Rot-Weißes Round-Up: Thomas Berthold

Felix Trenner 11.11.2014

Seine fußballerische Karriere begann Berthold bei Eintracht Frankfurt. Bereits mit 14 Jahren wechselte er aus der Provinz zur Eintracht und unterschrieb 1982 seinen ersten Profivertrag. In der Folge erlebte er fünf erfolgreiche Jahre bei der SGE, in denen er regelmäßig mehr als 25 Einsätze pro Saison hatte. 1987 startete Berthold, wie zu dieser Zeit einige andere bekannte deutsche Fußballspieler, sein “Abenteuer Italien” bei Hellas Verona. In zwei Jahren (54 Einsätze) machte er sich in der Serie A einen Namen und wechselte zur AS Rom, wo er in Rudi Völler auf einen weiteren deutschen Nationalspieler traf. Zum FC Bayern kam Berthold 1991 als Weltmeister und italienischer Pokalsieger – nachdem es bei der Eintracht nicht für die Spitze gereicht hatte, wollte der gebürtige Hanauer nun auch in Deutschland Titel gewinnen. Doch das blieb ihm in seinen zwei Jahren in München verwehrt. Weder Pokalsieg noch Meisterschaft konnten die Bayern sich ’92 und ’93 sichern. Wobei ein Titel in seiner zweiten Saison ohnehin nicht wirklich mit ihm zu tun gehabt hätte: Nach einer mehr als soliden ersten Saison mit 30 Einsätzen verbannte ihn Trainer Ribbeck aufgrund persönlicher Differenzen über die Dauer der gesamten Saison 1992/93 auf die Tribüne und ließ ihn nicht mehr mittrainieren. Der damalige Schatzmeister Kurt Hegerich bezeichnete Berthold in der Folge als “bestbezahlten deutschen Golfprofi nach Bernhard Langer”. Berthold schloss das Kapitel Bayern ab und ging nach Stuttgart – eine für ihn richtige Entscheidung. Beim VfB erlebte er seine erfolgreichste Zeit, spielte bis zum Jahr 2000 für die Schwaben und gewann den DFB-Pokal unter Trainer Joachim Löw. Mit diesem zog er 2000 weiter in die Türkei – beendete seine Karriere jedoch nach dem Abstieg von Adanaspor.

Heute ist Berthold Kolumnist bei Sport1 und arbeitet an mehreren sozialen Projekten. In einem Interview mit der “Abendzeitung” äußerte sich der Weltmeister über seine Zeit in München mit den klaren Worten: “Ich habe kein Verhältnis zum FC Bayern”. Eine markige Aussage, die nach der Geschichte mit Ribbeck jedoch sicherlich verständlich ist.

Miasanrot.de stellt regelmäßig am Dienstag und Freitag in einem Round-Up lesenswerte Texte und Fundstücke rund um den FC Bayern zusammen. Gewidmet wird jedes Round-Up einem ehemaligen Bayern-Spieler, der am jeweiligen Tag (oder kurz zuvor/danach) Geburtstag hat.

Presseschau

Neuers Pass & Bale-Reaktion

Vier Tore erzielte der FC Bayern am Wochenende – und doch: Für das meiste Aufsehen sorgte eine Szene in der zweiten Halbzeit beim Stand von 3:0, als Manuel Neuer seine Fußballkünste eindrucksvoll präsentierte und einen scharfen, halbhohen Rückpass per Hackentrick weiterleitete. Innerhalb von Minuten war der Clip (hier zu sehen) in den sozialen Medien der Renner. Auch bei “Kollegen” aus anderen Ligen Europas sorgte die Aktion für Anerkennung:


Laut wurden auch wieder die Diskussionen um seine mögliche Wahl zum Weltfußballer. Die FIFA hat noch nie einem Torwart diese Auszeichnung entgegengebracht – auch dieses Mal bleibt es (leider) sehr unwahrscheinlich.

Auch Hannover an Höjbjerg dran?

Bei Xherdan Shaqiri steht noch nichts fest, bei Pierre-Emile Höjbjerg deutet einiges auf eine Leihe im Winter hin. Nachdem zuletzt vor allem der FC Augsburg ins Blickfeld gerückt war, wurde nun bekannt, dass auch Hannover 96 am jungen Dänen interessiert sei. Bei beiden Vereinen wäre ein Transfer durchaus sinnvoll – im Sinne Höjbjergs und im Sinne des aufnehmenden Klubs. In Augsburg hat Daniel Baier seinen Stammplatz sicher, den jungen (vielversprechenden) Dominik Kohr könnte Höjbjerg jedoch verdrängen. Bei den Niedersachsen ist die Situation ähnlich: Auf der Sechserposition ist nach der Verletzung von Leon Andreasen eine Stelle neben Manuel Schmiedebach frei, bzw. umstritten. Ceyhun Gülselam und der junge Maurice Hirsch wussten noch nicht zu überzeugen. Eine gewisse Stammplatzsicherheit wäre wichtig – wenn Höjbjerg am Ende so endet wie Julian Green beim HSV, ist es fraglich, ob eine Ausleihe wirklich sinnvoll wäre.

Spiegel über Müller

Drei Tore erzielte Thomas Müller am Samstag und schaffte es in alle “Elfen des Spieltages”. Grund genug für “Spiegel Online”, dem Oberbayern einen Artikel zu widmen. Treffend analysiert Ronny Zimmermann die beeindruckende Leistung von Müller, der nahezu an jedem Angriff der Münchner beteiligt war und die Räume zwischen den Frankfurter Reihen optimal ausnutzte. Nach einem guten Saisonstart gegen den VfL Wolfsburg fehlte Müller zuletzt in manchen Spielen das bisschen Glück. Nach dem 11. Spieltag führt der Stürmer jetzt die Scorerliste der Bundesliga mit 6 Treffern und 5 Vorlagen an – nach einer kleinen spielerischen Durststrecke wird wieder “gemüllert”.

Rummenigge über “Vangaalisierung”

Offenbar fehlte Karl-Heinz Rummenigge in der letzten Woche ein wenig die öffentliche Auseinandersetzung. Nachdem der Watzke-Konflikt etwas zur Ruhe gekommen war, äußerte sich der Vorstandsvorsitzende nun in Richtung Ex-Coach Louis van Gaal. Der hätte den FC Bayern “vangaalisieren” wollen und sei als Person schwierig gewesen. Bei Pep Guardiola sei das anders: Als “menschlich top” wird der Katalane charakterisiert. Dass auch Guardiola dem FC Bayern seine eigene DNA einimpft, sieht der Boss dagegen weniger kritisch, weil er dies behutsamer tue. In jedem Falle birgt die Entwicklung in Richtung Abhängigkeit von einem Trainer große Gefahren.

Guardiola-Zwischenfazit bei “fcbayern.de”

Bei “fcbayern.de” äußert sich Trainer Guardiola derweil zu den ersten Monaten der Saison. Und das Fazit fällt positiv aus. “Deutlich besser als letztes Jahr” spiele die Mannschaft, er sei “zufrieden”. Dass gleichzeitig noch nichts erreicht sei, wird er jedoch ohnehin nicht müde zu betonen.

Heynckes: “Bayern braucht Reus nicht”

Ex-Trainer Jupp Heynckes äußerte sich am Wochenende im Rahmen einer Sponsorenveranstaltung zu den aktuellen Themen rund um den FC Bayern. “Goal.com” fasst die Aussagen zusammen. Unter anderem meint Heynckes, Reus werde nicht benötigt – denn in der Bundesliga gäbe es ohnehin keine Konkurrenz.

Aufsichtsrat stellt sich neu auf

Am Montagabend präsentierte der FC Bayern den neu gewählten Aufsichtsrat in einer Presseerklärung. Die Vereinsoberen setzen sich zusammen aus:

Karl Hopfner (Vereinspräsident und Aufsichtsratsvorsitzender), Herbert Hainer (Vorstandsvorsitzender Adidas AG), Rupert Stadler (Vorstandsvorsitzender Audi AG), Dr. Markus Rieß (Vorstandsvorsitzender Allianz AG, alle drei stellvertretende Vorsitzende) sowie den “Mitgliedern” Timotheus Höttges (Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG), Rudolf Schels (1. Vizepräsident FC Bayern München e. V.), Dr. Edmund Stoiber (Bayerischer Ministerpräsident a. D.), Dr. Theodor Weimer (Sprecher Vorstand UniCredit Bank AG) und Dr. Martin Winterkorn (Vorstandsvorsitzender Volkswagen AG).

Nicht mehr im Aufsichtsrat sind Helmut Markwort, der zuletzt mit der Affäre “Moritz Rodach” für Aufsehen gesorgt hatte und Herr Dieter Rampl, der aus dem Verwaltungsrat der UniCredit Group AG ausgeschieden war.

Bernat: “Guardiolas Idee hat mir gefallen”

Der “Kicker” widmet sich in einer längeren Analyse der ersten Saisonphase von Juan Bernat. Der junge Spanier weiß voll zu überzeugen und machte alle 16 möglichen Spiele (13 von Anfang an). Trainer Guardiola ist äußerst zufrieden, vor allem seine Einsatzfreude und Laufstärke imponieren ihm. Wenn Bernat es jetzt noch schafft, im Strafraum mehr Torgefahr zu entwickeln, kann er zu einem noch wichtigeren Baustein in der ersten Elf des Rekordmeisters werden, als er es jetzt schon ist.

Spielberichte vom Wochenende

Als Rückschau auf die bereits mehrfach erwähnte Partie bei Eintracht Frankfurt am vergangenen Wochenende legen wir zum einen die taktische Analyse von “Spielverlagerung.de” ans Herz – zum anderen unsere eigene, die sich mit taktischen Fouls, Thomas Müller und den Problemen mit einem eng gestaffelten 4-4-2-System beschäftigt.

Zusammenfassung vom 1:4 Sieg der Frauen in Jena

Auch “unsere” Frauen glänzten am Wochenende beim klaren 1:4 Sieg in Jena. Bei “Mdr.de” gibt es die Highlights noch einmal zum ansehen. Wer noch mehr über die FCB-Frauen erfahren möchte, darf auch gerne hier vorbeischauen.

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. noch ein weiterer – wohl kurz nach dem roundup release erschienen – recht interessanter Artikel (neben dem erwähnten über Bernat) beim Kicker mit recht Mut machenden Trainingseindrücken von Bastian Schweinsteiger (3 Tore von ihm beim 5vs5, da weiß man auch gleich wieder was ihn von Alonso abhebt und warum auch beide gemeinsam auf dem Feld durchaus Sinn machen könnte) von seinem Mannschaftstrainingscomeback:

    http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/615234/artikel_schweinsteiger—ein-ganz-besonderer-moment.html#omfeaturednews

    Antwortsymbol5 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ich hatte schon mehrmals versucht das Thema “Schweinsteiger Integration” in den Kommentaren anzuregen, bloß bis jetzt kam kein Feedback.
      Ich halte das Thema grundsätzlich für sehr interessant, vor allem weil es einige Varianten gäbe:
      – Lahm wieder auf rechtsaußen in einer Viererkette. Alonso und Schweinsteiger in die Zentrale.
      – Lahm analog zu Alaba als rechter Part einer Dreierkette (halte ich durchaus für möglich, wer hätte gedacht das Alaba den linken Part spielt ? ). Alonso und Schweinsteiger in die Zentrale.
      – Lahm in einem 3-4-3 als Flügelspieler – quasi der Robben. Wobei das inzwischen Robben seine Parade-Rolle geworden ist.. Alonso und Schweinsteiger in die Zentrale.

      Heute hab ich auf tz-online ein Kommentar von Sammer gelesen:
      “Ich sehe nur Vorteile. Basti ist ein Spielertyp, der uns mit seiner Kraft und Power guttut, der nach vorne reinbricht, gleichzeitig aber erster guter Organisator im Spiel gegen den Ball ist.”

      Diese Aussage könnte ein Indiz sein das Schweinsteiger, wie er es auch letzte Saison gemacht hat, eine offensivere Rolle einnimmt (als wie die einer klassichen 6). Letzte Saison hat er ja auch ein paar Spiele als 8ter in einem 4-1-4-1 gemacht.
      Wobei das in einem 3-4-3 wieder schwierig ware, da gibts ja quasi offensiv ne 10 und davor die Stürmer (Wobei Götze im Spiel gegen den BVB als 10er eher auf Linie Alonso / Lahm gespielt hat, also quasi ne 6). Und das Spielsystem war eher ein 3-5-2.

      Die andere Variante wäre Alonso nach hinten zu ziehen, als ZV. Als Alonso geholt wurde gab es die Diskussion schon in einigen Foren (Auch aufgrund seiner Rückennumer 3, die eher auf einen defensiven Part hinweist). Wobei das inzwischen fast die Parade-Rolle von Boateng ist und Alonso hier Dynamik/Antrittsschnelligkeit fehlt.

      1. Das Thema ist sicher interessant, aber dankenswerterweise auch unproblematisch.

        Die Spielweise der Mannschaft wie einzelner Spieler in Bezug auf taktische Systeme ist mittlerweile so flexibel, dass man sich viele verschiedene Lösungen vorstellen kann und vsl. auich einige davon zur Anwendung kommen werden.

        Ich halte alle von Dir vorgestellten Wege für gangbar (die letzte jetzt weniger).
        Meine Lieblingsvorstellung wäre noch eine andere. Nach der bilden Schweinsteiger, Lahm und Alonso in der Zentrale einen Rotationsverbund, analog den Big Five in der Offensive.

        In der Konstellation könnte man je nach Fitness, Form und Gegner durchwechseln.

        Wenn jeder nur 2/3 der Spiele macht ist das immer noch mehr als genug. Die Jungs sind jetzt alle jenseits der 30. Und bei Alonso und Lahm die ja fast immer gespielt haben, hat man vereinzelt schon leichte Ermüdungserscheinungen beobachten können.

        Halbwegs ausgeruhte Spieler in den entscheidenden Spielen, das wär schon was.

      2. @Jo: OK, mag sein das man sich an diese taktische Variabilität auch insofern anpassen muss das es keine “Top-11” mehr gibt, sondern halt eine “Top-11” je nach Spielsystem und Schwächen des Gegners.

      3. Die mögliche Rückkehr von Schweinsteiger ab dem 22.11. (Hoffenheim daheim) ist eine gute Nachricht für Bayern München und eine schlechte Nachricht für Rafinha.

        Entweder setzt Pep unsern Philipp Lahm auf die Bank oder er schiebt ihn in die Abwehr. Daß Lahm in einem Dreier-Mittelfeld spielen würde neben Alonso und Schweinsteiger (also ein 4-3-3) — das kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen! Die würden sich gegenseitig auf die Füße treten. Das würde die Offensivkraft mindern.

        Und außerdem würde in der Offensive Thomas Müller rausfallen, weil vorn Ribery – Lewandowski – Robben spielen.

      4. Naja, ich denke man sollte sich tatsächlich nicht so konzentrierten auf einzelne Spieler und so “starr” davon ausgehen das z.B. Rafinha nicht mehr spielt weil Lahm hinten spielt.

        Das könnte im Grunde tatsächlich Gegner-Abhängig gemacht werden.

        Es könnte tatsächlich dazu führen das wir eine “Rotation” auf hohem Niveau sehen… je nach Gegner. Und nicht wie wir so kennen z.B. wir spielen gegen einen Gegner aus dem unteren Tabellen 1/3 und deshalb bringen wir Rhode/Shaquiri, Hojberg etc.

        Ich glaube bloß nicht das er Lahm wieder in einer 4er Kette rechts ran lässt, dazu ist Lahm zu sehr Pep’s Spielertypus (klein, dynamisch, wendig, schnell, kurze Pässe etc.) und er hat zu viele Fähigkeiten inzwischen für die Position rechts hinten.
        Eher könnte ich mir für Lahm sogar eine Position analog Alaba vorstellen…

        Andererseits hat Pep schon so viele unterschiedliche Kombinationen gezeigt (z.B. Martinez gegen den BVB als 10er im Hinspiel 2013) das irgendwie vieles möglich ist.

  2. Berthold und Ribbeck.

    Das weckt doch wieder Demut und Dankbarkeit für die goldenen Zeiten, die wir in der Gegenwart genießen können.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. http://m.youtube.com/watch?v=xjduHVGCZgg

      …oh Thomas, hats das wirklich gebraucht?

  3. […] gewisse Stammplatzsicherheit wäre wichtig für Højbjerg und nachdem der FC Augsburg ins Blickfeld rückte, bekundete nun auch Hannover 96 verstärktes Interesse am 19-Jährigen und der Kicker bringt […]

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