Wölfe bauen zahme Bayern auf

Nach vier sieglosen Spielen in Folge wurde Trainer Kovač und die gesamte Bayern-Mannschaft in der Öffentlichkeit bereits heftig angezählt. In Wolfsburg konnte man endlich wieder einen Sieg feiern. Beim 3:1 über die Wölfe überragte Doppeltorschütze Lewandowski.

Am Tag nach der kuriosesten Pressekonferenz der Bayern-Historie seit Trappatoni seine Spieler als Flasche leer bezeichnet hatte, schickte Trainer Kovač die vielleicht momentan stärkste Elf auf das Feld.

Falls Ihr es verpasst habt:

Überraschenderweise stand auch James in der Startelf, der erst spät von der Länderspielreise nach Kolumbien zurückgekehrt war.

VfL Wolfsburg vs. FC Bayern MünchenGrundformationen: Wolfsburg – Bayern, 20.10.2018

Vor der Abwehr setzte der Kroate zur Stabilisierung auf Martínez. Die wiedergenesenen Boateng und Goretzka saßen genauso wie ihr Nationalmannschafts-Kollege Müller zu Beginn auf der Bank.

Bei den Wölfen setzte Trainer Labbadia nach fünf sieglosen Spielen in Folge weitestgehend auf die Mannschaft, die vor der Länderspielpause gegen Bremen verloren hatte. Lediglich Rexhbecaj und Gerhardt kamen neu dazu und ersetzten Tisserand und Malli.

Nach einem bisher schaurigen Oktober wollten die Münchner in der Autostadt das Ruder herumreißen. Entsprechend dominant begannen die Roten, jedoch zu Beginn noch ohne die notwendige Konsequenz im Angriff. Vielmehr hatten sie sogar Glück, dass Neuer nach einem riskanten Rückpass von Kimmich mitdachte und vor Gerhardt klären konnte.

Die Wolfsburger zeigten nur direkt nach Ballverlusten das hohe Gegenpressing, das die Bayern zuletzt vor große Probleme gestellt hatte, und zogen sich dann in ein sehr kompaktes 4-5-1-System vor dem eigenen Strafraum zurück.

Nach einem von vielen Fouls gegen Lewandowski, konnte James mit einem Freistoß aus 20 Metern erstmals Casteels prüfen (11.). Sein Schuss wurde durch den Wolfsburger Schlussmann jedoch problemlos entschärft.

In der 18. Minuten hatte Süle Glück, dass sein Rempler gegen den ansonsten frei vor Neuer stehenden Arnold vom Schiedsrichter nicht als Foul gewertet wurde. Zuvor rückte Hummels erneut zu früh raus und wurde per Beinschuss düpiert.

Im Folgenden konnten die Münchner das Spiel etwas beruhigen und kamen durch Gnabry sowie Robben und Lewandowski zu einigen Chancen.

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Aus dieser Phase heraus dann auch die 1:0-Führung. Einen langen Pass von Hummels ließ Thiago einfach durch auf Lewandowski – ein seltenes und sehr benötigtes Überraschungsmoment im sonst statischen Bayern-Spiel. Der Pole vollendete eiskalt mit seinem vierten Saisontreffer (30.).

Direkt im Anschluss hätte James auf 2:0 erhöhen können, doch der Kolumbianer scheiterte aus kurzer Distanz an Casteels.

Bis zur Pause wurden Thiago für einen Ellenbogenschlag und Robben aufgrund einer Schwalbe noch verwarnt, ansonsten ging es mit einer 1:0-Führung des Rekordmeisters in die Halbzeit.

Zu Beginn der zweiten Hälfte ersetzte Rafinha Alaba positionsgetreu als Linksverteidiger.

Durch eine viel zu kurze Kopfballrückgabe von William kam Bayern dann glücklich zum 2:0. Lewandowski antizipierte richtig und kam vor Casteels an den Ball. Anschließend musste der Stürmer nur noch ins leere Tor einschieben (49.).

Nur wenig später hatte der amtierende Meister erneut Glück. Weghorst wurde von Rafinha im Strafraum ungelenk zu Fall gebracht (52.). Allerdings stand der Niederländer vorher im Abseits.

Die letzte halbe Stunde musste Bayern zu zehnt absolvieren. Im Zweikampf mit Rexhbecaj trifft Robben den Wolfsburger am Knöchel und sieht zurecht die gelbe Karte – seine zweite an dem Nachmittag.

Nur fünf Minuten nach dem Platzverweis konnte Wolfsburg verkürzen. Per Traumpass fand Gerhardt auf der rechten Seite Mehmedi, der scharf vors Tor flankte. Dort kam Weghorst vor Süle an den Ball und verwandelte unwiderstehlich zum 1:2 (63.).

In der Folge nahm Kovač Gnabry vom Feld und brachte mit Goretzka die sichere Variante ins Spiel. Sein Gegenüber Labbadia hingegen wechselte offensiv.

Wolfsburg kam nun immer mehr ins Spiel – doch es waren die Münchner, die das Tor schießen sollten. Thiago spielte einen kurzen Pass auf Lewandowski, den der Pole geschickt auf James weiterleitete. Der Kolumbianer stand plötzlich frei vorm Tor und vollendete gekonnt zum 3:1 (72.).

Mit diesem Tor war das Spiel de facto entschieden. Sanches kam kurz vor Schluss noch zu einem Kurzeinsatz. Der Portugiese ersetzte James.

Somit endet nach vier sieglosen Pflichtspielen in Folge eine in München ungewohnte Serie, die für einige Nationalspieler sogar sechs Spiele andauerte. Ein kleines Erfolgserlebnis auf das alle Spieler und Verantwortlichen sehnlich gewartet hatten.

Es lief nicht perfekt, aber mit dem Sieg gegen Wolfsburg gab es zumindest mal wieder ein Erfolgserlebnis für Niko Kovač.
(Foto: Stuart Franklin / Bongarts / Getty Images)

Dinge, die auffielen:

1. Kontrollverlust nach zehn Minuten

Mittlerweile kann man fast seine Uhr danach stellen. Nach etwa zehn Minuten lässt Bayern merklich nach und überlässt dem Gegner mehr und mehr Spielanteile. Gegen Amsterdam war dies erstmals nach dem Führungstreffer deutlich zu merken, gegen Gladbach folgten hieraus die beiden Nackenschläge zum 0:1- und 0:2-Rückstand und auch heute gegen Wolfsburg ließ man die Hausherren unnötigerweise in die Partie kommen.

Die Gründe hierfür sind von außen schwer einzusehen, allerdings fehlte allen Aktionen der Münchner häufig die letzte Konsequenz. In den Zweikämpfen kamen die Bayern dann oft einen Schritt zu spät und die Pässe gerieten etwas zu kurz oder zu lang. Aus diesen Fehlern kam Wolfsburg immer wieder auch in gefährlichen Zonen an den Ball.

2. Erhoffte Besserung bleibt aus

Die Staffelung mit und gegen den Ball zu verbessern – diese Hauptaufgabe hatte Kovač in der Länderspielpause anzugehen. Im Spiel gegen Wolfsburg waren hier jedoch kaum Besserungen zu sehen.

Zu Beginn meinte man eine leicht positive Tendenz zu erkennen. Alaba schob konsequent höher, während Thiago in den linken Halbraum als Verbindungsspieler rückte. Allerdings kam er sich hier häufig mit Martínez in die Quere, der ebenfalls oft links auftauchte. Doch auch dieser Ansatz verpuffte nach wenigen Minuten.

Bezeichnend eine Situation wenige Minuten vor dem Führungstreffer in der sechs Bayern-Spieler auf einer horizontalen Linie am Strafraum der Wolfsburger ohne jegliche Staffelung standen. Nur gelegentlich ließ sich James fallen, um als Verbindungsspieler zwischen dem Spielaufbau und der Angriffsreihe zu fungieren.

Auch gegen den Ball zeigte sich das Verhalten, das sich mittlerweile ins Spiel des FC Bayern eingeschlichen hat. Große Lücken aufgrund eines nicht einheitlichen Gegenpressings und immer wieder zu frühes Herausrücken.

Nun muss man dem Kroaten zugute halten, dass er nur wenige Spieler aus der ersten Mannschaft zum Einstudieren des Positionsspiels zur Verfügung hatte. Dennoch muss dies für den Trainer der Bayern in der Zukunft weiterhin der Fokus sein. In den kommenden englischen Wochen mit einer hohen Schlagzahl an Spielen wird dies jedoch schwer werden.

3. Offensive Ideenlosigkeit

Einmal mehr offenbarte Bayern sich im Spiel nach vorne gegen einen tiefstehenden Gegner die eigene Ideenlosigkeit. Die, bis zum Platzverweis von Robben, gemessenen 64% Ballbesitz führten zu viel zu wenigen zwingenden Torchancen.

Eine seltene Ausnahme bildete die Führung zum 1:0 als Thiago den Ball nicht annahm sondern auf Lewandowski durchließ, der in die Schnittstelle gestartet war. Diese Situation bildete jedoch die einzige Abweichung von der Norm.

Robben folgte dem Trend der letzten Wochen und zeigte eine blasse Vorstellung. Passend zu seinem Auftritt auch das Zustandekommen seines Platzverweises, den er selbst durch eine unnötige Schwalbe einleitete. Der Holländer leidet massiv darunter, dass ihm der Geschwindigkeitsvorteil, der ihn früher an den Gegenspielern vorbei fliegen ließ, abhanden gekommen ist. Auch das Zusammenspiel mit Kimmich hat schon bessere Tage gesehen.

Auf der anderen Seite war Gnabry oft isoliert. Der Neuzugang aus Hoffenheim wurde von Alaba nur selten unterstützt. Generell kommt der Nationalspieler über seine Geschwindigkeit, wenn er mit dem Ball auf eine unsortierte Abwehrreihe zulaufen kann. Eine Situation, die so im statischen Bayern-Spiel selten auftritt.

Wenigstens scheint Lewandowski seinen Torriecher nicht verloren zu haben. Das 2:0 bei dem Lewandowski richtig voraus ahnte, dass die Rückgabe von William zu kurz sein könnte, steht hierfür Beispiel.

4. Aufbaugegner Wolfsburg?

Die Bayern können von Glück reden, dass an diesem Samstag der Gegner nur Wolfsburg hieß. Die Leistung der Münchner war nicht wirklich besser als in den vorherigen Wochen, doch die Wölfe konnten daraus keinen Vorteil ziehen.

Ein stärkerer Gegner, der mehr Zug zum Tor entfaltet, hätte die großen Lücken gerade im Umschaltspiel besser ausnutzen können. Auch nach dem Anschlusstreffer, als die Münchner wie ein angeschlagener Boxer taumelten, fehlten der Werkself die Mittel um diese Situation konsequent auszunutzen.

Ein Befreiungsschlag sieht auf jeden Fall anders aus, als das, was der Rekordmeister heute auf dem Wolfsburger Rasen zeigte.

Die nächsten drei Spiele der Münchner sind glücklicherweise alle nicht gegen die Granden des europäischen Fußballs. Eine gute Chance zumindest durch einige Siege, wenn auch nicht vollends überzeugend, eine positive Grundstimmung vor dem Gipfeltreffen mit Borussia Dortmund am 10. November zu beschwören.

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Leserkommentare
  1. Fabian

    Kurze Frage. Wie macht ihr das so schnell? Schreibt ihr während des Spiels?

    1. Christopher

      Hallo Fabian,

      vielen Dank für deine Frage. In der Regel sind 2 Personen an der Artikel-Erstellung beteiligt. Der Autor und ein Lektor. Der Lektor erstellt auch die Grafik, beschafft Bilder und erstellt hier das Grundgerüst. Hinzu kommt, dass wir uns via Slack austauschen. Dort kommentiert die Redaktion das Spiel. Mal mehr mal weniger – je nach Spielverlauf.

  2. Kurt

    Der Platzverweis von Robben war dämlich, aber passiert bei einem anderen Schiri so auch nicht. Schwalbe war es für mich nicht und wenn man dafür Gelb gibt, dann darf man nicht auch noch das Foul mit Gelb ahnden. Das war ja nun gar nix.

    Nichtsdestotrotz war Robben absolut grauenhaft und ein Spiel ohne ihn wird uns nicht schaden..

    Gnabry hatte auch einen gebrauchten Tag. So viele gute Ansätze und dann jedes mal eine komische Ballannahme, einen Moment zu lange gewartet oder was auch immer.

    Es ist schon ziemlich bedrückend zu sehen, wie schwer es der Mannschaft fällt die PS (die nach wie vor vorhanden sind) auf den Platz zu bringen. Aber ein Arbeitssieg auswärts in Unterzahl kann auch gut fürs Selbstbewusstsein sein.

    Ich sage, wenn wir die nächsten 3 Spiele alle gewinnen, dann wird man in der Allianz Arena auch wieder anders auftreten und die Krise ist vorbei.

    1. Michael

      Als großer Robben-Fan muss ich dir leider widersprechen. Die Schwalbe war eine, allerdings vor allem, weil er liegen geblieben ist. Ich denke nicht, dass er eine Schwalbe machen wollte. Sie für mich zumindest nicht so aus. Aber dann muss er auch gleich wieder aufstehen. Sieht so aus, als wäre ihm ihm Fallen eingefallen: Mensch, das könnt ja ein Elfer werden.
      Und bei der zweiten Gelben Karte hat er den Spieler eindeutig getroffen, als der Ball längst weg war. Pech.

  3. Jo

    Erst mal wieder durchatmen. Eine starke, eine sehr starke Antwort auf die letzten Wochen.
    Die Mannschaft wirkte von Beginn an sehr frisch und agil und nicht so müde und lethargisch, wie in einigen vergangenen Phasen.
    Wolfsburg, dazu noch in Überzahl, ist mit dem Ergebnis noch glänzend bedient. Defensiv hatten wir sie vollständig im Griff, selbst in Überzahl komme ich da vielleicht auf 1,2 Torchancen. Offensiv konnten wir immer wieder Chancen herausspielen.
    Im Gegensatz zu den letzten vier Spielen, wo es überhaupt schwierig war einen Spieler positiv herauszuheben, finde ich diesmal eigentlich keinen Spieler der schwach war.
    Überragend Lewy und Thiago. Und auch Hummels der so sehr viel um die Ohren bekam, hat gezeigt dass er es noch kann.
    Und bezüglich Alaba kann man nur hoffen, dass da nichts negatives nachkommt. Schon auch weil Kimmich jetzt auch mal ein Kandidat wäre um ihm mal ein Spiel Pause zu gönnen.
    Der Platzverweis für Robben für mich im Gesamtkontext fast schon ein Skandal. Mit so einem Quatsch Spiele zu entscheiden, das hatte zuletzt nur der junge Markus Merk drauf. Na ja, Winkmann wird’s karrieretechnisch sicher weiterhelfen.

    Der Spielbericht auf MSR lässt mich dagegen fassungslos zurück. Das passiert so auch erstmals.

    1. wipf1953

      Ich nehme mal an, lieber JO, dass dein Kommentar zu Winkmann gerade nicht ironisch gemeint war. Es ist nämlich in der Tat so. Die größte Befriedigung zieht die deutsche Sportöffentlichkeit dann aus einem Spiel, wenn es nicht durch die Spieler, sondern durch den Schiedsrichter entschieden wird. Die “gute, bewährte” Amereller-Schulung – im Vollsprint über den halben Platz, um einen für Ballwegschlagen die Gelbe (oder gar die Gelbrote, so sind die Regeln) zu zeigen ist wichtiger als das Spiel selbst. Und Markus Merk – den viele auch noch gut (!) fanden – hatte es wirklich perfektioniert – die dem Buchstaben nach vertretbare, aber im Gesamtkontext grundfalsche Entscheidung. Ich hoffe ja schon, dass dieser Winkmann schnell dazulernt und wir da keine “Wiedergeburt” erleben.

      1. Osrig

        Na, Fingerspitzengefühl hat Winkmann sicher nicht bewiesen! Scheint eh schon seit einiger Zeit bei den Schieries aus der Mode gekommen zu sein.

      2. Anton

        Winkmann halt! Der ist doch bekannt für seine sehr “speziellen” Entscheidungen.

      3. T.W.

        Sollte dann freilich nicht unterschlagen werden, dass etwa Süle nach seiner ungeanhndeten Aktion als letzter Mann gegen Arnold wiederum nicht unglücklich über Winkmanns “Fingerspitzengefühl” gewesen sein dürfte…

  4. Anton

    Man kann sich wieder mal über die Aufstellung streiten. Martinez auf der 6 führt eigentlich seit langem dazu, dass in Sachen Spielaufbau nicht das kommt, was man eigentlich erwartet. Und damit fehlt das entscheidende Element in der Spieleröffnung – und das ist eben im Moment Thiago. Robbens fehlende Geschwindigkeit und ein von Alaba wenig unterstützter Gnabry – und schon ist Druck und Geschwindigkeit dahin. Seit Wochen spielt Thiago einen überragenden 6er. Und da fehlt mir einfach der Mut, einfach mal mit Gnabry und Goretzka als 8er zu beginnen. Ein Gnabry lebt von seiner Geschwindigkeit genau wie ein Coman. Aber dafür braucht es einen Thiago auf der 6.
    Das zweite Tor war einzig und alleine Lewandowskis guter Reaktion zu verdanken. Gottseidank ist da gefallen, was bei einem 1:0 und dem dann Ausgleich passiert wäre, will ich mir nicht ausmalen.
    Die Verunsicherung war mehr als deutlich zu spüren. Ein Robben ist ein Schatten seiner selbst. Auch ein Kimmich leistet sich z.T. abenteuerliche Ballverluste, die zum Glück folgenlos blieben. Das Zusammenspiel auf den Außenbahnen funktioniert nicht wirklich.
    Hoffen wir, dass der Sieg da etwas Abhilfe schafft.

  5. Yilde

    Endlich mal wieder ein sehr guter Auftritt von Lewandowski. Auch außer den Toren viel geackert und mitgearbeitet und einige Male schön ins Mittelfeld gefallen und das Spiel angekurbelt oder Konter weitergeleitet. Davon abgesehen ist Thiago´s Form derzeit unmenschlich. Ich möchte gar nicht wissen, wie das ausschauen würde, wenn er nicht dabei wäre..

  6. Kramnik

    Meist denkt sich meine Wahrnehmung mit den Berichten auf MSR. Heute hab ich dass erste Mal ein Bericht gelesen, den ich so nicht mal im Ansatz unterschreiben kann. Deshalb meine paar Punkte die mir aufgefallen sind.
    1. Lewandowski, einer seiner besten Spiele im Bayern Dress, dass diese Leistung nicht erwähnt wird, macht mich sprachlos. Haben wir ein anderes Spiel gesehen?
    2. Gnabry hat immer wieder Schnitzer drin, jedoch ist er der einzige von unseren Flügelspielern, der überhaupt irgendeine Dynamik nach vorne entwickelt. Gebt dem jungen Minuten, dass kann nur besser werden.
    3. Schaut auch mal auf den Gegner. Vergleicht man diesen VFL Wolfsburg mit dem vor 1-2 Jahren, dann hat man es mit einem komplett anderen Gegner zutun. Dieser hat spielerisch Lösungen gesucht und hat immer wieder selbstbewusst den Weg nach vorne gesucht. Es spielen immer zwei Teams.
    3. Defensiv solide. Trotz Unterzahl nur ein Torschuss der Wölfe. Keine groben Schnitzer. Entscheidend mMn, die Sicherheit von Hummels und Süle (beide mit einer Passqoute um die 90%). Bei Boateng lag die in den letzten Spielen unter 80%, dass macht sich bemerkbar.
    4. Offensiv würde ich sogar zustimmen. Aber allein durch Thiago und James, hat man genug geniale Szenen dabei.
    5. Pressing nicht überragend, aber auch nicht schlecht. Ich hatte nicht das Gefühl, dass Wolfsburg massenhaft Konter Szenen hatte, die sie nur nicht richtig ausgespielt haben.

    Alles im allen, war heute nicht alles überragend, wie in den letzten Spielen auch nicht alles schlecht war. Es war aber vorallem personell der richtige Schritt, auf den man nun aufbauen kann. Es gilt sich nun die Selbstverständlichkeit zurück zu holen.

    1. Anton

      Heute konnte man bei Lewandowski sehen, was passiert,wenn die Pass- und Laufwege passen. Das ist eben was anderes, alswenn man in der Mitte auf Flanken warten muss, die dan doch nicht kommen.
      Gnabry, der typische Fall eines Spielers, der Spielpraxis braucht. Hoffen wir, dass er sie bekommt.

      1. Kramnik

        Ja. Vorallem in der Bundesliga und ohne einen Vidal, bringt einen das Flankenmassaker nicht weiter. Zu Gnabry stimme ich zu, er hat nicht unbedingt besser als Ribery gespielt, jedoch sieht man bei ihm Steigerungspotenzial. Hingegen bei Franck sehe ich die Leistungsgrenze erreicht.
        Man bin ich froh, wenn Coman und Davies zum Team stoßen.

      2. Olorin

        Bitte nicht schon im Vorhinein so eine überzogene Erwartungshaltung an Davies. Wenn er im Winter zu uns kommt wird er frisch gebackene 18 Jahre alt sein-drei Jahre jünger als z.B. ein Sanches. Der einzige Spieler, der in den letzten Jahren schon mit 18 stark genug war, um bei einem Verein wie Bayern München eine ernsthafte Rolle spielen zu können, war Kylian Mbappé. Im Gegensatz zu diesem wird sich Davies plötzlich auf einem anderen Kontinent, in einer anderen Sprache, einer anderen Kultur wiederfinden. Er wird aus einer Liga kommen, die maximal Zweitliganiveau hat, seine Gegenspieler im Training und in den Spielen werden eine Klasse haben, die es in seinem Heimatland (das fußballtechnisch ein Kleinstaat ist) nirgendwo gibt und die er nur aus dem Fernsehen kennt. Wenn Davies in der Rückrunde ein paar 20-Minuten-Kurzeinsätze in entschiedenen Spielen bekommt und dabei halbwegs mitspielt hat er ein realistisches Soll erfüllt, aber er wird kein entscheidender Faktor sein.

        Mit Sätzen wie “bin ich froh, wenn Davies endlich da ist” wird eine Erwartungshaltung aufgebaut, die Davies zu 99 % nicht erfüllen kann. Ich seh dann schon die “Fehleinkauf”-Kommentare hier und in den Medien in einem halben Jahr. Ein gutes Beispiel dafür ist der Kommentar zu Gnabry weiter unten, er müsse irgendwann mal über gute Ansätze hinauskommen. Was wird denn da erwartet, der Mann ist erst wenige Monate hier und bekommt nur vereinzelte Spielanteile. Wenn er spielt gehört er sicher nicht zu den absoluten Leistungsträgern wie Lewandowski, James, Thiago oder Kimmich. Aber er fällt nicht ab und es gibt durchaus Spieler mit schwächeren Leistungen diese Saison. Mehr kann man find ich von einem Spieler nicht erwarten, der frisch in eine verunsicherte und kriselnde Mannschaft kommt.

        “Zu Gnabry stimme ich zu, er hat nicht unbedingt besser als Ribery gespielt, jedoch sieht man bei ihm Steigerungspotenzial. Hingegen bei Franck sehe ich die Leistungsgrenze erreicht.”
        +1

      3. wohlfarth

        @olorin: Davies und Gnabry sind wohl nicht miteinander zu vergleichen. Von Davies erwarte ich mir erst mal gar nix, genau aus den Gründen, die du wunderbar beschrieben hast.
        Gnabry hingegen ist deutsch, 23 (!!!) Jahre alt, spielt die dritte Saison Bundesliga, mit 21 Toren in 56 Spielen, war vorher bei Arsenal London. Zudem ist er mittlerweile Nationalspieler, sorry, wenn ich mir da mehr erhoffe als gute Ansätze. Ich denke, mit diesem Lebenslauf kann ein Neuzugang auch mal gleich funktionieren. Und wir hatten auch schon neue Spieler, die mit weniger eindrucksvoller Vorgeschichte mehr als gute Ansätze zeigten.
        Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich will Gnabry nicht jetzt als fehleinkauf oder niete abstempeln, aber ein bisschen mehr darfs gerne sein. Und wenn ich am achten Spieltag in Wolfsburg in der startelf stehe, wäre das doch ein guter Zeitpunkt.

  7. Martin

    Welches Spiel lief denn beim Autor? Wohl kaum das, was heute in Wolfsburg stattfand.

    Klar, das war keine Meisterleistung, aber ohne einen Casteels in absoluter Top-Form kriegt Wolfsburg heute sechs Stück.

    Sorry, die Spielanalysen waren eigentlich der letzte Grund, diese Website noch zu besuchen, aber wenn die jetzt auch noch auf das Niveau der Beiträge absinken, die nicht direkt mit Spielen zu tun haben, dann werde ich mir den Besuch dieser Seite dauerhaft schenken.

    1. Was ist denn deine Definition von Niveau?
      Deine Meinung zu treffen? Was ist denn bei den Beiträgen, die nicht mit den Spielen zu tun haben fehlendes Niveau? Dass wir auch da nicht deiner Meinung sind?

      Dein Feedback ist zwar willkommen – wie jedes andere auch – aber leider kann man als Seite oder als Autor mit dieser Art Feedback genau nichts anfangen.

      1. Martin

        Zum Thema Niveau: da gibt es zum einen die Beiträge der Autoren, die inzwischen mit ermüdender Regelmäßigkeit immer wieder aufs Neue erzählen, wie unfähig so ziemlich alle handelnden Personen im Verein sind. Fehler ansprechen – völlig richtig. Aber so tun, als wenn man alles besser wüsste, ohne auch nur ansatzweise Einblick in die internen Abläufe zu haben, ist einfach nur ermüdend.

        Mir fehlt da einfach eine differenzierte Darstellung, es ist teilweise (nicht immer) nur noch stumpfes Draufgehaue, und ich komme mir manchmal vor wie in einem Bayern-HASSER-Blog.

        Womit wir beim zweiten Punkt sind – die Kommentare. Was hier einige Leute ablassen, mag zwar nicht justitiabel und durch die Meinungsfreiheit gedeckt sein. Aber das Rumgetrolle einiger Leute macht den Kommentarbereich langsam unlesbar.

        Anstatt sich an einzelnen Begrifflichkeiten aufzuhängen, wäre es wahrlich angebracht, mal einige Leute zur Räson zu bringen, die hier permanent unter JEDEM Artikel ihre vor billiger Polemik triefenden Ergüsse ablassen.

        Ich hoffe, dass das jetzt etwas konkreter war.

      2. Wir kritisierten in letzter Zeit einige Punkte, das ist richtig. Aber wo wir irgendjemanden als unfähig bezeichnen, müsstest du mir bitte zeigen. Und mit Verlaub: du unterschätzt, was wir wissen und was wir nicht wissen.

      3. LeeDaiGer

        @MARTIN

        Zum Thema Niveau: Du sprichst ja hier eigentlich gar nicht von Niveau, sondern vom Inhalt, der dir einfach nicht passt. Dazu möchte ich dir sagen, dass es nun einmal bei den Fans verschiedene Strömungen gibt, die allesamt ihre eigene Sicht auf Vorkommnisse und Abläufe im Verein haben. Manche eben eher kritisch, manche eben eher unkritisch. Beides ist vollkommen legitim. Wo kämen wir denn hin, wenn nur Letzteres erwünscht wäre? Ach ja, zur Idealvorstellung der Vereinsführung. Und ja, MSR beleuchtet auch in meinen Augen die Geschehnisse der letzten Jahre kritisch(er), spricht mir dabei aber fast immer aus der Seele.* Und genau deswegen bin ich auch hier. Wem das nicht passt, so denke ich, kann ja FCB TV schauen.

        Zum Thema Kommentare: Im Grunde idem. Ja, einige Leute sollten vielleicht nochmal eine Nacht drüber schlafen, zugegebenermaßen, aber es ist zum Glück noch ein freies Land. Wer zwingt dich denn, die Kommentare zu lesen? Aber das ist es wohl aktuell, in diesem Deutschland von heute: In einem Gratisangebot auf den Putz hauen, weil es seinen eigenen Vorstellungen nicht passt. Meinen Glückwunsch.

        *Wenn ich sehe, wie bei mir selbst und auch in meinem Bekanntenkreis, und da gibt es echte Hardcore-Fans, das Feuer immer mehr erlischt, dann fragt man sich auch warum. Vor einigen Jahren so gut aufgestellt, in allen Bereichen, und heute PKs zum Fremdschämen. Früher ist man mit breiter Brust als Bayern-Fan aufgetreten, heute … tja … MSR bietet Erklärungsmodelle und Anreize für die Zukunft und deswegen fühle ich mich hier so wohl.

  8. AlAs

    Mich persönlich hat heute die gelb-rote Karte von Robben gestört. Zum einen natürlich, weil seine Schwalbe – und wir brauchen aus meiner Sicht erst gar nicht darüber zu diskutieren, ob er wirklich zusätzlich berührt wurde oder nicht – einfach nur unnötig war. Die zweite gelbe Karte kann man aus meiner Sicht auch gut und gerne geben. Damit habe ich grundsätzlich kein Problem. Nur nervt mich die unheimlich inkonsequente Leistung des Schiris. Wenn er die Karten gibt, dann muss er bitte konsequent in mind. 10 anderen Situationen auch die gelben Karten ziehen. Mir fallen auch sofort gleichwertige Fouls von Martinez und anderen Bayernspielern ein. Mit der gleichen Bewertung hätte aus meiner Sicht auch Arnold vom Platz gestellt gehört.
    Bitte nicht falsch verstehen, denn ich hätte die gelben Karten natürlich nicht gezeigt, aber wenn er sie schon zückt, dann bitte konsequent durchziehen, auch wenn am Ende nur 7-7 spielen.
    Meine persönliche Vermutung ist, dass der Schiedsrichter sich von den Pfiffen hat verleiten lassen. Das ist für mich ein Zeichen von fehlender Professionalität.

    Ich muss sagen, dass für mich die Grundeinstellung der Spieler nicht schlechter oder besser war als gegen Hertha in Teilen sogar gegen Gladbach. Das Tor von Lewa hat natürlich geholfen, dass das Spiel eine andere Wendung nimmt. Ich muss Hummels leider recht geben, dass in manchen Situationen sich die Spieler in Räumen aufhalten, die eher zu hinterfragen sind. Und die Dynamik nach vorne fehlt eindeutig. 2-3 Situationen vor der gelb-roten Karte wurden nicht gut ausgespielt und statt eines Passes nach vorne wurde wieder hinten rum aufgebaut, weil eben die Läufe gefehlt haben. Da muss mal hinterfragt werden, wie sich das ändern soll/kann/muss.

    Wichtig war dennoch, dass 3 Punkte eingefahren wurden. An und für sich sollte es gegen Athen ähnlich gut laufen und auch Mainz ist bei entsprechender Chancenverwertung schlagbar. Ich gebe daher einem Vorredner Recht, dass die “Krise”, die eigentlich gar keine ist, damit überwunden sein sollte.

    1. Turbo Batzi

      Zu Robben: Es ist ganz offensichtlich, dass nach Jahren der unsäglichen “Bayern-Bonus” Diskussion die aktuelle Schwäche-Phase Legitimation gibt, gegenüber Bayern eine härtere Gangart einzulegen. Der Ribery-Elfer zu Saisonbeginn, neues Selbstbewusstsein der Liga beim VAR nun doch alles im Griff zu haben und die Tatsache, dass die Altmeister nicht mehr so wirbeln – all das kommt zusammen.

      Natürlich kann man sagen rein regeltechnisch war die Gelb-rote konform. Aber konform kann ich alles machen, wenn ich nur lange genug die Zeitlupe zurückdrehe (hier sehe ich eine neues Problem auf die Liga zukommen). Aus rein fußballerischer Hinsicht war so ein Platzverweis absurd und sollte aus meinen Augen auch nichts anderes sein, als gegenüber dem Spieler ein Zeichen zu setzen.

  9. Osrig

    Zunächst einmal das Positive: Wir haben gewonnen, drei Punkte eingefahren und etwas Atem holen können. War es das Ende der vielzitierten Krise bei unserem FCB?

    Tatsächlich wirkte die Mannschaft, die bis auf Martinez anstatt Goretzka der meiner Ansicht nach momentan stärksten Startelf entsprach, motiviert und im Zusammenspiel verbessert, erschien konzentrierter und durchaus in der Lage, den Gegner unter Druck zu setzen. Ich fand auch das Gegenpressing unserer Jungs verbessert!
    Sicherlich, es war keine Gala, kein Befreiungsschlag! Zu sehr war die Verunsicherung noch zu spüren, gerade auch in der Phase nach dem Anschlusstreffer der Wölfe! Und noch immer war deutlich zu erkennen, dass die Abwehr keineswegs sattelfest agiert, es noch immer kaum gelingt, sich spielerisch aus Drucksituationen zu befreien.
    Aber gut, es ist ein erster Schritt, und ich bin sicher, die nächsten Wochen werden eine weiter verbesserten FCB zeigen, der immer mehr auch Kovac’s Handschrift tragen wird.

    Und damit bin ich beim Thema, wenn ich sage, genau dass bereitet mir Sorgen!
    Denn einmal mehr hat sich heute gezeigt, dass die Mannschaft sich schwer damit tut, Lösungen gegen kompakt stehende Gegner zu finden, die konsequent verteidigen!
    Kovac möchte den schnellen Pass in die Tiefe, aus einer eher zurückgezogenen Aufstellung heraus! Ein wunderbares Beispiel dafür war die Entwicklung zum 1:0, bei dem Lewa diesmal seine ganze Klasse zeigen konnte. Der Pass in die Spitze, ein genialer Moment vom insgesamt besten Spieler Thiago, der den Ball einfach durchlaufen lässt, und unsere Nr. 9 steht frei vor dem gegnerischen Torwart. Wunderbar aussehend!

    Aber was ist das denn für eine Spielidee bei uns? Wolfsburg, eine Mannschaft, die von ihrem Selbstverständnis her im Grunde lieber selbst den Ball haben möchte und nach vorne spielt, die in der Defensive sicherlich nicht ihre Stärken hat, diese Mannschaft hat Kovac genau in die Karten gespielt. Ohne großes Selbstvertrauen nach vorn und trotz defensiver Formation wenig Ordnung in der Verteidigung haben die Wölfe unseren Spielern Räume gelassen, die für diese schnellen vertikalen Pässe nötig sind – da lässt es sich auch leicht glänzen! Werden die nächsten Gegner genauso auftreten?

    Wenn es aber Wolfsburg gelang, gut organisiert am eigenen Strafraum zu stehen und wir das Spiel machen mussten, dann offenbarten sich die selben Probleme wie früher, die auch zu den selben, untauglichen Lösungsversuchen wie Halbfeldflanken und weite Schläge führten.
    Immerhin: Es gab einige Situationen, in denen es gelang, ein gutes Positionsspiel aufzuziehen, in denen Dreiecke gebildet UND der Ball schnell laufen gelassen werden konnte. In denen es gelang, gut zu kombinieren. Die Chance von Kimmich in der 22. Minute kann dafür exemplarisch genannt werden, in der durch schnelles Pass-Spiel der Gegner in Unordnung gebracht werden konnte. So kann man auch kompakt stehende Gegner knacken! Übrigens war Robben gerade in diesen Momenten gut eingebunden gewesen und ein wichtiges Element im Offensivspiel – das in dieser Form leider viel zu wenig gezeigt wurde.

    Nein, ich sehe noch nicht das Ende der Krise, weil noch immer keine nachhaltige Besserung im Offensivspiel gegen kompakte Gegner, die selbst schnell vertikal spielen wollen und/oder früh pressen zu sehen ist.
    Die nächsten Gegner werden, anders als Wolfsburg, genau aus dieser Kompaktheit agieren, werden schnelle Spieler haben, die Lücken zu nutzen wissen! Gerade Mainz, aber auch Freiburg kann da unangenehm werden.
    Wenn diese Spiele gegen einen taktisch anders auftretenden, nicht der Kovac’en Spielphilosophie in die Karten spielenden Gegner auch gewonnen werden, dann könnte vielleicht wirklich von einer guten Entwicklung gesprochen werden.

    Ob es aber selbst nach einer solchen guten Entwicklung, in der die heute noch gesehenen Unzulänglichkeiten abgestellt werden konnten, gegen mittlerweile sehr variabel spielende Mannschaften aus den Top-Ligen Europa reicht, wird sich dann zeigen. Ich bleibe da skeptisch und sage, “schnell vertikal” allein reicht nicht!
    Nun, wir werden es sehen! Heute zumindest freue ich mich über einen Sieg mit schönen Toren und einigen guten Ansätzen.

    1. Done

      “Und noch immer war deutlich zu erkennen, dass die Abwehr keineswegs sattelfest agiert, es noch immer kaum gelingt, sich spielerisch aus Drucksituationen zu befreien.”

      Mir fallen da aber schon ein paar Situationen ein, namentlich durch Rafinha und Süle, wo für meinen Geschmack schon fast zu spielerisch und lässig hinten raus gespielt wurde.

      1. Osrig

        Deswegen schrieb ich “kaum”! Wobei ich mich da jetzt nicht auf Zahlenspiele einlassen möchte, dass führt zu weit!

  10. GestrandetinBerlin

    Da es oben einige Kommentare gab, die den Artikel kritisieren: ich finde der Artikel trifft es perfekt. Das Zusammenspiel ist aus meiner Sicht so schlecht wie seit Jahren nicht. Man gewinnt gegen eine extrem schwache Mannschaft, die jetzt sechs (?) Spiele nicht gewonnen hat. Es kann ja sein, dass alles noch besser wird, aber bisher ist es das noch lange nicht.
    Was ich ganz schlimm finde, in der Anfangsphase gab es schon wieder etliche persönliche Fehler, ich meine insbesondere Kimmich und Süle. Die persönlichen Fehler entstehen aber meist ja, weil wenig Anspielstationen da sind. Man ist da leider momentan so weit davon entfernt, guten Fußball zu spielen…aber hoffentlich erspielt man sich das so langsam über schlechtere Gegner. Ich glaube, es ist relativ sinnlos über einzelne Spieler wie Martinez zu sprechen, bin zwar auch kein Fan im Moment aber ohne eine gute Mannschaftstaktik ist der Rest mehr Glück als Können.

    1. T.W.

      “…Fehler entstehen aber meist ja, weil wenig Anspielstationen da sind.” Oder weil zu lange mit dem Abspiel zum nächstfreien Mitspieler gezaudert wird (typisch für Hummels, der heute aber bis auf eine grobe Unachtsamkeit beim zum 1:2 durchstartenden Gegenspieler im Rücken [dito Kimmich in dieser Situation] m. E. ein ordentliches Spiel mit einigen schnellen und sinnvollen Vertikalpässen nach vorne machte). Oder weil zu wenige Mitspieler befähigt sind, auch in Bedrängnis ein Anspiel fordern(!) zu wollen, sauber verarbeiten und sich dem Gegner trickreich entziehen zu können mit gleichzeitig vorausschauendem Blick / Ideen für produktive, temporeiche Anschlussaktionen (die von den Kollgen ebenso hellwach antizipiert werden).

      Oder (es geht um Basics): Wenn “Goldjunge” Kimmich z. B. bei hohem Anspiel immer wieder wie ein ertrinkender Nichtschwimmer mit seinen Extremitäten rudert, bis er den Ball mal halbwegs und zeitaufwändig unter Kontrolle gebracht hat, lädt er den Gegner geradezu ein, von diesem unter selbstverschuldeten Druck gesetzt zu werden. Dann folgen absehbar verzweifelte Pirouetten und/oder, wie heute gleich in der Anfangsphase, riskante Rückpässe wie der nach Zuspiel von Süle…

      Ansonsten teile ich ebenfalls deine und die für mich dankenswert schonungslose Spielanalyse von MSR-Autor Maurice. Für darob “fassungslos zurückgelassene” Foristen hier mag der Anspruch an den FC Bayern als mit Abstand teuerste Ligatruppe inzwischen soweit gesunken sein, dass wenige Glanzmomente in einem insgesamt m. E. allenfalls durchwachsenen Spiel bei einem (nicht nur) heimschwachen Gegner schon beseelt gefeiert und überhöht werden, als wäre man wie etwa auf Schalke vor allem ergebnisorientiert und froh, für den Moment zumindest mal das Abstiegsplatzgespenst loszuwerden. “Sehr frisch und agil” (dafür hält sich z. B. auch Robben unverdrossen) besagt eben noch nichts über Spielkultur hinsichtlich Ballfertigkeit und Durchsetzungsvermögen, Taktikverständnis, individuellem und mannschaftlichem Kreativgeist, kluger Raumaufteilung mit intelligenten Laufwegen sowie Effizienz.

      PS: Durchaus positiv überrascht, weil seit längerem vermisst, haben mich diesmal Lewandowskis (auch mannschaftsdienliche) Antizipations- und Scorerqualitäten.

      1. rookie

        kann dir nur zustimmen. Echt erbärmlich wie der Anspruch gesunken ist. Pep wurde noch heftig kritisiert obwohl er einen hammergeilen Fußball im Vergleich zu der Grütze jetzt hat spielen lassen, und jetzt wird die Mannschaft abgefeiert wenn sie mal nicht komplett auseinander gefallen ist. Hallo Leute, wir waren mal Europas Nummer eins. was eine Mannschaft die Liverpool gerade mit uns anstellen würde, das möchte ich mir wirklich nicht vorstellen oder auch ManCity, wobei da könnte uns noch Peps cl fluch retten. Habe Liverpool man City live gesehen, beide Lichtjahre besser als wir

  11. Klaus Koch

    Das Bayernglück ist wieder zurück, denn im Spiel gegen Wolfsburg trieft man auf einen Gegner, der sich in einer noch tieferen Krise befindet. Hoffentlich stimmen jetzt nicht alle in Jubelarien ein und bewerten den Sieg als das was er letztlich ist: Ein Sieg und somit drei Punkte. Mehr nicht!

    1. Klaus Koch

      trifft und nicht trieft!

    2. Done

      Das Bayernglück ist zurück oder das unglaubliche Abschlusspech ist weg… man kann es so oder so nennen.

      Heute hat man gesehen, wie das Spiel läuft, wenn die Kugel auch mal bei uns auf Anhieb reingeht.

      1. Klaus Koch

        Abschlusspech hin oder her, warten wir ab, wenn der Gegner anfängt, wieder eine destruktive Defensive als Taktik auszugeben. Dann ist nämlich Spielintelligenz gefragt und wenn die greift, spielt Abschlusspech eine untergeordnete Rolle.

      2. Osrig

        @Klaus Koch und @Done:
        Heute hat man vor allem gesehen, wie ein Spiel läuft, in dem der Gegner unseren Spielern genug Platz läßt für schnelles vertikales Spiel. DANN kann man natürlich glänzen! Erst recht, wenn der Gegner auch offensiv wenig Ordnung aufbauen kann!
        Aber wieviele Gegner werden so dusselig sein, und Kovac’ System genau in die Karten zu spielen?
        Mainz sicherlich nicht, trotz eines Heimspiels werden die ähnlich kompakt stehen, wie Gladbach und Augsburg, und es trotzdem verstehen, ihre Möglichkeiten zum Angriff auch zu nutzen! Mainz ist zwar keine “Maurertruppe”, aber im Gegensatz zu Wolfsburg keine Mannschaft, die grundsätzlich erstmal selbst den Ball haben will, sondern abwartend spielt. Ähnlich wird Freiburg agieren!
        Gegen diese Gegner wird es sich zeigen, ob Kovac Lösungen anbieten kann, wenn die Jungs eben nicht diese Räume haben!
        Nehme ich das Wolfsburg-Spiel und schaue mir die Phasen an, in den Wolfsburg tatsächlich defensiv in einer guten Ordnung stand, war das von unserer Mannschaft ziemlich mau, waren die selben, ratlos wirkenden Aktionen zu sehen, wie schon früher! Ich vermute mal, gegen unsere nächsten Gegner in der Liga wird es nicht besser aussehen.

  12. Herrispezial

    Stimme dem Beitrag voll zu. Es war viel zu wenig. WOB hat 9 Punkte aus 8 Spielen, dazu nur einen guten Saisonstart gehabt. Und wir? Führen 2:0 (das 2. Tor dazu ein Geschenk der Gastgeber) und fangen danach an zu wackeln, weil die Abstände immer noch zu groß sind und dadurch kein Kombinationsspiel zustande kommt. Kovac schafft es einfach nicht, sein System auf dem Platz zu bringen. Auch das Pressing bzw. Gegenpressing sah sehr unkoordiniert aus. So werden wir schon in den nächsten 2 Spielen wieder Punkte lassen, obwohl 6 Punkte eigentlich Pflicht sind. Und dann geht das Gerede von der Krise weiter. Man kann nur hoffen, dass zumindest etliche der Konkurrenten da oben sich so verhalten wie in den letzten Jahren und auch immer wieder etwas liegen lassen, damit wir zumindest entspannt bleiben können, was die CL-Quali angeht. Denn spielerisch war da immer noch sehr viel Sand im Getriebe. Und das liegt nicht nur an der Formkrise einzelner Spieler, sondern daran, dass wir zum einen unter dem Trainer Kovac einfach kein dominantes Spiel (mit dann auch guten Torchancen) aufziehen können und dass zudem die individuelle Qualität einfach nicht mehr hoch genug ist (s. Robben, der keine 1-gegen-1-Duelle mehr gewinnt oder Martinez, der für den heutigen Fussball auf der 6 zu wenig Qualitäten im Spielaufbau mit sich bringt – um mal zwei Beispiele zu nennen, die heute besonders aufgefallen sind).

    Dass die Mannschaft nach 10 Minuten deutlich nachgelassen hat, ist mir auch aufgefallen und unerklärlich, weil es nun mehrmals in Folge geschehen ist. Hoffnung macht mir Gnabry, den man nun einfach einmal regelmäßig und viel spielen lassen muss, denn mit ausreichend Praxis wird der vermutlich in Fahrt kommen. Aber ich zweifele daran, dass Kovac das tun wird. Er muss ja schließlich Robben und Ribery bei Laune halten, und da kann man natürlich einem jungen Spieler, der gute Ansätze zeigt, nicht weiter fördern, auch wenn er viele gute Ansätze zeigt (sorry für die Polemik, aber Kovac enttäsucht mich immer mehr – und ich glaube nicht, dass er mehr als diese Saison bei uns schaffen wird, wenn er denn überhaupt soweit kommt).

    1. wohlfarth

      Außer gute Ansätze hat man von Gnabry aber auch noch nichts gesehen. Auf Dauer reicht das nicht, irgendwann muss es auch mal funken. Und wenn er bei Führung in Unterzahl ausgewechselt wird, sagt das doch einiges. Anscheinend vertraut der Trainer nicht auf seine angebliche Schnelligkeit und Konterstärke. Und ein Trainer ist kein Idiot :-).
      Jugendbonus gut und recht, aber irgendwann müssen sie einfach mal liefern. Spieler die 10 Jahre gute Ansätze zeigen, können wir nicht brauchen.

      1. August46

        @Wohlfahrt
        Deine Bemerkungen über Gnabry sind völlig fehl am Platz !
        Brille kaufen !

      2. Anton

        Wenn das stimmt, was oben im Artikel seht, ist es teilweise auch kein Wunder. Wenn ich einen Spieler habe, der über die Geschwindigkeit kommt – und das war z.B. im Länderspiel gut zu sehen – dann brauchst du natürlich die entsprechende Unterstützung mit entsprechenden Pässen und Flanken.
        Wenn die natürlich Mangelware sind, nutzt dir deine Geschwindigkeit nichts mehr. Dann hängst du da auf der Außenbahn ziemlich in der Luft. Und wenn dir dann noch die Spielpraxis fehlt, kommt eben nicht mehr viel. Ein Alaba spielt seit Jahren mit einem Ribery zusammen, da weiß jeder genau, was der andere macht. Und das funktioniert bei Alaba und Gnabry aus verständlichen Gründen eben noch nicht.
        Schau dir mal die Leistungsdaten genau an. Er hat bisher 7 Spiele gemacht – davon 3 unter 30 min und drei zwischne 45 und 60 min. Davon noch 2 auf Rechtsaußen – Spielpraxis und eingespielt ist anders. Insofern halte ich das mit dem “irgendwann müssen sie einfach mal liefern” für etwas übertrieben.
        Und dass ein Trainer in Unterzahl eher einen Mittelfeldspieler einwechselt, heißt nicht, dass er ihm nicht traut.

    2. wohlfarth

      @August
      1. Ich trage Brille
      2. Entschuldigung, dass ich eine Meinung vertrete, die dir nicht passt. So etwas soll in einem Forum mal vorkommen.
      3. Für sachliche Diskussionen bin ich gerne zu haben, solche Kommentare kannst dir aber bitte sparen.

      1. August46

        @Wohlfahrth
        Du schreibst von “angeblicher Schnelligkeit u Konterstärke”.
        Hast Du das Länderspiel nicht gesehen? Gnabry besitzt beides. Auch gegen WOB
        hat er gut gespielt. Ausgetauscht wurde er doch nicht wg. schlechter Leistung !
        10 Jahre gute Ansätze ? Er ist immerhin Nationalspieler !
        Nix für ungut !

      2. wohlfarth

        Irgendwie gibt es hier ein Verständnisproblem. Ich will Gnabry nicht schlecht machen, aber ich hätte mir erhofft, dass er gleich zündet. Einen 18jährigen aus der Jugend kann und muss ich langsam aufbauen, da passt der Spruch mit den “guten Ansätzen”. Aber wie du selbst sagst, Gnabry ist Nationalspieler. Er ist 23, hat schon einige Bundesligaspiele und -tore auf dem Zettel stehen. Und er spielt jetzt in einer Topmannschaft. Auch wenn diese gerade nicht in Höchstform ist, im BL-Vergleich sind wir immer noch eine Topmannschaft.
        Genau jetzt ist doch die Chance sich in den Fokus zu spielen, sich unverzichtbar zu machen und die Altmeister auf die Bank zu verbannen.
        Ich würde es mir wünschen und bin auch guter Hoffnung. Sollte Gnabry am Ende 15 Tore erzielt haben und gesetzt sein wäre keiner so glücklich wie ich. Ich bin aber Ende Oktober eben nicht mit diesen blöden “guten Ansätzen” zufrieden. Ist das gleiche wie “er war bemüht”

  13. FCB White Collar

    Meine zwei (nicht neuen) Erkenntnisse nach dem heutigen Spiel: Ohne Müller läuft es besser, aber insgesamt werden wir in absehbarer Zeit trotzdem nichts reißen, weil Kovac spieltechnisch und -taktisch einfach kein Bayern-Format besitzt und der verurteilte Straftäter Hoeneß den Verein strukturell zugrunde richtet. Die Luft ist einfach raus; vielleicht kann man in zehn oder eher zwanzig Jahren mal wieder mitfiebern.

  14. Anton

    Und wieder einmal bestätigt sich der alte Grundsatz: “Don’t feed the Troll”

    1. August46

      So ist es !

  15. Josef

    Ich habe leider nur die Sky-Konferenz und später die DAZN-Highlights sehen können.

    Was mir dort aber sehr positiv auffiel: Schluss mit Flügelfokus. Viele und viele gute Kombinationen durchs Zentrum. Stellvertretend das 1-0 und 3-1, aber auch sehr schön herauskombinierte Chancen von Kimmich und James in der ersten Halbzeit.
    Das sah für mich richtig gut aus und stimmt mich positiv.

    Nur die Frage muss natürlich gestellt sein: War das auch erkennbar, wenn man die kompletten 90 Minuten gesehen hat oder täuschen die Highlights?

    1. Jo

      Nein, die Highligts geben das sehr gut wieder.
      Das Flankengewitter aus dem Halbfeld z.B. wurde fast vollständig eingestellt. Es wurde sehr viel flach gespielt, oft zentral und immer wieder auch vertikal.
      Mit Leuten wie Thiago und James ist das teilweise wirklich schön anzusehen. Alles in allem hatte das wenig bis nichts mit den letzten Spielen zu tun, sondern war eher die Fortsetzung der Anfangsphase der Saison.

      Was (wieder) leider festzustellen war: Wenn Coman fehlt und Gnabry raus muss, fehlen uns die Spieler, um ein wirklich schnelles Konterspiel aufzuziehen. Gerade in der Phase nach dem Platzverweis, als man sich zurückzog und dann im Umkehrschluss einiges an Platz hatte, fiel das auf. Das wurde zwar vom Grundsatz her auch nicht schlecht gespielt, aber so 1,2 richtige Durchbruchsspieler hätten uns da schon noch gut getan.

    2. GS

      Ich habe ganz altmodisch nur die Zusammenfassung in der ARD-Sportschau gesehen – und da sah das nach einem ungefährdeten Auswärtssieg mit ordentlichen Spielzügen aus, sicher noch mit ausreichend Luft nach oben, aber wenn man die Psyche der Spieler mit bedenkt (und ich halte die trotz aller taktischen Diskussionen für einen zentralen Faktor), war das jetzt erst mal der nötige Erfolg, um den Glauben an sich selbst wiederzufinden.

      Darauf kann man aufbauen und in den nächsten Spielen die Sicherheit wiederfinden, die für ein dominantes Ballbesitzspiel unerläßlich ist. Hier wird ja gern geschrieben, das Kovac das nicht wolle oder könne; ich glaube das nicht, kann es aber nicht wirklich beurteilen. Aber ich bin mir sicher, dass die Mannschaft das dominate Spiel nur umsetzen kann, wenn jeder einzelne das Selbstvertrauen hat, sich ständig, auch unter Bedrängnis anzubieten und den Ball zu fordern – und wenn er das auch zum zehnten Mal macht, nachdem er neun Mal den Ball nicht bekommen hat. Das ist reine Kopfsache, und hat beispielsweise gegen Gladbach nach den zwei “Tiefschlägen” (0:2) komplett gefehlt.

      Deswegen halte ich nichts davon, nur nach Taktik und Trainer-Vorgaben zu analysieren oder umgekehrt nur über die “Einstellung” der Spieler zu reden. Beides gehört untrennbar zusammen. Taktische Feinheiten kommen im allgemeinen nur zum Tragen, wenn nicht die Angst vor Fehlern im Hinterkopf nagt.
      Insofern scheinen die nächsten 3 Gegner tatsächlich zum richtigen Zeitpunkt zu kommen. Falls keine erneue Überheblichkeit ins Spel kommt, aber das scheint nach den letzen 4 Wochen unwahrscheinlich …

      1. Osrig

        Sicherheit ist für ein dominantes Ballbesitzspiel ganz ohne Zweifel sehr wichtig und zeigt sich vor allem an einer hohen Pass-Quote und hoher Zahl angekommener Pässe! Für die Psyche war der Sieg gegen Wolfsburg sicherlich auch gut!

        Allerdings reicht Selbstvertrauen und Sicherheit allein nicht aus, um ein gutes Dominanzspiel aufzuziehen – was meines Erachtens unerläßlich ist, will ich als Top-Mannschaft Erfolg haben!!!
        Für ein gutes Dominanzspiel braucht es eine kluge Zonenbesetzung und Positionseinnahme innerhalb der Zone, braucht es schnelle Pass-Stafetten über mehrere Anspielstationen, um den Gegner aus seiner Defensivordnung zu bringen, ihn zu Fehlern zu zwingen. Deswegen sind Dreiecksformen so wichtig, aber auch Doppelpässe können eine Lücke reissen. Immer kommt es darauf an, den ganzen Platz in der Breite zu nutzen, schnell die Seite zu verlagern – denn kein noch so gut organisierter Abwehrverbund kann diese schnellen Pass-Stafetten die ganze Zeit über mitgehen, ohne “Meter zu lassen”, und genau dieser Moment, diese sich dann bietende Lücke soll ausgenutzt werden durch das Anspiel, den Weg in die Tiefe. Ob über die Flügel oder durch die Zentrale spielt dabei keine Rolle. Nur braucht man eben Geduld für diese Art des Spiels , welches auch von der ballführenden Mannschaft einiges an Dynamik und Abläufen erfordert, will man vermeiden, in ein bloßes Ballgeschiebe zu geraten und es dem Gegner dadurch leicht machen, seine defensive Ordnung zu halten!

        Kovac möchte ein ganz anderes Herangehen: Er will das schnelle vertikale Spiel in die Tiefe, das nur dann funktioniert, wenn der Gegner Raum lässt. Diesen Raum muss sich unsere Mannschaft aber – wenn der Gegner anders als Wolfsburg nicht mitspielt – erstmal erarbeiten, und genau DARAN hapert es, weil Kovac dafür keine ausreichenden Lösungen parat zu haben scheint.

        oder, wenn ich aus einer eher tiefen Aufstellung heraus agiere, mittleres und gegnerisches Drittel durch schnelle Kombinationen zu überbrücken und dann sich bietende

      2. Osrig

        Nachsatz: Den letzten Satz bitte löschen, der gehört nicht in den Text. Da war ich zu schnell mit dem Abschicken. Das kommt davon, wenn man das Spiel schnell machen will, anstatt Geduld zu haben ;-)

      3. Anton

        Es gibt natürlich, was das von dir angesprochene schnelle vertikale Spiel angeht ein Problem, was ich vor allem in Aufstellung und Zusammenspiel sehe. Auf der rechten Außenbahn hat sich das mit der Geschwindigkeit leider Gottes mittlerweile fast erledigt. Das was einen Robben immer auszeichnete – seine Geschwindigkeit auf der Außenbahn – ist mittlerweile nicht mehr so toll. Die Zeiten, in denen er sogar mit Ball seinem Gegespieler wegläuft, sind definitiv vorbei. Auf der anderen Seite hängt ein Gnabry wegen des eben noch nicht optimalen Zusammenspiels mit Alaba oder auch Rafinha mehr oder weniger in der Luft. Und dann bleibt für das vertikale Spiel mal wieder nicht mehr viel Raum übrig.
        Unterstellt man nun einem gegnerischen Trainer, dass er durchaus in der Lage ist, das zu erkennen, dann hat man genau das von dir angesprochene Problem.
        Das Problem hast du aber leider Gottes genauso, wenn du es über das entsprechende Positionsspiel versuchst, denn auch da brauchst du die Geschwindigkeit. Und wenn sich der eine Außen eher verzettelt als seine Geschwindigkeit auszuspielen und der andere kaum gescheite Pässe bekommt, war es das auch wieder mit der Breite des Spielfelds und es konzentriert sich wieder alles auf die Mitte.

        Uns fehlt ein Coman und ein Gnabry hat noch viel zu wenig Einsatzzeit und damit auch Bindung ans Spiel.
        Mann könnte doch auch mal eine andere Variante versuchen – in Anlehnung an den Confed-Cup. Auf der rechten Seite ein Dreieck Kimmich-Goretzka-Gnabry auf der linken Seite Alaba- James-Ribery , einen Thiago auf der 6 und Lewandowski auf der 9.

        Aber das sind natürlich nur Gedankenspiele.

      4. Klaus Koch

        Man kann natürlich das dominante Ballbesitzsystem präferieren, nur irgendwann muss auch der Pass in die Spitze bzw. in die Box kommen.

      5. Osrig

        Im “ballbesitzorientierten Dominanzsystem Guardiola’scher Prägung” geht ja gar nicht mal darum, bevorzugt schnelle Spieler in Eins-zu-Eins-Situationen zu bringen. Die Hoffnung, dass die Spieler entweder ihren Gegenspieler “ausdaddeln” oder wie der Blitz an ihnen vorbeiziehen, wird meist enttäuscht, weil die Gegenspieler auch keine Amateure sind. Selbst Top-Leute kommen nur selten an ihren Verteidigern vorbei, und selbst, wenn das gelingt, steht heutzutage gleich schon der nächste Gegner bereit, weil zumeist gedoppelt und noch weitere Sicherungen eingebaut werden.
        Also, darauf zu bauen, dass die eigenen Leute quasi wie selbstverständlich ihre Gegner stehen lassen, geht fehl, wenn ich darauf eine ganze Spielidee aufbaue:
        So nach dem Motto: “Komm, Franck, geh’ rein, spiel’ zwei, drei Leute aus, und hau das Ding ins Netz!”
        So etwas klappt eben nicht wie am Fliesband!

        Natürlich brauche ich auch im Dominanzsystem Geschwindigkeit bzw. Dynamik! Aber der “Speed” gehört in das Pass-Spiel, und in die Bewegungen beim Freilaufen innerhalb der eingenommenen Zone.
        Die gegnerische Abwehrreihen müssen diese Bewegungen und das Tempo mitgehen, ohne dabei ihre Ordnung zu verlieren! Wenn die Abläufe in der Offensive stimmen, gibt es immer auch Gegenbewegungen zu den Freilaufaktionen, kommt es zu einer Dynamik in der ganzen Sturmreihe, die es dem Gegner sehr schwer macht, seine Ordnung zu halten und gut zu verteidigen. Meist ist dann doch recht schnell die Lücke da – und in die muss dann Ball und eigener Stürmer kommen. Das Eins-zu-Eins geht dann gegen einen noch in höchster Not herbeirauschenden Verteidiger oder den Torwart, in der Situation mit deutlichen Vorteilen beim Angreifer!

        Aber natürlich reicht es dafür nicht, den Ball nur vor der gegnerischen Abwehrformation hin und her zu schieben, auch Dominanz geht nicht ohne Geschwindigkeit und Dynamik. Aber eben in anderer – und meines Erachtens stärker erfolgversprechenderen Form – als beim “Rennballsystem” und den “Frühpressern”

      6. Anton

        ” der “Speed” gehört in das Pass-Spiel, und in die Bewegungen beim Freilaufen” Da sind wir ja beieinander und auch beim Problem. Es gab Zeiten, da hat der Außen im Moment des Antritts seinem Gegner mal locker 1 – 2 m abgenommen. Ein Coman kann das, ein Robben und ein Ribery mittlerweile kaum noch. Da bleibt dann noch ein Gnabry, der zwar den Antritt hat, aber der Pass wird kaum gespielt. Und damit reduziert sich entweder die von dir geforderte Breite oder nimmt den Speed wieder raus und es wird erst wieder quer gespielt, um einen neuen Versuch zu starten. Das machst du dann drei, vier mal und dann kommt der Fehlpass und du mußt erst mal den Konter unterbinden.
        Und dann wieder das gleiche Spiel. Auch gestern konnte man das oft genug sehen, dass entweder der schnelle Pass nicht kam oder das Freilaufen eben nicht funktionierte, weil der Verteidiger da eben locker mitkam. Blieb halt die Mitte oder der Diagonalpass, was ja zum Glück auch funktioniert hat.

        Ganz extrem konnte man das doch bei der WM verfolgen – Neuer fordert den Ball, um das Spiel schnell zu machen. Und dann dauert es gefühlte 3 Minuten, bis der Ball die Mittellinie überquert.

      7. Osrig

        @Anton:
        Das Freilaufen muss abgestimmt sein UND es muss mit “Speed” erfolgen. Gar keine Frage! Dabei darf die Bewegung und der Pass gern auch horizontal gehen! Entweder, der Abwehrspieler geht die Bewegung mit, dann könnte durch eine Gegenbewegung eine Lücke entstehen, oder aber der Freilaufende hat für einem Moment genug Platz, tatsächlich angespielt zu werden.
        Das 1-2 Meter abnehmen betrifft ja den Sprint beim Versuch, den Ball am Gegenspieler vorbei zusetzen und hinterher zu gehen, oder aber beim Versuch, sich direkter Manndeckung zu entziehen, was aber ja in der Regel im Strafraum der Fall ist. Ausserhalb wird mannorientiert gepresst.
        Wenn der eigene Mann natürlich im Deckungsschatten stehen bleibt, sich nicht richtig anbietet, sich innerhalb seiner Zone nicht richtig positioniert, dann bleibt tatsächlich nur noch Sicherheits-Ballgeschiebe! Aber das hat mit Dominanzsystem nicht viel zu tun; und es ist ja gerade die Kunst, Laufwege und Positionierungen so abzustimmen, dass sich Möglichkeiten ergeben, eine Lücke zu reissen.
        Da braucht es Lösungen! Guardiola und auch Jupp hatten die, Kovac bislang nicht, da er auf den schnellen vertikalen Pass baut! Von dem es meiner Ansicht nach auch nicht mehr weit weg ist bis zum Rennball a la Leipzig.

      8. Anton

        Osrig, es kann ja sein, dass ich mir das alle nur eingebildet habe.
        Aber einen Robben konntest du mal bei der kleinsten Lücke anspielen und dann war der weg. Oder er bekam den Ball in den Lauf, weil der Abwehrspieler nicht hinterher kam. Heute spielst du ihn an und der Gegenspieler ist dran oder du spielst den Pass in den freien Raum und der Gegenspieler ist schneller.
        Bei Franck ist es ähnlich . Freilaufen und Speed ist auf den Außenbahnen teilweise ein frommer Wunsch.
        Bei Gnabry hast du dann zwar den Speed aber meistens kommt dafür der Pass nicht.
        Das war auch am Samtag zum Teil offensichtlich, dass die Abstimmung mit Gnabry noch nicht optimal ist – wie auch, wenn man sich seine Einsatzzeiten ansieht!
        Da spielen dann lieber die “alten Bekannten” miteinander, denn da weiß man, was passiert.
        Und so bleibt dann eben nicht mehr viel übrig.

        Und machen wir uns doch nichts vor- Robben war am Samstag doch mehr neben sich als auf dem Platz und Gnabry alles andere als wirklich ins Spiel eingebunden. Und dann bleibt eben das “konstruktive Spiel” durch die Mitte, was aber die meiste Zeit nicht beim 6er beginnt. Zumindest nicht wenn der Martinez heißt. Und dann wird die von dir geforderte Breite bzw auch Tiefe immer weniger.
        Und wenn dann mal ein Diagonalpass Richtung linke Außenbahn geht, gibt es zu Glück einen deppigen Abwehspieler, der daraus eine Steilvorlage für Lewandowski macht.

        Wo ist die Lösung – vielleicht in einer mutigeren Aufstellung.

  16. August46

    Insgesamt eine zufriedenstellende Leistung !
    Hoffe vor allem auf Gnabry, weil er auch bei hohem Tempo noch
    den Blick für den Mitspieler hat !

  17. Hittmer Otzfeld

    Thomas Müller auf der Bank und siehe da, viel mehr Dynamik im Angriff und vertikales Spiel (in N11 und bei Bayern wohlgemerkt). Müller ist, in seiner jetzigen Form, so ein gnadenloser Langsammacher und kommt hoffentlich auch die nächsten Spiele nur von der Bank

    1. Mimikri

      Thomas Müller, der nicht querpasst, meist die vertikale Anspielstation im Spiel ist, die man von hinten am häufigsten anspielt und der auch sonst den Ball ungern lange hält ist da die Bremse? Pep hat ihn ja gerade dann gebracht, wenn wir im Mittelfeld hängen blieben, weil mit ihm vertikaleres Spiel besser möglich ist. Müller draußen zu lassen bringt uns gar nichts – auch wenn das in einem Spiel gegen Wolfsburg egal ist, wenn einem die Tore noch aufgelegt werden. Wenn sich natürlich hinter der Abwehr Räume bieten – wie Frankreich es tat, kann man darüber nachdenken. Nur – wie oft geschieht das denn dem FC Bayern oder der Nationalmannschaft?

      1. Kurt

        DANKE!

        Ich verzweifle wirklich langsam an den Fehlinterpretationen von Müllers Impact auf unser Spiel. Vor allem von den eigenen Fans.

    2. Rainer

      @Hittmer Otzfeld..Müller ist hinter Lewandowski am stärksten. Mit der Einschränkung, das man zwei starke Winger auf den Aussenpositionen hat, die gedoppelt werden müssen und somit Lücken in der Mitte entstehen in die Müller hineinstößt..(traue ich Gnabry auch zu) In einem Ballbesitz (Dominanzsystem)ist James stärker, da der Ball schneller und präziser weitergeleitet wird. In Sachen Torgefahr sehe ich beide gleichstark. Wobei James seine Standards eine echte Waffe sind. Ich gebe Dir jedoch recht, das Müller im Augenblick seine PS nicht auf das Feld bringt.

  18. Lukas

    https://www.sueddeutsche.de/sport/fc-bayern-bayern-gibt-eine-lehrstunde-im-modernen-fussball-1.4179013

    Irgendwie sehr amüsant. Und ja – ich gebe zu, ich habe mich inzwischen derart auf eine zynische Anti-Haltung gegenüber unserer Vereinsführung eingeschossen, dass ich jetzt schon verstehe, wenn sich andere Bayernfans über den Artikel aufregen.

    Das Spiel finde ich fast nicht diskussionswürdig. Im Anbetracht der Umstände würde ich es mit i.O. und einem Haken kennzeichnen.

    1. Anton

      Der Süddeutschen kann mas sowas noch abnehmen – eine amüsante Retourkutsche für die “denkwürdige” PK.
      Zumindest gehen sie die Sache mit dem nötigen Sarkasmus an.

      Warum eigentlich zynische Antihaltung? Man kann immer über Entscheidungen diskutieren – und hinterher ist man sowieso immer schlauer. Das ist aber auch nichts neues. Das ist doch überall so – nicht nur im Fußball.
      Man kann über Personalpolitik diskutieren, über Spielsysteme und Aufstellungen. Was hilft es! Irgendwer wird sich da schon berechtigte Gedanken gemacht haben – und sicherlich auch nicht alleine. Wenn einen dann hinterher Dinge überholen, die man eben nicht voraussehen konnte – Pech gehabt.
      Nimm dir das Beispiel Rudy, der sich im Januar 2017 für den FCB entscheidet- hätte der geahnt, dass dann noch ein James, ein Tolisso und ein Goretzka kommen, wäre seine Entscheidung vielleicht anders ausgefallen.
      Hätten sich nicht gleich zu Saisonbeginn Coman, Tolisso und Rafinha derart verletzt, wäre die Diskussion über den Kader eine andere gewesen. Hinterher ist man eben schlauer.
      In der vorletzten Saison verpflichtet S04 einen neuen Trainer und in Absprache mit ihm 5 neue Spieler. Von diesen fallen dann schon mit Saisonbeginn 4 für den Rest der Saison verletzt aus. Was hat der Verein und der Trainer falsch gemacht?

      Und ähnlich sehe ich es im Moment auch. Hoeneß sprach von einem langsamen Umbruch. Dann fallen dir erst mal zwei wichtige für den Umruch langfristig aus und du kannst deinenPlan wegschmeißen.
      Einen Coman für links und einen Gnabry für rechts aufbauen für RibRob. Einen Tolisso für einen Martinez, Und dann bleibt dir von deinem Plan ein Gnabry übrig. Dann verkauft du das Backup vom Backup- klar, macht ja Sinn. Und dann sind plötzlich der Stammspieler und das Backup verletzt.
      Also unterm Strich alles falsch gemacht!
      Hätte man ja vorher alles wissen können! Oder vielleicht doch nicht.
      Und der eigene Nachwuchs, der immer nicht berücksichtigt wird? Wechselt den Verein und wird da auch kaum berücksichtigt. Werder-8 Spiele, Fein-2 min Einsatzzeit! Winzheimer-HSV, aber in der Regionalliga Nord! 3 in der 2. Liga!
      Aber dann sollen sich sich beim FCB in der 1.Mannschaft durchsetzen.
      Regionalliga hätte ein Winzheimer auch beim FCB spielen können! Beim Rest – abwarten.
      Also wer hat da jetzt was falsch gemacht.
      Und so kann man weiter über alle Entscheidungen diskutieren.

      1. wipf1953

        Du kannst das nicht über einen Kamm scheren:

        Felix Götze hat zwar gegen uns getroffen, ist aber kein Stammspieler bei Augsburg.

        Friedl hat bei Werder momentan keine guten Karten.

        Adrian Fein war jetzt bei Regensburg zweimal in der S11. Dafür, dass er keine gemeinsame Vorbereitung mit seinem neuen Team hatte ist das nicht schlecht.

      2. Anton

        Es geht doch nur darum, dass man immer wieder hört, dass der Nachwuchs keine Chance bekommt – das hört sich dann so an, als läge das nicht an der Leistung, sondern am Wollen des Vereins.
        Wenn man dann aber sieht, dass es letzlich keiner schafft, sich bei einem anderen Bundesligisten wirklich durchzusetzen, dann sagt das doch einiges aus.
        Nimm dir doch die auch immer durch die Medien geisternden Top-Talente Hojberg, Scholl, Gaudino. Scholl spielt in der 2.Mannschaft eines Regionalligisten. Hojbjerg hat es weder bei S04 noch bei Augsburg geschafft und spielt jetzt beim Tabellensechzehnten der PL. Gaudino hat es weder in der Schweiz noch in Italien geschafft, und das waren auch keine Spitzenteams. Mittlerweile ist er mit 21 vereinslos.

        Ich gönne den Jungs ja jedes Spiel – aber wir reden doch von der 1.Mannschaft des FCB und das ist eben ein anderes Kaliber. Dass es geht, sieht man an Spielern wie Kimmich.

        Und in anderen Vereinen ist es doch oft auch nicht anders.

      3. Rainer

        @Anton. Ist schon richtig. Man hätte nur reagieren müssen als sich Coman verletzt hat. U.H selbst sagte, das ein verletzter Spieler nach der Genesung genauso lange braucht um in Topform
        kommen, wie er vorher ausgefallen ist. Das war m.M.n. fahrlässig.(sieht man jetzt nach dem Ribéry Ausfall noch besser.)Und als Aussenverteitiger Backup werden zumindest zwei Spieler benötigt.(um Ausfälle zu kompensieren und Kimmich und Alaba genügend Regenerationszeit in englischen Wochen zu ermöglichen) aber darüber kann man sicherlich diskutieren:))

      4. rookie

        also coman und Gnabry als backup von Rib und Rob kann man so durchgehen lassen, obwohl du da 3 von vier Spielern hast die extrem verletzungsanfällig sind. Nach dem Coman-ausfall hätte man reagieren müssen.
        Vidal-Verkauf nachvollziehbar, der Ausfall von Tolisso war ja nicht vorauszusehen. Rudy sehe ich schon kritischer, ist ein anderer Typ als Goretzka und Müller, hätte man behalten können, aber ok, ich denke man hat ihm ein entwickeln einer mia san mia Mentalität nicht zugetraut, insofern ,naja lassen wir mal durchgehen.
        Innenverteidiger: wenn Martinez im Mittelfeld eingeplant war , sind Süle Boateng und Hummels einer zu wenig. Hier schon mal ein leichter Kritikpunkt.
        Der Hauptpunkt, den alle ja auch meinen ist aber der Bernat verkauf, nur ein backup für zwei Außenverteidiger geht einfach gar nicht bei einer Dreifachbelastung.Ja nachher ist man schlauer, aber sorry fast das komplette Forum hie,r hat die jetzt eingetroffene Situation vorausgesagt und wir haben noch nicht einmal März…

      5. Anton

        Rookie, eigentlich sollten RibRob das Backup für Coman und Gnabry sein-hat sich leider erledigt. Ja, hätte man spekulieren können -hat man aber nicht. Zum Saisonbeginn hatte man 9 Mittelfeldspieler für 4 Plätze, gut, Tolisso konnte man nicht ahnen.
        Der Dreierpack für die IV hat ja letzte Saison auch funktioniert, da ist dann Martinez der Notnagel, wenn es ganz blöd läuft und 2 von drei verletzt sind. Aber spätestens seit der legendären “Zwergenabwehr” regt das keinen mehr auf, hat doch funktioniert!.
        Und dann stellt sich natürlich die Frage: Warum soll das, was mit drei IV geht, nicht auch mit drei AV gehen. Gut ein Goretzka war nicht glücklich auf der Alaba-Position, ein Gnabry wurde da auch schon getestet -also wenn es wirklich, unbedingt, im Notfall, ausnahmsweise sein muss, bekäme das gelöst.

        Natürlich ist das alles nicht so ganz komfortabel – aber versetze dich mal in die Situation eines anderen Trainers -30er Kader – 11 auf dem Platz +7 auf der Bank. Da,mit darf er dann an jedem Spieltag eine komplette Elf auf die Tribüne schicken. Der freut sich ja fast über Verletzungen.

        Na gut, wir haben nur 19 Spieler und davon sind 2 langfristig verletzt.
        Da müssen dann eben die Vorhandenen ran – die wollen ja eigentlich auch immer alle spielen und sind schon beleidigt, wenn sie nicht dürfen.
        Die Geschichte ist eben immer zweischneidig- sind alle fit, alles gut, keiner muss zuviel aussetzen, alle zufrieden, alle bekommen genug Einsatzzeit.
        Sind welche verletzt, der Kader ist zu klein, das hätte man doch wissen müssen, da hätte man reagieren müssen, die Belastung ist zu groß.
        Und hast du einen großen Kader- der X bekommt zuwenig Spielzeit, die Spieler sind unzufrieden, warum bekommt Y keine Chance, der Trainer sollte langsam mal seine Startformation zu finden….
        Gut dass der Kader so groß ist, so können wir die Verletztenmisre auffangen.

        Wie mans macht, ist es je nach Schicksal alles genial oder alles Mist.

  19. Icke

    Gegen die Kritik am Artikel… Genauso habe ich das Spiel auch gesehen. Schaut das Spiel ohne Ton, und es war wahrlich kein Befreiungsschlag gegen äußerst schwache Wolfsburger.
    Andererseits ist es für mich noch unklar, ob es eine “solide Leistung” vor dem Hintergrund der aktuellen Situation war (Stabilität first) oder das Abfinden mit einer Übergangssaison, die ja auch nicht so unnormal wäre.
    Nach Dortmund sind wir schlauer.

  20. Rainer

    @Anton..“Zum Saisonbeginn hatte man 9 Mittelfeldspieler für 4 Plätze…aber versetze dich mal in die Sirütuation eines anderen Trainers-30er Kader“. Im Prinzip bestätigst Du mit deinen Aussagen selbst das Dilemma. Es geht hier nicht um die Größe des Kaders, sondern um die Ausgewogenheit. D.h. jede Position sollte einen qualitativ angemessenen Ersatz haben. Und nicht einige Positionen 3-4 Backups. In der Innenverteidigung bin ich da voll bei Dir. Und wie gesagt zu Saisonbeginn war die Position der Winger auch gut besetzt…..nach der Coman Verletzung und den Verkäufen hätte man reagieren müssen. Z.B einen Spieler verpflichten, der auf der linken Seite Offensiv und defensiv eingesetzt werden kann. Die Verletzungshistorie einiger Spieler ist zudem nicht berücksichtigt worden. Ribéry fällt jetzt auch aus. Mit Gnabry und Robben(ich hoffe das er sich nicht auch noch verletzt) haben wir nur noch zwei Gute Winger im Kader für das CL Auswärtsspiel. Es darf also im Prinzip nichts mehr passieren und an ein nachlegen im Falle eines Rückstandes ist unmöglich. Das kann nicht unser Anspruch sein. Natürlich kann man das System verändern und Müller auf rechts spielen lassen oder den Fokus mehr in die Mitte des Spielfeldes verschieben. Taktisch alles okay. Aber m.M.n. Sollte man im Oktober noch nicht zu solchen Maßnahmen aufgrund der Kaderzusammenstellung gezwungen werden.

    1. Anton

      Rainer, es ist trotzdem immer eine Spekulation mit hätte, wäre. wenn. Ich muss immer an Weinzierl denken, dem man bei S04 praktisch zum Dienstantritt seine Wunschtruppe hingestellt hat. Zum Saisonbeginn hatten sich dann 4 der 5 Neuverpflichtungen praktisch bis zum Saisonende mverletzt abgemeldet. Ergebnis erst mal 6 Spiele in Folge verloren. Das hatten die sich auch nicht so vorgestellt. Ein Nagelsmann steht plötzlich in Hoffenheim mit 10 Verletzten da und soll dann gefälligst gegen ManCity und Co was reißen.
      Schau dir die letzten Jahre an, es passiert eigentlich immer wieder – da hast du eine bärenstarke Verteidigung mit einem Boateng und einem Martinez – und noch einem Badstuber in der Hinterhand – und plötzlich musst du mit der berühmten Zwergenabwehr antreten. Ich erinnere mich noch an das Spiel gegen den BVB, wo dann ein Aubamejang gegen den gefürchteten Innenverteidiger Kimmich spielen durfte.
      Und ein weiteres Problem ist natürlich auch der Zeitfaktor. Wen bitte wolltest du denn in den letzten drei Tagen Transferfenster holen, der genau die Voraussetzungen wie von dir beschrieben erfüllt.
      Einer hatte sich verletzt! Dass dann noch Tolisso und Rafinha folgen, konnte ja keiner vorhersehen.
      Und gerade das mit der Ausgewogenheit ist eben das große Problem, denn die Spieler die du dafür brauchst, sind oft genug entweder nicht zu bekommen oder nicht zu bezahlen.

      1. Rainer

        @Anton. Laut U.H wurde ja wohl sehr früh beschlossen, Bernat abzugeben. Daher war für die Aussenverteidiger Backup Planung genug Zeit. Zu diesem Zeitpunkt war m.M.n. z.B. ein Kenedy noch auf dem Markt. Der kann auf der linken Seite offensiv und defensiv spielen, ist schnell und zudem noch jung. Und zudem hätte man sich und Bernat eine Deadline setzen können. Ich bin auch kein Fan eines aufgeblähten Kaders. Trotzdem muss die Qualität und Quantität stimmen. Du hast natürlich Recht damit, das sich immer Engpässe aufgrund von Verletzungen auftun können. Allerdings kann man bei Neuverpflichtungen auch die Verletzungshistorie eines Spielers berücksichtigen. (Was ja natürlich nicht das einzige Kriterium sein darf. Sonst hätten wir Robben nie geholt und damit einen Riesen Fehler gemacht). Ein 30er Kader ist Wahnsinn. Allerdings vier Spieler, die die Aussenverteidiger Positionen dem Anspruch entsprechend besetzen können, sind schon wünschenswert…und das Alaba in den letzten Jahren auch schon häufiger verletzt war, ist auch keine neue Erkenntnis.

  21. Herrispezial

    Es wäre für mich auch ok, nur gut 20 Feldspieler im Kader zu haben, wenn
    a) alle Spieler Spitzenklasse wären (das sind aber Wagner, Rafinha und einige weitere nicht (mehr)
    b) diese Spieler im Kader dann wenig verletzungsanfällig wären (und das sind Robben, Ribery, Boateng, Coman, Martinez, Gnabry eben nicht)

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