Vorschau: SC Paderborn – FC Bayern München

Justin Trenner 26.09.2019

Fünf Spiele, ein Unentschieden, vier Niederlagen, sechs Tore, 14 Gegentore, ein einziger Punkt – die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Der SC Paderborn ist damit um sieben Punkte schlechter in seine zweite Bundesliga-Saison gestartet als im Jahr 2014. Damals waren es acht Punkte nach fünf Spielen.

Begünstigt wurde dieser Start vor fünf Jahren aber auch durch Spiele gegen Mainz, Hamburg, Köln und Hannover – allesamt Mannschaften, die gegen den Abstieg kämpften. Diesmal war das Auftaktprogramm mit Leverkusen, den derzeit stark aufspielenden Freiburgern, Wolfsburg und Schalke erheblich schwieriger. Lediglich das Kellerduell mit Hertha BSC fand auf Augenhöhe statt, wurde aber trotzdem verloren.

Der SC Paderborn ist für viele der klarste Abstiegskandidat, obwohl sie in den letzten Jahren für Aufsehen sorgen konnten. Nach ihrem Abstieg in die 2. Bundesliga im Jahr 2015 stiegen sie im darauffolgenden Jahr direkt in die 3. Liga ab, aus der sie als 18. am Saisonende wiederum unmittelbar hätten absteigen müssen, hätte es nicht einen weitestgehend unbekannten Klub aus München gegeben, der trotz eines Investors aus wirtschaftlichen Gründen keine Lizenz erhielt. So blieb der SCP dem Profifußball erhalten.

SC Paderborn: Mit dem Fahrstuhl runter und wieder rauf

Steffen Baumgart, aktueller Cheftrainer in Paderborn, war bereits Teil dieser Geschichte. Seit April 2017 leitet er das Geschehen auf dem Platz von der Seitenlinie aus. Seitdem ging es für die Ostwestfalen wieder rauf. Mit 83 Punkten stieg Paderborn zunächst in die zweite Liga, im Jahr darauf sogar in die Bundesliga auf.

Dabei setzte Baumgart auf einen flexiblen Offensivstil, der durch Direktheit und Vertikalität geprägt war. Ein aggressives und gut organisiertes Gegenpressing sicherte das riskante Spiel in Ballbesitz ab. Viele Positionswechsel, Dribblings und ein hohes Tempo kennzeichneten die Philosophie.

Diese wolle man auch in der obersten Spielklasse verfolgen, hieß es von Baumgart vor der Saison. Langeweile gebe es im Fußball genug, weshalb er den Leuten mit begeisterndem Offensivfußball etwas bieten wolle. Umso überraschender ist es aber, dass Paderborn bisher etwas gehemmt wirkt.

Fehlende Klasse?

Denn auch wenn das Auftaktprogramm schwierig war, so gab es mindestens gegen Freiburg, Wolfsburg und Hertha die Chance, mehr Punkte einzufahren. Es scheint aber, als würde sich Paderborn in vielen Phasen selbst um eine seiner größten Stärken berauben: des aggressiven, aber kompakten Angriffspressings. Nur situativ war vom starken und gut abgestimmten Pressing der Vergangenheit etwas zu sehen, sonst war die Handbremse erstaunlich oft angezogen. Das mag eine Folge des Respekts vor der höheren Spielklasse sein, doch die pragmatischere Spielweise schuf bisher viele Probleme.

Eines davon ist das Spiel mit dem Ball. Die Variabilität der letzten Jahre konnte der SCP bisher noch nicht zeigen. Das liegt einerseits daran, dass mit Bernard Tekpetay und Philipp Klement zwei Spieler gingen, die mit ihren individuellen Stärken gut zu den gruppentaktischen Vorgaben des Trainers passten. Während Tekpetay im rechten Halbraum für offensive Verbindungen und Durchschlagskraft sorgen konnte, wird Klement als Takt- und Strukturgeber im Mittelfeld vermisst.

Hinzu kam die Verletzung von Innenverteidiger Sebastian Schonlau, der mit seinen teils unorthodoxen Laufwegen zusätzliche Varianten im Spielaufbau ermöglichte. Der 25-Jährige kehrte erst vor wenigen Tagen zurück ins Mannschaftstraining. Gleichzeitig konnten die fehlenden Schlüsselspieler nicht 1:1 ersetzt werden. Insgesamt gesehen scheint Baumgarts 4-4-2 deshalb inzwischen nicht mehr optimal zum Kader zu passen.

Schwächen in Ballbesitz

In Ballbesitz fehlt es Paderborn an raumöffnenden Bewegungen. Einen Raum zu bespielen und in einen anderen zu verlagern war in den vergangenen beiden Jahren eine große Stärke der Paderborner. Aktuell ist das Spiel dafür zu statisch. Es gibt kaum Verlagerungen und im Zentrum haben die Spieler Probleme, unter Druck die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dadurch fehlt es dem Spiel auch an Tiefe. Das bedeutet, dass es ihnen zu selten gelingt, den Ball gefährlich hinter die gegnerische Abwehrkette zu bringen. Gruppentaktisch gibt es zudem noch keine Lösungen, um den Spielern mehr Zeit am Ball zu verschaffen.

Klaus Gjasula ist beispielsweise ein solider Passspieler, wurde in den bisherigen Partien aber jeweils durch gegnerisches Pressing aus dem Spiel genommen. Sein Pendant im zentralen Mittelfeld war meist Sebastian Vasiliadis, der deutlich offensiver ausgerichtet ist, deshalb aber auch weniger zum Aufbauspiel beitragen und Gjasula unterstützen kann.

Letztendlich ist das Angriffsspiel der Ostwestfalen ziemlich vorhersehbar. Über die beiden Außenverteidiger Mohamed Dräger (Rechtsverteidiger) und Jamilu Collins (Linksverteidiger) soll der Ball nach vorn getragen werden. Beide nutzen dafür unterschiedliche Mittel: Collins hält lieber die Linie und versucht, sich dort über Dribblings und einfache Pässe durchzusetzen, wohingegen es Dräger stärker in die Mitte zieht. Auch er dribbelt gern, versucht dabei aber eher diagonale Wege in den Zwischenlinienraum zu finden. Die meisten Angriffe der Paderborner laufen auf beiden Seiten von außen nach innen.

Probleme gegen spielstarke Mannschaften

Das Einrücken Drägers führt manchmal aber zu fehlender Breite auf der rechten Seite. Denn auch Cauly Oliveira Souza, der meist im rechten Mittelfeld aufläuft, rückt lieber ein. Der Brasilianer soll so Überzahl im Zentrum kreieren und als inverser Spielmacher Tiefe ins Spiel bringen. Durch die stark einrückende rechte Seite konzentriert sich das Spiel des SCP auf die linke Seite: Bisher liefen 45% aller Angriffe über sie.

Es scheint, als wären die Spieler noch nicht richtig aufeinander abgestimmt, um das in der Vergangenheit überzeugende 4-4-2 umsetzen zu können. Diese Problematik zeigt sich dann auch gegen den Ball. Die Mannschaft von Baumgart schafft es bisher nicht, das aggressive Pressing der letzten Jahre in die Bundesliga zu übertragen.

Schon beim Auftaktspiel in Leverkusen deutete sich das große Problem an: Im aktuellen 4-4-2 bekommt Paderborn keinen Zugriff auf Mannschaften, die sich im Spielaufbau variabel bewegen und auch unter Druck gute Lösungen entwickeln. Leverkusen nutzte dafür in vielen Phasen eine 3-2-Staffelung zur Eröffnung. In erster Linie hatten sie dadurch eine 3-gegen-2-Überzahl. Die vermeintliche Unterzahl in zweiter Linie wussten sie mit guten Läufen und schnellen Pässen so auszuspielen, dass anschließend wieder Überzahl in höheren Spielfeldzonen entstand.

Paderborn fehlte gegen Leverkusen häufig der Zugriff auf den Gegner.

In der 51. Minute kippte beispielsweise einer der Sechser auf die Höhe der gegnerischen Angreifer ab und positionierte sich damit so, dass er den Ball direkt zwischen die Linien spielen konnte. Leverkusen konnte also trotz einer kompakten Defensive des Gegners über das Zentrum eröffnen. Dort drehte der zweite Sechser so auf, dass plötzlich eine aussichtsreiche Überzahlsituation auf dem rechten Flügel entstand. Paderborn agierte hier und in einigen anderen Szenen zunächst viel zu passiv und dann zu reaktiv. Statt den nächsten Schritt vorherzusehen, zogen sie sich noch weiter zusammen und ermöglichten Leverkusen damit einen großen Raum auf der rechten Seite. Stattdessen hätten sie entweder früher an den gegnerischen Sechsern dran sein oder in der Breite besser verteidigen müssen. Möglicherweise gibt es hier noch Probleme mit der Zuordnung, denn oft machte es den Anschein, dass die Spieler sich nicht zuständig fühlten.

Zu wenig Zugriff

Auch der VfL Wolfsburg nutzte gegen Paderborn eine 3-2-Staffelung im Spielaufbau. Wie Leverkusen zogen die Wölfe damit den beiden Angreifern den Zahn. Dahinter rückte Paderborn erneut wenig überzeugend nach. Die Sechser hatten zu große Abstände zu ihren Gegenspielern und ermöglichten damit schnelle Verlagerungen auf die Flügel. Wie in der dargestellten Szene aus der 4. Minute:

Auch in Wolfsburg hatte Paderborn große Schwierigkeiten mit der 3-2-Staffelung des Gegners.

Paderborn versucht, die Mitte sehr kompakt zu verteidigen. Das hat eigentlich den Vorteil, dass das Zentrum dicht gemacht wird und der Gegner auf die Außenbahnen gelenkt wird. Dort soll dann die Pressingfalle zuschnappen und den Gegner unter Druck setzen. Am kommenden Samstag gegen die Bayern ist das eigentlich eine gute Idee, denn viele Mannschaften haben genau dies gegen Bayern bereits erfolgreich praktiziert. Trotzdem kommt es bei Paderborn immer wieder zu Szenen, in denen der Gegner aus Unterzahlsituationen im Mittelfeld Über- oder Gleichzahl in ballfernen Räumen kreieren kann. Und dann zeigt sich der Nachteil des Paderborner Spiels: Kann der Gegner das Spiel aus dem Zentrum heraus schnell verlagern, wird es gefährlich. Hier muss der SCP schneller an seinen Gegenspielern sein.

Nun sind gerade die Bayern eine Mannschaft, die über die Flügel sehr gefährlich agieren kann, wenn sie dort Platz bekommen. Für Paderborn gibt es deshalb zwei Anpassungsmöglichkeiten: Erstens könnte Baumgart auf eine Fünferkette umstellen, um die Breite besser zu verteidigen. Die Spielweise könnte je nach Interpretation dennoch aggressiv und offensiv sein. Zweitens könnte er einen der Angreifer ins zentrale Mittelfeld zurückziehen, um dort noch kompakter aufzutreten. Bleibt Baumgart aber beim kompakten 4-4-2, muss die Mannschaft noch aggressiver und gedankenschneller auftreten.

Es wirkt in vielen Szenen so, als wäre Paderborn einen entscheidenden Schritt langsamer als der Gegner. Dann greift das Pressing nicht mehr so gut wie im letzten Jahr und es entstehen ungewohnte Lücken. Vielleicht liegt es daran, dass Paderborn auf höherem Niveau Schwierigkeiten beim Übergeben von Spielern hat. Ein Beispiel dafür ist die 17. Minute gegen Wolfsburg:

Nicht nur vorne, sondern auch hinten stimmen die Abstände nicht immer. Wie gegen den VfL Wolfsburg.

Ein Offensivspieler lässt sich zwischen einen bereits gebundenen Sechser und den linken Außenstürmer Paderborns fallen. Ein herausragender wie auch risikoreicher Pass von Guilavogui findet ihn und öffnet somit einen großen Raum auf der rechten Außenbahn. Die Mannschaftsteile der Ostwestfalen stehen hier zu weit auseinander und der Abstand zu den Gegenspielern ist für einen wirksamen Zugriff zu groß.

Zu viel Gewöhnungszeit?

Bei aller Kritik muss aber auch erwähnt werden, dass die Chancen für einen besseren Saisonstart vorhanden waren. Im Umschaltspiel ist Paderborn nach wie vor sehr gefährlich. Die Mannschaft bringt bei Ballgewinnen schnell vier, fünf Spieler gegen den unsortierten Gegner ins Laufen – sehr strukturiert und durchdacht. Ein gutes Beispiel war das 1:0 in Freiburg, als der SCP mit wenigen Kontakten einen Konter vom eigenen Strafraum bis zum Treffer spielte – in nur 11 Sekunden.

Für das Trainerteam wird die große Aufgabe nun einerseits darin liegen, das (Gegen-)Pressing so zu optimieren, dass mehr solcher Umschaltsituationen entstehen. Die angesprochenen Baustellen der Zuordnung im Mittelfeld sowie das Übergabeverhalten sollten dabei ganz oben auf der Agenda stehen. Andererseits wird es darum gehen müssen, aus eigenem Ballbesitz noch mehr Chancen zu erspielen und diese auch zu nutzen. Gerade vom Tempo und den in der Bundesliga mittlerweile stärker genutzten Kurzpasslösungen im Spielaufbau zeigt sich Paderborn noch zu beeindruckt. Sie ließen sich leicht aus Positionen ziehen und schafften es nicht, das Zentrum konstant zu schließen.

Es scheint, als müsse der SCP noch den Mut mitbringen, das eigentlich vorhandene Grundgerüst zu optimieren. Das betrifft vor allem das eigentlich intensive und starke Pressing, das manchmal noch etwas halbgar und zaghaft wirkt. Es betrifft aber auch Anpassungen, die das 4-4-2 so modifizieren, dass die vorhandenen Spielertypen noch besser integriert werden. Zu viel Zeit sollte sich Paderborn aber nicht erlauben, um sich an das höhere Niveau zu gewöhnen.

Bayerns taktische Optionen gegen Paderborn

Für den FC Bayern lassen sich aus diesen Erkenntnissen verschiedene taktische Optionen ableiten. Grundsätzlich gilt, dass es ein hohes Tempo bei gleichzeitiger Mittelfeldkontrolle brauchen wird, um der Favoritenrolle souverän gerecht zu werden. Paderborns 4-4-2 ist als Grundgerüst extrem kompakt und stabil. Die angesprochenen Lücken entstehen erst, wenn sie vor Probleme gestellt und auseinandergezogen werden. Gerade im Zentrum bedarf es daher aus Sicht der Bayern womöglich leichter Anpassungen.

Im 4-3-3 der ersten Spiele wird sich Bayern vermutlich schwer tun.

Um zu verdeutlichen, wo die Stärken in Paderborns Pressing liegen, greifen wir kurz auf Niko Kovačs 4-3-3 der Anfangsphase zurück. Würden die Bayern nämlich in dieser Formation starten, würde es sehr wahrscheinlich zu Schwierigkeiten im Aufbauspiel kommen. Selbst wenn die beiden Achter die Abstände zum eigenen Sechser kurz hielten, würde Paderborns 4-4-2 wohl ausreichen, um sie aus dem Spiel zu nehmen. Bayerns Sechser hätte es zudem ebenfalls sehr schwer, immer anspielbar zu sein. Im Gegensatz zu Leverkusen und Wolfsburg hätte es Bayern also schwerer, das Zentrum zu bespielen, um Paderborn erstmal zusammenzuziehen und dann in die freien Räume auf den Außenbahnen zu verlagern. Aus derselben Grundformation heraus könnte aber schon ein einziger taktischer Kniff reichen, um das 4-3-3 doch wieder attraktiv zu machen:

Sechser oder Außenverteidiger? Vielleicht ja beides! Kimmich könnte in einer Hybrid-Rolle seine Stärken kombinieren.

Rückt Joshua Kimmich in Ballbesitz auf die Sechserposition und bleibt Hernández tief, entsteht die 3-2-Staffelung, mit der sich Paderborn zuletzt sehr schwer tat. Theoretisch hätte Paderborn hier zwar eine 6-gegen-5-Überzahl in der Offensive, dafür aber auch eine numerische Unterzahl in der Defensive, die ausbalanciert werden müsste. Erwartbar wäre deshalb, dass die Sechser vor Entscheidungen gestellt werden, die Kimmich und Thiago wiederum nutzen könnten, um sich Platz zu verschaffen. Denselben Effekt könnten die Bayern aber auch aus ihrem 4-2-3-1 erzeugen, das sie zuletzt praktizierten:

Selber Effekt, andere Spieler.

Hier hätte Bayern nicht nur zwei sehr spielstarke Halbverteidiger in der ersten Linie, sondern auch die Möglichkeit auf dem linken Flügel viel Raum zu kreieren. Gegen Schalke hatte Paderborn immer wieder Schwierigkeiten, wenn die Außenstürmer einrückten und von den Außenverteidigern hinterlaufen wurden. Auch hier gab es Übergabeprobleme und Platz für den Gegner. Das spielstarke Zentrum um Kimmich, Thiago und Coutinho wäre zudem in der Lage, sich durch das verengte Zentrum zu kombinieren und anschließend auf die Außenspieler zu verlagern. Kingsley Coman könnte darüber hinaus mit Serge Gnabry tauschen, wenn Kovač die zentralere Rolle für Gnabry beibehalten möchte und er Coman an der Linie stärker sieht.

Ein 3-2-4-1 aus dem 4-3-3 heraus?

Die offensivste Möglichkeit im aktuellen von Kovač vorgegebenen Rahmen bestünde aus einer Doppelacht mit Thomas Müller und Philippe Coutinho. Beide sind auf unterschiedliche Art und Weise sehr passende Zuspieler für Robert Lewandowski. Es wäre durchaus interessant, wie die beiden gleichzeitig gegen einen kompakten Gegner funktionieren. Ihre Qualitäten zwischen den Linien könnten in solchen Spielen viel wert sein.

Müller und Coutinho erstmals gemeinsam? Einen Versuch wäre es wert.

Wann will man diese Mittelfeldkombination sonst testen, wenn nicht gegen einen Aufsteiger? Bei dieser Variante wäre es aber besonders sinnvoll, wenn Kimmich als einrückender Außenverteidiger agieren würde. Die Verantwortung für Thiago wäre im Sechserraum sonst zu groß.

Mit ihrem aggressiven Pressing können die Paderborner jedem Gegner das Leben schwer machen. Doch letztendlich wird in diesem Duell viel davon abhängen, wie gut die Bayern vorbereitet sind und wie konzentriert sie diese Partie angehen. Sie sind nicht nur individuell deutlich überlegen, sondern haben in den letzten Wochen auch Ansätze im Spielaufbau gezeigt, die gut zu den Schwächen des SCP passen – beispielsweise die diagonale Eröffnung ins Zentrum.

Trotzdem werden die Münchner ein großes Problem der letzten Wochen in den Griff kriegen müssen: Die Raumaufteilung im Angriffsdrittel. Zu oft standen sich Lewandowski, Perišić und Coutinho beispielsweise gegen Köln auf den Füßen. Gerade Coutinho braucht in der Offensive eine gute Einbindung und die ist nicht gegeben, wenn ihm seine Mitspieler den Raum nehmen.

Mehr Tiefe und Kreativität im Angriffsdrittel

Das mag auch daran liegen, dass all diese Spieler sich erst kennenlernen. Einen so engräumigen und auf Kombinationen ausgerichteten Zehner sind die Bayern nicht gewöhnt. Selbst James Rodríguez war deutlich weiträumiger unterwegs. Letztendlich wird es aber einen raschen Fortschritt im offensiven Positionsspiel brauchen, um mehr Tiefe ins eigene Spiel zu bekommen. Trotz guter Vorbereitung in den ersten beiden Dritteln gelingt es den Bayern noch nicht so richtig, gute Anschlussaktionen zu erzeugen.

Nur zwei Drittel aller Abschlüsse entstehen im Moment aus dem Spiel heraus. RB Leipzig (rund 83%), Dortmund (rund 74%) und auch der Großteil der internationalen Konkurrenz stehen hier deutlich vor den Bayern. Lediglich Atlético Madrid (rund 60%) hat einen schwächeren Wert. Dass die Bayern nach Standards gefährlich sind, ist zwar wichtig und beachtlich. Es ist aber auch bezeichnend, wenn ein Drittel aller Abschlüsse aus ruhenden Bällen entstehen.

Gegen Köln erreichte man mit elf Abschlüssen in der ersten Halbzeit lediglich einen Wert von rund 0,9 Expected Goals (0,08 xG pro Abschluss). Für die nächsten Wochen und Monate sollte der Schwerpunkt in der täglichen Arbeit darauf liegen, dem Spiel im letzten Drittel mehr Tiefe und Variabilität zu geben.

In Paderborn erwartet die Münchner bereits ein Gegner, der mit viel Laufbereitschaft und Leidenschaft versuchen wird, die eigenen taktischen Schwächen zu verbergen und Bayerns Spiel durch die Zentrale zu verhindern. Nur mit mehr Kreativität im Offensivbereich wird es den Bayern deshalb gelingen, das Spiel souverän zu gewinnen.

Vorschau-Tippspiel

Im Vorschau-Tippspiel tippe ich den gesamten Bundesliga-Spieltag. In unserer Kicktipp-Gruppe könnt ihr euch mit mir und allen anderen messen. Der oder die GewinnerIn der Kicktipp-Runde bekommt von mir ein signiertes Exemplar Generation Lahmsteiger.

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Spieltagssieger

Drei Spieltagssieger gab es diesmal: M4rc0_99, Michi94 und theJoesenOne erreichten jeweils 25 Punkte. Ich kam immerhin auf 20. Die Top 5:

  1. Olorin – 84 Punkte (0,33 Spieltagssiege)
  2. ElbersErben – 84 Punkte (0 Spieltagssiege)
  3. Suppenkasper – 80 Punkte (0 Spieltagssiege)
  4. CH1310 – 79 Punkte (0 Spieltagssiege)
  5. Nitram_ßiew – 79 Punkte (0 Spieltagssiege)

Meine Position: Platz 102 – 61 Punkte (0 Spieltagssiege)

So läuft es gegen Paderborn …

Bayern wird auch dieses Spiel souverän gewinnen, während sich Paderborn über eine starke Anfangsphase freuen darf. Inklusive Führungstreffer. 1:3!

So könnte Bayern spielen …

4-2-3-1: Neuer – Pavard, Süle, Boateng, Hernández – Thiago, Kimmich – Coutinho – Gnabry, Lewandowski, Coman

Es fehlen: Leon Goretzka, David Alaba, Fiete Arp, Ivan Perišić (grippaler Infekt)

So läuft der Spieltag …

Union 2:1 Frankfurt
Hoffenheim 2:2 Gladbach
Leipzig 3:1 Schalke
Augsburg 1:2 Leverkusen
Mainz 1:1 Wolfsburg
Paderborn 1:3 Bayern
Dortmund 2:1 Bremen
Düsseldorf 1:2 Freiburg
Köln 1:1 Hertha



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