Round-Up: Quality-Time mit Jupp, Pep und Carlo

Im heutigen Round-Up geht es um einen neuen Ansatz mit dem die Rotation innerhalb eines Kaders bewertet werden kann. Dabei prüfen wir, wie Ancelotti das Rotationspotential der Mannschaft ausgeschöpft hat und vergleichen die Rotation aus der Amtszeit des Italieners auch mit seinem Vorgänger Pep Guardiola und seinem Nachfolger Jupp Heynckes.

Zehn Jahre ist es her, dass Clubchef Karl-Heinz Rummenigge nach einem ernüchternden 2:2 der Bayern im UEFA-Cup gegen die Bolton Wanderers gefrustet in die TV-Kamera sprach: “Fußball ist keine Mathematik, die man berechnen kann”. Eine Aussage, die direkt gegen seinen Trainer Ottmar Hitzfeld, seines Zeichens ausgebildeter Mathematiklehrer, und dessen Rotation gerichtet war.

Zeit seines Amtes war Hitzfeld berüchtigt für seine Rotation. Er verstand es wie nur wenige andere zur damaligen Zeit auf dem schmalen Grad zwischen ausgeglichener Belastung und Zufriedenstellung der Stars zu wandern. Hitzfeld war damit eine Art Vorreiter auf diesem Feld, speziell in der Bundesliga.

Mittlerweile ist die Rotation zum notwendigen Standard geworden, nur so kann eine Mannschaft die Dreifachbelastung in der heutigen Zeit mit deutlich intensiverer Spielweise noch stemmen. Außerdem eignet sich das Wechselspiel auch hervorragend, um junge Spieler an die Mannschaft heranzuführen.

Dennoch titelte nicht nur der FOCUS letztes Jahr: “Die Rotation ist kein Trumpf mehr beim Meister”. Daher soll im heutigen Round-Up ein tieferer Blick auf die Rotation unter Ex-Coach Ancelotti speziell auch im Vergleich mit Pep Guardiola und Jupp Heynckes geworfen werden.

Eine neue Bewertung der Roatation

Um dies bewerten zu können, greifen wir auf einen Vorschlag von Vignesh Velu (@noobiefootball) zurück.

Als einfachstes Mittel zur Bewertung der Verteilung der Einsätze kann man natürlich die Spielminuten heranziehen. Diese haben allerdings den Nachteil, dass sie nicht die Qualität der Gegner mit einbeziehen. Somit sind also Einsätze gegen die Ingolstadts und Augsburgs dieser Welt genauso bewertet, wie ein Highlight-Spiel gegen Dortmund oder Leipzig.

Daher werden die Minuten nach Stärke des Gegners bewertet. Dazu wird die Tabelle zum Saisonende verwendet, um die Gegner zu sortieren. Der bestplatzierte Gegner, letztes Jahr Leipzig als Zweiter, wird mit 0.95 bewertet, die weiteren Teams jeweils 0.05 Punkte schlechter bis zum Tabellenletzten. Dieser Faktor wird danach mit der Anzahl der Minuten im jeweiligen Spiel multipliziert, um gewertete Quality Minutes zu erhalten.

Abschließend wird noch eine Quality Percentage berechnet. Dazu werden die gewerteten Quality Minutes durch die gesamten Spielminuten geteilt und mit 100 multipliziert.

Betrachtet wurden die letzten drei Spielzeiten unter Ancelotti und Guardiola sowie die Triple-Saison unter Heynckes – jeweils für die Bundesliga.

Natürlich spielen Verletzungen hier eine große Rolle und können die Aussagekraft der Statistik verkleinern. Weiterhin stellt diese Methode nur eine weitere sinnvolle Ergänzung zur aktuellen Betrachtung der Rotation dar, erhebt aber nicht den Anspruch diese vollumfänglich analysieren zu können.

Wem vertraute Carlo?

Zuerst wird die abgelaufene Saison unter Carlo Ancelotti betrachtet. Der Italiener wurde in der Saison immer wieder kritisiert, weil er jungen Spielern vermeintlich zu wenig Vertrauen schenkte – vor allem in den wichtigen Spielen. Generell sei weniger rotiert worden als unter seinen Vorgängern.

Gerade nach seiner Entlassung kamen weitere zwei Erzählstränge an die Öffentlichkeit: Die wahrgenommene fehlende Wertschätzung von Nationalspielern wie Jerome Boateng und Thomas Müller, sowie der spanisch sprechende Mannschaftsteil, den Ancelotti wohl intern bevorzugte. Mit der Auswertung der Daten können auch diese beiden Punkte zumindest von Außen neutral bewertet werden.

Ancelotti traute den jungen Spielern die große Bühne noch nicht zu.
(Grafik: Lukas)

Die Spieler sind nach der Gesamtzahl ihrer Minuten absteigend sortiert. Spieler mit weniger als 500 Einsatzminuten sind dabei nicht berücksichtigt. Bei Betrachtung der vier Spieler mit den meisten Minuten – Lewandowski, Alaba, Neuer und Thiago – zeigt sich bei der Quality Percentage keine Besonderheit. Alle vier liegen knapp bei 50% und wurden somit ausgewogen eingesetzt.

Thomas Müller ist der erste Spieler, der auffällt. Zwar bestritt der deutsche Nationalspieler insgesamt die fünftmeisten Spielminuten, durfte aber gegen die großen Gegner in der Bundesliga nicht ran. Dabei kommt zu tragen, dass Müller im Hinspiel gegen Leipzig von Ancelotti außen vor gelassen wurde. Allerdings spielt ebenfalls eine Rolle, dass er gegen Dortmund und Hoffenheim in der Rückrunde verletzt pausieren musste.

Jedoch wurde Müller auch in der Hinrunde gegen Hoffenheim und in der Rückrunde gegen Leipzig nur für knapp zwanzig Minuten eingewechselt. Gerade in Verbindung mit den kurzen Einsätzen im Rückspiel gegen Madrid und Pokal-Halbfinale gegen Dortmund, kann man Müllers Aufregung verstehen.

Für die spanische “Connection” gibt es hingegen keine Belege in der Statistik. Javi Martinez liegt sogar leicht unter 50% und deutlich hinter Boateng, wobei dessen Werte durch seine lange Verletzung verfälscht sind. Xabi Alonso hingegen steht mit 57,6% neben Boateng am besten da. Der große Maestro durfte sich gegen die kleineren Gegner häufiger ausruhen.

Abschließend wollen wir noch einen Blick auf die jungen Spieler werfen. Letzte Saison waren bei Bayern mit Kimmich, Coman und Sanches drei Spieler im Kader, die jünger als 23 waren und mehr als 500 Minuten spielten.

Bei Sanches und Kimmich fällt direkt die niedrige Quality Percentage auf. Während Kimmich’s gesamte Spielzeit mit 1.548 Minuten sogar einen Schritt nach vorne im Vergleich zum Vorjahr darstellt, zeigt dies, dass er wenige Minuten gegen große Gegner sammelte. Hier schien Ancelotti ihm die Rolle der ordnenden Hand im Mittelfeld nicht zu zutrauen.

Dieses Bild bestätigt sich auch beim Blick auf die anderen Wettbewerbe. In den sechs Spielen gegen Atletico, Arsenal und Real kam Kimmich insgesamt nur auf 80 Minuten. Auch im Pokal durfte der junge Rottweiler ab dem Achtelfinale nur 31 Minuten auflaufen – gegen Dortmund im Halbfinale gar nicht.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Renato Sanches. Gegen die Top-7 der Tabelle bestritt der Portugiese nur 142 Minuten in zwei Spielen. Auch in der Champions-League saß er meist nur auf der Bank. Mit einer der Gründe warum der Youngster sein Glück dieses Jahr mit einer Ausleihe in Swansea sucht.

Pep rotiert mit der Jugend

Wie schon in der Saison unter Ancelotti sind auch in der dritten Pep-Saison 2015/16 Neuer, Lewandowski, Alaba und Müller unter den fünf Spieler mit den meisten Minuten. Alle vier haben dabei etwa 50% Quality Percentage, was nahe legt, dass sie gegen alle Gegner gleichmäßig eingesetzt wurden.

Rotation der Bayern unter Pep Guardiola in der Saison 2015/16
(Grafik: Lukas)

Phillip Lahm vertraute Guardiola gegen die starken Teams, während er ihn gegen schwächere Gegner auch mal schonte. Dies zeigt sich sowohl in seiner Quality Percentage als auch in der von Rafinha, der ihn zumeist ersetzte.

Costa und überraschenderweise Bernat und Benatia haben die höchste Quality Percentage im Team, während Thiago, Boateng und Ribery abfallen. Letzterer jedoch vor allem aufgrund seiner langwierigen Verletzung.

Die jungen Coman und Kimmich kamen auch in wichtigeren Spielen zum Einsatz. Beide durften auch auf großer Bühne in der Champions League spielen. Dort hatten sowohl der Franzose mit seinem Last-Minute-Assist und Tor gegen Juve als auch der Deutsche mit seiner starken Leistung auf der ungewohnten Innenverteidiger-Position ihren Anteil am Weiterkommen. Hier wurde Pep in seiner Entscheidung gestärkt.

Viele Minuten gegen schwächere Gegner

Das Rotations-Bild für die zweite Guardiola-Saison 2014/15 zeigt ein ganz anderes Bild als die eben betrachtete Spielzeit.

Spieler mit viel Spielzeit durften unter Pep 2014/15 vorrangig gegen kleinere Gegner ran.
(Grafik: Lukas)

In dieser Saison tauchen mit Bernat, Götze und Rafinha drei Spieler unter den Top-6 der Einsatzzeiten auf, die man dort nicht direkt erwartet hätte. Rafinha kommt hier natürlich die lange Pause von Lahm zugute, der mit einem Knöchelbruch lange ausfiel.

Interessanterweise haben von den elf Spielern mit den meisten Einsatzminuten neun eine Quality Percentage kleiner 50% – kamen also hauptsächlich gegen schwächere Gegner zum Einsatz.

Bastian Schweinsteiger führt die Liste mit Benatia an. Schweinsteiger wurde dabei von Guardiola zwar oft geschont, aber durfte zu den Highlightspielen in der Liga dennoch meistens ran. Auch einem jungen Mitchell Weiser vertraute Guardiola durchaus wie seine Quality Percentage zeigt.

Insgesamt acht Spieler kamen für mehr als 2.000 Minuten zum Einsatz. Dies ist analog zur vergangenen Saison unter Ancelotti.

Jupp rotierte extremer im Triple-Jahr

In der Triple-Saison unter dem neuen und alten Coach Jupp Heynckes zeigte dieser ein ganz anderes Gesicht als noch in der Vorsaison. In dem “Vize-Jahr” 2012 ließ Jupp noch sieben Spieler mehr als 75% der Spielminuten absolvieren. In der Triple-Saison waren es nur noch deren vier – Neuer, Dante, Lahm und Schweinsteiger.

Pizarro, Rafinha und Tymo durften unter Heynckes nur gegen die Großen ran.
(Grafik: Lukas)

Wie aus der Grafik deutlich wird, ließ Heynckes interessanterweise Spieler mit wenigen Minuten die vermeintlich wichtigen Bundesliagspiele absolvieren. Rafinha, Tymoshchuk und Pizarro liegen mit ihrer Quality Percentage alle drei jenseits von 60%. Der höchste Wert über die vier betrachteten Spielzeiten.

Gleichermaßen waren Ribery, Müller, Badstuber und Mandzukic gegen die größeren Gegner häufig nicht mit von der Partie. Hier nutzte Heynckes die Chance an den letzten Spieltagen, als die Liga bereits entschieden war, seinen wichtigen Spielern vor den großen und entscheidenden Spielen in den Pokalwettbewerben eine Verschnaufpause zu verschaffen.

Gibt es eine perfekte Rotation?

Gibt es eine generelle Entwicklung oder einen “sweet spot” zur Verteilung der Minuten im Bayernkader? Um diese Frage zu beantworten und dabei auch die jeweiligen Handschriften der Trainer zu erkennen sind in der folgenden Grafik die Saisons seit 2005 dargestellt.

Die 5 Meisterschaften in Folge wurden jeweils in rotationsstarken Saisons gewonnen.
(Grafik: Lukas)

Mit der Ausnahme der Heynckes-Saison 2011/12 hat sich das Rotationsverhalten im Bayernkader seit 2010 auf ein relativ konstantes Niveau eingependelt, mit jeweils maximal 4 Spielern die mehr als 75% der Minuten gespielt haben in der Bundesliga. Dafür gibt es zwei Erklärungsmöglichkeiten. Einerseits ist der Kern des Kaders zusammengeblieben und somit konktinuierlich älter geworden und verlangte mit den Jahren mehr Ruhepausen bzw. war von mehr Verletzungen geplagt. Andererseits wurde in dieser Zeit auch konstant in die Breite des Kaders investiert, um die Belastung besser steuern und Verletzungen auffangen zu können.

In der vergangenen Saison unter Ancelotti waren es am Ende sogar nur noch 3 Spieler die über 75% der Minuten in der Bundesliga auf dem Platz standen. Rotation fand also statt, aber vor allem die Integration von jungen Spielern und der notwendige Übergang von Schlüsselpositionen auf jüngere Spieler wurde dabei nicht forciert.

Kommen wir zu den Links für diese Woche

Der FC Bayern München und die Strategie der Kulturschule | Luca Schepers | 120 Minuten

So änderte Heynckes Bayerns Taktik | Constantin Eckner | Sport1

Boateng spricht über Ancelotti | Spox

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FC Bayern München in China: Business bei 40 Grad | Thomas Steinmann | Capital

FC Bayern: Das muss Jupp Heynckes sofort anpacken | Steffen Meyer | web.de

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Leserkommentare
  1. Josef

    Tolle Analyse! Super interessant.

    Zwei Fragen bzw. Anmerkungen:
    1) Die x-Achse in der Grafik von Lucas verstehe ich nicht. Was ist das? Ein Rotationskoeffizient? Könntest du das nochmal kurz erklären?
    2) Der Ansatz, den Quality-Wert der Gegner anhand der Abschlusstabelle zu bemessen, ist okay. Aber meiner Meinung nach müssten die CL-Minuten zwingend dazu gerechnet werden. Wenn es im heutigen Kader des FCB echte “Quality-Time” gibt, dann zeigt sie sich dort.
    Einfach alle K.O.-Spiele mit 1,0 ansetzen; und alle Vorrundenspiele mit 0,90 o.ä.

    1. kita

      Stimme dir in allen Punkten zu. Genau die 2 Anmerkungen hätte ich auch gehabt.
      Und das Lob auch von mir. Coole Idee

    2. Maurice

      Hallo Josef.
      Zu 1) Perfekte Rotation wäre es wenn ein Verein jeden Spieltag neue 14 Spieler aufstellen würde. Also nur ein theoretisches Konstrukt. Keine Rotation dagegen wenn 11 Spieler alle spiele machen würde.
      Zu 2) Interessanter Ansatz, können wir gegebenenfalls mal aufgreifen.

    3. Lukas

      zu 1) Maurice hat das ja schon kommentiert. Wenn Du dazu mehr Fragen hast, kann ich dir im genauen sagen wie ich das berechnet habe.

      zu 2) Da stimm ich dir voll zu. Problem ist hier momentan eher die Datenlage,, da die Spielzeit etc hier nicht so leicht (bzw nicht von der gleichen Quelle) zu bekommen ist. Steht aber auf meiner Liste ;)

  2. Ich hab den Artikel noch nicht ganz gelesen, aber zwei Anmerkungen vorab:

    1. schmaler Grat, nicht Grad :) (schon mehrfach mit “d” hier gelesen, darum nun doch mal der Hinweis)

    2. die Grafiken sind leider etwas arg klein dargestellt. Für alle, die auch nicht mit zusammengekniffenen Augen vorm Bildschirm sitzen wollen: Rechtsklick auf die Grafik, “Grafik anzeigen” klicken, dann ists immerhin etwas größer (zumindest im Firefox)

    Danke für den Artikel, ich werd dann mal weiterlesen. Interessantes Thema! :)

  3. Igel

    Wow! Vielen Dank für diese ausführliche Analyse (und jetzt les ich den Artikel noch ein zweites Mal) !

  4. Bayernmöger

    Sehr interessant, aber spontan fallen mir auch Aspekte ein, die nicht dargestellt sind oder dargestellt werden können. Die Qualitiy Time ist natürlich hoch interessant, aber hat nicht auch ein Einfluß wie groß der Vorsprung in einer bestimmten Saisonphase ist – Beispiel: rotiert man selbst gegen Dortmund stärker, wenn man 12 Punkte Vorsprung hat? Rotiert man auch gegen Dortmund stärker, wenn man einige Tage später gegen Real Madrid spielt? Oder auch die Verletzungen oder das viel zitierte “angeschlagen sein”: verzichtet man auf einen Top-Spieler der “angeschlagen” ist eher gegen Augsburg als gegen Dortmund? Hat man in jeder Saison gleich viele junge Spieler, die sich aufdrängen gefördert zu werden? Schwer zu sagen inwieweit die mögliche (oder unmögliche) Einbeziehung solcher Aspekte die Statistiken wesentlich verändern würden. Aber die Ausreißer in der Grafik mit Spielern mit mehr als 75% Spielanteil bewegen sich zwischen 3 und 7 Spielern. Also scheinen kleine Abweichungen große Auswirkungen auf die Statistik zu haben. Mein Gefühl sagt mir (und Gefühle sind die neuen Fakten….;-)), dass diese Statistiken interessante als Gedankenspiele, aber in ihrer Aussagekraft doch schwierig sind……So froh ich bin, dass CA weg ist und ich ihm auch mangelnde Förderung junger Spieler attestiere (Kimmich in der Saison 2016/2017), mag ich ihm aufgrund dieser Statistiken hier kein größeres Defizit im Vergleich zu anderen Trainer vorwerfen. Wie gesagt, anhand dieser Statistiken……

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