Nathaniel Brown: Der FC Bayern erscoutete einst vier Spieler aus seiner Jugendmannschaft – nur ihn nicht
Jugendfußball ist manchmal eben doch eine Blackbox. Datengesteuertes Scouting, Profis, die junge Spieler bewerten, Erfahrungswerte, generell professionelle Strukturen und Analysen – und trotzdem lässt sich die Entwicklung von jungen Menschen eben nicht wie in einem Videospiel vorhersagen.
Deshalb gibt es auch immer wieder kuriose Geschichten. Spieler, die eine Weltkarriere hingelegt haben und von anderen Klubs in jungen Jahren abgelehnt wurden. Oder Spieler, die sich erst sehr spät entwickelten und plötzlich Leistungen brachten, die ihnen nie jemand zugetraut hätte.
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Der bevorstehende Wechsel von Nathaniel Brown zum FC Bayern München ist auf seine Art auch ein Kuriosum. Der Außenverteidiger von Eintracht Frankfurt soll für eine Ablösesumme wechseln, die je nach Medium irgendwo zwischen 50 und 55 Millionen Euro liegt. Unklar ist, wie groß der Anteil einer fixen Zahlung ist und wie groß jener an variablen Bonuszahlungen. Brown unterschreibt demnach bis 2031.
Das eigentliche Kuriosum liegt aber darin, dass Brown theoretisch schon mal 2017 hätte Thema sein können. Denn damals schaute sich der FC Bayern sehr aktiv beim 1. FC Nürnberg um, um seinen 2003er Jahrgang (damals U15) zu verstärken. Teil der Mannschaft der jungen Franken, aus der am Ende vier Spieler nach München wechselten, war Brown.
Und während es die vier verpflichteten Spieler beim FCB nicht geschafft haben, kommt der, der damals so gar kein Thema war, nun für viel Geld.
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Der FCB holte vier Nürnberger aus dem Jahrgang von Nathaniel Brown
Luca Denk (heute FC Emmen, kein Spiel für die Profis des FC Bayern), Gabriel Marusic (heute Austria Salzburg, kein Spiel für die Profis des FCB), Johannes Schenk (heute Preußen Münster, kein Spiel für die Profis des FCB) und ein gewisser Frans Krätzig (heute Red Bull Salzburg, immerhin sieben Einsätze für die Profis des FCB) waren die vier Jugendspieler des FCN, die 2017 in die U15 des Rekordmeisters wechselten, Denk sogar direkt in die U16.
Brown, erst im Sommer 2016 von Regensburg nach Nürnberg gewechselt, kam nicht und war nach Miasanrot-Informationen auch gar kein Thema. Der heutige Nationalspieler ist den Scouts damals nicht besonders aufgefallen. Jemand aus dem Umfeld der Nachwuchsakademie des FCN hat uns diese Information bestätigt und sprach explizit davon, dass der damals noch sehr junge Spieler erst später große Entwicklungssprünge gemacht hätte.
Im März 2023 debütierte Brown für die Profis des 1. FC Nürnberg, im Sommer 2024 wechselte er für etwas mehr als fünf Millionen Euro nach Frankfurt.
FC Bayern: Große Fluktuation im 2003er Jahrgang
Der 2003er Jahrgang ist in München ohnehin einer, der so viel Zuwachs von außen bekam wie wohl kein anderer vor und bisher nach ihm. Nachdem man in der U13 mit diesem Jahrgang weit hinter den eigenen Erwartungen zurück geblieben war, wurde bis auf einen Spieler die komplette Mannschaft ausgetauscht. Unter anderem kam Alex Moj dann 2016 als Jugendtrainer von Augsburg nach München und mit ihm sechs Spieler des FCA.
Darunter Gabriel Vidovic, Lasse Günther und Behar Neziri, die heute im Profifußball angekommen sind. Die U14 gewann ihre Liga dann souverän und dennoch kamen die vier genannten Spieler aus Nürnberg, dazu mit Torben Rhein und Nemanja Motika zwei talentierte Spieler von Hertha BSC und Niklas Jessen vom FC St. Pauli.
Zur U16 kam im 2003er Jahrgang auch noch Grant-Leon Ranos (BVB). Im U17-Bereich wurden noch Bright Arrey-Mbi und Jamal Musiala vom FC Chelsea geholt. Dass der FC Bayern auch Spieler von außen dazuholt, ist üblich. In dieser Menge aber war der Jahrgang sehr speziell.
Brown war damals kein Versäumnis
Dass man Brown nicht schon früher geholt hat, ist derweil kein besonderes Versäumnis. Wie bereits erwähnt, deutete damals noch nicht viel darauf hin, dass er eine derart steile Karriere hinlegen würde. Außerdem lässt sich aus heutiger perspektive kaum sagen, ob er in München eine ähnliche Entwicklung genommen hätte.
Trotzdem ist die Hintergrundgeschichte einigermaßen kurios und unterstreicht, wie schwer es bei jungen Menschen vorherzusagen ist, wie sie sich auf dem Weg nach oben schlagen werden. Neben dem reinen Talent gibt es körperliche, mentale und soziale Faktoren. Es ist immer die Frage, ob ein Spieler richtig gefördert wird, ob er fit bleibt, ob er das passende und vor allem ein stabiles Umfeld hat. Ob es private Schicksalsschläge zu verkraften gibt oder ob schlicht die Motivation und Disziplin passen, um aus dem Talent das Maximum herauszuholen.
Die Bereitschaft dahinter, vieles aus der eigenen Jugend und Kindheit zu opfern, um am Ende Profi werden zu können, wird oftmals unterschätzt. Und dann gibt es immer noch zahlreiche Zufälle und äußere Faktoren, die Einfluss haben. Für Brown war es letztlich gut so, wie es gelaufen ist. Jugendfußball ist eben eine Blackbox. Und heute hat es ausgerechnet ein Spieler aus dem damaligen Nürnberger Jahrgang geschafft, den die Münchner damals nicht auf dem Zettel hatten.



