WM-Blog: Deutschland – Mexiko 0:1 (0:1)

Bei der Weltmeisterschaft in Russland ist Deutschland mit einer Niederlage ins Turnier gestartet. Auch aus Bayern-Perspektive war dies durchaus interessant. Wir analysieren die gestrige Partie und zeigen auf, was sich in den nächsten Tagen schon verbessern muss.

Mats Hummels und Jérôme Boateng waren nicht nur enttäuscht, sondern auch mächtig angefressen. Nach dem Spiel offenbarten sie im Interview, dass sie mit dem Teamspirit auf dem Feld nicht zufrieden waren. Sie kamen sich einsam und alleine vor, wenn die Mexikaner mal wieder auf sie zuliefen.

Ohnehin fegten die Mittelamerikaner wie ein Tornado über die Mannschaft von Joachim Löw, wenn sie den Ball gewonnen hatten. 66 Prozent Ballbesitz, 87 Prozent Passquote, 26 Abschlüsse – diese Statistiken sprachen für die Deutschen.

Allerdings gewannen sie nur 44% der Zweikämpfe und unter den insgesamt 78 Fehlpässen waren Zuspiele dabei, die dem Bundestrainer noch mehr graue Haare beschert haben müssen. In anderen Worten: die Statistiken lügen.

Es war ein lange uninspirierter und schwacher Auftritt des Weltmeisters. Die Mexikaner hingegen wirkten mannschaftlich geschlossen, spritzig, frisch und willensstärker. Aber sie hatten auch einen klaren Plan. Oliver Bierhoff zeigte sich nach der Niederlage überrascht von der Herangehensweise des Gegners. Dabei war die Flexibilität der Mexikaner zumindest keine komplett neue Erkenntnis.

Kroos und Hummels zustellen, die Außenbahnen attackieren

Mexiko wusste, dass sie Toni Kroos und Mats Hummels auf der linken Seite herausnehmen mussten. Das gelang ihnen herausragend gut. Kroos spielte immerhin sechs Fehlpässe und brachte von seinen restlichen Zuspielen kaum einen gefährlichen Ball in freie Zonen.

Hummels machte weniger Fehler in Ballbesitz. Das lag allerdings daran, dass er kaum Bälle bekam. Das Pressing der Mexikaner sorgte dafür, dass der Münchner nur 37 Pässe spielte und so völlig aus dem Aufbauspiel der Deutschen verschwand.

Häufig wurden sie damit schon früh auf die Außenbahn gezwungen, die dann konsequent und zielsicher attackiert wurde. Mexiko agierte sehr flexibel und veränderte sowohl Höhe als auch Staffelung im Pressing je nach Spielsituation. Am Ende des Spiels ließen sie sich zunehmend fallen, waren aber dennoch in der Lage, den Gegner weitestgehend aus der Gefahrenzone herauszuhalten.

Mexiko hat an diesem Abend ein eindrucksvolles und großartiges Spiel gemacht. Bevor man anfängt, die Fehler der deutschen Nationalmannschaft zu analysieren, sollte das gesagt sein. Sie hatten eine gute Kompaktheit in jeder Spielphase und gingen mit Kopf und Herz in die Zweikämpfe. Schon nach wenigen Sekunden erzwangen sie die erste große Chance des Spiels und unterstrichen damit den mutigen Anspruch, den Weltmeister zu schlagen.

Joachim Löw hat viel Arbeit vor sich

Es steht aber außer Frage, dass auch der Weltmeister gehörigen Anteil an der Überraschung hatte. Der von Hummels und Boateng kritisierte Teamspirit äußerte sich mehrmals in mexikanischen Kontern, in denen sich die beiden Innenverteidiger alleine gegen drei oder vier wendige und schnelle Gegenspieler wiederfanden.

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Die Frage, die sich viele Fans stellten: Wie kann das sein? Hat Löw eine falsche Strategie gewählt? Waren es die falschen Spieler, die er ins Rennen schickte? Oder gibt es vielleicht noch ganz andere Faktoren? Die rund 80 Millionen Bundestrainer haben ihre verschiedenen Urteile bereits abgegeben. Auch wir haben Punkte gefunden, in denen sich die Nationalmannschaft verbessern muss, wenn sie die nächste Runde erreichen möchte.

1. Mannschaftliche Kompaktheit

Im Vergleich zu den Mexikanern wirkte das Spiel der Deutschen chaotisch. Die defensive Grundordnung schwankte zwischen ganz gut und vogelwild. Manchmal reichte ein langer Ball des Gegners, um die Löw-Elf in Unterzahlsituationen zu bringen.

Fast aus dem Nichts waren Hummels und Boateng dann in höchster Not. In Phasen des Angriffspressings war es zu einfach, die vorderste Linie mit Werner, Özil, Draxler und Müller zu überspielen und anschließend das Mittelfeld in Überzahl zu überrennen. Kroos und Khedira kamen kein bisschen in die Zweikämpfe, fanden häufig nicht mal den Anschluss an das eigene Pressing.

Der Mannschaft ging phasenweise jegliche Kompaktheit ab. Das war auch in den Testspielen einige Male zu beobachten. Bei Ballverlusten stimmten die Abstände dann nicht und Mexiko war mit wenigen Pässen im letzten Drittel.

2. Desaströse Schaltzentrale

Ohnehin müssen sich Kroos und Khedira die Hauptverantwortung für die fehlende Kompaktheit zuschreiben lassen. Sie sind das Bindeglied zwischen Offensive und Defensive. Mit ihren Pässen entscheiden sie das Spieltempo, mit ihren Zweikämpfen entlasten sie im Normalfall die Defensive.

Nun war Kroos in seinem Spiel durch das mexikanische Pressing aber stark einschränkt. Dadurch boten sich immerhin Räume für Khedira, der den Ball immer wieder nach vorne schleppte, aber nicht für die genialen Momente sorgen konnte. Seine Entscheidungsfindung war meist schlecht oder zu langsam.

Er war schlicht nicht in der Lage, die Vorteile zu nutzen. Deshalb blieb das Aufbauspiel einzig und allein an Boateng hängen. Der Innenverteidiger war das belebende Element im ersten Drittel.

Toni Kroos hatte keinen einfachen Tag.
(Foto: Francisco Leong / AFP / Getty Images)

Erst als Khedira ausgewechselt wurde und Özil sich tiefer fallen ließ, gab es eine klare Verbesserung in der Spielkontrolle. Khedira ist einfach nicht der Spielertyp, den es gegen gut organisierte Gegner braucht. Dafür ist er mittlerweile zu langsam. Löw schwächt sein eigenes Mittelfeld, wenn er den Weltmeister aufgrund vergangener Erfolge weiter aufstellt.

Auch andere Mannschaften werden versuchen, Kroos aus dem Spiel zu decken. Umso wichtiger wäre ein kreativer Partner wie Gündogan. Goretzka wäre die etwas dynamischere Alternative, die die dadurch entstehenden Räume ähnlich nutzen könnte, wie es Khedira zu seinen besten Zeiten tat. Die scheinen allerdings vorbei zu sein.

3. Die Konterabsicherung

Mit einer anderen Besetzung auf der Sechserposition sollten sich auch die gefährlichen Ballverluste verringern lassen. Mehr Kontrolle würde mehr Ruhe bedeuten, die das deutsche Team unbedingt braucht. Dennoch werden sich nicht alle Konter durch Ballbesitz verhindern lassen.

Ein häufiges Problem gegen Mexiko war, dass die Außenbahnen viel zu offen waren. Gerade auf Kimmichs Seite kam es zu vielen gefährlichen Gegenstößen. Nicht selten wurde dessen Qualität in der Rückwärtsbewegung deshalb in Frage gestellt.

Tatsächlich lag hier aber eher ein Defizit in der Konterabsicherung als ein Defizit bei Kimmich vor. Der 23-Jährige wurde überhaupt nicht abgesichert. Seine Rolle muss und soll er so offensiv interpretieren. Gerade weil Müller dann in die Zentrale rücken und der Außenverteidiger seine gefährlichen Pässe, Läufe und Flanken produzieren kann.

Allerdings schien auch Khedira nur die Offensive zu kennen. Niemand war da, um im Halbraum die Vorstöße abzusichern. Bayern-Fans kennen beispielsweise die Tolisso-Rolle aus der vergangenen Saison, in der der Franzose konsequent Kimmichs Rücken freihielt. Khedira gelang dies überhaupt nicht. An ihm ging das Spiel komplett vorbei und er öffnete dem Gegner damit viel zu viele Räume.

Selbst Özil, der wahrlich kein guter Verteidiger ist, übernahm die Absicherung nach dem Wechsel deutlich besser als der ehemalige Stuttgarter. Richtig ist dennoch, dass Kimmich häufig nicht im Sprint zurückkam. Wie viele seiner Mitspieler, trabte auch er viel zu spät aus dem rechten Rand ins Bild, wenn die Mexikaner wieder einen gefährlichen Konter beendeten. Ob das eine Einstellungsfrage oder eine der Kondition war, lässt sich von außen nicht beurteilen. Seine Wege waren schließlich weit und gerade in der Anfangsphase musste er oft die komplette Außenbahn auf und ab rennen. Sein Auftritt war dennoch kein schlechter, sondern mindestens ordentlich.

Boateng und Hummels sahen sich durch die fehlende Absicherung jedoch oft zu voreiligem Herausrücken gezwungen, weil sie alleine die Restverteidigung übernahmen. Gerade Hummels nahm sich damit mehrfach selbst aus dem Spiel. Das geht zwar besser, sollte aber eher ein Vorwurf an die Vordermänner sein, die diese Situationen zuließen. Beide wurden an diesem Abend eher im Stich gelassen als sie selbst für die Niederlage verantwortlich waren.

4. Einstellung und Mentalität

Als Mesut Özil beim Gegentor über das halbe Spielfeld sprintete, um den Fehler Khediras zu reparieren, wurde deutlich, was derzeit ganz besonders fehlt: die berühmte Einstellung. Weder Kroos noch Khedira machten den Eindruck, dass sie heiß auf den Auftakt waren.

Beide trabten regelmäßig hinterher, während ein Offensivspieler deren Meter gehen musste. Auch das meinten die beiden Innenverteidiger, als sie davon sprachen, sich allein gefühlt zu haben. Als Kroos in der ersten Halbzeit einen Zweikampf an der Mittellinie verlor, lief er dem Gegenspieler in einem Tempo hinterher, für das der ein oder andere Kreisspieler schon nach fünf Minuten ausgewechselt wurde.

Bevor also irgendwelche taktischen Veränderungen vorgenommen werden, sollte sichergestellt werden, dass “Die Mannschaft” sich wieder auf dem ganzen Feld gegenseitig unterstützt. Es fehlt die Schärfe im Spiel einer Mannschaft, die müde und lustlos wirkt.

5. Es gibt tatsächlich zwei Flügel

Marvin Plattenhardt absolvierte am Sonntagabend sein WM-Debüt für Deutschland. Doch. Er hat wirklich gespielt. 23 Pässe, 75% Zweikampfquote, ein Torschuss – es gibt sicherlich schlechtere Debütanten. Die großen Jungs wollten ihn aber nicht so wirklich mitspielen lassen.

Das lag zum Teil daran, dass Boateng und Khedira selten die Seite wechselten. Auch der häufig aus dem Spiel genommene Kroos hatte einen Anteil. Hauptgrund dürfte aber gewesen sein, dass Draxler keinerlei Einfluss nehmen konnte. Wenn er den Ball bekam, ging er nur selten in Dribblings.

Der Grund für seine Nominierung war, dass Löw einen Draxler in Erinnerung hatte, der dynamisch ist und für Durchbrüche in den Strafraum sorgt. Gegen Mexiko dribbelte er höchstens mal quer in die Mitte, um dann eine Fehlentscheidung zu treffen. Deutschland spielte links mit einem verhaltenen Außenverteidiger und einem Spieler, der schon lange kein gutes Spiel mehr gemacht hat.

So spielten die Deutschen immer wieder dieselben Spielzüge. Immer über rechts, immer berechenbar, immer leicht zu verteidigen. Durchbrüche in den Strafraum gab es kaum. Deutschland braucht aber eine zweite starke Seite, um wieder flexibel die Seiten wechseln zu können und den Gegner in Bewegung zu bringen.

6. Löw wirkte ideenlos

Wenn selbst ein Trainer nicht auf die Geschehnisse reagiert, stimmt irgendetwas nicht. Eigentlich war der Auftritt des Bundestrainers das Schockierendste am Abend. Schon nach zehn Minuten wurde deutlich, dass die Konterabsicherung mangelhaft ist.

Löw hätte reagieren können, indem er Khedira oder Kimmich zu mehr defensiver Stabilität beruft. Auch die Auswechslung von Khedira kam im Prinzip zu spät. Mit Julian Brandt hatte der Trainer sogar eine Waffe auf der Bank, die direkt mit der ersten Aktion mehr Gefahr ausstrahlte als Draxler im gesamten Spiel zuvor.

Ihn hätte er vielleicht früher bringen sollen. Es macht wenig Sinn, den Bundestrainer nach dieser Niederlage gänzlich zu hinterfragen. Dafür hat er zu oft bewiesen, dass er richtige Entscheidungen treffen kann. Allerdings muss auch er sich nach der Auftaktniederlage kritische Fragen gefallen lassen. Sein Ingame-Coaching war lange Zeit gar nicht vorhanden und kam dann vermutlich zu spät.

Löw gingen früh die Ideen aus.
(Foto: Matthias Hangst / Getty Images)

Darauf kann Löw aufbauen

Trotz allem war nicht alles schlecht. Löw konnte durchaus auch Dinge beobachten, die schon sehr gut funktionierten. Zwei Spieler hatten eine gute Frühform und der Kader bietet viele Optionen.

1. Lichtblicke Boateng und Özil

Tatsächlich gab es Spieler in der Startelf, die sofort ein gutes Niveau hatten. Boateng rettete seine Mannschaft mehrfach vor einem höheren Rückstand, gewann sogar 64% seiner Zweikämpfe. Im Aufbauspiel wusste der Verteidiger mal mehr mal weniger zu überzeugen, aber grundsätzlich war er auch da der einzige kreative Impuls im Team. Dem 29-Jährigen hat die Pause geholfen. Er scheint fit und bereit zu sein. Auf Boateng ist pünktlich zum Turnier wieder Verlass.

Ein weiterer Spieler, der zu den besten Deutschen in einem wackligen Gefüge zählte, war Mesut Özil. Der Spielmacher initiierte fast alle Angriffe seines Teams. Es waren nicht die finalen oder vorletzten Pässe, die er am Fließband lieferte, sondern eher die Zuspiele in den Zwischenlinienraum.

Immer wieder gelang es ihm, seine Mitspieler in gute Ausgangssituationen zu bringen. Unter den vier Torschussvorlagen waren zudem zwei sehr sehenswerte Pässe. Im Mittelfeld war er im Kontrast zu Khedira und dem fahrigen Müller ein beruhigendes Element. Nach der Umstellung wurde das Spiel der Deutschen mit ihm in tieferen Zonen gefährlicher und sicherer.

Özil machte kaum Fehler und zeigte trotz aller Kritiker, dass es ihn braucht, wenn Deutschland in diesem Turnier Erfolg haben will. Dafür müssen aber auch seine Mitspieler in der Offensive wieder spritziger, aktiver und sicherer werden.

Bei Manuel Neuer hat man ebenfalls das Gefühl, dass er auf einem guten Weg ist. Wirklich beweisen konnte er sich nicht, aber er machte keine Fehler und beteiligte sich aktiv im Aufbauspiel. Für eine endgültige Bewertung braucht es zwar noch mehr Belege, doch es ist erwähnenswert, dass seine Ausstrahlung und sein Spiel schon wieder gewohnt sicher wirken.

2. Die Breite im Kader

Der Bundestrainer ist normalerweise dafür bekannt, dass er flexibel auf Situationen reagieren kann. Gegen Schweden könnte es deshalb schon personelle Veränderungen geben. Reus und Brandt wussten nach ihren Einwechslungen direkt zu überzeugen. Beide belebten das Spiel merklich. Gündogan, Goretzka und Rudy sind hingegen Kandidaten, um Khedira zu ersetzen.

Ob Löw schon so früh seine Startaufstellung verändert, wird sich zeigen, aber theoretisch hat er so viele Optionen, dass einige Ausfälle durchaus kompensiert werden können. Allein das dürfte Mut machen. Auch seine Formation wird der 58-Jährige nochmal überdenken müssen. Das 4-2-3-1 passt so nicht zur strategischen Ausrichtung. Mit einer Dreierkette könnten die Räume bei Kontern breiter verteidigt werden.

Ausblick

Alles in allem muss aus der Niederlage der Deutschen aber noch kein Drama gemacht werden. Die Baustellen sind dennoch ungewöhnlich groß. Löw hat allerhand zu tun, um schon gegen Schweden eine klare Verbesserung zu erreichen.

Dass ihm dabei Spieler wie Lahm, Mertesacker und Schweinsteiger fehlen, steht außer Frage. Spieler, die dort hereinwachsen können, sind noch zu jung oder nicht in der entsprechenden Form, um das ganze Team tragen zu können. Das ist ein sehr großes Problem.

Gerade auf der rechten Seite kann Lahm im aktuellen System nicht ersetzt werden. Kimmichs Vorstöße werden dazu nicht genügend abgesichert. Dass man Lahm aber als Mannschaft ersetzen kann, zeigte der FC Bayern in dieser Saison. Dort funktionierte Kimmich in seiner offensiven Rolle sehr gut. Löw könnte mit einer strategischen Umstellung ebenfalls gegensteuern. In einem 3-4-1-2 würde die Mannschaft vielleicht eine bessere Balance auf den Platz bekommen.

Vielleicht hätte auch Kroos dann bessere Möglichkeiten, um sich aus dem Pressing der kommenden Gegner zu befreien. Auf ihm wird der Fokus auch in den kommenden Wochen liegen. Wenn ein Spieler damit aber umgehen kann, dann er.

Noch wichtiger wird es sein, dass der Bundestrainer Draxler und Khedira entweder gänzlich austauscht oder sie zumindest in die entsprechende Form bringt. Letzteres dürfte in der Kürze der Zeit fast unmöglich sein.

Gegen Schweden haben die Deutschen jetzt ihr erstes Finale. Dann wird sich zeigen, ob die Mannschaft in der Lage ist, in wenigen Tagen eine Reaktion zu zeigen. Die Aussagen von Boateng und Hummels deuten jeweils darauf hin, dass dieser Tage einiges hinterfragt wird. Gut so.

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Leserkommentare
  1. FR7

    Sehr starke Analyse. Selbst den bemalten Eventis beim Public Viewing fiel auf, dass die linke Seite komplett abgemeldet war. Mexiko ließ Deutschland dort den Ball wo es für sie ungefährlich war und stellten sich kollektiv darauf ein Deutschlands rechte Seite rund um Kimmich, Müller und sogar Özil zu verteidigen. Natürlich hat Khedira ein sauschlechtes Spiel gemacht aber hier ist niemand anderes außer Löw in die Pflicht zu nehmen. Der hätte ihn entweder gar nicht aufstellen sollen oder früher auswechseln müssen. Brand und Reus waren bärenstark, gerade Reus hat fast jeder zurecht in der Startelf erwartet. Auch ein Sané hätte als Joker über links sehr, sehr gut getan. Aber gut, anderes Thema… Fast jede Weltmeistermannschaft macht den Fehler in der darauffolgenden WM die Weltmeister hinzustellen und denselben Erfolg zu erwarten und schieden häufig so in der Vorrunde aus. Löw könnte Mut beweisen und eher hungrige Jungs wie Goretzka und Brandt spielen lassen. Schade dabei, dass Gnabry und Sané fehlen. Der Ausfall Hectors war doch eigentlich die perfekte Gelegenheit eine spielstarke Dreierkette aus Hummels, Boateng und Süle spielen zu lassen, aber hätte, hätte,… Intern dürfte jetzt die Hölle los sein, gegen Schweden wird man sicher gewinnen, was danach passiert wird sehr spannend. Denn auch Brasilien ist nicht gerade in WM-Favoritenform. Würden beide Mannschaften wettbewerbsverzerrend versuchen sich in einem Achtelfinale aus dem Weg zu gehen, wenn Brasilien die Gruppe gewinnt und Deutschland Zweiter wird oder umgekehrt? Bzw. würden beide Teams im Zweifelsfall versuchen jeweils Gruppenzweiter zu werden um sich aus dem Weg zu gehen? Die Illuminati werden’s wissen. Bisher eine geile WM, alle Favoriten wussten bisher zu überraschen.

    1. FR7

      Und bitte, das mit Brasilien war alles Spaß. Bevor wieder die üblichen mimimi Kandidaten angetrabt kommen, keinen Spaß verstehen und fragen was ich mir denn bei x und y bitte denken würde. :)

    2. Kurt

      Glaube kaum, dass man da aktiv drauf hinarbeitet, aber passieren kann es doch wirklich. Ich sehe Brasilien nicht zwangsläufig mit einem Sieg gegen Serbien und dann wird es schon schwierig 1. zu werden.

      Wird haben diese Saison doch mit PSG – Real die perfekte Blaupause gehabt.

  2. Kurt

    Immerhin eine faire Beurteilung von Özil. Der wurde mir von Vielen als zu schlecht bewertet.

    Müller war leider schwach, aber wie immer viel zu unnötiges vernichtendes Urteil. Wenn er da sein muss, wird er da sein. Mark my words.

    Khedira darf keine Minute mehr für Deutschland auf dem Platz stehen. Am besten man gibt Kroos mit Süle einen Casemiro an die Seite. Vor allem die Ausflüge von Kimmich würde der auch sinnvoll absichern können. Müller muss auf die 10. Brandt/Özil/Reus können alle auf Rechts.

    Finde insgesamt die Krisenstimmung mehr als albern. Das ist ja sogar noch schlimmer als bei FC Bayern. Gegen Schweden und Südkorea wird man hoch gewinnen und je nachdem wie sich Mexiko schlägt, ist dann sogar noch der Gruppensieg drin.

    Brasilien muss auch erstmal 1. werden. Dann wäre auch ein zweiter Platz okay.

    1. Olorin

      “aber wie immer viel zu unnötiges vernichtendes Urteil.” “Khedira darf keine Minute mehr für Deutschland auf dem Platz stehen.”

      Wie war das mit dem unnötig vernichtenden Urteil?

      1. Kurt

        Das ist der Unterschied zwischen gewollt und nicht gekonnt und weder gewollt, noch gekonnt, noch irgendwie anwesend.

    2. Holdor

      Wow! Deutschland hat gegen Schweden hoch gewonnen! Du hast es echt drauf, Kurt, das muss man dir lassen. So einen Fachmann wie dich habe ich schon lange nicht mehr erlebt.

  3. Marco05

    Man weiß in der Tat nicht so recht wo man anfangen soll, ich mach es mal so:

    #27-Mann-Nominierung!
    -zwar mittlerweile gewohnt aber aus meiner Sicht totaler Blödsinn. 10 Tage (oder wie lange war es) bestimmte nur ein Thema die Medien und sicher auch den DFB-Tross: WER FÄHRT HEIM. Vollkommen unnötig wird hier ein riesen Unruheherd aufgemacht, der dann mit der Ausbootung von Sané noch in die Verlängerung ging. Was Löw z.B. an einem Ginter gefressen hat, der vermutlich keine Minute spielen wird, weiß nur er. Er ist halt flexibel. Und hält die Klappe, wenn er nicht spielt, aber kann es das sein??? Ach so, Thema Neuer und Erdogan waren auch noch…

    #Testspiele
    Österreich und Saudi-Arabien sollten ja alarmierend genug gewesen sein, was die Mannschaftsleistung anbelangt hat. Anscheinend waren sie es nicht. Gerade der eklatant schwache Auftritt gegen die Saudis gab mehr Rätsel als Antworten, welche man heute noch schuldig ist. Es folgten die normalen Durchhalteparolen und das Credo “wird scho”. Btw, das “Motto” Best never Rest ist auch sowas von daneben, aber seis drum…

    #WM-Quartier
    scheint nicht so die Bombe zu sein, vorsichtig ausgedrückt. Gut möglich, dass das etwas auf die Stimmung drückt wenn man irgendwie Schullandheim-Atmosphäre hat. Steril, langweilig, eintönig, im Ort tote Hose…klingt alles nicht gut, was man da hört. Gerade die Weltmeister werden da not amused seit, weil sie was anderes gewöhnt sind.

    #Startformation
    Die Tatsache, dass wir keinen linken Verteidiger von annähernd internationalem Niveau haben, ist nicht neu, aber das ist ein Dilemma sondergleichen. Gerade weil die AV-Position an Bedeutung gewonnen hat, da sind wir total blank. Also auch egal, dass es dann Plattenhardt war, der dann irgendwie null im Spiel war.
    Was den Einsatz von Özil seit 2010 rechtfertigt werde ich nie verstehen und warum man Reus nicht direkt gebracht hat… ok.
    Das fatale war aber die MF-Zentrale. MIR war das im Vorfeld schon klar, dass man mit dem wohl gesetzten Duo Kroos/Khedira OHNE defensives Mittelfeld antritt. Khedira interpretiert seine Rolle ohnehin eher “wild” und von Kroos weiß man, dass der Defensive nur aus Büchern kennt.

    Genauso kam es dann auch, nicht erst beim 0:1 aber das war das Paradebeispiel. Garniert noch von Hummels absolut uncleverem Verhalten. Und so in etwa setzte es sich fort, ohne das wir groß zwingend wurden. Erinnerte einen irgendwie fatal an manche Spiele des FCB, gerade weil noch die Ideenlosigkeit in der Offensive dazu kam.

    Wie lautet nun die Lösung? Ganz ehrlich, ich sehe keine. Es fehlt uns der defensive 6er, der den Laden zusammenhält. Entweder muss Süle das machen, oder Kimmich. Dann muss Khedira leider draußen bleiben, aber das hat er sich erarbeitet. Für mich muss auch Özil raus und Gündogan rein, der deutlich kreativer ist. Dazu Reus für Müller, der komplett neben sich steht.

    Grundsätzlich müsste sich auch was ändern, was die “Wachheit” anbelangt. Die Einsatzbereitschaft will ich gar nicht anzweifeln aber es wirkt alles so schlafmützig. Ich weiß aber nicht, wo das herkommen soll, nachdem bereits die 2 Testspiele nichts bewirkt haben.

    Unterm Strich:
    Die WM 2018 wirkt von vorne bis hinten wie eine Geschichte voller Missverständnisse. Kader-Zusammensetzung, Erdogan-Affäre, Quartier, überaltete (satte) Mannschaft, fehlende Optionen und Wille beim Bundestrainer usw.
    Ich denke es wird uns so gehen wie den letzten europäischen Weltmeistern im Folgeturnier: Vorrundenaus!

    1. Hast du Schweden gegen Südkorea gesehen? Das war Not gegen Elend. Wenn wir gegen die nicht gewinnen, dann weiß ich auch nicht mehr. Allein wenn wir die Konterabsicherung im zentralen/defensiven Mittelfeld in den Griff bekommen (Rudy/Gündogan?), sollte das fast schon zu zwei Siegen reichen, wenn auch möglicherweise glanzlos. Danach wird es dann allerdings in der Tat spannend. Wir haben jetzt zwei Spiele, in denen wir noch “experimentieren” können, was Taktik und Spielerauswahl betrifft.

      Ich sag’s, wie es ist: Ich hab auf Mexiko getippt und mein Tipp war, dass Deutschland im Halbfinale gegen Brasilien ausscheidet, also Weltmeister werden wir eh nicht. Andererseits macht einem schon Mut, dass irgendwie keiner der Favoriten sbisher so richtig überzeugen konnte. Wir werden sehen :)

    2. Lukas

      Warum Özil gesetzt ist? Weil er einer der besten Fußballspieler der Welt ist. Witzigerweise ist Özil sogar einer der wenigen, bei dem man das relativ Objektiv behaupten kann. (damit sind Statistiken gemeint)

  4. Doppel-Tee

    Gute, unaufgeregte Analyse.

    Grade auf Kimmich wird derzeit ziemlich eingeknüppelt. Dabei sollte eigentlich jedem, der seine Saison verfolgt hat, klar sein, dass er defensiv noch einige Defizite hat, die von anderen Spielern kompensiert werden sollten. Vor allem, wenn er dermaßen offensiv agiert (was er doch bestimmt nicht gegen den Willen des Trainers tut), muss er abgesichert werden. Das klappte in München ja auch ganz gut.
    Es ist schon interessant, dass wir beim FC Bayern anscheinend ein Überangebot des Spielertypes im Kader haben, der der Nationalelf abgeht (Tolliso, Martinez, in geringerem Maße Vidal).
    Kann es sein, dass Deutschland ein Problem auf der Position des defensiven Sechsers hat?
    Schweini hat ja seinerzeit in der Nationalmannschaft hinter Khedira den defensiveren Part der Doppel-6 übernommen, obwohl er bei uns (vor Martinez) eher der offensive Teil war. Das war auch riskant, hat aber funktioniert.

    Ich war ja überrascht, das einige „Experten“ (u. a. Völler) kurz vor der WM davon sprachen, dass die jetzige Mannschaft stärker sei, als das Team von 2014. Der Verlust von Lahm und Schweinsteiger (und in geringerem Maße der von Mertesacker und Klose) wiegt schon schwer.
    Im Kadervergleich sehe ich lediglich Reus Teilnahme als Pluspunkt für die 2018 Truppe.
    Allerdings empfinde ich auch die Schwäche der deutschen Vereinsmannschaften als Problem. Vor vier Jahren konnte auf die gute Arbeit von Bayern und des BVBs (bzw. Guardiolas und Klopps) aufgebaut werden. Vor allem das Pressingverhalten hat sich mMn deutlich verschlechtert.

    Es kommt aber es wohl auch nicht von ungefähr, dass der jeweils amtierende Weltmeister bei den letzten WMs eher enttäuschte (2002, 2010 und 2014 gab es das Aus schon in der Vorrunde, 2006 „erst“ im VF). Die Erwartungshaltung ist enorm, man wird von allen gejagt, kann, sofern man den Titel nicht verteidigt, sowieso nur verlieren.

    Nichtsdestotrotz hat man das Weiterkommen immer noch in der eigenen Hand.
    Zumindest Kroos dürfte ja wissen: Eine schlechte Vorrunde ist kein schlechtes Omen für eine erfolgreiche Titelverteidigung!
    Na gut, wenn man ausscheidet natürlich schon ;)

    1. Olorin

      “Es ist schon interessant, dass wir beim FC Bayern anscheinend ein Überangebot des Spielertypes im Kader haben, der der Nationalelf abgeht (Tolliso, Martinez, in geringerem Maße Vidal).”

      Eigentlich nicht. Defensive Mittelfeldspieler haben wir nur Martinez und mit deutlichen Qualitätsabstrichen Rudy. Was sowohl die N11 als auch wir im Überfluss haben sind torgefährliche Box-to-Box-Achter (Vidal, Tolisso und ab nächster Saison Goretzka bei uns, Khedira, Goretzka und Can in der Nationalelf.

      1. Doppel-Tee

        Da habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt.
        Ich wollte nicht sagen, dass Tolisso und Vidal reine defensive Sechser sind. Sie können das aber schon spielen, auch wenn beide auf der Acht stärker sind.
        Mir ging es eher um die auch in der Analyse erwähnte Absicherung Kimmichs, bei dessen offensiven Ausflügen. Das hat Tolisso eigentlich oft ziemlich gut hinbekommen. Auf jeden Fall besser als Khedira, der sich schon bei der letzten WM, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, defensiv auch eher auf Schweinsteiger verließ. Schweini war auch kein reiner defensiver Sechser, hat diese Aufgabe in der N11 aber toll gemeistert. Khedira braucht selbst jemanden, der ihn bei seinen Ausflügen absichert.
        Die Kombination Kroos/Khedira ist nochmal deutlich offensiver als Khedira/Schweinsteiger und damals spielte noch Lahm, der nicht so offensiv agierte wie Kimmich und nach hinten besser war.
        Man braucht keinen Weltklasse-Sechser (auch wenn das natürlich schön wäre), aber zumindest jemanden, der die Position (je nach Spielsituation) zumindest ordentlich ausfüllen kann. Und da sehe ich den FC Bayern schon im Vergleich zur N11 im Vorteil.

  5. Jo

    Ein WM-Blog. Sehr schön. Wird hoffentlich auch fortgeführt, wenn wir nach der Vorrunde rausfliegen. Aber genug des Defätismus.
    Ansonsten eine überzeugende Darstellung einer wenig überzeugenden Vorstellung.

    Zwei, nicht Ergänzungen, sondern eher Bekräftigungen:

    – Ja, Özil war echt nicht schlecht und einer der wenigen Lichtblicke. Dass ich das mal sagen muss ((-;
    – Ein 3-4-1-2 hätte was. Der Gedanke klingt nicht unverführerisch und hat mich ebenfalls schon umgetrieben.

    1. Kurt

      Auch für Bayern. Unser Kader ist eigentlich prädestiniert dafür, auch wenn Coman der große Verlierer des Systems wäre. Kimmich und Alaba sind die perfekten Schienenspieler. Man könnte James, Thiago und Tolisso/Goretzka/Vidal/Martinez/Rudy/Sanches unterbringen und hätte trotz allem noch einen Müller auf der Paradeposition auf dem Feld.

      1. Ju

        Coman wäre mitnichten der Verlierer. Nämlich dann nicht, wenn Alaba als Halbverteidiger aufgeboten würde, der im Spielaufbau tief in der Dreierkette bleiben, anschließend aber seine klassischen Läufe nach vorn einstreuen könnte.

      2. eigentor

        @ JU
        Danke. Sehe ich genauso.

      3. Jo

        Ja, wäre einer der Systematiken bei der man Müllers Stärken haben könnte, ohne durch seine Schwächen die Balance der Mannschaft zu destabilisieren.

        Und Alaba wäre sowohl als Halbverteidiger als auch als Schienenspieler ganz wunderbar geeignet.

        Wie Coman das dann im Fall der Fälle machen würde, müsste man erst mal sehen. Da gab es meiner Erinnerung nach noch keine Erkenntnisse. Dass es in den berühmten 80% bis 90% der Spiele klappen würde, davon würde ich allerdings auch ausgehen.

        Gnabry hat das bei Hoffenheim ja auch schon 2,3 mal (Ich glaube rechts) gespielt. Wie man hört nicht schlecht.

  6. Osrig

    Ich gehe auch davon aus, dass wir im nächsten Spiel unsere Nationalmannschaft wesentlich engagierter zu Werke gehen sehen werden. Ob mit Erfolg, hängt natürlich auch vom Auftritt unserer Gegner ab, weder gegen Schweden, noch gegen Südkorea sind die Partien bereits gewonnen. Und zweifellos muss es Änderungen geben, mindestens in der Einstellung, meiner Ansicht nach aber auch auf den Positionen. Unserer Abwehr kann man kaum einen Vorwurf machen, sodass unsere FCB-Spieler wieder auflaufen müssten, links dann wohl unterstützt durch den wieder genesenen Hector, dessen Traumtor gegen Wolfsburg ich noch immer in bester Erinnerung habe. Auch Neuer sollte wieder ran, auch wenn er meines Erachtens beim Gegentor etwas schlecht ausgesehen hat. Immerhin war es die Torwartecke, in der der Ball einschlug, und ich behaupte, ein eingespielter Manuel hätte den Ball vielleicht sogar rausgeholt. Trotzdem kann man ihm den Gegentreffer am wenigsten anlasten, und er braucht nun mal dringend Spielerfahrung.

    Im Mittelfeld wird Kroos weiterhin Fäden ziehen müssen, er wird auch weiterhin ungemütliche Zeiten haben, weil die Gegner ihn zustellen werden. Daher braucht es einen Partner an seiner Seite, der defensiv spielen kann, aber auch nach vorn Aktionen zu bringen weiss. Ich denke da an Rudy, dessen Stunde gekommen sein könnte. Reuss gehört ebenfalls in die Startelf, er ist motiviert bis in die Haarspitzen, und kann nicht nur Räume öffnen, sondern auch mal selbst einen Ball verwerten. Özil hingegen sollte besser auf der Bank platz nehmen. Mit der Einschätzung von dir, Justin, bin ich in diesem Fall nicht einverstanden! Denn wenn Kroos durch Manndeckung aus dem Spiel genommen ist und Khedira einen schwarzen Tag erwischt, dann muss von einem Özil mehr kommen! Klar, er hatte ein paar Akzente setzen können, aber zum spielbestimmenden Faktor wurde er nicht, obwohl es in der Situation auf ihn ankam. Er war gewissermaßen der Einäugige unter den Blinden, hatte es leicht, zu brillieren, tat es aber nicht! Gerade in solch einer Situation neigte er einmal mehr dazu, sich zurückzunehmen, anstatt voranzugehen. Und auch fussballerisch scheint er mir von seiner Bestform noch weit weg.
    Müller sollte man lassen, er ist doch meist ein Unruheherd, gerade dann, wenn es vorn einen Stürmer gibt, der nicht nur als hängende Spitze agiert, sondern im Strafraum Anspielstation ist und Verteidiger bindet. Ich würde daher lieber Gomez sehen als Spitze, dann wird sich auch Thomas besser einbringen können. Auf den Aussen von mir aus Brandt, aber auch Gomez und Werner gemeinsam wäre eine Option.

    Auf jeden Fall werden wir gegen Schweden Geduld brauchen, denn die Skandinavier können abwarten, kompakt stehen, und ähnlich wie Mexiko zu kontern versuchen. Gerade da muss die defensive Abstimmung besser sein, das Spiel unserer Elf in die Breite gezogen werden. Mit Zielspieler Gomez im 16er sowie Reuss und einen unsere flinken Jungs auf aussen könnte selbst eine kompakte Defensive ausgehebelt werden, wenn man sich traut, auch mal bis zur Grundlinie vorzudringen, oder selbst den Abschluss von der Strafraumkante sucht.

  7. Tripler

    Tolle Analyseund auf alles eingegangen was wichtig ist.

    Ich würde mir wünschen, dass ihr diese Art von Bericht so auch in der Buli bringen könntet. Oftmals sind es so viele Punkte die auffallen, es wird aber nur auf “drei Dinge die auffielen” eingegangen.

    Nicht als Kritik verstehen, sondern die Möglichkeit sich zu verbessern.

  8. Vobius

    Aha, sogar ein WM Special :-) aber gut, wer kann es schon lassen über Fussball zu senieren gerade nach dem Auftaktdebakel. Dafür ist ein toller Artikel mit gewohnten messerscharfen Analysen herausgekommen.

    Aber nochmal zu dem Debakel, das es zweifelsfrei ist, weil umgekehrt ist es für Mexico eine riesen Sensation. Mich erinnerte die Leistung sehr an das Österreich Spiel. Gut da dachte man die sehen das halt als Testspiel, sich ja nicht so reinhängen um evtl eine Verletzung zu riskieren. Lieber ein paar Körner sparen, man könnte ja viel mehr wenn man denn wollte. Hätten die Mexikaner nur ein bisschen besser ihre vielzahl an Kontern zu ende gespielt wäre die Sensation bzw das Debakel aber mal richtig heftig ausgefallen. Wo waren die deutschen Torchancen? Einmal Kroos per Freistoß. Ansonsten viel halbherziges, aber auch erst als man merkte, man muss jetzt.

    Aber halt nur auf alteingemachtes setzten und denken es läuft alles wie früher darf sich dann nicht wundern. HAHA fällt mir da nur ein ;-) Eigentlich ist mir der mediale Shitstorm noch viel zu klein. Eher so ein lüftchen das im 5 Tagen wieder schnell verflogen sein kann.

    So, appelieren wir mal an Löws Vernunft, dass es ihm nicht nur um Loyalität zu seinen Weltmeistern geht, sondern das er mitreißenden, cleveren Fussball zeigen will. Potential steckt an sich sehr viel in dieser Manschafft. Reus, Brand, Kimmich, Kroos, Müller, Werner, alles Spieler die den Unterschied ausmachen können, wenn man weiß wie man sie in Szene setzt. Wenn jeder für sich spielen muss funktioniert es nicht. Sieht man ja auch bei Messi wieder diese WM.

  9. GestrandetInBerlin

    Super Analyse.
    Was mich halt pessimistisch macht ist, dass das Aufbauspiel eigentlich schon die ganzen letzten Spiele über ziemlich mau ist. Die Frage ist halt nur, ob Schweden das ausnutzen kann und ob vielleicht weitere Mannschaften nicht in super Form sind aber wie diese Probleme im Mittelfeld so schnell gelöst werden soll, weiß ich nicht. Sprich die schlechte Absicherung, die schlechten Übergänge von 1 ins 2. Drittel und vom 2. ins 3. Die mit der schlechten Staffelung verbundene Zweikampfschwäche…

    1. Rainer

      @GESTRANDETINBERLIN.Genau auf den Punkt gebracht. Ich befürchte auch das dievZeit zu knapp wird, um die von Dir genannten Schwachstellen zu beheben. Zudem hatte ich den Eindruck, das die Mannschaft vom Kopf her nicht die richtige Einstellung hatte. Anders gesagt“satt“ wirkte.

  10. Mehmet68

    Alles gute Punkte, aber Müller ist für mich halt auch ein Thema: Solange Kimmich auf rechts Alleinunterhalter spielen muss, weil Thomasino einrückt, ist die rechte Seite zu offen. Würde mir einen guten rechten Winger wünschen. Müller dann in der Mitte oder auch mal auf der Bank.

  11. Bernhard B.

    Danke für deine Spielanalyse.
    Dieses “unmotiviert, behäbig, Abwehrprobleme: 8X die 5!”…
    geht mir so auf den Keks.
    Was ich aber hinzufügen möchte, ist:
    Was machen der Trainer?
    Nach 5′ hätten seine Alarmglocken schon schlagen sollen.
    Kimmich hat man seine Motivation angesehen. Aber er ist allein gelassen. Wo war Müllers Laufarbeit zur Unterstützung der rechten Seite?
    Über die mangelnde Geschwindigkeit im Mittelfeld sind schon ganze Romane geschrieben. Khedira bekannt. Kroos ist der einzige Jogger der die CL gewonnen hat.
    Dazu mein Vorschlag:
    Dreierlette, wie du schreibst. Süle-Boa-Hummels.
    4er Mittelfeld, Rüdiger-Özil-Kroos-Kimmich.
    Und jetzt zur Offensive:
    Dies war ein weiterer Fehlschuss von JL. “Müller auf rechts…” kennen wir. Was sind denn seine Stärken wenn er dort spielen soll? Außer seiner Laufarbeit, Raum suchen- seine präziesen Flanken in die Mitte oder den Rückraum. Das wurde überhaupt nicht gebraucht. Rückraum war nicht vorhanden und was soll eigentlich Werner mit Flanken?… Da hätte Gomez von Anfang an spielen sollen. Also fehlen bei mir noch 3 für die Offensive. Reus-Gomez-Müller.
    Noch ein Hinweis aus meiner aktiven Zeit, wenn es vor und im 16er eng ist, muss man wenn man den Ball hat, gefoult werden. Dieses Mittel wird überhaupt nicht berücksichtigt.
    Ich sah schon vor der WM “schwarz” und nicht “schwarz/rot/gold.

    1. Jo

      “Noch ein Hinweis aus meiner aktiven Zeit, wenn es vor und im 16er eng ist, muss man wenn man den Ball hat, gefoult werden.”

      An und für sich schon. Aber es wird ja schon seit einiger Zeit beklagt, dass uns die Spieler fehlen die auch mal ein 1 gegen 1 riskieren. Da kommst du gar nicht in die Situation gefoult zu werden.

      Kommt hinzu (und das ist wirklich ärgerlich), dass uns die große Waffe von 2014, die Standards, abhanden gekommen zu scheinen. Liegt vielleicht daran, dass mit Flick der große Förderer dieses Stilmittels im Trainerteam fehlt. Auch fehlen uns die geeigneten Spieler wie damals z.B. Klose, Schweinsteiger, Höwedes dazu. Bleibt eigentlich nur Hummels und wenn du dich auf den konzentrierst?
      Bemerkenswert jedenfalls wie viele Ecken gegen Mexiko kurz ausgeführt wurden, vielleicht im Bewusstsein der eigenen Schwäche.

  12. Kurt74

    Die Lobhudellei von Özil kann ich nicht nachvollziehen. Mag sein das er noch einer von den besseren Akteuren auf den Platz war, aber spätestens in der zweiten Halbzeit ist er genauso abgetaucht wie man es von ihm gewohnt ist.
    Und wie er den Gegner ungehindert das Tor schießen lässt spottet jeder Beschreibung, da bringt sein heroischer Sprint davor auch wenig.
    Die einzigen Lichtblicke für mich waren Neuer und Reus. Den Rest der Mannschaft kannst in einen Sack stecken und draufhauen, erwischt immer den richtigen.
    Auffallend auch das einige Spieler Zweikämpfe scheinbar als Majestätsbeleidung empfinden, bei kleinster Berührung wird umgefallen und rumgewälzt anstatt dagegen zu halten und den Gegner um jeden Preis an einem Konter zu hindern.
    .Da muss doch auch vom Trainerteam die Info kommen was die Schiris so durchgehen lassen.

    1. Natürlich kannst du das nicht. Weil du zum Großteil der Deutschen zählst, die ihn nicht beobachten und anschließend an Dingen messen, die er gar nicht machen soll. Fast jeder Angriff wurde von Özil initiiert, der von Löw später auf die Sechs geschoben wurde. Er holte sich hinten die Bälle und spielte sie vertikal zwischen die Linien. Konnte an dem Abend nicht mal Kroos. Dass das bei Özil nicht anerkannt wird, ist nichts Neues. Wird mich aber nicht davon abhalten, ihn zu loben. Auch wenn ganz Deutschland bei ihm mal wieder durchdreht, weil sie das Spiel nicht richtig gesehen haben oder mit Vorurteilen reingehen.

      1. GS

        Danke für Deine Standhaftigkeit. Ich zähle mich auch zu der Minderheit , die Mesut Özil als noch besten Mittelfeldspieler gegen Mexiko wahrgenommen hat – bei allen Fehlern, die natürlich auch er gemacht hat.

        Was ich im Gegenteil bis heute nicht nachvollziehen kann, ist die hohe Meinung, die alle Welt über Toni Kroos hat. Er hat zwar unzweifelhaft herausragende technische Fähigkeiten, bildet sich aber leider zu viel darauf ein und taucht nach meiner Wahrnehmung immer dann ab, wenn es auf ihn ankäme. Das geht bei Real Madrid gut, weil er da lauter Mentaliätsmonster um sich herum hat, die sich bedingungslos in die Zweikämpfe stürzen. Wenn aber er gefordert wäre, wie am Sonntag, mal das Heft in die Hand zu nehmen und als (kämpferisches) Vorbild seine Kollegen aus der Komfortzone zu holen, dann wird er selbst weitgehend unsichtbar.
        Diese Verhaltensweise ist für mich auch bis heute der Hauptgrund warum man ihn nicht um jeden Preis bei Bayern halten wollte.

      2. Marco05

        Das mit Kroos predige ich schon seit Jahren. Für mich der überbewerteste Spieler im Business. Irgendwie hat er es aber geschafft, das muss man ihm anrechnen. Durch das aktive Meiden der roten Zonen ist er oft aus jeglicher Kritik geraten, bei Real funktioniert es seit fast Amtsantritt wie geschnitten Brot, da machen Modric (!!!) und Casemiro die Defensivarbeit und er kann nach vorne “glänzen”.

        Gegen Mexiko hat es mal alle Welt gesehen, was passiert wenn er mal einen Defensivzweikampf führen müsste. Aber dennoch, das weiß man und kann es ihm jetzt kaum zum Vorwurf machen, man muss – wenn man sich für ihn entscheidet – das System außenrum bauen, sprich, er braucht einen Modric oder Casemiro HINTER sich, und keinen Khedira vor sich.

      3. Hätte ich früher auch so gesehen. War auch damals einer der ersten, der Xabi Alonso für seine nicht vorhandene Pressingresistenz kritisiert hat. Mittlerweile habe ich aber dann doch verstanden, dass Spieler ihre Schwächen haben dürfen, wenn ihre Stärken so eklatant sind, dass es sich lohnt, ihnen jemanden zur Seite zu stellen, der diese Schwächen kaschiert. Hat sich bei Alonso gelohnt, lohnt sich für meine Begriffe auch bei Kroos. Insofern ist der richtige Schluss, dass die Kombination Kroos/Khedira nicht passt. Zusammen mit einem defensiver ausgerichteten 6er halte ich Kroos nach wie vor für einen hervorragenden Spieler, der eine Mannschaft besser machen kann.

    2. Es ist auch nicht Özils Aufgabe, diesen Konter zu verteidigen. Natürlich hat er es nicht gut gemacht, aber er hat es zumindest versucht, im Gegensatz zu den Spielern, deren Aufgabe das eigentlich wäre (Khedira!). Wenn ein 10er im eigenen Strafraum alleine einen Konter zu verhindern versucht, weil sonst keiner da ist, ist das doch irrwitzig, diesen dafür auch noch zu kritisieren.

      Irgendwie schon witzig: In dem Spiel lief so unglaublich viel schief, aber wer sich da jetzt Özil als Buhmann rauspickt, entlarvt sich als Stammtischbruder, der sich weigert, sich mit der Realität auseinanderzusetzen, sondern einfach nur einen zum Draufknüppeln braucht. Die Erdogan-Aktion fand ich auch nicht so pralle, aber sportlich ist ihm echt kein Vorwurf zu machen. Gleiches gilt übrigens auch für all diejenigen, die auf Kimmich rumhacken. Der hat ebenso gemacht was er soll, wurde aber nicht abgesichert.

    3. Olorin

      Was ich Özil hoch anrechne ist, dass er die Spielintelligenz hatte, die Probleme zu erkennen und den Willen, diese Probleme anzugehen. Seine Kollegen hatten fast alle entweder das eine oder das andere nicht. Während der Großteil der Mannschaft stur ihren Stiefel runterspielte, Kroos nach links und Khedira nach vorne auswichen und die AV riesige Lücken ließen, hat Özil zumindest versucht, die Probleme im Spielaufbau zu bekämpfen, indem er halbrechts zurückfiel. Auch beim 1:0 war es Özil, der die Lücke auf rechts erkannte und zulief. Dass er dann den Abschluss nicht verhindern kann ist fast schon klar. Er ist kein Verteidiger, das weiß jeder. Im Gegensatz zu anderen hat er es aber zumindest sehr ernsthaft probiert.

    4. Kurt74

      Die Vorurteile hat er sich über Jahre selbst hart erarbeitet. Das er in diesem Spiel zu den besseren Akteuren gehörte stell ich auch gar nicht in abrede. Ich halte es da mit Reif: “Özil ist ein begnadeter Kicker, aber er macht nichts daraus.”

      1. Lukas

        Mit “er macht nichts daraus” ist wahrscheinlich gemeint, dass er noch nichts gewonnen hat in seiner Karriere oder? Wobei…

      2. Olorin

        “Özil ist ein begnadeter Kicker, aber er macht nichts daraus.”
        Weltmeister, spanischer Meister, spanischer Pokalsieger, DFB-Pokalsieger, englischer Pokalsieger…ist jetzt nicht meine Definition von “nichts”.

  13. Rainer

    Guten Morgen. Ich würde die Mannschaft wie folgt aufstellen.
    Neuer, Hector, Hummels,Boateng, Kimmich, Gündogan, Kroos, Reus,Müller,Brandt, Gómez,(Werner wenn wir in Führung liegen)
    Ein spielstarkes Mittelfeld und zwei schnelle Winger. Zudem Müller auf seiner Paradeposition. Zudem sind Brandt und Reus heiß wie Frittenfett und Gündogan kann Kross entlasten. Eine spielstarke Achse bis in die gefährliche Zone.

    1. Bernhard B.

      Tut mir Leid, Gündogan hätte überhaupt nicht bei der WM dabei sein sollen. Er war bei Mancity “rechts in der Raute” und da ging das Spiel total an ihm vorbei. (Aus- und Einwechselspieler). Er war der Lieblingsspieler von Pep und machte einen totalen Karriereabsturz. “Links in der Raute” spielte Sane. Sämtliches Spiel nach vorn lief über ihn und Debreune(richtig geschrieben?).
      Hector ist leider ein typisches Beispiel einer Überbewertung der “durchschnitts BL”.

    2. Hector ist nicht überbewertet. Hector ist halt nur leider der Beste, den wir auf seiner Position zur Verfügung haben. “Der Beste” heißt nicht gleich “weltklasse”. Die LV Position ist in der DFB-Elf schon seit längerem eine Baustelle und wird es wohl auch noch eine Weile bleiben.

      1. Bernhard B.

        Siehe bitte meinen Beitrag vom 18.06. um 22.51h.

      2. Verstehe ich nicht. Du willst mir damit sagen, dass du Hector gar nicht aufstellen würdest, weil du ein anderes System spielen lassen würdest? Was daran macht meine Aussage falsch? Auf der LV-Position ist er der Beste den wir haben. Wenn du ne Dreierkette spielen lassen willst, kommt er natürlich nicht in Frage. Überbewertet ist er dennoch nicht. Die Einschätzung von Hector in der Öffentlichkeit ist durchweg realistisch: Solide, aber nicht auf Augenhöhe mit dem Rest des Kaders, zumindest potenziell.

  14. Zur Thematik Konterabsicherung/Mittelfeld ist ja eigentlich schon alles gesagt. Was mich noch interessieren würde, ist die Personalie Werner. Er hat in meinen Augen nichts falsch gemacht. Er ist auch ein überragender Umschalt- und Konterstürmer. Aber irgendwie bin ich mir nicht so sicher, ob er der richtige Stürmertyp für unser Spiel ist, also ob er seine Stärken wirklich zum Einsatz bringen kann. Ich kann das nicht wirklich einschätzen. Was meint ihr?

    1. Pat

      Ich glaube, dass er ein Top Stürmer ist und lediglich am Sonntag ein Opfer des total vermasselten Spiels war. Sich auf engem Raum zu lösen, gute Ballannahme und die kurzen Sprints im Strafraum bringen natürlich nur etwas, wenn man Mitspieler hat, die auf engem Raum kombinieren können und diese Nadelpässe spielen können. Keita und Forsberg könnn das, Müller und der aufrückende Khedira eher weniger. Özil schon, aber der musste ja später die Aufgabe von Khedira übernehmen.
      Daher denke ich auch, dass er bei uns gut mit James harmonieren könnte….

  15. Pat

    Ich denke, dass es zwei vernünftige Ansätze gibt:
    1. Konterabsicherung des bestehenden Systems verbessern (bzw. überhaupt erst einmal implementieren). Das führt dazu, Khedira herauszunehmen und einen defensiv stabileren, aber spielstarken 6er zu bringen: Rudy oder Gündogan könnten die Balance merklich verbessern. Dazu sollte Müller zentral spielen und Özil auf die linke Mittelfeldposition rücken. Reus dann auf die rechte Seite, wobei Özil und Reus auch rochieren sollten.
    2. Systemwechsel auf Dreierkette mit Hummels, Botaeng und Süle. Hector und Kimmich als Flügelverteidiger und dann mit Kroos, Müller, Reus und Özil im Mittelfeld, von mir aus auch Brandt anstatt Özil und Goretzka amstatt Müller. Gegen Schweden aber vermutlich verschenkt, da die hinten Beton anrühren werden bzw. keine offensive Ausrichtung haben.
    3. Und zu Gomez Einsatzchancen hat der Spanier ja schon alles gesagt ;-)

    By the way: in der SZ wird Löw zitiert: “Ich schaue auf die Daten, schlafe eine Nacht drüber – und entscheide dann aus dem Bauch.” Das bereitet mir Sorgen….

    1. Löw bereitet Fußballdeutschland seit seinem Amtsantritt schon Sorgen. Und doch hat er bis auf wenige Ausnahmen immer ein goldenes Händchen gehabt. Völlig falsch hat er nur ein einziges Spiel gecoacht (Italien), ansonsten war das doch ordentlich? Du glaubst doch nicht wirklich, dass er seinen Daumen in den Mund steckt, in die Luft reckt und dann entscheidet, je nachdem von wo der Wind weht, oder?

      Sorge dich nicht, es ist nur Fußball :)

      1. Pat

        Da gab es meiner Meinung nach weitere vercoachte Spiele, dazu gehört das Mexiko Spiel (schon verdrängt?) und Algerien hätte man 2014 auch besser bespielen können und wir hatten ziemlichen Dusel.

        Die Sorge bleibt, weil der Fussball die Welt regiert! (Oder war es doch der Rock?) ;-)

      2. Mexiko, joa. Selbst da finde ich nicht, dass das völlig vercoacht war. Er hätte früher reagieren müssen, als offensichtlich wurde, dass wir offen wie ein Scheunentor sind, definitiv. Aber die grundsätzliche Ausrichtung fand ich nicht falsch.

        Ich bin ja der Meinung, dass ICH die Welt regiere. Nur etwas subtiler als Fußball und Rock das vorgeben zu tun ;)

  16. Torpedo9

    ich sehe leider unsere beiden Bayern Spieler Müller und Kimmich als mithauptverantwortlich für den desaströsen Auftritt ,
    Klar Müller ist kein Rechtsaußen , aber zu viele falsche Ballannahmen und ungenügende Laufwege .
    Klar Kimmich kein rechter Verteidiger , aber zu oft mit brachialialer Motivation nach vorne und zu hektisch hinten .
    Boateng und Hummels nehm ich raus, weil die beiden eigentlich als Einzelkämpfer unterwegs waren als die Mexikaner durchgebrochen sind , dass die beiden sich dann mehr auf die Defensive konzemtrieren ,als den offensiven Spielaufbau zu organisieren , ist verständlich .
    Erstaunlich finde ich ,dennoch da Spielsytem an sich . Werner ist kein Kopfballungehuer oder Strafraumstürmer , also warum schieb ich die Aussen so weit vor . Werner ist zudem kein Stürmer , der gern mit dem Rücken zum Gegenspieler steht und dann Bälle festmacht. Khedira war noch nie ein kreativer Passspieler und kann zwar halbwegs läuferisch das Mittelfeld durchlaufen , dies aber leider nicht mit demBall am Fuss . Kroos sichert bei Real links Marcelo ab und öffnet so auch das Mittelfeld in der Breite , hat aber neben sich einen Filigrano wie Modric aber auch einen ” Brachialo” wie Casemiro .
    Am verwunderlichsten aber war , dass die jüngsten Auftritte der gegnerischen Mannschaften genau dahin abzielten , Kroos zu isolieren und bei Ballgewinn dann die offene rechte Seite ,( Kimmich immer noch kein Rechtsverteidiger und Müller mit Ballverlusten auf rechts ) zu bespielen und dann dennoch sehenden Auges
    Wenn ich einen Wunsch frei hätte . bzgl der Aufstellung .
    Neuer — Süle Hummels Boateng- Kimmich Gündogan Kroos ÖzilReus-MüllerWerner

    1. Kimmich ist ein “Opfer” des Systems. Er spielt das, was er bei Bayern auch spielt, nur gegen Mexico noch ein Spur offensiver. Wenn das System vorsieht, dass er der Rechtsaußen gibt, kann man ihm doch nicht vorwerfen, dass er schlecht gespielt hätte und mitverantwortlich für die Niederlage war. Sein Spiel war nicht das Problem, sondern dass seine Offensivläufe nicht abgesichert wurden.

      1. Torpedo9

        …@sirius …doch, wenn ein Spieler merkt dass er keine Absicherung hat und das mehrfach , dann zitier ich den Zuständigen nach hinten , oder sags dem Trainer , dass das nicht so wie im Matchplan ausgedacht und vorgesehen klappt und der solls richten ,
        und letztendlich lass ich die Seite nicht sperrangelweit offen , und spar mir ein paar parforceRitte nach vorne .

  17. Osrig

    Wir können uns hier noch so sehr über einzelne Spieler und deren tatsächliche oder vermeintliche Fehler unterhalten und darüber diskutieren, wie diese Fehler abzustellen wären, es ändert allerdings nichts daran, dass das größte Manko unserer Nationalelf nicht mal eben zwischen zwei Spielen abzustellen sein dürfte:

    Denn wenn ein Khedira überall auf dem Feld herumgeistert, ein Hummels im Mittelfeld zu riskanten Tacklings gezwungen wird, ein Kimmich Aussenstürmer spielt und hinter ihm reichlich freier Platz gelassen wird, wenn die linke Aussenbahn sträflich vernachlässigt wird und ein Özil sogar die Arbeit eines Innenverteidigers übernehmen muss, dann gab es vor allem eines nicht:

    Ein funktionierendes Posititionsspiel!
    Das ist aber bekannter Maßen die Grundlage für einerseits ein variables Offensivspiel, aber auch für eine möglichst gute Konterabsicherung!
    Warum so erfahrenen Spielern wie den Unsrigen es nicht gelungen ist, ein vernünftig organisiertes Positionsspiel aufzuziehen, ist mir ein Rätsel. Klar, die Abläufe müssen täglich geübt werden, aber völlig unbekannt ist das keinem der Jungs.

    Die Schweden werden sich hüten, sehr offensiv zu werden, sie können kompakt stehen und abwarten. Gerade da ist ein gutes Positionsspielfür uns entscheidend. Ich hoffe sehr, dass in den Trainingseinheiten bis zum Spiel daran gearbeitet wird, sonst fahren wir tatsächlich vorzeitig nach Hause.

    1. GS

      Sollten wir vorzeitig nach Hause fahren müssen, dann hätten wir es auch nicht anders verdient. Miserable Testspiele elegant wegdiskutieren ist das eine – dann auf Knopfdruck wirklich den Schalter umlegen, das andere. Und das hat diesmal überhaupt nicht geklappt.
      Das wird jetzt ein echter Charaktertest für die Mannschaft; natürlich gehört als Grundlage ein gutes Positionsspiel dazu, aber mindestens genauso wichtig wird sein, dass alle mal wieder defensiv mitarbeiten, anstatt – wie im Artikel schön beschrieben – sich bei drohendem Ballverlust erstmal fallen lassen, auf einen Pfiff hoffen und dann gemächlich wieder aufstehen, während hinten die Hütte brennt.

      Irgendwie scheinen die meisten gedacht zu haben “Gegen Mexiko gewinnen wir doch eh immer” … vielleicht ist Jogi dann inzwischen doch etwas zu entspannt!?

  18. […] erste Spieltag der Weltmeisterschaft ist vorbei. Wir haben bereits am Montag das Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft analysiert. Nun blicken wir im Round-Up auf alle Bayern-Spieler, die beim Turnier in Russland im Einsatz waren. […]

  19. nDeeB

    Was mich eigentlich am meisten ärgert: Ich kann diese überheblichen Sätze wie „Blamage gegen Mexiko“ oder „Schweden und Südkorea sind so schwach, da sollten wir zumindest ohne Probleme die Gruppenphase überstehen“ einfach nicht mehr hören/lesen.

    Sind wir individuell besser als viele oder die meisten anderen WM–Teilnehmer? Absolut! Aber was bringt uns das, wenn einige Spieler in den letzten Monaten kaum Spielpraxis hatten, wir fast jeden Zweikampf als Majestätsbeleidigung auffassen, meckern statt hinterher zu laufen, und 7–8 Spieler ausschließlich offensiv denken?

    Schweden hat in den Qualifikations–Playoffs Italien rausgehauen! Wie oft haben wir in Pflichtspielen nochmal gegen Italien gewonnen?

    Ist es denn so schwer einzusehen, dass es heute einfach keine leichten Gegner mehr gibt? Wenn wir nicht unsere Leistung bringen, wenn wir in jedem Spiel in 5–10 krasse Konter laufen, dann schlagen wir einfach heutzutage kaum noch jemanden. Wir haben auch nicht den einen Spieler, der durch seine individuelle Klasse ein Spiel alleine entscheidet. Unsere Stärke war auch 2014, dass wir „Die Mannschaft“ waren, nicht, dass wir die besten Einzelspieler hatten.

    Wenn die Einstellung nicht stimmt, dann verliert sowohl Bayern ein DFB–Finale gegen Frankfurt als auch Deutschland Samstag gegen Schweden. Und dann ist die WM vorbei. Ich kann nur hoffen, dass jeder im deutschen Team nun verstanden hat, dass wir eben keine Turniermannschaft sind, die automatisch weiterkommt. Wir sind „nur“ meistens Mentalitätsmonster. Wenn wir uns nicht darauf zurück besinnen, dann gibt es diesmal ein frühes Ende. Das ist natürlich nur meine persönliche Meinung!

    1. Kurt74

      Und wir hatten Fussballgott Schweinsteiger der eine Mannschaft führen konnte!

  20. Dinzinger

    Süle bitte auf links.
    Kann er spielen, sollte er spielen.

    1. Torpedo9

      warum sollte er da spielen? Das war mit der einzige Mannschaftsteil , der “keine ” Fehler gemacht hat , weil er ja weder von uns angespielt , noch von den Mexikanern attackiert wurde. Wenn Du lediglich möchtest , dass Süle ca. nur 30 Ballkontakte hat , bitteschön . Ich glaube wir haben andere Baustellen abzuarbeiten bis zum Schwedenspiel.

  21. Stiftl

    Der Offenbarungseid war doch die Aussage von Bierhoff, die Taktik der Mexikaner hätte sie überrascht. Dann muss ich doch spätestens zur Halbzeit darauf reagieren, unter anderem mit einem frühen Wechsel.

    Khedira hat für mich in der Stammelf nichts mehr verloren, bin mal gespannt ob Löw das erkennt oder weiter den Weltmeister Bonus gelten lässt. Und ich habe tatsächlich einen Stürmer vom Typ Wagner gegen Mexiko vermisst, der sich da vorn richtig reinbeißen kann. Für mich einfach enttäuschend, dass Spieler wie er und Sane zuhause bleiben mussten, weil Löw anscheinend nicht in der Lage ist, sie ins Team einzubinden.

    Wenn jemand wie Sane in der PL bester Nachwuchsspieler ist und in der Nationalelf nix reisst, sollte ich das als Trainer nicht dem Spieler zuschieben, sondern mir mal selbst Gedanken machen warum es mir nicht gelingt seine Qualitäten zu nutzen.

  22. […] Mexiko setzte auf ein variables Pressing, das Kroos und Hummels aus dem Spiel nahm. Sie wussten um Khediras Schwäche in Ballbesitz und dass Kimmich dementsprechend isoliert werden kann. Über genau diese Zone konnten sie dem Weltmeister mit extrem schnellen Kontern einen Denkzettel verpassen. Dieser Denkzettel hatte auch psychische Folgen, die die Deutschen verunsicherten. […]

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