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Rot-Weißes Round-Up: Radmilo Mihajlović

Sucht man nach Geschichten rund um den ehemaligen jugoslawischen Fußballspieler Radmilo Mihajlovic, stößt man auf einen Artikel des Spiegels, der im Jubiläumsalbum »50 Jahre Bundesliga« erschien. Darin wird wenig über den Stürmer geschrieben. Sein Wechsel vom FC Bayern zu Schalke 04 steht aufgrund einer Trickserei im Fokus.

Mihajlović wurde im November 1964 geboren und begann seine Fußballkarriere im heutigen Bosnien-Herzegowina beim FK Sutjeska Foča. Nachdem er seinen ersten Profivertrag beim FK Željezničar Sarajevo unterschrieb und 58 Tore in 110 Ligaspielen erzielte, führte sein Weg über Dinamo Zagreb zum FC Bayern München. Er debütierte im Juli 1989 und schoss das 3:2 Siegtor gegen den 1. FC Nürnberg. Ein Einstand nach Maß, auf den weitere drei Treffer in insgesamt 24 Liga-Spielen folgen sollten. Mihajlović war an der Titelverteidigung beteiligt und gewann im Trikot der Roten auch den DFB-Supercup (1990). In der Wintertransferperiode 1990/91 wechselte er zum damaligen Zweitligisten Schalke 04 und trickste dabei, wie zu Beginn erwähnt, Schalkes Präsident Günter Eichberg aus. Obwohl die Ablösesumme bereits ausgehandelt worden war – es sollten 2,5 Millionen D-Mark bezahlt werden – gelang der Transfer aufgrund der Privatfehde zwischen Hoeneß und Eichberg an die Öffentlichkeit. Der Schalke Präsident schaltete sich ein, Uli Honeß passte dies nicht und so musste die Summe am Ende um eine halbe Million Mark angehoben werden. Der Transfer fand statt, aber die richtigen Details kamen erst Jahre später ans Licht. In der Bundesliga-Chronik ist zu lesen, dass die wahre Transfersumme 5 Millionen betrug und von Eichberg »höchstpersönlich« geboten wurde. Mihajlovićs Handgeld wanderte unversteuert nach Jugoslawien, der Verein übernahm die Nachzahlung des Betrags, den der Spieler selbst eingetragen hatte, wie der detaillierte Artikel auf Spiegel.de nacherzählt. Am Ende, so Günter Eichberg, »wurde auch bezahlt und irgendwann vergessen. Vergeben aber bis heute nicht«.

Mihajlović war mit drei Toren in zwölf Spielen am Schalker Aufstieg in die Bundesliga beteiligt und traf im Anschluss weitere neun Mal in 46 Partien. Mit Beginn der Spielzeit 1993/94 lief er für Eintracht Frankfurt auf, spielte aber nur in 10 Partien. 1997 war er kurz für die Pohang Steelers aus Südkorea im Einsatz, bevor er seine Karriere auf Zypern bei AE Paphos beendete.

In unserer Recherche wurde nicht deutlich, wieso eine Quelle aus Frankfurt eine weltweite FIFA-Sperre wegen Vertragsbruchs erwähnt. Die FIFA führt ihn aktuell in ihrer Übersicht der Spielerberater.

Mitte November hat der FC Bayern in seiner Geschichte nicht viele Geburtstagskinder. Wir widmen unser heutiges Round-Up Radmilo Mihajlovic also bereits im Vorfeld seines 50. Geburtstags, den er am 19. November feiern wird.

Miasanrot.de stellt regelmäßig am Dienstag und Freitag in einem Round-Up lesenswerte Texte und Fundstücke rund um den FC Bayern zusammen. Gewidmet wird jedes Round-Up einem ehemaligen Bayern-Spieler, der am jeweiligen Tag (oder kurz zuvor/danach) Geburtstag hat.

Presseschau

ESPNFC erinnert an alte Rivalität mit Gladbach

Miguel Delaney erinnert für das britische Portal ESPNFC an »Football’s findest rivals« und gedenkt der Rivalität zwischen München und Mönchengladbach in den späten 60ern und 70ern. Gladbach stand damals für jugendlichen Fußball und Bayern für den konservativen Süden.

Bayern supposedly represented the conservative south, emphasised by the manner in which they supposedly ground out wins through grit more than great football. Gladbach supposedly represented the youthful and modern north, as reflected by their free-flowing style. Bayern’s Franz Beckenbauer and Gladbach’s Gunter Netzer were said to personify the teams.
ESPNFC, Miguel Delaney, am 15.11.2014

Bayern bei ihren Nationalmannschaften

Während es an der Säbener Straße ruhiger zugeht, befindet sich eine Vielzahl von Bayern-Spieler bei ihren jeweiligen Nationalmannschaften.

Mario Götze spricht im Interview mit dem Deutschen Fußballbund vor dem Spiel gegen Spanien (Heute Abend, 20.45 Uhr, live in der ARD) über den alten Weltmeister, Fußball als »Kopfsache« und sein Bild in der Öffentlichkeit.

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Jerome Boateng (muskuläre Probleme) und Manuel Neuer (Beschwerden im rechten Kniegelenk) haben ihre Teilnahme am Spiel gegen Spanien verletzungsbedingt abgesagt.

Bundestorwarttrainer Andreas Köpke traf im Verbandsmagazin »DFB-aktuell« die Aussage, dass die Nationalmannschaft in Brasilien auch ohne Manuel Neuer den Weltmeistertitel geholt hätte, wie Goal.com berichtet. Diese Aussage lassen wir an dieser Stelle unkommentiert.

Xherdan Shaqiri traf doppelt für die Schweizer Nationalmannschaft und brachte sie auf EM-Kurs, wie FCBayern.de berichtet. Juan Bernat sammelte beim Sieg der Spanier gegen Weißrussland (3:0) keine Spielminuten. Über Arjen Robben findet der Kicker nur lobende Worte. Der Holländer traf für die krisengeschüttelten Niederlande doppelt, bereitete ein weiteres Tor vor und präsentierte mehrere seiner »unwiderstehliche[n] Soli und Einlagen«. Der verletzte David Alaba konnte den Sieg seiner Österreicher gegen Russland nur auf der Tribüne verfolgen. Das Team aus Österreich führt die EM-Qualifikationsgruppe deutlich an und könnte sich erstmals auf sportlichem Weg für eine Europameisterschaft qualifizieren.

Højbjerg drängt auf Wechsel

Wir haben das Thema bereits in einem Artikel behandelt und unsere Einschätzung zu den Aussagen des jungen Dänen abgegeben. Bereits zitiert, aber dennoch zu empfehlen, ist der Text des Kicker über die Transferplanungen von Hannover 96, in denen auch Pierre Emile Højbjerg eine Rolle spielen soll.

FCB Frauen mit Kantersieg gegen Herforder SV

Beim Spiel Erster gegen Letzter bezwangen die FC Bayern Frauen den Herforder SV in der heimischen Hermann-Gerland-Kampfbahn klar mit 7:0 (5:0). Unsere Spielanalyse beschäftigt sich mit Zentrum, Passspiel und der starken Einwechselbank der Tabellenführerinnen aus München. Der Deutsche Fußballbund zeigt die Highlights der Partie im Video.

Das Viertelfinale im DFB-Pokal der Frauen bestreiten die Bayern am 21. Dezember (14 Uhr) im Brentanobadstadion Frankfurt.

Woran Bayern in der Länderspielpause arbeiten sollte

Im Artikel »5 Issues Bayern Munich Need to Work on During November International Break« zeigt der Bleacher Report fünf Problemstellen des FC Bayern München auf. An ihnen sollte das Trainerteam mit den Spielern arbeiten. Darunter fällt die Einbindung von Rückkehrer Bastian Schweinsteiger in die Mannschaft, Dantes Formtief, die Suche nach einem Alaba-Ersatz, die perfekte Kombination von Robben, Müller, Götze und Ribéry sowie die Verbesserung des Zusammenspiels mit Stürmer Robert Lewandowski.

Basketball: McCalebb zu Bayern?

Der 29-jährige US-Amerikaner Bo McCalebb soll laut “eurobasket” zur Basketballabteilung des FC Bayern wechseln, wie Sport1 berichtet.

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Leserkommentare
  1. sebastian

    Normalerweise lese ich eure Round-Ups sehr gerne.
    Allerdings habe ich jetzt den Absatz über Mihajlovićs Wechsel zu Schalke ein paar Mal gelesen. Verstanden habe ich es trotzdem nicht. Wirklich 5 Mio Euro oder doch DM? In was schaltete sich Eichberg ein? Wo hat der Spieler den Betrag nachgetragen?
    Und jetzt bitte keiner den Kommentar bringen “lies doch den Spiegel-Artikel”. Das hier ist eine Zusammenfassung, also sollte das ja reichen um es zu verstehen.
    Schade, diesmal bin ich nicht viel schlauer, kann also beim nächsten Stammtisch nicht mit extra Wissen angeben ;-)

    1. Puh, ich versuche mich an einer besseren Erklärung: Dass Mihajlović wechseln würde, stand fest. Da wurde bereits verhandelt und auch die Ablösesumme war sogut wie fix. Eichberg fand daran wohl keinen Gefallen, dass er ausgelassen wurde, schaltete sich in die Verhandlungen ein und hatte – schon davor – einen Zwist mit Uli Hoeneß. Der sah die Chance da gegen Eichbergs Ego zu spielen, augenscheinlich musste man mehr für den Spieler berappen. Der Spieler hat auf seinem Vertrag selbst etwas nachgetragen. Hierbei ging es um Handgelder etc., was er mit Eichberg verhandelte.

      Eine grundsätzlich verwirrende Geschichte aus einer Zeit, wo es noch keine / kaum Berater gab, die sowas heutzutage übernehmen. Entschuldige die Verwirrung!

      1. sebastian

        Kein Problem, ich seh schon. Muss mir doch mal den ganzen Bericht durchlesen. Interessiert mich, da ich in der Saison 90/91 das erste Mal Oly-Stadion war. FCB – St. Pauli 0:1 ;-)

  2. giselher

    Kurz ergänzt und aus der Erinnerung ohne irgendwo nachzuschlagen:

    Das Gehalt wurde in “DM” verhandelt (der € war noch lange nicht in Sicht). Im Endstadium der Verhandlung verließ Eichberg kurz den Raum mit der Bemerkung, Micki könne bzw solle das gewünschte Gehalt selbst in den Vertrag schreiben. Der trug dann in den Blanko-Vertrag eine Summe ein, die Eichberg akzeptierte. Blöd für den Sonnenkönig, dass er erst später bemerkte, dass Micki ein “$”-Zeichen davor gepinselt hatte, mithin sein Gehaltnpraktisch verdoppelt hatte.

    Ja, so wars, glaub ich …

    1. Danke dir für die Ergänzung! Kannst du dich noch genauer daran erinnern, ob bzw. warum und wie da der Zwist zwischen Hoeneß und Eichberg eine Rolle spielte? Einfach zwei Egos, die sich überall einmischen mussten?

      1. giselher

        Der Eichberg war damals noch relativ neu im Geschäft, hielt sich aber für einen der Größten, wenn nicht sogar für den Größten überhaupt. Sein ständiges fabulieren über die Bedeutung und Wichtigkeit von Schalke kam zwar in Gelsenkirchen gut an, außerhalb der königsblauen Stadtgrenzen aber waren die Empfindungen anders. Nicht nur in Dortmund übrigens. Auch dem Uli ging der ständige Größenwahnsinn von Eichberg auf den Zeiger.

        Irgerndwann returnierte Uli mit dem Begriff des “Reichsrekordmeisters von der Ruhr”.Ab da war dann Eiszeit …

        (s.a. > Watzke, “Mutter Theresa”, Hopfner, “Baron Münchhausen”)

  3. Jo

    In diesen fünf Akten wurde die Komödie/Tragödie später beschrieben:

    1. Akt: Mihajlovic kommt zu Uli Hoeneß und fragt nach seiner Ablöse. Hoeneß: „Für 2,5 Millionen kannst Du gehen.“

    2. Akt: Manager Kremers ruft bei Hoeneß an, will die Telefonnummer von Mihajlovic. Hoeneß: „Kremers sagte mir, dass er nun mit Mihajlovic alles klar machen werde.“

    3. Akt: Präsident Eichberg will sich von Kremers nicht die Show stehlen lassen, im Privatjet düst er nach München und trifft sich mit Mihajlovic. Wenig später läuft bereits über den Ticker der Presseagenturen, dass Mihajlovic ein Schalker wird. Hoeneß: „Dem Eichberg werden wir’s zeigen. Dafür muss er zahlen…“

    4. Akt: Hoeneß tut vor der Presse so, als würde er vor Wut platzen: „Eine Sauerei von Eichberg, dass er einen Spieler verpflichtet, ohne uns zu informieren.“ Eichberg kontert: „Der Hoeneß glaubt immer noch, dass er der Größte ist. Der kann mich mal am Hobel blasen.“

    5. Akt: Als Eichberg bei Bayern anruft, um über die Ablöse zu verhandeln, sagt die Sekretärin: „Herr Hoeneß ist nicht da, aber der Chef möchte sie persönlich sprechen.“ Bayern-Präsident Fritz Scherer geht an den Apparat und spielt die Rolle des Empörten: „Das sind ja eigenartige Methoden. Drei Millionen oder Mihajlovic bleibt bei uns.“ Im Nu ist der Handel perfekt. Eichberg triumphierend: „Der Hoeneß hat bei Bayern gar nichts mehr zu sagen.“ Hoeneß weiter: „Hätte Kremers die Verhandlungen geführt, wäre Mihajlovic eine halbe Million billiger gewesen. Wenn wir mit solchen Komödien 500.000 Mark verdienen, dann darf mich Eichberg so oft am Hobel blasen, wie er will. Ich bin sofort bereit.“

    1. sebastian

      haha, jetzt hab ich es wirklich verstanden. Coole Geschichte.

  4. Die Geschichte mit 3 statt 2,5 Mio. DM kannte ich, aber in dem Spiegel-Artikel (bzw. im Buch von Ben Redelings, das dort zitiert wird) behauptet Eichberg ja sogar, dass es am Ende 5. Mio waren. Naja, sowohl Eichberg als auch Redelings sind ja fürs Geschichtenerzählen bekannt, das darf man dann wohl nicht so eng sehen. ;-)

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