Transfersommer 2020: Vier Neuzugänge für ein Halleluja?

Justin Trenner 05.10.2020

Bouna Sarr, Eric Maxim Choupo-Moting, Marc Roca und Douglas Costa – so heißen sie, Bayerns Last-Minute-Neuzugänge im Transfersommer 2020. Lange wurde öffentlich über den Kader des FC Bayern diskutiert, viel und lautstark wurde wie schon im Sommer 2019 kritisiert, bevor das Transferfenster geschlossen wurde. Erneut können Hasan Salihamidžić und sein Team den Kader in der Breite aufstocken und gute Kompromisse präsentieren. Aber – und auch das ist eine Parallele zu den bereits vor einem Jahr geführten Diskussionen – sind diese Transfers wirklich Verstärkungen?

Bouna Sarr: Nicht mehr als ein Notnagel?

Bouna Sarr konnte bereits früh in seiner Karriere weit über 100 Spiele auf Profiniveau in Frankreich absolvieren. Meist als Rechtsaußen eingesetzt, machte er bei seinem Jugendverein FC Metz größere französische Vereine auf sich aufmerksam. 2015 wechselte er schließlich zu Marseille, wo er zunächst nicht gesetzt war, weil er keine klare Rolle im Team finden konnte. Mal agierte er rechts in der Offensive, mal links, über 1000 Pflichtspielminuten kam er in seinen ersten beiden Spielzeiten aber nie.

Erst 2018 änderte sich seine Situation merklich. Von Trainer Rudi Garcia wurde er zum Rechtsverteidiger umfunktioniert und erarbeitete sich dort einen Stammplatz, der ihm in der letzten Saison zu den meisten Spielminuten im Kader verhalf.

Wir haben uns bezüglich der Stärken und der Schwächen mit Alexander Rudies ausgetauscht, der den Spieler seit Jahren intensiv verfolgt und so etwas wie eine menschliche Datenbank im Weltfußball ist. Alex erzählte uns, dass die Transformation zum Außenverteidiger ein logischer Schritt gewesen sei. Für einen offensiven Flügelspieler habe es ihm immer an Torgefahr und Kreativität im letzten Drittel gefehlt. Eins-gegen-eins-Situationen, ein überragender Antritt und besondere Fähigkeiten im Passspiel würden nicht zu seinen Stärken zählen.

Viel Licht und Schatten

Als Außenverteidiger sind diese Qualitäten aber nicht allzu entscheidend. Sein Tempo ist in der Defensivarbeit ausreichend, sein Passspiel ist auch unter Druck meist sicher. Alex beschreibt ihn als balltreibenden Außenverteidiger, der den Ball gern ins letzte Drittel bringt. Nach wie vor sei es dort aber ein Problem, dass er im Dribbling kaum überzeugen kann und auch sonst in seinen Offensivaktionen viel Licht und Schatten vorhanden ist. Durchschnittliche Flanken und den einen oder anderen Ballverlust identifiziert Alex als klare Schwächen in Sarrs Spiel.

Dennoch sollte hier der Unterschied zwischen dem spielerischen Umfeld in Marseille und jenem bei den Bayern beachtet werden. Sarr wird in München viel mehr Unterstützung erhalten, sowohl individuell als auch gruppentaktisch. Das dürfte ihm auch bei seiner Entscheidungsfindung im Offensivspiel helfen.

Bouna Sarr ist flexibel einsetzbar, seine stärksten Auftritte hatte er aber auf der Rechtsverteidiger-Position.
Foto: (GERARD JULIEN/AFP via Getty Images)

Dennoch ist klar, dass Sarr eher dem Spielertypus Pavard entspricht als jenem eines Sergiño Dest. Für Flicks System muss das keinesfalls schlecht sein, ist doch gerade Pavard in der letzten Saison mit einem recht unspektakulären Spielstil eine sichere Bank für die Bayern gewesen.

Stärken in der Defensive

“Als Ersatz für Pavard würde Sarr vermutlich dessen im Vergleich zu Alphonso Davies auf der linken Seite defensivere Rolle übernehmen. Hier finden sich auch eher seine Stärken”, so Alex.

Gerade seine Zweikampfführung am Boden sei ein großes Plus, weil er wenige unnötige Fouls begehe und in vielen Duellen ein gutes Timing beweise. Dabei helfe ihm sein gutes Stellungsspiel. Seine Antizipation und viele abgefangene Bälle lassen ihn im direkten Defensivvergleich zu Pavard kaum abfallen, sagt Alex.

Sarr ist mit 28 Jahren sicher nicht der Spieler, der in den nächsten Jahren noch große Sprünge nach oben machen wird. Aber die Bayern wissen hier zumindest relativ sicher, was sie bekommen und was nicht. Anders als bei den jungen Alternativen kann das insbesondere in der Backup-Rolle ein entscheidender Vorteil sein.

Wie lange dauert die Anpassung? Und warum nicht Richards?

Ein mögliches Problem könne hingegen das Pressing-System der Bayern sein, sagt Alex. Hier müsse sich der Neuzugang in kurzer Zeit stark anpassen. Doch sein Fazit ist durchaus optimistisch: “In seiner Karriere hat sich Bouna Sarr schon als anpassungsfähiger und lernbereiter Spieler gezeigt. Diese Qualität sollte ihm auch bei Bayern helfen.”

Aufgrund der gescheiterten Verhandlungen mit Dest und der plötzlich zumindest gefühlt aus dem Nichts aufkommenden Gerüchte um Sarr entsteht schnell der Eindruck, dass Sarr nur der späte Notnagel ist, um überhaupt jemanden zu verpflichten. Erinnerungen an die Leihe von Álvaro Odriozola kommen auf. Doch man darf nicht vergessen, dass die Bayern hier nicht zwingend einen Spieler mit Stammspielerpotenzial gesucht haben.

Die Coronasituation und die Tatsache, dass Pavard als Rechtsverteidiger gesetzt ist, führen dazu, dass man jungen Spielern wie Dest keine Garantie für viele Einsätze geben konnte. Sicherlich war das neben der hohen Ablöse ein entscheidendes Argument für die lange Suche. Mit Sarr bekommt man zweifelsohne eine andere Qualität. Aber mit seiner Erfahrung und Anpassungfähigkeit kann er durchaus eine gute und wichtige Ergänzung im Kader sein – auch wenn er mal einige Wochen kaum spielt. Für die kolportierten 10 Millionen Euro ist das Risiko jedenfalls überschaubar.

Zumal es auch am eigenen Campus keine echte Alternative gibt. Chris Richards hat sich als möglicher Backup für Pavard noch am ehesten hervorgetan und gerade im letzten Jahr einen enormen Sprung nach oben gemacht. Sein Einsatz gegen Hertha BSC war die Belohnung dafür. Gerade im Stellungsspiel und im Spiel mit dem Ball hat er aber – auf Bayern-Niveau – Schwächen, bei denen es höchst fraglich ist, ob sie behoben werden können. Auch gegen Hertha zeigte sich, was in der 3. Liga ebenfalls ein Problem ist: Mit Ball braucht er zu lange für eine Entscheidung und spielt zu viele Sicherheitsbälle. Gegen den Ball lässt er sich zu leicht aus seiner Position ziehen, weil er zu ballorientiert agiert.

Sein Passspiel ist durchschnittlich, seine Vorstöße waren als Außenverteidiger meist sehr ungefährlich und auch unter Druck tat er sich oft schwer. Gegen Hertha konnte er immerhin drei sehenswerte Flanken beisteuern, die jeweils zu Toren (ein Abseitstor) führten. Seine Einstellung und seine Anpassungsfähigkeit sind vorbildlich. Trotzdem wäre es wohl fahrlässig gewesen, sich allein auf ihn zu verlassen – auch weil seine Stammposition eigentlich in der stark besetzten Innenverteidigung liegt. Sollte er sich entscheidend weiterentwickeln, sollte Sarr zumindest keine Hürde für ihn darstellen. Daher ist der Transfer des erfahrenen Franzosen durchaus wichtig für die Kaderkonstellation. Trotzdem bleibt die Frage, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, bei Dest ins Risiko zu gehen und eine angespannte Situation im Konkurrenzkampf in Kauf zu nehmen. Die Chance wäre gewesen, dass beide Spieler sich daran hochziehen. Aber es ist auch nachvollziehbar, dass die Bayern Pavard nach der letzten Saison das Vertrauen schenken.

Eric Maxim Choupo-Moting: Macht das überhaupt Sinn?

Auch beim nächsten Neuzugang gibt es viele Zweifel. Eric Maxim Choupo-Moting, bei Paris Saint-Germain allenfalls Ergänzungsspieler gewesen, kommt ablösefrei an die Säbener Straße. Es ist schon bemerkenswert, dass der mittlerweile 31-Jährige in seiner gesamten Karriere fast nie eine Ablösesumme generierte.

Die Eckdaten sind bei ihm auch nicht wirklich überzeugend: In 204 Bundesliga-Partien erzielte Choupo-Moting 45 Treffer, 21 weitere bereitete er vor – das macht alle 196 Minuten eine direkte Torbeteiligung. Diese Statistik ist bereits sehr selektiv, weil sie seine eher unerfolgreiche Zeit bei Stoke City und Paris Saint-Germain ausklammert und auf Jahre in der Bundesliga zurückgreift, in denen er seine bisher beste Phase hatte. Und trotz der Selektion überzeugt sie nicht so richtig.

Warum kommt er nun aber ausgerechnet zum Champions-League-Sieger nach München? Diese Frage stellen sich viele. Die Schlussfolgerung, er sei der einzig verfügbare Notnagel, ist aber gleichermaßen respektlos den handelnden Verantwortlichen und dem Spieler gegenüber als auch zu kurz gedacht.

So kann er den Bayern helfen

Choupo-Moting hat viele Qualitäten, die dem FC Bayern sehr gut zu Gesicht stehen können. Als Mittelstürmer bringt er eine gewisse Robustheit und Präsenz mit, die dem Rekordmeister ohne Robert Lewandowski fehlt. Mit 1,91 m Körpergröße ist er durchaus eine Erscheinung, die den einen oder anderen Gegenspieler auf sich zieht. Seine größte Stärke dürfte aber darin liegen, dass er nur sehr schwer zu berechnen ist.

Während bei anderen Spielern relativ klar ist, was sie als nächstes tun, hat Choupo-Moting eine Spielweise, die sich mit Worten kaum beschreiben lässt. Vielleicht trifft es “unorthodox” hier ganz gut. Er ist der Mann für unerwartete Laufwege und Dribblings und traut sich Dinge zu, die sich andere womöglich nicht trauen würden.

Hier im Kopf schon bei den Bayern? Natürlich nicht, aber Choupo-Moting vergibt hier die große Chance auf den Ausgleich im Champions-League-Finale.
(Foto: MATTHEW CHILDS/POOL/AFP via Getty Images)

Gerade auf engem Raum gelingt es ihm damit immer wieder, durchzubrechen oder anderweitige Lösungswege zu finden. Diese technische Qualität macht ihn durchaus besonders, weil er damit gerade als Mittelstürmer Bälle festmachen, kontrollieren und verteilen kann. Joshua Zirkzee ist in seiner Entwicklung beispielsweise noch nicht weit genug, um diese Präsenz einzubringen.

Nicht Weltklasse, aber …

Von Choupo-Moting kann man das aber durchaus erwarten. Er ist erfahren, spielintelligent und begabt. Vor allem ist er auch sehr mannschaftsdienlich, spielt gern mal den vorletzten Passe und arbeitet viel fürs Team. Problematisch ist, dass die unorthodoxe Spielweise ihn manchmal sogar selbst zu überraschen scheint. Einige Ballverluste muss man wohl einfach in Kauf nehmen, weil er eben gern ins Risiko geht. Flick wird ihn dafür möglichst gut einbinden müssen.

Um den Schritt nach ganz oben zu machen, fehlte es ihm immer an Konstanz – gerade innerhalb der 90 Minuten. Choupo-Moting ist deshalb kein Spieler, der den Bayern in entscheidender Rolle die Champions League gewinnen wird. Bei Paris war er als Ersatzspieler aber immer da, wenn er gebraucht wurde. Nicht zuletzt sein wichtiger Auftritt gegen Atalanta bleibt den Franzosen und Thomas Tuchel in Erinnerung. Dass PSG mit ihm verlängern wollte, ist weitgehend bekannt.

Denn auch wenn die Meinungen über den Fußballer auseinandergehen, so sind sich alle einig, dass er als Mensch ein wichtiges Bindeglied für jede Kabine sein kann. Tuchel lobte ihn in den höchsten Tönen dafür, dass er bei Paris ein Schlüssel für den Zusammenhalt in der komplexen Kabine war. Choupo-Moting soll ein Typ sein, der mit jedem gut klar kommt und der seine Rolle innerhalb eines Teams akzeptieren kann. Für einen Kaderspieler des FC Bayern ist das eine sehr wichtige Qualität.

Der neue Perišić?

Öffentlich diskutierte Alternativen wie Mario Mandžukić haben oft genug für Probleme gesorgt, wenn nicht alles nach ihren Vorstellungen lief. Bei Choupo-Moting können sich die Bayern aber nahezu sicher sein, dass sie einen loyalen, ehrlichen und aufrechten Spieler erhalten.

Es gibt berechtigte Zweifel daran, ob er sein Bundesliga-Niveau von damals wieder erreichen kann. Mit seiner Erfahrung, seinem Potenzial und Flick als Trainer ist vorsichtiger Optimismus aber angebracht. Choupo-Moting ist flexibel einsetzbar, kann nicht nur Stürmer, sondern auch hängende Spitze oder Halbraumstürmer spielen. Das bedeutet, dass er auch mal auf links einrückend agieren kann, während der Linksverteidiger Breite gibt. Oder er spielt um Lewandowski herum in der Freigeistrolle von Thomas Müller.

Ähnlich wie Perišić vor einem Jahr ist Choupo-Moting eine kleine Übergangswette, die der FC Bayern verlieren könnte. Doch als ablösefreier Transfer ist das Risiko sehr gering. Auch wenn der Spieler in den Diskussionen bisher kaum gehandelt wurde, so macht seine Verpflichtung viel Sinn. Er kann der Offensivallrounder sein, den die Bayern durch den Abgang von Perišić schmerzlich vermissen – und gleichzeitig auch in schwereren Saisonphasen für gute Stimmung in der Kabine sorgen. Aber Vorsicht! Wer Choupo-Moting nur in einer Podolski-Rolle für die Kabine sieht, der unterschätzt ihn vielleicht gewaltig. So wie seine Spielweise oftmals sehr überraschend ist, so könnte er auch über die ganze Saison gesehen überraschen.

Thiagos Erbe: Mehr Jazz als Roca’ n’ Roll

Der Dritte im Bunde ist Marc Roca. Schon im vergangenen Sommer stand Roca auf dem Wunschzettel der Bayern, nachdem früh klar war, dass Rodri zu Manchester City wechseln würde. Am Ende wurde nichts aus dem Deal, weil Espanyol Barcelona zu hohe Forderungen hatte. 40 Millionen Euro sollen damals im Raum gestanden haben.

Es war die richtige Entscheidung der Bayern, diesen Preis nicht zu bezahlen. Zu unsicher war es, ob Roca gerade in der Defensivarbeit die notwendige Qualität für ein Top-Team mitbringen kann. Sein Stellungsspiel und seine Zweikampfführung waren ausbaufähig.

Jetzt, ein Jahr später, soll die Ablösesumme verschiedenen Medienberichten zu Folge 9 Millionen Euro betragen haben – exklusive einiger Bonuszahlungen, die die Summe wohl auf bis zu 15 Millionen Euro erhöhen können. In dieser Preisklasse ist Roca ein No-Brainer für den FC Bayern.

Technisch stark und schnell im Kopf

Der 23-Jährige verfügt gerade im technischen Bereich über vielseitige Fähigkeiten. Sein Passspiel ist geprägt durch viele Schnittstellenpässe, aber auch durch eine große Sicherheit. Unter Druck hat er hier und da mal Probleme bekommen, doch im schwierigen Umfeld von Espanyol Barcelona ist das nicht zwingend als große Schwachstelle auszumachen. Im Gegenteil: Dafür präsentierte sich Roca mit Ball meist sehr solide.

Eine grundlegende Fähigkeit für die Sechserposition bringt er ebenfalls mit: Er kann Spielsituationen gut lesen und vorausdenken, weil er ein gutes Gefühl für den Raum hat. Die Ruhe, die er ausstrahlt, wird dem Bayern-Mittelfeld im Vergleich zu Spielertypen wie Goretzka oder Tolisso gut zu Gesicht stehen, was keine Kritik an den beiden ist. Es ist lediglich wichtig, sich in einem Spiel wie gegen Hertha zuletzt auch auf einen weiteren Ruhepol neben Kimmich verlassen zu können. Goretzka und Tolisso haben hier schlicht andere Aufgaben. Ging Kimmich zuletzt vom Platz, wurde das Spiel schnell wild und unruhig. Roca kann hier Abhilfe schaffen.

Dennoch muss klar darauf hingewiesen werden, dass die Vergleiche zu Thiago hier stark hinken. Der Ex-Bayern-Star war mit 23 bereits weiter als Roca es jetzt ist und gerade mit seiner Entwicklungsgeschichte in München war er in den letzten Jahren eine tragende Säule des Bayern-Spiels.

Thiagos technische und strategische Fähigkeiten sind von den meisten Mittelfeldspielern der Welt unerreicht. Insbesondere die Körperfinten und kurzen Dribblings sind Besonderheiten, die Roca kaum in seinem Spiel vorweisen kann, die den Bayern aber schmerzlich fehlen.

Packt er in München den nächsten Schritt?

Der Vergleich ist dennoch unfair. Für sein Alter ist Roca schon recht weit und es ist ihm zuzutrauen, dass er beim FC Bayern einen weiteren Entwicklungsschritt machen kann. Das betrifft eine noch größere Dominanz im Spiel mit dem Ball, vor allem aber auch eine Weiterentwicklung gegen den Ball.

Marc Roca: Defensiv noch mit Schwächen, mit Ball aber mit riesigem Potential.
(Foto: LLUIS GENE/AFP via Getty Images)

Kleinere Fortschritte konnte er im letzten Jahr schon machen, aber in der Verteidigungsarbeit dürften ihm alle Konkurrenten in München noch etwas voraus haben. Ihm fehlt gegen den Ball vor allem noch die Weiträumigkeit, die beispielsweise Kimmich oder Goretzka haben und die für den Flick-Fußball so wichtig sind.

Für eine vergleichbar geringe Ablösesumme ist der Transfer aber ein absoluter Top-Deal. Roca hat alle Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln und wird mit seinen technischen Fähigkeiten eine wichtige Ergänzung für den Kader sein. Durch ihn kann Kimmich entlastet und auch das Loch durch Thiagos Wechsel zumindest ein Stück weit geschlossen werden.

Blockiert Roca die Entwicklung von Fein und Stiller?

Der Roca-Transfer stellt somit ebenfalls ein sehr geringes Risiko dar und macht aus sportlicher Sicht absolut Sinn. Kritik gibt es hier und da dafür, dass Adrian Fein und Angelo Stiller dadurch die Chance auf Entwicklung genommen wird. Bei beiden ist aber offensichtlich, dass Flick zunächst nicht, oder nur halbherzig mit ihnen plant.

Dass Stiller keine Rolle spielt, dürfte daran liegen, dass er als recht langsamer Spieler (noch) nicht in Flicks System passt. Seine Schwächen würden sich dort zu sehr offenbaren. Dass Stiller nicht mal bei den Profis trainiert, unterstreicht den Eindruck, dass Flick nicht mit ihm plant. Bei Fein zeigte sich zuletzt hingegen, dass er nicht so weit ist, wie man es in München gern gesehen hätte. Es wird davon ausgegangen, dass er noch verliehen wird.

Roca ist deshalb die perfekte Lösung und geht eher nicht zu Lasten dieser beiden Talente, weil sie erstmal ohnehin keine große Rolle gespielt hätten. Haben sie tatsächlich die Qualität, sich entscheidend zu entwickeln, werden sie es langfristig gesehen auch mit Roca im Kader schaffen, sich beim FC Bayern durchzusetzen.

Douglas Costa: Eine angemessene Hudson-Odoi-Alternative?

Douglas Costa muss man Bayern-Fans nicht mehr vorstellen. Der Brasilianer hatte damals einen tollen Einstand in München, konnte eine ganze Liga in seinen Bann ziehen. Sein Abgang war dann aber unrühmlich. Uli Hoeneß bezeichnete ihn als Söldner und warf dem Flügelspieler schlechtes Benehmen vor.

Umso absurder wirkt nun diese Leihe ohne Kaufoption. Auch Costa ist damit nur eine spontane Übergangslösung, allerdings eine mit kleinem Geschmäckle. Gerade weil er sich in Turin als Fußballer kaum weiterentwickelt hat.

Die andere Seite der Medaille ist, dass das temporeiche Spiel der Bayern ihm entgegengekommen könnte. Mit seiner Durchschlagskraft kann er insbesondere als Joker von der Bank nochmal jedem Gegner ordentlich weh tun. Costa ist ein guter Fußballer. Seine Entscheidungsfindung ist nach wie vor das große Problem.

Kann Douglas Costa an seine Glanzmomente beim FC Bayern damals anknüpfen?
(Foto: Shaun Botterill/Getty Images)

Sportlich kann er nur dann ein Mehrwert für die Bayern sein, wenn er seine Rolle im Team akzeptiert und sich im Vergleich zu seiner ersten Zeit in München unterordnen kann. Das wird der Knackpunkt sein, aber Flick ist bekannt dafür, mit solchen Spielern umgehen zu können.

Bayern zahlt dem Vernehmen nach keine Leihgebühr, dafür aber sein Gehalt. Der Deal ist damit sehr fair und in Zeiten von Corona angemessen. Costa ist zwar nur eine kurzfristige Lösung, aber als Alternative zu Hudson-Odoi durchaus ein legitimer Versuch. Oftmals wird dem FC Bayern vorgeworfen, auf dem Transfermarkt alternativlos und ideenlos zu agieren. Hier beweisen sie mit einer guten Übergangslösung, dass sie sich für einen Wunschspieler nicht über den Tisch ziehen lassen.

Generelle Einordnung: Clever gerettet, oder schlicht nicht Bayern-like?

Wie bereits im letzten Sommer ging beim FC Bayern vieles drunter und drüber. Zu ideenlos und ohnmächtig wirkten die Münchner, als der Wechsel von Thiago sich abzeichnete, zu lange zogen sich die Verhandlungen mit Dest. Zu spät kamen offensichtlich die Bemühungen, mit Schlüsselspielern zu verlängern, sodass diese unangenehme Situation erst entstehen konnte. Dementsprechend groß war die Enttäuschung vieler Fans bereits Wochen vor der Schließung des Transferfensters. Es entstand der Eindruck, dass aus viel Zeit wenig gemacht wurde.

Insbesondere der vermeintliche Ausverkauf war überraschend. Doch da muss differenziert werden. Der Transfer von Sven Ulreich war lange geplant, war es doch logisch, dass Alexander Nübel den Bankplatz hinter Neuer beanspruchen würde. Nur schien sich lange niemand zu finden, der Ulreich zu passenden Konditionen verpflichten wollte.

Letztendlich wurde berichtet, dass der Transfer zum HSV mit ordentlicher Unterstützung des FC Bayern zustande kam – anteilige Gehaltsübernahme, geringe Ablösesumme. Für den Klub ist das aber kein Problem. Statt Ulreich eine weitere Saison zu behalten und so Ärger mit ihm oder Nübel zu riskieren, der sich schnell auf die Kabinenstimmung auswirken kann, hat man für alle Parteien eine geeignete Lösung gefunden.

Martínez bleibt wohl doch, Cuisance geht

Die Geschehnisse um Javi Martínez sind hingegen etwas undurchsichtiger. Hier tut der FC Bayern nun womöglich doch sehr gut daran, den Basken noch eine Saison zu behalten, bevor man ihn ohne Ablöse verkauft. Selbstverständlich sind die Münchner dafür bekannt, ihren Spielern keine Steine in den Weg zu legen, aber angesichts der Lage im Mittelfeld und auch der Verletzungsanfälligkeit einiger Verteidiger könnte Martínez noch das eine oder andere Spiel im eng getakteten Kalender abgreifen. Gegen Dortmund machte er jedenfalls ein sehr gutes Spiel und auch Flick äußerte abermals den Wunsch, weiter mit ihm zu arbeiten. Als Führungsfigur und Mensch ist der für den Kader und die jungen Spieler sowieso wichtig, sportlich weiß man, dass Verlass auf ihn ist. Auch wenn er nicht zu 100 % in die Ausrichtung passt, weiß Flick, dass er ihn jederzeit bringen kann. In dieser Saison ist das nochmal wertvoller. Ein Wechsel erscheint jetzt unwahrscheinlich und auch eine Auflösung des Vertrags kommt eher nicht in Frage.

Dass mit Fein ein Mittelfeldspieler sehr wahrscheinlich nach Eindhoven wechselt, unterstreicht diese These. Beim FC Bayern hat der 21-Jährige in dieser Saison noch keine Chance. Das hatte sich bereits angedeutet. Eindhoven scheint als nächster Schritt ein sinnvolles Ziel zu sein und im nächsten Jahr kann er dann in München seinen dritten Anlauf starten. Die TZ erwartet eine baldige Verkündung des Deals.

Auch die Situation von Joshua Zirkzee und Mickaël Cuisance bedarf einer Einordnung. Zirkzee ist insbesondere körperlich noch nicht weit genug, um auf einen Spieler wie Lewandowski adäquat zu ersetzen. Das dürfte beim Transfer von Choupo-Moting eine Rolle gespielt haben. Der FC Bayern hat so hohe Ansprüche, dass er sich ein Entwicklungsjahr kaum erlauben kann. Dementsprechend wäre eine Leihe wohl konsequent. In den Niederlanden ist das Transferfenster noch ein paar Stunden offen und es besteht die Chance, dass Zirkzee noch zu Feyenoord verliehen wird.

Fraglich ist aber einerseits, ob das kurzfristig der richtige Partner ist und andererseits, ob es nicht mehr Sinn gemacht hätte, die nächsten Monate noch abzuwarten. Schließlich ist das nächste Transferfenster nicht allzu weit weg. Eine erneute Bewertung der Situation im Winter wäre deshalb vielleicht sinnvoller gewesen als die schnelle Leihe.

Gleichzeitig ist die Leihe jetzt aber die Chance auf regelmäßige Startelfeinsätze und seine Position im Kader ist auch nicht dauerhaft blockiert. Vielleicht gibt ihm diese Erfahrung den nötigen Push für die kommenden Jahre. Zumal die Leihe von Costa für weitere Optionen in der Offensive sorgt und Bayern Zirkzee nicht allzu sehr vermissen sollte.

Trotz einiger Abgänge sieht der Kader gut aus

Cuisance hingegen steckt in einer von außen kaum zu bewertenden Situation. Der talentierte Franzose bringt auf dem Platz Fähigkeiten mit, die dem Spiel des FC Bayern zweifelsohne gut zu Gesicht stehen würden. In seinen wenigen Einsätzen zeigte er mindestens in Ansätzen, dass er mit Tolisso bereits konkurrieren kann.

Die Probleme scheinen aber nicht sportlicher Natur zu sein. Anders ist es kaum zu erklären, dass Cuisance von Flick nicht ausreichend berücksichtigt wurde und sogar Musiala zuletzt eher im Kader stand als er. Bei bisher 328 Pflichtspielminuten für den FC Bayern lässt sich hier auch nur schwerlich von einer Reduzierung der Kaderbreite ausgehen. Der Transfer zu Marseille ist daher wohl zwangsläufig sinnvoll. Bleibt zu hoffen, dass er dort den Durchbruch schafft und es mittelfristig eine Option für den FC Bayern gibt, ihn zu guten Konditionen zurückzuholen. Es wird spekuliert, dass Cuisance zunächst auf Leihbasis wechselt und Marseille dann eine Kaufoption über 10 Millionen Euro hat. Das wäre ein ziemliches Geschenk der Bayern. Die Pressemitteilung der Bayern erwähnt hingegen keinerlei Kaufoption.

In der Theorie ist jede Position nun doppelt besetzt. Außerdem hilft die Polyvalenz einiger Spieler dabei, dem Trainer einige taktische Möglichkeiten zu geben.

Bei Betrachtung des aktuellen Kaders darf trotz der vielen gezeichneten Horrorszenarien aber durchaus ein Kompliment an die Kaderplaner ausgesprochen werden. In der Spitze hat sich der FC Bayern in den letzten Jahren sowieso sehr sinnvoll verstärkt, in der Breite hat man jetzt wieder mehr Optionen und einen insgesamt ausgewogeneren Kader mit passenderen Spielertypen als in der letzten Saison. Jede Position ist quasi doppelt besetzt, wenn man Musiala nach den guten Leistungen zuletzt zutraut, die eine oder andere Minute als Müller-Ersatz mitzunehmen. Das einzige Problem könnte sein, dass die Flügelangreifer allesamt recht anfällig für Verletzungen sind.

Der Thiago-Wechsel schmerzt zudem nach wie vor, aber durch die Transfers von Roca und Sarr kann Kimmich nun endgültig als Nachfolger an seiner Herausforderung wachsen, ihn zu beerben. Eine Bedingung dafür ist, dass Flick seinem Neuzugang auf der Rechtsverteidiger-Position mehr vertraut als es bei Odriozola der Fall war.

Gute Arbeit – unter Coronabedingungen

Wegen der Coronasituation war es gewiss keine einfache Aufgabe für den FC Bayern, den Kader mit möglichst wenig Ausgaben sinnvoll zu verstärken. Bruno Labbadia sprach im Rahmen der Partie seiner Mannschaft gegen Bayern davon, dass der Markt in Zeiten von Corona verrückt sei und die Bayern-Verantwortlichen ihm das bestätigt hätten. Auf dem Papier sollte diese Mannschaft in allen Wettbewerben konkurrenzfähig sein und das ist unter diesen Bedingungen positiv zu bewerten.

Genauso ist es ein positives Zeichen, dass der FC Bayern nicht auf die utopischen Forderungen anderer Klubs eingeht, sondern immer eine Alternative parat zu haben scheint. Statt Hudson-Odoi überbrückt man die Saison nun eben mit Costa und statt eines überteuerten Mittelfeldspielers bekommt Roca für eine angemessene Ablösesumme seine Chance. Auch Choupo-Moting ist als Option zu Perišić, für den Inter Mailand wohl mindestens 20 Millionen Euro verlangt haben soll, eine nachvollziehbare Wahl.

Die drei wichtigsten Baustellen scheinen nun erstmal geschlossen zu sein. Neben der so wichtigen Entlastung für Kimmich durch einen Rechtsverteidiger und einen kreativen zentralen Mittelfeldmann kam ein Offensivallrounder mit Choupo-Moting. Außerdem kann Costa ein Jahr lang den Platzhalter für einen weiteren jungen Flügelspieler geben – sei es Musiala, der zuletzt gut aufspielte, oder tatsächlich Hudson-Odoi im dritten Anlauf, oder gar noch jemand anderes.

Dennoch riecht vieles in diesem Transfersommer wieder nach Überbrückung und Notlösung, was eigentlich nicht der Anspruch des FC Bayern sein kann. Fakt ist aber auch, dass der FC Bayern insbesondere wirtschaftlich nicht richtig vorausplanen kann. Die fehlenden Einnahmen könnten sich theoretisch noch bis tief ins Jahr 2021 ziehen. Es wäre fahrlässig gewesen, auf große Shoppingtour um jeden Preis zu gehen.

Verständliche Kompromisse?

Vielleicht waren Kompromisse also nie verständlicher als in diesem Sommer. Wie gut sie sind, wird sich erst noch zeigen müssen. Zunächst aber dürfte man an der Säbener Straße aufatmen, dass Flick wieder gestandene Optionen im Kader hat. Und sollte selbst das nicht reichen, gibt es immer noch die Möglichkeit, Spielern vom Campus eine Chance zu geben – Richards und Musiala haben zumindest angedeutet, dass sie bereit sind, auf diesem Niveau dazuzulernen, wenngleich ihr Weg nach wie vor sehr weit ist. Auch das Wintertransferfenster ist nicht weit entfernt, wenngleich die Optionen dort stets begrenzt sind.

Es gab durchaus Zeiten, in denen der FC Bayern souveräner und schneller mit seiner Kaderplanung fertig war als in den letzten Jahren. Das Bild, das der Klub abgibt, ist für einen Champions-League-Sieger oftmals zu chaotisch und hektisch gewesen. Diese Kritik muss sich insbesondere der hauptverantwortliche Salihamidžić gefallen lassen. Einiges geschah in den letzten Wochen, Monaten, sogar Jahren nicht proaktiv, sondern als Reaktion auf etwas. Beispielsweise die spontanen Leihgeschäfte im letzten Sommer als Folge der Sané-Saga, oder die jetzigen Geschäfte als Folge des recht unerwarteten Summersales.

Langfristig muss es das Ziel sein, wieder selbst den Ton auf dem Markt anzugeben und nicht in Folge eines kleinen Ausverkaufs reagieren zu müssen. Gleichzeitig sollte in der Bewertung nicht vernachlässigt werden, dass die Reaktion in der letzten Saison mit Coutinho und Perišić retrospektiv nicht so schlecht war. Und vielleicht ist es in dieser Saison ähnlich. Immerhin hat sich das Warten bei Sané und Roca mit einem kräftigen Discount bezahlt gemacht. Bayern bekam seine Wunschspieler somit zu besseren Konditionen und die Geduld machte sich bezahlt. Das ist Salihamidžić definitiv anzurechnen.

Das Ergebnis lässt sich in einer komplizierten Zeit jedenfalls sehen und dass die Unruhe diesmal nicht durch seltsame öffentliche Auftritte verstärkt wurde, ist ebenfalls ein Fortschritt. Bis zum Schluss blieben die Verantwortlichen ruhig, gingen nicht jeden Wahnsinn mit. Letztendlich konnten sie einen Kader präsentieren, der den Ansprüchen des FC Bayern gerecht werden kann. Vieles wird aber auch davon abhängen, wie schnell und wie gut die Neuzugänge integriert werden können. Das lässt sich jetzt noch nicht bewerten. Nach altem Reschke-Ideal hat man jetzt aber wieder 20 Feldspieler auf Profiniveau, die um Torhüter und Jugendspieler ergänzt werden. Der Ex-Kaderplaner des FC Bayern sah das immer als optimalen Richtwert an.

Ausblick

Im Ausblick auf die nächsten Monate wird es auch darauf ankommen, die Spieler zu bewerten, deren Verträge 2021 auslaufen: Javi Martínez, Jérôme Boateng, David Alaba, Douglas Costa und Eric Maxim Choupo-Moting. Bei Costa ist die Situation sehr klar. Er ist ohne Kaufoption ausgeliehen und muss dann durch einen Neuzugang oder einen Spieler aus dem Campus ersetzt werden. Choupo-Moting dürfte im kommenden Sommer wieder durch Joshua Zirkzee ersetzt werden, wenn sich der Niederländer entsprechend entwickelt. Die Option, diese Konstellation noch ein Jahr zu verlängern, gibt es auch, sollte Choupo-Moting überzeugen.

Hinten ist der Ausblick trotz der großen Namen ebenfalls recht entspannt: Martínez sollte eigentlich diesen Sommer schon gehen, ist in der Kaderplanung längst durch ausreichend Mittelfeldspieler und Verteidiger ersetzt. Für Boateng könnte es die letzte Ehrenrunde beim FC Bayern werden. Mit Nianzou und Hernández haben die Münchner zwei junge Innenverteidiger, die nachrücken können. Sollte Alaba nicht doch noch verlängern, wird hier aber wohl trotzdem noch ein weiterer Transfer fällig sein.

Die Bayern haben sich wie schon 2019 Zeit verschafft. Zeit, die sie bis zum kommenden Sommer nutzen müssen, um nicht wieder in eine Situation zu kommen, in der sie reagieren statt zu agieren. Zeit, um die kommenden Baustellen bereits vorherzusehen und dementsprechend zu handeln.


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King Coman Hands of God
  1. ich kenne wirklich nur choupo und Costa. bei den anderen vertraue ich auf unser quintuple-managent und dem Trainer.

    aber Costa? ernsthaft? kann mich noch gut an die seine Einwechslungen in seinem letzten Jahr erinnern. jedesmal mit null Bock, kein Aufbäumen, nichts.
    und das mitm Söldner hab ich mir auch immer gedacht, Uli hat’s dann bestätigt. und er war ständig verletzt. ganz ganz schlimm dass der Unsympat wieder da ist.

    1. sorry, kann gelöscht werden

  2. Was für ein schöner Moment! Die nervigste Transferperiode aller Zeiten ist zu Ende.
    Es ist mir immer noch rätselhaft, wie man bei einem Klub wie dem FCB ein derartiges Chaos verursachen kann.

    Und die Bilanz? Wenn wir die Häupter unserer Lieben durchzählen, komme ich auf 19 gestandene Feldspieler plus die Hoffnung Nianzou. Damit ist die angestrebte Doppelbesetzung erreicht, auch dank der Polyvalenz einiger Spieler. Ansonsten hätten wir vielleicht 7 IV?

    Von der Kaderbreite entspricht das ungefähr der letzten Saison, etwas abhängig davon wenn man da mit zählt.
    Die angestrebte signifikante Kaderverbreiterung wurde damit nicht erreicht. Allerdings den Umständen entsprechend sollte man zufrieden sein, das hätte ja alles noch viel schlimmer kommen können und zur Not gibt es auch bei den Amas noch den einen oder anderen.
    Übrigens eine schlaue Taktik des Vereins, die Erwartungen der Fans runter und die Nervosität der Fans rauf zu kochen, bis man am Schluss so gut wie alles und jeden bejubeln würde.

    Das Quartett das uns jetzt noch präsentiert wurde, finde ich im Gesamten ganz o.k.. Das sind Spieler die auf jeden Fall gut für die Breite sind. Inwieweit und welche Qualität sie tatsächlich auf unserem Niveau einbringen können ist noch etwas Wundertüte.

    Für mich der interessanteste und strategisch wichtigste ist Roca. Da kann vom Alter und Potential noch was gehen und er schließt zumindest theoretisch eine Lücke in unserem Mittelfeld. Außerdem mag ich den Spielertyp. Der Preis ist o.k. Und falls es nichts werden sollte, könnte man das wohl immer noch erlösen.

    Ebenfalls recht positiv gestimmt bin ich bei ECM. Vorausgesetzt man erwartet nicht zu viel und alle Beteiligten sind sich über die Backup-Rolle einig. Und was kann schon an einem Spieler verkehrt sein, der seit einem Jahrzehnt durch Europa tingelt und bisher nicht einen Cent Ablöse generiert hat?

    Zu Sarr weiß ich recht wenig zu sagen. Allerdings gibt es nichts in seiner Vita, das darauf hinweist warum er besser als Odriozola sein sollte. Mal schauen.

    Costa? Da muss ich doch kurz meiner Maxime untreu werden, im Grunde jeden Spieler freudig zu begrüßen, der überhaupt kommt. Costa, nicht wirklich? Und jeder der länger als 4 Jahre Bayernfan ist, weiß warum dieser Stoßseufzer. Aber wer weiß, vielleicht animiert ihn die Münchner Luft und er schließt an das einzige gute halbe Jahr seiner Karriere an.

    Und insgesamt?
    Die Abwehr wurde zahlenmäßig vergrößert, in der Spitze nicht unbedingt. Aber insgesamt eine eher positive Entwicklung.
    Der Sturm wurde zahlenmäßig deutlich vergrößert und sollte durch Sane auch in der Spitze verbessert werden. Also ingesamt eine positive Entwicklung.
    Das Sorgenkind ist etwas das Mittelfeld. Hier wäre natürlich Thiago zu ersetzen und auch Coutinho. Da können wir nur Roca und ggf. Nianzou gegenüberstellen. Wenn die beiden Youngster nicht einschlagen wie Granaten könnte das ein Downgrade beträchtlichen Umfangs sein.
    Deshalb vorher der Hinweis, dass Roca für mich der strategisch wichtigste Einkauf dieser Tage war. Wenn er richtig einschlägt, also wirklich so richtig, könnte das mit dem MF klappen. Falls nicht wäre das vielleicht die größte Klippe für unseren Saisonerfolg. Kimmich hat mittlerweile, gerade nach dem Thiago-Abgang, so etwas wie Lewy-Status, in seiner Position absolut unersetzlich. Ihm darf gar nichts passieren und ein Formtief sollte er tunlichst vermeiden. Wenn wir hier noch einen Spieler hätten, der ihn unterstützen und auch mal ersetzen kann, wäre das naturgemäß Gold wert.

    Wir wissen es allerdings nicht und erst der Saisonverlauf wird es zeigen. Haben wir uns strategisch entscheidend geschwächt, oder fängt das die Umorganisation im Kader auf?
    Jetzt heißt es warmlaufen für Düren, da sollten wir unsere neuen Helden doch gleich bewundern dürfen?

    Zumindest eines wissen wir zum Abschluss dieser Transferperiode genau. Es gab also nicht den großen Masterplan, der auf ein genau berechnetes Ziel hinführte. Ob es überhaupt einen übergeordneten Plan gab wäre schon fraglich. Am Schluss sind wir mehr oder weniger panisch mit dem Einkaufswagen im Schlussverkauf zwischen den Wühltischen herumgerast und haben geschnappt was noch da war.
    Gottseidank hat der FCB einen sehr großen Einkaufswagen und eine sehr große Brieftasche.

    Ach ja, klasse Einordnung Justin, gerade in der Kürze der Zeit.

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Tbf: An der Einordnung habe ich seit gestern gearbeitet und sie je nach Entwicklung immer wieder angepasst. Nicht erst seit heute 18 Uhr.

      Danke dir aber für dein Kompliment!

      1. das stimmt! klasse Einordnung! habs geteilt.

      2. Justin, auch von mir ein dickes Dankeschön für diese ausgewogene Einschätzung. Im Gegensatz zu Jo zeigt sie dass Du die besonderen Umstände in diesem Sommer verstanden hast.

      3. @Justin
        Danke für deine Arbeit. Echt Klasse und alles andere als selbstverständlich. Ich teile deine Einschätzung. Bei ECM sehe ich auch echt Potential. Und falls Costa an seine erste Hinserie anknüpft können sich viele Abwehrreihen warm anziehen. Bin auch echt gespannt auf
        die Saison. Roca und Nianzou haben m.M.n. eine absolute Perspektive zukünftig mehr als Ergänzungen zu sein.

  3. Die Kaderplanung und – entscheidungen des FCB ist seit vielen Jahren unter dem Strich gut.
    Aber es gibt immer mal Zeitpunkte wo man den Markt total falsch einschätzt.
    2016 war es so durch die neuen EPL TV Verträge und jetzt war es wieder so.
    Die langfristige Planung wurde eben total durch Corona über den Haufen geworfen. Das kann man nienandem vorwerfen aber in solchen Situation zeigt sich eben wie flexibel und gut man ist. Gut man hat jetzt Spieler geholt die weitestgehend die Bedürfnisse abdecken und man sollte abwarten wie sie hier einschlagen bevor man urteilt.

    Grundsätzlich ist es aber doch so das man in solch einer unübersichtlichen Situation erstmal den status Quo sichert. Das hat man mit dem Thiagoverkauf verpasst. Der lächerlich niedrige Preis zu dem man einen Weltklassespieler an einen Mitkonkurrenten in der CL verschenkt hat ist eine glatte Fehlentscheidung. Und das ohne auch nur annähernd einen nominellen Ersatz zu haben. Thiago hätte sicher verstanden wenn man ihn gebeten hätte noch ein Jahr zu bleiben nachdem es unmöglich ist in diesem Markt adäquaten Ersatz zu finden.
    Dazu kam die Fehleinschätzung und Mismanagement zu den Vertragsverlängerungen mit Alaba und Thiago die diese Situation überhaupt ermöglichen.
    Und ein RV wurde ja schon seit langer Zeit gesucht- den muss man dann eben auch parat haben.

    Salihamidzic wollte Vorstand sein. Jetzt ist er verantwortlich für das VS Ressort Sport. Für Kaderplanung Scouting Campus etc
    MMn sollte er jetzt fix den Sommer planen denn mit Javi Boa Tolisso Costa und CM werden mindestens 5 Spieler ersetzt werden müssen.
    Und Achtung: Verträge von Gnabry Goretzka Süle und Kimmich müssen jetzt bis Winter verlängert werden.

    Antwortsymbol9 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Sorry, aber ich kann beim Lesen Deiner Zeilen wieder mal nur den Kopf schütteln. Wer oder was gibt Dir eigentlich das Recht, permanent solche Urteile zu fällen? Deine allseits bekannte Abneigung gegen den Sportvorstand?

      1. Wie wäre es mit einer inhaltlichen Auseiandersetzung?

      2. Sorry, aber ich kann beim Lesen Deiner Zeilen wieder mal nur den Kopf schütteln. Wer oder was gibt Dir eigentlich das Recht, permanent solche Urteile zu fällen? Deine allseits bekannte Abneigung gegen Forenteilnehmer?

    2. Die Kaderplanung und – entscheidungen des FCB ist seit vielen Jahren unter dem Strich gut.

      Bemerkenswerte Aussage. Etwas überraschend aus deinem Mund, weil du damit einräumst, dass du den “Novizen” fehleingeschätzt hast, aber sich seinen Fehler so einzugestehen ist großes Kino.
      Hut ab.

      Das kann man nienandem vorwerfen aber in solchen Situation zeigt sich eben wie flexibel und gut man ist. Gut man hat jetzt Spieler geholt die weitestgehend die Bedürfnisse abdecken und man sollte abwarten wie sie hier einschlagen bevor man urteilt.

      Mal eben Costa als Plan B aus dem Hut zu zaubern, belegt eine hohe Flexibilität und auch Qualität, zumal die Mannschaft sich für ihn eingesetzt hat.

      Thiago hätte sicher verstanden wenn man ihn gebeten hätte noch ein Jahr zu bleiben nachdem es unmöglich ist in diesem Markt adäquaten Ersatz zu finden.

      Nachdem er Rummenigge weinend in den Armen gelegen hat, weil er weg darf?
      Unrealistisch.

    3. Für diesen Transfermarkt lagen die Verantwortlichen möglicherweise nicht ganz richtig mit der prognostizierten Preisentwicklung. Niemand weiß jedoch, wie sich die ganze Situation noch entwickeln wird und wie es dann in den nächsten 2-3 Transferfenstern aussieht.
      Möglicherweise hielt man sich ja auch wegen der anstehenden Vertragsgespräche mit den von dir genannten Spielern zurück? Ich könnte mir vorstellen, dass alle vier ganz genau beobachten, welche Forderungen Alaba stellt, was ihm der Verein bieten würde etc. Zudem werde sie auch genau wissen, was ihr Kumpel Sane kriegt. Mal ehrlich: Gnabry, Goretzka und Kimmich werden sich doch nicht mit weniger zufrieden geben als dem, was wir Alaba geboten hätten und was Sane kassiert. Natürlich hat man gehaltstechnisch im nächsten Sommer nach dem Vertragsende von Javi, Boateng und dem Ende der Leihe von Costa ein paar Reserven, aber niedriger wird der Gehaltsetat nach einer (hoffentlich) erfolgreichen Verlängerung des angesprochenen Quartetts wohl kaum sein. Man hat dann ein paar Spieler, die gehaltstechnisch eher zulegen und braucht für die Abgänge Ersatz. Dieser Ersatz wird wohl auch kaum (salopp gesagt) für ein Butterbrot spielen. Somit muss man selbst für den Erhalt des Status Quo irgendwo beginnen zu sparen. Es ist nachwievor unklar, wann die Spieltagseinnahmen wieder in gleichem Maße kommen wie vor Corona. Es gibt keine Garantie, ob die Saison dieses Mal durchgezogen werden kann und wie es mit den internationalen Wettbewerben weitergeht.
      Wer angesichts dieser Ausgangslage zu sehr in die Vollen geht, ist mMn ein Zocker und Zockern kann alles passieren. Da ist mir eine konservative Vorgehensweise schon lieber, auch wenn sie sich im Nachhinein vielleicht sogar als falsch herausstellen sollte.

      1. @willy
        Hatte ja schon letztes Jahr darauf hingewiesen das bei all dem trara über Sane Coutinho und Perisic man nicht die Vertragsverlängerungen mit den Säulen Neuer Müller Alaba Thiago vergessen darf. Fakt ist das man es nicht geschafft hat rechtzeitig (und das wäre in diesem Fussballtransfermarkt nun einmal in diesen Fällen spätestens Winter 19/20 gewesen). Bei Neuer gab es eine völlig missglückte interne Kommunikation (auch bzgl Nübel) mit darauffolgender öffentlicher Schlammschlacht aufgrund Durchstecken an die BILD- so geht man nicht mit seinem Kapitän um. Bei Müller lief es nach dem Fast Frontalcrash im Herbst dann einigermaßen reibungslos. Thiago wollte verlängern aber man hat monatelang um das vierte Vertragsjahr geschachert und so überhaupt Liverpool die Chance gegeben noch reinzugrätschen, bei Alaba scheint es so das man nicht weiterkam und er sich dann diesen Superagenten reingeholt hat der die Sache nur noch mehr verkompliziert hat. Vertragslaufzeiten haben nun einmal einen massiven Einfluss auf die Transferwerte. Das man in allen vier Fällen überhaupt bis April gewartet hat um Nägel mit Köpfen zu machen ist mMn eben eine Fehlentscheidung des Managements. Und wenn die Spieler abgewartet haben sollten aufgrund der verqueren sportlichen Situation mit Kovac, dann ist es auch letztlich eine Fehlentscheidung des Managements.
        Die Timeline ist bei der Beurteilung dieser Situation MMn entscheidend.
        Nachdem Thiago dann seine Entscheidung getroffen hatte- wohl im Mai- muss das Management dann klar abwägen zwischen Ablöse und sportlichen Wert, und die lächerliche Ablöse von Liverpool steht doch in keinem Verhältnis zum jetzigen Abgang des Spielers. Wie gesagt Thiago hätte sicherlich verstanden wenn man ihm zu verstehen gegeben hätte das ein Wechsel zu solch einen späten Zeitpunkt bzw Marktumfeld nicht möglich ist. Und bei Alaba findet wieder eine öffentliche Schlammschlacht statt.

        Flick hat schon im Winter einen RV Backup gefordert- öffentlicher Disput mit Salihamidzic- mit dem Notnagel Odri. Also seit über 7 Monaten weiß man das man einen Backup benötigt um dann am letzten Tag Sarr zu kaufen.

        Die anderen Transfers sind coronabedingte Tagesgeschäft Transaktionen die man jetzt noch nicht bewerten kann. Außer wie du MMn richtig sagst das es grundsätzlich gut ist das man auch ältere CL erfahrene Spieler geholt hat.

        Zu Salihamidzic fällt auf das überall dort wo es echte komplizierte Verhandlungen und Gespräche gibt, Missverständnisse und Konflikte entstehen die dann auch noch in die Medien gelangen.

        Er ist jetzt Vorstand und trägt die volle Verantwortung.

      2. @WTG

        Absolut. Lieber warten bis sich der Staub legt. Mit den kommenden Transferfenstern könnte sich die Situation auf dem Markt nochmals verschärfen, weil es dann doch einige Kanidaten gibt, deren Etat zu groß gewählt ist gemessen an den Einnahmen. Sprich: Die Summen könnten im Winter oder nächsten Sommer nochmals deutlicher nach unten purzeln.

        Ob das so passiert weiß man aber nicht.

        Am Ende hat Bayern mit Sane und Roca aber durhc warten rund 80 Mio eingespart. So ahnungslos kann man dann doch nicht sein.

      3. @918: Sehr viel Wahres in deinen Worten. Außendarstellung bei Vertragsgesprächen und auch bei manchen Transferverhandlungen absolut ungenügend, um es mal hart zu formulieren.
        Bei Thiago lag aber meines Wissens nach auch ein Problem darin, dass man eine Zeit lang intern gar nicht wusste, ob man mit ihm verlängern sollte oder nicht. Ob es dann letztendlich nur das vierte Vertragsjahr war, weiß ich wirklich nicht. Behalten wäre möglicherweise wirklich eine Option gewesen.

      4. @918: Bei Thiago hört man ja so einige Varianten, z.B. auch, dass innerhalb des Vereins lange überlegt wurde, ob man ihm überhaupt ein Angebot machen soll. Im Nachhinein denke ich, dass dies eher ein Aspekt für seinen Abgang gewesen sein dürfte als die Diskussion um ein viertes Jahr hin oder her. Ich bin mir auch nicht sicher, inwiefern seine Entscheidung beeinflusst wurde durch die starke Performance von Kimmich und Goretzka während der Phase in der er verletzt war. Auch wenn Flick ihn immer wieder lobte und als unverzichtbar hinstellte, so denke ich, dass es den Stammspieler Thiago beim CL-Turnier ohne die Verletzung von Pavard nicht gegeben hätte. Ist jetzt auch alles sekundär. Möglicherweise wäre es sinnvoll gewesen, ihm seinen Wechsel in diesem Sommer nicht zu gestatten. Nimmt man allerdings den Wahnsinn, den Chelsea in Sachen Ablösesummen diesen Sommer betrieb, mal beiseite, dann waren die Ablösesummen bis zum Zeitpunkt des Thiago-Wechsels wirklich auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in den Vorjahren, was die niedrige Summe, die Liverpool bezahlte, dann wieder einigermaßen relativiert. Immerhin ist Thiago ja schon 29 Jahre alt und das wirkt sich natürlich auf die Ablösesumme aus. So gesehen waren 30 Millionen (alle Prämien mal eingerechnet) für einen Spieler seines Alters nicht so niedrig. Wir haben für Sane bei gleichen Vertragskonstellationen wohl etwas über 45 Millionen bezahlt, wobei Sane ja um 5 Jahre jünger ist. Eriksen ging in der Vor-Corona-Zeit bei einem halben Jahr Restlaufzeit für 20 Millionen zu Inter und der ist vom Standing her damals auf einem ähnlichen Niveau wie Thiago gewesen. Für Teenager werden immer noch Wahninnssummen bezahlt. Für Spieler Ende 20 werden die Beträge dagegen tendenziell eher niedriger und überschritten die 30 Millionen-Grenze selbst vor Corona nicht so oft.

  4. Danke für die lesenswerte Einordnung.

    Zu dem Aspekt einer hektischen Schlussphase:
    Wäre es möglich, dass dies eine typische Entwicklung der Transferperiode ist? Dass es bei allen Teams mittlerweile deutlich mehr Last-Minute-Aktionen gibt als früher? Auch dadurch bedingt, dass die Zahl der Akteure (=agierende Vereine) am Tisch weiter zugenommen hat? Also keine Besonderheit des FCB, und auch nicht notwendigerweise zu kritisieren? Hat denn die Konkurrenz die Kaderplanung früher abgeschlossen?

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ja, das ist ein legitimer Punkt. Ich fand es, das führe ich an anderer Stelle auch aus, recht ruhig vom FCB selbst. Um ihn herum war es vor allem hektisch. Und das ist sicher auch der allgemeinen Situation geschuldet gewesen.

    2. Der BVB z. B. hatte seine Kaderplanung wie andere Vereine auch bereits vor dem ersten Pflichtspiel der neuen Saison abgeschlossen.
      Ich wüsste jetzt auf Anhieb keinen grossen Verein, der seine Käufe erst an den letztmöglichen 1- 2 Tagen getätigt hat. Dazu mit dem ganzen unrühmlichen Getöse, daß man die Spieler, die man eigentlich wollte, nicht bekam und lrtztlich auf 2. bis 3. Wahl ausweichen musste.

      1. Fairerweise war für den BVB die Saison am 27. Juni beendet und begann erst wieder am 19. September. Und Sancho Gerüchte gab es noch bis gestern.

  5. Ein sehr ausgewogener Bericht.

    Roca und Sane waren 2 sehr gute Transfers, zu einem noch besseren Preis. Hier wurde ganze Arbeit geleistet. In der Retrospektive waren Hernandez/Pavard ebenfalls die richtige Wahl.

    Die restlichen Verpflichtungen wirken verzweifelt. Ich hätte es gerne gesehen, wenn der Verein Jahr eins nach insgesamt 4 Titeln nutzt, um auf die eigene Kaderschmeide zu setzen. Stattdessen holt man wildes Mittelmaß aus anderen Ligen.

    Vielleicht hat der Verein damit eine einmalige Chance vertan. Der letzte Müller oder Alaba ist schon ein Weilchen her. Der Anhang wird Probleme haben mit einem FCB, der seinen Kader jedes Jahr mit Söldnern oder Leihspielern aufstockt. Das sollte nicht das Modell der Zukunft werden.

    Antwortsymbol8 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Vielleicht macht der Verein auch alles richtig, weil die Talente so Spielpraxis woanders bekommen, die sie bei Bayern nie kriegen würden.

      1. Das ist ein wichtiger Punkt. Ein gewisser Philipp Lahm hat auch zuerst bei Stuttgart Erfahrung gesammelt, Joshua Kimmich bei RB Leipzig. Thomas Müller ist eine absolute Ausnahme, weil er zum einen mit 19 schon sehr weit war; zum anderen hat damals van Gaal gerade die Spielweise umgebaut und es gab im Umbruch nicht die absolute Erwartung, jedes Spiel mit mehreren Toren Unterschied zu gewinnen.
        Ich will mir nicht vorstellen, was los wäre (auch hier in den Kommentaren), wenn Flick tatsächlich regelmäßig 2 – 3 junge Spieler aus der 2. Mannschaft einsetzen und damit – fast zwangsläufig – immer auch mal ein Spiel und den Anschluss an Platz 1 verlieren würde.

        Von wenigen Ausnahmen abgesehen (Davies war es, Musiala könnte so eine sein) schafft ein junger Spieler es nur dann auf das Niveau des CL-Siegers, wenn er mal mindestens eine Saison als Stammspieler auf Erstliga-Niveau Erfahrung gesammelt hat und dabei bestenfalls auch schon positiv aufgefallen ist. So schön die romantische Vorstellung wäre, regelmäßig Spieler aus der “eigenen Jugend” direkt in die 1. Mannschaft zu ziehen, ist es doch der deutlich systematischere Weg, den Jungs die Chance zu geben, sich an anderer Stelle zu beweisen und Erfahrung zu sammeln und dann die Besten zurückzuholen. Ist am Ende auch für die Spieler besser, denn die wollen ja gerne regelmäßig spielen, und nicht nur alle 3 Wochen mal 15 Minuten lang …

      2. Ähnlich verfährt man ja auch mit dem eigenen Nachwuchs, wenn man ihn auf die Übernahme der Firma vorbereiten will. Erfahrung in fremden Gefilden, ein wenig Resistenz und Eigenständigkeit sowie ein erweiterter Horizont lassen die Jungen reifen und selbständiger werden. Davon profitiert dann auch der eigene Betrieb, wenn sie letztlich zurückkehren.

    2. @Turbo Batzi
      Bei Hernández, Sané und Roca muss man noch ein Weile warten, bis man sie abschließend beurteilen kann (auch wenn es vielversprechend aussieht).

      Die Verantwortlichen würden wohl auch liebend gerne Nachwuchsspieler integrieren; da sie es nicht tun, muss man wohl davon ausgehen, dass die Qualität noch nicht ausreicht.

      Die Tendenz zunehmend mit Übergangslösungen zu arbeiten sehe ich auch kritisch. Aber nicht nur durch Corona hat sich der Transfermarkt schwierig gestaltet, sondern auch durch eine Machtverschiebung bei den Vertragspartnern: Die Spieler sind mächtiger und wählerischer geworden. Das etwas verstörende Auftreten des Vereins auf dem Transfermarkt ist deshalb auch teilweise Ohnmacht geschuldet. In Anbetracht dessen hat man sich letztlich ganz wacker geschlagen.

      1. Guter Punkt. Der Fußball in Europa nähert sich in Punkto Spielertransfers dem US-amerikanisches Modell an. Flexibler, schneller aber inzwischen auch recht viel Mitspracherecht von den sogenannten Superstars.

        Und genau daran erinnern mich gerade die letzten 2 Sommerpausen des Vereins: schnelle Verpflichtungen und Salary Dumping bzw. Verschiebungen. Da ich den US-Sport recht intensiv verfolge, ist das ein sehr gängiges und akzeptiertes Mittel, gerade an Deadline Days. Allerdings kein Mittel zum Erfolg. Wirklich gute Teams bauen ihre Kernspieler langfristig auf und machen alle 3 Jahre mal einen crazy move. Inzwischen wirkt der FCB doch sehr getrieben, wenn auch die Transfers von Sane, Pavard, Hernandez noch zu den altmodsischen zählen. Und ich bleibe dabei: für die Identifikation mit dem Verein ist diese Vorgehensweise keine, die lange anhalten sollte.

        @Justin:
        Vor 2 Jahren wäre ich da noch voll bei dir geblieben. Leider liegen Alaba und Lahm inzwischen schon ein Weilchen zurück. Vielleicht könnte man Gnabry noch in diese Kategorie einordnen. Ein LvG hatte damals den Mut, diesen Schritt zu überspringen. Und gerade jetzt, mit einer Mannschaft, die so starke Eckpfeiler hat, wie selten, wäre aus meiner Sicht der richtige Zeitpunkt 1-2 Jugendspieler heranzuführen, anstatt (teures) Mittelmaß aus anderen Ligen einzukaufen.

      2. Alaba war damals beispielsweise viel weiter. Richards wird von vielen gnadenlos überschätzt, Musiala ist noch nicht weit genug, bei Fein gibt es ganz große Fragezeichen, Zirkzee fehlt es körperlich – das sind alles Defizite, die man auf diesem Niveau nicht ignorieren kann. 2010 mag das anders gewesen sein. Der Anspruch war kleiner. Heute ist er anders. Deshalb sind Leihen wichtig. Wenn die Spieler es auf diesem Weg nicht packen, packen sie es sehr wahrscheinlich erst recht nicht in München. Auch wenn das etwas bewusst verkürzt ist und es viele Faktoren gibt.

      3. Sehe das ebenso. Die Jungs sind einfach (noch) nicht so weit, als dass sie uns mit durch diese Saison tragen könnten. Insofern sehe ich die Transfers als positiv – und die darauf folgenden Leihen unserer Talente als konsequent richtig.

    3. Der BVB hat dann doch eine ganz andere Ausgangssituation.

      Sie sind solide aufgestellt, haben soweiso schon einen sehr breiten Kader und haben punktuell eher wieder beim Potenzial aufgestockt.Unter der Annahme, dass ein, zwei Spieler eh immer verletzt sind und Rotation diese Saison stärker betrieben werden muss als eh schon

      kann man doch erwarten, dass auch die Spieler aus der Jugend immer mal wieder zum Zug kommen werden. Allerdings ist der Druck dann nicht so groß gleich eine 1B-Lösung sein zu müssen, sondern es werden auch 2A-Leistungen ausreichen können.

      Warten wir es ab.

  6. Die Bewertung der Einzelspieler sehe ich ähnlich (hatte dazu im anderen Thread noch etwas mehr geschrieben). Im grossen und ganzen wurde auch die Hauptaufgabe erledigt, den Kader angesichts des engen Spielplans auf eine gebotene Mindestgrösse zu bringen. Beim Budget bzw. finanziellen Risiko hätte ich mir ehrlich gesagt noch etwas mehr gewünscht, um v.a. einen richtig guten und schon bewiesenen Spieler fürs Mittelfeld zu holen. Nicht in der Preisklasse Havertz, aber ein Regal drunter wäre schon noch drin gewesen, angesichts des sehr guten wirtschaftlichen Fundaments und der Rücklagen. Speziell letztere hätte man in diesem Sommer maximal ausspielen können. Aber gut, es ist jetzt auch nicht so, dass mangelnder sportlicher Erfolg eine Einkaufstour erzwungen hätte.

    In der Abwicklung hat der Verein aber kein allzu dolles Bild abgegeben. Einzig das Erwartungsmanagement hat gepasst, da sind viele wohl inzwischen erleichtert über Transfers, über die man vor Wochen noch die Nase gerümpft hätte. Aber das monatelange Zögern bei längst bekannten Planstellen, das Verpassen mehrerer “Plan A”-Transfers wegen meiner Ansicht nach allzu kleinlichem Gefeilsche, andererseits dann die Verfolgung unrealistischer Ziele wie CHO, und dann letztlich wieder der Rückgriff auf kurzfristige Notlösungen – das sah schonmal besser aus, und das haben auch andere Verein unter Corona-Bedingungen hinbekommen.

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    1. @Horst Mohammed…..“ um v.a. einen richtig guten und schon bewiesenen Spieler fürs Mittelfeld zu holen“
      Roca sollte letztes Jahr noch über 30Mio kosten. Das wir ihn jetzt günstig bekommen haben schmälert m.M.n. nicht seine Qualität.
      Er mag zwar noch nicht auf Thiago Niveau sein. aber wer ist das schon.(Havertz m.M.n. auch noch nicht).

  7. Vielen Dank Justin für die super Zusammenfassung! Gerade zu Sarr hab ich vergeblich nach einer Experten-Einschätzung gesucht ;)

    Ich finde das immer schwer zu beurteilen von Außen, weil man nicht weiß was im Einzelnen versucht wird und warum vielleicht manche Sachen nicht funktionieren. Aus dem Stand würden mir schon paar Namen einfallen, die dem FCB sicherlich auch gut zu Gesicht gestanden hätten (Meunier, Bellingham, Hakimi, Everton), bezahlbar gewesen wären, und Chancen auf regelmäßige Einsätze gehabt hätten. Im Großen und Ganzen sind das aber schon sinnvolle Verstärkungen für die Breite, an der ersten Elf hätte ich ohnehin nichts groß verändert.

  8. Mich wundert etwas die große finanzielle Zurückhaltung der Bayern. Mein Eindruck ist, dass man aufgrund der Corona Situation die Spieler im Vergleich zur letzten Transferperiode für 30 Prozent weniger bekommt. Da wäre es in der Theorie durchaus eine interessante Strategie, als finanziell sehr gesunder Verein vielleicht noch einen Top-Spieler zu verpflichten bzw. generell etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Basiert natürlich in Teilen auf der Annahme, dass im Laufe von 2021 wieder Normalität einkehrt und ab 2022 wieder deutlich höhere Preise für Spieler aufgerufen werden.

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    1. Diesen Eindruck hat vor allem Bruno Labbadia neulich widerlegt. Die Forderungen der Klubs sind nach wie vor sehr hoch in den meisten Fällen, auch die Berater verlangen viel Geld. Das macht es kompliziert.

      1. Danke für den Hinweis! Dann waren meine Annahmen hier nicht ganz richtig.

  9. UH hatte einen sehr seltsamen Auftritt im DOPA.
    Im Prinzip war der Auftritt nicht nur kontraproduktiv sondern wurde total durch die Transfers in jeder Hinsicht konterkariert.

  10. Daumen hoch für die vielen Informationen über unsere Neuzugänge und die wohltuend unaufgeregte Einschätzung der Gesamtlage.

    Und nochmal Daumen hoch für die geniale Überschrift.

  11. Bei Sarr und Roca freue ich mich sie zu sehen. Costa macht als Ergänzungsspieler Sinn, wenn er die Einstellung mitbringt, seine Stärken (und Schwächen) sind bekannt.
    Aber Choupo!? Choupo habe ich echt nicht verstanden. Schon damals nicht, warum so einer zu PSG wechselt und dass die noch mit ihm verlängern wollen. Klar, er kann für die Kabine wichtig sein, als Deutscher der Französisch spricht und von PSG kommt, kann er Bindeglied sein; aber spielerisch? Ergibt für mich keinen Sinn.
    Ich verstehe nicht, dass Arp nicht oben anklopft und stattdessen freiwillig bei den AMAs bleibt.

  12. Klasse, so eine ausführliche Einschätzung! Wie die meisten bewerte ich die Roca-Verpflichtung als gut. Ein super Ballverteiler und defensiv könnte er positiv überraschen. Ich habe eher Sorge bezüglich der Pressingresistenz (in Deutschland wichtiger als in Spanien). Choupo-Moting erscheint auch sinnvoll. Bei Costa befürchte ich weniger atmosphärische Störungen (er bleibt nur ein Jahr und genug Minuten bekäme er wohl auch), als seine Verletzungsanfälligkeit. Hoffentlich ist er fit, wenn man ihn braucht. Bei Sarr überrascht mich doch ein bisschen die Experten-Einschätzung. Ich hätte ihn eher so in Richtung Wendell eingeschätzt: durchaus mit Speed und Dribblingsqualitäten aber mit schlechter Entscheidungsfindung. Bei einem ehemaligen Winger finde ich es seltsam, dass seine Stärken klar defensiv gesehen werden. So weit ich es weiss, wollte Flick doch auch immer eine offensive, dynamische Alternative auf rechts. Na ja, wir werden es sehen. Bei dem Deal bin ich mir nicht so sicher, weil er weder eine klare Kurzfrist- noch eine klare Langfrist-Lösung ist.

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    1. Die offensivere, dynamische Alternative ist für mich Richards. Zumindest in nicht allzu ferner Zukunft.

  13. Puhhh da muss man erstmal durchschnaufen…

    Ich hätte es begrüßt wenn man mal mehr auf den eigenen Nachwuchs gesetzt hätte statt irgendwelche Durchschnittskicker für die Kaderbreite zu holen. Wenn nicht jetzt, wann dann?

    Mir ist bewusst, dass es für jeden einzelnen Argumente geben mag aber mal Hand aufs Herz: Choupo-Moting, Sarr und Costa zurück bei dem man froh war das Juve so einen Batzen Kohle abgedrückt hat? Das ist nicht Bayern-Like. Und ja, auch die letzten Jahre waren nicht Bayern-Like, mit den Leiharbeiter-Nummern in letzter Minute. Es hat funktioniert – ok, nur ob das wieder so kommt darf bezweifelt werden. Deswegen wie gesagt: Richards, Musiala etc. was spräche dagegen?

    Bleiben unterm Strich Sané wo man nicht weiß wo er steht und wann er wieder bei 100% ist und den “Absteiger” Roca als Transfers die man begrüßen kann. Bei Roca kann man Brazzo zu Gute halten, dass er dieses Jahr noch weit weniger zahlen musste als die 40-50% der Ausstiegsklausel die man letztes Jahr schon nicht zahlen wollte.

    Dass das auch wieder alles quasi Sekunden vor Toreschluss durchgeboxt wurde lässt mich einmal mehr ratlos zurück.

    Und nochmal: ja, man kann für jeden auch Pros finden. Wenn man will. Ich tue mir damit allerdings sehr schwer…

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Was spricht dagegen? Nichts. Flick hat alles gewonnen. Jetzt kann er wie van Gaal die Jungen spielen lassen, wenn sie nicht schlechter als die Alten sind.

  14. Es gibt ja auch nicht 2-3 gute junge Talente in Deutschland !
    Stattdessen holt man irgendwelche Dorfkicker aus dem Ausland ;(
    Oh Mann FCB,was ist aus Dir geworden….

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    1. „Dorfkicker aus dem Ausland“ statt der guten deutschen Jugend? Was ist aus dir geworden, frage ich da? Wie kann man so respektlos sein?

      1. Was ist aus mir geworden ?
        Komm Du mir doch bitte nicht mit Rassismus !!!
        Ich bin bei der ANTIFA Hamburg,also erzähle Du mir nichts,zu diesem Thema Justin !
        Dorfkicker aus dem Ausland ist rassistisch ?
        Was denn genau daran ?
        Genauso könnte ich schreiben Dorfkicker vom Bauernhof !
        Entspanne Dich mal :)
        Liebe Grüsse

      2. Von Rassismus habe ich nichts geschrieben, sondern von Respektlosigkeit. Und dein Post ist zweifelsohne respektlos.

    2. Zum Glück hat Wohlfahrt darüber aufgeklärt, dass Willy ein gesellschaftliches Problem ist, weil er sich für Hautfarbe interessiert… HAHAHAHAAHAHAHAHAHAHAH (Ich finde das tatsächlich außerordentlich ironisch-lustig. Die vielen HA’s sind nicht übertrieben)

    3. Ganz dünnes Eis, junger Freund!!! Ich weiß ja nicht, welchen der “Neu”-Zugänge der Bayern Du als “Dorfkicker aus dem Ausland” bezeichnest, aber EMCM ist ja schon mal in Hamburg geboren, was in Deutschland liegt und Dich deshalb freuen müsste…!!!

      1. Zu ECM fällt mir eine Anekdote ein, die gar nicht mal so witzig ist. Bei sengender Hitze wurde er nach dem Spiel vom Reporter sinngemäß gefragt, ob die Hitze nicht eher ein Vorteil für ihn ist (weil er schwarz ist). ECM erst irritiert und dann cool: „digger, ich komm aus Hamburg!“. Coole Socke, spielerisch mag ich den auch.

  15. Ich bin froh, dass man sich bei den Verantwortlichen dieses Mal für Erfahrung entschieden hat anstatt zu viele junge Spieler zu holen bzw. integrieren zu wollen. Mit der Devise “Erfahrung von der Bank” sind wir doch z.B. 2013 super gefahren. Spieler wie Rafinha, van Buyten, Tymostschuk oder Pizarro konnte man ohne Probleme in jedem Bundesligaspiel einsetzen und sie lieferten ihre Leistung ab. Auch wenn sie mal mehrere Wochen am Stück draußen saßen, ging das bei ihnen nicht zu Lasten des Spielrhythmus. Aufgrund ihrer Erfahrung bestand bei ihnen auch nicht die Gefahr, dass sie sich bei ihren Einsätzen zu sehr unter Druck setzen und versuchen, bei jeder Aktion zeigen zu wollen, dass sie in die Mannschaft gehören. Negativbeispiele hierfür wären z.B. Renato Sanches oder Cuisance, die immer gleich nach der Einwechslung meinten, sie müssten die schwerste Option wählen um ihr Können zu zeigen. Bei jungen Spielern ist regelmäßiges Spielen unverzichtbar. Das wird bei Bayern schwierig.
    Ob die jetzt geholten Spieler tatsächlich passen, wird sich zeigen. Sie werden auch erst einmal eine Anlaufphase brauchen. Das war bei van Buyten, Rafinha etc. anders, denn die waren schon lange im Verein. Der Grundgedanke gefällt mir allerdings sehr gut. Mit Boateng und Martinez haben wir noch zwei weitere erfahrene Haudegen zumindest für ein weiteres Jahr im Kader, die ebenfalls ohne große Anlaufzeit funktionieren sollten, wenn sie zum Einsatz kommen. Zudem sind es auch tendenziell eher die etwas erfahreneren Spieler, die wichtig für die Stimmung in der Kabine sind und zwar nicht nur als Pausenclowns sondern auch dann, wenn es mal nicht so läuft. Eine Mannschaft, die fast nur aus jungen Spielern besteht, kann mal auf einer Euphoriewelle reiten (siehe BVB in der Hinrunde 2018/19 mit einer 42 Punkte-Runde). Wenn dann allerdings mal Rückschläge kommen, ist Erfahrung gefragt und dann bricht eine solche Mannschaft in der Regel eher ein, als ein Team, in dem mindestens eine Handvoll erfahrener Haudegen stehen.

  16. Fun-Fact am Rande:
    Mir ist gestern beim Durchklicken des endlich kompletten, neuen Kaders auf der Homepage etwas mMn nach sehr Cooles aufgefallen:
    Bei den Feldspielern ist die Mehrheit unseres Kaders dunkelhäutig. Auch wenn die Kaderplaner das wohl nicht als Entscheidungskriterium gewählt haben, dann passt es doch super als Statement in unsere heutige Zeit, in der Rassismus leider immer noch an der Tagesordung ist. Sicherlich dürfte es auch unter den Bayernfans leider immer noch solche geben, denen unser Kader nicht weiß genug ist (schlimm genug!). Gerade für die “freut” es mich ungemein und es wäre doch mal ein schönes Bild wenn vor Neuer unsere “All Blacks” (Spitzname des Rugby-Teams von Neuseeland) auflaufen würden:
    Sarr, Boateng, Alaba, Davies – Tolisso, Costa, Gnabry – Coman, Choupo-Moting, Sane; dazu hätten wir noch Richards, Musiala und Nianzou als Alternativen, falls es zu offensiv werden sollte.
    Auf der Gegenseite hätten wir:
    Pavard, Süle, Martinez, Hernandez – Kimmich, Goretzka, Roca- Müller, Lewandowski, Arp
    Und am wichtigsten ist es: Völlig egal, wer zusammenspielt, alle Spieler geben ihr Bestes für den Verein und das ist das einzige was zählt.
    MiaSanBunt!

    Antwortsymbol39 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. “Toll, die Mehrzahl unserer Spieler ist dunkelhäutig und hat Migrationshintergrund” ist auch eine Art von Rassismus und am Ende genauso bescheuert wie “Ich will nur Bayern in der Mannschaft haben”
      Ich hoffe Brazzo hat die Spieler nach unserem Bedarf verpflichtet und dabei nicht auf die Hautfarbe und die Herkunft geachtet.
      Miasanmia.

      1. @Wohlfarth: Ich hatte genug Momente in Bussen mit Fanclubs auf der Fahrt zu Spielen, in der Südkurve oder irgendwo im Sitzplatzbereich, wo immer wieder bei Fehlern eines eigenen Spielers dessen Hautfarbe oder Herkunft thematisiert wurde und zwar immer in einem negativen Kontext. Widerspruch war da eher selten zu hören. Tritt mal mit der Mannschaft, die ich aufgezählt habe in bestimmten Stadien in Europa an (egal ob in manchen Stadien in Italien oder in Moskau bzw. in anderen osteuropäischen Ländern). Ich glaube nicht, dass das dort von allen Zuschauern als normal erachtet würde. Genau wegen dieser Leute freut es mich, dass der Anteil an Spielern, die ihrem Weltbild scheinbar nicht entsprechen, immer höher wird. Ansonsten habe ich für jeden der lesen kann und will klar gemacht, dass für mich das Wichtigste ist, dass ein Spieler das Beste für unseren Verein gibt und auch nie gefordert, dass Herkunft, Hautfarbe etc. ein Kriterium für einen Vertrag beim FCB sein sollte.
        @Kurt: Auf deine Wortwahl kann ich gerne verzichten und ich habe deinen Beitrag deshalb auch gemeldet. Bezüglich deines letzten Satzes stimme ich dir beim Aspekt “wie sie aussehen und wo sie herkommen” vollkommen zu. Bei “was sie denken” wird es schon etwas schwieriger, außer sie behalten ihr Gedankengut im Zweifelsfall für sich. Spieler wie di Canio von Lazio, die vor der eigenen Kurve einen Faschistengruß zeigen, möchte ich auf jeden Fall nie in unserem Trikot sehen und wenn uns dieser Spieler die CL im Alleingang gewinnen würde.

      2. @wolfarth

        Mein Beitrag wurde entfernt. Ich stimme dir uneingeschränkt zu.

      3. @willythegreat
        Deine Perspektive ist absolut verständlich. Ich persönlich habe solche Erfahrungen an der Fanbase nie gemacht, deswegen war es bisher nie ein dringliches Thema für mich (im Kontext unseres Vereins).

        Außerdem glaube ich, dass dein Argument wohl begründet ist und anderen Meinungen unzweifelhaft standhält; diese muss man deshalb nicht notwendigerweise unterdrücken, auch wenn sie unappetitlich formuliert sind. Gespräch und Diskussion entstehen ja durch die Vielfalt und Widersprüchlichkeit der Meinungen; an einem orchestrierten Monolog kann doch kein Forumteilnehmer interessiert sein.

      4. „Frag doch mal was Boateng oder Coman vom Frauenschlagen halten. Oder was unsere Spieler von Homosexuellen denken. Alles ist immer bunt, wenn man nicht nachfragt.“

        Was willst du damit aussagen, Kurt?! Welche Botschaft möchtest du in die Welt tragen?

      5. @willythegreat: +1

      6. “Linksidentitärer Hautfarbeschiss”

        Junge, gehts eigentlich noch? Wenn Du Probleme damit hast, dass es jemand feiert wenn es mehr POC als weiße Spieler beim FC Bayer gibt, behalte das gefälligst für Dich. Das interessiert hier nämlich keinen. Und wenn Dir Linksidentität so sehr gegen den Strich geht, dann beende bitte Dein Bayern-Fantum. Leute wie Dich braucht der FC Bayern nicht.
        #miasanbunt

      7. @DerMaier: Respekt! Wer nicht deiner Ideologie folgt, wird aus dem Verein ausgeschlossen oder was? Ich lach mich tot. Muss man jetzt das dir passende Parteibuch haben um ins Stadion zu kommen?
        Das nenn ich mal Rassismus.

      8. Wer Wohlfahrt nicht mag ist ein Rassist hihi. Bendix Grünlich, dem armen Philosophen, muss es grauen, ob der furchtbaren logischen Linie der Diskussionsführung

      9. @Lukas: ist an dieser Diskussion hier noch irgendetwas logisch? Weltoffene Menschen rechnen dunkelhäutige gegen hellhäutige Spieler auf, tolerante Menschen verbieten Andersdenkenden dass sie ihrem Lieblingsverein zujubeln.
        Die Welt steht Kopf :-)

    2. Tatsächlich, ist ja witzig. Wäre mir (wie wohl den meisten Bayernfans) gar nicht aufgefallen. Ein gutes Zeichen.
      In dem Zusammenhang stellt sich mir gerade die Frage: Wer war denn der erste dunkelhäutige Spieler in Reihen des FCB?
      Der erste der mir spontan einfällt wäre Wesley Schenk, Mitte der 70-er Jahre. Wenn er auch nur wenige Spiele absolvierte. Dann gibt es, zumindest in meiner Erinnerung, ein großes Loch bis in die 90-er.
      Gab es da sonst niemand mehr?

      1. Mir ging es genauso – ich habe mich sofort erschrocken gefragt, was mit mir nicht stimmt. Aber scheinbar bin ich nicht der Einzige, der nicht in diesen Kategorien denkt.

        PS. BLM jetzt auch im doppelten Sinn beim FCB.

      2. @Jo: Ich wüsste in den 80ern auch niemanden. Anfang der 90er dann Bernardo und Mazinho. Dann Valencia und Sammy Kuffour.
        @ Bendix: Schön, wenn es dir nicht auffällt. Hängt wohl mit deinem Umfeld zusammen. Ich empfehle dir mal eine Busfahrt oder Zugfahrt aus Niederbayern zur Allianz Arena. Da wirst du noch einige Menschen treffen, die in diesen Kategorien denken.

      3. Einfacher wäre: Ich empfehle dir Niederbayern :-D

    3. Danke für diesen Hinweis, willythegreat. Kann dir nur zustimmen.

      Zu Kurt und Wohlfahrt wäre jedes Wort zu viel, soll sich die Redaktion der Beiden annehmen.

      1. @Howard W.
        Kannst du außer stänkern und denunzieren auch mal was nützliches beitragen?
        Vielleicht sollte sich die Redaktion mal Deiner annehmen.

    4. @willy:
      Mit diesem “ich würde gerne mal unsere All Blacks sehen und auf der Gegenseite unsere Weißbrotmannschaft” bist du keinen Funken besser als “diese Leute”.
      Dem einen ist die Mannschaft nicht schwarz genug, dem anderen nicht weiß genug.
      Beides bescheuert, weil für den Erfolg einer Mannschaft gänzlich irrelevant.

      1. @wohlfarth
        Jetzt schießt du mit deinem Nützlichkeitsdenken ein bisschen über’s Ziel hinaus.
        Wir identifizieren uns doch nicht nur der Erfolge wegen mit dem Verein, sondern weil er für uns auch darüber hinaus etwas repräsentiert. Das ist bei jedem etwas anderes. Bei Willy ist es wohl die Vorstellung einer bunten, heterogenen, toleranten Gruppe.
        Was gibt es daran auszusetzen? Dein Ansatz ist genau so legitim – auch wenn ich ihn etwas stark reduziert finde.

      2. Mein Ansatz ist stark reduziert?
        Jaaaaaaaa. Und das ist gut so.
        Weil es scheißegal ist, welche Hautfarbe ein Spieler hat. Mir ist das nicht mal aufgefallen, dass unsere Mannschaft jetzt mehrheitlich dunkelhäutig sind. Willy schon.
        Wer sieht die Welt jetzt neutral und wer in Kategorien?
        Und ich lebe im tiefsten Niederbayern.

      3. @willythegreat
        Ich stimme dir ja prinzipiell zu, mir ging es ähnlich.
        Aber das meinte ich letztens, als ich davon sprach, dass jeder seine eigene (homerisch) Geschichte mit dem Verein erlebt und entsprechend auch so darüber erzählen soll. Die Allianz-Arena ist neben dem faktischen Fußball ein großes Vakuum, dass ein jeder mit seinen Träumen, Sehnsüchten, Ängsten und Hoffnungen füllt.

      4. Sorry, mein letzter Beitrag war natürlich an wohlfarth gerichtet.

      5. Das mit der “Gegenseite” ist mir im Ursprungsposting auch negativ aufgefallen. War aber danke ich nicht so gemeint, würde ja den Rest des Beitrags konterkariieren.

        Insgesamt finde ich die Überlegung allgemein (bisher habe ich mir vollkommen unabhängig vom FCB diese Frage gestellt) schon interessant, ob nicht die, denen so etwas so auffällt und die dem so viel Bedeutung beimessen, nicht doch letztlich stärker diskriminieren als die, denen das schlicht egal ist.

        Dazu passt (wenn auch bei MSR arg off topic) schön die Anekdote, die ein dunkelhäutiger Wirt eines Restaurants mit “Mohren” im Namen gestern bei Hart aber fair erzählt hat. Er selbst verbindet mit dem Namen Positives, weswegen er ihn auch gewählt hat. Er wird aber immer wieder von allen möglichen Menschen darauf angesprochen, die ihm erklären wollen, von was er selbst sich diskriminiert fühlen soll… Ein Highlight war wohl, dass ein “gemischtes” Paar (also einer weiß, einer der beiden Dunkelhäutig) sich am Namen gestört hat, zur Theke kam und den Chef sprechen wollte. Als er dann kam wollten sie das nicht glauben und haben noch 2x wiederholt, dass sie den Chef sprechen wollen. Erst als Angestellte gesagt haben “das ist doch unser Chef”, haben sie es langsam geglaubt. Da fragt man sich schon, wer aus welchen Gründen überall Diskriminierung wittert. Man könnte an der Stelle in die klassische Psychoanalyse eintauchen und von “Reaktionsbildung” sprechen. Man bekämpft nach außen die Dämonen, die man bei sich selbst nicht bewusst erkennen oder wahrhaben will…das führt jetzt aber wirklich zu weit weg vom Thema.

      6. @JOP
        Ja, dein Beispiel zeigt wunderbar, dass es unmöglich ist das Thema auf einen einzigen, gemeinsamen Nenner zu reduzieren.
        Jeder hat seine ganz eigenen, persönlichen Erfahrungen und Dämonen. Aber das Schöne ist ja, dass man sich darüber ganz zivilisiert und offen unterhalten kann, ohne deshalb irgendjemanden ausschließen zu müssen (sofern er wirklich an einem Gespräch interessiert ist).

      7. @wohlfarth: möglicherweise war meine Gegenüberstellung zwischen einer All Blacks Mannschaft und der hellhäutigen Mannschaft etwas unglücklich.
        Aufgefallen ist mir die Zusammensetzung des Kaders wahrscheinlich deshalb, weil ich oft genug Fälle erlebt habe, in denen die Hautfarbe thematisiert wird wenn es sportlich nicht so läuft. Ich habe auch schon oft genug mitbekommen, dass bei Fußballübertragungen zu hören war “Wie viele Schwarze haben wir denn noch?” Leider traurige Realität (zumindest in dem Teil von Niederbayern in dem ich wohne).
        Ich für mich habe aus dem Diskussionsverlauf von heute gelernt, keine politischen Themen mehr anzusprechen, denn das schlägt mir zu hohe Wellen. Entweder ich verbreite angeblich “linksidentitären Hautfarbenschiss” (wie Kurt in seinem gelöschten Beitrag anmerkte) oder mir wird ein Defizit im Umgang mit Hautfarben attestiert. So etwas brauche ich nicht. Zur Erklärung: Wer diesen alltäglichen, eher unterschelligen Rassismus mehrfach erlebt, dem fällt vielleicht eher auf, wieviele Spieler welcher Hautfarbe im Kader stehen. Glückwunsch an diejenigen, denen es gar nicht auffällt: Ihr lebt in einem etwas fortschrittlicheren Umfeld als ich.

      8. @willy:
        Ich denke eine sehr weise Entscheidung, hier keine politischen Themen mehr ansprechen zu wollen. Da geht die Diskussion sehr schnell in eine Richtung, die in einem Fussball-Blog meiner Meinung nach nichts verloren hat.
        Deine Beiträge zum Thema FC Bayern finde ich übrigens alle hochinteressant, hier bitte den Umfang nicht reduzieren :-)

      9. Ich für mich habe aus dem Diskussionsverlauf von heute gelernt, keine politischen Themen mehr anzusprechen, denn das schlägt mir zu hohe Wellen.

        Wieder mal ein Punktsieg für die Rechte.
        Wer abweichende Meinungen von sich gibt wird solange terrorisiert, bis er seine Lektion gelernt hat.

      10. “Wer abweichende Meinungen von sich gibt wird solange terrorisiert, bis er seine Lektion gelernt hat.”
        Da nehmen sich rechts und links rein gar nichts.

        Was bin ich froh, dass ich ein Mann der Mitte bin und mal in die und mal in die andere Richtung spielen kann. Und nicht so ein eindimensionaler Außenbahnspieler, der nur an seiner Linie entlangläuft und sonst nichts sieht vom Spielfeld.

    5. Hauptsache kein Blauer…

    6. Willys Statement (verdeutlicht gerade auch durch seine zweite Äußerung) habe ich vor allem gelesen als Plädoyer gegen (auch schleichend) rassistische Einstellungen und Bekundungen von Fans, und als sehr wohltuend empfunden, weil dieses Thema nun wirklich keines ist, dass man einfach so ignorieren und wegwischen kann. Da gibt es nur eindeutige Positionierungen, keine Mitte. Es fordert vielmehr dazu heraus, thematisiert zu werden. Gleiches gilt übrigens für Spieler, die ihre Popularität nutzen, um solche rassistischen oder faschistischen Haltungen zu verbreiten. Denen sollten wir als Verein keine Bühne dafür geben. Ich sehe in diesen Äußerungen wirklich nichts Verwerfliches, und wundere mich, dass das so eskalieren kann.

      Willys Beiträge sind überwiegend auf fußballerische Belange bezogen und sehr informativ und kenntnisreich. Und auch wenn man ihm mitunter womöglich nicht bei jeder Wertung beipflichten mag, sind seine Erwiderungen stets sachlich und wohltemperiert, was den Austausch mit ihm sehr angenehm macht (wie ich aus eigener Erfahrung schätzen gelernt habe).

      Wenn also jemand wie er aufgrund des Verlaufs der Diskussion zu dem Schluss kommt, solche Themen nicht mehr anzusprechen, dann finde ich das nicht nur bedauerlich, sondern extrem bedenklich. Denn er hat eines Erachtens etwas Selbverständliches ausgedrückt, dem man zustimmen können sollte, gleich auf welcher Position man sich innerhalb des DEMOKRATISCHEN Spektrums verortet.

      1. @severalseasons: Danke. Du hast die Intention meines Beitrags verstanden. Vielleicht habe ich zu viel reingepackt, was möglicherweise für Missverständnisse sorgte. Ich habe leider oft genug erlebt, dass unsere Spieler aufgrund Herkunft (selbst Klose und Podolski waren die ….. (das Schimpfwort für Polen will ich hier nicht wiederholen)) oder Hautfarbe niedergemacht wurden, wenn sie mal eine schwächere Leistung abgeliefert haben. Auch wenn manche Kommentare im Stadion, bei Stammtischen, in Fußballkneipen etc. oft als lustig getarnt werden, so nervt es mich, wenn ein Bayern-Fan überhaupt auf die Idee kommen kann, so etwas zu machen bzw. die Anzahl von dunkelhäutigen Spielern kritisch zu hinterfragen. Besonders bizarr wird das dann, wenn ein paar dieser Dunkelhäutigen sogar deutsche Staatsbürger sind. Seis drum, aufgrund meiner Erfahrungen bin ich bzgl. dieses Themas eben etwas sensibilisiert und deshalb fiel mir (anders als manch anderen Diskussionsteilnehmern) der Umstand, dass wir mehr als 50% dunkelhäutige Feldspieler haben, eben auf.
        Dann habe ich das als Gelegenheit genommen, um meine Freude darüber auszudrücken, dass sich ein paar Leute, über die ich mich in den letzten Jahren wegen ihrer Einstellung ärgern musste, ob dieser Tatsache wahrscheinlich furchtbar aufregen müssen.
        Eine Aufstellung nur mit den hellhäutigen Spielern zu posten war im Nachhinein vielleicht nicht so klug, war aber sicherlich nicht politisch motiviert. Mir ist es völlig egal, ob wir ein Spiel mit 11 hellhäutigen Spielern, 10 dunkelhäutigen Feldspielern (Torwart gibt es nicht mit dunkler Hautfarbe) oder bunt gemischt, bestreiten. Hauptsache wir gewinnen. Deshalb habe ich zum Schluss klar formuliert, dass für mich nur zählt, dass ein Spieler alles für unseren Verein gibt, also ein Statement abgegeben, dass eigentlich jeder hier bedenkenlos unterschreiben wird.
        Was sich daraus entwickelt hat, war schon etwas befremdlich, aber auch skurill. Von Leuten, die meine politische Einstellung nicht kennen, wurde ich – nur um die Extrempositionen zu nennen – entweder dem linksidentitären Spektrum zugeordnet oder mir wurde ein Problem mit Hautfarben unterstellt, weil mir das Ganze überhaupt auffällt. Ganz stark fande ich auch den Vorwurf, dass ich weiße gegen schwarze Spieler antreten lassen möchte (wohl ganz im Sinne der Völkerschauen aus eher finsteren Tagen des letzten Jahrhunderts).
        Und das alles unter einem Kommentar, der als fun-fact deklariert war.
        Aber Schwamm drüber. Ich bin keinem hier böse, wenn er etwas anderes hineininterpretiert, als das was ich gesagt habe. Störend war für mich nur die Wortwahl und hier speziell von einem User, weshalb ich diesen Kommentar auch gemeldet habe und er daraufhin gelöscht wurde. Der Ausdruck, der mich dabei störte, wurde von mir an anderer Stelle noch einmal zitiert und kann vielleicht der Legendenbildung jenes Users etwas gegenwirken.
        Ansonsten sei halt immer wieder daran erinnert, was auch unsere Moderatoren fordern: Andere Meinung ja, aber bitte mit vernünftiger Wortwahl. Klappt halt leider nicht immer und bei Politik fast logischerweise noch weniger als bei Fußball. Wir schaffen es ja nicht mal als Bayernfans bei bayernspezifischen Themen den Anstand dauerhaft zu wahren, obwohl wir alle Bayernfans sind. Wie sollte das also in Bereichen funktionieren, in denen wir teilweise grundverschiedene Positionen vertreten. Deshalb werde ich eben nichts mehr mit politischem Inhalt hier posten.

      2. “Denn er hat eines Erachtens etwas Selbverständliches ausgedrückt, dem man zustimmen können sollte, gleich auf welcher Position man sich innerhalb des DEMOKRATISCHEN Spektrums verortet.”

        Diesen Sätzen kann ich als Mann der Mitte leider nicht zustimmen:

        “Mir ist gestern etwas mMn nach sehr Cooles aufgefallen: Bei den Feldspielern ist die Mehrheit unseres Kaders dunkelhäutig.”

        “…es wäre doch mal ein schönes Bild wenn vor Neuer unsere “All Blacks” (Spitzname des Rugby-Teams von Neuseeland) auflaufen würden..”

        “Genau wegen dieser Leute freut es mich, dass der Anteil an Spielern, die ihrem Weltbild scheinbar nicht entsprechen, immer höher wird.”

        Ich glaube, dass dieser Aufruhr nicht von willy gewollt war und nehme es ihm nicht übel.
        Aber ich stimme seinen Aussagen hier nicht zu, weil es mir scheiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiseeeeeeeeeeegaaaaaaaaaal ist, welche Hautfarbe unsere Spieler haben und ich nicht dieses schwarz gegen weiß bzw. weiß gegen schwarz unterstütze.

      3. @wohlfarth: Er hat mit der Rassismuskritik sehr wohl etwas Selbstverständliches ausgedrückt.

      4. Sorry willy,
        hab deinen letzten Kommentar erst gesehen, als ich meinen schon weggeschickt hatte.

        Stimme dir voll zu und für mich ist das Thema damit beendet.

      5. Aaachso jetzt hab ichs. Willy ist ein Rassist, weil er Rassismus blöd findet und du verteidigst die goldene Mitte und die Menschen, die als einzige nicht rassistisch sind, weil sie nicht über Rassismus reden. Wollen. Oder müssen. Oder können. Äh… es nicht lesen müssen wollen. Vor allem nicht in einem Forum. So jetzt. Und dass dir dieser Funfact von Willy nicht scheeeeeiiiiiiiiiiiiss egaaaaaaaaaaaaaaaaal ist, zeigt, wie auf- oder abgeklärt du mit dem Thema umgehst.

      6. @severalseasons:
        Jaja

      7. @Lukas:
        Du hast mal wieder nichts verstanden.
        Schade

      8. Hab ich’s doch nicht. Mist :-(
        Ist aber auch echt kompliziert!
        Schade

      9. +1. Und die Tatsache, dass unter den Leistungsträgern des Vereins inzwischen viele mixed-race-Spieler sind (gibt es dazu eine deutsche Übersetzung, die nicht wie aus dunkelsten Zeiten klingt?), sollte auch jenseits aller moralischen Aspekte dazu motivieren, Fälle wie neulich im Leistungszentrum eben nicht unter den Teppich zu kehren. Den nächsten Alaba, Davies etc. bekommt man nicht so bald, wenn der Verein dafür berüchtigt ist, Rassismus unter den zuständigen Trainern zu tolerieren. Oder unter den Fans.

      10. @wohlfarth:
        Wer keine Hautfarben sieht, ist meistens weiß. Weiße können Rassismus auch nicht nachvollziehen und es sich leisten, keine Hautfarben zu sehen. Das betonen sie auch oft recht gönnerhaft und denken dabei, sie sind super tolerant. Dann kommt reflexhaft ein „aber die Linken sind genauso!“, garniert mit irgendwas mit „Mitte“. Bei Rassismus gibt es aber kein dazwischen und kein egal.

        Ich bin froh dass der FCB bunt ist, denn jeder Spieler of Color ist ein Stück mehr Sichtbarkeit, Normalität und Anerkennung in der Öffentlichkeit. Und der FCB hat eine ungemeine Öffentlichkeit. Zudem sorgen sie auch für eine Repräsentation von Minderheiten. Ihr merkt schon: ich finde Fußball ist politisch und ich bin froh hier gute Diskussionen mit euch zu lesen (und zu führen).

        Es ist kein Problem, dass dir das nicht weiter auffällt, aber den positiven Effekt für eine pluralistische Gesellschaft kann man anerkennen. Zumal es sich um geile Kicker handelt und nicht um Spieler für die Quote. Hautfarbe ist natürlich egal für die Leistung und Talent des Spielers. Der Kader des FCB zeigt das durch seinen mix auch eindrucksvoll.

  17. Wer oder was gibt Dir eigentlich das Recht, permanent solche Urteile zu fällen?

    Das Grundgesetz

  18. Es sind offenbar 5! Neuzugänge.

    Still und heimlich hat man offenbar das große portugiesische Talente Tiago Dantas eingetütet. Allerdings vorerst für die II. Mannschaft. Angebliche Kaufoption über 8 Mio €. In Benficakreisen spricht man 45 Mio. Wird also interessant, welche Zahl stimmt.

    Jedenfalls sind die Fans schockiert, da man ihm eine mögliche Entwicklung auf dem Level eines Bernardo Silva zutraut.

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    1. Ein Remy Vita geht auch zu den Amateuren. Scheinbar ein junger Außenverteidiger. Der Brazzo ist ein Hundling …

  19. […] vier Transfers für die Profis hören wir Uli Hoeneß irgendwo ganz deutlich sagen: “Das war’s noch nicht!” Am […]

  20. In der Hoffnung, dass mein euphorischer und geläuterter Kommentar diesmal nicht der Zensur zum Opfer fällt ;) (früher dachte ich noch, man müsste sich unflätig oder gar beleidigend äußern, dass sowas passiert).

    Ich ziehe alle Hüte, die ich zur Verfügung habe. Costas Vertrag wäre in diesem Jahr ausgelaufen. Man verkauft ihn jedoch vorher für 40 Millionen, nur um ihn nachher kostenlos zurückzubekommen und sogar noch ein Jahr l ä n g e r zu beschäftigen, als ursprünglich geplant. Was für ein Winkelzug, was für ein Deal. Und ich Depp habe mich damals auch noch über Uli aufgeregt, dass er bei Abgängen ständig böses Blut reinbringt. Hätte ich gewusst, dass das Wort Söldner hier ein Kompliment ist und offenbar auch Costas Selbstwahrnehmung entspricht, dann hätte ich mir diese Dummheiten sparen können. Klare 1 für Brazzo, klare 1 für Uli.

    Legendär auch der Roca-Transfer. Im letzten Jahr noch durch den Preis-Leistungs-Test gefallen, entschied man sich, den Transfer NOCH nicht durchzuziehen. Gut, die Leistung hat sich zwar nicht dem Preis angepasst, jedoch der Preis der Leistung. Da zeigt sich, dass Brazzo mittlerweile ein richtiger Geschäftsmann ist (mit Bart usw.). Da ruft Espanyol einen unrealistischen Preis für ein stagnierendes Talent auf, wir lassen uns aber nicht über den Tisch ziehen sondern warten, bis Espanyol einen realistischen Preis für ein stagnierendes Talent aufruft – und schlagen zu. Zorc erblasst vor Neid.

    Bei Sarr haben wir einen Einblick bekommen, wie Scouting funktioniert, wenn die Zeit knapp wird. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich stelle mir das so vor: “Hallo, hier ist Marseille, wir wollen Cuisance” – “Ok, den könnt ihr bekommen, wenn ihr euren Rechtsverteidiger raus rückt. – “Welchen unserer Rechtsverteidiger denn?” – “Na den Stammspieler, den besten!” – “Den Sakai? Nee, den können wir nicht entbehren. Ihr habt den doch spielen sehen bei Hannover. Aber den anderen könnt ihr haben” – “Alles klar, so machen wir’s, schreibt uns für die Pressemitteilung bitte nur eben noch, wie der heißt”. Manch ein ewiger Nörgler mag sowas plump nennen. Ich nenne es pragmatisch. Daumen hoch!

    Choupo natürlich ohnehin ein Muss. Ein Spieler, der in der Schlussphase eines Championsleague-Finals den Ausgleich des Gegners verhindert, obwohl er gar nicht für uns spielt? Den muss man natürlich allein aus menschlichen Gründen sofort dazuholen, keine Frage. Immerhin wird ja immer wieder erwähnt, wie sehr bei der Verpflichtung von Spielern auf den Charakter geachtet wird. In diesem Sinne: Willkommen zurück Douglas und ihr anderen!

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    1. Für eine Karriere als Comedian wird’s wohl nicht reichen. Aber gute Ansätze.

    2. Er war bemüht :-)

    3. Auch wenn das tatsächlich lustig war: Schade finde, ich dass ich jetzt deine wirkliche Einschätzung zu den Spielern jetzt nicht kenne :-(

    4. @Ju
      Ich fand’s gut. Hoffe zwar, dass du dich täuschst, aber für kultivierten Spott habe ich eine Schwäche.

    5. @ Ju: Herrlich wie du den Wechsel von Sarr beschreibst! Große Klasse :D Er wird wahrscheinlich sowieso nur die dritte Option hinter Pavard und Richards (oder Richards und Pavard wenn der Franzose nicht bald wieder in die Spur kommt) und das wird schon irgendwie passen. Ein Lahm wird er sicher nicht sein aber ein Lell hoffentlich auch nicht.

      Leute mehrfach verpflichten hat ja mehr oder weniger gute Tradition bei Bayern. Mir fallen da gleich drei ein, bei denen das erfolgreich gelaufen ist: Breitner, Matthäus und Effe (alle auch nicht unbedingt mit überragenden Sympathiewerten und das nicht nur bei Uli) und bisher hat Costa eigentlich bei jeder Station erstmal ein halbes Jahr grandios gespielt, bis er seinen inneren Ciriaco Sforza entdeckt hat und lieber gut bezahlten Urlaub auf der Tribüne gemacht hat. Hoffen wir also mal, dass Costa seine zweite Bayernzeit als Neustart versteht und wir ein gutes halbes Jahr bekommen, bevor er sein Feldbett auf der Tribüne bezieht ;)

    6. Geiler Kommentar, ich musste öfter herzhaft lachen :-)

  21. Jetzt wurde auch noch der 2. Beitrag entfernt. Was ist los hier?

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    1. Stand da auch wieder was von “linksidentitärem Hautfarbenschiss”?

      1. Stimme Dir zu, Willy. Bleib ruhig, jeder blamiert sich so gut wie er kann. Einige können es besonders gut.

      2. Ich bin nicht derjenige, der vor Freude im Kreis springt, weil wir so viele Schwarze im Team haben. Die können ja auch immer so schnell rennen, gell? Und Rhythmus im Blut haben die!

        Blamieren tut Ihr euch schon selber.

      3. Gräme dich nicht Kurt.
        Die Menschen, die immer von Toleranz und Meinungsfreiheit reden, sind meistens am intolerantesten und ertragen keine anderen Meinungen.

      4. Ich gräme mich durchaus, weil dann die ganzen Clowns aus ihren Löchern gekrochen kommen, wenn sie mal eine Gelegenheit für Virtual Signalling, Cyberbuylling und Shaming wittern.

        Dann kann man sich so schön stark in der Gruppe fühlen, obwohl ich die Pseudoargumente von den Witzbolden reihenweise zerpflücken würde. Da wird doch lieber der Beitrag gelöscht und man kann sich in der Gruppe gegenseitig auf die Schultern klopfen.

      5. Virtue natürlich.

      6. Meinst du zufällig Virtue Signalling und Cyberbullying, du alter Zerpflücker?

      7. Hä, surfen die Leute heute in Gruppen? Ich komm nicht mehr mit. Ich dachte immer Menschen die in Foren schreiben, machen das einsam und alleine vor ihrem PC? Ich z.B. bin ja bekanntlich sehr lustig und intelligent und mir klopft nie jemand auf die Schulter :-( Ok ich schreib auch heimlich bei der Arbeit. Aber trotzdem.

      8. @Kurt: Mit manchen Leuten kann man diskutieren, obwohl man anderer Meinung ist. Mit wohlfarth habe ich mich mMn zivilisiert ausgetauscht, auch wenn unsere Ansichten sich nicht unbedingt decken.
        Mich regt nur auf, wenn man zur Unterstützung seiner Argumente mit Schimpfwörtern oder beleidigenden Ausdrücken um sich werfen muss, wie du es getan hast. Dass es möglicherweise nicht zum guten Ton gehört, einzelne Ausdrücke aus gelöschten Beiträgen zu zitieren, ist mir auch bewusst, weil sie – aus dem Kontext gerissen – missverstanden werden könnten. Der Ausdruck, den ich hier aber zitierte, ist für mich auch ohne jeglichen Kontext nicht tragbar. Selbst im Kontext deines Posts war er es scheinbar nicht, sonst wäre er nicht gelöscht worden. Du kannst natürlich in diesem Fall gerne auf mich Feigling einschimpfen, der solche Kommentare meldet, anstatt mit dir zu diskutieren. Du kannst auch gerne die Moderatoren als Unterdrücker von Meinungsfreiheit titulieren. All das steht dir frei. Für mich gehörst du seit heute zu einer Gruppe von Personen, deren Meinung mich nicht interessiert.
        Ich mag im wirklichen Leben nicht mit Leuten diskutieren, die meinen, ihre Argumente durch höhere Lautstärke durchdrücken zu müssen und ich mag im Internet keine Diskussionspartner, die meinen, den Gesprächspartner mit Beleidigungen oder Beschimpfungen überziehen zu müssen.
        Danke an alle, die das ähnlich sehen.

      9. @Lukas
        Hauen will ich dich nicht. Aber über ein wenig argumentative Nachhilfe würde ich mich freuen. Vielleicht kannst du mir Dummerchen ja erklären, was genau denn Kurts Standpunkt ist – ich kann das dem Geschriebenen nämlich kaum entnehmen. Dass es – insofern es dem Erfolg zuträglich ist – Dunkelhäutige auch in der Mehrheit bei uns spielen dürfen, man das doch aber bitte nicht auch noch gut zu finden hat? Oder reicht es aus, diese wohlwollende Meinung für sich zu behalten?

      10. @Ju
        Ich habe jetzt, tatsächlich, lange gegrübelt und kann dir glaube ich kaum behilflich sein. Ich denke es geht mehr oder weniger darum, dass man sich selbst und den FC Bayern für nicht-rassistisch genug hält und es deshalb furchtbar nervt, wenn jemand daran erinnert, dass es eventuell noch Verbesserungspotential gibt? Wobei Willy das eigentlich nicht getan hat, er hat lediglich zum Ausdruck gebracht, er fände das interessant und gut. Schwierig, ich weiß es nicht.

    2. vielleicht das wort HCQ benutzt?

  22. Hey, ruhig Männer. Niemand hat irgendetwas böse gemeint. Manche klassifizieren mehr, manche weniger. Manche sind geschickter als andere. Aber einen richtig abwertenden Kommentar habe ich nicht gelesen.
    Mir ist beispielsweise aufgefallen, dass wir extrem viele Spieler haben, deren Muttersprache romanischen Ursprungs ist.
    Wenn ich “Muttersprache” schreibe, heißt das nicht, dass ich Väter diskriminieren will : – )

    Ihr wisst, was ich meine.

  23. Vielleicht gibt dir ja der Lukas, den man mal hauen sollte, Nachhilfe.
    Hauen jetzt oder Schulterklopfen? Cool, dann schau ich mal bei Ju vorbei, dann sind wir ne Gruppe und ich kann mich noch stärker fühlen (bin aktuell so normalstark)

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    1. @Ju @Lukas

      Ich gönne euch beiden jetzt noch einen letzten Einblick, obwohl ihr den eigentlich nicht verdient habt.

      Pro tip: Google “positiver Rassismus”.

      Das ist es, was ich bei willythegreat kritisiert habe. Prosaisch verfasst, wie nur ich dazu in der Lage bin. Wenn da jemand etwas reinliest, was SO NIEMALS DASTAND, dann ist das zwar eigentlich nur bedingt mein Problem, wird aber problematisch, wenn das was dastand auch noch entfernt wird und nur noch einzelne Worthülsen (die man von mir aus gerne kritisch sehen kann) im Netz rumgeistern.

      Ich habe die Identitätspolitik kritisiert, die solche lieben Dussel wie den Willy anfangen lassen ob der vielen Schwarzen im Verein eine Freudenträne zu verdrücken.

      Wenn ihr der Meinung seid, dass das nicht total daneben ist, dann kackt mich doch nicht dafür an. Für mich ist es daneben, weil es nämlich völlig egal ist, ob unsere Spieler grün, blau, lila, schwarz, gelb oder weiß sind und das habe ich mit den 2 entfernten Beiträgen klargemacht. Ansonsten habe ICH weder von Meinungsfreiheit, oder irgendwelchem sonstigen Gedöns geredet.

      1. Ach Kurti, Willy hat seinen Beitrag begonnen mit: “Fun Fact am Rande”.
        Ansonsten ist bürgerlich-reaktionäre Kritik an Identitätspolitik langweilig und uninteressant, gegebenenfalls noch gefährlich. Wenn es hier um Soziologiestudenten_*ähentInnen aus Berlin ginge, wäre ich ja auf deiner Seite, allerdings seh ich das in Willys Beitrag nicht. Oder Willy? Studierst du Soziologie in Berlin?

      2. @Lukas: wohnortstechnisch eher das Gegenteil: Bayerischer Wald. Gesellschaftspolitisches Studium ja (Geschichtslehrer)
        Als solcher dankbar dafür, dass mir jemand die Unterrichtsvorbereitung für morgen abgenommen hat. Werde mal wieder Quelleninterpretation machen. Arbeite momentan nur noch daran, wie ich das Ganze mit Etikette im Umgang untereinander verknüpfen kann. Vielleicht kann mir ja Kurt mit seiner prosaischen Art helfen.

      3. Kurt, deine Argumentation klingt ein wenig wie die der Leute, die während der #blacklivesmatter Bewegung gesagt haben: Wo sind wir denn hier, es zählen doch alle Leben?

        Meines Erachtens ist das im Kern natürlich völlig richtig, in der Sache, die vertreten werden soll, allerdings der falsche Ansatz. Das blöde ist ja, dass Rassismus leider nach wie vor ein Problem in der Gesellschaft ist. Und so lange das so ist, macht es durchaus Sinn, sich pro Toleranz und Weltoffenheit zu positionieren und gegen Rassismus. Da ist es nicht optimal, wenn jeder für sich beschließt, kein Rassist zu sein, die Welt an diesem Gedankengang aber nicht teilhaben lässt. Dann gibt es keinen sichtbaren Gegenpol mehr zu den rassistischen Parolen, die leider unterwegs sind und die Willy eben auch mitbekommen hat.

        Noch weniger gut finde ich es dann, wenn man solche öffentlichen Beiträge gegen Rassismus kritisiert. Was war der Zweck des Beitrags? Denkst du ernsthaft, Willy ist ein Rassist, weil er Schwarz und Weiß durchgezählt hat? Denkst du, irgendein Mensch da draußen hat nicht verstanden, was die Message war?

        Wo wir uns einig sind: Optimal wäre es, wenn man darüber nicht mehr reden muss. Wenn man darüber gar nicht mehr nachdenkt. Es reicht aber ein Blick auf die Gehälterverteilung, insbesondere in den USA, um festzustellen, dass wir soweit noch nicht sind.

  24. Finde es übrigens sehr gelungen, dass es sich bei den Neuzugängen um Nicht/Ex-Nationalspieler handelt. Könnte in der Terminhetze ein Vorteil sein.

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    1. @ Tobo García
      Guter Aspekt. Absolut sinnvoll.

  25. Ganz ehrlich ich verstehe so manche Kritik hier echt nicht. Wir haben eben die CL gewonnen, haben eine super Saison gespielt und sind vom Potential gut für die Zukunft aufgestellt. Wenn ich dann so einen Kommentar wie von Effenberg lese, empfinde ich dies als maßlos despektierlich der aktuellen Führung gegenüber. Selbst wenn wir mal keinen Titel holen und einfach Dritter wären nach der Spielzeit wäre das für mich absolut OK.

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    1. Ach Gottchen, die ganzen abgehalfterten Ex-Bayern, die sich um ihres Egos Willen in der Öffentlichkeit tummeln, muss man einfach ignorieren. Die wären halt gerne noch wichtig und versuchen, irgendwie Aufmerksamkeit zu generieren.

      Ich kann mich der Einschätzung von Justin nur anschließen: alles gut nachvollziehbare Transfers, die die Lücken im Kader gezielt füllen. Wie gut sie funktionieren, kann ohnehin nur die Zukunft zeigen.

      1. Da stimme ich zu.

        Aber das Ignorieren fällt halt schwer….vor allem, wenn man – erstmal in die clickbaiting Falle getappt – dann beim Überfliegen liest: “…durch diesen Transfer verliert der Fußball einen großen Teil seiner Glaubwürdigkeit” WTF???

  26. Zu der Debatte um Hautfarbe etc. eine persönliche Erfahrung. Es ist ja immer schön, wenn negative Erwartungen sich nicht bestätigen.

    Ich wohne in Kiel und dachte letztes Jahr, ich müsste mit meinem behinderten Sohn (Down Syndrom), einer im besten Sinne unorthodoxen Persönlichkeit, mal ein Spiel des örtlichen Zweitligisten besuchen. Ewig nicht mehr da gewesen, die Fanszene hat keinen so guten Ruf, er sieht schlecht, aber nun hatte er sich zum Geburtstag einen Holstein-Kiel-Schal schenken lassen. Also los zum Vorverkauf.

    Ein Kulturschock: sehr freundliche, kompetente Mädels, die uns zu extrem ermäßigten Preisen tolle Sitzplätze in der Nähe der Mittellinie im Bereich für Blinde und Sehbehinderte anbieten konnten. Als es losging, stand er auf, schwang die Faust und rief laut: “FC Bayern!” – Ich: “Nun setz’ dich mal wieder hin.” Aber keine negative Reaktion. Dann bekam ich mit, dass zwei Reihen hinter uns die Blindenreporter saßen; in der Pause bekam er dann die Kopfhörer und konnte sich den Spielverlauf auch noch erzählen lassen.

    Alle haben sich von ihrer besten Seite gezeigt, das hätte ich nicht erwartet. Nur eine kleine Erfahrung, aber durchaus lehrreich.

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    1. Freut mich sehr, dass Dein Sohn und Du eine so gute und schöne Erfahrung habt machen können.

      Und geil finde ich, dass Dein Filius auch auswärts zum FCB steht…

      1. Schon etwas schräg ;-)

        Man weiß ja auch nicht, wie das direkte Umfeld reagiert.

      2. @savona
        Danke, schöne und ermutigende Anekdote. Auch mit Blick auf solche Klubmitarbeiter an der Basis und abseits des Rampenlichts (sowie besonnene Stadiongänger), die der gerne hehren Symbolrhetorik aus den Chefetagen zu tatsächlich gelebter Selbstverständlichkeit verhelfen.

      3. Übrigens war an diesem Tag von der hochgelobten Qualität des vom in München bestens bekannten Tim Walter geprägten Stils, auf den ich mich schon auch gefreut hatte, nicht viel zu sehen. Aber im Gesamtpaket fiel dieses Manko dann doch nicht zu schwer ins Gewicht.

  27. Offen gestanden ist der heutigen Diskussionsverlauf eine Blamage für uns alle.
    Wenn wir hier in unserem kleinen Gesellschaftslabor es trotz bester und einfachster Voraussetzungen nicht schaffen respektvoll und konstruktiv miteinander umzugehen – wie soll das dann draußen in der freien Wildbahn jemals funktionieren?
    Trotz aller Meinungsverschiedenheiten, hässlicher Worte und allerlei individueller Eitelkeiten und Empfindlichkeiten wäre es mit ein wenig gutem Willen und Toleranz einfach möglich gewesen miteinander zu sprechen und Missverständnisse zu klären anstatt zu spalten, anzuklagen und zu verurteilen. Shame on us!

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    1. @ Bendix Grünlich:

      Vielleicht bewirkt ja Dein berechtigter Appell, dass es beim nächsten Mal besser klappt. Wir sind ja potentiell lernende Wesen. Und es ist noch nicht aller Tage Abend. Ganz so einfach ist es halt auch nicht, sich mit Meinungen wertschätzend auseinanderzusetzen, die den eigenen konträr sind. Aber die Anstrengung lohnt sich – in den meisten Fällen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

      1. Zumal es ja im Prinzip um pädagogische und stilistische Fragen ging – es war kein einziger Unmensch im Raum.

      2. Eben. Aber das muss man sich eben immer wieder bewusst machen. Im Grunde eine Übung in geistiger Disziplin.

      3. Vielen Dank, dass Bendix das nochmal klargestellt hat.

    2. Dem kann ich mich zu 100% anschließen. Gut gesprochen, Bendix!
      Leider – und da nehme ich mich gar nicht aus – wird heute nur noch selten wirklich miteinander diskutiert, sondern jeder versucht, seinen Punkt an den Mann zu bringen, ohne überhaupt zu hören, was der andere gesagt oder gemeint hat.

      Beim nächsten Mal sollten wir vielleicht vorher einfach fragen: wie hast Du das gemeint? Ein Versuch ist es wert.

  28. Gewisse gesellschaftliche Themen haben gerade extremes Sprengstoffpotenzial. Wer diese Themen hier anschneidet, muss seine Punkte sehr genau formulieren. Das hatten wir vor einem Jahr schonmal auf MSR und ich wiederhole mich gerne: Am schlimmsten sind jene Leute, die mit Hashtags kommen und Fight XYZ oder “wir sind xyz” posten. Das hat nichts mit Courage zu tun, sondern verstärkt nur Konfrontation. Und davon haben wir aus meiner Sicht gerade etwas zu viel.

    Zum Thema: Ich finde es gut, wenn Leute wie Willy Ihre Erfahrungen beschreiben, denn vielen bleibt das verborgen (das Grundproblem vieler Weißer in den USA zu BLM). Auch ich verfolge den Verein über viele Jahre, habe den von ihm und Several beschriebenen Rassismus gegenüber farbigen Bayern- oder Bundesligaspielern nie erlebt. Ich fahre – da ich in München wohne – auch nicht mit Fanclubs. Und sollte ich mal auswärts ein Ticket haben und man hält an den bekannten Raststätten und Versammlungsorten der Fanclubs, gibt es natürlich (alkoholbedingt) oft eine deftige Sprache. Dass hier einzelne (oder viele) rassistisch sind, habe ich nie erlebt (und man redet i.d.R. ja über “seine” Spieler). Aber nur weil das nicht in meiner Gegenwart so ist, muss das nicht heißen, dass es nicht existiert.

    Was mir stattdessen auffällt, im Gegensatz zu früher, ist dass unter Fans das Niveau und der Umgang eher besser geworden sind. Heute ist der FCB eine Show, wo vergleichsweise guter Fußball präsentiert wird und man ist froh ein Ticket zu haben und genießt diese Show. Die Stadt München leistet mit seinem “Standard” hier vermutlich auch seinen Beitrag.
    Was in den 80er/90er Jahren (z.B: im alten Oly) dagegen von Zuschauern an Beleidigungen auf das Spielfeld gebrüllt worden ist, ging auf keine Kuhhaut. Oder denkt mal, was in der BL noch in den 90ern los war, was sich ein Effenberg oder Kahn (Bananen, Golfball an die Schläfe!) Woche für Woche anhören mussten. Da ich über Jahre auch sehr viele Amateur-Fußballspiele (Bayernliga etc.) gesehen habe, hatte ich oft den Eindruck, dass das Fußballspiel vielen als Ventil dient, um mit Schimpfen und Beleidigen gegenüber Spielern Dampf abzulassen. Danach geht man friedselig nach hause. War nicht schön, gerade als junger Mann war man gegenüber das Aggressivität oftmals geschockt, aber Beleidigungen, die auf Hautfarbe oder Herkunft begründet waren, habe ich nie erlebt. Und auch hier: das ist lediglich meine Erfahrung. Einer von Millionen.

    Noch ein Wort zum sachlichen Teil. Dass im europäischen Fußball der Anteil an farbigen Spielern in den letzten Jahren stark gestiegen ist, ist aus meiner Sicht ein gutes Zeichen. Fußball war früher, gerade hierzulande, eine klassische “weiße” Sportart. Moderne Nachwuchszentren und Fortschritte bei der medizinische Behandlung haben die Möglichkeiten erweitert. Dadurch ist der Sport schneller und athletischer geworden (leider auch wehleidiger und reklamierungs-anfälliger, aber das ist ein anderes Thema). Fußball heute ist, gerade in der CL, schön anzusehen, daher ist diese Entwicklung für mich grundsätzlich positiv. Das einzige, was ich zunehmend vermisse, ist der “local content”. Gerade ein Verein, wie der FCB, der einen großen Teil seiner familiären Identität aus Region und Tradition zieht, sollte Spieler aus der Region versuchen aufzubauen und regelmäßig zu integrieren. Das ist aus meiner Sicht wichtig für die Identifikation (und stört mich z.B: an der Transferpolitik der letzten Jahre). Sollte Müller mal aufhören, ist eigentlich nicht mehr viel Bayern oder München in der Mannschaft. Das finde ich persönlich schade.

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  29. Sehr schöner Kommentar.
    Zum Thema bayerische Spieler muss man sagen, dass es hier seit über 20 Jahren ziemliche Wellenbewegungen gibt.
    Bis etwas Mitte der 90er Jahre waren stets mindestens eine Handvoll Bayern im Kader und einige davon auch immer Stammspieler. Dann wurden es immer weniger. Beim CL-Sieg 2001 war Ergänzungsspieler Michael Wiesinger der einzige Bayer im Kader. Identifizieren konnte man sich mit der Mannschaft, die mir in meinem Fan-Dasein die wohl emotionalste Meisterschaft überhaupt schenkte (Last-Minute Ausgleich in Hamburg) und den ersten CL-Sieg nach 25 Jahren Abstinenz holte, sicherlich ähnlich stark wie mit der heutigen Truppe. Auch die nächsten Jahre hindurch kamen meines Wissens nur Lell, Ottl und Andi Görlitz zu einer überschaubaren Anzahl an Einsätzen, ehe Mitte der 00er Jahre erst Schweinsteiger und dann Lahm zu Stammspielern wurden. Ab 2009 kam dann noch Müller dazu und man hatte über Jahre hinweg dieses Trio, das auf und neben dem Platz unseren Verein maßgeblich prägte. Seitdem ist niemand mehr dazugekommen, wie du richtig schreibst. Der einzige zusätzliche Bayer auf absolutem Top-Niveau spielte nur 3 Jahre bei uns und kickt jetzt wieder beim BVB. Als Parade-Bayer würde Hummels aber schon aufgrund seines fehlenden Dialekts niemals durchgehen.
    Somit kommen wir zum Kernproblem des Ganzen: Woher soll man bayerische Spieler nehmen, wenn es keine auf einem bestimmten Niveau gibt? Wüsstest du derzeit einen Spieler mit bayerischen Wurzeln, der bei uns einen Fuß auf den Boden bekommen würde? Die Bender-Zwillinge wären zu ihrer besten Zeit sicherlich gute Rotationsspieler gewesen, aber sonst?
    Es ist ja nicht so, wie Ende der 90er Jahre, als uns mit Nerlinger, Hamann und Babbel innerhalb von wenigen Jahren 3 bayerische Stammspieler verließen und sich auch deswegen neu orientierten, weil sie nie das Gefühl hatten, das man ihnen uneingeschränkt vertraut. Statt dessen mussten sie sich Jahr für Jahr aufs neue gegenüber teuren Neuverpflichtungen beweisen.
    Die “Sehnsucht” nach bayerischen Spielern ist ohnehin sehr subjektiv aufgrund der verschiedenfachen Herkunft der Bayernfans. Für die Münchner Fans wäre möglicherweise auch ein Spieler wie Hummels, der nicht bayerisch spricht, eine Identifikationsfigur. Für Fans aus dem Alpenvorland oder aus Niederbayern sollte es da idealerweise schon ein kerniger Typ wie Müller, ein Lausbub wie Schweini in seinen Anfangsjahren oder ein Grantler wie Klaus Augenthaler sein. Die Fans aus Franken würden natürlich wie zu Zeiten von Lothar Matthäus auch einen aus ihrem Teil Bayerns gerne sehen, während der bei der südbayerischen Fanfraktion wahrscheinlich ähnlich neutral betrachtet würde, wie ein Hesse, Sachse oder ein Spieler aus NRW. Für die ausländischen Fans schaut es noch einmal ganz anders aus. Die österreichischen Fans sind besonders froh über einen Alaba, die Schweizer werden sich über Shaqiri sehr gefreut haben und so kann man diese Liste beliebig fortführen.
    Irgendwie bleibt es aber trotz aller verschiedener Himmelsrichtungen der Fans gleich: es sind eigentlich immer die gleichen Spieler, die sich über alle Grenzen und Regionen hinweg bei den Fans Legendenstatus erarbeiten. Scholl, Elber, Ribery oder auch Müller mochte eigentlich jeder, während Effenberg, Ballack oder Lewandowski (zumindest in seinen ersten Jahre bei uns) geschätzt aber eher selten “geliebt” wurden.

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    1. war als Antwort an Turbo Batzi gedacht

  30. […] evaluated Bayern’s performance in the window from a sporting perspective both on our German and our English page. Can the players fill the most urgent vacancies in the squad? Are they good […]

  31. […] Transfersommer 2020: Vier Neuzugänge für ein Halleluja? […]

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