Der Nachwuchs im Herbst 2017

Justin Trenner 12.10.2017

Amateure mit Leistungsschwankungen

Nicht immer spiegeln Ergebnisse den Spielverlauf korrekt wider. Als die Amateure Ende August mit 1:5 beim FC Augsburg verloren, suggerierte das Ergebnis einen Klassenunterschied zwischen den beiden Teams. Dass die Bayern Amateure aber trotz Unterzahl – Christian Früchtl sah nach einer Notbremse gleich in der Anfangsphase die rote Karte – lange Zeit die bessere und torgefährlichere Mannschaft waren, kam nach dem Spiel kaum zur Sprache. Doch das Team zeigte eine hervorragende Antwort und gewann die zwei schwierigen Auswärtsspiele in Nürnberg (2:1) und beim Tabellenzweiten SpVgg Bayreuth (5:0), gefolgt von wieder eher zwei enttäuschenden Ergebnissen gegen Memmingen (1:1) und in Burghausen (1:3).

Bereits vor Saisonbeginn war klar, dass der Aufstieg auch diese Saison kein Thema sein würde. Während der zwangsabgestiegene TSV 1860 dank seiner für Regionalligaverhältnisse außerordentlichen Finanzkraft den besten Kader zusammenstellte, den die Regionalliga Bayern in ihrer Geschichte gesehen hat, setzten die Verantwortlichen beim FC Bayern auf eine ungewöhnlich junge Mannschaft. So ist das Team, die in Augsburg die hohe Niederlage kassierte, die drittjüngste Mannschaft gewesen, die seit der Jahrtausendwende für die Bayern Amateure auf dem Feld stand. Mit Michael Wagner, Lukas Mai und Franck Evina landeten bereits drei Spieler in dieser Saison in der Liste der jüngsten Amateurespieler.

Die aktuelle Bilanz der Bayern Amateure entspricht durchaus den Erwartungen, die man vor der Saison an die junge Mannschaft haben durfte. Größere Leistungsschwankungen sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht gehören dazu. Während Spitzenteams wie Schweinfurt (2:1) oder Bayreuth (5:0) furios geschlagen wurden, konnte gegen die Kellerkinder Memmingen und Unterföhring nur jeweils ein Punkt geholt werden. Symptomatisch ist vor allem mittlerweile die schlechte Chancenverwertung in der Offensive geworden, die in den jüngsten beiden Spielen gegen Memmingen und Burghausen der klar überlegenen Mannschaft der Bayern Amateure den Sieg kostete. Gepaart mit der fast schon klassischen Anfälligkeit für Kontersituationen steht somit eine Vielzahl von unnötig vergebenen Punkten in der Bilanz.

Verlorene Punkte, die dafür sorgen, dass die Mannschaft ein wenig hinter ihrem Saisonziel hinterherhinkt. Das heißt Tabellenplatz zwei, was für Außenstehende etwas überraschend kommen dürfte. Immerhin wurde das Thema Aufstieg dem Team von Seiten der Konkurrenz und den Medien auch in dieser Saison wieder als Ziel aufgedrückt. Viel wichtiger als die genaue Platzierung ist jedoch, dass sich die junge Truppe weiterentwickelt. Der Großteil der Mannschaft soll mit der gesammelten Erfahrung in der kommenden Saison dann wirklich wieder den Aufstieg anpeilen. Hier lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit: Auch Mehmet Scholl startete 2012 mit einer extrem jungen Mannschaft in die Saison, die einiges an Lehrgeld bezahlte, dann aber größtenteils unverändert im Jahr 2014 Meister der Regionalliga Bayern wurde und bekanntermaßen sehr unglücklich in der Relegation gegen Fortuna Köln scheiterte.

Die A- und B-Junioren des FC Bayern spielen jeweils in der Südstaffel der Bundesliga. Nachdem im vergangenen Jahr beide Teams ihre Staffeln gewinnen konnten, starteten die Teams mit hohen Erwartungen in die Saison.

U19 mit ärgerlichen Punktverlusten

Sieben Ligaspiele, fünf Siege und zwei Unentschieden. Dazu im Pokal gegen Dortmund und in der Youth League gegen Anderlecht gewonnen, gefolgt von einem respektablen Punktgewinn in Paris. Der Saisonstart der A-Jugend klingt nahezu optimal. Das Meisterteam der U17, das bereits letzte Saison seine Qualität in engen Spielen bewies, gewann bereits vier Spiele mit 1:0. Dass man jedoch bei den Auswärtsspielen in Freiburg und Mainz (3:3) jeweils etwas leichtfertig einen Vorsprung von zwei Toren noch hergab, trübt das Gesamtbild ein wenig.

Auch die U19 hat mit Verletzungsproblemen zu kämpfen: Nachdem Alex Lungwitz sich zum zweiten Mal das Syndesmoseband riss und Jonathan Meier seine Verletzung aus dem Finale der U19 gegen Dortmund noch nicht auskuriert hat, musste Kapitän Alex Nitzl zuletzt auf der linken Verteidigerposition aushelfen. Auch auf den offensiven Flügeln fallen mit Daniels Ontuzans, Can Karatas, Maximilian Franzke und Mathis Lange mehrere Spieler langfristig aus. Umso verwunderlicher, dass der in der U17 vollkommen unterforderte Batista Meier weiterhin nicht zur U19 aufrücken darf. Da Lukas Mai und Alex Nitzl derzeit mit der deutschen U17-Nationalmannschaft in Indien die Weltmeisterschaft spielen, wurden die kommenden drei Ligaspiele verlegt. Lediglich die beiden anstehenden Youth-League-Spiele gegen Celtic Glasgow wird das Team im Oktober bestreiten.

Herausragender Akteur der Mannschaft ist Manuel Wintzheimer, der in bisher zehn Saisonspielen 13 Tore schoss. Zu Saisonbeginn kam er auch bei den Amateuren zum Einsatz und traf in drei Spielen drei Mal. Das Trainerteam der Amateure hätte ihn gerne bei sich behalten, doch die sportliche Führung entschied sich dafür, Wintzheimer zur U19 zu schicken. Es dürfte sicherlich sehr schwer werden, den im kommenden Sommer auslaufenden Vertrag des vielversprechenden Stürmers zu verlängern. Ihm werden mit dieser Torquote sicher zahlreiche Optionen offenstehen, die attraktiver sein sollten als mit den Amateuren in der Regionalliga Bayern zu bleiben.

Wie weit nach oben der Weg der Mannschaft in dieser Saison noch führt, wird die Zeit zeigen. Zwei Punkte Rückstand auf Tabellenführer Hoffenheim stehen derzeit zu Buche. Wenn die Kraichgauer im nächsten Ligaspiel am 5. November in München gastieren, werden sich die wahren Kräfteverhältnisse offenbaren. Wie bereits erwähnt zeichnete sich das U17-Meisterteam vor allem durch die zahlreichen gewonnene Spitzenspiele aus. Es wird spannend zu sehen, ob die Mannschaft auch in der U19 unter Sebastian Hoeneß diese Qualität in wichtigen Spielen weiterhin zeigen kann.

U17 mit einem fast perfekten Saisonstart

Sowohl Trainer als auch sportliche Leitung waren vor der Saison etwas skeptisch, was die neue U17 betraf. Gerade nach einer Saisonvorbereitung, in der die Mannschaft eher enttäuschende Ergebnisse ablieferte. Doch der Saisonstart der U17 ist nahezu perfekt. Acht Spiele, sieben Siege, ein Unentschieden. Punktgleich mit dem VfB Stuttgart führt das Team von Holger Seitz die Tabelle an. Drei Gründe sind entscheidend für die erfreuliche Bilanz. Zum einen die Kaltschnäuzigkeit in den engen Spielen, die der 2001er Jahrgang noch in der vergangenen Saison vermissen ließ. Bereits drei Spiele gewann das Team erst durch ein Tor kurz vor Spielende: In Karlsruhe (1:0), gegen Unterhaching (1:0) und in Frankfurt (2:1). Die zweite Stärke des Teams ist die Defensive. Nur drei Gegentreffer in acht Saisonspielen sind eine herausragende Statistik Und der dritte Grund hat einen Namen: Oliver Batista Meier.

Den Deutsch-Brasilianer hatten alle Beobachter fest auf dem Zettel für die diesjährige U19 des FC Bayern. Zu deutlich überragte er bereits letzte Saison in der Meisterschaftsendrunde der U17 und auch in der Saisonvorbereitung der U19 war er regelmäßig einer der Auffälligsten seiner Mannschaft. Umso überraschender seine Versetzung zur U17 zum Saisonstart. Die Befürchtungen, dass er dort vollkommen unterfordert sein würde, haben sich mittlerweile mehr als bestätigt. Zwölf Tore und drei Vorlagen in acht Saisonspielen sind für einen Linksaußen eine überragende Bilanz. Dass er Woche für Woche weiter in der U17 spielen muss, verwundert Beobachter immer wieder aufs neue. Zumal die von zahlreichen Verletzungen gebeutelte U19 jemanden wie Batista Meier sehr gut gebrauchen könnte. Diese Personalentscheidung gibt weiter Rätsel auf. Es stellt sich die Frage, ob man diese offensichtliche Fehlentscheidung im Winter endlich korrigiert.

Moritz Mosandl im Spiel gegen Freiburg

Nach anfänglichen Problemen mit der Spielgenehmigung hat sich mittlerweile auch Neuzugang Ryan Johansson einen Stammplatz erspielt. Dabei profitiert er aber auch von Moritz Mosandls Verletzung, der sich das Schienbein gebrochen hat und sehr lange ausfallen wird. Joshua Zirkzee, Neuzugang von Feyenoord Rotterdam, wartet derweil noch auf seine Spielgenehmigung. Im Tor hat sich Trainer Holger Seitz derweil etwas überraschend gegen einen festen Stammkeeper entschieden und lässt Jakob Mayer und Lukas Schneller rotieren. Innerhalb von zwei Wochen wird die U17 nun auf die direkten Konkurrenten VfB Stuttgart und TSG Hoffenheim treffen, jeweils auswärts. Zwei Spiele, die eine Tendenz aufzeigen werden, wie stark die B-Junioren des FC Bayern in dieser Saison wirklich sind.


Nicht ganz so im Fokus der Öffentlichkeit stehen die Teams unterhalb der U17. Aber auch bei diesen Mannschaften gibt es bereits zahlreiche vielversprechende Spieler zu beobachten.

U16 mutiert zur “U15,5”

Traditionell geht die U16 in der U17-Bayernliga auf Torejagd. Dort trifft sie in diesem Jahr unter anderem auf die U17 Mannschaften vom FC Ingolstadt, der SpVgg Greuther Fürth und des TSV 1860. Nachdem der Jahrgang 2002 in der vergangenen U15-Saison im Vergleich zu den anderen erfolgreichen Nachwuchsteams ein wenig enttäuschte, hat sich der FC Bayern zu einem radikalen Schritt entschieden. Gleich sechs “2003er” wurden zur U16 befördert: Lasse Günther, Christos Evangelou, Leon Fust, Micha Bareis sowie die Neuzugänge Luca Denk (1. FC Nürnberg) und Torben Rhein (Hertha BSC). Mit Roman Reinelt stieß jüngst noch der siebte jüngere Spieler fest zur Mannschaft, die von dem ein oder anderen schon scherzhaft “U15,5” genannt wird. Denn fast alle dieser U15-Spieler haben einen Stammplatz sicher.

Vier Siege aus fünf Saisonspielen lautet die durchaus eindrucksvolle Bilanz des jungen Teams. Weder die SpVgg Bayern Hof (6:0), noch der 1. FC Schweinfurt 05 (5:1), die SpVgg Ansbach (4:0) und auch nicht der FSV Erlangen-Bruck (3:1) stellten eine ernsthafte Herausforderung dar. Wohlgemerkt handelt es sich hierbei stets um U17 Mannschaften, damit also um teilweise zwei Jahre ältere Gegenspieler. Die einzige Niederlage setzte es im Lokalderby gegen die U17 der Löwen, als die mit sieben U15-Spielern angetretene Bayernmannschaft dem Gegner spielerisch ebenbürtig war. Leider verhinderten zwei Torwartfehler den durchaus möglichen Punktgewinn gegen die fast zwei Jahre ältere Löwenmannschaft, die ihre massive körperliche Überlegenheit clever ausspielte.

U15 in der Liga unterfordert

Vier Spiele, vier Siege, 19:0 Tore – Die Bilanz unserer C-Jugend spricht eine deutliche Sprache. Obwohl die besten sieben (!) Spieler des Jahrgangs bereits in der U16 auflaufen, wirkt die U15 in der Regionalliga Bayern vollkommen unterfordert. In die U16 befördert wurden vor allem die Spieler, die körperlich bereits für ihr Alter etwas weiterentwickelt sind, während sich in der U15 vor allem die schmächtigeren Spieler mit ihren Altersgenossen messen.
Sowohl was die Qualität in der Spitze als auch die in der Breite angeht, kann sich der 2003er Jahrgang in naher Zukunft zu einem “goldenen” entwickeln. Insgesamt wurden neun Spieler für die Lehrgänge der U15-Nationalmannschaft des DFB nominiert. Das gelang zuletzt in ähnlicher Dimension nur den 2000ern, die bekanntlich im Sommer die deutsche U17-Meisterschaft holten. Die Weichen sind also dafür gestellt, dass uns diese Mannschaft in den nächsten Jahren noch sehr viel Freude bereiten wird.

U14 – U9

An der Tabellenspitze thront auch die U14 des FC Bayern. Die Mannschaft von Trainer Alexander Moj, die im letzten Jahr bereits die bayrische U13-Meisterschaft holte, wurde im Sommer mit einigen interessanten Neuzugängen verstärkt. Die drei bisherigen Saisonspiele konnten mit einem eindrucksvollen Torverhältnis von 14:1 gewonnen werden. Ziel ist selbstverständlich auch dieses Jahr die bayrische U14-Meisterschaft.

Deutlich mehr Probleme hat die von Maximilian Knauer trainierte U13, die alle drei Saisonspiele bisher verloren hat. Bereits in der Rückrunde der U12 deutete sich an, dass das Team nicht ganz die herausragende Klasse ihrer Vorgänger besitzt. Zumal die beiden besten Spieler des Jahrgangs bereits fest im Kader der U14 sind. Es gilt jetzt, mit einem Erfolgserlebnis die Mannschaft aus dem mentalen Tief rauszuholen. Derzeit ist die Mannschaft Tabellenschlusslicht.

Die U14 feiert den Führungstreffer in Unterhaching

Mehr Freude macht hingegen wiederrum die U12 (Torverhältnis 27:1 nach fünf Spielen), die am Wochenende im Derby bei den Löwen gefordert ist. Die U11 des FC Bayern nimmt bereits seit einigen Jahren an keinem regulären Ligabetrieb teil und bestreitet nur Freundschaftsspiele. Eine etwas überraschende Niederlage setzte es für die U10 zuletzt gegen die U11 des ASV Dachau. Daher steht das Team derzeit als einziger Jahrgang hinter den gleichaltrigen 60ern. Punktgleich mit den Löwen an der Tabellenspitze thront die U9, hier wird der direkte Vergleich den Ausschlag über die Meisterschaft geben.

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. Kann die “Rückversetzung” von Manuel Wintzheimer in die U19 damit zusammenhängen, dass ihm in der Amateurmannschaft mit Kwasi Okyere Wriedt ein fünf Jahre älterer vor die Nase gesetzt wurde?

    Irgendwie geben die Jugendmannschaften seit 15 Jahren das gleiche Bild ab: Bis ca. zur U17 / U19 wird alles an die Wand gespielt. In der Regionalliga, wo es dann gegen gestandene Erwachsene geht, wird man wieder und wieder ausgekontert.

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    1. Aus meiner Sicht kann man nicht davon sprechen, dass Wriedt dem Manuel Wintzheimer vor die Nase gesetzt worden ist. Wenn Wintzheimer bei den Amas spielen würde, hätte er wohl die Nase vorne. Außerdem haben sie am Anfang der Saison beim 2:1 gegen Schweinfurt (für mich bislang die beste Saisonleistung der Amas) zusammen gespielt. Damals hat auch noch der 17-jährige Franck Evina bei den Amateuren gespielt, auch er wurde wieder in die U19 “herunter gezogen”.

      Die Amas leiden natürlich auch unter ihrem extremen Verletzungspech; sie waren ein noch größeres Opfer des FCB-“Vorbereitungswahnsinns” als die Profis, das sollte nicht vergessen werden.
      Zudem spielt diese wirklich sehr talentierte Truppe (wobei ich von den “arrivierten” Benko und Dorsch noch mehr erwarten würde) gegen extrem ausgebuffte Viertliga-Spieler. Diese sind vom Talent weit unterlegen, aber körperlich meist hoch überlegen und treten häufig mit einer (gerade für derart junge Spieler) entnervenden “Ich parke den Bus vor dem Tor – Taktik” an. Erbärmlich anzusehen, aber leider nicht selten erfolgreich.

      Warum spielt Wintzheimer in der U19 und nicht bei den Amas und Batista Meier in der U17 und nicht in der U19?
      Vielleicht ist die ganz einfache Begründung auch die, dass man, was Deutsche Meisterschaften im Jugendbereich betrifft, einen Nachholbedarf sieht und nach dem U17-Titel Blut geleckt hat …

      Wintzheimer würde ich im nächsten Sommer einen Profi-Vertrag geben. Natürlich wäre die Dritte Liga ein besseres Argument als die Regionalliga Bayern, die ehrlich gesagt eine richtige “Hammelliga” ist.

      Insgesamt sieht es im Jugendbereich so gut aus, wie es seit den Zeiten von Lahm, Schweinsteiger, Misimovic, Trochowski, Rensing etc. nicht mehr war.

      Batista Meier traue ich einen Durchbruch bei den Bayern zu, Wintzheimer eine BL-Karriere (bestenfalls gerne auch beim FCB), Evina eine Profi-Karriere – beim ebenfalls sehr hochgelobten Früchtl bin ich mir noch nicht so sicher. Die vier genannten sind aber bei weitem nicht die einzigen mit Chancen, eine beachtenswerte Karriere zu machen.

      Spiele im Campus (Stadion) machen auf alle Fälle Spaß! ;-)

      1. Das Schweinfurt-Spiel habe ich nicht gesehen. Aber ich zitiere mal von der Bayern-Homepage: “Ohne sechs verletzte, zwei gesperrte und drei zu den Profis abgestellte Spieler stellte sich die Mannschaft der FCB-Amateure fast von selbst auf.” Stellvertretend ist dieses Spiel sicher nicht, es saß sogar Tobi Schweinsteiger als Auswechselspieler auf der Bank. Fast nicht nachzuvollziehen warum das Spiel gewonnen wurde (nach einem 1:0 für Schweinfurt in der Anfangsminute). Vielleicht lag bei Schweinfurt auch einiges im Argen.

        Übrigens: Ein Grund für das “Einbremsen” bestimmter Spieler könnte tatsächlich die Vertragslage sein. Die Jungs, die in Bayerns “Zweiter” spielen, haben meistens schon sehr hochdotierte Verträge. Die garantieren nicht nur ein sattes sechsstelliges Jahresgehalt, sondern da gibt es Prämien- und Leistungsanreize bei denen man mit den Ohren wackelt. Ein, zwei Einsätze mit den Profis und die Gage geht durch die Decke. Da muss man es sich dann schon zweimal überlegen, wo man ein 17-jähriges Talent spielen lässt.

        Dorsch und Benko sind IMHO ein Beweis dafür, wie schwer es selbst für die besten jungen Spieler ist, tatsächlich den Schritt zum Profi zu machen.

        Abgesehen vom Geld gibt es aber noch einen Grund, warum Spieler mit 18, 19 bei Bayern bleiben: Der (positiv) verrückte Tim Walter.

      2. “Fast nicht nachzuvollziehen warum das Spiel gewonnen wurde …”

        Eigentlich ganz leicht zu erklären: Technisch den Schweinfurtern klar überlegen, den Kampf gegen die körperlich klar überlegenen Gäste sehr schnell angenommen, mental auf einem besseren Level als aktuell (der Fehler von Obermair beim 0:1 war ja gravierendst) und die angesprochene Sturmreihe.
        (Schweinfurt war damals übrigens in einer wesentlich besseren Form als es aktuell ist)

        Für mich eher nicht nachzuvollziehen, warum die Leistungskurve danach so rapide nach unten ging. Erklärung am ehesten die “Bus-Park-Taktik” der späteren Gegner (dafür spricht auch der “5:0 – Ausrutscher” in Bayreuth). Dementsprechend wird die bald anstehende Partie gegen die Löwen nicht uninteressant, weil die eigentlich selbst das Spiel machen.

        “Die Jungs, die in Bayerns “Zweiter” spielen, haben meistens schon sehr hochdotierte Verträge. Die garantieren nicht nur ein sattes sechsstelliges Jahresgehalt, sondern da gibt es Prämien- und Leistungsanreize bei denen man mit den Ohren wackelt.”

        Vermutung oder konkretes Wissen?
        “Sattes sechsstelliges Gehalt” kann ich mir maximal, wenn überhaupt, bei den Herren Götze, Dorsch, Friedl, Früchtl und Benko vorstellen.
        @ Martin: Hast du diesbezüglich Infos?

      3. Die von Dir genannten Früchtl, Götze, Benko, Dorsch und Friedl stehen alle auf der Bayern-HP unter “Profis”. Die haben in der Tat sehr gut dotierte Verträge.

        Kwasi Wriedt ist diese Saison für eine Ablöse von 400.000 Euro von der dritten (Osnabrück) in die vierte Liga (“Bayern zwei”) gewechselt. Wie man hören und lesen konnte, zu “stark” verbesserten Bezügen. Timothy Tillman kostete schon als 16-jähriger eine Ablöse von einer halben Mio. (wurde für die U17 verpflichtet). Da ist es glaube ich offensichtlich, dass diese Jungs “deutlich” sechsstellig verdienen.

        Ein klein bisschen was weiß ich über solche Verträge. Aber das schreibe ich dann nicht.

      4. Die “Ich parke den Bus vor dem Tor – Taktik” scheint sich bis weit hinunter die die kleine Ligen zu ziehen, in der die Mannschaften wohl lieber hinten dicht machen und vorn die berüchtigten Nadelstiche setzen wollen, als selbst den Ball zu haben und das Spiel zu machen. Irgendwo hatte ich – wohl im Zusammenhang mit dem furiosen Start von Holstein Kiel :-)in der 2. BL – gelesen, dass mehr Teams auf Ballbesitz Wert legen, aber dem scheint ja nicht so zu sein.

        Ich ärgere mich auch über liegengelassene Punkte unserer Amateure und U-Mannschaften, aber ich sehe es auch als “Lehrgeld” an, von dem die jungen Spieler letztlich nur profitieren können. Denn es muss schon in den unteren Klassen unseres FCB darauf hin gearbeitet werden, Positionsspiel und Ballbesitz zu beherrschen und Lösungen einschließlich der sicherlich nicht einfachen Absicherung gegen Konter zu entwickeln. Wenn die jungen Burschen das mehr und mehr verinnerlichen, dann werden sie hoffentlich auch bei Einsätzen in der ersten Mannschaft sich immer besser einfügen können und vielleicht sogar für Furore sorgen können.
        Deswegen muss auch von der Führung darauf geachtet werden, dass das Dominanzsystem durch alle relevanten Alterstufen einstudiert wird – zum Vorteil unserer ersten Elf!

      5. “Irgendwo hatte ich – wohl im Zusammenhang mit dem furiosen Start von Holstein Kiel :-)in der 2. BL – gelesen, dass mehr Teams auf Ballbesitz Wert legen, aber dem scheint ja nicht so zu sein.”

        Ja, auf die RL Bayern trifft das wohl weniger zu – zumindest in dieser Saison. Vielleicht ist das aber auch durchaus eine Respektsbekundung vor dem Potenzial der “kleinen Bayern” in dieser Saison, denn im letzten Spieljahr standen die Gegner meist viel höher (zumindest in der HGK).

        Alle Nachwuchsmannschaften des FCB sind auf dominanten Ballbesitzfußball ausgerichtet – das wird schon konsequent und richtig gemacht.

        Aber wenn “Jungspunde”, die im Schnitt kaum älter als 18 Jahre sind, auf einen ausgebufften erfahrenen Gegner treffen, der mit 9-10 Spielern vor oder im eigenen Strafraum steht (z.B. Memmingen), dann kann das schon ein Gedulds- und Nervenspiel werden. Und dabei fehlen dann durchaus einige ältere Spieler, die die Taktik bestimmen und mehr Ruhe ins Team bringen (Feldhahn fehlt aktuell zusätzlich bei den Amas).

    2. Einen gewissen Zusammenhang würde ich da schon mit der Wriedt-Verpflichtung sehen. Beides sind für mich typische Mittelstürmer, die sich irgendwo auch kannibalisieren.
      In der Variante können beide jedes Spiel machen.
      Und möglicherweise hat man die Saison der Amas tatsächlich ein wenig abgeschenkt. Es war nach Klärung der Causa 1860 und der üblichen eigenen katastrohalen Vorbereitung (ist ja jedes Jahr das selbe Spiel 1.Mannschaft bedingt) wohl bald klar, dass es mit dem Aufstieg nichts wird. Und ob es dann Platz 2 oder 3 wird ist auch schon relativ egal.

      1. Ich denke auch, dass Wintzheimer (und Evina) nur deswegen bei den Amas gespielt haben, weil zu dem Zeitpunkt die (Punktspiel-)Saison der U19 noch nicht begonnen hatte. Wären die Saisonstarts nicht zu derart unterschiedlichen Zeitpunkten gewesen, wäre es jetzt wohl gar kein (Diskussions-)Thema.

  2. Wie immer sehr informativ, danke.
    Wie genau äußert sich die Unterforderung von Batista Meier denn? Ich konnte ihn erst einmal spielen sehen, hatte aber dabei nicht den Eindruck, er sei seinen Altersgenossen physisch überlegen, sondern einfach eine Nummer talentierter. Wenn dem so ist, könnte er dann ab Sommer eine Option für die Profis sein? Mit dann 17 einhalb wäre das ja durchaus denkbar. Gleiche Frage gilt für Wintzheimer.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Ich war ziemlich enttäuscht, dass er in der Youth League nicht eingesetzt wurde.
      Für den Kader wurde er doch gemeldet?
      Auf die Strategie der Einbindung bin ich jedenfalls gespannt. Man kann zunehmend beobachten, wie die richtig großen Talente immer früher hochklassig zum Einsatz kommen.
      Wenn man klassisch vorgeht: Lass den mal U 17 spielen, dann U 19 und dann in aller Ruhe mal ein, zwei Jahre bei den Amas, ist er international gesehen fast schon ein “Opa”.

  3. Hätte mir von dem Artikel mehr Hintergrundinfos gewünscht. z.b. wieso es so gekommen ist dass die Amateure offensichtlich fallen gelassen wurde.
    Ich erinner mich an an Interview in der SZ wo sich Walter genau darüber beschwert hat. Leider ist das Thema seit dem nicht mehr präsent bzw. ich habe nichts mehr darüber gelesen.
    Ist offensichtlich so, dass da keiner mehr Infos hat.
    So ist der Beitrag bloß eine Zusammenfassung bekannter Tatsachen.

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. In der Einleitung steht ja auch ” Wir fassen für euch die aktuelle Situation in der Nachwuchsabteilung des FC Bayern zusammen” und nicht “anbei die neuesten Insiderinfos”.

    2. Oha, lustig wie sich die kritikunfähogkeit einiger die der FCB-Führungsriege angleicht.
      Ich wollte nicht die “neuesten Insiderinfos” lesen, aber zumindest mehr als eine Zusammenfassung von Ergebnissen.
      Hatte nicht den Eindruck als ob das vorgetragene mehr als eine Zusammenfassung von Spielberichten ist. Zumindest ein Zusammentragen von externen Infos (ähnlich Roundup) wäre doch schön gewesen.

    3. Es bleibt ja auch unbeantwortet wieso Wintzheimer, Evina und Batista-Meier nicht hochgezogen wurden. Und mich würde es tatsächlich interessieren.
      “Dann solltest du durchaus auch das Potential haben, die Antwort auf deine andere Frage herauszufinden” -> nein habe ich nicht, zumindest wüsste ich nicht wie. Bitte um Ausführung, dann hätte ich wenigstens eine Erkenntnis aus dem Ganzen hier.

    4. Hallo Martin,

      es braucht dir nicht Leid tun, war ja kein persönlicher Angriff von mir.
      Freue mich, wenn ich Ende November neue Infos bekomme.

  4. Es ist wohl unvermeidbar, dass eine erfolgreiche Seite wie MSR irgendwann auch “Proletenschreiber” anzieht, die meinen hier ihr Ego ausleben zu müssen. Ich finde den Artikel hervorragend und hoffe, dass Martin über dieser absolut unsachlichen Kritik von KITA steht.

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. @WIPF1953
      Ich verzichte jetzt auf eine gegenseitige Beleidigung, würde mich aber freuen wenn du dich für die Beleidigung entschuldigst -> “Proletenschreiber”.
      Ich will auch gar nicht wissen was du meinst dass an meiner Kritik unsachlich war, da leider schon zu viel über dieses Thema hier diskutiert wird.
      Ich habe meine Meinung kundgetan, Martin hat sie akzeptiert und gut ist.
      Und dass ich wirklich gerne wissen will, wieso die FCB-Führung meint, dass Winzheimer und Batista-Meier (der Name alleine befähigt ihn schon zum Superstar!) lieber “unten” bleiben sollten, bleibt bestehen.

    2. @ KITA

      Eigentlich habe ich dir weiter oben dazu schon eine Lösungsmöglichkeit angeboten. Ich zitiere mich selbst:

      “Vielleicht ist die ganz einfache Begründung auch die, dass man, was Deutsche Meisterschaften im Jugendbereich betrifft, einen Nachholbedarf sieht und nach dem U17-Titel Blut geleckt hat … ”

      Wäre dies für dich nicht akzeptabel?

      Was den Sprung von der U19 zu den Amas (U21 bzw. U23 – auch da gibt es ja verschiedene Angaben) betrifft: Die U19 spielt in der BL und misst sich mit den Jahrgangsbesten; die Amas dagegen spielen viertklassig – technisch ist das allgemeine Niveau sicher schwächer als bei der U19.
      Persönlich würde ich – z.B. an Wintzheimers Stelle – lieber um die DM in der U19 spielen als mich mit “Busfahrern” aus MM etc. rumzuplagen …

      Ein ganz anderes Niveau hat die Dritte Liga.

    3. @Peter: Ja danke, das ist auch meine Vermutung. Aber eben keine Quelle.
      Anscheinend hat sich da tatsächlich die FCB-Führung noch nicht zu geäußert.

  5. Wie immer danke für die Updates aus den Jugendjahrgängen. Hoffen wir, dass die Amateure die Saison ansprechend beenden, und bei den jüngeren vielleicht wieder eine Staffelmeisterschaft herausspringt. In den anschließenden Playoffs ist das Glück dann wieder ein zu großer Faktor für Erkenntnisse.

    Die Vorfreude auf den “neuen” FC Bayern ab Sommer 2018 bezieht auch die Jugendspieler ein. Wir bekommen wohl neuen Trainer, vielleicht eine neue Philosophie, einen neuen sportlichen Leiter, neues Personal im NLZ, das Stadion wird ROT, und die Mannschaft wird runderneuert viele Chancen für Nachwuchsspieler bieten. Mal sehen ob wir einen Trainer bekommen, der sich auch mit den Talenten beschäftigt, und mal einen Spieler nicht nur für die USA-Tour nominiert.

    Allgemein bin ich aber sehr skeptisch, ob wir nochmal einen “eigenen” Spieler für die erste Mannschaft produzieren, der ohne Umwege den Übergang und Durchbruch schafft. Selbst Dortmund, die in den letzten Jahren Dauer-Meister der A und B Junioren sind, hat keinen einzigen Spieler aus vielen,vielen Jahrgängen für sich rekrutiert.
    Die kaufen einen 2000er Jahrgang Sancho, vorher kam schon der 99er Isak, jeweils für 8-10 Millionen Euro! Davon finanzieren andere über Jahre die gesamte Jugendabteilung. Vielleicht ist das der einzige Weg, um Talente in bestehende internationale Topteams zu installieren.

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Naja, beim BVB könnte man Passlack nennen. Und natürlich Pulisic-Wunderkind…

      1. Passlack geht doch gerade mit der Ausleihe nach Hoffenheim diesen “Umweg” …

      2. Pulisic wurde 2015 aus Übersee verpflichtet, das ist also kein Spieler “aus der BVB-Jugend”. Passlack ist mittlerweile in Hoffenheim, weil er es bei der Konkurrenz nicht auf Anhieb schafft.

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