Harry Kane (FC Bayern) bejubelt sein Tor gegen den VfB Stuttgart
Bild: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

Kane nimmt VfB auseinander: FC Bayern gewinnt den Pokal!

Florian 23.05.2026



Unvorstellbar aber wahr: Die letzten fünf Endspiele im DFB-Pokal fanden ohne Münchner Beteiligung statt. Der FC Bayern, zuletzt in der Saison 2019/2020 zum Saisonabschluss in Berlin am Ball, wollte diese Schmarch im Finale gegen den VfB Stuttgart ausbessern und endlich den 21. Pokalsieg der Vereinsgeschichte feiern.

Der souveräne deutsche Meister bekam es im Finale mit dem VfB Stuttgart zu tun, der sich etwas glücklich gegen den SC Freiburg im Halbfinale durchsetzte und seinerseits den Pokaltriumph vom Vorjahr wiederholen wollte.

Gegen den Tabellenvierten der gerade zu Ende gegangenen Bundesliga-Saison setze Trainer Vincent Kompany auf seine beste Elf – einzig der langjährige Kapitän Manuel Neuer musste erneut pausieren. Das bedeutete im Detail: Im Vergleich zum Kantersieg gegen die Geißböcke rotierten Josip Stanišić, Aleksandar Pavlović und Michael Olise neu in die Startelf. Tom Bischof, Leon Goretzka sowie Lennart Karl mussten für das Trio weichen und nahmen vorerst auf der Bank Platz.

Weitere Artikel zum FC Bayern München:

DFB-Pokal-Finale gegen VfB Stuttgart: Business as usual

Die Schwaben starteten intensiv in die Partie. Deniz Undav hatte nach gut einer Minute die erste Halbchance, der Kopfball des Nationalstürmers nach einer Ecke war aber zu unplatziert. Und auch sonst zeigte der VfB gleich, dass man nicht das vierte Pflichtspiel in dieser Saison (nach zuvor Supercup und zwei Mal in der Bundesliga) gegen den FC Bayern verlieren möchte.

Der FC Bayern versuchte in der Anfangsphase mit langen Bällen von Urbig das Pressing der Stuttgarter zu überspielen. Problematisch aus bayerischer Sicht war jedoch, dass die Bälle nicht festgemacht werden konnten. Der VfB hatte mehr vom Spiel, die Münchner konnten Alexander Nübel bisher nicht gefährlich werden. Ein Spielverlauf, den man so im Duell mit den Stuttgartern desöfteren beobachten konnte.

In der 17. Minute wurde es dann erstmals eng für den FC Bayern, als Mittelstädt nach einem Ballgewinn des VfB aus gut zwanzig Metern Urbig zu einer Parade zwang. Der Neuer-Vertreter konnte das Spielgerät zur Ecke abwehren, die nichts einbrachte.

In der Folge kam der FC Bayern etwas besser ins Spiel, die Münchner erhöhten die Intensität in den direkten Duellen und konnten so das Spiel etwas ausgeglichener gestalten, der Europapokal-Teilnehmer aus Baden-Württemberg hatte jedoch weiterhin mehr Ballbesitz, die Bayern lauerten auf Konter, nach 30 Minuten lautete das Torschussverhältnis 1:7 aus FCB-Sicht.

In der 36. Minute verbesserte dann Josip Stanišić das Torschussverhältnis aus Münchner Sicht. Der Rechtsverteidiger zog aus zentraler Entfernung einfach mal ab, Nübel konnte den harten aber zu zentralen Abschluss parieren.

Werbung (Affiliate):

Das Duell zwischen beiden Teams blieb hitzig und sehr körperbetont. Und Schiedsrichter Sven Jablonski hatte daran auch seine Aktien, da er sehr viel laufen ließ und auch bei der Foul-Beurteilung in den ersten 45 Minuten sehr großzügig agierte, in der ein oder anderen Situation sicherlich zu gönnerhaft, besonders Musiala und Olise wurden das ein oder andere Mal resolut von den Stuttgartern angegangen.

Ohne personelle Wechsel starteten beide Teams in die zweite Halbzeit. In der 55. Minute sorgte ein recht untypisches Tor für die Führung des FC Bayern: Olise hatte auf der rechten Seite etwas Zeit und löffelte das Spielgerät mit seinem schwachen Fuß in die Mitte wo Harry Kane merklich unbedrängt zum 1:0 einköpfen konnte. Die erste richtige Torchance der Münchner, sofort genutzt.

Eine Anekdote für Stastitik-Freunde: Laut Opta ist Harry Kane erst der dritte Spieler, der in jeder Pokalrunde mindestens einmal treffen konnte. Ein Lauf, der zuvor nur Dieter Müller und Dirk Kurtenbach gelang.

Und kurz danach hätte es für den FC Bayern noch besser werden können: Einen Abschluss von Díaz konnte Nübel nur ungenügend abwehren, Laimer setzte den Abpraller allerdings über das Stuttgarter Tor. Der FCB schaffte es in der Folge, das Spielgeschehen zu kontrollieren, Chancen des VfB waren nach dem Führungstor Mangelware.

Eine Viertelstunde vor Schluss zog Kompany seinen ersten Joker und brachte Lennart Karl für den unauffälligen Jamal Musiala in die Partie. Und der Youngster war gleich beteiligt am zweiten Treffer der Münchner: Kane zirkelte den Ball als Aluminium, der Abpraller landete beim 18-jährigen, der das Spielgerät per Kopf im Spiel hielt, über Díaz gelang die Kugel zu Kane, der sich gekonnt um seinen Bewacher drehte und Nübel mit einem platzierten Abschluss keine Chance ließ. Eine fließende Bewegung auf engstem Raum, eine wahre Augenweide.

Und in der Nachspielzeit durfte Kane sein Torkonto auf 61 Tore ausbauen. Angelo Stiller blockte eine Olise-Flanke im Strafraum mit der Hand, den fälligen Handelfmeter verwandelte die Nummer 9 eiskalt zum 3:0. Danach war Schluss – der FC Bayern feierte dank einer Leistungssteigerung in Halbzeit 2 das langersehnte Double.

FC Bayern gegen VfB Stuttgart: Dinge, die auffielen

Urbig lässt seine große Stärke vermissen

Jahrelang war ein verletzungsbedingter Ausfall von Manuel Neuer eine Schreckensnachricht für den FC Bayern. Zu übermächtig war der 40-Jährige, zu groß die Leistungsunterschiede zu seiner Nummer 2. In den letzten Monaten hat sich das gewandelt: Neuer, öfters verletzt, zeigte zuletzt immer mal wieder menschliche Züge: Fehler, Ungenauigkeiten im Passspiel.

Neuer zeigte Leistungen, die ein normaler Bundesliga-Torhüter auch zeigen würde. Urbig, als sein Vertreter, war in diesen Phasen eine willkommene Abwechslung. Besonders im Passspiel zeigte der Ex-Kölner eine Sicherheit, die man selten zuvor zu Gesicht bekam.

Im DFB-Pokal-Finale, dem 20. Einsatz von Urbig im FCB-Trikot, konnte der Keeper diese Qualität nicht auf den Platz bringen. Zu viele lange Bälle verpufften und kamen nicht beim Mitspieler an. Ein Problem, da die Münchner große Probleme hatten, das Pressing der Schwaben zu überspielen.

VfB versucht es mit Manndeckung und Intensität

Wie spielt man gegen eine Mannschaft, die einem nominell überlegen ist? Richtig: Mutig, intensiv und mit dem ein oder anderen taktischen Kniff. Sebastian Hoeneß versuchte im Finale den Aufbau der Münchner zu stören, in dem man Joshua Kimmich und Harry Kane beinahe in Manndeckung nahm.

Demirovic kümmerte sich dabei um Kimmich, Chabot verfolgte Kane über den halben Platz. Eine Taktik, die in der ersten Halbzeit aufging, aber auch einige Körner kostete. Im Verlauf der zweiten Halbzeit schafften es die Münchner immer besser sich von dieser Umklammerung zu befreien und zeigten sich auch weniger beeindruckt von der hohen Intensität der Stuttgarter in der Zweikampfführung.

Harry Kane ist ein Phänomen

Die Bedeutung von Harry Kane für das Spiel des FC Bayern ist wahrlich keine Breaking News mehr, aber man muss die Leistung des Engländers im letzten Spiel der Saison dennoch hervorheben. Dabei geht es nicht nur um seine überragende Torquote, um die Abgezockheit vor dem Tor, es geht nicht nur um seine Spielintelligenz, nein Kane ist auch ein Spieler, der selbst bei klaren Führungen sein Pensum bis zum Ende herunterspult.

Ein Vollblut-Profi eben, der auch in den Schlussminuten bei 2:0-Führung am eigenen Strafraum die Grätsche auspackt. Kane ist ein Spieler, der immer und zu jedem Zeitpunkt auf dem Platz den Ball haben will, der perfektionierte Ehrgeiz. Chapeau vor dieser Saison!

Hat dir der Artikel gefallen?

Unterstütze unsere Arbeit, damit wir auch morgen noch unabhängig berichten und analysieren können. Schon 2 Euro machen einen großen Unterschied.

Hier weiterlesen

Miasanrot ist für alle da!

Wir finden: Fußball muss bezahlbar sein. Deshalb bieten wir unseren Content frei zugänglich für alle an. Unser Konzept baut auf die finanzielle Unterstützung von Menschen wie dir. Damit wir auch morgen wieder kritischen, fairen und sachlichen Journalismus rund um den FC Bayern betreiben können, brauchen wir dich!

Ich unterstütze MIASANROT bereits.
Jetzt unterstützen!