Vorschau: Welche Bedeutung hat das Spiel gegen Hoffenheim?

Dem FC Bayern fehlen sowohl die nötigen Anreize als auch die nötige Bedeutung der Liga. So verkommt das Spiel gegen Hoffenheim eher zum kleinen Wintertest statt eine Bewährungsprobe im Kampf um den wichtigsten Titel des Landes zu sein. Und die eigentliche Vorschau wird zu einem Grundsatzkommentar über die Zukunft.

Unter der Woche hatte ich die Wahl zwischen einer detaillierten Analyse eines durchaus spannenden Teams – der TSG Hoffenheim – oder einem Kommentar, der Grundsätzliches in Frage stellt. Schon beim 4:2 gegen Bremen kamen mir einige Gedanken in den Kopf.

Es war seit langer Zeit mal wieder ein wirklich unterhaltsames und spannendes Spiel. Einerseits wegen starker Bremer, andererseits wegen schwacher Bayern, die nur über Willen und individuelle Blitzmomente zurückkamen – immerhin.

Doch welche Bedeutung hatte das alles noch? Der Vorsprung ist mittlerweile auf absurde 16 Punkte angewachsen. Im Januar. Die Schuld wird oft dem FC Bayern zugesprochen. Leon Goretzka sei das jüngste Beispiel für den Niedergang der Bundesliga.

In Deutschland eilt Bayern von Titel zu Titel. Hier feiert der Rekordmeister den Supercup.
(Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images )

Unrecht haben diese Stimmen zumindest nicht. Erneut wechselt einer der besten Fußballer des Landes zum besten Verein des Landes. Ein natürlicher Prozess wie er überall stattfindet. Deshalb ist ein Vorwurf auch unangemessen. Der FC Bayern tat, was er tun musste.

Dennoch wird das alles zunehmend zu einem Problem, dem sich der Rekordmeister nicht entziehen kann. Es ist zudem eines, das keine offensichtliche Lösung anbietet. Die Bayern sind meilenweit davon gezogen und es gibt keinen natürlichen Gegner mehr, der die Abomeisterschaft beenden kann.

Das schmälert keinesfalls die Leistung, die der FC Bayern in den letzten Jahren erbracht hat. Gerade Meisterschaften mit rund 90 Punkten und der extrem unterschätzte Triumph über Tuchels zähen BVB erfüllten jeden Fan des FCB zurecht mit Stolz.

Langeweile und keine Lösung

Doch langsam ist zumindest bei mir auch die Langeweile eingekehrt. Es ist schwer, sich für einen Wettbewerb zu motivieren, der kein wirklicher Wettbewerb mehr ist. Die Bayern waren schon letzte Saison nicht mehr am Limit und sind es in dieser erst recht nicht. Sie schöpfen ihr Potenzial nicht mehr aus und doch reicht es. Deutlich.

Unter Jupp Heynckes ist zumindest eine Leistungsbereitschaft entstanden, die zu einer grundsoliden Situation führt. Doch solide kann nicht der Anspruch eines Klubs sein, der wieder oder immer noch zu den besten Fünf in Europa zählen möchte.

Normalerweise waren diese Zeiten des Umbruchs, in denen sich die Bayern seit rund zwei bis drei Jahren befinden, auch Zeiten des Misserfolgs. Zeiten in denen die Bundesliga zur Stelle war, um den großen Klub aus dem Süden zu bestrafen beziehungsweise deren Situation auszunutzen.

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Wirklich da ist niemand mehr. Borussia Dortmund nahm große Rückschläge hin. Dazu zählen nicht nur zentrale Abgänge, sondern auch ein schwieriger Trainerwechsel. Das Geld wäre immerhin da, um den BVB zunächst wieder auf den zweiten Platz zu führen, doch der Abstand zum FC Bayern wächst und wächst.

Leipzig war der Nutznießer der schwarz-gelben Lage. Doch auch RB ist noch lange nicht gefestigt genug, um oben mitzuhalten. Auch sie sind nicht vor einschneidenden Transfers geschützt. So wird Keita den Verein verlassen und auch Werners Zukunft ist nicht sicher. Sie zu ersetzen, wird selbst für diesen gut geführten Klub schwierig. Es ist eher ein Symptom als eine Hoffnung, dass sie fast schon die letzte Hoffnung auf eine spannende Liga sind.

So könnte man nun durch die ganze Nation gehen, aber eine Schuldfrage zu stellen ist auch nicht zielführend. Ob die Stars nun nach München, Manchester, Barcelona, Madrid, Turin oder London gehen, spielt eine untergeordnete Rolle. Die Bundesliga kann ihre Topspieler nur halten, wenn sie zum FC Bayern gehen. In England führt der Weg an die Spitze gleich zu drei, vier oder fünf Klubs. In Spanien sind es mindestens zwei oder drei.

Die Lösung lautet vielleicht Geld. Doch reicht das? Und wo soll es herkommen? Fragen, die immer neue Probleme aufwerfen. Antwortet man mit der Abschaffung der 50+1-Regel, so bangen Fans zurecht um ihren Fußball, wie sie ihn hier kennen. Auch und besonders um ihre Vereine, die ähnliches durchmachen könnten wie 1860 München oder Hannover 96.

Wäre eine bessere Verteilung der TV-Gelder eine Lösung? Auch hier kann nur ein „vielleicht“ die Antwort sein. Natürlich würde man die kleineren Klubs stärken, doch der FC Bayern dürfte auch ab von dieser Einnahmequelle sehr deutlich vor der nationalen Konkurrenz stehen.

Das Resultat wäre also sehr wahrscheinlich, dass die Bayern weiter Serienmeister werden und gleichzeitig der Abstand zu Europas Spitze weiter wächst. Somit wäre auch der letzte Verein aus der Bundesliga endgültig Konkurrenzunfähig.

Interessant ist der Ansatz einer Obergrenze für Ablösesummen und Gehälter. Natürlich müsste dies auf der ganzen Welt gelten. Eine Umsetzung ist derzeit aber nicht in Sicht.

Auch ein Playoff-System wurde des Öfteren diskutiert. Vielleicht würde das helfen, um hier und da auf dem Zufallsweg einen neuen Meister zu ermitteln und auch die Spannung wäre sicher größer. Doch den DFB-Pokal könnte man dann abschaffen und das traditionelle Ligasystem wäre ebenso eingeäschert wie die Bezeichnung „ehrlichster Titel“. Es würde darüber hinaus wenig daran ändern, dass der FC Bayern immer noch mit Abstand die größten Chancen auf den Titel hätte. Ob ein bisschen mehr Zufall also die Lage derart verbessert? Eher nicht.

Was kümmert es den FC Bayern?

Je länger ich darüber nachdenke, umso absurder wird die Situation. Mein Verein enteilt in der eigenen Liga, die immer mehr an Bedeutung verliert. Der aktuelle Vorsprung ist längst nicht mehr nur als überragende Leistung des FC Bayern zu werten. Es ist ein schlechtes Zeugnis für viele ehemalige Top-Klubs in Deutschland, die ihre Stars nicht halten konnten und überdies viele Fehler begangen.

Zeitgleich liegt hier aber auch die Betonung auf dem Verb „konnten“. Es gab keine Möglichkeit, sie zu halten. Sie mussten oftmals chancenlos zusehen. Genau das macht einem Sorgen für die Zukunft. Auch als Fan des FC Bayern, dem solche Momente nur in ganz wenigen Fällen ereilen.

Mats Hummels sprach in einem Interview mit „RTL Nitro“ indirekt darüber, dass die Bundesliga derzeit nicht konkurrenzfähig sei. Er sprach auch taktische Defizite an. In Ballbesitz könnten die meisten Teams nicht viel anrichten. Eine sehr genaue Analyse der Pressing-Liga, die seit Jahren zu verteidigen weiß, aber nicht gerade vor Kreativität strotzt.

Ein Wechsel in der Spielkultur würde der Liga sicher gut tun. Doch auch er könnte den Abgang vieler guter Spieler nur im Ansatz kaschieren. Viel interessanter waren aber Hummels‘ Aussagen zum eigenen Team. Derzeit habe er nicht das Gefühl, dass die Bayern der absolute Favorit auf den Champions-League-Titel wären.

Der Weg ist extrem weit und er ist steiniger denn je. In der Bundesliga wird der FC Bayern zu wenig gefordert. Hier und da machen Mannschaften den Münchnern das Leben schwer, doch wenn Leistungen wie die gegen Bremen oder in Leverkusen mittlerweile reichen, um letztendlich sogar relativ souverän zu gewinnen, dann läuft vieles falsch.

Man könnte argumentieren, dass wichtige Spieler fehlen und die Mannschaft erst aus der Winterpause kam. Immerhin ist das ein tatsächlich zu berücksichtigender Punkt. Doch Ende November und im gesamten Dezember sah es nur selten anders aus.

In der Liga feiern nur die Bayern – zuletzt in Leverkusen. (Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Im letzten Drittel ist die Mannschaft mehr denn je von der Kreativität einzelner Köpfe abhängig. Robben und Ribéry können diese Last schon längst nicht mehr tragen und selbst der bisweilen überragende James ist dazu nicht im Alleingang fähig.

Thiagos Rückkehr wird die Spielkultur der Bayern weiter verbessern und auch die steigende Form einzelner Akteure wird dazu führen, dass die Münchner sich mindestens im erweiterten Kreis um den Champions-League-Pokal ansiedeln.

Doch die Umstände erschweren es brutal. Woche für Woche steht die Frage der Bedeutung im Raum, wenn der FC Bayern in einem Bundesliga-Spiel aufläuft. Das Ergebnis gegen Hoffenheim ist längst unwichtig geworden – ein fatales Zeichen. Es geht lediglich darum, sich in den richtigen Rhythmus für das Champions-League-Achtelfinale zu bringen, um dann eine gute Leistung abzurufen.

Einfacher wäre das, wenn schon jetzt alles auf dem Spiel stehen würde. Wenn Hoffenheim am Thron der Bayern sägen würde oder ein anderes Team. Davon ist die Liga weit entfernt. Und so ist das Spiel am Samstag zwar eines, das für sich betrachtet sehr interessant werden kann, doch es ist kein Bedeutsames und erst recht keines, das den FC Bayern zu seiner besten Leistung zwingen wird.

Es ist ein zunehmend größeres Dilemma für den FCB und die offensichtlichsten Lösungen führen nur zu weiteren Problemen. Einerseits wird man weiter die besten Spieler der Liga kaufen (müssen), um in Europa konkurrenzfähig zu sein und andererseits braucht es eine starke Bundesliga, um dieses Ziel zu erreichen. Und das Schlimmste daran ist, dass die Macht der Münchner in diesem Fall stark begrenzt ist.

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Leserkommentare
  1. Alena

    Das ist voll blöd

  2. Tschemp

    Schade, dass es keine richtige Vorschau auf das morgige Spiel gibt und ausgerechnet der jetzige Spieltag dem Kommentar “zum Opfer fällt”. Denn gerade mit unserer aktuellen Form, ohne die 3 defensiv wichtigsten Spieler Neuer/Hummels/Martinez, gegen “Angstgegner” Hoffenheim (mit den wiedergenesenen Demirbay und Amiri) und Nagelsmanns 2-1-0 Bilanz gegen uns, wird das eines der aussagekräftigsten und interessanten Spiele der Rückrunde!

    Der Kommentar ist natürlich trotzdem angebracht und stellt die Welt von Bayernfans gut dar. Seit Mitte 2012 leben wir national nun fast ausschließlich von Ehrgeiz und Antrieb aus uns selbst heraus, wie Hoeneß bei der vorletzten JHV anmerkte.
    Auch bei vielen Fans ist die Bedeutungsfrage schon vor Jahren aufgekommen, man sieht es in den nachlassenden Nachfragen und Resonanzen bei Bundesligaspielen..

    Eine Lösung für die Misere, welche keine weiteren Probleme schafft, gibt es leider nicht. Die Playoffs sind in meinen Augen der realistischste Weg, um den nationalen Wettbewerb am Leben zu erhalten. Hierbei überwiegen die Vorteile (Titelkampf bis zum letzten Saisonspiel, zusätzliche Vermarktungsmöglichkeit, Alleinstellungsmerkmal der Bundesliga) die Nachteile(Abwertung der Regular Season, Zufallsfaktor bei der Titelvergabe durch Spiel/Verletzungs/Sperrenglück). Man darf es nur nicht so kompliziert wie in Belgien machen, wo in der Jupiler League die Playoffs durchgefallen sind.

    Dass der DFB Pokal dann leidet ist auch klar, jedoch ist dieser Wettbewerb doch noch viel toter als die Bundesliga ist. Seit 7 Jahren hat uns nur der BVB aus dem Wettbewerb geworfen, und einzig wir den BVB (Ausnahme: Wolfsburg vor 3 Jahren mal).

    Sollte man keine solche Lösung finden um die Bundesliga an der Spitze wieder spannend zu machen, bleibt uns nur die Flucht in eine Superleague, wo wir auf gleichgesinnte wie Juve, PSG, Barca treffen könnten. Hoffentlich machen die Engländer da dann mit, denn die bauen sich ja selbst zu einer alles dominierenden Superleague. In der Zukunft wird es eine solche Liga als Fussball-Pendant zur NBA oder NFL in Europa geben, die Frage ist nur noch ob die Premier League es alleine schafft, oder ob da noch andere mitspielen dürfen.

    1. Das kann ich nachvollziehen. Hoffenheim ist ganz sicher eines der spannenderen Teams, aber ich habe das Gefühl, dass dieses Spiel uns nur sehr wenig sagen wird. Eben weil der FCB nicht dazu gezwungen ist, eine Glanzleistung zu zeigen.

      1. Tschemp

        Den besonderen Druck, als Mannschaft für die Meisterschaft Leistung zu bringen und Punkte zu holen, werden wir in der gesamten Saison nicht mehr haben.
        Eine große Entwicklung in Sachen Spielkultur ist daher nicht zu erwarten (was uns in der CL schaden wird).

        Was jedoch zum Glück immer Bedeutung hat und Interesse weckt, sind die Themen der Einzelspieler. zB können Boateng und Alaba sich steigern, können sich Rudy, Tolisso, Bernat empfehlen falls sie reinrotiert werden, spielt Wagner mal mit Lewandowski, wir ist Comans Form als Startelfspieler, wie bieten sich Robbery für die Verlängerungsfrage an, wie reagiert Vidal auf den Goretzka Kauf und die Transfergerüchte, usw.

  3. wipf1953

    Der Niveauverfall der Bundesliga dürfte zum Dauerbrenner 2018 werden. Jedenfalls bis zur WM – und je nachdem, wie diese für Deutschland ausgeht, auch darüber hinaus. Sehr richtig von MSR, das anzusprechen (wer, wenn nicht wir, soll das bitte qualifiziert diskutieren?).

    Eine provokative These habe ich schon lange vertreten: Die “Gleichmacherei”, die DFB und DFL jahrzehntelang betrieben haben, nützt inzwischen nur noch dem FC Bayern. Denn sie sorgt dafür, dass es keine annähernd gleichstarke weitere Spitzenclubs gibt. Bayern ist der Liga längst entrückt, und das, was von der Liga übrigbleibt, hält sich gegenseitig unten.

    Meine zweite These ist, dass die Strukturen in Deutschland – insbesondere die Trägerschaft durch e.Vs, mit Schuld am zum Teil schlechten Management sind. Dass nun zwei Mäzenenclubs wie Leipzig und Hoffenheim, die gerade keine klassischen eVs sind, die Liga durcheinanderwirbeln, ist kein Wunder wenn man nach Schalke oder zum HSV schaut (oder nach Nürnberg oder gar zum anderen Giesinger Club, den ich für den Inbegriff des Chaosvereins halte). Der BVB ist ein Sonderfall. Er zeigt allerdings, dass selbst die Rechtsform der börsennotierten KGaA, die für einen Fußballclub an sich denkbar ungeeignet ist, immer noch mehr Erfolg ermöglicht als die eV-Struktur.

    Das dritte Problem ist die GEZ (heute: ARD ZDF Deutschlandradio), die ein staatlich protegiertes PayTV darstellt, so dass jeder, der über Sky und DAZN Spiele sehen will, gleich für zwei oder gar drei PayTV-Sender bezahlen muss. Das erklärt die im internationalen Vergleich immer noch niedrigen Kosten für ein Sky-Abo.

    Das vierte Problem sind die Gelder, die durch die Champions League eingenommen und verteilt werden. Die Clubs, die vor 25 Jahren eh schon stark waren, sind nun finanziell unschlagbar.

    Aber machen wir uns nichts vor. Bis auf England ist die Situation in fast allen wichtigen europäischen Ligen ähnlich (Spanien hat wenigstens zwei Clubs, aber auch dort sind die Zeiten vorbei, als La Coruna, Valencia etc. um die Meisterschaft mitspielten).

    Es gab in den letzten Tagen einmal eine Überschrift, dass die UEFA über eine Art “Steuer” nachdenkt. Ich bin an sich ein in der Wolle gefärbter Kapitalist. Aber eine andere Lösung als diese – noch komplett unausgegorene – Idee sehe ich nicht.

    1. Olorin

      @WIPF

      Zwei Fragen dazu: was meinst du mit der “Gleichmacherei, die DFB und DFL jahrzehntelang betrieben haben”? Es ist doch nicht die Aufgabe des DFB, einige Vereine zu bevorteilen, nur um wieder Spitzenteams hervorzubringen. Und die zweite Frage: ist es nicht inzwischen so, dass eh nur noch die wenigsten Buli-Teams echte eVs sind? Die meisten sind doch inzwischen längst in AGs oder GmbHs outgesourct. Aber selbst wenn: was macht das denn für einen Unterschied, ob das jetzt formal ein eV oder eine GmbH ist? Ist doch nur juristische Spielerei.

      Ansonsten Zustimmung zu den Punkten 3 und 4. Wir brauchen endlich echten Wettbewerb auf dem Fernsehmarkt. Die 20 Euro, die ich monatlich für ein Programm ausgebe, das ich eh fast nie nutze, würde ich deutlich lieber in ein Sky-Buli Abo stecken…das ich momentan nicht habe, weil ich es nicht einseh, 40 Euro monatlich für die Glotze auszugeben.

  4. FR7

    Noch habe ich die leise Hoffnung, dass es nur eine große, sehr große Momentaufnahme ist und die Liga in absehbarer Zeit wieder spannender und vor allem stärker wird. Ich persönlich bin der Meinung, dass man gezielt auf deutlich höhere TV Gelder hinarbeiten sollte. Die Winterpause sollte halbiert, wenn nicht gar abgeschafft werden. Die Anzahl der Bundesligisten sollte um zwei aufgestockt werden, also 20 Teams. Das allein sollte für grob 300-400 Millionen Euronen zusätzlich sorgen die in der Bundesliga verteilt werden könnten.

    Das Dilemma in dem wir uns als FC Bayern befinden ist tatsächlich groß, denn die grandiose Arbeit der letzten zehn Jahre hat dafür gesorgt, dass die Konkurrenz sich bisweilen nicht einmal traut uns anzugreifen. D.h. je besser wir arbeiten, desto mehr schaden wir uns auch über mehrere Umwege. Tragisch. Wir werden auf Pressekonferenzen gelobt und quasi nochmal gepusht aber wer sagt uns den Kampf an? Unsere vorbildliche Arbeit wird uns zum Verhängnis, wir sind konstant wie noch nie in der Geschichte. Wir stellen auf diversen Spielerpositionen jeweils einen der besten Spieler weltweit. Die anderen Klubs jedoch erklären sich offen zu Ausbildungsvereinen und unterschreiben ihre Kapitulation in beiden nationalen Wettbewerben. Nur ein Klub spricht offen aus Meister werden zu wollen, währenddessen wollen sich fünf andere für die Champions League qualifizieren und der gesamte Rest möchte nicht absteigen und im Optimalfall im Mittelfeld – dem Niemandsland der Liga – landen. Genau da liegt der Hund begraben. Nicht wir, sondern die “Konkurrenz” arbeitet seit Jahren massiv daran die Qualität der Liga zu verringern. K.H. Rummenigge merkte jünst völlig korrekt an, dass Goretzka sich für den FC Barcelona entschieden hätte, wenn Bayern nicht selbst zugeschlagen hätte. Im ersten Szenario würde die Bundesliga einen weiteren hochkarätigen Spieler an das Ausland verlieren, die Liga würde weiterhin nicht spannender werden und die Qualität dennoch weiter sinken. Dann holt sich Bayern eben einen Spielertyp Goretzka aus dem Ausland. Und dann? Dann hätten die verbitterten Bayernhasser auf Facebook Seiten wie Sport1, TransferTicker und co. zwar keinen Stoff mehr um “BAYERN KAUFT DIE LIGA KAPUTT / SCHWÄCHT WIEDER KONKURRENZ” Kommentare auf Stammtisch-Niveau zu schreiben. Die Liga jedoch, würde eben nicht besser werden. Darum brauchen wir mehr Geld. Wer weiß, vielleicht muss die 50+1 Regel ja doch irgendwann zwangsläufig abschaffen, zum Erhalt der Konkurrenzfähigkeit. RB Leipzig jedenfalls würde rapide zum direkten nationalen Konkurrenten mutieren, fußball-moralisch betrachtet verwerflich, sachlich und nüchtern betrachtet eine endlich spannendere Liga.(?)

    Sei´s drum.
    Anlässlich des Artikels zur Langeweile in der Liga der die Vorschau ersetzt, habe ich mich dazu entschlossen die Thesen zum letzten Spiel nochmal genauso zu wiederholen. Wer weiß, eventuell ist die Liga dieser Tage doch langweilig und alle fünf Thesen bewahrheiten sich.

    Meine fünf Thesen zum Heimspiel gegen Werder Bremen:

    1. Lewandowski trifft (endlich wieder).

    2. Die Bayern erzielen ein Tor nach einer Standardsituation.
    3. James erzielt erneut mindestens einen Scorerpunkt.

    4. Coman, Tolisso und Lewandowski stehen in der Startelf.

    5. Ulreich hält die Null.

    Gegen Bremen trafen drei Thesen zu.

    Meine Trefferquote liegt weiter bei 57%. (Insg. 66 von 115 richtig)

    1. GP11

      “Ich persönlich bin der Meinung, dass man gezielt auf deutlich höhere TV Gelder hinarbeiten sollte. Die Winterpause sollte halbiert, wenn nicht gar abgeschafft werden. Die Anzahl der Bundesligisten sollte um zwei aufgestockt werden, also 20 Teams. Das allein sollte für grob 300-400 Millionen Euronen zusätzlich sorgen die in der Bundesliga verteilt werden könnten.”

      Nichts für ungut, aber ich finde es bezeichnend, dass einer der eifrigsten Jünger von Hoeneß und Rummenigge hier solche Plattitüden raushaut.
      Meinst du irgendein Verantwortlicher in der Liga hat nicht das Ziel, die TV-Erlöse zu erhöhen?
      Wieso sollte die Aufstockung der Bundesliga der 300-400 Millionen einbringen? Wer soll das einbringen? Die Fans von zwei jetzigen Zweitligisten? Die Fans aktueller Vereine wegen vier Spiele mehr?
      Ist dir klar, dass die zusätzlichen Erlöse dann durch 20 statt durch 18 geteilt werden müssen?

      Eine Aufstockung der Bundesliga würde für eine Verringerung der Einnahmen pro Verein sorgen – weshalb auch keiner diese überhaupt fordert.

      Allgemein sollte auch mal die Erkenntis einsetzen, dass man in Deutschland niemals an die TV-Erlöse im Ausand herankommen wird. Und zwar völlig egal, wie langweilig oder spannend die Liga ist.
      Deutschland hat null Pay-TV-Kultur, weshalb die Einnahmen auf dem Heimmarkt immer hinterherhinken werden. Und international hat man den Sprachnachteil. Kein Mensch spricht Deutsch und deshalb interessiert sich auch niemand für die Bundesliga.

      1. FR7

        Wieso Plattitüde? Deine Kritik an meiner Forderung nach mehr Geld für die Liga ist hier wohl viel eher eine Plattitüde. Hast du denn eine bessere Idee geäußert? Nein. Hast du sonst etwas konstruktives zum Thema beigetragen? Nein. Sechs. Setzen. Und überhaupt, was hat das alles damit zu tun, dass ich finde, dass Hoeneß und Rummenigge seit Jahren gute Arbeit leisten? Erschließt sich mir nicht.

        Die 300-400 Millionen sind nur ein Beispiel, es könnten auch 200 sein oder auch nur 70 Mio. Es wäre aber dennoch mehr geteilt und es wäre auch dann mehr Geld wenn man es durch 20 teilt und nicht wie bisher durch 18. Ich habe so vieles mehr beigetragen aber du verkrampfst dich allein auf das Pay-TV Ding. Das ist recht arm muss ich sagen. Fakt ist die wir brauchen mehr Geld, egal wie. Ansonsten bekommen wir schottische oder französische Verhältnisse.

      2. eigenTor

        „und international hat man den Sprachnachteil. Kein Mensch spricht Deutsch und deshalb interessiert sich auch niemand für die Bundesliga.“
        Interessante Ansicht. Hier, in Frankreich, werden die Bayern-Spiele (Buli, Pokal, Cl) doch tatsächlich in der Landessprache der Fernsehzuschauer ausgestrahlt, also auf Französisch. Und die Kommentatoren (in aller Regel sind es pro Spiel zwei), sitzen nicht mal in einem Fernsehstudio, sondern sind vor Ort. In Italien, Spanien ud England soll es ganz ähnlich zugehen.

  5. Axel

    Hier meine fünf Thesen:

    1. Die Arena ist wieder “restlos” ausverkauft und trotzdem sind nicht alle Plätze besetzt.
    2. Es wird völlig egal sein, wer spielt und wie das Spiel ausgeht
    3. Lewandowski trifft in der 67. Minute per Kopf aus 6m Entfernung in die rechte Ecke (aus Torwartsicht) auf Vorarbeit von James (Flanke mit rechtem Fuß)
    4. Robben und Ribery enttäuschen so sehr, dass wie hier wieder darüber diskutieren, dass ihre Zeit wirklich abgelaufen ist (keine Vertragsverlängerung!)
    5. Der Tabellenzweite wird verlieren, wie an jedem Spieltag.

  6. Pete

    Bei richtiger Moderation könnte das die Gelegenheit sein Dinge auszuprobieren sei es ein neues Spielsystem, andere Rollen, oder Jugendspieler.
    Dem steht einzig das Hochhalten der Spannung gegenüber, allerdings gilt das ja nicht für alle kommenden Spiele.

  7. Kurt74

    Ich frag mich was an der PL so spannend sein soll? Pep führt mit 12 Punkten und fickt gerade die englische Liga. Auf den int. Plätzen wird sich da auch nicht mehr viel tun. Die PL war doch nur wegen deren Kick & Rush Fussball spannend, int. hatten bis jetzt die englischen Vereine nix zu melden und wer jetzt Chelsea erwähnt, für mich der unwürdigste CL Sieger aller Zeiten mit einer Spielweise zum Fussball abgewöhnen.

    Es wird ja in letzter Zeit viel diskutiert wie man die BL spannender machen könnte aber in erster Linie wird immer nur darauf abgezielt den Bayern die Knüppel zwischen den Beinen zu werfen.
    Mit Playoffs schießt man sich doch nur selbst ins Knie. Warum noch ein TV Abo für eine Saison kaufen und ins Stadion gehen wenn es eh erst im Frühjahr um die Titel geht? Die Spannung während der Saison ist dann doch komplett weg. Und betrügt man da nicht auch den Fussballfan? Wie wertig ist dann noch der Meistertitel wenn man zb. als 6. der Tabelle 20 Punkte hinter Platz 1 steht aber aufgrund Tagesglück die Playoffs gewinnt? Persönlich könnte ich den Meistertitel dann nicht mehr ernst nehmen. Und jammern wir nicht jetzt schon jede Saison über zuviele Spiele und das die Spieler auf den Felgen daherkommen?

    Was ich auch in einem anderen Kommetar angesprochen habe, die Vereinsbosse wollen mehr Geld und jammern das die Bayern uneinholbar sind aufgrund ihrer finanziellen Kaufkraft aber gleichzeitig verlieren sie in der EL gegen Gegner die nicht mal die Hälfte des Marktwertes haben. Ein HSV bekommt von Kühne Mio in den Arsch geschoben und trotzdem zeigen die einen Fussball der in der Bundesliga nichts verloren hat. Da muss man auch mal die Leistungsbereitschaft innerhalb der Liga hinterfragen, speziell wenn zb. Gladbach gegen uns überragend spielt aber am nächsten Spieltag jämmerlich untergeht. Da frage ich mich schon auch ob es einigen Vereinen zu gut geht wenn man nicht gewillt ist regelmässig die beste Leistung zu zeigen. Anstatt die Liga zu erweitern würde ich sie lieber schrumpfen denn manch Verein spielt einen Fussball wo ich mich schon Frage was das in der Bundesliga verloren hat.

    Eine Superliga würde spannend klingen aber damit wären sämtliche Vereine die nicht dabei sind auf einen Schlag zu Ausbildungsvereinen deklassiert.
    Ein Salary Cap ist ebenfalls unrealistisch denn Aufgrund des Kartellverbot in der EU nicht durchsetzbar weil es eine künstliche Beschränkungen des Wettbewerbs darstellen würde.

    Es gibt praktisch nur zwei Wege um die Spannung wieder zu erhöhen. Entweder die Zuschauer wenden sich ab und entsprechend sinken die Einnahmen was zu einer normalisierung des Transfermarktes führen würde oder die Vereine dahinter reissen sich konstant den Arsch auf und bringen entsprechend Leistung und nicht nur wenn es gegen Bayern geht.

    1. Ralph

      “Ich frag mich was an der PL so spannend sein soll? Pep führt mit 12 Punkten und fickt gerade die englische Liga.”

      Naja, aber das liegt ja anscheinend (auch) an Pep. Vor der Saison haben da schon mehrere Mannschaften berechtigt Titelambitionen ausgegeben. In der BL kann man wohl davon ausgehen, dass auch nächste Saison wohl nur der FCB das Saisonziel “Meisterschaft” ausgibt.

      Zudem zieht das Geld der Clubs dort wohl auch die besten Spieler und Trainer an.

      “Mit Playoffs schießt man sich doch nur selbst ins Knie. Warum noch ein TV Abo für eine Saison kaufen und ins Stadion gehen wenn es eh erst im Frühjahr um die Titel geht? Die Spannung während der Saison ist dann doch komplett weg.”

      Das mag sein. Aber aktuell ist in der BL zumindest der Titelkampf auch nicht gerade ultraspannend. ;-)

      In der SZ war vor kurzem ein Artikel zum Goretzka-Deal (http://www.sueddeutsche.de/sport/transfer-von-leon-goretzka-der-fc-bayern-handelt-ausschliesslich-egoistisch-1.3833743-2), der das Dilemma eigentlich ganz gut beschreibt, welches auch Justin im letzten Abschnitt aufgreift: Im Bestreben, in Europa ganz vorne mitzuspielen, kauft der FCB sich in D/für D die bestmöglichen Spieler zusammen. Das führt dazu, dass man sich von den anderen Clubs in D meilenweit entfernt hat.

      Ich geh natürlich auch heute ins Stadion. Aber ich kann nicht sagen, dass es irgendwie kribbelt, oder dass ich nervös bin. (Und war das nicht mal elementarer Bestandteil meines Stadionerlebnisses?) Natürlich gewinnen “wir”. Und wenn nicht? Für die Meisterschaft auch wurscht.

    2. Ju

      Was hinzukommt: Durch die Zerpflückung der Spieltage und die stärkere Einbindung unterklassiger Teams in die Pokalwettbewerbe kann man quasi immer, wenn man einen freien Abend und Lust auf Fussball hat den Fernseher einschalten. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird dann irgendwo in England Fussball gespielt.

    3. Wir sprechen in der Bundesliga von einer mehrjährigen Einbahnstraße. Das ist in England nicht der Fall. Und selbst wenn gibt es immer noch genug Vereine mit viel Geld. Ich rede hier nicht nur von Spannung, sondern davon wo die Talente und Stars des Landes hingehen. Und das ist eben in England mehrspurig. Bei uns einspurig oder zweispurig (Bayern oder Ausland). Problem.

  8. Kleine Ergänzung zum Thema:

    Vor einigen Wochen schrieb ich bereits über einige Probleme der Bundesliga. Dabei ging mein Fokus aber vor allem auf die fehlende Konstanz der Top 5. Ich habe dabei einige interessante Dinge festgestellt. Gerne mal reinlesen.

    https://lahmst31ger.wordpress.com/2017/12/09/bundesliga-europa-drama/

  9. Rainer

    Es ist wirklich schade, das die Spannung in der Bundesliga schon wieder vorbei ist. Da gebe ich Euch allen recht. Aber was ist die Alternative? Wenn Bayern Qualität verliert, brauchen wir in der CL nicht mehr antreten. Ich kann mich noch gut an die Berichte und Leistungen am Anfang der Saison erinnern. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mir große Sorgen um die Zukunft unseres Vereins gemacht und gar nicht gut gefühlt. Es wurden danach viele Sachen richtig gemacht.(Sportdirektor, Trainer, Vertragsverlängerung Coman, etc.) Und jetzt stehen wir wieder ganz oben.Tolle Leistung. Es liegt m.M.n. daran, das seit Jahrzehnten in München ein toller Job gemacht wird, das Bayern so darsteht wie es ist. Playoffs halte ich ebenfalls für sehr ungerecht, da die gesamte Saison noch mal infrage gestellt wird.Das Kippen der 50+1 Regel könnte evt. einen Kapitalzufluss bringen, der anderen Vereinen helfen sollte kurzfristig Qualität zu zuführen. (Gegenbeispiele gibt es sicher genug, z.B.1860). Wahrscheinlich bleibt uns aber nur die Konzentration auf das Wesentliche (auf uns). D.h. die Mannschaft weiter entwickeln, verstärken und Spaß an der Spielweise (wie unter Pep) sowie tollen Einzelaktionen haben. Als gutes Bsp. bleibt mir ein Unentschieden in Leverkusen in Erinnerung, wo wir ca. 25:3 Torschüsse hatten. Die Leistung an sich war aber so toll, das fast alle Bayern Fans zufrieden waren.

  10. Pat

    Der FC Bayern ist mein Verein und meine Leidenschaft seit circa 35 Jahren. Ich habe gelitten bei den Niederlagen und mich tagelang über unsere Siege gefreut. Bayern Fan mit ganzem Herzen. Der Artikel trifft aber genau meine derzeitige Situation: ich verliere den Biss. Ein Kollege fragte mich diese Woche gegen wen der FC Bayern am Wochenende spielt. Ich wusste es nicht. Ich wohne in Köln und wusste aber ganz genau, dass der FC gegen Augsburg spielt. In der Stadt keimt wieder die Hoffnung auf, den Klassenerhalt noch zu schaffen. Nicht zuletzt, weil meine Bayern Bremen, trotz schwacher Leistung, geschlagen haben.
    Heute Nachmittag werden wir wieder vor dem Fernseher sitzen und Bundesliga schauen, dabei total ausrasten und schreien. Denn der FC spielt gegen Augsburg das nächste Finale. Bayern läuft zwar parallel, aber wir gewinnen ja eh…..

  11. BayernExpat

    Habe nichts hinzuzufügen, außer herzlichen Dank für den Artikel und die vielen detaillierten Kommentare. Sehr viel lesenswertes dabei.

  12. Osrig

    Ich kann den Schwanengesang auf die Bundesliga nicht recht nachvollziehen; den Tenor des Textes und vieler Kommentare, wonach unser FCB die CL nicht gewinnen kann, weil die BL so schwach ist, erst recht nicht!

    In jedem Spiel bis an die Grenze gehen zu müssen, kostet enorm an Substanz – körperlich, wie auch mental! Insbesondere die englischen Wochen führen dazu, dass unsere Spieler ausgelaugt und kaputt sind. Wenn an jedem Spieltag darauf geachtet werden muss, dass kein Konkurrent vorbeiziehen kann, wenn also alle Kraft und Konzentration darauf ausgerichtet ist, in der Liga die Spiele zu gewinnen, um nicht zurückzufallen, dann fehlt für die internationalen Spiele die Substanz – keine guten Voraussetzungen für die entscheidenden K.O.-Spiele in der CL!

    Dann lieber etwas weniger gefordert werden, damit genug Konzentration, Kraft und Dynamik vorhanden ist, um frisch und voll im Saft stehend gegen die europäischen Gegner antreten zu können. Heynckes selbst hat ja jetzt gerade in der Pressekonferenz zum Hoffenheimspiel darauf hingewiesen, dass er in solchen entspannten Phasen der Meisterschaft besser rotieren kann. Hinzu kommt der Vorteil, dass im Training einstudierte Abläufe und Positionswechsel oder das Verschieben ganzer Mannschaftsteile gerade dann besonders gut ins Spiel gebracht werden können, wenn man nicht ständig Spiele auf des Messers Schneide austragen muss, in denen nur allzu oft die Taktik auf der Strecke bleibt.

    Ich meine daher, wir spielen in der CL besser, wenn wir in der Liga eben NICHT immer Vollgas geben müssen!
    Von daher ist es gut, dass wir mit einem großen Punkteabstand zum zweiten Platz in Führung liegen!
    Denn dann lenkt uns in der Liga niemand ab! Dann können sich die Jungs in einer Liga-Partie auch mal ein paar Körner aufsparen, weil sie wissen, sie können sich auch mal ein schwächeres Spiel erlauben, ohne den Platz an der Sonne zu verlieren.
    Das gern angeführte Argument, die Mannschaft könne in der CL nicht den Schalter umlegen, wenn sie in der Liga mit ein paar Prozenten weniger gespielt hat, halte ich für nicht stichhaltig! Denn wenn die Jungs gegen Barca, City, PSG und die anderen europäischen Top-Teams NICHT motiviert sind bis in die Haarspitzen, und NICHT selbst bis an ihr Limit gehen, dann haben wir in der CL eh nichts zu suchen!

    Übrigens gewinnt sich kein Spiel im Vorbeigehen! Nur mit halber Kraft oder einer B-Elf reicht es nicht aus, um zum Sieg zu kommen, denn unsere Gegner gehen gegen den großen FC Bayern immer höchst motiviert ins Spiel und geben oft mehr als 100 Prozent – was auch unsere Spieler entsprechend fordert. Nebenbei bemerkt: Die Mannschaften, die gegen uns alle Kraft und Konzentration in die Waagschale werfen, lassen im nächsten Spiel oft Punkte – eben weil ihnen in den folgenden 90 Minuten oft die “Power” fehlt.

    Zur Langeweile in der Liga: Klar, aus einem gewissen Blickwinkel betrachtet, ist die Liga langweilig, weil wir einsam unsere Runden an der Spitze drehen, ohne dass ein Konkurrent auch nur in Sichtweite, geschweige denn in Schlagdistanz ist. Das ist trotzdem meines Erachtens eher ein Kritikpunkt jener, die unserem FC Bayern missgünstig gegenüberstehen.
    Denn auch schon in den Jahren, als der FCB noch nicht so dominant gewesen ist, hatten sich doch nur wenige Teams Chancen auf die Meisterschaft ausrechnenen können. Das Gros der Mannschaften hatte damals wie heute mit der Titelvergabe nichts zu tun. Stattdessen ging es für sie so wie auch heute um die Vergabe der internationalen Plätze und die Vermeidung des Abstiegs – und aus diesen Wettkämpfen ging und geht die Spannung zu einem Großteil hervor!

    Was die Bundesliga attraktiver machen würde? Wie schon angedeutet im Blogtext würde die Umstellung auf mehr spielerische Ausrichtung der Taktik wieder mehr Interesse wecken, denn das wilde Pressing und Gegenpressing-System der meisten Teams, in dem auf eine Weise um den Ball gekämpft wird, wie aufgeregte Hühner um eine Handvoll Korn, ist schnell ermüdend im Anschauen – für mich jedenfalls! Schnelle Pass-Stafetten und Positionswechsel hingegen nicht.

  13. TZ

    “Einerseits wird man weiter die besten Spieler der Liga kaufen (müssen), um in Europa konkurrenzfähig zu sein”
    Mal provokant gefragt: muss man das denn? Wieso kauft man denn nicht einen qualitativ vergleichbaren Spieler aus dem Ausland einem dortigen Mitbewerber weg? Kaufmännisch gesehen natürlich Unsinn, das ist mir klar, aber wenn immer von der Schwächung der Gegner gesprochen wird, warum nicht mal einen CL-Teilnehmer schwächen? Und welchen Unterschied hätte es dann national für den FCB gemacht, wenn Goretzka ins Ausland gewechselt wäre, man aber (fiktiv) einen Rakitic, Khedira oder Modric hätte?

    Darüberhinaus stellt sich halt auch irgendwann die Frage, wie lange sich der FCB einem xxx Mio-Transfer verweigern kann, wenn der Abstand zu den internationalen Konkurrenten über die Jahre immer größer wird.

    1. Olorin

      “Und welchen Unterschied hätte es dann national für den FCB gemacht, wenn Goretzka ins Ausland gewechselt wäre, man aber (fiktiv) einen Rakitic, Khedira oder Modric hätte?”

      1. Rakitic, Khedira oder Modric wären teuer gewesen, da ihre Verträge im Gegensatz zu dem von Goretzka nicht im Sommer auslaufen.
      2. Sie sind um die 30 und müssten in wenigen Jahren wieder ersetzt werden.

      Und was hätte die Buli oder Schalke davon gehabt, wenn Goretzka statt zu Bayern zu Barcelona, Paris oder sonstwo hingegangen wäre?

  14. raumdeuter

    Die Bundesliga finde ich nicht langweilig, die Situation für und rund um dem FCB schon, daher weitgehende Zustimmung zum Beitrag. Die Liga hat definitiv ein Qualitätsproblem, das sieht jeder, z. B. an der 5-Jahres-Wertung. Und daran, dass Frankfurt zumindest vorübergehend auf Platz 2 steht. Eine Lösung ist nicht in Sicht, das zeigt auch die spannende Diskussion hier, denn die gobal erforderlichen Veränderungen (weltweite Begrenzung von Gehältern und Transfersummen, weltweite Abwendung der Fans und dadurch Abschwächung der Kommerzialisierung u. ä.) werden ebensowenig wie eine wirksame Transktionssteuer auf diesem Planeten nie kommen, alles andere hilft nicht wirklich weiter.
    Was die internationalen Chancen des FCB diese Saison betrifft ist es aus meiner Sicht nicht so eindeutig negativ, wie viele hier kundtun. 2013 war auch keine Spannung in der Liga, das war die bislang souveränste Meisterschaft. Ergebnis bekannt. Und auch in den Folgejahren waren “wir” international immer oben dabei, ohne “zuhause” besonders gefordert gewesen zu sein.
    Letzte Saison international am schwächsten, zugleich national zumindest mal eine Zeitlang stärker gefordert.
    Für dieses Jahr sehe ich daher international noch gute Chancen, wobei das größte Hindernis die erstarkten englischen Klubs darstellen werden.

  15. Herrispezial

    Ruf, Vidal und Tolisso sind in jeder Szene zu spät. Viel dazu mit vielen Fehlpässen und den üblichen technischen Unzulänglichkeiten. Die drei zeige heute wieder sehr deutlich, dass sie höchsten Ansprüchen nicht genügen. Alle drei zusammen sind dann eben eine spielerische Katastrophe..

    1. Herrispezial

      Sorry, Rudy statt Ruf (Autokorrektur).

  16. Herrispezial

    Ob Gräfe in dieser Partie wohl überhaupt eine 50-50-Situation zu unseren Gunsten entscheiden wird?

  17. […] der Partie am Wochenende diskutierten wir die Lage der Liga. Auf den Vorwurf der Langeweile antworteten die Bayern und Hoffenheim mit einer durchaus spannenden […]

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