Vorschau: Zu Gast beim SC Paderborn

Am 5. Spieltag im Oktober 2014 kam es zum Spitzenspiel in der Bundesliga. Der Tabellenführer kam in die Allianz Arena. Dabei handelte es sich aber nicht etwa um eine Spitzenmannschaft, sondern den SC Paderborn. Der Verein aus dem Osten von Nordrhein-Westfalen führte überraschend die Liga an. Nach vier Spielen hatte Paderborn bereits acht Punkte und mit 7:2 die beste Tordifferenz. Der FC Bayern auf der anderen Seite war nur Vierter in der Tabelle, durch den 4:0-Sieg eroberten die Münchner jedoch Rang eins und gaben ihn seitdem nicht mehr ab. Für den SCP war es die erste Bundesliga-Niederlage überhaupt. Nach weiteren Siegen gegen Berlin und Frankfurt schien es, als hätte sich die Truppe von Breitenreiter in der Bundesliga etabliert. Allerdings konnte bis letzten Sonntag seit dem 11. Spieltag nicht mehr gewonnen werden, immerhin aber einige Unentschieden geholt werden – vor allem gegen Mannschaften die über deutlich mehr Potenzial als die Ostwestfalen verfügen, zum Beispiel Dortmund und Wolfsburg. Dennoch zeigt der Trend klar nach unten. Für Paderborn gab es seit dem Duell in der Hinrunde nur 15 Punkte aus 17 Spielen, das ist die zweit-schlechteste Bilanz in der Bundesliga. Gerade die Spiele vor dem Ende der Hinrunde wirkten ziemlich kraftlos.
Die Rückrunde startete zudem denkbar schlecht. Mit 0:5 verlor Paderborn in Mainz, anschließend trotz guter Leistung zu Hause 0:3 gegen den HSV. Der SC Paderborn schien entschlüsselt. Zuletzt gab es aber eine positive Wende. In Köln hat Paderborn zumindest nicht verloren und in Hannover konnte am vergangenen Sonntag nach 0:1 Rückstand noch 2:1 gewonnen werden. Zu Hause ist Paderborn gut, aber nicht unschlagbar. Aktuell ist die Bilanz mit 3 Siegen, 4 Unentschieden und 3 Niederlagen ziemlich ausgeglichen.

Personelle Situation

Trainer André Breitenreiter kann personell fast auf den ganzen Kader zugreifen. Lediglich Bertels fehlt wegen einer Operation an der Ferse. Mit Lakic hofft der SC Paderborn weiterhin ein Puzzlestück für den Klassenerhalt verpflichtet zu haben. In der Hinrunde hatte der SCP die viert-meisten Flanken in der Bundesliga geschlagen, aber daraus keinen Torerfolg erzielt. Mit Lakic wurde ein Spieler verpflichtet der im Zentrum als Zielspieler fungieren kann. Dass diese Taktik funktioniert, konnte am vergangen Wochenende beim Sieg in Hannover beobachtet werden. Des Weiteren ist Alban Meha wieder fit. Der Freistoßspezialist fehlte verletzungsbedingt fast die komplette Hinrunde. In der Aufstiegssaison trugen seine sechs Freistoßtore noch maßgeblich zum großen Erfolg bei. Auch er traf am vergangen Wochenende zum ersten Mal durch einen ruhenden Ball.

Aufstellung/Umstellungen

Taktisch könnte ein 4-2-3-1 oder 5-4-1 in Frage kommen. Sollte Breitenreiter wie in der Allianz Arena auf eine Fünferkette bauen, spielt Ziegler zusammen mit Hünemeier und Rafa Lopez im Abwehrzentrum. Die Außenverteidiger Brückner und Wemmer könnten bei Fehlern der Bayern im letzten Angriffsdrittel schnell umschalten und den Ball nach vorne tragen, selbiges gilt im offensiven Mittelfeld für Moritz Stoppelkamp oder den unten ausführlicher gewürdigten Alban Meha. Bei der zu erwarteten Kontertaktik sollte Kachunga im Sturmzentrum die Nase vorne haben. Ansonsten wäre Lakic eine Option.

Das gewisse Etwas

Alban Meha – seine Freistöße sind nicht nur in der zweiten Liga gefürchtet, sondern mittlerweile auch in der Bundesliga. Im Idealfall holt er die Freistöße noch selbst heraus. Dabei lebt Meha nicht nur von seinen Standards. Er kann überdies noch gut den Ball halten und verfügt über ein gutes Passspiel und versteht es im Idealfall die Bälle zielgenau zu verlagern. Sicherlich eine Option im Konterspiel. Defensiv bringt es sich mit guten Pressingspiel und Zweikampfwerten ein.

Prognose

Paderborn spielt im Regelfall mit vielen langen Bällen und Flanken. Oftmals über die rechte Angriffsseite, die von Koc und Wemmer beackert wird. Ein Großteil der Chancen wird durch Standardsituationen herausgespielt – witziger Weise auch durch Einwürfe. Warum der SC Paderborn zuletzt immer weiter abgerutscht ist, liegt nicht an der Anzahl der kreierten Chancen, sondern an der Verwertung. Hier ist Paderborn nur im unteren Ligadurschnitt.
Der FC Bayern muss sich wohl wie bereits am Dienstag auf eine auf Konter eingestellte Heimmannschaft einstellen. Darüber hinaus ist der Platz in einem bemitleidenswerten Zustand (zu sehen beim letzten Heimspiel gegen den HSV). Sicherlich ein Nachteil für das Kombinations- und Passspiel der Bayern. Spannend wird sein, ob Pep Guardiola etwas rotieren wird. Schließlich kann er wieder auf Boateng zugrückgreifen, der seine Rotsperre abgegessen hat. Weiterhin werden die Rolle von Alonso und Lewandowski im Fokus stehen.

Die Kader in der Übersicht:

SCP: Tor: Kruse, Lück, Nübel; Abwehr: Wemmer, Rafa Lopez, Hünemeier, Brückner, Hartherz, Heinloth, Strohdiek, Ziegler; Mittelfeld: Rupp, Koc, Bakalorz, Vrancic, Meha, Ouali, Pepic, Stoppelkamp, Vucinovic; Angriff: Kachunga, Ducksch, Kutschke, Lakic, Saglik

FCB: Tor: Neuer, Reina, Starke; Abwehr: Rafinha, Boateng, Badstuber, Weiser, Rode, Benatia, Dante, Bernat; Mittelfeld: Schweinsteiger, Alonso, Alaba, Götze, Ribery, Robben, Müller; Angriff: Lewandowski, Pizarro

Schiedsrichter: Dankert, Walz, Voss, Grudzinski

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Leserkommentare
  1. Hero991

    Ich hoffe ja weiterhin, dass Kurt bisschen Spielzeit bekommt. Er war leider in den letzten Partien nicht im Kader deswegen ist der Glaube ihn heute sehen zu können sehr gering.
    Aber wenn nicht gegen Paderborn und HSV, gegen wem sonst?

    1. Josef

      Ich hatte mir beim Spiel gegen den HSV selbiges gedacht als Pizarro eingewechselt wurde. Im ersten Moment.
      Aber: Wir haben in der Offensive einen kleinen Kader. Seit Shaqs Abgang gibt es noch die Big 5 (Rib, Rob, Götze, Lewy, Müller), die sich um 4 Startplätze streiten bzw. rotieren. Darüberhinaus nur noch besagten Kurt und eben Pizarro. Wenn Pizarro eine vollwertige Option als potentieller Einwechselspieler sein soll, muss Pizarro auch voll einsatzfähig sein. Und dazu gehört Spielpraxis. Leider u.a. zu Lasten von Kurt.

      1. Hero991

        Man könnte aber auch sagen, was ist wenn sich einer oder zwei Spieler verletzten in der Offensive? Pizarro ist glaube ich nicht mehr in der Lage 90 Minuten durch zu spielen und deswegen sollte man da einen Kurt schon mal aufbauen können.

      2. Josef

        Im Falle des Verletzungsfalles würde Pep eher improvisieren (Alaba offensiver, “nur” 3 Offensive im 4-3-3, Thiago/Schweinsteiger auf der 10 o.ä.) als auf Kurt zu setzen.
        Kurt hat bisher NULL Bundesliga- oder CL-Einsätze, erst 2-3 Kadernominierungen. Ich glaube Kurt ist einfach zu weit weg. Im besten Falle bekommt er gegen Saisonende seine ersten Buli-Minuten. Mehr kann dieses Jahr noch nicht realistisch erwartet werden.

  2. DreiHasen

    Hey. Schönen Gruß aus Ostwestfalen. Insgesamt sehr gut recherchiert die Vorschau auf unsere Mannschaft Respekt dafür! Einzig bei Alban Meha muss man leichte Abstriche machen wie ich finde. Herausragende Schusstechnik ohne Frage ist bei ihm eine riesen Waffe, leider aber verdribbelt er sich zu oft leichtsinnig im Mittelfeld und verliert so gefährlich den Ball. Auch im Defensivverhalten ist er teilweise zu wenig präsent. Gibt man ihm vor dem Tor aber Platz oder vor allem einen Freistoß dann wirds brenzlig.
    Ich glaub in Paderborn freut sich einfach jeder auf das Spiel und bis auf wenige Ausnahmen (unserem Präsidenten) erwartet eigentlich keiner ein Wunder :-)
    Also alles in allem wünsch ich euch ein gutes Spiel und den Bayern eine weiterhin gute Saison mit hoffentlich dem Triple am Ende :o)

    1. Thomas

      Gruß zurück! Und besten Dank für die freundlichen Worte und die guten Wünsche :-) Ihr habt einen coolen Trainer. Er ist erfrischend anders und gefällt mir gut. Man kann schon jetzt sagen, daß André Breitenreiter die Bundesliga bereichert hat, finde ich. :-)

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