falls du zu dem Fall eigene Informationen hast oder du es besser verstehst als ich, wäre es schön, wenn du eine der Fragen beantworten könntest :)

  4. FCB Egokulation Seite 10.08.2018 - 15:44

    Die Jugend-Artikel hier auf Miasanrot sind wirklich stark. Schade, dass die U19 und die U17 zumindest diese Saison den Aufwand nicht wert sind. Die eine Mannschaft wird vom Hoeneß-Neffen trainiert, der Spieler mit einem bestimmten Berater bevorzugt aufstellt, und die andere Mannschaft wird von einem Trainer-Neuling trainiert, der völlig grundlos dem wesentlich geeigneteren Tobias Schweinsteiger vorgezogen wurde (ich weiß es zwar auch nicht genau, aber ich bin zuversichtlich, dass Tobias Schweinsteiger, hätte er als Kandidat Nr. 1 ein solches Angebot erhalten, als U17-Cheftrainer hätte gewonnen werden können). Und kommt mir nicht mit “Offensivtrainer Nationalmannschaft” – dann hätte man auch gleich “Techniktrainer Thomas Häßler” als Chefcoach installieren können. So blöd das auch ist: Man sollte diesen Mannschaften Misserfolg wünschen, damit dieses Missmanagement endlich aufhört.

    Rein sportlich braucht man diese Mannschaften momentan ohnehin nicht. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen: Entweder kommt ein Jugendspieler schnell aus der Jugend zu den Profis und bleibt dann da sofort dauerhaft oder er spielt eben auf lange Sicht doch keine Rolle. Da die Trainer nicht verstärkt auf die Jugend setzen (dürfen), andererseits aber auch keine 100-Millionen-Transfers getätigt werden, wird unsere Mannschaft absehbar im internationalen Mittelmaß stagnieren. Mal sehen, wie die Verantwortlichen es hinbekommen, OBMs Karriere zu versauen. Man kann eigentlich nur allen Spielern sagen, dass der Prophet im eigenen Land nichts gilt, und ihnen raten, sich stattdessen in Freiburg oder Hoffenheim ausbilden zu lassen (andere Mannschaften wie RB Leipzig haben ja praktisch auch null Durchlässigkeit zwischen Jugend und Profis). Man hat einfach bessere Chancen, als junger Spieler bei Bayern zu spielen, wenn man Anfang 20 extra für einen zweistelligen Millionen-Betrag verpflichtet wird (ähnlich wie bei Kimmich).

    Dass man selbst Spieler ohne Talent pushen und zu Fake-Weltklasse-Konstrukten aufbauen kann, wenn man nur will, hat das Beispiel Thomas Müller (der nicht ohne Grund damals noch als Amateurspieler beinahe verkauft worden wäre) nun hinlänglich bewiesen.

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Dieser User kann keine positiven Kommentare abgeben! Da kannst du dir jeden Artikel hier ansehen – seine Kommentare sind immer die gleichen! Die Vereinsführung schlecht, die Trainer schlecht, die Spieler schlecht! Verschwörung wo man hin sieht!
      Alles ist schlecht!
      Entweder der will provozieren oder er hat ein persönliches Problemmit dem FCB.
      Ich frage mich nur, wenn einer alles immer so schlecht findet – auch schon ehe die Saison anfängt – was will er dann eigentlich auf dieser Seite?
      Wahrscheinlich wirklich provozieren.

    2. AntwortsymbolFCB Egokulation Seite 10.08.2018 - 18:32

      Oh, du bist also jemand, der hochnäsig wird, wenn man ihn lobt. Dann lass mich differenzieren, da du Differenzierungen ja so liebst, mein lieber Napto: Deine Beiträge erwecken hauptsächlich deswegen einen starken Eindruck, weil sie konkurrenzlos sind, und konkurrenzlos sind sie, weil die Jugendarbeit eben kaum ein Schwein interessiert und deswegen fast niemand darüber schreibt. Selbstverständlich gibt es bei deinen Artikeln noch viel Verbesserungsbedarf, insbesondere müssten sie wesentlich kritischer sein. Entweder bist du von vornherein nicht kritisch genug oder du hast Angst, bei mehr und stärkerer Kritik deinen “exklusiven Zugang” zum FCB-Zirkus zu verlieren. Guter, kritischer Journalismus muss verlangen, dass der Hoeneß-Neffe und Klose entlassen werden, weil sie nie hätten eingestellt werden dürfen. Warum sollte das “populistisch” sein? Weil ich damit den wenigen Leuten gefalle, die auf eine anständige, langfristig ausgerichtete Jugendarbeit Wert legen? Nein, es ist lediglich die unbequeme Wahrheit.

    3. @FCB EGOKALKULATION:

      Sorry, aber du betreibst keine Kritik, was du schreibst ist primitives Bashing.

      Wenn du ernsthaftes Interesse daran haben solltest wie Kritik konstruktiv geübt werden kann, empfehle ich dir das Thema Kritikkompetenz.

      Wiki:
      ‘Unter Kritikkompetenz versteht man einerseits die Fähigkeit, Menschen positiv und negativ im Sinne der Person und der Sache zu kritisieren, andererseits die Fähigkeit, Kritik im Sinne der Person und der Sache selbst zu akzeptieren und produktiv zu verarbeiten. Kritikkompetenz setzt sich demnach aus einer aktiven und einer passiven Komponente zusammen. Sie ist eine Facette sozialer Kompetenz, die Einfluss auf menschliches Interaktionsverhalten und den Interaktionserfolg besitzt.’

      Wenn nicht lässt du es halt bleiben und kotzt dich weiter emotional aus ohne anderen Effekt als Leuten vor den Kopf zu stoßen.

  5. Wie immer vielen Dank für die einzigartigen Ein und Ausblicke auf unsere Jugendteams.
    Besonders die Ausführungen zu den einzelnen Spielern gefallen und bringen Licht ins Dunkel. Wie sähe es mit einem regelmäßigen individuellen Leistungsupdate im Saisonverlauf aus, das wäre großartig!

    Denk meinte auf IG, er sieht sich später als Stürmer. Wird er also falsch eingesetzt oder lässt man ihn extra im Mittelfeld auch andere Spielaspekte lernen?
    Wann dürften diese 2003er Spieler eigentlich Amateure spielen oder Bubndesliga?

  6. Leute, wir hatten hier schon etliche Trolle. Oder vielleicht immer denselben? Remember Effenberg?Anfangs haben viele versucht, ihnen/ihm argumentativ beizukommen, was aber immer scheiterte. allein der der unfassbar pubertär-verschwitzte nick und die geradezu pathologische Fixierung auf das Feindbild thomas müller disqualifizieren den verfasser dieser beiträge. es geht ihnen/ihm ersichtlich nicht um Kritik und diskussion, sondern um Erregung von Aufmerksamkeit – egal womit. daher die große bitte: don’t feed the troll. Aufmerksamkeit ist die droge, die ihn aufbläht. ohne diese wird er eingehen…

  7. @Rotweiss. Ich vermute mittlerweile letzteres(derselbe). Komisch ist es schon das die nie zusammen auftreten…..
    Aber was stört es den Mond, wenn ihn ein Hund anbellt.

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. ” Komisch ist es schon das die nie zusammen auftreten….”

      Schon lange nichts mehr von “gp11” gelesen ; -)

      1. Der war gut! ^^
        Aber GP11 halte ich zu Gute, dass er zu bestimmten Themen doch eine fundierte Meinung präsentiert hat. Seine Texte kamen leider nie ohne Polemik gegen unsere Führung aus, was die Texte meiner Ansicht nach weniger lesenswert – da deutlich überzogen und irgendwie vorhersagbar – machten, aber immerhin lohnte sich die Mühe oftmals. Der User “FCB-Ego…” hier weist in seinen Beiträgen ja nicht nur eine ständige Polemik gegen Thomas Müller auf, sondern auch eine Selbstgerechtigkeit und Überheblichkeit, welche durch Nichts begründet zu sein scheint und meines Erachtens doch viel eher auf Provokation denn auf sachliche Diskussion als Ziel hinweist.
        Im Moment überfliege ich seine Beiträge nur noch, und auch wenn mir dadurch vielleicht der eine oder andere kluge Gedanke von ihm entgeht könnte, werde ich sie völlig ignorieren, wenn der Tenor der Beiträge unverändert bleibt.
        Da ist es mir dann wesentlich wichtiger, die Beiträge von euch anderen zu lesen, die für mich deutlich ergiebiger sind und bei denen mir das Lesen mehr Spaß bringt.

      2. Osrig, wenn du dir mal die Artikel des “Egomanen” ansiehst, dann wimmelt es – abgesehen von seiner Müller-Phobie- darin von Verschwörungstheorien. Wenn das alles ernst gemeint ist, fragt man sich , warum er überhaupt auf dieser Seite ist.
        Im Grunde kann man sich wirklich das Lesen schenken. Der Inhalt ist ja immer der gleiche – alles ist schlecht!

  8. @ Martin

    Danke für diese ausgezeichnete Arbeit. Ich beginne, mich zunehmend für die Nachwuchsarbeit des FCB zu interessieren. Da ich leider über 1500km entfernt von München wohne, Spiele der U17, U19 oder U21 somit nicht vor Ort verfolgen kann, bleiben Ihre Berichte meine einzige Informationsquelle. Somit kann ich Spielberichte dieser Nachwuchsmannschaften, z.B. im Kicker, besser nachvollziehen. Wertvoll sind für mich auch Ihre Einschätzungen zu einzelnen Spielern. Auch hierfür danke ich Ihnen herzlich.
    Schwieriger nachzuvollziehen sind für mich (aus der Ferne) die offensichtlich verschiedenen spieltaktischen Ansätze zwischen Klose und Hoeneß jr. In meiner Naivität dachte ich, das neugeschaffene Nachwuchszentrum diene auch der Förderung einer Spielauffassung, die für den gesamten FCB, bis hinauf zur Bundesliga gelten soll (evtl á la Masia). Das ist offenbar nicht der Fall.
    Hat die Tatsache, dass der Vertrag von Timo Walter, über den ich bisher nur Gutes gelesen habe (und der gerade mit Holstein Kiel in Liga 2 beeindruckend gestartet ist) , nicht verlängert wurde, damit etwas zu tun – ebenso wie die causa Schweinsteiger?
    Möglicherweise sind das für Sie sehr banale Fragen. Aber ich verfolge, weit vom Schuß, nicht die regionale bayerische Presse.

  9. Frank Siemens Seite 14.08.2018 - 07:25

    Sehr gute Analyse. Weiter so und ruhig öfter.

  10. Ich finde das was ihr hier macht spitze. Nirgendwo sonst findet man bessere Infos über unseren Nachwuchs. Das Thema interessiert mich sehr. Aber da ich selbst ein sehr aktives Leben führe habe ich nicht die Zeit selbst Spiele live zu schauen. Der Live Eindruck ist durch den TV nicht zu ersetzten. Das letzte Spiel, dass ich selbst gesehen habe war das Halbfinale unserer U17 gegen Leipzig. Da war ich sehr beeindruckt von dem Fußball den die Jungs gespielt haben. Jetzt bin ich gespannt, wie es unter Sebastian Hoeneß weitergeht, da mich der Fußball den man unter ihm im TV sehen konnte nicht sonderlich begeistert hat (ihr schreibt in eurem Bericht ja ebenfalls, dass ihr gespannt seid, ob es da eine Entwicklung im Trainerteam gab).

    Weiter so

  11. […] letzter Artikel über die Jugendmannschaften erschien noch vor Saisonbeginn. Damals beleuchteten wir ausführlich […]

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