Hasan Salihamidžić: Macher oder Mitläufer? Eine Einordnung.

Justin Trenner 12.04.2021

Als Hasan Salihamidžić im Sommer 2017 als Nachfolger von Matthias Sammer beim FC Bayern München vorgestellt wird, ist das öffentliche Gelächter spürbar laut. Selten wurde eine derart wichtige und zukunftsweisende Entscheidung beim Rekordmeister so stark hinterfragt und tatsächlich vielerorts belächelt. Von Uli Hoeneß persönlich, der bis heute als der Mann gilt, der Salihamidžić in diese Position brachte, soll der neue Sportdirektor eingearbeitet werden.

Und die ersten Monate sollen der Öffentlichkeit recht geben. Salihamidžić, der kaum nennenswerte Erfahrungen für diesen Job vorzuweisen hat, tut sich vor allem in der Außendarstellung extrem schwer. Nervöse Interviews, inhaltlich widersprüchliche Aussagen – immer wieder ist es notwendig, dass sich die Alphatiere Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge vor ihn stellen. Fleißig sei er und sehr engagiert. Konkret werden sie aber nicht. Bereits im Dezember 2018 lässt Salihamidžić dann öffentlich verlauten, dass er “wahrscheinlich mehr bewegt” habe als seine “Vorgänger in ihrer gesamten Amtszeit beim FC Bayern”.

Ein Statement, das von Fans kritisch und vom restlichen Fußball-Deutschland abermals mit Gelächter aufgenommen wird, hat er doch bis dato recht wenig geleistet. Denn das liegt eben nicht nur an einer unsicher wirkenden Außendarstellung, die für einen Nicht-Muttersprachler auch dann kompliziert ist, wenn er die Sprache schon jahrelang spricht. Es liegt an den offensichtlich nicht gut vorbereiteten Interviews, einer prekären sportlichen Situation und einer Kaderpolitik, die sich von jener stark entfernt hat, die in den Vorjahren so erfolgreich war.

Einige Fehler, viel Gegenwind zu Beginn

Bereits unter Carlo Ancelotti, also als Salihamidžić in München noch gar kein Thema ist, entscheidet man sich in München dazu, den Kader auszudünnen. Eine Entscheidung, die der spätere Sportdirektor heute ausbaden muss. Als der ehemalige Flügelspieler dann am 31. Juli 2017 der neue Sportdirektor wird, ist allen klar, dass zunächst Hoeneß wieder stärker in den Fokus rücken wird. Salihamidžić bekommt öffentlich dennoch viel Kritik für die eine oder andere Entscheidung. Vor allem die Geschichte rund um Callum Hudson-Odoi sorgt für Verwunderung. Nie hatte sich ein Sportdirektor des FC Bayern zuvor derart selbst in der Öffentlichkeit bloßgestellt. Ist das in dieser Form tragbar? Die Bayern halten den Gegenwind aus. Auch weil sie von der Perspektive weiterhin überzeugt sind. Learning by doing quasi. Anders habe es Hoeneß ja auch nicht gelernt, heißt es damals gerne mal mit einem leichten Augenzwinkern.

Gerade die große Trainer-Diskussion um die Nachfolge von Interimscoach Jupp Heynckes wird 2017 und 2018 aber zum großen Streitpunkt innerhalb der Führungsetage und zeigt: Salihamidžić ist zwar ein leichtes Ziel für Kritik, aber er bekommt auch viel ab, was so gar nicht stimmt. Ein besonders beliebtes Narrativ, das auch wir damals fälschlicherweise bedienen: Salihamidžić steht zwischen den Stühlen der beiden Alphatiere und soll lediglich als Moderator versuchen, zu schlichten, wo nicht mehr zu schlichten ist. Er sei eine Marionette der Bosse.

Ihm wird häufig unterstellt, er habe sich einfach auf die Seite seines Mentors Hoeneß gestellt und sei so mitverantwortlich für die Verpflichtung von Niko Kovač gewesen. Nach heutigen Miasanrot-Informationen ist das aber eine unfaire Beurteilung der damaligen Situation. Tatsächlich hat der heutige Sportvorstand andere Kandidaten auf seiner Liste gehabt. Gemeinsam mit Rummenigge präferierte er sogar eine konkrete andere Lösung. Hoeneß aber setzt sich schließlich durch, hält zunächst zu lange an Heynckes fest und drückt später Kovač durch. Öffentlich wird das selbstverständlich als einheitliche Wunschlösung verkauft.

Nach wie vor ist die Außendarstellung ein Problem

Schon damals gibt es eine große Diskrepanz zwischen dem, was Leute von außen über Salihamidžić berichten und dem, was intern über ihn erzählt wird. Das liegt bis heute auch daran, dass es undurchsichtig ist, wo der Sportvorstand seine Finger entscheidend im Spiel hat und wo nicht. Alle Entscheidungen sind interpretierbar und so ist es Kritiker:innen möglich, alles Negative in seine Verantwortung zu schieben und alles Positive als “Teamarbeit” abzutun, bei der er zwar irgendwie dabei ist, nicht aber entscheidend.

Der Fehlstart wirkt in dieser Sache besonders nach. Sein öffentlicher Lernprozess in den ersten beiden Jahren führt dazu, dass ihm noch heute ein Image aufgedrückt wird, aus dem er nur schwer herauskommt. Zumal sich gerade seine Außendarstellung zwar verbessert hat, im Vergleich zu anderen Größen des Klubs aber nach wie vor unsicher wirkt.

Salihamidžić tritt ausgewählter vor die Mikrofone. Er schwimmt seltener und wirkt selbstbewusster. Und doch verhaspelt er sich häufig. Nicht etwa rein sprachlich, was für ihn in einer Fremdsprache akzeptabel ist, sondern inhaltlich. Interviews wirken nach wie vor wie große Stresssituationen und auf unangenehme Fragen findet er nur selten passende Antworten. Was hätte beispielsweise Hoeneß wohl in der jetzigen Situation getan? Vermutlich hätte er verbal so aggressiv in Richtung DFB geschossen, dass das Thema eine neue, viel größere Baustelle bekommen hätte, die aber vom eigentlichen Thema für einen Moment ablenkt. Salihamidžić kann sich das wegen seines Standings natürlich nicht erlauben, aber wirklich beruhigen kann er die Lage auch nicht. Was zudem wirklich ärgerlich ist: Einige Interviews wirken nach wie vor kaum vorbereitet. Als er vor dem Paris-Hinspiel bei Sky mit vorhersehbaren Fragen zu Flick konfrontiert wird, gerät er inhaltlich in den Schwimmmodus und macht die Lage damit eher schlimmer als besser. Auch seine öffentliche Zurückhaltung bei einigen prekären Themen war vielsagend.

Was zudem ein großes Problem des gesamten Klubs ist: Immer wieder werden konkrete Gerüchte über Gehaltsvorstellungen von Spielern verbreitet. Es ist naheliegend, dass hier der FC Bayern selbst seine Hand im Spiel hat. Manuel Neuer beschwerte sich einst relativ deutlich über dieses Vorgehen, das nicht zum Klub passe. Auch bei Alaba geschah ähnliches. Hier ist Salihamidžić als Sportvorstand mitverantwortlich. Zu viele Interna, ob nun wahr oder nicht, gelangen nach außen und es gelingt bisher nicht, das in den Griff zu bekommen. [Dieser Absatz wurde nachträglich ergänzt, Anm. d. Red.]

Trotz Salihamidžić zum Triple?

Diese Störfeuer sind gerade ob des sportlichen Erfolgs gänzlich unnötig. Auf dem Weg zum Triple, so heißt es ganz gern mal, sei Salihamidžić aber ohnehin nur ein Hindernis gewesen. Da passen solche Auftritte dann gut rein. Trotz Sportvorstand also zum Erfolg? Fakt ist, diese Betrachtungsweise seiner Arbeit hinkt gewaltig. Wenn ihm unterstellt wird, für nahezu alles Negative Verantwortung zu tragen, dann kann er nicht gleichzeitig für alles Positive unverantwortlich sein.

Das beliebteste Diskussionsobjekt ist der Kader. Eine Extremposition ist, dass er als Sportvorstand den Kader zusammengestellt habe, der mit sechs Titeln Geschichte geschrieben habe. Die andere ist, dass er mit der Stammelf nur wenig zu tun hatte.

Beides ist in dieser Deutlichkeit natürlich nicht richtig. Fakt ist aber, dass in die Amtszeit von Salihamidžić die Transfers von Jamal Musiala, Lucas Hernández, Leon Goretzka, Alphonso Davies, Benjamin Pavard, Philippe Coutinho, Ivan Perišić und Leroy Sané fallen, die allesamt – einer mehr, der andere weniger – ernsthafte Aktien an mindestens einem der sechs Titel haben. Zugleich wird komplett unter den Tisch gekehrt, dass während seiner Zeit beim FC Bayern die Verträge folgender Spieler verlängert wurden, die beteiligt waren: Jamal Musiala, Manuel Neuer, Thomas Müller, Alphonso Davies, Robert Lewandowski, Serge Gnabry, Joshua Kimmich und Kingsley Coman.

Kaderplanung: Ein erkennbares Konzept

Natürlich hat Salihamidžić nicht an allen Spielern die gleichen Anteile. Aber eine solche Diskussion wäre schon deshalb müßig, weil es dahingehend nie Alleingänge gibt. Beim Goretzka-Transfer, der ihm gern komplett abgesprochen wird, war er nach unseren Informationen aber zumindest nicht unbeteiligt. Je weiter die Entscheidung jedoch von seinem Amtsantritt 2017 weg ist, auch das ist klar, umso mehr Verantwortung trägt der heutige Sportvorstand.

Die Liste beinhaltet zudem zwei echte Scoutingerfolge des FC Bayern, die schon sehr klar unter die Hauptverantwortung von Salihamidžić fallen: Alphonso Davies und Jamal Musiala. Zwei Spieler, die in der Zukunft des Klubs eine wichtige Rolle spielen könnten und für die man die Verantwortlichen – und somit auch den Sportvorstand – nicht genug beglückwünschen kann. Insbesondere die enge Zusammenarbeit zwischen Chefscout Marco Neppe und Salihamidžić funktioniert sehr gut. Zumal sie nicht die einzigen Spieler sind, die in diese Kategorie fallen. Salihamidžić hat viele Transfers von jungen Spielern zu verantworten, die mal mehr und mal weniger gut funktioniert haben, die aber allesamt auf dem Papier sinnvoll erscheinen. Es ist (wieder) ein offensichtlicher Teil des Konzepts, junge und talentierte Spieler rechtzeitig zu binden und dabei das eine oder andere Risiko einzugehen.

Beispielsweise Mickaël Cuisance, der für rund 8 Millionen Euro aus Gladbach kam, jetzt nach Marseille verliehen wurde und von den Franzosen für rund 18 Millionen Euro gekauft werden könnte. Hätte es in München geklappt, wäre das ein Top-Transfer geworden, so geht man immerhin mit Gewinn aus der Geschichte raus – oder, wenn man es zynisch mit dem Sarr-Transfer aufrechnen möchte, zumindest ohne Verlust.

In eine ähnliche Kategorie fällt der Transfer von Fiete Arp. 3 Millionen Euro Ablöse sind für ein Talent seiner Kategorie bemerkenswert. Zugleich konnte er dieses Talent beim FC Bayern nie unter Beweis stellen. Der Kritikpunkt: Sein Gehalt von geschätzten 5 Millionen Euro (unklar, ob Grundgehalt oder mit Klauseln/Boni). Für einen Klub wie den FC Bayern sicher kein Drama, angesichts der gezeigten Leistungen bei den Amateuren aber nicht angemessen. Trotzdem dürfte klar sein, dass sein Transfer keinerlei Risiko darstellte. Nicht jeder Neuzugang in dieser Kategorie wird zwangsläufig ein Davies oder Musiala, aber allein schon jetzt zwei solcher Erfolge zu verbuchen, ist nicht ganz so schlecht. Bei Alexander Nübel bleibt abzuwarten, wie er sich entwickelt. Aber auch sein Transfer war für den FC Bayern sehr sinnvoll. So hat man zumindest eine Option mehr, sollte Neuer in naher Zukunft beerbt werden müssen. Zumal der Berater trotz der aktuellen Situation sehr optimistisch zu sein scheint, was die Planungen von Salihamidžić angeht.

Konsequent bei den Abgängen

Interessant ist auch ein erweiterter Blick auf die Abgänge in seiner Amtszeit. Schon früh zeichnet sich ab, dass Salihamidžić eine klare Vorstellung von der Kaderstruktur hat. Ältere Spieler wie Arturo Vidal und Mats Hummels wurden relativ schnell aussortiert, weil sich bereits angedeutet hat, dass sie das ganz hohe Niveau nicht mehr gehen können. Selbiges passiert jetzt bei Jérôme Boateng. Das mag mitunter unromantisch sein, führt aber dazu, dass Neuzugänge nicht unnötig lange blockiert werden. Der Weggang von Vidal machte beispielsweise Platz für Goretzka, der Transfer von Hummels führte mittelfristig dazu, dass Hernández, Pavard und Davies mehr Chancen erhalten haben – je nachdem wie man es betrachtet. Teil eines notwendigen Übergangs also.

Boatengs Weggang wird den Weg ebenfalls für junge Spieler freimachen. Von Tanguy Nianzou wird beispielsweise viel erwartet. Ein weiterer Transfer unter der Verantwortung von Salihamidžić, auf den viele europäische Top-Klubs neidisch blicken. Thomas Tuchel, so heißt es, sei damals sehr sauer gewesen, dass Paris ihn ziehen ließ. Nianzou ist zweifellos eines der größten Talente auf seiner Position. Das garantiert ihm nicht, dass er es bei den Bayern packt, aber sollte der Körper mitspielen, stehen seine Chancen gut. Bayern hat für ihn keine(!) Ablöse bezahlt.

Allein aufgrund der Situation, dass Süle, Hernández und Nianzou immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen haben, ist es durchaus ein Risiko, das die Kaderplaner eingehen. Die große Frage ist jedoch, ob Boateng finanziell und sportlich derart starke Einschränkungen mitgemacht hätte. Und eine Sache ist schließlich immer noch ungeklärt: Vielleicht ist durch die geplanten Wechsel von Boateng und Alaba nun doch noch ein Türchen offen für Javi Martínez, der als fünfter Innenverteidiger die Rolle übernehmen könnte, die für Boateng vielleicht zu wenig wäre. Er selbst sagte im vergangenen Jahr noch, dass er gern eine neue Herausforderung vor dem Karriereende suchen würde. Aber selbst wenn Martínez ebenfalls noch geht, sind die Bayern innen mit Upamecano, Hernández, Süle, Nianzou und notfalls Pavard gut aufgestellt. Weil Salihamidžić und sein Team in den letzten Jahren vorausschauend, teils kontrovers und letztendlich doch klug agiert haben.

Thiago-Abgang ist der signifikante Unterschied

Weniger klug lief es auf anderen Positionen ab. Beispielsweise bei Thiago. Der Spanier, da würde wohl kaum jemand widersprechen, täte dem FC Bayern in der aktuellen Saisonphase sehr gut. Kimmich geht auf dem Zahnfleisch und braucht zwingend Pausen. Auch hier ist die Geschichte aber komplexer, als sie mitunter dargestellt wird. Thiago wollte weg. Er hat seinen Wunsch eingereicht und den Klub vor eine schwere Wahl gestellt: Einen verdienten Spieler ziehen lassen in dem Wissen, dass er nicht zu ersetzen sein wird oder ihn dazu zwingen, beim FCB zu bleiben und damit womöglich für Unruhe sorgen, die auch zukünftige Vertragsverhandlungen negativ beeinflussen könnte?

Ein drittes Szenario wäre gewesen, dass Salihamidžić und die Bayern früher an Thiago herantreten. Letztendlich wurde wohl einfach zu spät verhandelt. Hätte man sich einige Wochen zuvor mit dem Mittelfeldmann zusammengesetzt, wäre vielleicht eine vorzeitige Verlängerung möglich gewesen. Mit dieser im Rücken wäre Liverpool vielleicht gar nicht erst auf die Idee gekommen, ihn zu holen. Und wenn doch, wäre es von Seiten des FC Bayern einfacher gewesen, dem einen Riegel vorzuschieben, oder zumindest die Ablöse nach oben zu treiben. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass Thiago zuvor unter Kovač und auch zu Beginn unter Flick nicht die allerbesten Leistungen zeigte. Das wird dazu beigetragen haben, dass man eher abwartend agiert hat. Dennoch wäre es mittelfristig wohl klüger gewesen, den Vertrag zu verlängern. Allein schon für eine höhere Ablösesumme.

So aber ging Thiago für rund 22 Millionen Euro. Eine Summe, mit der er schlicht nicht zu ersetzen gewesen ist. Aber auch eine, die in der Ausgangslage nicht viel stärker verhandelbar war. Dass es überhaupt erst soweit kam, ist jedoch ein berechtigter Kritikpunkt an Salihamidžić. Heute ist Thiago der eine signifikante Unterschied zur Qualität des Kaders im letzten Jahr.

Gut gepokert bei Sané

Darauf folgt eine Sommertransferperiode, die für viel Aufsehen sorgen wird. Frühzeitig steht fest, dass Leroy Sané zum FC Bayern kommen würde. Schon im Sommer zuvor wird eifrig mit Manchester City verhandelt, dann verletzt sich der Nationalspieler schwer. Ob es tatsächlich dort schon zu einer Einigung gekommen ist, ist aufgrund unterschiedlicher Medienberichte nicht nachzuvollziehen. Wahrscheinlich ist aber: 80 Millionen Euro hätten die Bayern mindestens bezahlt. Einige berichten damals sogar von 100 Millionen Euro oder mehr. Wer den FC Bayern kennt, dürfte aber wissen, dass das sehr unwahrscheinlich ist.

Jedenfalls macht die schwere Verletzung sowieso einen Strich durch die komplette Rechnung. Und der FC Bayern tat etwas, was für ihn zuletzt nicht immer typisch war: Er handelt in einer sehr stressigen Situation, die auch durch alle Verantwortlichen öffentlich befeuert wird, überlegt. Auch wenn die Leihen von Perišić und Coutinho zunächst als Panikaktionen gedeutet werden, so macht man an der Säbener Straße damit viel mehr richtig als falsch. Zwar sind auch diese Spieler mit Ausgaben verbunden (gerade Coutinhos Gehalt ist teuer), doch man verschafft sich dadurch wichtige Zeit. Einerseits, um Sanés Entwicklung in Ruhe zu beobachten, andererseits, um sich Alternativen zurecht zu legen.

Die Rechnung geht auf. Coutinho und Perišić überzeugen zwar nicht immer tadellos, aber im Sommer darauf bekommt Salihamidžić seinen Wunschspieler aus Manchester – sogar für 45 Millionen Euro statt der zuvor kolportierten, viel größeren Summe. Ein Coup? Zumindest wird er als solcher kaum gewürdigt. Wie wäre die Geschichte wohl unter Sammer beurteilt worden?

Salihamidžić versucht, alte Versäumnisse auszubaden

Vermutlich wird der Transfer aber auch deshalb nicht so sehr gewürdigt, weil der Kader noch viel mehr Baustellen hat. Der Thiago-Abgang reißt im Mittelfeld ein großes Loch, hinten rechts braucht es eine Alternative zu Pavard, vorn wäre ein Backup für Lewandowski ganz nett und drei Flügelspieler sind zwar super, aber ein vierter wäre nicht schlecht.

Was sowohl in der heutigen Bewertung als auch in der damaligen aber häufig vergessen wird: Die Coronasituation sorgt für einen nicht absehbaren finanziellen Schaden. Gut möglich, dass der Fußball einen Weg finden würde, im Jahr 2021 wieder gewohnte Einnahmen zu generieren. Genauso ist es damals aber möglich, dass auch im gesamten kommenden Jahr der Umsatz stark einbricht.

Salihamidžić muss jetzt ausbaden, was unter anderer Verantwortung entschieden wurde: Der zu dünne Kader muss breiter werden. Mit der Thiago-Geschichte hat er sich zudem noch selbst ein Bein gestellt. Sein Budget, davon kann ausgegangen werden, ist durch die Pandemie stärker eingeschränkt, als er es im Sommer zuvor noch vermutet hätte. Ein Vorwurf ist dahingehend wohl kaum zu machen. Niemand hat damit gerechnet. Am Ende wird der FC Bayern etwas mehr als 62 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben haben – 45 Millionen Euro davon gehen für Sané nach Manchester.

Zu dünner Kader? Flick trägt Teilverantwortung

Selbst wenn man das Budget großzügig auf 80 Millionen Euro aufrundet und sagt, dass das innerhalb der Schmerzgrenze gewesen sein könnte, ist es unfassbar schwer, letztendlich mehr zu präsentieren als Salihamidžić. Für Roca zahlt er 9 Millionen Euro (im Vorjahr wurden noch 40 Millionen Euro verlangt), Choupo-Moting kommt ablösefrei, Costa ist eine Leihgabe, die mit für den Klub überschaubaren Kosten verbunden ist.

Alle drei Spieler ergeben selbst aus heutiger Sicht immer noch viel Sinn, wenn die Erwartungshaltung mitgedacht wird. Choupo-Moting zeigt in der aktuellen Saisonphase, dass er mit etwas Rhythmus ein verlässlicher Spieler sein kann. Bei Roca ist es ein wenig komplexer. Doch auch der Spanier zeigt in seinen Einsätzen, dass er über gute Ansätze verfügt, die er aufgrund der fehlenden Intensität gegen den Ball nie häufiger zeigen darf. Flick ist da sehr konsequent. Kritiker:innen würden es stur nennen.

Jedenfalls sollte er aber nicht aus der Verantwortung genommen werden. Für einen Trainer ist es zwar extrem schwer, Neuzugänge ohne Sommervorbereitung zu integrieren, aber trotz aller berechtigten Argumente wäre mehr Einsatzzeit für Roca möglich gewesen. Stattdessen kommt er nur sehr sporadisch oder gar nicht zum Einsatz. Flick hat sich die Geschichte damit recht einfach gemacht, gewollt oder ungewollt den Fokus auf die Kaderplanung gelenkt, zugleich aber seine eigene Situation zusätzlich erschwert und Verletzungen von Spielern in Kauf genommen.

Sarr ist der einzige Knackpunkt

Die Leihe von Costa ist eigentlich sogar ein No-Brainer. Er kennt den Klub, er kann auf einem mindestens ordentlichen Niveau Fußball spielen und er kennt einige Mitspieler. Dass es am Ende nicht geklappt hat, ist auch deshalb verkraftbar, weil Bayern mit Sané und Musiala zwei Spieler geholt hat, die das auffangen. Costa wäre die Kirsche auf der Torte gewesen, konnte immerhin ein paar Minuten Entlastung für die Stammspieler bringen. Ein großer Erfolg war er nicht, versagt hat hier aber auch niemand. Schon deshalb, weil Musiala dadurch mehr Spielzeit bekommt. Costas Rolle im Kader ist also letztlich irrelevant.

Der zugleich berechtigste und am heißesten diskutierte Fall ist Bouna Sarr. Der Franzose kam für rund 8 Millionen Euro aus Marseille. In einem Interview mit “RMC Sport” sagt Sarr 2020 sogar, dass Flick ihm während des Testspiels vor dem Champions-League-Turnier in Lissabon gesagt habe, dass er ihn wolle. Anders als häufig dargestellt, ist Flick also nicht ohne Aktien, was die Verpflichtung anbelangt.

Trotzdem ist bekannt, dass Flick und auch Salihamidžić gern Sergiño Dest geholt hätten, der für 21 Millionen Euro zu Barcelona ging. Eine Summe, die für die Bayern im letzten Jahr nicht so einfach aufzubringen ist. Durchaus vorstellbar, dass Salihamidžić hier klare Grenzen vom Aufsichtsrat gezogen bekommt, der in Coronazeiten, wie die aktuelle Geschichte von Boateng zeigt, wahrscheinlich noch intensiver auf die Ausgaben des Klubs schaut. Umso fragwürdiger ist es aber, dass Sarr in München gleich einen Vierjahresvertrag bekommt.

Auch mit einem anderen Rechtsverteidiger wäre die Situation nicht wirklich besser

Retrospektiv betrachtet wäre wohl jeder andere Transfer sinnvoller gewesen als Sarr. Womöglich hätte man auch einfach Chris Richards behalten können. Mit Benjamin Henrichs ist damals zudem ein deutsches Talent auf dem Markt, das auf Leihbasis zu Leipzig geht. Eine Leihgabe wäre wohl optimal gewesen.

Zugleich muss eingeordnet werden, dass sowohl Dest als auch Henrichs bei ihren jeweiligen neuen Klubs nicht überragen. Ersterer tut sich in einem zugegebenermaßen schwierigen Umfeld schwer damit, seinen Offensivdrang einzubringen und auch hinten wirkt es mitunter instabil, was Dest anbietet. Henrichs schien sich zu Beginn in Leipzig durchzusetzen, verletzte sich dann an der Patellasehne. Auf der Rechtsverteidigerposition darf er jedoch nur selten ran.

Es ist fraglich, ob einer der beiden die jetzige Situation entscheidend verbessert hätte. Letztendlich läuft doch alles darauf hinaus, dass Pavard seine Form aus dem Vorjahr nicht halten konnte und sich erst jetzt wieder etwas zu stabilisieren scheint. Wirklich anders diskutiert würde jetzt aber wohl auch mit Dest im Kader nicht. Viel mehr ist es möglich, dass hinterfragt würde, warum Salihamidžić 21 Millionen Euro (oder mehr) für ihn ausgegeben hat. Denn wie diverse Beispiele in Europa zeigen: Selbst die teuersten Transfers brauchen in dieser besonderen Saison eine lange Anlaufzeit. Vielleicht also gar nicht so verkehrt, wenn die Bayern sich im kommenden Sommer erneut auf die Suche nach einer besseren Alternative machen, statt den erstbesten Weg zu gehen. Zumindest wird der langfristige Blick von Salihamidžić immer wieder intern herausgehoben.

Fazit zur Kaderplanung

Wie man es dreht und wendet: Der Kader des FC Bayern wird schlechter gemacht, als er tatsächlich ist. Dabei werden viele harte Fakten ignoriert. Beispielsweise die finanzielle Lage des Klubs, die fehlende Sommervorbereitung, die mentale Herausforderung nach dem Gewinn aller Titel, die schwierigen Ausgangsbedingungen aufgrund einer nicht optimalen Kaderpolitik in den Vorjahren (nicht allein von Salihamidžić verantwortet), die Müdigkeit vieler Schlüsselspieler und nicht zuletzt auch die Verletzungen. Neun Ausfälle gegen Union? Das würde kein Klub der Welt mal eben so wegstecken. Zumal teils absolute Stützen des Teams fehlten und immer noch fehlen.

Der enge Spielplan ist sicher ein Faktor dafür und Ursachen für muskuläre Verletzungen lassen sich nur schlecht von außen bewerten. Dass Flick aber nur dann rotiert, wenn er sich dazu gezwungen sieht, dürfte mindestens ein wenig dazu beigetragen haben. Vielleicht hätte er häufiger das Ergebnis in den Hintergrund stellen sollen. Kaum vorstellbar, dass der häufigere Einsatz von Roca beispielsweise im Bundesliga-Alltag dazu geführt hätte, dass die Münchner jetzt viel schlechter dastehen.

Wenn es also um einen aktuell vermeintlich dünnen Kader geht, dann sollte der Finger nicht ausschließlich in Richtung Salihamidžić zeigen. Da spielen viele Faktoren rein. Rein numerisch ist der Kader sogar recht breit aufgestellt im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Nur hat man sich in den Vorjahren eine optimale Reaktion auf die im vergangenen Sommer veränderte Gesamtsituation verbaut, indem stark ausgedünnt wurde. Und da spielen viele Entscheidungen rein, die Salihamidžić faktisch nicht zu verantworten hat. Aber auch welche, die in seine Amtszeit fallen.

Macher oder Mitläufer?

Schlussendlich ist das größte Problem in der Bewertung von Salihamidžićs Arbeit wohl, dass sie recht intransparent ist. Der Klub sieht natürlich keine Notwendigkeit, zu veranschaulichen, wer für welche Entscheidung verantwortlich ist. Das wäre eher noch schädlich für das Arbeitsverhältnis. In der öffentlichen Meinung wird aber schnell klar, dass alles Negative sofort auf den Sportvorstand projiziert wird. Stimmen muss das deshalb nicht immer.

Der Klub befindet sich unter seiner Leitung nach wie vor in der erfolgreichsten Phase der Klubgeschichte. Genauso wie Salihamidžić gern für alles zur Rechenschaft gezogen wird, könnte man behaupten: Seit er im Sommer 2017 kam, ging es stetig bergauf. Zunächst ein Titel unter Heynckes, dann zwei unter Kovač, schließlich drei unter Flick und in dieser Saison sogar noch der Sechserpack. Das wird der Komplexität ebenfalls nicht gerecht, veranschaulicht aber das Problem in der Bewertung.

Ist der 44-Jährige nun also ein Macher oder eher Mitläufer? Vielleicht beides nicht. Im Klub genießt Salihamidžić nach wie vor hohes Ansehen. Das, was ehemals als “Fleiß” und “Engagement” vage beschrieben wurde, wird mittlerweile mit Worten wie “klares Konzept”, “klare Idee”, “Vision für die Zukunft” oder “tolle Entwicklung” ausgeschmückt. Viel konkreter ist das auch nicht, aber immerhin. Selbstverständlich könnte man dem unterstellen, dass es ganz normale Werbung für einen Mitarbeiter in wichtiger Position ist. Aber die Erfolge und die Entwicklung des FC Bayern geben ihnen eben recht. Und so ist Salihamidžić womöglich mehr “Macher”, als ihm von außen zugetraut wird.

Zumal das auch den Campus betrifft, für den Salihamidžić die Hauptverantwortung trägt. Über die Zusammenarbeit mit Campusleiter Jochen Sauer ist wenig bekannt. Deshalb kann kaum darüber geurteilt werden, wer für welche Entscheidungen wie viel Verantwortung trägt. Allerdings sind die Amateure in die 3. Liga aufgestiegen und konnten dort die Meisterschaft holen. Der Weg von Miroslav Klose, wenn auch mit zwischenzeitlichem Konflikt mit Salihamidžić verbunden, ist durchaus positiv. Genauso darf die Entscheidung pro Martin Demichelis als U19-Trainer retrospektiv als Erfolg bezeichnet werden. Allgemein gibt es mittlerweile einige Trainer am Campus, die viel Qualität mitbringen. Wie erfolgreich Demichelis bei den Amateuren gemeinsam mit Danny Schwarz sein wird, ist noch nicht absehbar.

Eine große und umfangreiche Bewertung hinsichtlich des Campus wird ohnehin erst in einigen Monaten, vielleicht Jahren möglich sein. Die spannenden Jahrgänge kommen erst jetzt und natürlich muss es gelingen, den einen oder anderen Spieler dann mit einer guten Perspektive zu binden und an die Profis heranzuführen. Und zu dieser Perspektive zählt auch der Klassenerhalt in der 3. Liga, der aktuell gefährdet ist, weil man vor der Saison keinen passenderen Trainer fand als Übergangslösung Holger Seitz. Das ist bei allem Lob genauso Teil der Wahrheit.

Entscheidung zwischen Sportvorstand und Trainer ist immer eindeutig

Wer dem Klub aber unterstellt, er würde Salihamidžić nur aus Nächstenliebe zum Sportvorstand befördern, der macht sich die Welt recht simpel. Wer ihm gar unterstellt, Salihamidžić sei nur da, damit Hoeneß aus der Ferne weiter eingreifen könne, der muss sich sogar Vergleiche mit Verschwörungstheoretiker:innen gefallen lassen. Beide Extrempositionen ignorieren, dass sich Salihamidžić oft genug gegen die Positionen von Hoeneß und Rummenigge gestellt hat und in den letzten Jahren durchaus ein Profil entwickelt hat, das ihm nur wenige zugetraut haben.

Das bestätigen nicht nur Vereinsmitarbeiter:innen, sondern auch Leute aus dem Umfeld, die regelmäßig mit ihm im Kontakt stehen oder mit ihm arbeiten (müssen). Ein Klub, so viel steht jedenfalls fest, ist nicht trotz einer sportlichen Leitung erfolgreich. Es gibt, wie in diesem Text dargestellt, durchaus Kritikpunkte an der Arbeit von Salihamidžić. Doch das, was ihm teilweise in der Öffentlichkeit entgegen gebracht wird, ist nicht immer fair.

Dass der Klub am Ende eher an seinem Sportvorstand als am Trainer festhält, ist nicht nur nachvollziehbar, sondern der einzig richtige Weg. Einen neuen Trainer zu finden, der mit den Bayern weiterhin erfolgreich ist, wird sicher nicht leicht. Aber es ist womöglich ein einfacheres Unterfangen als der Austausch des sportlichen Leiters, weil der ganze Strukturen innerhalb des Klubs zu verantworten hat. Ärgerlich ist aber, dass es für beide Positionen eigentlich keinerlei Notwendigkeit für Veränderung gäbe. Beide sind erfolgreich und waren das zwangsläufig trotz einiger Differenzen sogar gemeinsam. Nur die zwischenmenschliche Auseinandersetzung, die ebenfalls von außen so gut wie gar nicht zu beurteilen ist, führt den Klub in diese Lage.

Der Kritik fehlt die Ausgewogenheit

Der Trainer ist dabei selbstverständlich das schwächste Glied. Beide haben ihre berechtigten Kritikpunkte am jeweils anderen. Beide müssen aber auch verstehen können, warum der jeweils andere so gehandelt hat. Und daran scheint es nun zu scheitern. Im Moment wird deshalb auch alles auf die Goldwaage gelegt. Die Boateng-Geschichte beispielsweise: Bereits seit Monaten rumort es, dass der Innenverteidiger den Klub verlassen müsse. Am Montag vor dem Paris-Hinspiel berichtet der Kicker dann über die endgültige Entscheidung, die wohl der Aufsichtsrat mindestens bestätigt habe. Natürlich ist es dann die Pflicht des Sportvorstands, sich nochmal mit dem Spieler zu unterhalten, um Missverständnisse zu vermeiden.

Zumal der Kicker auch davon berichtet hat, dass der Berater von Boateng längst Bescheid wisse. Für niemanden – nicht für den Spieler und auch nicht für den Trainer – kam diese Entscheidung also wirklich überraschend. Aber weil Salihamidžić eben immer noch ein leichtes Ziel ist, spielt das in der Bewertung vielerorts keine Rolle. Umfragen verschiedener Portale zeigen, wie eindeutig sich die Teilnehmer:innen für Hansi Flick entscheiden würden, wenn es darauf ankäme.

Flick hat sehr viel geleistet. Er profitiert dabei aber auch von der Arbeit der sportlichen Leitung. Es ist sicher keine steile These, dass sich der eine oder die andere Teilnehmer:in darüber wundern würde, wie groß der Anteil von Salihamidžić in den letzten Jahren wirklich am Erfolg ist. Zumindest, wenn man sich nicht von Vorurteilen leiten lässt. Das schützt ihn sicher nicht vor Kritik. Aber eine ausgewogene und faire Bewertung sollte im Rahmen der Möglichkeiten liegen. Salihamidžić nur dann als Verantwortlichen zu betrachten, wenn etwas nicht gut läuft, zählt nicht dazu.



♥ Artikel teilen

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

Du willst Miasanrot Supporter werden?

Anzeige
Munich Legend
  1. Großartig.
    Den Artikel solltet ihr auf der Seite fest fixieren. Ganz oben.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. HS fehlt einfach die Kompetenz… und sein Auftreten lässt immer zu wünschen übrig…. Schweinsteiger einstellen HS entlassen…

  2. Gute, sachliche Darstellung. Du hattest ja auch schon auf Twitter geschrieben, dass Du am Ende eher Team Barzzo wärst.

    Eine Frage: Du schreibst, dass Rummenigge und HS zusammen eine konkrete Lösung präferierten bei der Heynckes Nachfolge. Wie kann es sein, dass sich dann Uli trotz “zahlenmäßiger Unterlegenheit” da dann doch durchsetzen konnte?

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Brazzo natürlich, nicht Barzzo…

      1. Zunächst mal hatte Brazzo natürlich nicht das Gewicht und dann wird so eine Entscheidung ja nicht nur von den dreien getroffen. Da hängen ja noch mehr Leute mit drin. Letztendlich bin ich aber zu wenig drin, um den Entscheidungsprozess konkret nachvollziehen zu können.

    2. @Justin:
      Weißt du, wen sie haben wollten ?

      1. Da müsste ich spekulieren, weil mir das nicht gesagt wurde. Einige Kandidaten waren ja auf dem Markt. Ich kann mir vorstellen, dass die Tendenz in Richtung Tuchel ging, aber wie gesagt: Nur meine Interpretation.

  3. Du hast dich mal wieder selbst übertroffen Justin. Stimme in nahezu jedem Punkt zu.

    Toller sachlicher Artikel. Sowas verstehe ich unter Qualitätsjournalismus.

    Danke wieder einmal an das ganze MSR Team, eure Berichterstattung macht noch Spaß.

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Eins vorweg: Das ist der erste Beitrag/Artikel, den ich nicht gelesen habe und trotzdem einen Kommentar darunter verfasse.
      Tut mir leid, hat aber nichts mit fehlendem Respekt zu tun, sondern damit, dass ich das Thema/die Person Brazzo ziemlich leid bin. Und “ziemlich” ist ziemlich untertrieben. ;-)

      Ich möchte hier ganz einfach nochmal meine Frage aus einem anderen Beitrag umformulieren:
      Wie viele Clubs hätten wohl gerne Brazzo als Sportvortstand in ihren Reihen und wie viele Clubs Hansi als Trainer?

      Soll sich jeder für sich selbst beantworten…

      1. Sorry. Sollte nicht hierher. :-(

  4. Wow!

    …und dieser Kommentar läuft unter der Überschrift (letzte Absatz):
    “Der Kritik fehlt die Ausgewogenheit”

    da kann ich nur sagen @ Justin
    Ihrem Artikel ist sie aber auch gehörig abhanden gekommen.
    Das wurde ja von Absatz zu Absatz kurioser, wie Sie Fakten und Handlungen mit journalistischer Finesse, (das muss ich Ihnen lassen) umdeuten um mich glauben zu machen, dass ich mich seit Wochen und Monaten in meinen Wahrnehmungen irre.

    Nochmal Wow!

  5. Sehr gute Zusammenfassung. Mittelfristig halte ich Brazzo weiterhin nicht für die Ideallösung. Der Punkt Personalführung ist bei mir der entscheidende. So viel Unruhe kommt nicht von ungefähr. Sicherlich ist Flick kein Engel, aber eine so klare Positionierung gibt mir zu denken. Auch das ganze Theater in den Medien bei (versuchten) Vertragsverlängerungen und Verpflichtungen ist einfach zu gross um es als übliches Bayern-Rauschen zu bewerten. Ja, Brazzo ist keine totale Fehlbesetzung, aber es gibt sicherlich bessere, professionellere Lösungen.

  6. Wie schon letzten Freitag ist es dir perfekt gelungen, einen wirklich fairen, sachlichen und fundiert begründeten Artikel zu schreiben, der eigentlich auf jeder Sportseite stehen sollte.
    Zum Thema Roca fiele mir noch eine Ergänzung ein: immer wenn Roca im Mittelfeld gemeinsam mit 2 Spielern aus dem Trio Kimmich, Goretzka, Müller auflaufen durfte, war seine Leistung grundsolide. Das wären eigentlich ganz gute Voraussetzungen dafür, um ihn zu einem wertvollen Rotationsspieler zu machen. In ohnehin schon durcheinandergewürfelten Aufstellungen tut er sich natürlich schwerer. In Frankfurt beispielsweise mit Roca und Choupo-Moting neben Kimmich aufzulaufen, war angesichts der Tatsache, das Martinez und Goretzka zumindest für jeweils 45 Minuten einsatzbereit gewesen wären ein klarer Fehler von Flick, der letztendlich dazu führte, dass das Spiel verloren wurde. Dieser Fehler wurde aber nie thematisiert, weil es ja viel besser passte, wieder die Kaderplanung als alleinigen Grund aufzuführen.

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Nun ja, der Artikel ist sachlich und fundiert, das sehe ich auch so. “Fair” in dem Sinn, daß er positive und negative Aspekte von Salihamidzics Wirken gleichberechtigt gegenüberstellt, ist er nicht unbedingt (Ju begründet das unten recht gut, denke ich). Das macht den Beitrag nicht schlechter, aber man sollte ihn schon richtig einordnen.

      BTW: daß die Niederlage gegen Frankfurt daran lag, daß Flick Roca ins falsche Mannschaftsumfeld hineinrotiert hat, empfinde ich als sehr, sehr steile These (und würde, bei aller Liebe, auch Roca mehr in den Senkel stellen, als er es verdient hätte). Ich würde die Aufstellung weder als Fehler, noch als “klaren” Fehler, noch als hauptursächlich für die Niederlage sehen. Aber das läßt sich im Nachhinein ja bekanntlich nicht mehr überprüfen.

      1. Wenn es kein Fehler ist, in einem Spiel gegen die damals form- und punktstärkste Mannschaft der Rückrunde, die auch für ihr kampfstarkes Mittelfeld bekannt ist, einen Spieler ohne nennenswerte Spielpraxis (Roca)und einen Spieler auf einer für ihn ungeigneten Position(dass Choupo-Moting kein 10er ist hat er bereits 5 Tage vorher gegen Bielefeld gezeigt) zu bringen, dann sehen wir das eben anders. Wenn man im Mittelfeld keine Ordnung reinbekommt bzw. keinen einzigen Ball halten kann, muss man sich nicht wundern, wenn der Gegner sein starken Flügelspieler gut in Position bringt. Natürlich fielen die Tore über Außen und hätten von Süle etc. noch verhindert werden können, aber mit einem funktionierenden Mittelfeld hätte man das Spiel schon anders gestalten können, was man ja dann in der 2. Halbzeit auch tat, als Goretzka eingewechselt wurde und wieder 2 Spieler aus dem oben angesprochenen Trio auf dem Feld waren. In meinen Augen ist Roca ein guter Rotationsspieler, der gerade in seinem ersten Jahr noch Hilfe auf dem Feld braucht. In den Augen von Flick ist er nur ein Notnagel, der aber dann in jeder Konstellation funktionieren soll.

  7. Ich finde den Artikel relativ schönfärberisch in Bezug auf Salihamidzic. Im Prinzip wird jedes Detail der Hollywood-Saga zu seinen Gunsten interpretiert. Wie ich schon anderswo schrieb: aus Sarrs Interviewschnipsel ernsthaft eine Schlußfolgerung zu ziehen, daß Flick diesen Transfer wollte, in die Wege geleitet hat, oder überhaupt gut fand, ist bestenfalls naiv. Es kann natürlich stimmen, daß Flick für diesen, nicht besonders effektiven, Transfer verantwortlich war. Aber das geht aus der Aussage nicht hervor, dazu müßte man die Vorgespräche zwischen Flick und Salihamdzic bzgl dieser Personalie kennen.

    Mit dieser Aussage habe ich speziell etwas Probleme:
    “Einen neuen Trainer zu finden, der mit den Bayern weiterhin erfolgreich ist, wird sicher nicht leicht. Aber es ist zweifellos ein einfacheres Unterfangen als die Suche nach einem neuen sportlichen Leiter.”
    Angesichts der Tatsache, daß ein aus dem Stallgeruchs-Ärmel herausgeschüttelter Sportdirektor ohne vorherige Erfahrung offenbar einen guten Job beim FC Bayern machen kann (wenn man dem Artikel zustimmt), und angesichts der Tatsache, daß sich erfahrene & erfolgreiche Trainer hier genauso schwer getan haben (Ancelotti, letztlich auch van Gaal) wie relativ unerfahrene Trainer (Klinsmann, Kovac), kann ich diese Einschätzung wirklich nicht nachvollziehen. Zumindest das “zweifellos” würde ich doch stark in Zweifel ziehen.

    Dem unterschwelligen Fazit kann ich zustimmen: Flick wird den Machtkampf verlieren, und vermutlich in der nächsten Saison nicht mehr auf der Bayern-Bank sitzen. Wobei die Wahrscheinlichkeit einer Trennung auch vom morgigen Ergebnis abhängt – sollte man das CL-Halbfinale doch noch erreichen, droht (oder aus Sicht des Boulevards: freut man sich auf) eine Verlängerung des Burg-“Friedens”.

    Ein Lob geht an die Redaktion dafür, in harten Zeiten wie diesen ausreichend Artikel zum Kommentieren bereitzustellen. Sonst wird’s unter einzelnen Beiträgen immer so schnell dreistellig, und das wird dann recht schnell unübersichtlich ;) Aber Ernst beiseite: vielen Dank für die regelmäßige und fundierte Information, ist ja nicht selbstverständlich.

    Antwortsymbol10 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Da du dich ja konkret auf die Sarr-Geschichte beziehst: Hier kritisiere ich Brazzo für:
      – die Verpflichtung des Spielers (“Der zugleich berechtigtste und am heißesten diskutierte Fall ist Bouna Sarr.”; “Retrospektiv betrachtet wäre wohl jeder andere Transfer sinnvoller gewesen als Sarr.”)
      – den langen Vertrag (“Umso fragwürdiger ist es aber, dass Sarr in München gleich einen Vierjahresvertrag bekommt.”)
      – das Auslassen von Alternativen (Richards, Dest, Henrichs)

      Bei Flick erwähne ich am Rande, dass er zumindest ein paar Aktien hat. Ich kann hier beim besten Willen nicht erkennen, dass ich das zugunsten von Brazzo interpretiere. Ich ordne lediglich ein, dass a) die Suche nach einem RV ziemlich schwierig ist für jemanden, der ein stark begrenztes Budget hat und Bayern-Material sucht und b) selbst mit den genannten Alternativen wohl jetzt eine Diskussion losbrechen würde.

      Ansonsten habe ich auch einiges recht kritisch angemerkt, was Salihamidzic anbelangt. Ich sehe ihn sicher nicht als unantastbar. Die aktuell gern dargestellte Tendenz zum “Berufsanfänger”, der nur wegen des Stallgeruchs kam und nur wegen Hoeneß bleibt, teile ich aber nicht. Dafür ist die Geschichte halt nach wie vor zu komplex.

      1. Ok, bzgl Sarr habe ich das dann wohl mißverstanden. Es hatte mich nur unangenehm, an wiederkehrende Forenbeiträge erinnert ;)

        Was auch immer an jenem sonnigen Nachmittag bei jenem drögen Testspiel passiert ist und geredet wurde, wir werden es nie erfahren, es wird auf ewig im ungelösten Dunkel der trüben Vergangenheit bleiben… Und die Kritik an diesem Transfer muß sich Shmdzc. auf jeden Fall gefallen lassen. Mein Hauptproblem mit den Transfers ist übrigens (hatte ich auch schon anderswo mal geschrieben, das Internet ist ja latent repetitiv), daß es jetzt 2 Sommertransferperioden hintereinander gab, in dem der Verein den Kader erst quasi kurz vor Torschluß komplettiert hatte. Das ist kein gutes Bild in Bezug auf professionelle Planung. Einmal ist keinmal, zweimal bedenklich, aber vielleicht den coronierten Umständen geschuldet (wobei ich die Aussage von wegen “den Kader nicht verunsichern” damals wie heute für etwas an den Haaren herbeigezogen halte) – ein drittes Mal sollte man das vermeiden.

      2. @JP:

        Was auch immer an jenem sonnigen Nachmittag bei jenem drögen Testspiel passiert ist und geredet wurde, wir werden es nie erfahren, es wird auf ewig im ungelösten Dunkel der trüben Vergangenheit bleiben

        Weil Sarr lügt, oder weil die zu doof waren sich miteinander zu verständigen, richtig? ;)

      3. Nein, weil die Tatsache, daß Sarr dieses Gespräch mit Flick geführt hat, nicht bedeutet, daß der Transferwunsch von Flick initiiert wurde. Woher soll Sarr denn wissen, was vorher zwischen Shmdzc. und Flick in Bezug auf die Personalie Rechtsverteidiger allgemein bzw. Bouna Sarr speziell besprochen wurde? Das weiß weder Sarr, noch können wir das wissen, entsprechend sind alle Behauptungen, wer diesen Transfer primär gewollt hat, oder zum ersten Mal vorgeschlagen hat, pure Spekulation.

        Aber gut, es hat eh keinen Sinn mit dir über irgendwas zu diskutieren. Was geb ich mir überhaupt Mühe?

      4. @JP:
        Es bedeutet, dass Flick “Aktien” an dem Transfer hat, wie Justin so schön gesagt hat und allein das ist ja schon etwas, was hier gerne negiert wird.

    2. @JP
      Da schließe ich mich dir an.
      Vor allem die Passage wie viel leichter es wäre einen Trainer zu finden als einen sportlichen Leiter erscheint extrem gewagt.

      @Justin
      Warum Salihamidzic kam ist sicher umstritten. Dass er als absoluter Berufsanfänger kam dagegen nicht.

      1. Dass er als Anfänger kam, bestreite ich gar nicht (wie auch?). Ihn heute darauf zu reduzieren, ist in meinen Augen aber nicht fair.

      2. Ich würde Salihamidzic keinesfalls darauf reduzieren wollen, daß er beim FC Bayern quasi Neuling in dieser Aufgabe war. Das ist ja nicht per se problematisch, außerdem fängt jeder irgendwann mal an. Die Passage sollte die Zweifel an deiner Aussage, ein Sportdirektor wäre für den FC Bayern schwerer als ein Trainer zu ersetzen, begründen. Denn wenn selbst ein Neuling offenbar Chancen hat, ohne allzu schwerwiegende Reibungsverluste in den Job zu finden, sollte ein Ersatz möglich sein (unabhängig davon, ob ein Wechsel auf der Position im Moment sinnvoll ist).

        Der letzte (und einzige?) Bayern-Trainer, der quasi als kompletter Neuling auf den Posten gesetzt wurde, war Sören Lerby, wenn ich mich recht erinnere, und der hielt sich nicht allzu lang. Danach kamen Ribbeck, Beckenbauer (interim), Trappatoni, Beckenbauer (interim), Trappatoni, Hitzfeld, Magath, Hitzfeld, Klinsmann, Heynckes (interim), van Gaal, Jonker (interim), Heynckes, Guardiola, Ancelotti, Heynckes (interim), Kovac, Flick. Der Verein hat abgesehen von wenigen Ausnahmen eindeutig Probleme, langfristig passende Trainer zu finden. Deshalb fände ich es schade, Flick in diesem Sommer zu verlieren – denn im Moment besteht doch zumindest die Chance, daß er auch über die eine Traumsaison hinaus erfolgreich sein könnte.

      3. Korrektur:
        Zwischen dem ersten Trappatoni und dem zweiten Beckenbauer (interim) fehlt ein Rehagel.

      4. Sagnol fehlt auch

  8. In diesem Artikel steckt eine Menge Arbeit, journalistisches Geschick und diverse interessante sowie richtige Aussagen. Auch der angeschlagene und durchgehaltene positive Ton gegenüber Brazzo ist absolut legitim. Sehr schade finde ich jedoch, dass der grundsätzlich wohlwollende und verbindende Anschlag nicht dazu genutzt wurde, sich konkret mit den Kritikpunkten gegenüber Brazzo zu beschäften. Vielmehr drängt sich der Eindruck auf, dass bei jenen Punkten, welche ins suggerierte Bild passen, ausführlich argumentiert wird, während bei gegenteiligem weitgehend vage Kurzabhandlungen reichen müssen.

    Beispielsweise greift es auf frappierende Art zu kurz, bezüglich Thiago einen Einzelfall zu suggerieren, ohne im selben Gedankenstrang Alaba, Goretzka und Süle anzusprechen, ebenso Kimmich, Coman und Gnabry. Ich habe mir vor längerer Zeit hier mal die Mühe gemacht, die Vertragslaufzeiten der Bayern-Schlüsselspieler mit der europäischen Konkurrenz zu vergleichen und dabei festgestellt, dass das zu späte Verlängern System hat. Nun kann man hierzu sicherlich Gründe finden, dass hierin keine Unzulänglichkeit Brazzos liegt. Dazu muss man das Problem jedoch benennen und es nicht lapidar am Gesicht Thiago’s abhandeln. Dies ist leider unterblieben.

    Ein weiterer gänzlich unangesprochener Punkt, welcher zwingend hätte behandelt werden müssen, ist das Thema Gehaltsstruktur. Strukturell späte Verlängerungszeitpunkte und ein Pochen auf das Gehaltsgefüge bei Verlängerungen passt nicht zu den Einstiegsgehältern von Spielern wie Hernandez, Arp, Nübel oder Nianzou. Diese Themen nicht als Komplex zu betrachten, greift zu kurz und wirkt unweigerlich tendenziös. Ich habe es neulich schon einmal gesagt: Warum diskutieren wir das Thema der Gehaltsstruktur bei den Verlängerungen nur in eine Richtung (Verlängerungen) und nicht in die andere (Verpflichtungen)? Erschwerend kommt dann hinzu, wenn nach ein paar Absätzen, die aus den genannten Gründen zum stirnrunzeln sind, Sané als gelungenes Pokern dargestellt wird. Ich kann mir nicht helfen, aber ich bin heilfroh, dass wir von dessen Verletzung davon abgehalten wurden, diese horrende Ablösesumme zu bezahlen und würde es als Glück im Unglück bezeichnen. Wollen wir das nun als postive Handlung Brazzos verkaufen? Im ernst?!

    Ich könnte hier nun so weiter machen bezüglich der Themen Boateng, Campus-Skandal, Duckmäusertum wenn’s nicht läuft sowie all der Geschichte, die momentan rund um Brazzos Führungsstil durch die Medien geistern. Möchte ich aber nicht, denn ich will keinesfalls den Eindruck erwecken, hier einen Verriss des Artikels runterrattern zu wollen. Vieles finde ich gut, vieles finde ich richtig. Ich frage mich lediglich, warum mit den konkreten Kritikpunkten an Salihamidzic so oberflächlich umgegangen und stattdessen teilweise der Eindruck vermitteln wird, es würde hier aus den Kreisen der eigenen Fans eine vollkommen ungerechtfertige Agenda gegen Brazzo gefahren. Das ist der Diskussion nämlich nicht zuträglich. Brazzo hat sowohl Positives als auch Negatives bewirkt. Man wird durch des Herausstellen des Positiven und des Abkanzeln der Kritik keinen Imagewandel bewirken. Das hat zwischenzeitlich schon die Bild (auf wesentlich plumpere Weise) versucht und ist damit gescheitert.

    Antwortsymbol6 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Die Unterstellung eines “Imagewandels” weise ich zutiefst zurück. Ich finde den Ton deines Kommentars an einigen Stellen recht unpassend, wenn ich ehrlich bin, weil er unterstellt, ich würde eine Agenda verfolgen. Tue ich nicht. Dann hätte ich Salihamidzic gar nicht erst kritisiert. Wenn du die Gehaltsstruktur so im Detail bewerten kannst, ist das beneidenswert. Ich werde das nicht tun, weil mir da zu viel Quatsch in den Medien kursiert. Mit Alaba hättest du natürlich früher verlängern können. Und dann? Hätte er dann keine Forderungen gestellt, die dem gesamten(!) Klub offensichtlich nicht gepasst haben? Der Rassismus-Skandal ist ein so komplexes Thema, dass es einer eigenen Abhandlung bedarf, die ich sicher nicht leisten könnte. Zwar weiß ich viel, aber doch zu wenig, um das umfassend abzuhandeln. Schon gar nicht in diesem Rahmen hier.

      Und ja, in Sachen Management ist es auch wichtig, wie man auf gewisse Umstände reagiert. Wenn er Sané für um die 80 Millionen Euro an Land gezogen hätte und Bayern mit ihm das Triple gewonnen hätte, würde wohl niemand zurückblicken und irgendetwas bereuen. Ist aber nicht passiert. Stattdessen hat man trotz des Wegbrechens der 1A-Lösung eine 1B-Lösung gefunden und am Ende (sicher auch etwas glücklich) wurde man belohnt. Kann man schon mal anerkennen, ohne das unnötig klein zu reden.

      Was ich dir zugestehe: Es ist richtig, dass er sich bei vielen Themen nahezu versteckt hat, nachdem er mehrfach auf die … fiel durch seine übertriebene mediale Forschheit. Da hätte ich mir einen Mittelweg gewünscht.

      Edit: Ich weiß nicht, wie es vorher war, aber Gespräche mit den genannten Spielern jetzt anzugehen, halte ich für sinnvoll und der aktuellen Situation angemessen. Wenn ein wichtiger Spieler den selben Weg geht wie Thiago, können wir uns gern nochmal darüber unterhalten. Vielleicht gestehe ich dann ein, dass das System schuld ist.

    2. Ich habe den Eindruck, du hast einen Problem mit dem von mir Ausgesagtem, nicht mit meinem Ton.

      Unabhängig davon sollten auch schwierig zu bewertende Themen eine Aussage wert sein, wenn es um eine solch grundsätzliche Bewertung einer Sache geht. Deine lapidare Aussage zu Alaba irritiert mich; gerade weil ich ja anregte, die ganze Thematik Vertragslaufzeiten als Komplex zu sehen. Aber ja, schauen wir uns das in ein paar Jahren nochmal an, wenn ich auch bis dahin auf einen anderen Sportvorstand hoffen (was nicht gegen eine Weiterbeschäftigung von Brazzo als Sportdirektor spricht). Dass Sané für 80 Millionen zu haben gewesen wäre, halte ich ebenfalls für eine gewagte Aussage. Vor allem für jemanden, der sich nicht auf kolportierte Zahlen verlassen möchte?

      ” Stattdessen hat man trotz des Wegbrechens der 1A-Lösung eine 1B-Lösung gefunden und am Ende (sicher auch etwas glücklich) wurde man belohnt. Kann man schon mal anerkennen, ohne das unnötig klein zu reden. ”

      Da ist was dran, das werde ich nochmal durchdenken und zukünftig entsprechend tun.

      1. Ich stelle viel mehr die These auf, dass Bayern sicher nicht so viel bezahlt hätte, dass sie damit in ein ernsthaftes Risiko gerast wären. Die 80 Mio sind da nur ein Platzhalter, wie im Artikel beschrieben.

        Aber wie soll ich das Gehalt in die Bewertung aufnehmen, wenn das alles mehr als unklar ist? Geht mMn halt nicht.

        Die Kritik deinerseits kann ich akzeptieren, auch wenn ich sie nicht teile. Den Vorwurf der Agendaführung, der da durchdringt, finde ich unpassend. Daran störe ich mich.

      2. Ich hatte den Eindruck, dass du dir erhebliche Arbeit mit einem einordnenden Artikel gemacht hast. Sicherlich verbunden mit der Hoffnung, zu einer differierenden Betrachtungsweise beizutragen. Ich wollte freundlich darauf hinweisen, dass das nicht gelingen wird, wenn so wichtige wie sachliche Punkte, die gegen Brazzo sprechen k ö n n t e n, so oberflächlich behandelt oder gar nicht erst anspricht. Nenn das, wie du möchtest.

        Nochmal mein Kompliment für die ausführliche Arbeit, unabhängig davon.

      3. Dieser Kommentar ist ein gänzlich anderer Ton für meinen Geschmack. Danke für die Klarstellung. Dein Lob ging bei mir natürlich dennoch auch beim ersten Lesen nicht unter, mich störte nur die leichte Schärfe.

        Letztendlich liegen wir da inhaltlich, glaube ich, einfach ein Stück auseinander. Ich finde das eben noch nicht schematisch genug, um es (negativ) zu bewerten, du schon. Ok für mich. Ich finde auch nicht, dass ich mit den Kritikpunkten weniger oberflächlich umgehe als mit den Positivaspekten. Letztendlich ist es halt schwierig, alles(!) unter einen Artikel zu bringen. Dieser Artikel ist schon sehr lang, du kannst dir vorstellen, wie wenig Platz ich gehabt hätte, hätte ich den Artikel für ein großes Medium geschrieben. Vielleicht muss man da auch ein Stück weit vom Anspruch der Vollständigkeit wegkommen. Dennoch nehme ich deine Kritik mit und denke wie du weiter darüber nach. ;)

      4. Hallo @Justin, also ich kann Ju’s inhaltliche Kritik schon verstehen. Wenn man einen klarstellenden Artikel schreiben mag, sollte man meinem Gefühl nach versuchen noch ausgewogener zu argumentieren/berichten. Denn ich hatte auch das Gefühl, dass die Kritikpunkte an H.S. relativ schnell abgetan wurden und im Gegensatz zu vielen anderen Artikeln mehr Fokus auf das Positive gelegt wurde. Somit wirkt der Artikel für mich eher nicht als Versuch eine generelle Bewertung anzustreben, sondern eher wie das Darlegen der eigenen Sichtweise auf das Thema. Ist natürlich auch okay, aber dann würde ich zumindest die Überschrift nicht ganz so passend finden.
        Ich könnte mir auch vorstellen, dass die kritische Haltung gegenüber H.S. auch daher rührt, dass er relativ schnell eine spitzen Position in einem großen Verein inne hatte und man sich für diese Position eher jemand wünschen würde, der schon bewiesenermaßen seine Kompetenz unter Beweis gestellt hat. Somit war H.S. natürlich von Anfang an unter besonderer Beobachtung.
        Nach dem Lesen deines Artikels ging es mir wie nach einem Interview von Hoeneß zu Kovac nachdem er das Douple gewonnen hatte. Da dachte ich mir auch, Hoeneß wird schon wissen was er macht und das mit Kovac könnte ja vielleicht doch klappen, nur so war es dann leider nicht, zumindest im Falle Kovac.
        Aber ich schließe es natürlich nicht aus, dass es langfristig mit H.S. klappt. Ich finde da hatte sich Hainer gut zu Flick und Salihamidžić geäußert. Dadurch dass er halt unerfahrener ist, wird man Salihamidžić halt auch in Zukunft das ein oder andere Problemchen zugestehen müssen. Somit könnte eine rumpelige Anfangszeit von Hoeneß in Kauf genommen worden sein, da er anscheinend etwas großes in Salihamidžić sieht.
        Aber jetzt schweife ich zu weit ab :D.

        Grüße,
        make

  9. Darf ich anfragen, warum mein vor über einer Stunde gesendeter post hier nicht veröffentlicht wird, obwohl @Justin schon fleißig auf andere posts, die nach mir kamen antwortet?

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Weil ich nicht im Dashboard kommentiere, wo ich es sehe, sondern direkt auf der Seite, wo mir nur Kommentare angezeigt werden, die bereits da sind. Auf Ihren anderen Kommentar werde ich aber sicher nicht antworten. Werden Sie aber auch nicht erwartet haben, so wie er formuliert ist.

      1. @Justin
        eine andere Antwort hab ich in der Tat nicht erwartet, aber wenn Sie mich schon kritisieren…

        Sie schreiben:
        “Werden Sie aber auch nicht erwartet haben, so wie er formuliert ist.”

        Wo genau habe ich mich in der Formulierung vergriffen?
        Dass ich das Wort “umdeuten” verwendet habe?
        Im Duden kann man nachlesen, das steht für: der Sache eine andere Deutung geben — Synonym: neuinterpretieren.
        Ist nicht jeder Kommentar ein Versuch der Neuinterpretation, nämlich der des Autors?
        Dass ich das Wort “kurios” verwendet habe?
        Dass ich Ihnen jounalistische Finesse bescheinige, was doch nichts despektierliches ist. Wir wissen doch alle, dass man mit kleinen Worten sehr viel bewirken kann und schon wirkt eine persönliche These wie ein allgemeingültiger Satz. Das ist jounalistisches Handwerkszeug.

        So oder so, ich denke das Thema ist jetzt von allen Seiten beleuchtet und jeder muss seine eigenen Schlüsse ziehen.

        somit verabschiede ich mich hier freundlichst

        Ihre S.K.

        weiblicher Bayernfan seit den 70er Jahren

  10. Ein fadenscheinig objektiv angehauchter Artikel um Salihamidziz in einem halbwegs positiven Licht erscheinen zu lassen.

    Von msr und auch von Justin Kraft war man tendenziöses Schreiben bisher nicht gewohnt, umso enttäuschender, dass dies nun hier Einzug erhält.

    Mitforist „Ju“ hat bereits einige Dinge angeführt, hier aber noch weitere Punkte, die von dir, Justin, trotz angeblicher Objektivität ignoriert wurde:

    -Neuer/Nübel: einen Ersatztorwart mit versprochenen Spielern zu ködern, ohne das mit Trainer und Neuer (einem der besten Torhüter aller Zeiten und in bestechender Form) abzusprechen, ist äußerst unglücklich.

    -Salihamidzics Art der Kommunikation mit Spielern und der plötzliche Kontaktabbruch steht einem Klub wie dem Unseren nicht gut zu Gesicht. Dies kam schon häufiger vor, zuletzt bei Max Kruse

    -die für einen Klub der Dimension der Bayern unwürdigen Versuche Spieler, die sich bereits zu Medizinchecks bei anderen Vereinen befinden, noch zu kontaktieren und zu versuchen, diese von dem Medizincheck abzuhalten

    -die geleakten Gehaltsvorstellungen diverser Spieler während Vertragsverhandlungen. Just immer dann, wenn Verhandlungen stocken. Unwürdig, wurde nicht nur von Neuer kritisiert.

    -Salihamidzics irrationaler Höhenflug und öffentliche Selbstoffenbarung mit der Aussage, nicht unter einem Kahn arbeiten zu wollen.

    -Dass ihr Neppe völlig außen vor lasst in der Bewertung der Neuausrichtung der Talentsichtung, ist zumindest tendenziös. Reschke, der Neppe nach München brachte, hat erst kürzlich einige Worte über ihn verloren.

    Dass Salihamidzic nicht an allem was schlecht lief alleine schuld ist, ist klar. Dass ihm aber nun zB ein Goretzka gutgeschrieben wird, dessen Verpflichtung fünf Monate nachdem Salihamidzic wie die Jungfrau zum Kinde – praktisch vom Golfplatz kommend – zum Sportdirektor ernannt wurde, glaubt ihr doch wohl selbst nicht.
    Goretzkas ist ein Paradebeispiel für den typischen Bayerntransfer innerhalb der Bundesliga. Außerdem ist tatsächlich bekannt, dass vor allem der Tiger größte Stücke auf Goretzka hielt und ihn unter allen Umständen nach München bringen wollte.

    Es bleibt unter dem Strich einfach, dass es schade ist, in welche Richtung sich msr entwickelt.

    PS: das i-Tüpfelchen Brazzoscher Glanzleistung dürfte das Vergraulen des Sextuple-Trainers werden, der paradoxerweise eigentlich erst dafür gesorgt hat, dass Salihamidzic nicht schon früher beurlaubt worden wäre.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Ich muss ehrlich sagen, dass ich keine Lust habe, jemandem zu antworten, der mit so einem passiv-aggressivem Ton herkommt. Das drängt die Diskussion sofort in eine Ecke, in der es schlicht keinen Spaß mehr macht. Meinungsverschiedenheiten sind ja in Ordnung, aber das ist dann einfach ermüdend. Trotzdem sind einige Punkte zumindest so spannend, dass ich sie gern aufgreifen würde.

      -Neuer/Nübel: einen Ersatztorwart mit versprochenen Spielern [vermutlich Spielzeiten?] zu ködern, ohne das mit Trainer und Neuer (einem der besten Torhüter aller Zeiten und in bestechender Form) abzusprechen, ist äußerst unglücklich.

      Hier scheint, so lese ich das zwischen den Zeilen beim Berater heraus, etwas an die Öffentlichkeit gekommen zu sein, was so gar nicht stimmt. Durchaus vorstellbar, dass versucht wurde, mit Spielzeit zu verhandeln, aber ob es letztlich 1, 5 oder 10 Spiele sind, weiß keiner so genau. Ebenso wenig, ob tatsächlich Spiele versprochen wurden und mit wem das alles abgesprochen wurde. Dass Neuer verlängert hat und es auch sonst bis auf kurze Aufreger kein böses Blut von allen Seiten gab, spricht für mich dafür, dass es weniger aufregend war, als es dargestellt wurde. Wie sauer müsste der Berater denn jetzt bitte sein, wenn Nübel tatsächlich 5 oder 10 Spiele versprochen bekam? Stattdessen äußert er sich sehr wohlwollend gegenüber der Presse.

      -Salihamidzics Art der Kommunikation mit Spielern und der plötzliche Kontaktabbruch steht einem Klub wie dem Unseren nicht gut zu Gesicht. Dies kam schon häufiger vor, zuletzt bei Max Kruse

      Auch das wurde medial berichtet, vom FCB aber dementiert. Beweise gibt es für diese Aussagen nicht. Die Unruhe wurde vermehrt von einem Blatt gestiftet, dem ich das unterstellen würde, was Sie uns unterstellen.

      -die für einen Klub der Dimension der Bayern unwürdigen Versuche Spieler, die sich bereits zu Medizinchecks bei anderen Vereinen befinden, noch zu kontaktieren und zu versuchen, diese von dem Medizincheck abzuhalten

      Auch das wurde vom FCB mir gegenüber mal dementiert und vom benannten Blatt gestreut. Ich würde es zumindest nicht als Fakt behandeln.

      -die geleakten Gehaltsvorstellungen diverser Spieler während Vertragsverhandlungen. Just immer dann, wenn Verhandlungen stocken. Unwürdig, wurde nicht nur von Neuer kritisiert.

      Das ist tatsächlich ein Unding und des FC Bayern nicht würdig. Habe ich damals auch scharf kritisiert und das fällt in die Verantwortung eines Sportvorstands mit rein, auch wenn er nicht zwingend schuldig sein muss. Dazu werde ich nachträglich noch einen Absatz aufnehmen im Artikel.

      -Salihamidzics irrationaler Höhenflug und öffentliche Selbstoffenbarung mit der Aussage, nicht unter einem Kahn arbeiten zu wollen.

      Hier wurde mehr reininterpretiert, als letztlich gemeint war. Natürlich fühlt man sich angegriffen, wenn behauptet wird, es solle jemand installiert werden, der einen auf die “richtige” Bahn lenkt. Seine Reaktion war für mich ok. Zeigt, dass er seinen Job ernst nimmt und ehrgeizig ist.

      -Dass ihr Neppe völlig außen vor lasst in der Bewertung der Neuausrichtung der Talentsichtung, ist zumindest tendenziös. Reschke, der Neppe nach München brachte, hat erst kürzlich einige Worte über ihn verloren.

      Neppe zählt zum Klub dazu und ich habe mehrfach erwähnt, dass es hier nicht um einzelne Schultern geht. Dennoch werde ich ihn an entsprechender Stelle nochmal erwähnen, weil ich es nachvollziehbar finde, dass man sich daran stört.

      – Dass Salihamidzic nicht an allem was schlecht lief alleine schuld ist, ist klar. Dass ihm aber nun zB ein Goretzka gutgeschrieben wird, dessen Verpflichtung fünf Monate nachdem Salihamidzic wie die Jungfrau zum Kinde – praktisch vom Golfplatz kommend – zum Sportdirektor ernannt wurde, glaubt ihr doch wohl selbst nicht.
      Goretzkas ist ein Paradebeispiel für den typischen Bayerntransfer innerhalb der Bundesliga. Außerdem ist tatsächlich bekannt, dass vor allem der Tiger größte Stücke auf Goretzka hielt und ihn unter allen Umständen nach München bringen wollte.

      Ich habe nicht gesagt, dass das Ding auf Salihamidzic geht. Ich sagte, er habe Anteile daran. Nicht: Große Anteile.

  11. Mich würde es brennend interessieren, welche Spieler Flick denn gerne verpflichtet hätte. Er wird ja wohl seine Vorstellungen gehabt haben.
    Henrichs hätte uns wohl nicht weitergeholfen. Der im Winter gehandelte Dodo hätte evtl. den Trikot-Verkauf auf Mauritius angekurbelt aber ob er auf mehr Einsätze gekommen wäre wie Odriozola geschweige denn zu einem Topersatz für Pavard geworden wäre?
    Dest wollte lieber zu Barca. Hudson-Odoi war wegen der Kaufverpflichtung ebenso kein realistisches Thema. Havertz war unbezahlbar. Werner nicht zu kaufen hat sich mMn jetzt auch nicht gerade als Fehler entpuppt. Perisic zu behalten, wäre eine gute Idee gewesen, aber da war wohl eher Inter nicht gesprächsbereit genug als dass Brazzo es bewusst verhindert hätte.
    Dass es nicht immer gelingt, Verträge zu verlängern bzw. Wechselwünsche von Spielern zu verhindern sollten auch alle wissen, die Bayern nicht erst seit dem ersten Triple 2013 verfolgen.

  12. Ich finde einige Aspekte des Artikels sehr spannend und ausgewogen, aber an anderer Stelle finde ich den Ton gegenüber Brazzo als zu wohlwollend. Wenn man sich z.B. anschaut, welche Namen beim BVB seit 207 verpflichtet wurden, kann man schon hinterfragen, wie positiv die Bilanz von Salihamidzic wirklich ist:
    Bellingham
    Haaland
    Reyna
    Hazard
    Brandt
    Diallo
    Pulisic
    Hakimi
    Akanji
    Sancho
    Dahoud
    Zagadou

    Natürlich ist die Situation bei Bayern nicht mit dem BVB vergleichbar. Auch im Vergleich zu PSG, Liverpool und ManCity ist das auch unter Berücksichtigung der externen Millionen-Zuschüssen nicht beeindruckend.
    Die Argumentation, dass man viel schwerer einen Sportvorstand findet als einen geeigneten Trainer, wurde ja bereits von anderen Usern eindringlich widerlegt, daher nur kurz der Einwand , dass es mit der geringeren Präsenz von UH und dem baldigen Ausscheiden von KHR eigentlich leichter sein sollte. Denn nun hat auch ein starker, erfahrener und vernetzter Sportvorstand wieder einen Raum zur Entfaltung und Gestaltung

  13. Ich finde den Artikel in seiner Ausgewogenheit auch super. Entspricht aber auch in vielem meiner Einschätzung, weswegen ich mich leichter tue als es z.B. BM fallen wird, das zu würdigen. ;-)

    Apropos BM(G). Das wäre der eine Punkt, bei dem ich einen Einspruch hätte – nänlich bezüglich der Kandidaten für die Posten Trainer und Sportvorstand/Direktor: Wenn man mal davon ausgeht, dass alle in Frage kommenden Trainer aktuell irgendwo unter Vertrag sind, finde ich dass es auch bei der Sportlichen Leitung ebenso leicht (=schwierig) zu bekommende attraktive Alternativen gäbe, z.B. Max Eberl.

    Zur Causa Boateng: Dass Brazzo von einigen vorgeworfen wird, ihn erst vor dem Parisspiel informiert zu haben, während gleichzeitig alle Alaba “Lüge!” vorgeworfen haben, als er mal gesagt hat “ich habe davon eben erst erfahren”, ist schon interessant. In beiden Fällen wusste doch (nach allem was wir wissen) der Berater serh wohl schon früher Bescheid, der dann ja auch zumindest theoretisch die Chance hätte, seinen Schützling zu informieren.

    Zu Causa Thiago: Ja, im Nachhinein ist das Verzögern eventuell als Fehler zu sehen. Aber erstens sehe ich dessen leistung und Rolle unter Kovac und dann zu Beginn bei Flick wie im Artikel beschrieben. Und zweitens war man sich doch offensichtlich einig, warum hätte man dann parallel einen Ersatz kaufen sollen? Hier wäre die exakte zeitliche Abfolge interessant. Aber dass Thiago sich tränenreich bei KHR für die Freigabe bedankt könnte man sogar dahingehend interpretieren, dass Brazzo eher dagegen war – oder Thiago zumindest ganz genau wusste, dass er eigentlich im Wort stand. (ändert alles nichts daran, dass ich ihn glaube ich auch hätte gehen lassen, wenn ich es hätte entscheiden müssen.)

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Was mir beim Thema Thiago immer zu kurz kommt: Der Vertrag war unterschriftsreif, der Spieler war damit nach eigener Aussage vollkommen zufrieden, alle seine Wünsche waren erfüllt. Also hat der Manager/Sportdirektor alles richtig gemacht.
      Aber dann will Thiago doch lieber unter Jürgen Klopp in Liverpool spielen als unter Hans Flick beim FC Bayern. Hmmmm. Wenn es nicht das finanzielle war, was dann? Was hatte Klopp für bessere Argumente? Warum konnte Flick Thiago nicht überzeugen in München zu bleiben?

      1. Ich glaube Thiago hat nix mit Flick oder HS zu tun. Für mein Gefühl begann er zu zögern, – der Vertrag war ja ausgehandelt – trotz/wegen :-) HF und HS – als da plötzlich die Chance auf die CL war. Er sagte mal, er geht nicht, solange er die CL nicht mit dem FCB gewonnen hat … ich denke das er gegangen ist, war wirklich das Gefühl, hier alles erlebt zu haben und woanders nochmal etwas Neues erleben zu können. Losgelöst vom möglichen Gehalt, das sehe ich hier, anders als bei Alaba, nicht als Grund.

    2. @JOP
      Da hast du absolut recht. :-)
      Ich bin da natürlich eher bei GÜNO, Herrispezial, Ju, S.K., JP und wie sie alle heißen, die hier das Wesentliche schon gut auf den Punkt gebracht haben. Und wenn man den Umfragen dieser Woche folgt in guter Gesellschaft mit 90-99% aller Bayernfans.
      Natürlich würdige ich die Arbeit die in diesem Mammut-Artikel steht. Trotzdem kann man natürlich gänzlich anderer Ansicht sein.

  14. Eins vorweg: Das ist der erste Beitrag/Artikel, den ich nicht gelesen habe und trotzdem einen Kommentar darunter verfasse.
    Tut mir leid, hat aber nichts mit fehlendem Respekt zu tun, sondern damit, dass ich das Thema/die Person Brazzo ziemlich leid bin. Und “ziemlich” ist ziemlich untertrieben. ;-)

    Ich möchte hier ganz einfach nochmal meine Frage aus einem anderen Beitrag umformulieren:
    Wie viele Clubs hätten wohl gerne Brazzo als Sportvortstand in ihren Reihen und wie viele Clubs Hansi als Trainer?

    Soll sich jeder für sich selbst beantworten…

    Antwortsymbol5 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Vielleicht ist genau das das Problem, dass man sich nicht von allen Seiten mit einem Thema beschäftigt.

      Interessant finde ich an deiner Frage, und auch an der hier von einigen verbreiteten Ansicht, dass Brazzo absolut untragbar und unfähig ist, dass ihr damit auch allen in dieser Personalie involvierten Personen, z.B. im Aufsichtsrat, absolute Blindheit und Inkompetenz unterstellt. Und das finde ich etwas anmaßend. Vielleicht sehen diese Personen, die sicher näher dran sind und sich ziemlich sicher besser auskennen als die Experten hier, eben auch die positiven Dinge, denen du (beispielhaft) dich verweigerst, in dem du Artikel, die so etwas enthalten könnten, weitgehend umfährst. In ganz anderem Kontext wurde auf MSR schon mal der “Confirmation Bias” erwähnt – ich finde bei diesem Thema springt er einem auch ins Auge. Und ich setze noch einen drauf: Diejenigen, die sich bei einem solchem Thema so unglaublich ihrer Sache sicher sind und nur eine Interpretation zulassen, sollten sich mal mit dem Dunning-Kruger Effekt auseinandersetzen. Und sich anschauen, wie die erste Erhebung der entsprechenden Kurve genannt wird (gilt übrigens für sehr viele Diskussion quer über alle Sozialen Medien, Kommentarspalten, Foren…)

      1. Die “in die Personalie involvierten Personen, z.B. im Aufsichtsrat”, sprich UH, sind das Hauptproblem und der einzige Grund, wieso Brazzo weiterhin geduldet wird. Leider hat UH den Steuerknüppel und damit die Fernbedienung für Brazzo noch nicht aus der Hand gelegt.

        Wie sieht eigentlich deine Antwort auf die oben gestellte Frage aus. Denkst du, dass es viele Clubs gibt, die vor Freude durch die Decke gehen, wenn man ihnen Brazzo “schenkt”?

    2. “Wie viele Clubs hätten wohl gerne Brazzo als Sportvortstand in ihren Reihen und wie viele Clubs Hansi als Trainer?”

      Ich denke, die wollen weder den einen noch den anderen, nicht mal geschenkt. Der eine ist ja, wenn man der Meinung hier glaubt, an allen guten Transfers völlig unbeteiligt und hat alle “schlechten” zu 100% zu verantworten und der andere kann wenn man der Meinung hier glaubt, nur Hütchen aufstellen (war nie Trainer auf hohem Niveau, hat keine Erfahrung und sowas) und hatte nur durch Corona Glück und konnte deshalb die CL und sowas gewinnen. In einer normalen Saison kann er es nicht und keinesfalls.

      Sorry für den Sarkasmus – aber so wie Dich das Thema nervt, nervt mich der unsachliche Umgang mit dem Thema.

      Und Justin hat wirklich einen lesenswerten Artikel geschrieben und alleine der Respekt für diese Arbeit sollte es verbieten, hier zu kommentieren ohne den Artikel zu lesen.

      Bin hier raus …

      1. @Pe Wi:

        Und Justin hat wirklich einen lesenswerten Artikel geschrieben und alleine der Respekt für diese Arbeit sollte es verbieten, hier zu kommentieren ohne den Artikel zu lesen.

        +1
        Das ist echt ne schräge Nummer und dokumentiert beeindruckend die Weigerung, sich mit dem Thema differenziert auseinanderzusetzen.

      2. Sorry, aber das ist doch vollkommener Schwachsinn. Nur weil ich es leid bin Artikel zu lesen in denen Brazzos Werk “differenziert” betrachtet wird.
        Ich setze mich schon sehr lange mit dem Thema auseinander und bin diesbezüglich auch in regem Austausch mit vielen anderen Bayernfans.
        Seit Brazzo im Amt ist sehe ich ein wiederkehrendes Muster, das mir (leider) zeigt, dass UH im Hintergrund weiterhin fest die Zügel in der Hand hält.
        Das gefällt mir, neben sehr vielen anderen Aspekten, ganz und gar nicht.
        Aber wie oben geschrieben: Jede/r soll sich selbst meine Frage beantworten, wenn sie/er denn möchte.

  15. Vielen Dank für den Artikel Justin. Da steckt eine Menge Arbeit drin – und auch viel Gutes. Ich würde allerdings auch zustimmen, dass viele Kritikpunkte nicht oder nur sehr kurz abgehandelt werden. Nur mal vier Punkte ad hoc aus dem Ärmel dazu:

    a) Die Außendarstellung auf die Fremdsprache abzuwälzen. finde ich auch problematisch. Einerseits ist Kommunikation in einem Job als Führungskraft der Großteil der Arbeit nach innen und außen. Andererseits kam er als 15Jähriger nach Deutschland und hat dann 15 Jahre am Stück hier gelebt. Danach war er auch wieder viele Jahre hier. Zumal inhaltliche Aussagen wie “Ich bin der Beste seit Jahren beim FCB” in der Welt in 2018 nun a) inhaltlich nicht deswegens so rüberkamen, weil es einfach mal unglücklich ausgedrückt wurde und b) an vielen Stellen ja auch professionelle Begleitung da ist durch die Pressestelle.

    b) Auch den kleinen Kader nach bald 4 Jahren noch immer der Politik aus der Zeit vor ihm anlasten zu wollen, ist schon gewagt. Wie viel Zeit soll man denn brauchen dürfen, um einen kleinen Kader wieder zu vergrößern? Zumal er ja danach selbst noch daran mitgewirkt hat. Und er durfte ja immer viel Geld ausgegeben (mehr als andere zuvor, da hat er wirklich so viel bewegt wie niemand vor ihm).

    c) Die Causa Nübel: Anscheinend hat er Einsätze versprochen und so dem Trainer mehr oder weniger direkt in die Aufstellung reinreden wollen. Nun gibt es deswegen wieder Unruhe. Er alleine könnte klarstellen, dass es diese Zusage nie gab. Warum macht er das nicht? Und falls es diese Zusage doch gab: Warum stellt er dann nicht klar, dass er sich da vergalloppiert hat?

    d) Seit er da ist, werden wieder viel mehr Interna durchgesteckt. Das war unter Sammer anders. Selbst wenn er das nicht alles selbst war, dann ist es doch seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es nicht mehr passiert oder man versucht, die Quellen zu finden. Dass es dennoch immer wieder passiert, zeigt ja eher, dass er die Sache nicht in den Griff bekommt. Andere haben das vorher aber geschafft.

    Sicherlich kann man einige Punkte für ihn anführen (mir persönlich gefällt die Strategie, mehr junge Spieler günstig zu holen und zu schauen, ob sie sich bei uns durchsetzen können). Aber man sollte zugleich der Fairness halber auch erwähnen, dass er extrem viel Geld ausgeben durfte und auch weiterhin darf (wie jetzt für Upamecano). Darauf wird gar nicht eingegangen. Ausgewogen ist die Darstellung so sicherlich nicht, denn diese Punkte, die hier auch schon alle genannt wurden, werden entweder kurz abgetan (und somit subjektiv bewertet und nicht objektiv genau so breit dargestellt wie die positiven Punkte) oder gar nicht aufgegriffen.

    Antwortsymbol5 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Sehe ich ähnlich. Sicherlich ist Salihamidzic nicht so schlecht, wie er anfangs gemacht wurde (und von Fanseite teilweise auch noch wird), deswegen macht es rein journalistisch auch einmal Sinn, einen Artikel gegen diese Position zu schreiben. Das muss nicht hundertprozentig ausgewogen sein und damit die vielen bekannten Kritikpunkte wiederholen, sondern einfach mal etwas frischen Wind in die Debatte bringen.

      Als Fan ist für mich aber die entscheidende Frage, ob er auf Dauer dafür geeignet ist, eine extrem einflussreiche Position bei einem der grössten Vereine der Welt auszuüben. Und da sollte halt schon alles oder das allermeiste passen, und offensichtliche Schwächen in Aussendarstellung, Informationsmanagement und im persönlichen Bereich können nicht ignoriert werden. Man vergleiche das mal mit Nerlinger, von dem mir keine solchen Probleme in Erinnerung sind, und der in seiner Amtszeit auf eine sehr erfolgreiche Transferpolitik verweisen konnte. Trotzdem wurde er geschasst, weil der Verein mehr wollte und den Eindruck hatte, dass es für den Schritt an die Weltspitze ein anderes Kaliber brauchte.

      Verglichen damit ist es vor allem der sportliche Erfolg der Ära Flick, der Salihamidzics Arbeit aktuell in einem besseren Licht erscheinen lässt (und an dem er fairerweise auch nicht unbeteiligt ist). Angesichts dieser Symbiose sollte beiden an einer guten Zusammenarbeit gelegen sein, aber es klappt anscheinend nicht – leider. Vereinspolitisch trennt man sich natürlich eher vom Trainer als von einem Vorstandsmitglied, aber sportlich wäre es trotzdem die denkbar schlechteste Lösung dieses Konflikts.

    2. Zustimmung.
      Ein weiteres Problem ist, dass Salihamidzic immer noch bzw. sogar mehr denn je als Protegé von Uli Hoeneß gesehen wird. Und der hat sich bei seinen denkwürdigen RTL-Auftritten ja – vorsichtig formuliert – nicht recht mit Ruhm bekleckert: Erst die Respektlosigkeit gegenüber Boateng, dann der Hinweis auf Steuerfahndung beim DFB – just aus dem Munde dieses etwas speziellen “Steuerfachmannes”.

    3. Da schließe ich mich auch an. Mir ist das insgesamt zu tendenziös pro Brazzo. Es fehlen neben den von @Herrispezial angesprochenen Dingen noch ein paar Punkte, aus meiner Sicht speziell die Chaotik fast aller Transferphasen. Zum Beispiel dass einige Transfers erst kurz vor Toreschluss getätigt wurden, als die Vorbereitung schon längst lief (Coutinho, Perisic, Costa)
      Das kann MAL passieren war aber speziell die letzten beiden Jahre eher die Regel und impliziert für mich, dass vorher einiges schief lief.

      Für mich vollkommen unverständliche Käufe (auch wenn man sie mit viel gutem Willen schön reden kann)
      – Arp, nicht mal Stammspieler in Liga 2
      – Cuisance, setzt sich bei BMG nicht durch und fällt noch durch seinen zweifelhaften Charakter auf
      – Odriozola, Dantas…

      Oder so Geschichten wie mit Sepp van den Berg, den Hasan (angeblich) noch beim Medizincheck in Liverpool verzweifelt angerufen haben soll um ihn vom FCB zu überzeugen.
      Für Roca wurden beim ersten Versuch trotz AK von 40 Mio deutich weniger gebote (20 ?)

      Das sind alles so Punkte die sind mir in der Größenordnung in der sich der FCB bewegt viel zu unprofessionell. Das Durchsickern vieler Infos nach außen wurde auch schon angesprochen.

      Dazu kommt seine Selbseinschätzung und ganz offensichtlich fehlende Kritikfähigkeit sowie die Bereitschaft sich ein./unterzuordnen. “Mehr geleistet als alle meine Vorgänger”…”würde nicht unter …Oliver Kahn arbeiten”…

      Seine Interviews werden mMn eher schlechter als besser. Sprachlich ist alles wie am Anfang, aber es sind nahezu keine Inhalte mehr, die über pauschalem blabla a la “wir wollen gewinnen” hinausgehen. Natürlich ist das legitim aber dann soll er besser die Linie beibehalten gar keine Interviews zu geben.

      Wie dem auch sei, ich verstehe, dass es für beide Seiten Argumente gibt, dennoch ist der Artikel wenn auch qualitativ hochwertig wie gesagt aus meiner Sicht zu positiv gestaltet. Wir sprechen uns nach der nächsten Transferphase. Die erste AK wurde ja bereits gezogen…

      1. ok ich hätte vorher etwas besser durchlesen sollen: die meisten meiner Punkte wurden oben bereits deutlich besser/ausführlicher von @Howard W. behandelt – auch wenn ich mich der latenten Schärfe nicht anschließen möchte – und auch von Justin beantwortet.

        Unterm Strich bleibt es für meinen Geschmack zu wohlwollend.

        Ach und noch eines zu Nübel: selbst wenn es keine Einsatz-Vereinbarung gab, WAS genau war der “Plan” der Nübel letztendlich überzeugt hat? Konnte ich noch nirgends nachlesen. Ich behaupte deshalb es war schlichtweg a) das Geld und b) der bequeme/potentiell beste Weg für Nübel…

    4. Much würde mal interessieren ob der Saliham wirklich mit dem Superhansi so zerstritten ist. Wenn man sie so beieinander beobachtet hat der Saliham immer den Kragen hochgestellt und Superhansi eine klare Meinung zur Lage. Ich bin für Superhansi und würde Saliham als Eckfahne befördern. Gruß Bernd Tiger

  16. Ich habe mich selten so amüsiert wie beim lesen des Artikels und der Kommentare darunter.
    Justin Artikel hat mich völlig überrascht. Er versucht die Arbeit von Brazzo möglichst neutral und nur mit verifizierbaren Fakten zu bewerten. Und ja, er ist im Zweifelsfall wohlwollend.
    Also genau das Gegenteil der zahlreichen Kommentare darunter und der letzten Tage.
    Die Wahrheit liegt wie wohl wie meistens irgendwo in der Mitte. Ich bin beider im Moment überdrüssig.
    Aber der Gedanke, wie beim Lesen von Justins Artikel die Schnappatmung bei den üblichen Verdächtigen mit jedem Absatz heftiger wurde, zaubert mir ein Lächeln inss Gesicht.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. :-)) Du Schelm Du :-))

      Ich geh jetzt in den Keller und lache mal eine Runde ab ….

  17. Lieber Justin,

    das ist dein zweiter pro Salihamidzic Artikel in kurzer Zeit. Du hattest dich lange sehr anders geäußert. Deine Meinung zu Flick schient deutlich abgekühlt. Das klang vor wenigen Wochen noch sehr anders. Hast du neue Insiderinformationen? Ich bin über diesen auffälligen Schwenk etwas irritiert

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Der Artikel letzte Woche war mMn kein Pro für irgendwas. Heute ging es mir auch nicht darum, Flick in irgendein Licht zu stellen. Flick hat große Verdienste und in einem für mich idealen Szenario bleibt er Trainer des FC Bayern. Trotzdem bin ich etwas, sagen wir überrascht darüber, dass Flick das alles so offensichtlich in die Öffentlichkeit transportiert. Ich finde, beide haben ihren Anteil an dieser Situation. Ich finde auch, dass bei beiden Kritik angebracht ist für verschiedene Dinge. Wie ich sie ja bei Brazzo auch äußere. Ich bin mir nach wie vor nicht abschließend sicher, ob Salihamidzic der Mann für die nächsten 30 Jahre ist. Aber sein durchweg negatives, fast schon lächerliches Bild, das größtenteils gezeichnet wird, ist dann doch sehr verwunderlich. Es impliziert ja auch, dass im Klub nur Volltrottel arbeiten. Es gibt nun mal viele Dinge, die unter ihm sehr, sehr gut gelaufen sind. Das kann man nicht einfach wegwischen. Eine faire Betrachtung hat jeder verdient. Meine sehr einseitig negativen Artikel aus den Jahren 2018 und 2019 bereue ich teilweise. Würde ich so nicht mehr schreiben und ich habe daraus auch gelernt. Auch wegen besserer Informationslage, aber eben auch generell.

      1. Respekt Justin. Es gibt nicht nur weiß und schwarz!

  18. Ich habe eine Passage am Ende nochmal angepasst, die hier kritisiert wurde. Ich stimme euch zu: Die Suche nach einem neuen SpoVo wäre vielleicht nicht zwangsläufig komplizierter als die nach einem neuen Trainer, der so erfolgreich arbeitet wie Flick. Aber ich glaube schon, dass die Veränderung auf der Position des SpoVo größer wäre und somit ein gewisses Grundrisiko besteht, dass man sich mehr kaputt macht als durch einen Trainerwechsel.

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Das sehe ich genauso. Zudem würden sich die aktuellen finanziellen Zwänge dadurch nicht in Luft auflösen. Es ist ja nicht so, das Roca, Sarr und Costa bei Brazzo erste Wahl waren. Das wurde von Flick sogar bestätigt. Aber momentan müssen wir, wie die meisten anderen Vereine auch, bei Transfers Abstriche machen. Bei der Position des zweiten RV kann ich aufgrund der Historie und Zeitspanne jedoch keine Ausrede gelten lassen. Da wäre m.M.n mehr drin gewesen.
      Danke für den informativen Artikel. Du hast viele Aspekte der letzten Jahre nochmal beleuchtet. Mir wird immer mehr klar, das es hier nicht nur schwarz oder weiß oder gut und böse gibt. Beide Kontrahenten haben ihren Anteil an unseren tollen Erfolgen. Und beide haben in der Aussendarstellung sicherlich Fehler gemacht. Ich würde mich freuen, wenn man einen tragbaren Kompromiss zum Wohle des Vereins/Erfolges findet, mit dem alle Leben (arbeiten) können. Lt. H.Hainer müssen sie ja nicht kuscheln…

    2. Finde es sehr gut und Respekt dafür, dass du reflektierst und deine Schlüsse ziehst. Können nicht viele

    3. Eien Änderung, die mich erfreut. Ein “womöglich” bezweifle ich zweifellos nicht mehr :)

      Unabhängig davon, wie man inhaltlich zu den Details steht, dieser Artikel hat meinem Eindruck nach das Debatten-Klima eindeutig verbessert, und die Schärfe der Diskussion wenn nicht ganz entfernt, so doch verringert. Alleine dafür gebührt dir ein ganz großes Lob, Justin. Einen ausgleichenden Beitrag zu schreiben ist viel schwerer als polemisch Öl ins Feuer zu gießen.

  19. Danke dir, finde es das toll dass du sofort auch auf kritische Kommentare dir gegenüber sachlich antwortest. Respekt für deine Aussagen bezüglich deiner früheren Kommentare

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
      1. 918 mal Dank für die Rückkehr zur Objektivität! Alle Achtung. Naxh so langer Zeit :-)

  20. Danke für den Artikel, sehr gute umfangreiche journalistische Recherche. Hatte auch jüngste Kommentare von dir in den Netzwerken oder bei SSNHD mitbekommen, wie wichtig dir das Thema und ein differenzierter Umgang damit ist.
    Ich muss aber ehrlich gestehen, wie schwer mir das nach wie vor beim Thema Salihamidzic fällt. Du hast im Artikel fast kleinteilig seine bisherige Arbeit seziert, hast vielleicht auch einen näheren Blick auf und in den Klub. Aber es gibt auch Leute um den Klub, die ein sich immer stärker werdendes Machtvakuum beobachten, dass sich erst nun bei Gefährdung der sportlichen Ziele immer mehr zeigt. Salihamidzics Arbeit hin oder her (ich weiß, ist gewagt und vielleicht nicht differenziert), aber der Faktor Macht und deren Auswirkungen kommt mir zu kurz…

    Als Salihamidzic nach monatelanger Suche zum Sportdirektor ernannt wurde, war das schon ungewöhnlich für einen Klub wie den FCB, der sich sonst in allen Hierarchie-Ebenen durch absolute Professionalität auszeichnete. Sei es sportlich oder wirtschaftlich. Da dann was rein zu interpretieren bringt mich, lieber Justin, nicht in die Nähe von Verschwörungstheorien. Es liegt halt nahe, im Gegensatz zu KHR bei Oli Kahn, dass UH Salihamidzic vorgeschlagen/installiert hat… ganz nach der alten Regel “einmal du, dann ich”. Und dass bei der Benennung UH vielleicht doch zuerst an das eigene Wohl und erst dann an das Wohl des Vereins gedacht hat (es hätte genug andere Kandidaten gegeben). Wie Salihamidzic dann rüber kam, ist lang und breit geschrieben worden. Auch dass zum Ende der Amtszeit von UH der Sportdirektor zum Vorstand Sport befördert wurde, kann man auch, ohne sich verdächtigt zu machen, auf seine Initiative zurückführen.
    Nochmal, Salihamidzics Arbeit hin oder her. In Machtgefügen ist Autorität die Währung. Und die kannst halt nicht lernen. Das hat man oder man hats nicht. Hat jemand Macht per Amt erhalten, aber nicht die Autorität, kann ein Machtvakuum entstehen. Achtung Spekulation: Was, wenn Flick dies erkannt hat? Was, wenn KHR und Oli Flicks Meinung teilen, aber nichts tun können? Als Vorstand Sport ist Salihamidzic mit einer defacto Macht ausgestattet, die man, selbst man es wollte, nicht einfach ändern kann. Dummerwweise suchen sich die Dinge dann ihre Ventile. Erkennst es nicht, gehts munter weiter. Bis einer geht. Bis es sich wiederholt?
    Viele haben nach dem Rückzug UHs solche Szenarien vorher gesehen. Auch wieder Spekulation wäre es, zu sagen, dass UH nun selbst mit dazu beigetragen hat…

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Und ich frag mich, wie man genau das, was du hier beschreibst, nicht erkennen kann/will bzw. vollkommen ignoriert.
      Es ist doch allzu offensichtlich, das ganz alleine UH dahintersteckt.
      Ist doch bei Hainer auch nicht anders. Der wird sich auch hüten, UH zu widersprechen, solange der noch im Aufsichtsrat sitzt.

    2. Das ist halt von außen schwer zu erkennen/bewerten, nur es ist richtigerweise eine gefährliche Sache jemanden an der Macht zu lassen, der keine Autorität hat, bzw. als unpassend von den Mitarbeiter:innen gesehen wird. Damit will ich aber nicht behaupten, dass das bei H.S. der Fall ist. Wie geschrieben ist das von außen extrem schwer, wenn nicht sogar unmöglich zu beurteilen.

      Ich habe es eh auch schon mal in einem anderen Post erwähnt, ich glaube es fragen sich halt viele Leute wie jemand, der diese Art von Arbeit davor noch nicht, oder eingeschränkt, gemacht hat, gleich zum Direktor, bzw. nach kurzer Zeit zum Vorstand befördert werden kann. Ich glaube da entsteht fast automatisch eine Grundskepsis, und diese zu überwinden ist doppelt schwer. Es wurde auch immer berichtet, dass bei Bayern nicht nur die besten Spieler spielen, sonder auch die besten “Anzugträger” sitzen, die den Klub führen, und zu dieser Kategorie, beste Manager, zählte man H.S. eben noch nicht. Und gefühlt hat er, zumindest für mich, in der Vergangenheit auch noch nicht bestätigt, dass er schon einer dieser Top Manager ist. Er konnte mich da einfach noch nicht überzeugen.
      Und das ist halt der Abspruch an einen Vorstand der Bayern, dass er auch, wie die Spieler, Top sein muss.
      Aber natürlich ist das nur meine subjektive Meinung und meine Interpretationen der Informationen die man liest, sieht und von Medien hört.

  21. Justin August 2019: “Salihamidžić ist eine Fehlbesetzung. Das kann man nach zwei Jahren nicht anders sagen.”

    Justin April 2021: “Dass der Klub am Ende eher an seinem Sportvorstand als am Trainer festhält, ist nicht nur nachvollziehbar, sondern der einzig richtige Weg.”

    Ich war keiner, der das Brazzo-Bashing in den Anfangsjahren mitgemacht hat.
    Dass in der kurzen Zeit aber soviel Gutes passiert sein soll, dass Brazzo nun Flick vorzuziehen ist, halte ich für ziemlich gefährlich.
    In ihren jeweiligen Verantwortungs-Bereichen hat Flick mehr geleistet, als Salihamidžić.
    Idealerweise bleiben beide, denn – ja – alles ist nicht schlecht bei Brazzo. War es auch nie.
    Keinesfalls sollte aber derjenige gehen, der die bessere Arbeit geleistet hat. Das ist Werte-vernichtend und hat schon ganz anderen verdammt weh getan.

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ich habe hier an anderer Stelle bereits geschrieben, dass ich die Artikel aus 2019 zu seiner Arbeit so nicht mehr schreiben würde. Ich habe mich da sehr von einem öffentlichen Bild leiten lassen, das so einfach nicht stimmte. Der Rest der Meinung sei dir unbenommen, ich kann mir mittlerweile aber schon ein besseres Bild machen, als ich es 2019 noch konnte und deshalb war es mir wichtig, meine Informationen und meine Meinung dazu zu teilen. Was Leute damit machen, ist den Leuten überlassen.

      1. Dann habe ich es verstanden. Danke für die ehrliche Antwort. Trotzdem kurze Frage:

        Der aktuelle Erfolg, wäre dieser möglich gewesen mit Salihamidžić als Sportdirektor und einem anderen Trainer? Oder wäre er eher wahrscheinlich mit Flick und einem anderen Sportdirektor.

        Ich glaube Brazzo macht einiges richtig. Seinen Anteil an den jetzigen goldenen Zeiten halte ich für relativ gering, auch wenn er vermutlich schon einige wichtige Entscheidungen getroffen hat. Diese und sein wirklicher Einfluss wird sich damit erst erst in einigen Jahren zeigen. Sollte es nun zum Stechen kommen (was ich nicht hoffe), kann es die Wahl aber nur auf eine Seite fallen.

      2. Beide haben ihren Anteil daran. Salihamidzic hat Aktien am Kader, mit dem Flick arbeiten musste, Flick hat aus diesem Kader das Maximum herausgeholt. Wenn es zum Stechen kommt, geht es für einen Klub um viel mehr als allein die Bewertung der jeweiligen Arbeit. Zumal du einen Sportvorstand nicht mit einem Trainer vergleichen kannst. Andere Aufgabenbereiche, andere Verantwortungsbereiche. Das aufzuwiegen, ist unmöglich. Und genau darin liegt auch mein entscheidender Punkt: Du kannst den Sportvorstand natürlich entlassen, aber dann hast du

        a) jemanden mit großem Kompetenzbereich entlassen, wo der Wechsel vermutlich viel mehr ändern wird, als dir eigentlich Lieb ist. Wer garantiert, dass der Nachfolger hier nahtlos anknüpft und die Kritikpunkte sofort anpacken kann? Das wäre ein recht schwerwiegender Umbruch mit verbundenem Risiko.

        b) deinem Trainer zugestanden, dass er öffentlich nach oben treten darf und am Ende als Sieger aus der Geschichte hervorgeht. Ein Machtgewinn, der sich auch auf zukünftige Entscheidungen auswirken wird und dem Machtgefüge, so wie es der FC Bayern seit Jahrzehnten pflegt, schaden könnte.

        Was ist dann die Konsequenz? Du arbeitest 1-3 Jahre (optimistisch gesehen) mit Flick weiter und hast dann sowieso die Trainerdebatte am Hals. Weil das nun mal eine in der Regel kurzfristig besetzte Position ist im Vergleich zu anderen.

        Ich sehe nur ein Szenario, in dem Flick noch tragbar ist: Brazzo bleibt und Flick fährt öffentlich radikal einen entgegengesetzten Kurs. Wie man das dann intern löst, ist eine andere Sache. So wie es aktuell lief, dass von unten nach oben Personen beschädigt werden, kann es jedenfalls nicht weitergehen. Egal wie erfolgreich ein Trainer ist. Auch van Gaal musste das einst in anderem Kontext spüren.

      3. Points taken
        a) Ich sehe Brazzo als Teil eines insgesamt inzwischen doch recht guten Managements, indem er Bindeglied zwischen starken Kräften ist, aber kein Kernstück. Soll heißen: er ist nicht Rangnick oder Eberl, sondern jemand, der – sollte er herausgelöst werden – recht schnell auch wieder ersetzt werden kann. Ich glaube Management- und Transferentscheidungen werden in guten Organisationen immer im Kollektiv und mit guter Governance getroffen. Ein Abgang Brazzos würde an der Philosophie des Vereins nicht allzuviel verändern. Du betonst die gute Jugendarbeit, völlig verständlich. Das muss aber nicht automatisch vom Sportdirektor kommen.

        b) Stimme ich absolut überein. Ich gebe Flick hier aber den Benefit of the doubt, einfach weil er in Rekordzeit eine völlig neue Mannschaft mit einem unfassbaren Fußball und Spirit geformt hat. Und selbst, wenn er nach oben tritt und nach außen das Lämmchen gibt: eine starke Organisation muss das aushalten können, wenn die Ergebnisse so klare prove points hervorbringen, wie unter Flick der Fall.
        (Sorry für das Denglisch, aber wir sind hier teilweise in Org-Management Kontexten angekommen)

  22. Brazzo muss weg, unbedingt
    Kurz und knapp

  23. Wenn ich die Arbeit von Bobic und Eberl mit der von Hasan vergleiche, bleibt nur ein ohnmächtiges kopfschütteln.
    Ich finde es auch bemerkenswert wie du komplett ausschließen kannst dass die Installation von Hasan, ein durchsichtiger Versuch von Hoeneß ist, um nach seinem “Rücktritt” noch Einfluss zu haben.

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. +1
      Couldn’t agree more.

      1. Könnt ihr euch noch an die letzte JHV erinnern? An die Lachsalven und Unmutsäußerungen als nur sein Name erwähnt wurde?
        Viele im Verein können momentan sehr froh sein dass keine Veranstaltungen und keine Zuschauer möglich sind.

    2. Wenn ich die Arbeit von Eberl in den letzten Monaten sowie seinen Auftritt im Sportstudio sehe, dann frage ich mich, wie die Bayern-Fans ihn dafür wohl zerrissen hätten. Bobic macht bei der SGE viel richtig, aber das qualifiziert ihn noch lange nicht für den FC Bayern. Diese Quervergleiche funktionieren einfach nicht.

      Von komplett ausschließen hat doch niemand gesprochen. Aber zu behaupten, Hoeneß würde über Brazzo massiv in den Klub eingreifen, ist halt faktisch falsch. Das kann ich euch aus verschiedenen, sehr guten Quellen versichern. Das ist eine Art Verschwörungstheorie, die einfach falsch ist. Dass Hoeneß nicht von heute auf morgen ohne Macht ist, ist doch klar. Aber dafür braucht er Brazzo nicht, der sich bei diversen Entscheidungen auch schon gegen Hoeneß stellte.

      1. Aber zu behaupten, Hoeneß würde über Brazzo massiv in den Klub eingreifen, ist halt faktisch falsch. Das kann ich euch aus verschiedenen, sehr guten Quellen versichern. Das ist eine Art Verschwörungstheorie, die einfach falsch ist. Dass Hoeneß nicht von heute auf morgen ohne Macht ist, ist doch klar. Aber dafür braucht er Brazzo nicht, der sich bei diversen Entscheidungen auch schon gegen Hoeneß stellte.

        Dieses Märchen hat sich bei vielen Leuten so eingebrannt, da ist jeder Versuch der sachlichen Richtigstellung, ein Kampf gegen Windmühlen.

  24. Eine für mich fast unerwähnte Tatsache hier in den Kommentaren:

    Salihamidzic wirft man heute noch die sehr schlechten Interviews zu Beginn seiner Amtszeit vor. Über Flicks derzeitige Interviewperformance verlieren die meisten User kein Wort.

    Antwortsymbol9 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ich fand Flicks Interviews (und PK) vollkommen unabhängig von der aktuellen Situation schon immer recht nichts sagend und repetitiv: “Stolz auf meine Mannschaft und das Trainerteam, fokussiert bleiben, schwere Aufgaben, konzentrieren auf das, was man beeinflussen kann”…alles aus meiner Sicht richtig und auch sympathisch, aber eben nix Besonderes. Aktuell kommen natürlich zu diesen Aussagen die Zündeleien, die, je nach Lesart/Lager entweder unprofessionelle und unbedachte Provokationen oder total verständliche und berechtigte Aussagen sind, die noch seine bewundernswerte Selbstbeherrschung unterstreichen – denn was der sonst wohl sagen würde….?

      Ich zähle mich keinem der Lager zu. Mein “Fokus” liegt auf dem Sportlichen ;-) Und da werden die kommenden 7 Tage entscheidend. Wenn’s blöd läuft verspielen wir 2 Titel. Wobei LEV hoffentlich nicht so schnell die Kurve kriegt. Aber WOB …

    2. Findest du das tatsächlich vergleichbar?

      1. Ja, das finde ich. Auch wenn es bei beiden Dingen um grundsätzlich andere Themen ging, ist beides eine schlechte Außendarstellung des FC Bayern.

        Die Art und Weise der Flick Interviews sind für mich momentan Zündeleien. Er macht es m.M.n. oft sehr geschickt, wie er seine Messages anbringt oder eben Sachen in den Raum stellt, in dem er es irgendwie anschneidet, nicht voll ausspricht und jeder weiß trotzdem Bescheid und in der Endaussage will er als der Erfolgsgarant dastehen.

        Salihamidzic kam mir zu Beginn seiner Amtszeit bei Interviews schlicht weg überfordert vor. Die Interviewer haben ihre Überlegenheit sofort gemerkt und H.S. war ein leichtes Opfer. Dann wollte er sich öffentlich profilieren und machte es mit manchen “Polteraussagen im Stile Uli Abteilung Attacke” noch schlimmer.

        Der Unterschied zu Hansi jetzt ist, dass Brazzo damals nicht gezündelt hat. Hätte er auch nicht gekonnt, da er ja den Job noch nicht in der Tasche hatte.

        Aber wie gesagt: rein meine Meinung.

      2. @Roland
        Verstehe dann geht es dir um zwei verschiedene Punkte. Einmal um rhetorische Kompetenz und dann um die Inhalte.
        Das ist natürlich legitim aber dann ist es tatsächlich auch nicht vergleichbar.

      3. @bm

        Beides wirft kein gutes Bild auf den FC Bayern. Führende Angestellte haben alles bestmögliche für ihren Verein zu tun und alles zu unterlassen, was ein schlechtes Bild erzeugen könnte.

      4. @bm:

        Fachlich Salihamidzic zu beurteilen fällt mir schwer, da Transfers eben keine oneman show sind und uns allen der detailierte Einblick fehlt. Gehe ich von meinem Bauchgefühl aus, denke ich wird es größere Kaliber geben. Da sind mir die medialen Transfertheater zu sehr im Hinterkopf. Total versagt hat er für mich aber auch nicht.

        Bewerte ich Brazzo rein rhetorisch und im Auftritt gefällt mir seine Art als Führungskraft, welche ür den FC Bayern spricht, nicht.

    3. @Roland:
      Das ist relativ normal.
      Identische Maßstäbe werden nicht angelegt, da geht es rein nach Sympathie.

      Der Spruch von Flick auf der PK, einen (!) Tag nachdem Rummenigge Ruhe gefordert hat, dürfte sich kein Angestellter in einer anderen Branche auch nur ansatzweise erlauben.

      1. Ja, die Diskussion über Beide ist sehr der Sympathie abhängig.

        Deshalb habe ich gestern schon geschrieben, dass es für viele User hier sehr interessant zu erfahren wäre, wie die Transfers beim FC Bayern grundsätzlich zu Stande kommen und man den Hergang der letzten 2,3 Jahre genauer aufschlüsseln könnte.

        Klar ist, dass Transfers beim FCB keine Oneman Show sind, was scheinbar einige hier denken.

    4. Das stimmt doch nicht. Schau mal auf die Kommentare unter dem “FC Hollywood”-Artikel, da haben sich die meisten sehr kritisch über die jüngsten Flickschen Einlassungen geäussert. Die Artikel selber natürlich auch.

  25. Es steht völlig außer Frage das ein Salihamidzic in keinem anderen Top Club in den Vorstand berufen würde.
    Die letzten Wochen haben eindeutig gezeigt das er hoffnungslos überfordert ist. Jemand ohne Kompetenz hat auch keinen Respekt oder Autorität außer der seines Amtes.
    Solche Leute werden immer früher oder später scheitern.
    Man hätte ihn nie in den Vorstand berufen dürfen. Die Konkurrenten lachen über uns wie man sich in Rekordzeit selbst zerlegt weil man daran festhält einen Berufsanfänger in dieses Amt befördert und belässt.
    Hainer und Kahn verhalten sich bisher als Marionetten denn als eigenständig handelnde Persönlichkeiten. Wie würden sie wohl agieren ohne den Poltergeist?

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Dein Post hinkt:
      – argumentativ
      – hinterher

    2. Absolut richtig @918.

    3. Respekt 918. Jetzt schreibst du schon den Namen des Sportvorstands richtig. Ganz ohne Verunglimpfung. Geht doch.
      Aber sag doch nicht Marionette zu unserem Helden von Milano. Das geht nicht.

  26. Der Artikel ist sicherlich eher pro Salihamidzic, aber das ist in der aktuellen Diskussion vielleicht auch mal ein etwas anderer Ansatzpunkt. Viele Punkte sind ohne die wirklichen Abläufe zu kennen, sicherlich nicht abschließend zu bewerten.

    Was aber bekannt sind, sind die öffentlichen Einlassungen von Salihamidzic, und die sind meistens im Ergebnis nicht vorteilhaft für ihn. Ein Teil seines schlechten Images rührt sicherlich auch daher. Da kann man sich halt schlecht vorstellen, wenn jemand immer so unvorbereitet vor eine Kamera tritt, dass dies bei Vertragsverhandlungen groß anders abläuft. Wird es sehr wahrscheinlich schon, lässt sich aber mit seiner öffentlichen Darstellung schwierig zusammenbringen. Beides sind Teile des Jobs und sollten entsprechend professionell behandelt werden. Dazu kommen dann noch die ständigen Indiskretionen bei Vetragsverhandlungen (von wem auch immer) und das öffentliche “Scheitern” diverser Transfers (z. B. CHO, van den Berg, Ziyech) – das wirkt alles nicht so, wie man es sich von einem FC Bayern wünscht.

    Daher sollte man sich abgesehen von der aktuellen internen Diskussion um Salihamidzic und Flick dringend darum bemühen, das öffentliche Auftreten insbesondere im Bereich Transfers wieder zu optimieren. Das soll nicht bedeuten, dass es (nur) an der Person Salihamidzic liegt, aber es fällt nun einmal deutlich in sein Aufgabengebiet. Auf Sicht dürften ansonsten Gespräche mit Spielern, Beratern, Trainer-Kandidaten und anderen Vereinen nicht einfacher werden. Denke insbesondere KHR hat hier auf europäischer Ebene einen guten Ruf aufgebaut, den gilt es zu halten.

  27. Rainer Niersberger Seite 13.04.2021 - 10:18

    Im offensichtlichen Unterschied zum Autor war ich weder bei den relevanten Gesprächen dabei, noch kenne ich die schriftlichen oder mündlichen Vereinbarungen. Ich weiss aber, dass am Ende das Ergebnis zählt, in diesem Fall zunaechst das sportliche, denn von diesem hängen auch wirtschaftliche Folgen ab. Die Verantwortung fuer den Erfolg liegt zuallererst immer beim Vorstand, um den es sich bei Herrn Brazzo ja bekanntlich handelt. Über ihn gibt es nur noch den, eigentlich nicht operativ tätigen AR. Warten wir also ab, wie diese Saison abgeschlossen und mit welchem Kader die naechste eröffnet wird. Die Erfolgsgeschichte 2020 ist kausal (allein) auf den Trainer zurueckzufuehren, der ohne personelle Veränderung der Mannschaft ein” paar Titel “holte. Wer etwas genauer hinschaut, erkennt Potential und Tauglichkeit der ganz am Schluss! der Transferperiode noch eingesammelten Akteure relativ leicht, wobei es zwischen Bundesliga (Spitze vs Schluss) und CL- KO – Runde gewisse Unterschiede gibt. Ein Verein, der (vor allem) ueber das Spitzenpersonal kommt und nicht ueber das Kollektiv muss hier, wenn er international ernsthaft mitmachen will, mithalten, auch was die Kadergroesse betrifft. “Uebersehen” wird gerne, dass es auch bei Bayern um die reine Macht geht und der Protagonist der Allmacht mit seinem vermeintlichen, geschickten Rückzug an den Tegernsee dafuer personell, anders geht es nicht, Sorge trug, dass seine “Vorstellungen” sich weiterhin durchsetzen. Die Installation des dankbaren, aber in dieser Position voellig ungeeigneten, Herrn Brazzo als Vorstand!, er haette durchaus auch Sportdirektor bleiben koennen, waere dann aber Rummenigge und Kahn unterstellt, gehoert zu den ueblichen Machterhaltungsmechanismen. Der sportlich unbedarftere Herr Hainer duerfte sich dazugesellen. Und der Herr will sicher auch aus erster Hand informiert werden. Das Problem sitzt am Tegernsee bei einem, der nicht loslassen kann und will und der nun als “Experte” bei Laender spielen mit “interessanten” Aussagen glänzt. Das ist der Hauptverantwortliche fuer die Kaderverkleinerung mit der bemerkenswerten Aussage, bei einem” groesseren “Kader drohe Unfrieden. Seine Personalentscheidungen sind weit ueberwiegend personalpolitisch mehr als umstritten, was bei einer Figur, die sich fuer den FC Bayern persönlich haelt, nicht überrascht.” Der Verein bin(nur) ich”. Und an der Ratio fehlt es mitunter recht deutlich. Man sollte sich weniger mit dem “Vorstand” Brazzo befassen als mit der Rolle seines Installateurs, des maechtigen Patriarchen und dessen Motive, erst Recht nach dem Ausscheiden von KHR als Gegenspieler. Die Meinung, man fände eher einen geeigneten Trainer als einen besseren Sportdirektor hat der Autor exclusiv. Er sollte genauer hinschauen.

    Antwortsymbol5 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. 100% ige Zustimmung.

    2. Machst du das absichtlich, dir mehrmals innerhalb von wenigen Zeilen zu widersprechen?
      “Ich weiss aber, dass am Ende das Ergebnis zählt, in diesem Fall zunaechst das sportliche, denn von diesem hängen auch wirtschaftliche Folgen ab. Die Verantwortung fuer den Erfolg liegt zuallererst immer beim Vorstand, um den es sich bei Herrn Brazzo ja bekanntlich handelt. Über ihn gibt es nur noch den, eigentlich nicht operativ tätigen AR. Warten wir also ab, wie diese Saison abgeschlossen und mit welchem Kader die naechste eröffnet wird. Die Erfolgsgeschichte 2020 ist kausal (allein) auf den Trainer zurueckzufuehren” – Was denn nun: Vorstand oder Trainer??

      “Ein Verein, der (vor allem) ueber das Spitzenpersonal kommt und nicht ueber das Kollektiv muss hier, wenn er international ernsthaft mitmachen will, mithalten, auch was die Kadergroesse betrifft.” Was denn nun: Spitzenpersonal oder Kadergröße/Kollektiv?

      Wenn du dir bei UH so sicher bist: Welchen Einfluss nimmt er denn gerade? Will er Flick loswerden und instrumentalisiert Brazzo dafür? Ernsthaft?? Wen sähe er denn gerne als Trainer? Und warum ist der noch nicht da, wo doch alle nur Marionetten sind? Wer, außer Flick, wollte denn Boateng halten? KHR?

      1. @Rainer Niersberger
        handelt es sich hier um dein subjektives Empfinden der internen Verhältnisse aufgrund von Medienberichten oder berufst Du dich auf Insider Informationen? Justin hat eindeutige Hinweise darauf gegeben, das U.H und H.S nicht immer einer Meinung waren. Kennst Du H.S. so gut, das Du seine Persönlichkeit so gut beurteilen kannst? Sicher nicht. Die meisten von uns beurteilen H.S. aufgrund seiner nicht vorteilhaften öffentlichen Auftritte.(die z.T. wirklich schlecht waren). Das er in Vieraugengesprächen, Vertrags oder Transferverhandlungen ganz anders auftritt, ist durchaus möglich. Da ich in einem großen Unternehmen im Vertrieb tätig bin, habe ich bei vielen Arbeitskollegen,
        situationsbedingt, große Unterschiede im Verhalten und Sicherheit festgestellt.
        Ebensowenig wage ich zu beurteilen, ob Hansi Flick wirklich so sympathisch und nett ist, wie er im Fernsehen bei mir ankommt. Das U.H. sich weiterhin als FCB Macher sieht, und weiter seine Strippen zieht, ist in seiner Persönlichkeit begründet und kann durchaus sein. Aber wo sind die Beweise hierfür zu finden? Und das ein H.Hainer sich von ihm lenken lässt, verweise ich definitiv ins Reich der Fabeln.

    1. Ist vielleicht auch besser so. Mit Trainern von der Eintracht hatten wir jetzt ja nicht unbedingt die besten Erfahrungen

  28. Woooh……..endlich mal eine Bewertung ohne Scheuklappen.
    Super zusammen gefasst und die Fakten dargelegt, danke.

  29. Voting beim Sport 1-Doppelpass: Salihamidzic muss gehen – 84 Prozent.
    Voting bei kicker online: 93 Prozent.

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Nicht anders zu erwarten. Trotzdem klasse Ergebnisse.

    2. Da war aber die Option: “Die sollen sich beide gefälligst zusammenraufen” nicht angeboten. Mit solchen Umfragen zu argumentieren, nun gut. A la: “Millionen Käufer können nicht irren”

    3. Wie ein halbwegs intelligenter Mensch solche Umfragen ernst nehmen kann ist mir ein Rätsel.

  30. Hansi Flick ist finde ich nicht das Unschuldslamm für das alle ihn halten. Ich finde es erstaunlich wie viele Leute Brazzo raushaben wollen um einen Trainer zu halten der sich weigert zum Verein zu stehen und zu sagen, dass er nächsten Sommer noch da ist. Es stört mich, dass sich Fans nur auf die eine oder andere Seite stellen, als gäbe es nur Schwarz und Weiß. Warum ist so ein Drama um Klopp und Liverpool nicht entstanden? Weil Klopp jede Spekulation der Medien im Keim erstickte, sich klar zu Liverpool bekannt hat und deutlich ausschloss, dass er Löw beerbt. Flick hingegen lässt keine Möglichkeit aus um den Kader und Entscheidungen des Vorstands zu kritisieren. Er lässt ganz bewusst Raum für Spekulationen, wozu diese ihm schlussendlich dienen sollen weiß nur Hansi selbst. Die Unruhe kommt nicht nur von den Medien, denn es ist ja ihr Job nachzufragen und Titelblätter zu füllen. Die Unruhe erzeugt mMn eher Flick selbst, mit Aussagen wie „Als Trainer muss man auch ein guter Schauspieler sein“ und „unser Kader hatte letzte Saison eine höhere Qualität als heute“. Solch kritischen Aussagen sollten intern geäußert werden und nicht öffentlich in PKs während der wichtigsten Saisonphase. Das gehört sich schlicht und einfach nicht, da hat Kovac ein viel besseres Bild abgegeben. Zumal Brazzo mit keinem Wort zurückschießt oder selbst Initiative ergreift um Öl ins Feuer zu gießen.

    Mal angenommen man würde Brazzo entlassen um Flick zu halten. Damit wären wir endgültig ein Bananenverein wie Barca, wo Messi so viel Macht hat, dass er selbst Vorstandsmitglieder und Spieler rausbekommen kann. Seit wann bestimmt hier der Trainer welche Entscheidungen der Vorstand trifft oder wer überhaupt im Vorstand sitzt? So sehr ich Flick schätze, er sollte nicht vergessen wo er herkommt und welcher Weltklub ihm so viel Vertrauen entgegenbrachte, dass er überhaupt so erfolgreich werden konnte. Erfolg ist keine Einbahnstraße, er ist ein mMn brillanter Trainer, aber zur Wahrheit gehört auch, dass er einen Kader übernahm der auf diversen Positionen einen der besten Spieler der Welt stellt. So ein (subtiles) öffentliches Aufbäumen gegen den Vorstand habe ich nicht einmal bei Pep Guardiola erlebt und der kam als Weltstar Trainer.

    Alle sollten sich vorübergehend darauf einigen sich öffentlich zu nichts mehr zu äußern, was die Zukunft betrifft. Im Sommer setzt man sich zusammen und versucht die Differenzen Kalle-Uli-like zum Wohle des Vereins zu klären und Kompromisse zu finden. Sollte Flick dann trotz vieler Kompromisse nicht einverstanden sein und gehen wollen, weil Brazzo oder sonst wer oder etwas ihm nicht passt, gilt für ihn das gleiche wie für Spieler: Niemand ist größer als der Verein. Unser Verein hat klare Hierarchien und diese muss Flick respektieren, so sehr sein Abgang auch schmerzen würde. Denn andernfalls verliert der Verein sein Gesicht. Brazzo zu Gunsten Flicks zu entlassen wäre eine Bankrotterklärung.

    Ich persönlich hoffe, dass Flick nicht ein Typ ist der seinen Vertrag bricht um zum DFB zu gehen, das wäre angesichts der Chance die er vom FCB erhalten hat, äußerst undankbar – sich nämlich bei der erstbesten sich bietenden Gelegenheit zu verziehen. Er würde sich damit auch zukünftig wichtige Brücken zum FC Bayern verbauen und sich selbst schaden. Rummenigge, Hoeneß, Kahn und auch Heiner pochen auf seine Vertragslaufzeit und die ausstrahlende Ruhe des Vorstands stimmt mich zuversichtlich, dass Flick bleben wird und so wie Lewandowski einfach zu seinem Glück zu bleiben gezwungen wird – Zwinkeremoji. Pacta sunt servanda.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
  31. Ob es wohl bei einigen hier die Möglichkeit gibt, Meinungen zu diskutieren, ohne die Person hinter den Meinungen anzugreifen? Alles, was ich in diesem Artikel zusammengetragen habe, habe ich nach bestem Gewissen zusammengetragen. Ich habe dabei nicht allein meine Meinung dargestellt, sondern verschiedene Meinungen einfließen lassen, die von ganz unterschiedlichen Quellen kommen. Welche, die sehr nah dran sind, welche die vielleicht sogar zu nah dran sind, welche die das alles positiv sehen, welche die alles sehr negativ sehen. Daraus habe ich mir eine eigene Perspektive gebildet, so wie wir das alle tun. Mein Beitrag hier hat das Ziel, der Geschichte mal eine andere Sichtweise zu verpassen. Ja, an manchen Stellen durchaus auch bewusst positiv angehaucht, aber keinesfalls beschönigend. Ich bin kein Haus- und Hofschreiber oder Pressesprecher des FC Bayern, das sollte anhand meiner unzähligen Artikel eigentlich klar sein. Ich bin auch niemand, der über drei Ecken etwas hört und das dann sofort als Fakt verkaufen möchte. Woran ich aber Interesse habe: Eine differenzierte Sichtweise, die ich selbst vor zwei Jahren in dieser Thematik nicht aufbringen konnte. Aus diesen Fehlern habe ich gelernt.

    Niemand hier, auch ich nicht, behauptet, dass Salihamidzic der größte Glücksfall ist, den der FC Bayern je hatte. Das wäre vermessend, verzerrend und falsch. Kritik gibt es zu Genüge. Teils hier drunter geäußert (ich meine damit vor allem die sachlichen Kommentare), teils auch in meinem Artikel. Alles in einem Text unterzubringen ist unmöglich. Zwangsläufig fällt immer(!) etwas unter den Tisch, wenn ein Thema so komplex ist wie dieses. Woran ich dann aber ebenfalls interessiert bin: Einem angemessenen Austausch auf Augenhöhe. Einiges hier kommt ganz nah an eine Argumentationsweise, die sonst Leute nutzen, die Verschwörungstheorien verbreiten: Zunächst den Autoren des Artikels diskreditieren (“warst nicht dabei”, “tendenziös” …), dann nicht auf die Argumente eingehen und schließlich die eigene Meinung als Fakt verkaufen, weil das ja alles in der Wirtschaft überall und immer so ablaufe und es sei ja ganz offensichtlich.

    Sorry, aber darauf antworte ich in der Regel gar nicht erst, weil das mit einer inhaltlichen Ebene nicht mehr viel zu tun hat. Hier werden an einigen Stellen nur Extrempositionen vertreten. Entweder A ist scheiße, dann muss B aber gut sein, oder A ist super, dann muss B aber scheiße sein. Selbes Konzept: Der Autor stellt einige positive Aspekte neben einigen negativen Punkten heraus, also ist er Pro Brazzo und fährt eine Agenda. Was? Nirgends in diesem Artikel steht, dass Hasan Salihamidzic die heilige Kuh des FC Bayern ist. Ich betrachte seine Arbeit durchaus kritisch. Ich bin mir auch nach wie vor nicht sicher, ob er derjenige ist, der den Klub in den nächsten 10-20 Jahren prägen wird. Aber es gibt eben deutlich mehr Dinge, die für ihn sprechen, als viele das hier wahr haben wollen. Sich aber damit überhaupt nicht auseinanderzusetzen und alles sofort als nichtig und/oder falsch abzutun, ist halt unterstes Niveau.

    Danke an alle, die hier auf einer sachlichen Ebene diskutiert haben und sorry, dass ich nicht jedem hier antworten kann. Dafür fehlt mir einfach die Zeit. Aber ich habe versucht, auf einige Kritikpunkte einzugehen.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Damit hast Du natürlich absolut recht.
      Versuche doch mal vertraulich mit Reschke oder Sammer zu sprechen um die Arbeit von Salihamidzic von anderer Seite zu beleuchten. Oder sogar Rangnick.

  32. Ich stelle mir gerade die Frage ob Mateschitz/Mintzlaff einen Salihamidzic für Krösche einstellen würden. Oder Werner/Gordon einen Edwards durch ihn ersetzen würden bei Liverpool? Oder würden Kaldoun/Soriano einen Begeristain mit S. ersetzen? Oder Abramovich/Tennenbaum Granovskaia mit S. ersetzen?
    Denke die würden sich um Salihamidzic nicht unbedingt reißen (genauso wenig wie PSG Real Juve oder Barca).
    Sogar Hopp würde sich wohl schwer tun einen Salihamidzic einzustellen.
    Es gibt mMn mehr hochqualitative Leute die die Position des Sportdirektor beim FCB ausfüllen könnten, als einen Trainer wie Flick zu finden, der mit diesen Top Spielern hervorragend arbeitet und den totalen Erfolg herausholen kann. Und nicht irgendwie sondern mit hervorragenden dominanten Fußball.
    Neuer Lewa Müller Kimmich haben das immer wieder herausgestellt genau wie Jupp Heynckes der es wohl am besten beurteilen kann.
    Salihamidzic setzt mit Neppe sicherlich die gute Arbeit der Kaderplanung fort, die Reschke mit Neppe begonnen hatte. Es ist auch richtig das man die Fehler von 2001 und 2013 ff nicht wiederholt und rechtzeitig den Kader verjüngt. Es sind über die Jahre m.E.in Summe sehr viele gute Entscheidungen getroffen worden, auch einige nicht so gute. Salihamidzic hat aber offensichtlich große Defizite in der Kommunikation, intern wie extern. Man hat Flick vor einem Jahr einen 3J Vertrag angeboten nachdem man nicht nur seine Arbeit grundsätzlich analysierte, sondern nachdem man auch Einigkeit über Spielphilosophie und Kaderplanung erzielt hat. Salihamidzic Kahn und KHR haben dies jedenfalls unisono so gesagt. Und das nachdem es schon Monate vorher zu Dissonanzen zwischen Salihamidzic und Flick gekommen war, u.a.Neuer/Nübel, RAV Backup .
    Damals waren Alaba und Thiago fest als Kernkaderspieler eingeplant. Sane als Ersatz für Coutinho/Perisic wohl auch. Wunsch RAV war zu dem Zeitpunkt sicherlich Dest. Wie mit Boa/Lucas geplant wurde konnte man jetzt sehen.
    Der nicht adäquat ersetzte Thiago ist wahrscheinlich ein großes Problem für Flick. Ein anderes sicherlich das man ihm verklickern wollte das Tolisso und Roca adäquater Ersatz seien. Bei Dest hat man zu lange gewartet und auch dann meint man das ein Sarr die bessere Option als Henrichs sei, den aber RBL und Nagelsmann für gut befinden.
    Das allergrößte Problem neben den sachlich fachlich Differenzen sind aber wohl das Salihamidzic sich meinungsstark in die Aufstellung eingebracht hat in Sachen Nübel Hernandez Roca und Sarr. Dazu die permanent Desavouierung des Trainers durch Durchstecken von Informationen und zumindest schlecht terminierte Aussagen. Hainer/Alaba, Hoeneß/Boa, Salihamidzic/Boa.

    Flick ist realistisch und erfahren genug keine Transferhoheit beim FCB einzufordern, aber auch zu alt und souverän, um sich mit einem kindisch eifersüchtigen Salihamidzic in eine Dauerfehde zu stürzen. Deshalb wird er um einvernehmliche Aufhebung seines Vertrages bitten.

    Nur damit sind die Probleme die sich aus dem Wirken des Salihamidzic ergeben nicht gelöst- sie werden fortbestehen egal ob mit Flick Nagelsmann Tuchel oder tenHag. Solange bis man bei ihm den Stecker zieht.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Traurig aber wahr.
      Nur mal zur Erinnerung der hochwichtige Posten des Hasan S. war ein Jahr lang bis zu seiner Amtseinführung vollständig vakant ohne dass man es überhaupt bemerkt hätte.

  33. Nur mal zur Erinnerung: Auch bei Sammer gab es die Diskussion “was macht der eigentlich die ganze Zeit?”. Sogar J.K. aus D. hat damals unter Applaus nicht nur von BVB Fans angemerkt, der “habe gar keinen Anteil” am Erfolg der Bayern. Das nur nebenbei.

    Zu Tolisso: Von dem hält Flick doch offensichtlich selber jede Menge, das war ihr doch x-mal Thema. Ich denke sogar, dass DU, 918, das Flick des öfteren vorgeworfen hast. Es gab da interessante Zitate, dass sich Flick sogar Spiele von Tolisso bei Lyon nochmals angeschaut hat, um herauszuarbeiten, wo er seine Stärken hat und ihn dann entsprechend einzusetzen. Also bitte: Bei der Wahrheit bleiben. Das gilt auch für das “kindisch eifersüchtig”. So kommt Brazzo bei mir gar nicht rüber. Das Witzige ist: Ich bin auch kein Brazzo Fan, aber so wie er hier angegangen und diffamiert wird, muss ich ihm zur Seite springen.

  34. Mir ist es sch…egal, ob Herr Salihamidzic von der Öffentlichkeit falsch beurteilt wird, weil diese Öffentlichkeit über seine Interviews falsch urteilt. Wenn Herr Salihamidzic dafür verantwortlich ist, den Ottmar Hitzfeld der Neuzeit zu vergraulen, dann muß Herr Salihamidzic von seinen Aufgaben entbunden werden.

    Punkt. Ende. Aus.

  35. Sogar Kovac hat es erkannt

    Kovac: „Wir wissen alle, wie es in München abläuft: Dort ist es genau das Gegenteil. Die Situation, welche ich in Monaco vorfinde, ist die gleiche wie damals in Frankfurt – und genau das möchte man als Trainer. Man will bei der Kaderplanung mitgenommen und eingebunden werden.“

  36. Johannes Diedrich Seite 14.04.2021 - 12:23

    Dieser Artikel ist äußerst sachlich geschrieben! Nur weiß ich nicht, ob Brazzo wirklich an erster Front der geeignete Sportvorstand ist. Natürlich lasse ich mich von seinen oft peinlichen Auftritten leiten. Was er hinter den Kulissen leistet, entzieht sich meiner Kenntnis. Nur eins scheint klar zu sein. Ohne Uli Hoeness geht beim FC Bayern nichts!! Und das ist traurig, dass ein Vorbestrafter nach wie vor bestimmt, was falsch und richtig ist.

  37. Der Artikel ist sprachlich super, leider nur oberflächlich recherchiert und in einigen Punkten (zB Coutinho Transfer, Thiago) schlicht falsch. Auch wer die Internas aus den Vertragsgesprächen ausgeplaudert und verbreitet ha,t ist nur oberflächlich ein Geheimnis, auch daran trägt er Mitschuld.
    Das er seit gut 30 Jahren (!) in Deutschland lebt und der Autor dieses Berichts dennoch meint, dass Deutsch für Salihamidzic eine Fremdsprache sei, ist schlicht peinlich. In seiner Position MUSS er die Sprache können, perfekt und akzentuiert.
    Daran sieht man: Ihm fehlt es an Hirn, Willen, Engagement und Weitblick.
    Meine Meinung:
    Salihamidzic ist als Sportvorstand überfordert, in Transferdingen fachlich inkompetent und eher ein Lakai von Hoeneß.
    Hoeneß (und hier liegt der Hase im Pfeffer) verfolgt eher andere Ziele als den sportlichen Erfolg, dafür gibt es Gründe, die in seiner Person und bestimmten Konstellationen liegen, das führe ich nicht näher aus, glaubt es oder lasst es.
    Ein miserabler schlechter Mensch, der sich mit Sozialprojekten umgibt um von seinem eigentlichen Gesicht abzulenken.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Man kann es auch anders auf einen Punkt bringen.

      In jeder anderen Organisation würde ein Vorstand der in so kurzer Zeit so ein Chaos anrichtet, von seinen Aufgaben entbunden worden.
      In jeder anderen Organisation würde ein AR der sich öffentlich do despektierlich über leitende Angestellte äußert, aus dem Gremium entlassen worden.

      Oder in jedem DAX Unternehmen deren Maßstäbe der FCB ja immer an sich anlegt würde Vetternwirtschaft und Inkompetenz ala Hoeneß und Salihamidzic sehr schnell unterbunden uns die Personen zur Rechenschaft gezogen worden.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Mit dem Absenden deines Kommentars erklärst du dich einverstanden, unsere Community Guidelines zu beachten.