JAAAA! Der FC Bayern gewinnt die Champions League 2019/20!

Christopher Trenner 23.08.2020

Nach dem Triumph 2013 scheiterte der FC Bayern zuletzt viermal im Halbfinale. Gegen Lyon glückte der Einzug ins Finale und dort wartete Thomas Tuchels Paris.

Falls ihr es verpasst habt

Die Aufstellungen

Hansi Flick ging mit seiner Aufstellung All In. Der Bayern-Trainer veränderte seine Aufstellung auf nur einer Position. Auf dem linken Flügel startete der gebürtige Pariser Coman. Der defensiv etwas stärkere Perišić saß auf der Bank. Ansonsten gab es keine Wechsel. Somit blieb Pavard nur die Bank, obwohl Tuchel mit ihm gerechnet hat. Flick setzte also auf volle Offensive.

Bei Paris Saint-Germain gab es ebenfalls wenige Überraschungen. Navas kehrte zurück in die Startelf. Im Halbfinale gegen Leipzig fehlte er noch mit einer Verletzung. In der 4-3-3-Grundformation blieben Herrera, Marquinhos und Pardes in der Startelf. Für Verratti kam, wie für Pavard auf Seiten des FC Bayern, die Partie noch zu früh. Im Fokus standen natürlich Neymar, Mbappé und Di Maria.

Geleitet wurde die Partie von Daniele Orsato.

1. Halbzeit

Der FC Bayern presste von Beginn an hoch und war sofort in der Partie. Im eigenen Ballbesitz ließ sich Thiago zwischen Boateng und Alaba fallen, um das Pariser Pressing zu umgehen, die zunächst defensiv auf ein 4-4-2 setzten. Somit blieb zunächst nur der lange Ball als Stilmittel zur Spieleröffnung. Die Nervosität war einigen Bayern-Spielern sichtlich anzumerken. Nach 10 Minuten kamen die Franzosen gefährlicher. Mit langen Bällen hinter die Abwehr, erspielten sich Mbappé und Neymar Abschlussmöglichkeiten. In der 17. Minute wurde dabei Neuer erstmals geprüft.

Nur vier Minuten später meldete sich die Münchner Offensive in der Partie an. Nach einer Halbfeldflanke von Davies, konnte Lewandowski zu einem Drehschuss ansetzen. Der Ball klatschte an den Pfosten. Auf der Gegenseite vergab Di Maria, nachdem sich die Pariser aus dem Bayern-Pressing spielerisch befreiten. In dieser Szene verletzte sich Boateng. Für ihn kam früh Niklas Süle (24.). Paris war jetzt feldüberlegen und hatte noch weitere Abschlüsse.

Nach einer halben Stunde kippte die Partie zugunsten der Bayern. Über längere Ballbesitzphasen kam mehr Sicherheit in das Aufbauspiel. Thiago zockte im Mittelfeld gegen das Pariser Pressing. Es gelang aber den Außenbahnspielern zu selten, hinter die Grundlinie zu gelangen. Dennoch gab es einige Halbchancen. In der Schlussphase entwickelte sich nochmals ein offener Schlagabtausch. Alaba spielte einen katastrophalen Fehlpass im eigenen Strafraum. PSG kombinierte über Di Maria, Mbappé kam frei zur Großchance, doch sein Abschluss war kein Problem für Neuer. Auf der Gegenseite legt Kehrer den Arm auf Coman im Strafraum – für Orsato zu wenig für einen Strafstoß.

Mit einem 0:0 ging es in die Kabine. Die Bayern waren in einigen Situationen zu nervös. Gerade Müller und Davies zeigten sich ob des Finales sichtlich beeindruckt. Paris hatte zur Pause einen Abschluss mehr, während die Bayern mehr Ballbesitz, eine bessere Passquote und eine bessere Zweikampfquote hatten.

2. Halbzeit

Ohne Wechsel ging es aus der Kabine. Der FC Bayern hatte nach wie vor viel Ballbesitz, konnte sich aber nicht in das Angriffsdrittel spielen. Paris stand stellenweise sehr tief, behielten aber die Ordnung – bis zur 59. Minute. Über Müller, Gnabry und Kimmich überluden die Bayern die rechte Seite. Letztgenannter flankte auf den langen Pfosten und fand Kingsley Coman. Der legte den Ball entgegen die Laufrichtung von Navas. Das 1:0 für die Bayern.

Thomas Tuchel brachte Verratti für Paredes, um die Offensive zu beleben (64.). Flick wechselte drei Minuten später doppelt und schickte Perišić und Coutinho aufs Feld. Der Torschütze Coman und Gnabry mussten weichen. Kurz nach den Wechseln kam Paris gefährlich vor das Bayern-Tor. Di Maria steckte durch auf Marquinhos, der am überragenden Neuer scheiterte (70.).

Tuchel erhöhte in der 80. Minute das Risiko. Bernat und Di Maria mussten runter. Es kamen Kurzawa und Choupo-Moting. Den Bayern gelang es über hohes Pressing Paris weit weg vom eigenen Tor zu halten. Die Uhr lief für die Mannschaft von Hansi Flick. Dieser schickte Tolisso für den überragenden Thiago.

Paris versuchte es mit wütenden Vorstößen, doch kam nicht mehr zum entscheidenden Abschluss. Der FC Bayern gewinnt das Champions-League-Finale der Saison 2019/20. In einer Saison, die aufgrund interner und externer Umstände nicht hätte komplizierter sein können. Nach über 12 Monaten holt der FC Bayern das zweite Triple der Vereinsgeschichte. Sie sind die Könige von Europa.

Dinge, die auffielen:

1. Große Spiele, sind große Spiele

Es gab eigentlich keinen Grund für den FC Bayern nervös zu sein. Mit der Siegesserie und den teilweise sehr überzeugenden Auftritten, hatten die Münchner genug Selbstvertrauen und Sicherheit mitbringen können. Eigentlich. Davon war in den ersten 45 Minuten nicht so viel zu sehen. Gerade Davies, aber auch Alaba produzierten Fehler im Aufbauspiel, die in der Saison bis dato selten zu sehen waren. Es war eben doch ein Endspiel. Auch in der Offensive gingen die Bayern zunächst nicht das volle Risiko. Coman spielte am Flügel meist in Unterzahl und produzierte so einige Ballverluste.

In der zweiten Halbzeit besserte sich das Bild. Vor und nach dem Tor kontrollierten die Bayern insgesamt länger als Paris die Partie.

2. Flick macht alles richtig

Hansi Flick setzte auf Kingsley Coman in der Startelf anstelle von Perišić. Diese Idee ging auf. Coman war der Aktivposten bei den Bayern, die viele Angriffe über die linke Seite initiierten. Wenn es gefährlich wurde, war Coman beteiligt. So auch beim Treffer zum 1:0. Die Bayern bekamen selten Raum am Strafraum von PSG. Coman bestrafte die Unordnung und verwandelte seine erste Chance. Ausgerechnet der gebürtige Pariser und ehemalige PSG-Spieler traf. Flick hatte mit seinem Wechsel in der Startelf die richtige Idee.

3. Defensive gewinnt Titel

Viele erwarteten ein Feuerwerk, doch es wurde ein knappes Spiel. Beide Teams überzeugten mit einer sehr guten defensiven Grundordnung. Dem FC Bayern gelang es, über weite Strecken der Partie das Tempo von Mbappé, Di Maria und Neymar aus dem Spiel zu halten. Nicht immer, aber über die längeren Phasen des Spiels. Vor allem nach dem Wiederanpfiff bis zum Führungstor waren die Bayern extrem Stark im Pressing und ließen Paris keine Chance auf Konter. Natürlich bedurfte es auch eines überragenden Manuel Neuers, der bei Durchbrüchen die letzte Abwehrkette bildete.

4. Thiago?!

Wie oft wurde Thiago kritisiert für seine Leistungen. An diesem Abend lieferte der Spanier, wohl in seinem letzten Spiel für den FC Bayern, seine vielleicht beste Leistung. Thiago kurbelte das Spiel der Münchner immer wieder an. Mit seinen kleinen Drehungen und Dribblings raubte er Paris den letzten Nerv. Sie gaben das Angriffspressing zwischenzeitlich auf. In der Defensive stopfte er die Löcher, die entstanden. Stand fast immer richtig und krönte so im letzten Spiel seine Karriere – als Triple-Sieger.

5. Hansi Flick

Es ist ein Märchen, wie es nur der Fußball schreiben kann. Neun Spieler standen im Champions-League-Finale in der Startelf, die im November des vergangen Jahres beim 1:5 in Frankfurt untergingen. Hansi Flick brachte mit Taktik und Menschenführung die Mannschaft zurück in die Erfolgsspur. Sei es Müller oder Boateng – er hat nahezu alle Spieler besser gemacht. Das ist sein Verdienst. Der FC Bayern hat eine goldene Generation. Hansi Flick beschenkte sie mit dem zweiten Triple.

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