Jahreshauptversammlung: Fünf Themen, die nicht zur Sprache kamen

Die Jahreshauptversammlung ist nun schon einige Tage her und wir haben bereits einen ersten Blogbeitrag dazu geschrieben. Vielen Dank an dieser Stelle für Eure zahlreichen Kommentare – egal ob konstruktiv, kritisch oder eher »trollig« – haben mich alle gefreut. Deswegen sei an dieser Stelle nur auf meinen Beitrag zu Uli Hoeneß (»Tränen und Cleverness) verwiesen. Die gesamte JHV (ohne Wortbeiträge) gibt es unter FCB.tv zum Anschauen und den offiziellen Bericht auf der Homepage des FC Bayern.

FC Bayern Jahreshauptversammlung im Audi Dome

Texte über die guten Zahlen und hervorragenden Bilanzen habt ihr garantiert bereits gelesen. Die Wortbeiträge waren meist nicht interessant, aber ich habe noch fünf Themen gesammelt, die nicht zur Sprache kamen. Hierbei muss ich mir eingestehen, ebenfalls nicht daran gedacht bzw. mich auf die anderen anwesenden Mitglieder verlassen zu haben. Zumindest im Bereich Fandialog und Professor Salewski rechnete ich fest mit Wortmeldungen. Soll mir eine Lehre sein künftig zur Not selbst nachzufragen.

Vertragsverlängerungen

Wir hatten uns in den letzten Wochen berechtigte Hoffnungen auf die Bekanntgabe von Vertragsverlängerungen auf der Jahreshauptversammlung gemacht. Besonders heiße Kandidaten dafür waren David Alaba und Jerome Boateng. Aber auch bei Toni Kroos bestand im Vorfeld zumindest die Wahrscheinlichkeit für einen neuen Kontrakt. Bei allen drei Spielern bestehen gute Chancen, dass sie weiterhin langfristig an den FC Bayern gebunden werden.

Leider wurde nichts davon bekannt gegeben. Immerhin betonte man mit Schöpf, Højbjerg und Green seine drei vielversprechendsten Jugendspieler und wies auf die ebenfalls sehr junge Führungsriege um Dreesen, Wacker und Sammer hin.

Fandialog

Den UEFA-Supercup kann man definitiv als »Schul­ter­schluss von Prag« bezeichnen. Auch auf der Hauptversammlung wurde die grandiose Stimmung gelobt. Die positive Einstellung der Vereinsoberen gegenüber den aktiven Fans begründet sich vor allem auf den letzten Wochen und den konsequenten Verzicht auf Pyrotechnik. Das Thema wurde im Anschluss aber nicht weiter ausgeführt.

In den Wortmeldungen wurde meistens die gute Stimmung betont, welche nach dem Saisonstart eine steile Entwicklung gemacht hat. Hier hätte ich mir ein paar Worte der Zustimmung für die Bemühungen der aktiven Fans gewünscht. Ein Lob für die jetzige Situation sollte nicht nur die Vereinsführung erreichen, sondern besonders die akribische Arbeit vieler Fans betonen. Man ist über seinen eigenen Schatten gesprungen, nutzt die bestehenden Möglichkeiten von Mal zu Mal mehr aus und schaut weiterhin positiv auf die künftigen Entwicklungen. Eine Wortmeldung zum Thema Manuel Neuer war besonders unnötig. Der Herr forderte mehr Zustimmung der Südkurve für unseren Torhüter, obwohl das Thema ja inzwischen einfach ruht und keine Aufregung erfordert. Hier kann man auch auf Teil 2 des Erfolgsfans Interviews mit Simon von der Schickeria verweisen.

Professor Salewski

Es ist still geworden um den »Konfliktmanager« und Berater Prof. Dr. Wolfgang Salewski. Sehr still. Fast hat es den Anschein, als ob man ihn auf ein Abstellgleis und aus der Schusslinie – im Sinne von Kritik gegen ihn und den Verein – gebracht hat. Während er am Anfang der Saison im Sport1-Bericht noch ein »Pech gehabt!« in die Kamera grinste, ist er inzwischen bei keinem Treffen und Gesprächen zwischen Fans und Verein anwesend. Eine gute Sache, denn man braucht ihn nicht, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. In einigen Kreisen gilt er als »Persona non grata« und behindert den Prozess eher.

Bei der Jahreshauptversammlung gab es keinen Hinweis auf das weitere Vorgehen bezüglich Salewski. Das ist natürlich gut, denn niemand möchte ihn wieder in erster Reihe diskutieren sehen, aber die endgültige Verabschiedung hätte alle gefreut. So bleibt seine Zukunft weiterhin ungewiss.

AKFD: Viagogo-Nachfolger

Wir haben zu den Bemühungen des Arbeitskreises Fandialog, Lösungen für einen Viagogo-Nachfolger zu finden, bereits berichtet. Das Versprechen, den auslaufenden Vertrag mit dem Dienstleister nicht zu erneuern, wurde in einem Nebensatz bekräftigt. Weitere Informationen gab es an dieser Stelle nicht. Ich habe ein wenig die Befürchtung, dass die Zeit – zur Erinnerung: Lösung muss bis nach der Winterpause stehen – sehr knapp bemessen ist und der Verein einfach seinen Vorschlag einführen wird und den Dialog an dieser Stelle vergisst. Die Mitgliederversammlung wäre ein guter Ort gewesen, um in wenigen Sätzen von Fan-, Vereins- oder AKFD-Seite einen kurzen Einblick in die aktuellen Bemühungen zu geben. Wir werden versuchen, weitere Informationen zu bekommen oder eventuell mit einem Beteiligten der Arbeitsgruppe zu sprechen.

Rummenigge

Karl-Heinz Rummenigge ist nach der Geldstrafe wegen zweier nicht verzollter Uhren vorbestraft. Die zwei Tage vor der Jahreshauptversammlung bekannt gewordene Meldung ist anscheinend völlig untergegangen. Zumindest wurde sie am Mittwochabend mit keiner Silbe zur Sprache gebracht.

Neben all den Themen zu Uli Hoeneß muss auch dieser Fall beachtet werden. Schließlich haben wir nun ein Vorstandsmitglied in unseren Reihen, welches vorbestraft ist. Interessiert das wirklich niemanden? Leider.

Viele dieser Punkte klären sich in den nächsten Wochen und Monaten. Taucht Professor Salewski nicht mehr auf, dann können wir uns definitiv freuen. Die Lösung zum Viagogo-Nachfolger wird uns ebenfalls Anfang 2014 erreichen. Fortschritte im Fandialog können wir jedes Wochenende in der Südkurve oder dem Auswärtsblock beobachten und vielleicht gibt es zum »Weihnachtsspiel« positives von den Vertragsgesprächen mit Alaba, Boateng und Kroos zu berichten.

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Leserkommentare
  1. Matthias

    Ebenfalls interessant wäre gewesen, wie der Stand der Dinge beim neuen Internat/Sportzentrum ist. Dort müsste doch eigentlich bald mal der Baubeginn sein.

    1. Stimmt. Dazu wurde überhaupt nichts gesagt. Es tauchte nur in irgendeinem Bericht als “Gründstück” auf. Die einzige bauliche Thematik war wohl eine Sporthalle für die Basketballer, denn da gab es kurz Unmut über die Red Bull Beteiligungen bzw. RB als Bauherr.

      1. Matthias

        Hat man am Stream gar nicht mitbekommen, dass es da Unmutsbekundungen gab bzgl. Red Bull gibt.

        Es ist das Beste was den Basketballern passieren kann, wenn Red Bull diese Halle baut, denn wir selbst können uns einen Neubau einer Halle mit min. 10.000 Plätzen nicht leisten und die Stadt bauen lassen? Dann wartet man in 10 Jahren noch.

        Die neue Halle muss aber relativ zeitnah her, da der Audi Dome nicht unbegrenzt lange benutzt werden darf UND vor allem stellt die Euroleague die Bedingung eine Halle mit mindestens 10.000 Plätzen zu haben um in Zukunft eine A-Lizenz erhalten zu können.

      2. Glaube der Unmut wurde kurz laut, als es um Red Bull als Bauherren ging. Weiß nicht mehr genau, aber war Rummenigges Rede. Er wiegelte das recht schnell ab und betonte auch, dass die Halle kein “Red Bull” im Namen tragen würde, sondern sie nur Bauherren sind.

        Die Anforderungen waren mir so nicht bewusst. Kenne mich beim Basketball leider zu wenig aus, aber macht Sinn, dass dann zeitnah reagiert werden muss.

      3. Matthias

        Eine A-Lizenz ist an bestimmte Bedingungen geknüpft, wie z.B. die Mindestkapazität der Halle. Die ist eben mit min. 10.000 angegeben. Wir werden sicher in den nächsten 2-3 Jahren kein Kandidat für eine A-Lizenz sein, da die sportliche Erfolgskomponente in der Euroleague noch nicht gegeben ist. Dort sind wie Newcomer, das erste mal überhaupt dabei und brauchen noch Zeit.

        Durch eine A-Lizenz erhält man das automatische Startrecht für die Euroleague, egal ob man Meister in Deutschland wird oder nicht. Man muss das System nicht mögen, wie die Startplätze der Euroleague verteilt sind, aber sie sind nun mal so verteilt. Und das langfristige Ziel muss eben diese A Lizenz sein, solange es dieses System gibt.

        Daher kommt man einfach nicht um die neue Halle herum. Hoeneß hatte selbst einmal gesagt, dass sich der FC Bayern Basketball es sich einfach nicht leisten kann, eine Halle für mindestens 80 Mio € selbst zu bauen. In den Medien war sogar zu lesen, dass Red Bull die Halle für bis zu 200 Mio € bauen will. Etwas besseres kann uns eigentlich nicht passieren, als dass ein privater Investor (Red Bull) Infrastruktur auf eigene Kosten baut und man dann nicht auf die Stadt angewiesen ist, wie das in der Olympiahalle der Fall wäre. Red Bull hat gleichzeitig auch zur Bedingung gemacht, dass man mit Bayern einen Partner hat, der bei der Auslastung der Halle einen wichtigen Teil beiträgt, damit sich das ganze Hallenprojekt wirtschaftlich trägt und nicht jedes Jahr große Verluste gemacht werden.

  2. […] besprochen: Jan Placht (Miasanrot) hat fünf Themen gesammelt, die bei der Jahreshauptversammlung der Bayern nicht zur Sprache kamen. […]

  3. Joshtree

    Klingt wie das Berliner Modell. Der Anschutz Entertainment Group gehören die Eisbären. Für die haben sie eine neue Halle gebaut, hatten damit schon mal einen Stammmieter. Um sie aber sinnvoll zu betreiben, wurde dann noch Alba Berlin umworben und, wie man hört, mit sehr günstigen Konditionen geködert. Die zahlen wohl nicht viel mehr als vorher für die kleinere Schmeling-Halle.

    Der Unterschied: Eishockey in München ist nun gerade nur peinlich, als Zugpferd taugt der EHC (heißen die noch so?) aber gar nicht, auch wenn sie nen ehemals tollen Trainer haben.

  4. […] Die fünf Themen, die auf der Bayern-Jahreshauptversammlung nicht zur Sprache kamen. (Miasanrot.de) […]

  5. […] Was die Bayern wollen, hat Miasanrot.de mit den fünf Themen, die auf der Bayern-Jahreshauptversammlung nicht zur Sprache kamen, bereits […]

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