Manuer Neuer patzt schon wieder: Der FC Bayern kriegt ein Problem im Tor
Es waren keine zehn Sekunden gespielt, da lag der Ball schon im Münchner Tor. Manuel Neuer, nach eigenem Anstoß angespielt, nahm den Ball schlecht an, das Spielgerät sprang ihm vom Fuß, der darauffolgende Chip-Versuch schlug fehl – 1:0 für Augsburg.
Ein Fehler, wie er in dieser Form und auf diesem Niveau nicht passieren darf. Nach der schlechten Ballannahme hätte sich Neuer zum Befreiungsschlag, notfalls auf die Tribüne entscheiden soll. Der Versuch der spielerischen Variante entpuppte sich als fatal.
Zwar hat Alphonso Davies Aktien am Gegentreffer, weil der Kanadier seinen Gegenspieler nicht geblockt bekommt und der dann frei auf Neuer zulaufen kann – was vielleicht auch erklärt, warum der Torhüter sich die Kugel so weit vorgelegt hat. Doch dieser Treffer geht selbstverständlich dennoch voll auf den einstigen Welttorwart.
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FC Bayern: Manuel Neuer patzt zuletzt häufiger
Der Gegentreffer in Augsburg reiht sich ein in eine Liste ein von Patzern, die dem 40-Jährigen in den letzten Monaten passierte. Man denke nur an den Fehler gegen Real Madrid, als Arda Gürler nach einem Fehlpass früh zur Führung traf oder an das Auswärtsspiel in London, als Neuer bei zwei der drei Gegentreffer gegen den FC Arsenal seine Aktien hatte.
Ob Aston Villa, Leverkusen oder eben jetzt Augsburg: Das sind keine seltenen Ausnahmen mehr. Klar ist: Kein Mensch ist perfekt und Fußball ist ein Fehlersport. Wenn Spieler keine falschen Entscheidungen treffen würden, würden mutmaßlich alle Spiele 0:0 ausgehen.
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Klar ist auch, dass Manuel Neuer dem FC Bayern in den vergangenen 14 Jahren seit seinem Wechsel durch tolle Paraden einige Punkte gerettet hat. Neuer war es auch, der mit seiner offensiven Spielweise das Torwartspiel revolutionierte und als Quasi-Libero viele Angriffe der Münchner initiierte.
Doch im Profisport zählt das Hier und Jetzt. Manuel Neuer ist leistungstechnisch schon lange nicht mehr der Ausnahmetorhüter. Der Weltmeister von 2014 liefert zwar hin- und wieder auch starke Leistungen, die Aussetzer häufen sich aber ebenso. Der Ex-Schalker ist zudem auch nicht mehr als Elfmeterkiller in Erscheiung getreten.
Auf der anderen Seite hat der FC Bayern mit Jonas Urbig einen Keeper in den Reihen, der seit Monaten konstant gute Leistungen bringt. Der Ex-Kölner hat nicht nur Stärken im klassischen Torwartspiel, Urbig ist ebenso stark am Ball und überzeugt mit präzisen, langen Bällen in die Spitze. Die Nominierung Urbigs in die Nationalmannschaft war daher folgerichtig.
Eine Lex Neuer ist das falsche Zeichen
Nun könnte man meinen, dass es nur allzu logisch wäre, dass ein schwächelnder Neuer peu à peu Platz für seinen Nachfolger macht. Doch Neuer ist beim FC Bayern weiterhin als Stammtorhüter gesetzt. Eine Entscheidung, die man zwar anhand der Verdienste von Neuer begründen kann, die allerdings nicht nachhaltig ist. Denn jedes Spiel, das Urbig auf der Bank verbringen muss, ist ein verlorenes Spiel in seiner Entwicklung.
Wenn der FC Bayern Urbig die Nummer 1 in München zutraut, muss er auch spielen. Als Klub mit hohen Ambitionen kann man sich keine Lex Neuer erlauben. Der stärkere Torhüter muss, so wie es auch bei den Feldspielern der Fall ist, spielen. Aktuell liegt der Verdacht nahe, dass hier noch mit zweierlei Maß gemessen wird. An der Säbener Straße hat man verpasst, Klarheit in dieser Situation zu schaffen. Der Sommer war der perfekte Zeitpunkt für einen Wechsel.
Eine Situation, die sportlich dem FC Bayern schaden kann und individuell für Urbig auch nicht förderlich ist. Denn sollte man nun, mitten in der Saison, Neuer auf die Bank setzen, hat man unweigerlich einen Nebenschauplatz aufgemacht, den man nicht so einfach wegmoderiert bekommt.
Bleibt man in der aktuellen Konstellation und patzt Neuer weiter, werden die Diskussionen ebenfalls nicht weniger. Eine Lose-Lose-Situation, die sich nur vermeiden lässt, wenn Neuer sich bis zum Saisonende, und seinem Vertragsende stabilisiert. Dies ist aktuell nicht komplett absehbar.



