Filip Pavić (FC Bayern)
Bild: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

FC Bayern: Wer ist Filip Pavić? – Stärken, Potenziale und Kurzportrait

Justin 04.08.2026


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Vincent Kompany und der FC Bayern nutzen die Asien-Reise, um zahlreichen Talenten eine Chance zu geben. Unter ihnen: Filip Pavić.

Der 16-jährige Innenverteidiger hat bereits etwas geschafft, was den allermeisten in seinem Alter noch nicht gelungen ist: Er absolvierte schon 18 Pflichtspielminuten für die Profimannschaft des Rekordmeisters – und das auch noch in der Champions League.

Am 18. März dieses Jahres wurde Pavić im Achtelfinale gegen Atalanta eingewechselt. Ein Einsatz, der Talenten nicht einfach geschenkt wird und der unterstreicht, wie hoch der Stellenwert des jungen Abwehrspielers in München ist. Dort glaubt man an eine große Karriere.

Miasanrot hat sich den Rechtsfuß genauer angesehen.

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Pavić ist in Freising geboren, spielt aber für die kroatische U17-Nationalmannschaft. Sein Vertrag in München läuft noch bis 2029. Dass man im Januar derart langfristig für einen jungen Spieler verlängert hat, spricht ebenfalls für das Vertrauen, das der FCB in seine Entwicklung hat.

2019 wechselte Pavić ablösefrei aus Waldperlach an den Campus und entwickelte sich dort schnell zu einem der vielversprechendsten Innenverteidiger seiner Altersklasse – auch über München hinaus. In jungen Jahren hat er bereits eine enorme Reife in seinem Spiel. Er übernimmt viel Verantwortung und kann ein Spiel zuverlässig lesen.

Im modernen Fußball reicht es für den ganz großen Durchbruch nicht mehr, wenn Innenverteidiger „nur“ gut verteidigen können. Sie müssen sich am Spielaufbau aktiv beteiligen und Lösungen mit Qualität unter Druck finden. Genau das kann Pavić.

Wo liegen die Stärken von Filip Pavić?

In der Innenverteidigung ist er fast immer der dominante Spieler, sucht vertikale Lösungen und hat den Kopf ständig oben. Pavić hat eine sehr gute Übersicht und eine schnelle Ballverarbeitung. Auch unter Pressingdruck wird er nicht nervös und findet meist gute Lösungsansätze.

Dabei scheut der U-Nationalspieler kein Risiko. Laut Wyscout sind fast 81 Prozent seiner Aktionen erfolgreich, was im Jugendbereich und angesichts seines progressiven Spiels eine sehr gute Quote ist. Zum Vergleich: Dayot Upamecano kam in der abgelaufenen Saison auf eine Erfolgsquote von etwas mehr als 82 Prozent.

Pavić kann sowohl lange Diagonalbälle spielen, als auch kurze linienbrechende Pässe ins Zentrum. Aber auch in den klassischen Kernaufgaben eines Innenverteidigers weiß er zu überzeugen. Er ist zweikampfstark, hat eine gute Athletik, ist schnell im Kopf und auf den Beinen und hat eine gute Zweikampfführung, die er unter Kompany sicherlich nochmal verfeinern und verbessern kann.

Seine hohe Beweglichkeit und Handlungsschnelligkeit machen ihn aber zum mit großem Abstand interessantesten Innenverteidiger am Campus. Physisch dürfte er mit dem Sprung in den Männerfußball keine allzu großen Schwierigkeiten haben und auch im Kopfballspiel ist er ausreichend gut.

In der Arbeit gegen den Ball hat Pavić eine gesunde Aggressivität, rückt auch mal aus der Kette, weiß aber genauso, wann es besser ist, den Raum hinter sich nicht zu öffnen. Allerdings spielte er bisher auch kaum in einem System wie dem der FCB-Profis, wo Innenverteidiger sehr viel Raum mit sehr wenigen Mitspielern verteidigen müssen.

Wo kann sich Pavić noch verbessern?

Große Anpassungsschwierigkeiten sind mit seiner Athletik und seiner Spielintelligenz aber eher nicht zu erwarten. Mit seinen 16 Jahren sind es eher die klassischen Faktoren abseits des reinen Talents, die den weiteren Weg bestimmen werden. Bleibt er so fit und verletzungsfrei wie aktuell? Welche nächsten Entwicklungsschritte sind sinnvoll für ihn? Wie stabil ist sein Umfeld? Bekommt er das Vertrauen von seinen Trainern?

Sein Verbesserungspotenzial beruht rein darauf, seine vorhandenen Fähigkeiten von Jahr zu Jahr sukzessive zu steigern und zu verbessern. Echte Schwächen hat er nicht. Vielleicht ist er in mancher defensiven Umschaltsituation noch einen Tick zu unkoordiniert. Aber da gibt es keine Probleme, die man klar als Limitation bezeichnen könnte. Es sind eher einzelne Momente, die für ein junges Talent vollkommen normal sind.

Trotz seines schon progressiven Spiels könnte er sogar noch etwas mutiger werden. Manchmal wirkt er im Aufbauspiel noch etwas zurückhaltend, obwohl er die Fähigkeiten hat und auch regelmäßig nachweist, hier großen Einfluss zu nehmen. Auch das ist aber etwas, was mit mehr Spielpraxis und Vertrauen in sich selbst und von außen kommen wird, oder kommen kann.

Welche Perspektive hat Pavić beim FC Bayern?

Für Pavić wird dieses Jahr ein sehr spannendes. Er ist mit 16 schon so weit wie kaum ein anderer Spieler in diesem Alter. Neben der regelmäßigen Beteiligung am Profitraining dürften Einsätze für die Amateure bereits ein sinnvoller nächster Schritt sein, um ihn an den physischeren Fußball im Männerbereich heranzuführen – zumal in einer Mannschaft, die alles andere als stabil und dominant ist.

Allzu lange sollte man ihn in der Regionalliga aber nicht „parken“. Schon im Winter oder im Sommer 2027 könnte es für ihn in den Profibereich gehen. Entweder, wenn die Entwicklung besonders positiv ist und Kompany ihm das Vertrauen schenkt, direkt beim FC Bayern oder eben per Leihe.

Mit Hiroki Ito und Min-jae Kim gibt es zwei Spieler, die eine ungewisse Zukunft in München haben. Hinzu kommt, dass Jonathan Tah bereits 30 ist. Es gibt also eine echte Perspektive für den 16-Jährigen. Ob er diese direkt nutzt oder über Umwege versucht, in München den Durchbruch zu schaffen, muss sich erst noch zeigen.

Die Karriere eines derart jungen Spielers lässt sich nicht vorhersagen. Dafür kann noch zu viel passieren. Und doch ist Pavić eines der vielversprechendsten Talente – auf einer Position, die in der Kaderplanung kurz- bis mittelfristig sehr interessant bei den Profis wird.

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