Die Hinrunde durchgerechnet

Maurice Trenner 02.02.2020

Michael Karbach bereitet als @BStat auf Twitter regelmäßig Statistiken zur Bundesliga grafisch auf und postet diese auch auf seiner Homepage. Obwohl er sich eigentlich auf Borussia Mönchengladbach fokussiert, sind auch immer wieder spannende Einblicke über den FC Bayern oder die gesamte Liga zu gewinnen. 

Weiterhin dominant

33 Punkte und nur Tabellendritter – das war die Bilanz nach den ersten 17 Spieltagen der Bundesliga-Saison 2019/20. Damit stand die schlechteste Hinrunde seit 2010/11 zu Buche. Eine Saison, die man mit Feuerwehrmann Andries Jonker gerade noch mit der direkten Champions-League-Qualifikation rettete. Die Dominanz der vergangenen Tage scheint verloren.

Nach der Hinrunde dominiert der Rekordmeister sowohl bei der Torschuss-Differenz als auch im Ballbesitz die Liga.
(Quelle: Michael Karbach)

Blickt man allerdings auf die Statistiken, zeigt sich, dass der FC Bayern durchaus noch dominanten Fußball spielt – auch wenn sich das als Zuschauer teilweise anders anfühlt. Sowohl in den Metriken Ballbesitz als auch Torschussdifferenz führt man mit großem Vorsprung die Liga an. Nur bei dem Freakspiel gegen Eintracht Frankfurt hatte der Gegner am Ende des Spiels mehr Torschüsse als der Rekordmeister. Im Schnitt steht ein Ligabestwert von 18,6 Torschüssen pro Spiel zu Buche. Zweiter in dieser Statistik sind eben jene Frankfurter mit 17,2 Schüssen. Bei den zugelassenen Torschüssen liegt man mit 9,8 Schüssen ebenfalls auf dem Spitzenplatz. Hier ist Bayer Leverkusen mit 10,2 ärgster Verfolger.

Hinrunden-Übersicht

Die Spiele gegen Frankfurt und Bremen stellen die absoluten Ausreißer in der Hinrunde bezüglich xGoal-Differenz dar.
(Quelle: Michael Karbach)

Schaut man sich die Spiele einzeln an, verfestigt sich das Bild. In dieser Grafik wird die Expected-Goals-Differenz zwischen Bayern und dem jeweiligen Gegner dem Ballbesitz gegenübergestellt. In der Metrik xGoals outperformen die Münchner im Schnitt um 1,58 Tore pro Spiel ihren Gegner. Auch das ist Ligabestwert. Erneut bildet die Niederlage gegen Frankfurt den einzigen Ausreißer. Wobei auch das Unentschieden gegen Leipzig nach xGoals ausgeglichen verlief. Selbst bei den Niederlagen gegen Gladbach, Hoffenheim und Leverkusen sahen xGoals die Münchner vorne. Gleich vier Mal schafften es die Bayern, eine xGoal-Differenz von +3 zu übertreffen. 

Der Flick-Effekt

Eine interessante Statistik zeigt die Anzahl der Sprints. Ligaweit sprintet nur der FC Schalke mehr als der Rekordmeister. Eine interessante Trendwende in der Saison ist hierbei dieser Grafik zu entnehmen. In der oberen roten Linie sind die Sprints der Münchner pro Spiel eingezeichnet. Die untere markiert die Anzahl der Sprints des jeweiligen Gegners. Nach dem Trainerwechsel zum 11. Spieltag ist hier ein deutlicher Anstieg bemerkbar. Von den ersten sieben Spielen unter Trainer Hans-Dieter Flick sind sechs die Spiele mit den meisten Sprints des FCB in der Vorrunde.

Gegen Mainz sprintete man so wenig wie in keinem anderen Spiel, nach dem Trainerwechsel gegen Dortmund war das Team extra motiviert.
(Quelle: Michael Karbach)

Dies kann auf zwei Ursachen zurückgeführt werden. Zum einen führte Flick ein konsequentes Gegenpressing ein, was automatisch in mehr schnellen Läufen resultiert. Zum anderen kann dies auch an eine gestiegene Motivation der Spieler geknüpft werden, die gemeinsam an einem Strang ziehen.

Bei der Laufdistanz (unteres Linienpaar) weist Bayern fast schon traditionell niedrige Werte auf, wobei auch hier nach der Übernahme von Flick ein kleiner Anstieg wahrnehmbar ist. Generell lässt der Rekordpokalsieger jedoch lieber den Gegner laufen. Ganze 3,7 km laufen die Kontrahenten in Spielen gegen die Münchner mehr. Dies ist für eine souveräne Mannschaft durchaus sinnvoll, da sich so der Gegner verausgaben muss, während man selbst große Distanzen auf dem schnellsten Weg – nämlich per Pass – überbrückt. Generell ist die Abhängigkeit zwischen Siegchance und Laufdistanz eher gering.

Zufällig schwache Defensive?

Ganze 22 Gegentore musste der FC Bayern in der Hinrunde hinnehmen. Das stellt die schwächste Defensive seit 2008/09 dar. Seitdem hatten die Münchner in ganzen fünf Saisons am Ende so viele oder sogar weniger Gegentreffer gefangen. Auch hier lohnt sich ein detaillierter Blick auf die Statistik.

Wie steht die Bayern-Defensive im nationalen Vergleich dar?
(Quelle: Michael Karbach)

Fünf Mannschaften stellten in der Hinrunde eine bessere Defensive. Und das obwohl die Bayern die wenigsten Torschüsse auf das eigene Tor zulassen. Auch die Metrik der erwartbaren Gegentore (Gegen-xGoals) weist die Münchner als vermeintlich stabile Defensive aus. Hier liegt man ligaweit mit RB Leizpig gemeinsam auf dem zweiten Platz.

Wobei man anmerken muss, dass die Werte höher liegen als in der Vergangenheit. In den Jahren unter Pep Guardiola lag die Anzahl der zugelassenen Torschüsse pro Spiel bei etwa 7,5. Unter Ancelotti lag der Höchstwert bei 8,9. Diese Saison liegt das Team mit 9,6 Torschüssen pro Spiel nochmals deutlich über diesem Wert. Ein Unterschied von zwei Torschüssen ist definitiv signifikant.

Erschreckend ist jedoch vor allem, wie viele Torschüsse zu einem Torerfolg führen. Hier liegt man plötzlich ligaweit abgeschlagen im hinteren Mittelfeld. Ganze 13% aller Schüsse resultieren in einem Treffer des Gegners – und vermutlich in einem Reklamierarm von Manuel Neuer. Mit dieser Quote liegt man auf dem 12. Platz in bester Gesellschaft der Abstiegskandidaten wie Düsseldorf und Paderborn. Der Blick auf Gegen-xGoals pro Tor verfestigt diesen Eindruck.

Doch was kann man daraus schließen? Die niedrige Anzahl der zugelassenen Torschüsse spricht dafür, dass der Rekordmeister insgesamt nicht viele Chancen zulässt. Der weiterhin relativ niedrige Wert der Gegen-xGoals sagt zudem aus, dass diese Chancen auch nicht zwingend erfolgversprechend sind. Spielt Manuel Neuer also eine schwache Saison? Mitnichten. Der Keeper hat die Bayern sogar vielmals mit Paraden im Spiel gehalten. 

Vielleicht haben die Gegner der Münchner auch einfach besonders viel Glück im Abschluss? Laut understat.com ist diese Saison die zweite des Rekordmeisters, in der die Gegen-xGoals niedriger sind als die tatsächlichen Gegentore. Die andere? 2018/19. Nur Zufall kann das nicht sein.

Wo steht die Offensive?

Blicken wir abschließend noch auf die Offensive des FC Bayern. 46 eigene Treffer zum Jahreswechsel konnte man letztmals in den späten 70er-Jahren übertreffen. Läuft die Offensive also wie geschmiert? 

Offensive Effizienz in der aktuellen Spielzeit 2019/20
(Quelle: Michael Karbach)

Mit 2,82 xGoals pro Spiel liegt man vor RB Leipzig (2,62) ligaweit auf Rang Eins. Die Roten Bullen kommen allerdings auf 48 Treffer zur Winterpause. Interessant ist daher erneut der Blick auf das Verhältnis von xGoals zu tatsächlich erzielten Toren. Hier liegt der FC Bayern unter 100%. Das bedeutet, dass nicht jedes erwartete Tor auch zu einem Treffer führt. Ligaweit ist man in dieser Metrik erneut nur im Mittelfeld. Ein Trend, der sich von letzter Saison, siehe untere Grafik, fortsetzt.

Effizienz in der letzten Saison 2018/19
(Quelle: Michael Karbach)

Konstant stark hingegen hier die Dortmunder. Fast schon traditionell schlagen Favre-Mannschaften diese Metrik. Auch Freiburg und Augsburg halten sich konstant im oberen Drittel. Die Bayern begehen hingegen Neuland. Unter Heynckes, Guardiola und selbst Ancelotti hatte man in dieser Statistik konstant overperformt.  

Eine mögliche Antwort darauf könnte die Qualität der Chancen sein. Dafür blicken wir auf den Wert xGoals/Torschuss in den letzten Jahren. In den letzten beiden Jahren lag dieser Wert für Chancen aus dem Spielverlauf bei 0,17 bzw. 0,16. Blickt man auf die Jahre davor lag er unter den oben genannten Trainern relativ konstant niedriger bei 0,13. Das bedeutet, dass die Bayern sich in den letzten Jahren tendenziell sogar bessere Chancen erspielt haben. 

Ein Fazit

Im nationalen Vergleich steht der FC Bayern immer noch sehr gut da. Das untermauern alle Statistiken relativ deutlich. Die Dominanz vergangener Tage ist jedoch etwas abgeschwächt. Sowohl in der Offensive als auch in der Defensive hat man insofern abgebaut, dass man im Vergleich zu den xGoals underperformt. Dass man dennoch eine der besten Offensiven sowie Defensiven der Liga stellt, kann eher als Warnung für die Bundesliga gedeutet werden. 

Der Trainer-Wechsel zu Flick zeigt definitiv Wirkung. Die gesteigerte Intensität auf dem Platz scheint der Mannschaft zu helfen. Schafft es der Trainer jetzt noch, die Chancenverwertung in der Offensive zu steigern, sind die Bayern bei der Statistikgrundlage Favorit auf den Titel.  

Die Statistiken sind auf dem Stand zum Zeitpunkt der Winterpause. Bei den expected Goals kann es Ungenauigkeiten geben, da diese Metrik noch relativ neu ist und sich stetig weiterentwickelt.

Weitere Bayern-Statistiken von Michael Karbach und anderen Accounts findet ihr auf unserem Miasanrot-Stats-Account auf Twitter.

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  1. Sehr interessante Analysen .
    Wäre noch interessanter wenn er aufgezeigt hätte wie sich die entsprechenden Parameter unter Kovac und Flick veränderten.

    Denn da sähe man sicherlich das sich diese in der Offensive wie auch Defensive wieder den Werten unter Pep angenähert haben.

    Ohne die xG/xGA bzw xG/Ist xGA/Ist ratios zu kennen reicht ein Blick auf die IST Tore Gegentore und Punkte um den Flick Faktor zu erkennen. Wenn man dann noch die beiden unnötigen Niederlagen berücksichtigt wo man eigentlich als Sieger vom Platz gehen musste dann wird es noch eklatanter.

    Flick = Mehr Punkte Tore , weniger GT

    BL Bilanz
    Flick. 10 Spiele 33:7 Tore 24 Pkte
    Kovac 10 Spiele 25:16 Tore 18 Pkte
    Pro Spiel
    Flick
    W8/D0/L2/// 24 Pkt/ 33:7 ////2.40/3.33 : 0.70
    Kovac
    W5/D3/L2/// 18Pkt/ 25:16////1.80/2.5 : 1.6

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ganz ehrlich, wie oft willst du das noch posten? Es nervt langsam wirklich.

      1. Ach komm. Die meisten Leser hier finden das doch immer noch und immer wieder interessant. Nur ein paar Kleinkarierte stören.

      2. Dann lese es nicht.
        Es passt brilliant zu dem Artikel.
        Und es zeigt wieviel besser/erfolgreicher wir bisher in kurzer Zeit unter Flick spielen im Vergleich zu Zeiten des Kovac dark age .

    2. Warum fühlen sich die Kovac-Sympathisanten eigentlich so schnell auf den Schlips getreten?
      Ich sage nur: Das Auto läuft nun wieder! Und zwar schneller als 100 ;-) Und das darf dann auch mal gesagt oder belegt werden. Zumal ja auch Pep erwähnt wird, aber da stört sich interessanterweise keiner daran.

  2. Zur Ergänzung Saison
    18/19-W24/D6/L4/78Pkt/88:32/2.29/2.59:0.94
    17/18-W27/D3/L4/84Pkt/92:28/2.47/2.71:0.82
    16/17-W25/D7/L2/82Pkt/89:22/2.41/2.62:0.65
    15/16-W28/D4/L2/88Pkt/80:17/2.59/2.35:0.50
    14/15-W25/D4/L5/79Pkt/80:18/2.32/2.35:0.53
    13/14-W29/D3/L2/90Pkt/94:23/2.65/2.76:0.68
    12/13-W29/D4/L1/91Pkt/98:18/2.68/2.88:0.53

    Gegentore pro Spiel haben sich unter Flick wieder normalisiert nachdem sie unter Kovac auf schon absurde Level gestiegen sind.

    Gleiches gilt natürlich für Punkte pro Spiel.
    (der Schnitt 14/15 hat sich durch die Niederlagen Saisonende verschlechtert nachdem man so früh die Meisterschaft gewonnen hatte).

    Wäre mal interessant die x Werte dazu zu sehen ( wenn überhaupt sich jemand die Arbeit macht Spiele retroperspektiv auf x zu analysieren).

    Antwortsymbol14 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Die Werte findest Du hier: https://understat.com/

      Bilden jedoch eine n passablen Widerspruch zu Deinen Ansichten….

      1. Inwiefern bilden die xG bei Understat einen passablen Wiederspruch?

        Sie untermauern ja eher das was der Artikel analysiert hat und meine Zusätze?!

      2. Die Statistik erfasst die Daten für die Bundesliga seit der Saison 2014 / 2015 (2. Pep Saison).

        Die mit Abstand besten xG (92) und xPts (82) Werte hat die Mannschaft in der vergangenen unter Niko Kovac erreicht. Einzig die xGa Werte waren da nicht top. Die besten Werte und Pep waren 77xG und 78 xPts.

        Das meinte ich mit Widerspruch.

      3. Was zur letzten Saison der Fairness halber aber auch erwähnt werden sollte: Die Hinrunde war (aufgrund vieler Faktoren) katastrophal. Auch in den Stats. Die Rückrunde war umso beeindruckender, wenn man sich die Statistiken isoliert ansieht. Da gibt es nichts dran zu rütteln. Und doch haben sich selbst in dieser Phase schon Abläufe angedeutet, die letztendlich auch zu seiner Entlassung führten. Es war gewiss nicht alles schlecht und gerade die RR sollte man als den Peak des Kovac-Fußballs auf nationaler Ebene nicht klein reden, aber die Statistiken erfordern auch eine Interpretation. Schaut man sich die Einzelwerte der Spiele an, war die Saison doch sehr abwechslungsreich zwischen sehr zähen Partien und einigen sehr starken Ausreißern nach oben.

        Noch ein letzter Punkt der beachtet werden sollte: understat ist sehr umstritten, was die Genauigkeit der xG-Werte betrifft. Da ist fbref.com deutlich besser, weil die ihre Daten von Statsbomb beziehen. Das gilt quasi als Goldstandard. Die hatten die Kovac-Bayern bei 78,8 xG. Leider gibt es hier aber keinen Vergleich zur Pep-Saison, weil die xG-Werte hier nicht so weit zurückreichen.

      4. Haha. Das ist gut …

      5. @willy klatsche Justin
        Zweifelsohne war die Rückrunde 18/19 bzw die Stats seit dem Ddorf Spiel stark in punkto Punkte und Tore. Allerdings waren die zugelassenen Gegentore in der Gesamtsaison mit 0,94 vergleichsweise immer noch weit zu hoch und haben auf eine gewisse Instabilität bzw Inbalance gedeutet. Außerdem kann man die Abschnitte unterm Strich nicht isoliert betrachten wenn man die Arbeit von Kovac bewerten will denn er war für den total katastrophalen Teil wie auch für den sehr guten Teil verantwortlich (zB sind die Stats bei Pep wie wir wissen dahingehend beeinträchtigt das durch die frühen Meisterschaften Spiele nicht mehr so konsequent gespielt wurden und damit die Durchschnitte verschlechtert wurden.
        MMn muss man eine Saison gesamt betrachten wenn ein Trainer auch für die gesamte Verantwortlich war. Habe dann mal zur Ergänzung die katastrophale Dtat bis zum 12.Spieltag dazugegügt.
        Der Vergleich Kovac / Flick in dieser Saison hinkt natürlich etwas weil die jeweils 10 Spiele gegen größtenteils unterschiedliche Gegner bestritten wurden. Dennoch ist der Trend eindeutig. Vor allem in Punkto Gegentore.
        Der Punkteschnitt ist noch nicht top aber geht in die richtige Richtung.

        Flick = Mehr Punkte Tore , weniger GT

        19/20(ab dem 11-20.Spieltag)-Flick
        W8/D0/L2/24 Pkt/33:7/2.40/3.33:0.70 19/20(ab dem 1-10.Spieltag)-Kovac
        W5/D3/L2/ 18Pkt/ 25:16/1.80/2.5 : 1.6

        18/19 (13.-34.Spieltag)–W18/D3/L1/57Pkt/59:15/2,59/2,68:0,68
        18/19(1.-12.Spieltag)-
        W6/D3/L3/21Pkt/23:17/1.75/1.92:1.72

        18/19-W24/D6/L4/78Pkt/88:32/2.29/2.59:0.94
        17/18-W27/D3/L4/84Pkt/92:28/2.47/2.71:0.82
        16/17-W25/D7/L2/82Pkt/89:22/2.41/2.62:0.65
        15/16-W28/D4/L2/88Pkt/80:17/2.59/2.35:0.50
        14/15-W25/D4/L5/79Pkt/80:18/2.32/2.35:0.53
        13/14-W29/D3/L2/90Pkt/94:23/2.65/2.76:0.68
        12/13-W29/D4/L1/91Pkt/98:18/2.68/2.88:0.53

        xG: 78.8, xGA: 26.1, Diff: 52.8/2,32:0,77
        Dh wir haben mehr Tore geschossen als erwartet aber auch mehr Gegentore bekommen als erwartet.

        Gibt es eine Statistik bei Statsbomb mit expected points wie bei understats ?

      6. fbref.com nutzt die Statsbomb-Daten und ist dem Vernehmen nach viel genauer als understat.com. Problem ist, dass man nicht in die Vergangenheit vergleichen kann und das auch nicht sollte, wie ich an anderer Stelle geschrieben habe.

      7. Außerdem kann man die Abschnitte unterm Strich nicht isoliert betrachten wenn man die Arbeit von Kovac bewerten will

        Yep. Und damit führst Du Dich gerade mit Deinen permanenten Zahlenspielen zu Flick ad absurdum. Du betrachtest exakt 10 Spiele von ihm. Viel isolierter geht es nicht. Du kannst mit deinen Zahlen gern wieder zur Winterpause 20/21 jonglieren (sofern Flick da noch Trainer ist). Vorher sind das Aussagen ohne Wert.

      8. @918: bitte “Katsche”…

        Meine Aussage – ohne jeden Zahlennebel – war: statistisch lässt sich über eine Saison, in der sich fast alles ausgleicht bzw. nivelliert – sagen, dass das Spiel unter Kovac sehr offensiv ausgerichtet war.

        Wenn Du auf understat (was vielleicht nicht die Referenz für Datenerhebung ist) weiter suchst, wirst Du feststellen, dass wir in der letzten Saison mehr Abschlüsse in der Box und im 5-Meter Raum hatten als unter Pep. Die reinen Zahlen belegen, dass 2018 / 2019 offensiver Fussball mit ein wenig mehr Risiko gespielt wurde, als in den Jahren davor.

        Und was heißt das alles? Die letzte Saison war deshalb so spannend, weil alle Mannschaften hinter uns teilweise extrem “overperformed” haben und wir ausnahmsweise mal nicht. Ansonsten wäre der FCB wieder mit +20pts durchs Ziel gegangen.

        Fussball ist halt keine Mathematik. (Und wird von Menschen gespielt, nicht von Automaten)

      9. Auch hier sollte man erwähnen, dass ein Abschluss in der Box nicht gleich ein Abschluss in der Box ist. Interessant wäre hier, mit welchen Körperteilen. Ein Kopfball ist deutlich schwieriger zu verwerten als ein Schuss mit dem (starken) Fuß.
        18/19 waren 20 % aller Abschlüsse Kopfbälle, 15/16 waren es 15 % aller Abschlüsse. Des weiteren müsste überprüft werden, wie das bei den Abschlüssen innerhalb des Sechzehners nochmal im Speziellen aufgeteilt war. Leider reichen die frei zugänglichen Daten dafür nicht. Expected Goals eignet sich für einen Vergleich in die Vergangenheit leider auch nicht, weil die Modelle alle sehr jung sind. Damals wurde anders gemessen als heute und das macht es insgesamt sehr ungenau.

      10. @Justin: Bist Du vielleicht Profistochastiker?

        Hör jetzt bitte auf, mir meine schönen Internetseiten auszureden ;-)
        Bekommt das irgendwer in meinem Freundeskreis mit, dass ich mindestens “alternative Fakten” verbreite, ist mein standing futsch.

        Mindestens hier brauche ich nun nichts mehr sagen…

        BG

      11. Quatsch. Ist ja nur eine Information dazu. Deine Schlussfolgerungen sind teilweise dennoch richtig.

      12. @Katsche -jetzt korrekt -autocorrect !!
        Verstehe was Du sagst trotzdem sind die Gegentore und xGA viel zu hoch im Vergleich

        Nicht nur zu unseren Vorsaisons sondern auch im internationalen Vergleich.

        Ps understat ist mMn übersichtlicher als statsbomb bzw weisen xPts aus

    2. Ebenfalls eine interessante Statistik zum Thema Kovac/Flick als Trainer beim FC Bayern:

      Kovac: 1x Meister, 1x Pokalsieger

      Flick: nichts, nada, nothing, njente

      Was nicht ist, kann ja noch werden, aber schönes Spiel, ein geringer Gegentorschnitt oder mehr xG schaffen es nicht auf den Briefkopf unseres Vereins.
      Beurteilen wir die Sache doch Ende Mai noch mal.

  3. Wir brauchen nicht darüber zu diskutieren, dass Flick besser zum FCB passt. Mir ist auch klar, dass wir ohne den Trainerwechsel jetzt nicht Tabellenführer wären und wir wahrscheinlich nicht einmal auf einem CL-Rang stehen würden. Kovac hat die Mannschaft in seinem zweiten Jahr völlig verloren und sich als nicht geeignet für den FCB erwiesen. Dennoch sollte man in der Rückschau nicht so tun, als ob im Vorjahr alles schlecht gewesen wäre. Nimmt man den verkorksten Herbst nämlich mal beiseite als nach den 4 souveränen Siegen zum Ligastart eine Bilanz von 2-3-3 folgte, dann war das was Kovac ab Ende November vorzuweisen hatte zumindest statistisch gesehen nämlich nicht zu Verachten:
    18/19 (ab dem 13. Spieltag) – W18/D3/L1/57Pkt/59:15/2,59/2,68:0,68
    Ich hoffe, dass Flick diese Werte schafft, die Kovac letzte Saison nach dem 3:3 gegen Düsseldorf noch hinkriegte. Dann dürfte die Meisterschaft wohl kein Problem darstellen.

    Antwortsymbol7 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. sollte als Antwort 1 Kommentar weiter oben stehen – sorry

    2. Nun ja, wie die Rüchkrunde verläuft, das hängt ja von so vielen Faktoren ab: Verletzungen, Verlauf der CL (war ja unter dem Vorgänger von Flick recht schnell abgehakt, so dass man sich auf die BL konzentrieren konnte und musste (!), außerdem war ja die Belegschaft auch noch leicht eine andere…)

      1. Richtig. Als man heuer schon im September als die Ergebnisse noch einigermaßen stimmten, die Entlassung von Kovac forderte, war da oft zu hören, dass man ihm den teuersten Kader zur Verfügung stellte, den es je gab und er trotzdem nichts draus macht. So gesehen dürfte es ja für Flick ein Selbstläufer werden. :-)
        Das Argument mit der CL ist natürlich sehr einleuchtend. Mit CL-Viertel bzw. Halbfinale wären wir im Vorjahr wahrscheinlich nicht Meister geworden. Könnte auch dieses Jahr in der entscheidenden Phase ein Problem darstellen. In diesem Sinne wäre es wünschenswert, wenn auch der BVB und RB noch mindestens eine Runde überstehen.

    3. Das ist natürlich korrekt

      Aber Kovac ist Kovac

      Und Kovac die ersten Spiele dieser Saison und der Kovac der Saison davor ist eben Kovac und nicht Flick oder Anc oder Pep oder Jupp.

      Saison 17/18 muss auch differenziert gesehen werden Anc/Jupp

      1. Weise Worte. Und deshalb muss man in seiner Betrachtung auch fair bleiben und nicht nur die Fakten rauskramen, die einem in den Kram passen um einen Trainer als selbstgerechten und was weiß ich noch was Mittelklassetrainer abzustempeln, wie du es heute mal wieder getan hast.
        Kovac hatte durchaus seine guten Momente (genauso wie auch Ancelotti) hat aber über einen längeren Zeitraum gezeigt, dass er nicht zu Bayern passt. Wie jeder Trainer in unserer bisherigen Geschichte machte er Fehler, traf aber auch richtige Entscheidungen. Im Gesamtkontext unseres Vereins wird er nur eine untergeordnete Rolle einnehmen. Er ist sicherlich grandios gescheitert, wenn es darum geht, unserem Verein seine Spielidee zu implementieren. Er ist aber sicherlich auch nicht so schlecht gewesen, als dass er ein Trümmerfeld hinterlassen hätte, dass kaum zu reparieren wäre. Ich finde, dass Flick die nötigen Reparaturen sehr gut hingekriegt hat und wir jetzt auf jeden Fall wieder auf dem Niveau sind, auf dem wir zum Ende der Saison 2017/18 unter Jupp waren. Mal sehen, was Flick bis Saisonende daraus macht.

      2. Ja, momentan schaut es aber danach aus als hätte Flick die richtige Balance gefunden. Mein Eindruck in der Rückrunde bisher ist, dass wir nicht unbedingt so megaviele Chancen herausspielen, aber wenn sich die Mannschaft in Position bringt ist sie sehr effektiv. Dadurch, dass man sich nur so dosiert in die Position bringt ist man derzeit auch nicht gar so anfällig für Konter bzw. Gegentore, vergleichbar mit den allerersten Spielen unter flick. Danach ging die Balance ja ein Stück weit verloren. Man konnte zwar zahlreiche Chancen produzieren, aber auch viele erfolglose Versuche.

        Dass wir momentan bei einer guten Torausbeute auch stets verschiedene Torschützen sehen ist auch ein Punkt, der sich bisher deutlich verbessert hat im Vergleich zum Ende der Hinrunde.

        Raba und Chelsea werden 2 Gradmesser, die zeigen werden wie stabil unser Spiel tatsächlich ist, aber Stand heute bin ich dann doch recht zuversichtlich dass man die meistern kann. Das werden interessante Wochen. :-)

      3. @systemrelevant: ich finde die Balance auch besser. Die momentane Effektivität vor dem Tor macht es natürlich allen leichter. Es werden auch wieder Tage kommen, in denen nicht die ersten Schüsse sitzen wie zuletzt gegen Schalke oder in Mainz. Trotzdem darf es dann auch bei einem Spielstand, der nicht für einen Sieg reichen würde, nicht zu auflösungsartigen Erscheinungen im Abwehrverbund kommen, wie wir es in der Hinrunde teilweise noch beobachten mussten. Das zu erreichende Ziel muss es sein, den Gegner über weite Strecken zu kontrollieren und sich Chancen zu erarbeiten, ohne dass man die Defensive zu sehr entblößt. Klingt leichter, als es tatsächlich ist. Momentan ist die Mannschaft an diesem Ziel, das unter Pep und Jupp fast ausnahmslos verwirklicht werden konnte, mMn näher dran, als sie es unter Ancelotti oder Kovac war und das ist schon einmal erfreulich zu sehen.
        Jetzt noch mehr Wert legen auf die Standards, um selber “billige” Tore zu machen und vor allem das eigene Tor noch besser zu schützen, und es könnte eine mehr als erfreuliche Rückrunde werden.

  4. Justin, so langsam blicke ich nicht mehr was das soll. Warum kopierst Du Auszüge aus dem Blog auf Twitter und lässt Dich DORT über die Diskussions “Kultur” aus, anstatt hier?

  5. Aus wenigen Chancen permanent Gegentore. Das ist jetzt nichts Unbekanntes aus der Ära Kovac. Was statistisch die 1,5 Jahre untermauert, ist als Ableitung umso schwieriger: hatten die Aussetzer psychologische Gründe? Oder war das Gefühl des fehlenden Spielsystems doch greifbarer, als man dachte?

    Fest steht, dass die Mannschaft unter Flick bei Gegenstößen nicht mehr so offen steht, der luftleere Raum hinter der Mittellinie ist inzwischen geschlossen.
    Und dass mit dem beweglichen Alaba als IV die Verknüpfung zwischen Abwehrreihe und Mittelfeld wieder hergestellt ist. Davies würde ich hier auch in die Formel einbeziehen.
    Und dass die ersten 30 Minuten gegen Mainz fast schon einen Hauch Pep-Fußball hatten: zwar mit mittellangen Pässen statt kurzen, aber die Antizipation dem Gegner einen Schritt voraus zu sein, funkte auf. Erneut ist Davies zu erwähnen, witzigerweise weil er das alles physisch löst, weniger durch Überblick per se.

    Dennoch: Die ersten Akzente scheinen gesetzt. Und wir können verdammt froh sein, dass ein Co-Trainer das nicht nur taktisch, sondern auch menschlich so hinbekommt. Das ist eher die Ausnahme und hat den Verein, der bei der Trainer Planung die letzten Jahre gehörige Fehler machte, wohl vor schlimmerem bewahrt.

  6. Lese gerade die Analyse auf Patreon.
    Da steht ja alles drin!!!
    Die Vorgehensweise das jeweils beste und schlechteste Spiel zu streichen ist fair aber ändert nichts an den Fakten das die Gegentorewert unter Kovac katastrophal hoch ist.

    Sehr sehr interessante Analysen
    Mehr davon !!!

    Auf fbref/ statsbomb finde ich keine xPts??

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Gibt keine xPts. Hier dürfte understat (heute) aber näher an der Realität sein, weil sie ja „nur“ ungenau sind, das aber auf beiden Seiten.

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