MSR 193: Die Leon-Kings

Christopher Trenner 11.03.2021

Es war ein rundum gelungenes Wochenende für den FC Bayern. Am Sonntag gewannen sowohl die Amateure (2:0 gegen Wehen Wiesbaden) als auch die Frauen (5:1 in Freiburg) ihre Spiele. Im Thema der Woche diskutieren wir aber das 4:2 der Männer gegen den BVB. Warum sind die Münchner so schlecht gestartet? Und warum lief es dann plötzlich besser?

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  1. Herzlichen Dank für die Info, dass es nicht unbedingt lohnt, sich das verpasste Amateure-Spiele noch herzusuchen. Dann lasse ich das ;)

    Interessant auch die Diskussion über das zweite Gegentor am Samstag bezüglich der Positionierung von Sané. Dass er theoretisch nicht unbedingt tiefer stehen musste – auch wenn wir aus der Retroperspektive natürlich schlauer sind – habt ihr ja schon gesagt. Problematisch ist, dass mehrere Spieler hier nicht optimal arbeiten. Jeder für sich wäre nicht schlimm gewesen, in der Summe jedoch schon. Immerhin trabte auch Coman zurück. Er wäre bei dem Abpraller eigentlich Dahouds Gegenspieler gewesen und hätte diesen zumindest stören können. Ich würde daher festhalten, dass beide Außenstürmer nicht optimal arbeiten, was in der Summe zu diesem Gegentor führte. Und hier hoffe ich, dass das intern auch so kommuniziert wird. Es hat auch mit Arbeiten füreinander zu tun, dass nicht gleichzeitig drei Spieler, welche mit einem langen Ball überspielt sind, zocken bzw. nur im Joggingtempo die Kompaktheit wiederherstellen können. Einer – meinetwegen; Ronaldo und Messi machen seit 10 Jahren gegen den Ball kaum was anderes. Aber alles andere geht nicht.

    Ansonsten pfeifen ja die Spatzen von den Dächern, dass es keine Verhandlungen mit Boateng geben wird. Ich halte das sowohl für sportlich falsch (Abwehrorganisation, Spielaufbau, Nianzou als völlige Unbekannte) als auch diesem verdienten Spieler gegenüber für nicht angemessen. Er ist Stamm- sowie Führungsspieler, vom Trainer absolut geschätzt und auch eine Marke. Es gibt keinen sachlichen Grund, ihm kein Angebot zu machen. Außer eben, dass Brazzos Königstranfer nicht als Bankdrücker in die Geschichte eingehen darf. Das ist ein Bärendienst. Und falls Flick tatsächlich entscheidet, Löw beerben zu wollen, sicherlich ein Baustein in seiner Entscheidungsfindung.

    Antwortsymbol34 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Zur Causa Boateng:
      Falls es tatsächlich so kommen sollte, verlieren wir tatsächlich in einer Transferperiode unsere Stamm-IV, die gerade gut genug war um den größten Erfolg der Vereinsgeschichte einzufahren. Könnte man vielleicht noch drüber reden.
      Dass das alles ohne jeden finanziellen Gegenwert, also ablösefrei, geschieht, ist aber mehr als verwunderlich, im Grunde fast schon ohne Beispiel. Jedenfalls fällt mir so schnell keines ein.
      Irgendwie auch erstaunlich wie gleichmütig das allerorten aufgenommen wird, wie die normalste Sache der Welt.
      Über Heidel’s Schalke hat man sich noch totgelacht, weil die ihre Kaderplanung nicht im Griff hatten und Spieler ständig ablösefrei gingen.
      Nun, zumindest in diesem Punkt scheint die Medienpolitik des Vereins voll aufzugehen.

      1. Ich halte mal dagegen: ich finde es wird Zeit Boateng abzulösen. Im Grunde ist es ein Wunder, dass er im letzten Jahr vor allem nochmal zu einer derartigen Leistungssteigerung kam. Mittlerweile ist er aus meiner Sicht zumindest wieder hart auf dem absteigenden Ast. Die zwei Tore gegen den BVB waren sozusagen Paradebeispiele für seine nachlassende Performance. Wer Haaland am 16er soo zum Schuss kommen lässt hat einiges falsch gemacht.

        Und das zieht sich schon eine Weile so durch. Wenn man die IV mit letztem Jahr vergleicht muss man auch so fair sein, sie mit dem laufenden Jahr zu vergleichen. Eine beispiellose Gegentor- sowie Rückstandsserie sind zwar nicht ihre alleinige Schuld aber der Anteil ist mE hoch. Das bringt die Mannschaft in fast JEDEM Spiel unnötig in Bedrängnis und Zugzwang. Ich bin skeptisch, dass wir die Körner die wir in diesen Wochen/Monaten gelassen haben dann wenns drauf ankommt wieder finden.

        Von daher: ich bin froh wenn endlich mal aufgefrischt wird und Piranha Alaba endlich kein Diskussionsthema mehr ist. Hernandez dürfte dann (endlich) seinen Platz sicher haben wenn Flick nicht noch Kimmich umfunktioniert um ihn nicht einsetzen zu müssen :/

        Nianzou dürfte dann nach einem 3/4 Jahr auch gerne mal langsam fit werden. Wenn sich seine Vorschusslorbeeren auch nur teilweise bestätigen sind wir dann mit Lucas/Nianzou/Upa und Süle doch sehr gut und breit aufgestellt.

      2. Das Problem ist doch eigentlich auch nicht, dass Boatengs Vertrag nicht verlängert wird, sondern dass wir viel Geld für die Verteidigung ausgegeben haben und immer noch stark auf die alteingesessenen Spieler setzen (müssen). Wäre Hernandez ein bärenstarker IV, der dort hinten aufräumt, würde über Boateng doch ganz anders gesprochen werden. Doch weil wir trotz all der Millionen (auch für Pavard und Upamecano) und wegen des Abgangs von Alaba einfach nicht sicher sein können, dass wir mit Süle, Hernandez, Niandzou und Upamecano für die neue Saison ausreichend klasse aufgestellt sind, wird doch über einen neuen Vertrag für Boateng diskutiert. Wären wir sicher, dass Hernandez und Niandzou ausreichend Qualität (z.B. für ein enges KO-Spiel in der CL) hätten, dann könnte man Boateng doch ruhigen Gewissens ziehen lassen. Nur leider sind die Neuzugänge entweder viel verletzt gewesen und/oder unter den Erwartungen geblieben. Und so ist die Kaderpolitik in der Abwehr halt jetzt eine riesengroße Unbekannte. Geht das gut? Man kann es nicht sagen, obwohl viel Geld investiert wurde. Wäre das Vertrauen in die Neuverpflichtungen aufgrund guter Verpflichtungen in den letzten 3-4 Jahren groß genug, dann würden wir jetzt nicht darüber reden. Aber leider ist ja gerade in der Abwehr viel Geld ausgegeben worden, ohne dass es spürbare Qualitätsverbesserungen gab. Und nun gehen halt nach und nach die alten Recken. Mit Blick auf die Zahl der Spieler ist das vertretbar (4 IVs für 2 Positionen), aber die Qualitätsfrage bleibt halt unklar.

      3. Boateng ist ein schwieriges Thema. Wenn ich an 2018 zurückdenke, als unsere langsame, veraltete Innenverteidigung Boateng/Hummels links und rechts überlaufen würde. Da hieß es, wie konnte man denen so lange hochdotierte Verträge geben. Da hätte man schon lange verjüngen müssen usw.
        3 Jahre später muss man Boateng plötzlich verlängern, sonst bricht alles zusammen?
        Er hat letztes Jahr nochmal auf Top-Niveau abgeliefert, war aber oft auf der letzten Rille. Bei jedem Sprint und jedem langen Schritt musst man Angst haben, dass etwas reisst. Ob und wie lange er dieses Niveau noch halbwegs halten kann, steht in den Sternen. Ich bin skeptisch.
        Ich würde ihn auch noch ein Jahr halten, aber es ist natürlich erstens eine Frage des Geldes und nicht zuletzt: Was will Boateng?
        Bekommt er woanders noch einen längeren Vertrag mit mehr Geld, dann sag ich ” Danke Boa und viel Glück”

      4. Wie schon erwähnt, könnte man über die sportliche Frage diskutieren.
        Was mich aktuell darüber hinaus stört, ist das uns gerade ständig Spieler verlassen, ohne auch nur einen näherungsweise finanzielle Kompensation.
        Im Kader der letzte Saison das Triple gewann hatten wir 20 Feldspieler mit halbwegs erwähnenswerten Einsatzzeiten. Davon sind 5 schon weg, oder werden definitiv gehen. Alaba, Thiago, Coutinho, Perisic, Odriozola (ob Leihspieler oder nicht ist dem Kader ja egal). Rechnen wir bei den Abgängen mal Boateng und Martinez ein, wären es 7. Ob Cuisance oder Zirkzee zurückkommen ist ziemlich fraglich.
        D.h. bei diesem Szenario hätten wir den halben Kader der Triple-Mannschaft (Stammspieler, Edelreservisten, Ergänzungsspieler) abgegeben und der einzige Erlös wären die 22 Mio für Thiago und ggf. ein paar Millionen für Cuisance und Zirkzee.

        Einen halben Kader also für etwas um die 30 Mio? Da hätten wir ja vielleicht mal ein Bein von Sane für bekommen.
        Wie würde der alte Phyrrus dazu sagen: Noch so ein Sieg, und wir sind verloren.

      5. @herrispezial:
        Nicht alles was wir in den letzten Jahren in die Abwehr investiert haben, war rausgeschmissenes Geld.
        Das Hernandez selbst für damalige Verhältnisse zu teuer war, darüber brauchen wir nicht zu sprechen, aber es war eine andere Zeit und ein anderer Trainer. Das der jetzige Trainer nichts oder nur wenig mit ihm anfangen kann, dass ist halt jetzt so. Entweder einbauen oder verkaufen oder den Trainer wechseln oder halt mit dieser Situation leben. Aus.
        Aber Süle, Pavard und Davies waren Top-Einkäufe. Nianzou? Keine Ahnung. Aber das der in dem Alter gleich ein Jahr verletzt ist, kann ja keiner wissen.
        Mit Hummels, Boateng, Alaba und Kimmich ist jetzt dann unser komplette Verteidigung vom Frühjahr 2019 Geschichte. Sowas ersetzt man nicht so locker und leicht.
        Und wenn dann Upamecano zu haben ist. Warum nicht?
        Aber was erzähl ich dir das alles? Sinnlos.

      6. @Jo: Ablösen generieren sollte aber auch nicht unser Kerngeschäft sein. Das überlassen wir anderen.
        Ich sehe das immer so: Beispiel Boateng, der kam 2011 für 10 Millionen, hat jetzt 10 Saisonen bei uns gespielt. Also 1 Million pro Jahr. Wir hätten ihn auch mal verkaufen und mit dem eingenommenen Geld einen anderen Verteidiger kaufen können. Wäre die Rechnung dann eine andere, bessere?
        Wir sind ein Verein der Titel gewinnen will und deshalb verkaufen wir keine Spieler am Zenit.

      7. @wohlfarth: Pavard und Davies sind auch gute Verpflichtungen gewesen. Hernandez war halt viel, viel, viel zu teuer. Und Upamecanos Verpflichtung finde ich auch richtig. Am Ende ist halt entscheidend, dass die Kosten und der Ertrag in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Und da haut halt der viel zu teuere Kauf von Hernandez viel kaputt – zumal er ja nur per Ausstiegsklausel und mit einem hohen Gehalt zu uns gelockt werden konnte. Es war ja nicht so, dass er als der nächste van Dijk gehandelt wurde. Was hätte man für 80 Mio in der Abwehr wohl alles machen können? Da wären Upamecano plus zwei weitere Spieler drin gewesen (wie z.B. die Ablösesumme für Dest/Baku oder wer auch immer). Und natürlich kann man Niandzous Verletzungen auch nicht vorhersehen. Aber in Summe sind es halt bisher fünf Zugänge (Davies, Niandzou, Pavard, Hernandez, Sarr) für viel Geld, von denen 2 aus 5 bisher wirklich eingeschlagen haben (Davies und Pavard). Vielleicht werden es noch 3 aus 5, wenn Niandzou sein Talent auf den Platz bringt. Und da kommt halt das Problem her. Wenn man schon so viel Geld ausgibt, dann muss die Erfolgsquote bei über 50-60 Prozent liegen, denn ansonsten geht Dir halt irgendwann das Geld aus. Der größte Fehler war halt der Kauf von Hernandez zu dem Preis. Würde er ansatzweise spielen wie ein so teurer Verteidiger, würde die Verlängerung von Boateng doch gar nicht so viel diskutiert werden.

      8. @Herrispezial:
        Was genau hat der Transfer von Hernandez denn kaputtgehauen?

        Würde man das Thema übrigens fair und seriös behandeln, müsste man sagen, dass es 4 von 5 werden können.
        Hernandez als Fehlkauf abzustempeln ist schlicht falsch.

      9. Man muss natürlich bei all den Verpflichtungen auch einfach sehen, was denn zur Zeit der Verpflichtung eigentlich geplant war. Und das sah eben ganz anders aus, als das was ein halbes Jahr später durch Verletzungen Realität war.
        Konnte aber keiner vorher ahnen.
        Es kommt ja auch keiner auf die Idee, die ganzen Verpflichtungen des FC Liverpool schleht zu reden, weil die ganze Abwehr zur Zeit verletzt ist.

        Was war denn der Plan – einen neue IV mit Süle und Hernandez als gesetztes Duo in der IV mit einem Alaba links und einem Kimmich rechts und dazu noch einen Sane für die Offensive für den Notnagel.
        Und was wurde dank Verletzung daraus?
        Wer hier hätte denn im Juni 2019 allen Ernstes auf die Viererkette Pavard-Boateng-Alaba-Davies gewettet.
        Da ist natürlich im Nachhinein gut kritisieren. Das Problem gibt es eben in vielen Vereinen, dass einem die Verletzungen die gesamte Planung zerschießen. Und hinterher ist man dann schlauer.

      10. @herrispezial: Wie gesagt, Hernandez war zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung teuer, aber zur damaligen Zeit war das trotzdem kein absoluter Mondpreis der da gezahlt wurde. 2 Jahre und eine Pandemie später schaut das alles natürlich ganz anders aus.
        Aber mit den 80 Millionen hätten wir weder damals noch heute eine ganze Viererkette hochwertig ersetzen können.

        Ich frag mich halt, wie lange willst du noch in jedem zweiten Kommentar über den zu hohen Preis für Hernandez jammern?
        Und vielleicht schaut die Welt nächstes Jahr ganz anders aus und wir sind bei 4 von 5 Treffern.

        Übrigens: Goretzka kam ablösefrei, wird mir hier viel zu selten erwähnt.

      11. @wohlfarth: 80 Mio waren auch damals vor der Pandemie ein extrem hoher Preis für einen Verteidiger. Da gibt es weltweit nicht viele Verteidiger, die auch 80 oder mehr gekostet haben. Und diesen Preis wird er sehr wahrscheinlich nicht mehr gerechtfertigen können und deswegen sehe ich da keine 4 von 5 guten Verpflichtungen auf uns zukommen (zum einen, weil Niandzou erstmal überhaupt bei uns spielen muss, zum anderen, weil Hernandez angesichts der Ablöse für uns nun über mehrere Jahre den Laden so dicht halten müsste wie es Hummels/Boateng zu ihren besten Zeiten für uns getan haben – und das wird enorm schwer, nachdem er nun 2 Jahre nur Mitläufer und eben nicht Abwehrchef war).

        Eine ganze Viererkette bekommst Du natürlich nicht für 80 Mios, aber 35 Mio für Pavard und 2×20 für AVs der Kategorie Baku/Dest etc. wären schon drin gewesen. Und das ist eben der Punkt: Du bindest enorm viel Geld mit hohem Risiko. Meist lohnt sich eine solche Investition nicht. Welche der 70+x-Mio-Transfers waren denn für die zahlenden Vereine sportlich ein Bringer? Alleine schon, dass man das Risiko nicht streut, sondern konzentriert, macht es schwierig. Erst recht, wenn der Transfer dann nicht sitzt (siehe nur als ein Beispiel Barcas Mega-Ausgaben für Dembele, Coutinho).

        Wir haben nun enorm viel Geld gebunden, das wir nicht noch einmal ausgeben können. Und dennoch plagen uns wieder die Probleme mit dem RV-Backup, und die Frage, wer als LV-Backup kommt und eigentlich brauchen wir auch noch einen weiteren Winger (Costa geht ja wohl wieder). Hätte Hernandez damals nur 30-40 Mios gekostet, dann wären jetzt noch 40 Mios da, um das Ganze anzugehen bzw. man hätte im vergangenen Sommer etwas mehr Geld ausgeben können. So haben wir eben Sarr bekommen, weil wir sparen mussten. Und das ist jetzt explizit kein Corona-Problem, denn die 40 Mio hätten wir ja einfach noch auf dem Konto gehabt.

        In dem Kontext ist es dann gut, dass wir Davies für gerade einmal 10 Mios bekommen haben und auch Goretzka ablösefrei war. Aber gerade angesichts dieser Strategie mit hochpreisen Spielern (wie Hernandez oder Sané oder jetzt Upamecano) müssen die Transfers der günstigen/ablösefreien Spieler auch dringend einschlagen, denn ansonsten wird der Kader irgendwann zum Problem. Das sehen wir ja schon in dieser Saison, in der die Qualität in der Breite enorm gelitten hat, weil die neuen günstigen/ablösefreien Spieler (wie Roca, Sarr, ECM) eben nicht so eingeschlagen haben.

      12. Ich versteh nicht warum immer wieder auf der Personalie Dest rumgeritten wird.
        Das wurde doch schon mehrfach erläutert, warum wir den nicht bekommen haben.

        “Ich habe einfach die Vor- und Nachteile von beiden Klubs abgewogen und ich dachte, dass ich bei Barcelona eine bessere Chance hätte als bei Bayern München.Dort ist ein niederländischer Trainer und ihr Rechtsverteidiger (Nélson Semedo d. Red.) ist gerade gegangen, darum dachte ich, dass ich dort mehr Einsatzzeiten bekomme.”

        Das dann ausgerechnet Flicks Wunschspieler Sarr so ein Totalausfall ist, konnte niemand ahnen.

      13. @herrispezial:
        Ok, ich akzeptiere deine Meinung, teile sie aber nur in marginalen Bruchstücken.

        Aber wenn es dir gut tut, in Dauerschleife auf dem immer gleichen Thema herumzureiten, dann bitte.

      14. @wohlfarth: Wenn Hernandez denn ein einzelner Fehlgriff gewesen wäre, dann würde ich nicht so “darauf rumreiten”. Dieser Transfer hat Folgeprobleme geschaffen, weil eben Geld an anderer Stelle fehlte. Und leider erkenne ich nicht, dass daraus gelernt wurde. Im Sommer darauf war man drauf und dran, 100 Mios für Sané auszugeben. Da ist ein Muster zu erkennen, das nur deswegen eingetreten ist, weil dann ein Kreuzbandriss dazwischen kam. Und Lernen aus Fehlern wäre schon wichtig. Deswegen braucht es den Blick in die Vergangenheit und auch mal über den Tellerrand (wo man ja eben sehen kann, dass sauteure Spieler meist nicht die Verstärkung sind, die man sich erhofft).

      15. @Herrispezial:
        Der “sauteure” Sane ist unser drittbester Scorer, nach Lewandowski und Müller.
        Wieviel mehr Verstärkung soll er denn sein?

        Vielleicht hast du einfach eine überzogene Erwartungshaltung, die deinen Blick auf die Fakten eintrübt?

      16. @herrispezial:
        Für den einen ist das Glas immer halb voll. Dein Glas ist immer halb leer.
        Dafür das in den letzten Jahren alles falsch gemacht und nix dazugelernt wurde, haben wir doch verdammt viel gewonnen. Oder nicht?
        Denk doch mal ein wenig positiver.

      17. @wohlfarth: Da kann ich leider nicht aus meiner Haut. Solange Luft nach oben ist, muss man aus meiner Sicht auch versuchen, den Raum zu nutzen. Das hat mich im Leben – gemessen an meiner Herkunft – sehr weit gebracht (als erster in der Familie Abi gemacht, als erster studiert, als erster eine (bescheidene, kleine) Immobilie gekauft). Ich war nie schnell zufrieden mit dem, was ich erreicht habe, sondern habe mich immer gefragt, wo noch mehr geht/was ich noch besser machen/was ich aus dem Erlebten lernen kann. Und ich habe immer vorausschauend agiert und versucht, mich auf Herausforderungen vorzubereiten. Deswegen ist der FCB auch die logische Folge für mein Fandasein – dort gilt schließlich auch das Motto “Weiter, immer weiter”. Und deswegen war ich in edn Jahren mit Sammer auch sehr glücklich. Vereine mit einem geringen Anspruch würden gar nicht zu mir passen ;-) Wobei mir selbst klar ist, dass diese Haltung der “permanenten Unzufriedenheit” für andere stressig sein kann, allerdings war das für mich eben der Weg raus aus sehr einfachen Verhältnissen. Aber ich kann mich schon wie irre über einen Sieg, die Meisterschaft oder etc. freuen. So viel dann zur Küchenpsychologie, zurück zum Sport.

      18. Wenn dir das Motto “weiter, immer weiter” am FC Bayern gefällt und du persönlich versuchst immer vorausschauend zu agieren und dich auf Herausforderungen vorzubereiten, dann verstehe ich nicht wieso du immer auf der Vergangenheit rumreitest.
        Deinen Kommentaren nach würdest du heute noch im Hamburger Strafraum liegen und das 1-0 von Babarez beweinen und den Ausgleich durch Andersson hätte es nie gegeben.
        Eine Herausforderung wäre es Hernandez in die Mannschaft zu integrieren und zusammen mit Süle und Upamecano eine sattelfeste Abwehr für die nächsten Jahre zu formen. Mit jammern über ein hohes Preisschild hilft kein Tor zu verhindern.
        Packen wir es an.

      19. Naja, aus der Vergangenheit muss man schon lernen, ansonsten kann man die Zukunft nicht sinnvoll anpacken, weil man Gefahr läuft, seine Fehler zu wiederholen. Aber beim Anpacken bin ich schon auch gerne dabei. Ich habe ja auch immer wieder z.B. Vorschläge für Transfers gemacht, die aus meiner Sicht sinnvoll wären (zuletzt z.B. Rashica oder Depay) oder auch ein früheres Festzurren der Transfers als in den letzten 2 Sommern.

      20. Übrigens: Ich komme, ebenso wie meine Frau, auch aus bescheidenen Verhältnissen. Weder ich noch ein anderer meiner 4 Geschwister hat studiert oder Abi. Wir haben aber alle (gar nicht mal so bescheidene) Immobilien gebaut.
        Was sagt uns das jetzt?

      21. Das weiß ich leider nicht und ich weiß auch nicht, worauf Du hinauswillst. Ich wollte damit erklären, warum ich die Welt so sehe, wie ich sie sehe. Dass es andere Sichtweisen gibt, ist mir sehr wohl bekannt.

      22. @ Herrispezial, wohlfarth:
        ;-) (in memoriam Arik Brauer)

        Sie habn a Haus baut
        Sie habn a Haus baut
        Sie ham uns a Haus herbaut
        Gestern nachmittag hab ich beim Fenster aussegsehn
        Heute in der Früh habn’s mir den Himmel schon verstellt
        Sie habn a Haus baut
        Sie habn a Haus baut
        Sie ham uns a Haus herbaut

        Siehst den ganzen Tag a graue Mauer
        Kriegst a graues Herzel auf die Dauer
        Spieln die Bubn auf ein’ hartn Grund
        Kriegn’s bald harte Augn, an harten Mund

        Sie habn a Haus baut
        Sie habn a Haus baut
        Sie ham uns a Haus herbaut
        Gestern nachmittag hab ich beim Fenster aussegsehn
        Heute in der Früh habn’s mir den Himmel schon verstellt
        Sie habn a Haus baut
        Sie habn a Haus baut
        Sie ham uns a Haus herbaut

        Schloafst in ana Hehnarsteign
        Wirst a boid a Hendal sei
        Wohnst als wie a Schwefelhölzerl
        Kriagst a boid a Ascherlköpferl

        Sie habn a Haus baut
        Sie habn a Haus baut
        Sie ham uns a Haus herbaut
        Gestern nachmittag hab ich beim Fenster aussegsehn
        Heute in der Früh habn’s mir den Himmel schon verstellt
        Sie habn a Haus baut
        Sie habn a Haus baut
        Sie ham uns a Haus herbaut

        Hat des Zimmer laute glatte Eckn
        Wo soll sich denn der Dackel da versteckn
        Hat die Kuchl ganz a grade Mauer
        Wird die Butter hin, die Mülli sauer

        Sie habn a Haus baut
        Sie habn a Haus baut
        Sie ham uns a Haus herbaut

    2. Mal eine Frage an die Experten:
      Vor einigen Monaten gab es die Meldung von Sportbild, die Vereinsführung des FCB habe entschieden, Boatengs Vertrag nicht zu verlängern.
      Anschließend – Boateng weiß von nichts; die Vereinsführung von KHR bis Brazzo: wir werden uns zur gegebenen Zeit mit Boateng zusammensetzen.
      Anschließend hat man nichts mehr gehört.
      Und jetzt kommt Sportbild mit der Meldung – die Vereinsführung des FCB hat entschieden, Boatengs Vertrag nicht zu verlängern.

      Hat einer was von Boateng oder vom FCB dazu gehört?
      Gibt es was neues oder hat man nur eine alte Headline wieder aufgewärmt, weil man sonst nichts hatte – Löws Rücktrittsankündigung kam ja erst danach.

    3. Bei Dest muss man sich ja ziemlich auf die Medien verlassen, was immer eine heikle Sache ist. Jedoch zeichnen sich dabei ein paar Dinge ab:
      – Dest war viele Monate Thema. Dass die Personalie so heiß wurde, bestätigt auch das Interesse von Anfang an.
      – Dest wollte von Anfang an wechseln.
      – Brazzo war der Preis zu hoch, der aufgerufen wurde,
      – Schlussendlich hätte Bayern den Preis bezahlt, der Spieler wollte DANN jedoch lieber zu Koeman.
      – Anschließend kam der teure Notnagel Sarr

      Klingt für mich nach meiner Jugend, wo ein hübsches Mädchen zu haben war, ich jedoch aufgrund merkwürdiger Ansprüche auf Zeit spielte – und letztlich ein anderer zuschlug. Da konnte ich mir dann nur selbst die Schuld geben und mir schnell eine andere schnappen. Sarren gibts ;)

      1. @Ju: Ob es so in Wirklichkeit gelaufen ist, weiß man nicht. Dafür spricht, dass es wohl schon ein Bild vom ihm auf Instagram mit einer Ortsangabe gab, die nahelegt, dass er in der Nähe der Mannschaft in München bei einem Fotoshooting war (was dann aber schnell wieder gelöscht wurde). Aber mir ging es ja gar nicht um die konkrete Personalie Dest, sondern ich habe ihn ja hier als Beispiel für eine mögliche Qualitätskategorie von Spielern genannt (deswegen hatte ich ja auch “Dest/Baku” oder “wer auch immer” geschrieben – nur leider versteht das ein bestimmter User hier nicht oder absichtlich falsch, damit er wieder loslegen kann, aber der wird von mir schon eine Weile wieder ignoriert, weil er eben genau solche Spielchen hier immer wieder spielt).

        Wenn wir häufiger wieder in der mittleren Preiskategorie (grob 15-30 Mios) einkaufen würden und dafür auf die ganz teuren Transfers in der Kategorie 50 Mios+x (also Spitzenpreise) verzichten würden, dann müssten wir uns eben nicht mit den Sarrs dieser Welt behelfen müssen. Und das ergibt in Summe einen ausgewogeneren, breiteren Kader, der immer mal wieder mit Spitzenspielern (wie jetzt Upamecano) ergänzt werden kann. Interessanterweise haben wir ja für die meisten unserer guten/wichtigen Spieler (im internationalen Vergleich, zum jeweiligen Zeitpunkt betrachtet) in den vergangenen 10 Jahren nun gerade keine Spitzensummen bezahlt – aktuell muss man ja nur an Gnabry, Coman oder Kimmich sowie die ablösefreien Goretzka und Lewa denken. Je teurer unsere Transfers (gemessen an den zu der Zeit üblichen Summen in den letzten 10 Jahren) waren, desto eher sind sie ja schon nicht sonderlich geglückt: Martinez und Hummels gehören da eher in die Kategorie guter Kauf, aber mit Tolisso, Sanches und Götze gibt es eben genug Gegenbeispiele. Immerhin konnten wir einige dieser Spieler noch zu akzeptablen Preisen wieder verkaufen.

      2. herrispezial und 918 als Kaderplaner und Sportdirektor.
        Wir wären auf Jahre hinaus unschlagbar :-)

        Ein Buch von hinten zu lesen ist einfach.

        Aber wenigstens findest du jetzt mal ein wenig was positives an unserem Kader.

    4. @herrispezial: in deinem gestrigen Kommentar von 20:38 ist mMn ein Fehler. Es liest sich so, als ob man Sane für 100 Millionen gekauft hätte, obwohl man bei Hernandez schon Erfahrungen gemacht hätte, die zeigen, dass Spieler in dieser Größenordnung nicht automatisch funktionieren. Nur der Kreuzbandriss von Sane hätte verhindert, dass man diesen Fehler wiederholt.
      Das Problem ist, dass Hernandez im Sommer 2019 kam und Sane ohne seine Verletzung im gleichen Sommer gekommen wäre.
      Deiner Argumentation bzgl. fehlender Lernbereitschaft muss man hier also widersprechen bzw. sie zumindest vertagen. Corona spielt sicherlich eine große Rolle, dass Bayern seit Hernandez nicht mehr so viel investiert hat, aber evtl. war auch ein Lerneffekt dabei?
      Ich bringe noch eine andere Theorie ins Spiel: hätten wir Hernandez nicht geholt, wäre das Geld 2020 in Havertz investiert worden und der würde bei uns wohl auch nur mitlaufen und meistens auf der Bank sitzen und zwar solange, bis Müller aufhört. Da haben wir sogar bei Hernandez größere Chancen darauf, dass er bald Stammspieler wird.

      1. Ok, das ist dann vielleicht falsch zu verstehen gewesen. Natürlich haben wir Sané nicht für 100 Mios geholt, sondern ein Jahr später für 50. Und ja, Du hast Recht: die wären beide in einem Jahr gekommen.

        Deine These, dass wir Havertz geholt hätten, wenn wir nicht so viel Geld für Hernandez ausgegeben haben, spräche ja eher gegen die Vermutung, dass ein Lerneffekt da ist. Hernandez ist ja nur die bisher höchste Investition in einen neuen Spieler gewesen. Davor gab es ja auch schon einige Beispiele, dass die Spieler aus dem höher-/hochpreisigen Segment bei uns nicht unbedingt gut einschlagen. Die Quote liegt da grob bei fifty-fifty. Und ich spreche mich auch gar nicht komplett gegen solche Transfers aus. So finde ich den Transfer von Sané für 50 Mios oder auch Upamecano für 40 Mios zu uns richtig. Aber man sollte da dann schon ziemlich sicher sein, dass das funktioniert. Und das ist bei eher unbekannten Namen (wie eben Tolisso, Hernandez, Sanches) eher nicht der Fall – eben weil das keine “big shots” sind und sie zudem aus einer fremden Liga zu uns kommen. Da sind Upamecano (mit der Liga vertraut) und Sané (kannte die Liga auch schon, ist zudem Muttersprachler) etwas kleinere Risiken. Zudem sind das Preisbereiche, die wir noch relativ gut stemmen können, ohne dass uns dafür zuviel Spielraum für die anderen Transfers verloren geht. Ich bin eben sehr dafür, dass wir solche Transfers nur selten machen, uns dafür aber mehr um Spieler bemühen sollten, die im Segment 15-30 Mios liegen (wie z.B. Rashica).

      2. Wenn wir Hernandez nicht geholt hätten, hätte es ja gar keinen Lerneffekt geben können, weil wir uns ja dann ja noch nie an einem Transfer in der Größenordnung über 50 Millionen versucht hätten, oder?
        Mit deiner Grundidee, das Geld lieber auf mehrere Spieler zu verteilen kann ich prinzipiell auch was anfangen. Wir hatten allerdings Mitte der 2000er Jahre genau dieses “Problem”. Es gab einen Kader, der in allen Mannschaftsteilen gut besetzt war und zwar fast auf allen Positionen in doppelter Ausführung. Dafür fehlten (außer Ballack und Kahn) die ganz großen Namen und deshalb gab es z.B. unter Magath zwei extrem souveräne nationale Double-Gewinne, weil die Mannschaft zu gut für die Liga war und durch Rotation auch kein Verschleiß aufkam. Dafür war man im internationalen Vergleich einfach nicht konkurrenzfähig, weil die Top-Stars fehlten.
        Meiner Meinung nach ist RB Leipzig momentan genau auf diesem Niveau wie wir um 2005 herum. Man hat dort einen ausgeglichenen Kader mit guten Rotationsmöglichkeiten und kann somit sichergehen, dass man in der Liga die Mehrzahl der Spiele gewinnt, aber wenn es drauf ankommt, ist man gegen die großen Gegner eher chancenlos.
        Ein weiteres Problem sehe ich darin, dass es schwierig werden dürfte, die Spieler, die wirklich Weltklasse sind, zur Verlängerung zu bewegen, wenn sie wissen, dass man nicht bereit ist, auch mal ganz viel Geld zu investieren. Gerade Lewandowski hat immer wieder lauthals gefordert, dass man sich sowohl in der Spitze als auch in der Breite verstärken müsse. Ich weiß nicht, ob er im Sommer 2019 nicht froh war zu sehen, dass man auch mal 80 Millionen auf den Tisch legt, wenn man der Meinung ist, dass das den Kader auf ein neues Level hebt. Mit einer – mMn durchaus sinnvollen – 40 Millionen-Investition für Rashica und Dest wirst du bei einem Spieler wie Lewandowski dagegen keine Begeisterungsstürme hervorrufen.

      3. Ich glaube Havertz wäre unter Flick voll aufgegangen, da Flick mit seinem System offensiv Spieler bastelt. Daher – das hatte ich damals geschrieben – wäre ich bei ihm all-in gegangen.

        Die Situation jetzt ist, dass wir mit Upa nun in den letzten Jahren knapp 200 Mio. in Abwehrspieler investiert haben und aktuell rekordverdächtig viele Gegentore bekommen. Die CL haben wir – mit Ausnahme Boatengs – mit Spielern in der Abwehr gewonnen, die vorrangig auf anderen Positionen spielten oder vorgesehen waren.
        Daher sehe es kritisch, dass mit Upa nun weiter Geld in die Abwehr geschossen wird, wenn es eigentlich klar ist, dass Flick’s System aus meiner Sicht eher ein große Auswahl an variablen Mittelfeldspielern braucht. Hier hat man die letzten 2 Spielzeiten mit Leihgeschäften ziemlich ins Klo gelangt oder bestenfalls Lücken geschlossen. Wenn ich ins MF-Zentrum schaue, sehe ich aktuell nach Müller, Goretzka und Kimmich absolut niemanden. Musiala ist vielversprechend und eine Feel-Good Story, mehr aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Das wird irgendwann nach hinten losgehen. Gleichzeitig muss Boateng nun gehen und auf Süle (der bis zu seiner Verletzung verdienter IV war) baut man über die Medien Druck aus.

        Insofern bin ich hier bei Herri: die Prioritäten scheinen mir schlichtweg falsch gesetzt. Und ich werde den Verdacht nicht los, dass man bei Upa v.a. wegen der Ausstiegsklausel zugeschlagen hat und sich bequem hinter der Aussage versteckt hat “Alaba ist ja weg, wir haben super Ersatz gefunden”. Richtig gute Transferarbeit wäre es aus meiner Sicht, das Mittelfeld mit weiteren etablierten Spielern im 15 Mio. Bereich zu ergänzen (wie der Großteil der Starting 11 btw) oder dann hier den 50 Mio. Deal mit einem starken Spieler auszuhandeln (de Jong). Aber ich fürchte, dafür fehlt nun erstens das Geld und zweitens die Kreativität.

      4. @TurboBatzi: Bei Havertz bin ich nachwievor skeptisch, weil der außerhalb seiner Komfortzone Leverkusen bisher noch keinerlei Nachweis gebracht hat, dass er mal ein überragender Spieler werden könnte. Auch bei der Nationalelf war er bisher eher unscheinbar und bei Chelsea werden sie sich auch etwas mehr erhofft haben und beten geradezu, dass das alles nur Startschwierigkeiten sind.
        Bezüglich der Notwendigkeit, im Mittelfeld etwas zu tun, gebe ich dir Recht. Die Schwierigkeit liegt allerdings nicht nur im Geldbeutel, sondern eben auch in der Person Hansi Flick. Flick hat klare Vorstellungen von einem idealen Mittelfeld und das Trio Kimmich, Goretzka und Müller entspricht dieser Vorstellung ziemlich perfekt. Selbst Thiago hatte ja im Vorjahr durchaus seine Probleme, sich hier durchzusetzen und wer weiß, ob er in Portugal viel gespielt hätte, wenn Flick nicht wegen Pavards Verletzung gezwungen gewesen wäre, Kimmich nach hinten zu ziehen. Dass Flick eigentlich nur bei Verletzungen bereit ist, anderen Spielern mehr Einsatzzeiten zu geben, sieht man im Fall Hernandez ganz eindrucksvoll. Das Trio Alaba, Davies und Hernandez würde sich perfekt für eine regelmäßige Rotation eignen. Passiert die? Absolut nicht. Seit Davies wieder fit ist, spielt Hernandez kaum noch. Hätte man Alaba nicht ein paar Mal im Mittelfeld (in Leverkusen, bei der Klub-WM) gebraucht, wäre Hernandez in etwa auf der Minutenzahl von Choupo-Moting oder Roca. Man muss also durchaus davon ausgehen, dass es einem gestandenen Mittelfeldspieler (wie z.B. de Jong) bei uns ähnlich ergehen würde, egal wie viel er kosten würde. Um diese begrenzte Perspektive wissen viele Spieler, die in Frage kommen und das weiß auch der Vorstand. Ehe man hier viel Geld raushaut und dann wieder einen Spieler hat, der nur im Verletzungsfall regelmäßig zum Einsatz kommt, vertraut man eher darauf, dass man es mit billigeren Lösungen hinkriegt. Es ist nämlich auch nicht zu erwarten, dass man noch einmal einen teuren Spieler findet, der seine regelmäßige Nichtberücksichtigung so gut wegsteckt wie Hernandez. Das ist ein wirkliches Problem, denn selbst wenn wir einen Spieler finden sollten, der in unser Profil passt, dann müssen wir ihn erst einmal überzeugen. Es ist zu erwarten, dass solche Spieler auch anderswo gefragt sind und die Verantwortlichen fast aller anderen Vereine können sicherlich bessere Perspektiven in Sachen Einsatzzeiten aufzeigen.

      5. Sehr gute Punkte @willi und so hatte ich das noch nicht betrachtet.

        2 Anmerkungen. Reguläres Verletzungspech/Blessuren zwingen selbst Flick zu einem bestimmten Maß Rotation im Verlauf einer Saison und da hätte ein dritter 6/8er aus meiner Sicht durchaus Platz für ausreichend Spielzeit, oder? Selbst einer vom Kaliber de Jong.

        Zweite Frage: liegt es vielleicht daran, dass Flick in die bestehenden zweite Garde kein Vertrauen hat und könnte das Problem gelöst werden, indem Spieler geholt werden, die Flick auch regelmäßig einsetzen würde? Und liegt dann vielleicht doch ein Disconnect zwischen Trainer und TL vor? Dann hoffe ich ernsthaft, dass Upa zu den Spielern zählt, denen Flick zugestimmt hat, bzw. die er als Teil der Rotation ansieht. Denn wie du sagst ein zweites Hernandez wäre wirtschaftlich ziemlich kritisch.

      6. @Turbo Batzi:
        Natürlich würde ein weiterer Mittelfeldspieler aufgrund von Verletzungen und Sperren und gelegentlicher Schonung der Stammspieler Spielzeit bekommen. Es ist halt die Kernfrage, welches Niveau du bekommen wirst, wenn klar ist, dass du als Neuzugang nur im Verletzungsfall spielst bzw. nur in den Spielen, in denen es gegen schwächere Gegner geht. Egal ob es ein Spieler aus einem schwächeren Verein ist oder ein Spieler, der bereits CL-Erfahrung hat, wird dieser Spieler insgeheim auch deswegen zu Bayern wechseln, damit er auch in den großen Spielen mal ran darf. Bei Flick würde ich die Chance auf einen Startplatz in einem Spiel gegen namhafte Gegner für einen Mittelfeldneuzugang derzeit bei 0% sehen, falls Kimmich, Goretzka und Müller fit sind. Unter dieser Prämisse nach München zu wechseln ist da für viele eben nicht das erstrebenswerteste Ziel. Vor Jahren sah das noch anders aus. Spieler wie Torsten Fink waren zufrieden, wenn sie in der Liga durchs Mittelfeld ackern durften und in der CL dann meist auf der Bank saßen. Das lag aber auch daran, dass sie als Ergänzungsspieler bei Bayern ein Vielfaches von dem verdienten was sie als Stammspieler in Karlsruhe bekamen. Das sieht im Jahr 2021 ganz anders aus. Ich denke, dass sich z.B. Rudy oder Rode finanziell nicht so verschlechtert haben, als sie nach Schalke oder zum BVB wechselten. Es gibt einfach mittlerweile sehr viele Vereine, die in der Lage sind, die Gehälter, die Bayern für seine Ergänzungsspieler zahlt, auch zu zahlen, zumal ein Ergängzungsspieler von Bayern sehr oft als Stareinkauf gilt, wenn er zu einem anderen Bundesligisten wechselt. Somit ist es nicht verwunderlich, wenn Spieler es vorziehen, “eine Etage tiefer” lieber regelmäßig zu spielen, als bei Bayern darauf zu warten, dass sich die gesetzten Konkurrenten verletzen oder der Trainer ihnen eins von gefühlt 8 Spielen pro Monat “ersparen” will. Das wäre mir als einigermaßen ambitioniertem Spieler dann ehrlich gesagt auch zu wenig.
        Ich denke, man sollte hier vielleicht sogar im Bereich der Ü30-Fraktion seine Bemühungen erweitern. Vielleicht kann man da noch jemanden finden, der für 1-2 Jahre den Back-Up macht und sich seinen Karriereabend mit ein paar Titeln und ein paar Euro versüßen lässt. Hier ist die Frage dann natürlich wieder, ob ein Spieler im Herbst seiner Karriere noch den laufintensiven Spielstil von Flick so durchziehen kann, wie es sich unser Trainer wünscht.
        Dass es da zwischen Trainer und Sportvorstand öfter kracht, ist kein Wunder. Flick hat bisher nur bei einem Spieler, der das System noch nicht verinnerlicht hat, Geduld bewiesen und das ist bei Sane. Der darf regelmäßig ran, obwohl er in sehr vielen Spielen eklatante Schwächen gezeigt hat. Da er aber scheinbar bei ihm seinen Segen für einen Transfer gegeben hat, sieht er sich hier wohl auch eher in der Pflicht, etwas dafür zu tun, dass Sane einschlägt. Ein Scheitern von Sane würde nämlich auch negativ auf Flick zurückfallen. Bei Hernandez oder Roca ist er fein raus, weil das nicht “seine” Spieler waren. Von daher wäre es tatsächlich unabdingbar, wenn nur noch Spieler geholt werden, die der Trainer bewusst abgesegnet hat. Bleibt die Frage, ob wir uns in eine solche Abhängigkeit begeben wollen und Flick Dinge zugestehen, die wir Trainern wie Ancelotti und auch Pep nicht immer zugestanden haben.

  2. @Marco05:
    Was dabei womöglich außer Acht gelassen wird, ist das absolut hohe Standing innerhalb der Mannschaft, die jahrelange Erfahrung auf Top-Niveau (beim FC Bayern) und die Führungsqualitäten von Boateng und Alaba. Gerade in der Defensive ist das doch enorm wichtig, zumindest empfinde ich das so.

    In einer Transferperiode beide gleichzeitig zu verlieren, könnte durchaus zu Problemen führen (Kommunikation auf und abseits des Platzes, Hierarchie etc.).
    Eventuell kann Süle dann diese Rolle einnehmen, aber ganz sicher kann man sich da wohl nicht sein.
    Von Hernandez, Upamecano und Nianzou kann man das zumindest in der kommenden Saison meiner Meinung nach (noch) nicht erwarten.

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Es ist ja gerade ein Plus gegenüber Mannschaften wie Dortmund, dass wir solche Spieler haben.
      Spieler die nach einem 0:2 Rückstand gegen den BVB nicht in Panik geraten, sondern dann erst richtig anfangen.

    2. Zu Boatengs Standing: Ich finde es ja löblich, dass hier Sportliches und Privates getrennt wird, auch gilt die Unschuldsvermutung. Aber Fakt ist eben auch, dass Verfahren gegen ihn laufen, nicht das erste Mal, und dass er von außen betrachtet in einigen Belangen schon ein etwas fragwürdiger Charakter (in Beziehungen) zu sein scheint. Vielleicht spielt das ja auch eine Rolle, wenn die “Vereinsführung” zögert? ich finde es erstaunlich (und im Prinzip erfreulich), dass das in der Presse so zurückhaltend behandelt wird, würde aber gerne wissen, welche Gespräche dazu intern geführt werden. Leistungsförderlich ist das ja nicht gerade, wenn man sich mit solchen Anschuldigungen und Verfahren konfrontiert sieht.

  3. Das habe ich absichtlich außen vorgelassen weil das ein Totschlagargument gegen jedwedes Ausscheiden ist, nächstes Jahr hat er noch mehr Erfahrung und in 5 Jahren noch mehr. Das Standing in der Mannschaft hilft auch nicht, wenn man so “Böcke” schießt wie gegen den BVB zum Beispiel.

    Ich verstehe worauf ihr hinauswollt, aber sagt mir bitte warum es dann besser sein soll, wenn er nächstes Jahr geht? Hernandez und Süle sind ebenfalls gestandene und erfahrene IVs. Das Standing von Hernandez scheint gemessen an dem Statement von Müller auch nicht soo schlecht zu sein.

    Aber wie auch immer, er wird irgendwann gehen müssen und in 1-2 Jahren wäre eure Argumentation die selbe es sei denn dass die Leistung dann in einem ganz krassen Missverhältnis steht. Ich sehe es eher aus der Perspektive “aufhören wenns am schönsten ist”. Die Leistung wird vermutlich nicht mehr deutlich ansteigen und Verletzungen sind auch immer möglich. Bevor es ein mehr oder weniger unrühmlicher Abschied wird dann lieber jetzt.

  4. Gestern habe ich (natürlich aus purem Eigennutz) tatsächlich RBL die Daumen gedrückt. Leider ohne Erfolg. Vielleicht sollte ich das jetzt dauerhaft tun und deren Niederlagen jinxen ;-)
    Jetzt sind deren Chancen auf ein mögliches Double gar nicht mal so schlecht :( Hoffentlich kann die Eintracht bei den Dosen punkten bzw. am besten gewinnen, woran ich aber nicht glaube.
    Und im (wahrscheinlichen) Pokal-Finale BVB-RBL werden die Nagelsmänner im besten Fall vom Norweger eingedost…

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. RB ist vom Niveau her wohl ungefähr irgendwo zwischen Position 15 und 20 der europäischen Rangliste anzusiedeln. An einem guten Tag können sie die wirklichen Topteams ärgern, im Normalfall eher nicht. Das Problem für uns ist, dass sie gegen Teams, die schwächer einzuschätzen sind, dieses Jahr ziemlich konstant gewinnen. An den letzten 10 Spieltagen dieser Saison spielen sie noch gegen uns und in Dortmund und haben sonst kein wirkliches Schwergewicht mehr vor der Brust. Man muss also fast davon ausgehen, dass sie noch ca. 24 Punkte holen werden. Das würde bedeuten, dass wir in diesem Fall ca. 22 Punkte für die Meisterschaft bräuchten. In der Hinrunde holten wir gegen die noch auf uns wartenden Gegner 21 Punkte und hatten dabei kein einziges wirklich souveränes Spiel dabei. Angesichts des terminlich echt mörderischen Programms, dass ab Samstag auf uns wartet, wäre es eher überraschend, wenn wir diese Aufgaben in den nächsten Wochen deutlich souveräner lösen könnten. Es wird spannend. Meine Prognose: Gewinnen wir die nächsten 3 Ligaspiele in Bremen, gegen Stuttgart und in Leipzig, dann holen wir den Titel. Gelingt uns das nicht, wird Leipzig Meister. Der Pokal geht nach Dortmund, weil der BVB besser ist als RB aber im Gegensatz zu ihnen die Leistung nicht konstant abruft.

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