FC Bayern Frauen siegen in Wolfsburg: Eineinhalb Hände an der Schale?

Florian Trenner 23.03.2024

„Never change a winning team“ lautete die Devise von Alexander Straus nach dem 5:0- Sieg gegen Aufsteiger RB Leipzig. Ein eingespieltes Team also gegen den VfL Wolfsburg, der auf Kapitänin und Fixpunkt Alexandra Popp verzichten musste. Für Popp stürmte die wiedergenesene Eva Pajor von Beginn an.

FC Bayern Frauen: Schlagabtausch gegen mutige Wölfinnen

Im Vorfeld wurde viel über die Herangehensweise dieser Partie gesprochen. Würden die Bayern, vier Punkte vor Wolfsburg, das Spiel abwartender angehen und auf Konter lauern oder selbst früh versuchen dem Spiel den eigenen Stempel aufzudrücken? Die Antwort gab die Straus-Elf relativ früh. Ein rasanter Start in das Spiel bescherte Giulia Gwinn bereits in der dritten Minute eine hochkarätige Torchance als sie, gewollt oder nicht, mit einem Heber über Merle Frohms nur den Querbalken traf. In der Folge entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch mit Fehlern und guten Offensivszenen auf beiden Seiten. So wurde den Münchnerinnen fast ein Ballverlust von Linda Sembrandt zum Verhängnis, als Sveindís Jónsdóttir alleine vor Mala Grohs knapp links am Tor vorbeischoss.

Einige Minuten später war es wieder die Isländerin im grün-weißen Trikot, die einen gefährlichen Konter initierte aber nicht erfolgreich abschließen konnte. Die Bayern-Defensive, zuletzt sehr stabil, wackelte doch sehr bei langen Bällen und insbesondere Sembrandt hatte in der ersten Spielhälfte so ihre Schwierigkeiten mit dem VfL-Sturm.

Eine Schreckszene für die „Wölfe“ dann in der 20. Minute als Abwehrchefin Marina Hegering ohne Gegnereinwirkung und mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden sank und ausgewechselt werden musste. In der Folge wurde das Spiel etwas ruhiger, ehe Lea Schüller nach einem guten Steckpass von Sarah Zadrazil die VfL-Torhüterin Merle Frohms zu einer Glanzparade zwang.

Harder Tag für Wolfsburg: Pernille brilliert zweifach

Kurz nach der Halbzeitpause war die deutsche Nationaltorhüterin dann allerdings machtlos. Eine eigene Ecke flog den Wölfinnen um die Ohren. Klara Bühl gewann den Ball und machte mit ihrem Tempo einige Meter gut, Joelle Wedemeyer konnte oder wollte die Angreiferin nicht mehr mit einem taktischen Foul stoppen und den Diagonalball auf Harder verhindern. Die Dänin blieb im Sechzehner cool, wackelte Hendrich aus und traf zum vielumjubelten 1:0 ins Tor. Und zehn Minuten später fiel bereits die Vorentschedung in diesem Spiel: Erneut war es Klara Bühl, die einen Angriff einleitete und eine Ecke herausholen konnte. Diese trat die Außenspielerin selbst in Richtung Tor wo Jovana Damnjanović samt Zopf zum Ball hochstieg und das Leder in die lange Ecke lenkte. Oder war das Haar zu kurz? Der Kontakt war so minimal, dass das Tor wohl Bühl zugeschrieben wird. Ein direkt verwandelter Eckball also.

Big Points im Kampf um die Meisterschaft für die FCB-Frauen

Das Spitzenspiel war nun entschieden, die Moral der Gastgeberinnen gebrochen. Die Bayern-Defensive hatte Pajor und Co. nun deutlich besser im Griff und konnte wiederum offensive Nadelstiche setzen. So geschehen in der 76. Minute, als Bühl ein Kopfball-Duell auf der linken Seite gewinnen konnte und der Ball bei Harder landete die wiederum Lea Schüller mit einem Schnittstellenpass bediente. Die deutsche Nationalstürmerin blieb vor ihrer DFB-Kollegin Frohms eiskalt und vollendete zum 3:0. Der erste Sieg des FC Bayern in Wolfsburg seit 15 Jahren war nun nur noch Formsache. Das 4:0 durch Georgia Stanway in der 87. Minute war dann ein Sinnbild der gesamten Partie: Die Engländerin konnte im Mittelfeld nicht gestoppt werden und versuchte aus gut zwanzig Metern ihr Glück: Kathy Hendrich fälschte unglücklich ab, so dass der Ball unhaltbar ins rechte Eck fiel: Gnadenlos effektiv sagen die einen, etwas zu hoch gewonnen sagen die anderen.

Den Bayern wird die Nachbetrachtung egal sein. Mit nun 7 Punkten Vorsprung auf den direkten Verfolger ist den Münchnerinnen die Meisterschaft nun fast nicht mehr zu nehmen. „Einen sehr großen Schritt“ hätte man heute gemacht, gab Bühl an den TV-Mikrofonen zu Protokoll.

Die Bayern wollen nächste Woche den nächsten großen Schritt machen. In Richtung DFB-Pokal Finale. Am Ostersonntag erwartet man zuhause Eintracht Frankfurt.



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