FC Bayern bei der WM 2026 – Spieleranalyse: Min-jae Kim mit einem soliden Auftakt
Min-jae Kim durfte den Auftakt machen. In der Nacht zum Freitag kam der Innenverteidiger des FC Bayern München für Südkorea zum Einsatz.
In einem lange Zeit wenig packenden Spiel nahm er dabei eine wichtige Rolle ein, ohne selbst in irgendeiner Form für Spektakel zu sorgen. Während Mittelfeldmann Hwang In-beom und Offensivstar Kang-in Lee für die großen Highlights zuständig waren, lag Kims Verantwortungsbereich darin, das gesamte Spiel zu stabilisieren.
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Südkoreas taktischer Ansatz ist strukturiert, diszipliniert und nur in Teilen dynamisch. Vorn haben die Einzelkönner selbstverständlich ihre Freiheiten, aber die Abläufe im Spielaufbau sind klar, durchdacht und auf Sicherheit ausgelegt.
Kim bekam von Miasanrot für seinen Auftritt die Note 3. Doch auch wenn er nicht herausstach, hatte er großen Anteil daran, dass Südkorea mehrere schwere Phasen mehr oder weniger souverän überstand.
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Min-jae Kim: Noch vorsichtiger als beim FC Bayern
Für Fans des FC Bayern gab es dabei wenig Neues zu sehen. Mit dem Ball suchte Kim nur dann vertikale Lösungen, wenn so viel Raum vorhanden war, dass ein Fehlpass unwahrscheinlich wurde. Laut Wyscout kamen 47 seiner insgesamt 49 Pässe an. Beide Fehlpässe waren lange Bälle in die Mitte.

Der 29-Jährige spielte als zentraler Innenverteidiger einer Dreierkette. In manchen Phasen schien das Spiel an ihm vorbeizulaufen, weil er, wenn am Ball, vor allem seine beiden Partner in der zentralen Abwehr bediente und den Ball einfach quer spielte. Acht seiner Zuspiele gingen an Han-Beom Lee (rechter Halbverteidiger), zwölf an Gi-hyuk Lee (linker Halbverteidiger). Neun Zuspiele fanden den zentralen Mittelfeldspieler In-Beom Hwang. Die Grafik oben zeigt, dass sein Spiel vor allem aus Querpässen bestand.
Was sich wie Kritik liest, ist fürs Spiel von Südkorea aber wichtig. Kim macht kaum Fehler, hält sich mit Dribblings und risikoreichen Aktionen bewusst zurück – anders als im Trikot des FC Bayern, wo die taktische Ausrichtung deutlich vertikaler und progressiver ist.

Aber auch defensiv verteidigte Kim fast alles, was es zu verteidigen gab. Richtig gefordert wurde er dabei nicht, aber drei von vier Bodenzweikämpfen und sechs von sieben gewonnen Kopfballduellen sprechen gegen sehr harmlose Tschechen für sich. Außerdem fing Kim sechs Pässe des Gegners ab. Vier davon im eigenen Strafraum, einer direkt davor. Tschechiens Bemühungen, den Ball in den Strafraum zu schaufeln und auf Erlösung zu hoffen, ging in den meisten Fällen auch wegen Kim nicht gut.
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Min-jae Kim als wichtiger Ruhepol in Südkoreas Spiel
Südkorea hat in einer Gruppe mit überschaubarer Qualität gute Karten auf die K.-o.-Phase und vielleicht sogar auf den ersten Platz. Neben dem guten taktischen Korsett und einigen Highlightspielern im Mittelfeld und in der Offensive tragen Spieler wie Kim dazu bei, dass das Team sehr leistungsstabil agiert.
Selbst in den wenigen Druckphasen der Tschechen hatte man nie das Gefühl, dass die Südkoreaner aus der Ruhe kommen. Klar ist auch, dass die Europäer noch kein echter Gradmesser waren. Dafür war ihr Spiel zu unstrukturiert und ideenlos.
Auch für Kim kommt vor allem mit dem hohen Pressing von Mexiko erst noch ein Gegner, der ihn ernsthaft auf die Probe stellen könnte. In der Nationalmannschaft wirkt er jedoch häufig sattelfester als im System von Vincent Kompany. Die Ruhe, die er im ersten Spiel ausstrahlte, wird es im zweiten Spiel gegen den Gastgeber ebenfalls brauchen. Denn neben der Gegnerqualität wird auch die Atmosphäre eine andere sein.



