FC Bayern gegen den BVB in der Vorschau
Am Samstagabend ist es wieder soweit. Der deutsche Klassiker, wie das Topspiel zwischen dem FC Bayern und dem BVB seit einigen Jahren genannt wird, steht an. Der deutsche Rekordmeister empfängt Borussia Dortmund in der Münchner Allianz Arena.
Beide Mannschaften stehen nach sieben Spieltagen punktgleich an der Tabellenspitze der Bundesliga. Der FC Bayern hat lediglich aufgrund der besseren Tordifferenz die Nase vorn. Dadurch bekommt das erste direkte Ligaduell in dieser Saison eine besondere Brisanz.
Bereits im Franz-Beckenbauer-Supercup zu Beginn der Saison trafen beide Teams aufeinander. Im Dortmunder Signal Iduna Park konnte sich die Mannschaft des FC Bayern knapp mit 2:1 durchsetzen.
Der BVB ist unter Trainer Niko Kovač eindeutig wieder näher an die Münchner herangerückt. Reicht das aktuelle Niveau bereits, um dem Rekordmeister ein Bein zu stellen? Diese Frage wird auf dem Platz beantwortet werden. Miasanrot schaut auf die derzeitige Situation beider Teams vor dem Spitzenspiel.
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Zwei unterschiedliche Philosophien: Kompromissloser Offensivfußball vs. defensive Stabilität
Der FC Bayern stellte in der vergangenen Saison einen neuen Torrekord in der Bundesliga auf. Auch in der laufenden Spielzeit konnten die Münchner an den ersten sieben Spieltagen bereits 25 Tore erzielen. Mehr als kein anderes Team. Der BVB auf der anderen Seite ließ bisher lediglich vier Gegentore zu und stellt damit die beste Defensive der Bundesliga.
Damit treffen am Samstagabend auch einmal mehr zwei unterschiedliche Spielphilosophien zweier Trainer aufeinander. Für die Mannschaft von Vincent Kompany ist die offensive Spielweise längst Teil ihrer Identität geworden. So äußerte beispielsweise Konrad Laimer im Interview in der Mixed Zone nach dem 6:1-Kantersieg gegen seinen Ex-Verein RB Leipzig, dass er kein Mitleid habe und grundsätzlich auch bei einer 3:0-Führung immer gewillt ist, noch mehr Tore zu erzielen.
Kovač hingegen schaffte es in Dortmund, die Defensive zu stabilisieren. Eine Tugend, für die der 55-jährige Kroate steht wie kaum ein zweiter, ist der Arbeitsethos, den er selbst an den Tag legt und gleichzeitig von seinen Spielern abverlangt. Der ehemalige Bayern-Coach sieht sich selbst als Arbeiter und das spiegelt sich ebenfalls in seiner Art, Fußball spielen zu lassen, wider.
Beim BVB etablierte er eine Dreierkette mit Schienenspielern auf den Außenbahnen und einer Doppelsechs vor der Abwehr. Aus einer kompakten Defensive heraus soll das Spiel kontrolliert werden, sodass es nicht verwunderlich ist, dass dies teils zu Lasten der offensiven Durchschlagskraft geht. So erzielten die Dortmunder in den vergangenen beiden Bundesliga-Partien lediglich ein einziges Tor und konnten dabei nichtsdestotrotz vier Punkte einfahren.
Es ist aufgrund der unterschiedlichen Herangehensweisen beider Teams zu erwarten, dass der FC Bayern am Samstagabend die Spielkontrolle weitestgehend an sich reißen wird. Spannend wird zu beobachten sein, wie viel Durchschlagskraft der Rekordmeister gegen die gut organisierte BVB-Defensive entwickeln kann und inwieweit die Schwarzgelben durch Umschaltmomente Entlastung schaffen können und den Bayern womöglich gefährlich werden.
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Wechselbad der Gefühle beim FC Bayern
Eine Mini-Ergebniskrise, Personalsorgen, eine Ballon d’Or-Verleihung und nebenbei noch englische Wochen. Beim FC Bayern ist derzeit viel los. Nachdem der Rekordmeister gegen den FC Augsburg (2:2) und Viking Stavanger (3:3) zweimal in Folge Punkte liegen ließ, fand die Mannschaft zuletzt sportlich wieder zurück in die Erfolgsspur.
Zwei souveräne Siege gegen RB Leipzig und den SC Freiburg in der Liga (6:1;3:1), dazwischen ein Remis gegen den amtierenden englischen Meister FC Arsenal in der Champions League (2:2) und vergangenen Mittwoch einen erfolgreichen Pokalauftritt gegen den 1. FC Magdeburg im DFB-Pokal (6:1) konnte der Rekordmeister seitdem verbuchen.
Für den anstehenden Klassiker müssen die Münchner voraussichtlich weiter auf Jamal Musiala verzichten. Der 23-jährige befindet sich nach einem Muskelfaserriss derzeit im Aufbautraining, sodass das Spiel gegen den BVB vermutlich noch zu früh für eine Rückkehr ist. Zudem fällt Luis Díaz mit einem Muskelbündelriss mehrere Wochen aus und steht daher für das Topspiel nicht zur Verfügung. Youngster Bara Ndiaye und Torhüter Manuel Neuer fallen ebenfalls aus.
Nicht ganz eindeutig ist die Situation bei Min-Jae Kim, der gegen den FC Arsenal angeschlagen ausgewechselt werden musste. Über eine Rückkehr des 29-jährigen wird kurzfristig entschieden.
Aaron Danks wird weiterhin Vincent Kompany an der Seitenlinie vertreten und die Mannschaft betreuen. Er äußerte sich auf der Pressekonferenz vor dem Spiel auch zur Personalie Joshua Kimmich. Dieser kehrte am Freitag zurück ins Mannschaftstraining; über einen Einsatz gegen den BVB wird spontan entschieden.
In die Startelf zurückkehren könnte unterdessen Aleksandar Pavlović. Er stand bereits gegen den 1. FC Magdeburg wieder im Kader der Münchner und wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt.
BVB: Effizienz und ein großes Fragezeichen
Für BVB-Trainer Niko Kovač ist die Personalsituation deutlich entspannter. Neuzugang Giannis Konstantelias fällt weiterhin wegen eines Kreuzbandrisses aus. Abgesehen davon kann Kovač aber weitestgehend aus dem Vollen schöpfen.
Ein großes Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Konstantinos Karetsas. Der 18-jährige, der ebenfalls diesen Sommer nach Dortmund wechselte, befindet sich nach einer Bänderverletzung wieder im Mannschaftstraining. Einen Einsatz gegen den FC Bayern ließ Kovač auf der Pressekonferenz offen.
Was den BVB neben der defensiven Stabilität auszeichnet, ist die Effizienz. Mit nur zwölf erzielten Toren nach sieben Spieltagen steht man auf Platz zwei, punktgleich mit dem Tabellenführer aus München. Fünf der sieben Pflichtspielsiege in dieser Saison gewann man mit nur einem Tor Unterschied. Die Dortmunder kassieren also nicht nur wenige Tore, sie wissen auch wie man knappe Spiele gewinnt. Eine Qualität, die in einem möglichen Titelkampf von entscheidender Bedeutung sein kann.
Die Effizienz als große Stärke offenbart gleichzeitig auch die vermutlich größte Schwäche, die der BVB aktuell hat. Der offensive kreative Output ist ein Problem, das sich auch in Zahlen widerspiegelt. So steht der BVB nach sieben Spieltagen im Ligavergleich hinsichtlich der xGoals nur auf Rang 14. Die Mannschaft erarbeitet sich für ein Spitzenteam zu wenige Großchancen.
Sollte die Mannschaft von Kovač in München ebenfalls Probleme haben, sich Chancen zu erarbeiten, dürfte das die Erfolgschancen deutlich schmälern, da es schwer werden dürfte, der offensiven Durchschlagskraft des Rekordmeisters standzuhalten, wenn die nötige Entlastung fehlt.
Ein kleiner Lichtblick für den BVB: Im DFB-Pokal gegen den SV Werder Bremen am Dienstagabend konnte man gleich drei Tore erzielen und zog durch einen 3:2-Erfolg in die nächste Pokalrunde ein.
Fazit: FC Bayern überlegen, BVB dennoch gefährlich
Mit Blick auf das Spiel am Samstagabend ist damit zu rechnen, dass der FC Bayern das Spielgeschehen mit dem Ball dominieren wird. Spannend wird zu beobachten sein, inwieweit der BVB dazu in der Lage sein wird, immer wieder gefährliche Nadelstiche durch Umschaltsituationen aus einer kompakten Defensive heraus zu setzen.
Denn sollte das gelingen, könnte die große Stärke der Effizienz gegen den Rekordmeister zum entscheidenden Faktor werden. Es wäre nicht das erste Mal in dieser Saison, dass der FC Bayern ein Spiel nicht für sich entscheiden kann, obwohl man das Spiel weitestgehend kontrollierte.
Klar ist jedoch auch, dass der die Bayern die Qualität haben, sich auch gegen defensiv stabil stehende Dortmunder zahlreiche Chancen zu erarbeiten. Werden diese genutzt, wird es ohnehin schwer für den Rekord-Vizemeister BVB, Punkte aus der Allianz Arena entführen zu können.
Angesichts der Tabellensituation könnte dieser Klassiker richtungsweisend für den weiteren Saisonverlauf und einen möglichen Titelkampf sein. Zu erwarten ist daher ein hochintensives Duell, in dem am Ende auch Emotionen und Momentum eine große Rolle spielen können.


