Vorschau: 1. FC Köln – FC Bayern München

Justin Trenner 30.10.2020

Dass die Bayern in diesen Tagen etwas auf dem Zahnfleisch gehen, war ihnen in Moskau anzumerken. Gewiss war die erbrachte Leistung nicht schlecht. Über weite Strecken der Partie kontrollierten die Münchner das Geschehen offensiv wie defensiv. Bereits zur Pause hätte es 2:0 stehen können und der Deckel wäre womöglich schon drauf gewesen.

Doch wie es eben manchmal so ist, wenn die Effizienz vor dem Tor auf der Strecke bleibt: Der Spielverlauf kippte nochmal. Moskau kam mehrfach gefährlich vor das Tor von Manuel Neuer, verpasste aber ebenfalls einige Gelegenheiten. Dann aber stand es 1:1 und plötzlich ging es auf dem Platz hin und her.

Am Ende war es Joshua Kimmich, der keinen guten Tag erwischte, seinem Team aber mit einem sehenswerten Abschluss aus rund 18 Metern Entfernung den Sieg bescherte.

Wie gut sitzt der zweite Anzug beim FC Bayern?

Defensiv war das mitunter abenteuerlich, was die Bayern insbesondere im zweiten Durchgang anboten. Gerade nach der Auswechslung von Thomas Müller schienen dem Pressing Durchschlagskraft sowie Präzision abzugehen.

Es zeigt abermals, welch große Bedeutung Müller für die Münchner hat. Fehlt er, ist sofort Not am Mann. Doch es ist nicht nur das Fehlen vom Angreifer, das eine zweite Halbzeit wie jene in Moskau ermöglicht hat.

Selbstverständlich ist den Bayern in solchen Momenten auch eine gewisse mentale Müdigkeit anzumerken. Im Vergleich zum vorherigen Wochenende rotierte Flick kaum. Er legte die Priorität damit klar auf die Champions League – womöglich auch deshalb, weil mit Köln in der Bundesliga ein auf dem Papier schwächerer Gegner als Moskau auf die Bayern wartet.

Integration der Neuzugänge

Für Flick zeigte sich am Dienstagabend vor allem, dass der zweite Anzug längst nicht so gut sitzt wie der erste. Spieler wie Douglas Costa (beim Gegentor in der Rückwärtsbewegung schwach) oder Javi Martínez haben noch nicht den Rhythmus, um sofort und in jeder Situation helfen zu können. Bei den Neuzugängen wird es wohl etwas Zeit brauchen, bis sie vollends integriert sind. Das zeigt sich beispielsweise an den bisherigen Einsatzzeiten von Marc Roca.

Es sind dann Kleinigkeiten, die zu Lücken im System führen. Deshalb ist Flick gefragt. Er muss den Integrationsprozess der Neuen durch kluge Rotation verkürzen, ohne den Erfolg des Teams zu gefährden.

Am Wochenende hat er gegen Köln womöglich eine gute Gelegenheit, um Spielern wie Roca, Costa oder auch Bouna Sarr wichtige Minuten zu geben. Auch Eric Maxim Choupo-Moting könnte erneut in den Fokus rücken. Es geht darum, dass diese Spieler den Rückstand auf die Teamkollegen möglichst schnell aufholen.

Balanceakt gegen Köln

Dass die individuelle Qualität sinkt, wenn Müller, Kimmich oder Robert Lewandowski mal auf der Bank sitzen, ist vollkommen klar. Letztendlich kann das aber zweitrangig sein, weil in den meisten Partien einer Saison auch die Ersatzspieler über mehr Qualität verfügen als die Gegenspieler.

Haben sie die Philosophie von Flick und die darin enthaltenen Abläufe auf dem Platz verinnerlicht, wird es für den Trainer einfacher sein, mentale Müdigkeit zu vermeiden und den leichten Qualitätsverlust taktisch aufzufangen.

Gegen Köln aber wird er noch balancieren müssen: Einerseits der Anspruch, möglichst schnell die Partie zu entscheiden. Auf der anderen Seite die Verantwortung, Spielern wie Kimmich, Leon Goretzka oder Müller Pausen zu verschaffen.

Defensivprobleme beim 1. FC Köln

Flick ist bereits in Moskau leicht ins Risiko gegangen. Alle drei genannten Spieler hatten wohl leichte Beschwerden. Dementsprechend ist es vorstellbar, dass er gegen Köln ein wenig mehr rotieren wird als gewohnt, wenngleich mehr als vier Wechsel kaum vorstellbar sind. Der Trainer steht für Kontinuität und eine recht moderate Rotation. Wechselt er häufiger, sieht er sich bereits dazu gezwungen.

In Köln wird Flick aber auch die kommenden Spiele im Blick haben. Zunächst auswärts beim Brausehersteller in Salzburg, dann erneut auswärts im wichtigen Topspiel gegen Borussia Dortmund. Dort wird er die Spieler brauchen, die seine Philosophie im Moment am sichersten umsetzen können.

Der Effzeh zählt derzeit nicht zu den wahrscheinlichsten Kandidaten für eine Überraschung gegen die Bayern. Gerade die Defensive bereitet den Kölnern große Sorgen: Zuletzt spielten sie vor 16 Bundesliga-Partien zu Null (gegen Schalke 04), 36 Gegentore hagelte es seitdem.

Führt der Weg für Köln jetzt nach oben?

Unter Druck fällt es Köln schwer, die richtigen Entscheidungen zu treffen – nicht wirklich von Vorteil, wenn es gegen den FC Bayern geht. Die Philosophie von Markus Gisdol beruht zwar ein Stück weit auf geordnetem Chaos, doch die Ordnung fehlt seiner Mannschaft in vielen Phasen zu sehr.

Ein schnelles Spiel in die Spitze und der Kampf um zweite Bälle prägen Gisdols Idealvorstellung von Fußball. Bei den Kölnern passiert vieles hingegen derzeit eher unkontrolliert und somit unpräzise. Hinzu kommen katastrophale individuelle Fehler, die jeder Mannschaft das Genick brechen würden.

Doch sicher sind die drei Punkte für den Rekordmeister trotz dieser Ausgangsbedingungen noch lange nicht. Gegen Frankfurt und Stuttgart fand Köln zumindest teilweise zurück in die Spur, erkämpfte sich immerhin die ersten beiden Punkte der Saison (jeweils 1:1). Defensiv war es mitunter glücklich für den Effzeh, offensiv gab es hingegen nach langer Zeit mal wieder ein paar gut herausgespielte Torabschlüsse nach Umschaltmomenten zu sehen.

Ein wichtiges Spiel für die Ersatzspieler?

Für Köln ist die Partie gegen die Bayern sicher nicht der Maßstab. Sie werden in den kommenden Wochen zusehen müssen, die guten Ansätze gegen Frankfurt und Stuttgart zu stabilisieren sowie eine gewisse Konstanz in die eigenen Leistungen zu bekommen.

Andersherum ist die Partie in Köln vielleicht ein Maßstab für die Bayern-Bank. Je nachdem wie stark Flick am Wochenende rotiert, könnte der Auftritt gegen den Effzeh den Status-quo der Ersatzspieler konstatieren.

Wie weit ist der Weg zur erhofften Kaderbreite noch? Welche Spieler drängen womöglich schon in die erste Elf? Und wer braucht noch viel Zeit? Es ist zumindest davon auszugehen, dass die aufgestellte Mannschaft sich am Wochenende erstmal finden muss. Geht das schnell, droht den Kölnern ein unangenehmer Nachmittag. Dauert es jedoch seine Zeit, hat die Gisdol-Elf vielleicht die Möglichkeit, den Nachmittag für die Bayern unangenehm zu machen.

Die FC Bayern Frauen spielen am Sonntag um 13 Uhr im Pokal gegen Jena.



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  1. Merci für die schnelle Vorschau.

    Aktuell hat es gerade ein nettes Feature über die grottigste Bayern-Saison ever (jedenfalls die ich bewusst miterlebt habe). Die Saison in der wir Schalke-like gleich 2x den Trainer gefeuert haben: https://www.spox.com/story/der-wohl-schlechteste-fc-bayern-muenchen-aller-zeiten/

    Ach wie ist das lange her.

  2. “Es zeigt abermals, welch große Bedeutung Müller für die Münchner hat. Fehlt er, ist sofort Not am Mann.”

    Ganz großes Kino Justin. ;-)

    Antwortsymbol7 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ja, der war cool! :)

    2. Ist mir erst durch den Kommentar wirklich aufgefallen.

      Wortspiele und Andeutungen kann er.

      1. Nachtreten auch ;-)

      2. Besser und stilvoller kann man aber nicht nachtreten!

      3. Hey Leute, so langsam wird es aber belustigend. Wie wertvoll Müller ist, haben wir letzte Saison und auch diese schon wieder zur Genüge gesehen. Müller ist einer der wichtigsten Spieler dieser Mannschaft. Das haben alle seine Trainer (außer einer) erkannt. Flick hat ihn sofort wieder zu einer tragenden Säule gemacht. Deswegen gibt es keinen Grund, sich über diesen lustig gemeinten Spruch zu ärgern. Wie wäre es mit etwas mehr Souveränität? (Zumal die Tabelle in Frankreich ja anscheinend auch nicht gerade dazu verleitet, zu glauben, dass die Einschätzung zu Müller als Notnagel von überragender Kompetenz geprägt war).

      4. ” Das haben alle seine Trainer (außer einer) erkannt.”

        Ich wollte ja eigentlich nix mehr schreiben – aber dieses ständige unsachliche Nachtreten geht mir jetzt schon auf den Sack. Doch – auch bei Niko Kovac war Müller insbesondere in der Rückrunde der Doublesaison ein wichtiger Faktor.

        Zum Auftakt der neuen Saison hatten wir dann zum Einen die Situation, dass Müller nicht in Form war und zum Anderen einen 100 Mio Spieler ausgeliehen, der dann logischerweise Spielzeit bekam.
        Flick hatte dann den Vorteil, dass sich Coutinho bis dato nicht als die erhoffte Verstärkung erwiesen hatte.

      5. Was ist daran unsachlich? ALLE Trainer wussten, wie wichtig Müller ist. Und ALLE Trainer haben ihn fast immer spielen lassen. Und fast immer hat Müller geliefert. Sicher hat er auch mal Spiele wie gestern dazwischen gehabt (wobei er gestern ja dennoch wieder gescort hat). Aber er war und ist eine der tragenden Säulen dieser Mannschaft. Schau Dir mal seine Scorerpunkte etc. in all den Jahren bei uns an und Du wirst anerkennen müssen, dass es ein großer Fehler ist, Müller für etliche Spiele in Folge auf die Bank zu setzen. Und dass es ein noch größerer Fehler ist, ihn quasi als Notnagel zu bezeichen. In der SACHE war es also völlig falsch von Kovac, Müller so lange so zu degradieren. Es ist also keineswegs unsachlich, sondern Fakt, dass Kovac hier eine totale Fehleinschätzung abgegeben hat. Und wie toll Kovac ist, sieht man ja gerade an seiner neuen Station (schon wieder haufenweise Gegentore, sogar eine negative Tordifferenz und eine Punkteausbeute, die auch bestenfalls durchschnittlich ist).

  3. “Flick legte die Priorität damit klar auf die Champions League – womöglich auch deshalb, weil mit Köln ein auf dem Papier schwächerer Gegner als Moskau wartet.”

    Ich bin jedenfalls schon gespannt, wie das mit der Rotation in den nächsten Wochen gehandhabt wird. Ein Faktor scheint mMn zu sein, dass durch das leere Stadion bei Heimspielen so oder so immer Millionen verlorengehen, aber es bei den TV-Geldern in der Liga relativ wenig Auswirkung hat, ob man jetzt mal eine Partie z.B. gegen Köln gewinnt oder nur unentschieden spielt. In der CL-Gruppenphase ist es dagegen ja so, dass ein Sieg ca. 2,7 Mio. an Prämien einbringt während ein Remis nur 0,9 Mio. bringt.
    Richtig interessant wird das mMn rund um die CL-Spieltage 5 (Atletico) und 6 (Moskau), da dazwischen die BL-Partie gegen RB Leipzig stattfindet. Von der sportlichen Perspektive bzw. Papierform her müsste man dann ja gegen Madrid und RB mit voller Kapelle auflaufen und danach (auch weil wahrscheinlich das Achtelfinalticket da schon fix ist) gegen Moskau mit einer B-Elf spielen. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre es aber wahrscheinlich wichtiger möglichst alle 6 Gruppenspiele zu gewinnen und daher eher im Ligaspiel die Rotationsmaschine anzuwerfen bzw. ein Remis oder eine Niederlage gegen RB Leipzig in Kauf zu nehmen ..

  4. Denke schon das ordentlich rotiert wird.
    Denke er startet mit den neuen um ggf die Stammspieler einzuwechseln.
    Vorne CM Costa Sane. Roca im ZM für Kimmich. Boa und Sarr in der Abwehr.
    Hoffentlich ist Tanguy bald fit.

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Wenn man Flicks letzte Aussagen hört, dann schätzt er die Kombination Alaba und Boateng in der Mitte derzeit als die stabilste ein und deshalb sieht er Boateng etwas vor Süle. Somit glaube ich eher, dass Süle heute spielen wird und Flick mit Boateng für Salzburg und Dortmund plant. Danach kann Boateng ja 2 Wochen lang regenerieren. Sarr wird mMn nach heute wieder spielen. Sane denke ich wird auch von Beginn an auflaufen. Ob Costa oder Gnabry spielen, wird sich zeigen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Gnabry beginnt und dann nach 60 Minuten rausgeht, weil er einfach Rhythmus braucht. Er war schon vor der Corona-Zwangspause nicht mehr in Topform und braucht evtl. auch wieder ein Erfolgserlebnis, damit er für Salzburg und besonders für Dortmund wieder on fire ist.
      Choupo-Moting würde mich überraschen. Mit Lewy draußen und Ersatzstürmer (in diesem Fall Zirkzee) rein und dann Lewy einwechseln, wenn es brennt, sind wir in Hoffenheim nicht gut gefahren. Mit Lewy von Beginn an und dann eher raus, wenn das Ergebnis einigermaßen passt, hat es dagegen gut funktioniert. Flick sieht ja auch in einer frühen Auswechslung einen wesentlichen Beitrag zur Belastungssteuerung wie er schon mehrfach angedeutet hat.
      Bei Roca wäre ein Startelfeinsatz mehr als nur eine Überrasschung. Zuletzt hat Flick ein paar Mal in der Öffentlichkeit deutlich gemacht, dass Roca noch ziemlichen Nachholbedarf hat, was das Eingewöhnen ans Spielsystem betrifft und dass bei einem zentralen Mittelfeldspieler die Eingewöhnung halt am längsten dauert. Wenn Roca heute – vorausgesetzt wir führen komfortabel – ein paar Minuten in der 2. Halbzeit kriegen würde, wäre das wohl das Maximum womit man bei ihm derzeit rechnen kann. Demnächst ist wieder Länderspielpause und da wird Flick sehr akribisch mit ihm arbeiten. Sollte heute jemand im Mittelfeld pausieren müssen, dann wird Javi spielen. Ich erwarte folgende Aufstellung:
      Neuer
      Sarr Süle Alaba Hernandez
      Kimmich Goretzka (Martinez)
      Gnabry Müller Sane
      Lewandowski
      Dann hoffe ich auf eine starke 1. Halbzeit (wie im März 2020) mit einem beruhigenden Vorsprung und dann ein paar Wechseln, z.B. Costa für Gnabry, CM für Lewy etc.

      1. @willy
        Wie immer eine sehr gut begründete Einschätzung. Gut möglich das er es so macht. Normalerweise denke ich auch das er eher den Ansatz wählt den Du beschrieben hast. Volle Kanone, sichere Führung, Verwalten. Denke aber das er nach dem anstrengenden Moskautrip es diesmal anders herum angeht.
        Gnabry wird sicherlich Minuten bekommen. Mal sehen.
        Neuer
        Sarr Boa Alaba Lucas
        Roca
        Costa Müller Goretzka Sane
        CM

      2. @918
        gehe auch eher in deine Richtung. Nur Kimmich statt Roca. (2Halbzeit Roca bei gutem Verlauf).
        Bin auch auf mega auf Nianzou gespannt.(gerade nach Rangnicks Äußerungen)

      3. Lewandowski fährt so viel ich weiß gar nicht mit nach Köln.

  5. Unsere Achillesferse ist das defensive Mittelfeld. Wenn Kimmich und (wie heute) Goretzka nicht spielen, dann muss offenbar immer noch Javi ran, der bei allem Respekt für seine Leistungen, weder die Schnelligkeit von früher noch die Spielaufbauqualitäten von Kimmich oder Goretzka hat und in der gegenwärtigen Verfassung (siehe Moskau) doch einen Qualitätsverlust darstellt mittlerweile. Hoffe sehr, dass Leroy, Serge oder Chuopo-Moting bis zur 60. einen komfortablen Vorsprung herausschießen. Würde nämlich sehr gerne Roca mal in einem Bundesligaspiel in Aktion sehen.

  6. Puuuh… schwere Kost!! Technische Fehler ohne Ende, keine Ideen, keine Torabschlüsse.
    Schlimmste Halbzeit seit Wochen!
    Positiv ist nur: Es kann nur besser werden…

    Antwortsymbol7 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. “Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns. Vor uns liegen die Mühen der Ebenen.”

      1. “Ein Spiel dauert 90 Minuten. Und wie lange dauern 90 Minuten? Wie lange dauern sie ohne Gesellschaft? Und wer erträgt sie?” [Ilse]

      2. Schlimm!!! Ganz ganz schlimm!!!!!!!
        In Moskau schon übel, aber das heute war nochmal ne negative Steigerung!

      3. @Alain Sutter: “Welch eine schwere Kunst ist die Liebe! wer kann sie verstehen? und wer muß ihr nicht folgen?” (Susette Gonthard))

      4. @severalseasons
        Jetzt wird es aber poetisch – ich steig’ dann lieber mal aus. Habe mich schon als Grünlich bei dem Blödsinn verbrannt.

      5. @severalseasons
        »Ich habe eine Welt von Freude umschifft, seit wir uns nicht mehr schrieben«, beginnt Hölderlin einen Brief an Neuffer im Februar 1797, aber ich könnte von mir das Gleiche behaupten, denn ich habe in der Zwischenzeit die Briefe von Susette im Gutenberg-Archiv gefunden und gelesen.
        Sehr schön, vor allem weil ich bisher nur den abstrakten Schmerz Friedrichs gekannt habe und nie zu der Quelle seiner Leiden vorgedrungen bin. Danke für die Anregung!

    2. @Alain Sutter: Auch ich habe nicht die Absicht, poesieferne bzw. -allergische Gemüter hier weiter unnötig zu erhitzen, nur hatte ich schon während es Spieles das Brecht-Zitat im Kopf, welches anzubringen ich nach @Toms Beitrag nicht widerstehen konnte. Bei deiner Replik erinnerte mich der Satzrhythmus unwillkürlich so sehr an die zitierte Briefstelle, dass ich schon dachte, diese Allusion wäre von dir so beabsichtigt. Schien mir auch in Anbetracht des wenig erbaulichen Spieles gestern nicht ganz verkehrt. Danke, dass du dir die Mühe (sic) machtest, den Brief nachzulesen…aber jetzt Schluss damit, belassen wir es bei homöopathischen Dosen, und regen wir uns wieder über Achsen, Rotation, Trainer und Spieler auf…;-)

  7. @Stiftl:
    “Flick hatte dann den Vorteil, dass sich Coutinho bis dato nicht als die erhoffte Verstärkung erwiesen hatte.”

    Wenn man dies nun als Vorteil bezeichnen möchte – eine zumindest eigenwillige Sichtweise. Bei allem Verständnis für das berechtigte Bemühen, Kovac Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, muss man nicht zwingend aus jeder seiner Startbedingungen einen Glückstaler konstruieren, der Flick quasi in den Schoß gefallen sei.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Flick hat Müller sofort wieder in die Startelf berufen. Er hat erkannt, wie wichtig er ist. Dass er ein fachlich guter und zudem empathischer Trainer ist, der in die Mannschaft reinhören kann, sollte ja inzwischen allen klar geworden sein. Und dass er keine Rücksicht auf große Namen nimmt, wird ja auch deutlich. Er hat in der letzten Saison nicht auf Hernandez gesetzt, sondern auf Davies. Coutinho war auch eher Ergänzungs- als Stammspieler. Er legt eben vorrangig Wert auf Leistung und nicht auf Transfersummen oder den Ruf eines Spielers. Und jetzt hat er sogar Lewi überzeugt, dass es gut ist, wenn er mal ein Spiel aussetzt. In Sachen Kaderführung ist er anscheinend richtig stark. Von ihm kommen in Richtung Mannschaft/Spieler keine dummen Aussagen. Selbst wenn er mal Kritik äußert (wie vor ein paar Tagen an Zirkzee), dann nimmt er sofort etwas Positives mit rein – und dann zeigt er dem Spieler dennoch, dass er ihm vertraut (er hat Zirkzee ja trotz der Kritik zu einem Zeitpunkt eingewechselt, als das Ding noch nicht sicher durch war, weil noch genug Restspielzeit war).

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