Round-Up: In St. Gallen, aus dem Fokus

Maurice Trenner 18.05.2017

Gaudino kam mit der Erfahrung von insgesamt zehn Profi-Einsätzen aus München, davon sogar einer in der Champions League, nach St. Gallen. Welche Erwartungen setzte der Verein in die Ausleihe?

Die Erwartungen waren sehr hoch, nicht nur in St.Gallen selbst, sondern auch über die Stadt- und Kantonsgrenzen hinaus. Das zeigte sich zum Beispiel schon an der Begrüßungs-Pressekonferenz, als sehr viele Medien anwesend waren. Es war sicher der Name, der interessierte und die Erwartungen so hoch werden ließ. Und da waren viele Vorschusslorbeeren. Der Transfer wurde in der Region fast als Coup gefeiert.

Welche Rolle nahm Gaudino in der Mannschaft ein? Welchen Stellenwert hatte er in der Kabine?

Es wurde von Beginn weg klar, dass Gaudino einer der technisch besten Spieler St.Gallens ist. Er bekam unter Trainer Joe Zinnbauer zunächst viel Einsatzzeit. Die Leistungskurve war tendenziell aber abfallend, wohl auch wegen der Leistenprobleme (OP im Sommer 2016).
Was seine Rolle angeht: Ich denke, dass Gaudino mit seiner ruhigen aber selbstbewussten Art im Team schnell gut aufgenommen worden ist – aber er hat dem Anschein nach nie einen ganz zentralen Part übernommen in der Gruppendynamik des Clubs. Auch wenn er sich fussballerisch sicher bei allen Respekt verschafft hat. Er scheint geduldig auf seine Chance zu warten, seitdem ihn die Leistenprobleme zurückgeworfen haben. Gaudino wurde meist im defensiven Mittelfeld eingesetzt, wo er zunächst einige Impulse setzen konnte, dann aber von körperlich stärkeren Spielern zusehends aus der Stammformation verdrängt wurde.

In München fiel Gaudino immer wieder durch starke taktische Anlagen, aber auch starke körperliche Defizite auf. Wie konnte er sich in Bezug darauf in der Schweizer Profiliga präsentieren?

Genau diesen Eindruck hinterlässt er auch in St.Gallen. Die körperlichen Defizite sind meiner Meinung nach praktisch gleich geblieben. Sein Wille und Einsatz sind da – viel Wasserverdrängung bringt er aber weiterhin nicht mit.

Durfte in München von den Großen, wie hier Xabi Alonso, lernen
(Foto: CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images)

Wo hat sich Gaudino am ehesten in der Zeit entwickelt?

Eine Entwicklung dürfte es im mentalen Bereich gegeben haben: Er nimmt den – auch internen – Kampf an, auch in der Super League, wo er nicht im Rampenlicht steht. Er wirkt hier vorbildlich.

Nun sind eineinhalb Jahre vorbei und Gaudino hat 31 Partien für St. Gallen in der Super League bestritten. Wie sieht St. Gallen nach Ablauf der Leihe die Ausleihe von Gaudino?

Die Kaufoption, die bestanden hatte, wird mit Sicherheit nicht genutzt. Man sei aber mit Bayern München im Kontakt und zeigt grundsätzlich ein Interesse, den Leihvertrag zu verlängern. Man spricht weiterhin vom grossen Talent, das eine grosse Zukunft vor sich haben kann. Unter dem neuen Trainer Giorgio Contini, der zumindest in den ersten Spielen noch stärker auf Routiniers und körperbetonte Spieler setzte, dürfte er es aber noch einen Zacken schwerer haben als zuvor unter Zinnbauer.

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