15 Punkte – Bayern & die Verfolger

Unsere Verfolger Dortmund und Leverkusen konnten keine Siege erzielen und wir schicken schwache Schalker mit einem 4:0 Heimsieg auf die Heimreise. Jupp Heynckes rotiert Mario Gomez und Arjen Robben in die Startelf und sorgt in der zweiten Halbzeit mit einem Dreifachwechsel für Spielpraxis bei Rückkehrern und unseren Jungs auf der Bank. Die Veränderungen konnten unseren Lauf nicht beenden und die Tabellenführung wurde weiter ausgebaut.

Wahrscheinlich haben wir den dominantesten Auftritt unserer Roten in der aktuellen Bundesligasaison gesehen. Vielleicht sogar eines der kontrolliertesten Spiele der letzten Jahre. Der FC Bayern erreichte 70% Ballbesitz und 93% der Pässe fanden ihr Ziel. Die Passquote allein ist hier nicht einmal das beste Zeichen für absolute Dominanz, aber 647 gegen 230 Zuspiele sind ein Hammer. Die Mannschaft zeigte sich in glänzender Form und es war einer dieser Tage, an denen ein David Alaba mit zwei Toren zum Matchwinner werden konnte. Doch zuerst zum Spielverlauf.

Besonders Franck Ribéry war der Akteur der ersten Hälfte. Quirlig, spielfreudig und überall zu finden. So ist es nicht verwunderlich, dass sich schwache Schalker in der 19. Minute nur mit einem Foul im Strafraum zu helfen wussten. Thomas Müller saß auf der Bank und deswegen trat David Alaba an und erzielte das Elfmetertor. Etwas mehr als 10 Minuten später verwandelte Bastian Schweinsteiger einen Freistoß zum 2:0. Man hört ja in den letzten Wochen hier und da vom Standardtraining. Scheint sich zu lohnen. Die schon zerfallene Abwehr der Gelsenkirchener stabilisierte sich über die gesamten 90 Minuten nicht. David Alaba erhöhte in Minute 51 auf 3:0 und Mario Gomez (63.) schloss zum 4:0 ab. Die Fans im Stadion freute das sehr, schließlich bringen »Schaaalkeee Null Viiiier« Gesänge etwas Schwung in die frostige Kälte von Fröttmaning.
In der 73. Minute dann ein Dreifachwechsel: Contento für Ribéry, Rafinha für Lahm und Gustavo für Schweinsteiger. Natürlich war das Spiel schon entschieden, aber spätestens in den Wochen der Doppelbelastung (mit Pokal oder Champions League) werden wir die Ergebnisse sehen und der starken Bank danken.

Mario Gomez und Arjen Robben machten natürlich nicht ihr bestes Spiel und wirkten in der ein oder anderen Szene noch etwas abwesend. Nach der langen Pause nicht verwunderlich und keinesfalls überzubewerten. Schalke war ein dankbarer Aufbaugegner. Es wird wichtig bleiben, dass der Rummel um Lewandowski und die Debatte um Arjens Startelfeinsätze richtig eingeschätzt wird. Intern muss die Linie klar sein. Ich denke das ist allen Spielern anzumerken.

Der Blick in die Gesichter der Spieler von Schalke 04 nach Abpfiff war traurig. Beinahe verstörend, wie sie sich während des Spiels aufgegeben hatten. Keine Leidenschaft, kein Wille, kein Erfolg. So in etwa würde ich das formulieren. Nach dem Elfmeterpfiff gab es kaum Beschwerden. Die Gelsenkirchener senkten den Kopf und ergaben sich ihrem Schicksal. Der Trainer hatte keine Chance irgendwie positiv einzuwirken, oder überhaupt zu wirken. Bitter, denn vor der Saison hätte ich Schalke 04 unter den ersten drei Tabellenplätzen gesehen bzw. erwartet. Leider kann der Schalker Kapitän Höwedes keine klaren Worte finden. Die Einsicht, dass Ausreden keine Hilfe sind, ist noch nicht da.

Sind wir so gut, oder zeigen die Verfolger Schwäche?

Ist der FC Bayern nun eigentlich so dominant, oder sind die Verfolger nach zwei Jahren ins straucheln gekommen und müssen die Münchner ziehen lassen? Schauen wir also auf die Tabellen mit den Ergebnissen zum aktuellen Zeitpunkt der Saison.

21. Spieltag der Saison 2011/12

PlatzVereinSp.g.u.v.TorePkt.
1Borussia Dortmund21144346:1446
2Bayern München21142549:1444
3Borussia M'gladbach21134434:1243
4FC Schalke 0421132646:2841
6Bayer Leverkusen2187628:2831

21. Spieltag der Saison 2012/13

PlatzVereinSp.g.u.v.TorePkt.
1Bayern München21173155:754
2Borussia Dortmund21116447:2639
3Bayer Leverkusen21115541:2938
9Schalke 042185833:3529

Ganze 10 Punkte mehr als vor einem Jahr und bis auf Leverkusen sieht man die Schwächephase der Konkurrenz. Borussia Dortmund kann nach zwei Spielzeiten die überragende Form nicht halten, Gladbach bewegt sich im Mittelfeld und Schalke 04 befindet sich derzeit im freien Fall. Die Stärke des FC Bayern zeigt sich besonders in der Auswärtstabelle. Mit 28 von 30 möglichen Punkten präsentieren wir uns als stärkste Gastmannschaft. Haben wir in den letzten Jahren noch vor Mainz, Hamburg oder Freiburg zittern müssen, oder uns zumindest Gedanken gemacht, holen wir souverän Punkt um Punkt an die Isar. Ein einziges Auswärtstor (in Nürnberg) steht auf der Negativseite der Tabelle. Bravo und Hut ab vor der Leistung unserer Mannschaft.
Gleichzeitig können unsere Verfolger ihre Leistungen nicht stabil halten. Der Signal Iduna Park ist keine Festung des BVB und sie mussten allein in dieser Saison auf heimischem Boden drei Niederlagen und zwei Unentschieden hinnehmen. Am 21. Spieltag der letzten Spielzeit waren es nur jeweils eine Niederlage und eine Punkteteilung.

Was wird wichtig bleiben? Volle Konzentration auf die eigene Stärke und – auch wenn es wie eine Phrase klingt – den Blick von Spiel zu Spiel richten. Natürlich spielt uns das Stolpern der Verfolger in die Karten, aber die Ergebnisse vom Samstagnachmittag waren solange nichts wert bis wir einen Sieg geschafft hatten. 15 Punkte Vorsprung sind eine gigantische Leistung, aber es sind auch noch 13 Spiele in der Bundesliga zu absolvieren.

Javi Martínez

Unter dem Titel »Die Zukunft beginnt jetzt« lobte SPOX diese Woche Javi Martínez. Seine Zurückhaltung gepaart mit Zweikampfstärke, taktischem Verständnis und einer ruhigen Persönlichkeit waren wohl genau das was man beim FC Bayern für 40 Millionen Euro kaufen wollte. Es ist schon sehr angenehm wie die Ablösesumme in den Hintergrund getreten ist. Nicht still, aber fast heimlich hat Martínez die Verletzung von Luiz Gustavo genutzt und ihn nicht nur würdig vertreten, sondern sich im defensiven Mittelfeld festgespielt. Im Duett mit Bastian Schweinsteiger haben wir unsere neue Zentralachse gefunden. Der junge Spanier erkennt und schließt Lücken. Im Spiel gegen Schalke konnte man das Defensivverhalten oft beobachten. Nicht minder erfolgreich ist er aber auch im Vorwärtsgang, wenn er sich mit Körper und Technik behaupten kann und durch intelligente Pässe Gefahr erzeugt. Für mich eine der besten Verpflichtungen in den letzten Jahren.

Nun führt uns die Reise nach Wolfsburg und danach beginnt die nächste Runde der Champions League. Der Februar wird noch sehr ereignisreich und hoffentlich schön für unseren Verein.

Auf geht’s Bayern!

> Vielen Dank an Tobi (@tobiwo93) für die Bilder aus der Allianz Arena.

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Leserkommentare
  1. […] Miasanrot fragt sich, ob die Bayern wirklich so gut sind. […]

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