Edna Imade ist beim FC Bayern trotz guter Statistiken noch nicht vollends angekommen
Bild: Pau Barrena/Getty Images

Edna Imade beim FC Bayern: Viele Tore, wenig Anbindung

Florian • 30.09.2026 •


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Ein kluger Ball von Barbara Dunst in die Gasse, mit schnellen Schritten läuft Edna Imade ihren Verfolgerinnen davon, kurz nach oben geschaut, ein Querpass in den Lauf von Natalia Padilla-Bidas – Tor. Es war Ende März, als Imade mit zwei Scorerpunkten großen Anteil am Derbysieg gegen den 1. FC Nürnberg hatte.

Die spanische Angreiferin, die in wenigen Tagen ihren 26. Geburtstag feiert, ist seit Sommer 2025 beim FC Bayern unter Vertrag. Bianca Rech bezeichnete Imade als Spielerin mit einem spannenden Profil – „sie ist schnell, physisch stark und offensiv vielseitig einsetzbar“, so die Direktorin der Frauenabteilung in den Vereinsmedien nach der Verpflichtung.

Bis Imade ihre Stärken unter Beweis stellen konnte, dauerte es aber ein wenig. Die Angreiferin wurde nach ihrem Wechsel aus Granada an die Isar direkt weiterverliehen: Bei Real Sociedad San Sebastián konnte sich die Stürmerin mit elf Toren aus zwölf Einsätzen nachhaltig für die Bundesliga empfehlen. Und da im Winter 2025 Lea Schüller die Münchnerinnen in Richtung Manchester verließ, war Platz im Kader des Double-Siegers.

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Edna Imade: Vor dem Tor eiskalt

So weit, so verständlich. Und Edna Imade machte in München auch da weiter, wo sie in Spanien aufhörte: Sie schießt Tore. Die Statistiken belegen das – Imade steht bei 23 Einsätzen, elf Toren und einer Vorlage. Bei einer Spielzeit von 1.083 Minuten ist sie somit alle 90 Minuten an einem Treffer direkt beteiligt.

Eine Quote, die zuletzt durch den mageren Auftritt im DFB-Pokal in Gladbach deutlich veschlechtert wurde. Denn zur Wahrheit gehört auch: Imade ist vor dem gegnerischen Tor zwar eiskalt, sie hat es in Barcalas Team aber trotz ihrer guten Quote bisher nicht zu viel Spielzeit geschafft.

Nur neunmal spielte Imade bisher von Anfang an für den FCB. In den entscheidenen Saisonspielen, wie beispielsweise im DFB-Pokalfinale gegen Wolfsburg (13 Minuten) oder in den K.-o.-Duellen gegen Manchester United und den FC Barcelona in der Champions League (38 Minuten in vier Spielen) bleibt ihr nur die Zuschauerinnen-Rolle. Auch zum Auftakt in der Königinnenklasse in dieser Saison, beim bitteren 2:2 gegen Manchester City, kam Imade nur auf mickrige zwölf Minuten Spielzeit.

An Harder ist kein Vorbeikommen

Nun ist es so, dass es keine Schande ist, wenn man an einer gewissen Pernille Harder nicht vorbeikommt und sich hinter der Dänin etwas um Spielzeit gedulden muss. Es ist auch kein Fehler, wenn man als Team eine treffsichere Option auf der Bank weiß, die im Spielverlauf gegen müde Verteidigerinnen reinkommen kann.

Doch die Probleme von Imade sind größere und nicht nur personell bedingt. Die Spanierin scheint immer noch nicht vollends in München angekommen zu sein. Sie hat ihre Stärken im Strafraum, sie ist kopfballstark, hat einen guten Abschluss und zeichnet sich durch eine gute Grundschnelligkeit aus. Alles Tugenden, die beim FCB aus unterschiedlichen Gründen bis dato nicht vollumfänglich zum Zug kommen.

Der FC Bayern spielt einen dominanten Fußball. Unter José Barcala will das Team permament den Ball haben, spielerisch Lösungen finden. Der spanische Übungsleiter gewährt den Spielerinnen Freiheiten, lässt sie im Spiel rotieren. Harder weicht so gerne von der Sturmspitze auf die Zehn oder auf die Flügel, Damnjanović tut es ihr gleich. Imade hingegen verweilt gerne im Strafraum.

Passt Imade zum bayerischen Kombinationsspiel?

Die spanische Nationalspielerin lauert auf Bälle, bindet Gegenspielerinnen. In das flüssige Kombinationsspiel mit Bühl, Dallmann und Co. ist sie selten bis gar nicht eingebunden. Auch gegen Gladbach hatte sie kaum Ballaktionen.

Was auch auffällt: Spielt Imade, versuchen die Außenbahnspielerinnen des FCB vermehrt ihr Glück mit hohen Flanken. Die ebenso kopfballstarken Damnjanović oder Harder werden bevorzugt am Boden angespielt. Weil man mit flachen, schnellen Kombinationen eine tiefstehende Abwehrreihe besser auseinanderziehen kann. Und weil Flanken im modernen Fußball selten erfolgsversprechend sind.

Der Verdacht liegt also nahe, dass Imade nicht richtig zum FCB-Spiel passt. Und wenn man die Angreiferin am Ball sieht, ist es nicht von der Hand zu weisen, dass Harder und Co. ihr technisch überlegen sind. Auch das ist keine schlechte Nachricht per se, da man als Team verschiedene Profile benötigt.

Zum Problem kann die fehlende, spielerische Einbindung allerdings dann werden, sollten Harder oder Damnjanović mal ausfallen. Es ist die Aufgabe von Barcala, Imade besser ins Spiel zu integrieren. Und Imade muss zeigen, dass sie mehr sein kann als „nur“ die Strafraumstürmerin. In München hat man sich vermutlich mehr von den Szenen versprochen, wie sie im März diesen Jahres passiert sind. Die Vorlage auf Padilla-Bidas war, bei aller Treffsicherheit von Imade, der bisher einzige Assist der Spanierin.

Auch hier hat die Nummer 29 Nachholbedarf. An Gelegenheiten, ihr Potenzial zu zeigen, mangelt es nicht. Die Münchnerinnen stehen vor intensiven Wochen in Champions League, Pokal und Bundesliga.

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