Round-Up: Bayern-Dusel unter der Lupe

Maurice Trenner 23.02.2017

Nach dem vergangenen Wochenende waren wieder die beiden Worte zu lesen, die jedem Bayern-Fan mittlerweile leicht sauer aufstoßen. In allen Medien wurde über den berühmten Bayern-Dusel oder den ominösen Bayern-Bonus berichtet. Nicht zuletzt auch angeheizt durch Aussagen der Berliner Spieler und Offiziellen.

Der Twitter-User @nobilor hat dazu eine interessante Statistik zusammengestellt. Sie zeigt den auf jede Spielminute entfallenden Tor-Prozentanteil des FC Bayern im Vergleich zum Rest der Liga, wobei alle Spielzeiten seit der Saison 2000/01 betrachtet wurden.

Verteilung der Tore im Vergleich des FC Bayern und der anderen Vereine.
(Grafik: Nobilor)

Daraus werden zwei Dinge ersichtlich: Die Münchner steigern ihre Torgefahr quasi durchgehend über das gesamte Spiel. Darüber hinaus steigern sich die Münchner besonders in den letzten zwanzig Minuten einer jeden Halbzeit. Dort erzielen sie im Schnitt mehr Tore als der Rest der Liga. Da absolut bei Bayern-Spielen zudem mehr Tore fallen, ist somit auch die Gesamtzahl der Tore in den letzten Minuten höher, als bei Spielen ohne die Bayern.

Das mögen die einen nun Dusel nennen, spricht aber im Allgemeinen für die statistisch bewiesene Klasse der Bayern, in den letzten Minuten einer Partie in einen nochmals höheren Gang zu schalten.

Zwei mögliche Gründe hierfür sind zum einen eine durch langjährig angesammelte Erfahrung gewachsene Mentalität – manch ein MSR-Autor schreibt hier gerne von Mentalitätsmonstern wie Arjen Robben – und zum anderen die zunehmende Erschöpfung des gegnerischen Teams, das meist über die gesamte Spielzeit aufopferungsvoll versucht hat, die Bayern von ihrem Strafraum fernzuhalten.

In die gleiche Kerbe schlägt auch eine Statistik von Jannik Müller. Er hat die Anzahl der Torschüsse aller Bundesliga-Teams in der aktuellen Saison zwischen Minute 0 bis 75 den Torschüssen in der Schlussviertelstunde gegenübergestellt.

Vergleich der Schussstatistiken in den ersten 75 Minuten und der letzten Viertelstunde je Verein.
(Grafik: Jannick Müller)

Bei nahezu allen Teams steigt die Anzahl der Torschüsse an. Dies scheint die These der zunehmenden Erschöpfung zu stützen, könnte aber auch dadurch erklärt werden, dass viele Mannschaften in den letzten Minuten ein höheres Risiko eingehen, um einen möglichen Siegtreffer oder den wichtigen Ausgleich doch noch zu erzielen und dabei die Abwehrarbeit vernachlässigen.

Beim FC Bayern, wie übrigens auch bei Bayer Leverkusen, steigt die Anzahl der Torschüsse jedoch signifikant an – und zwar um 85 Prozent. Dabei stimmt auch die Qualität der Abschlüsse noch.

Während der ersten 75 Minuten schließt Bayern 62% seiner Angriffe im Sechzehnmeterraum ab. Diese Zahl steigt in den letzten Minuten sogar noch auf 68%. Wer deutlich häufiger als andere Teams aufs Tor schießt, nämlich ganze sechs Torschüsse mehr als das nächstbeste Team in den letzten 15 Minuten, der wird auch mehr Tore schießen.

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Wir überlegen oft, wie wir unser Round-Up mit lesenswerten Texten am besten präsentieren. Auch, weil uns die ehemaligen Spieler für Erinnerungen ausgehen und alles eine Zeitfrage ist. Gern würden wir euch im Round-Up eine Diskussionsfläche für einen allgemeinen Austausch rund um den FC Bayern bieten. Worauf habt ihr Lust? Hinterlasst uns ein Kommentar!

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