Nürnberg zu Gast – Schritt für Schritt zum perfekten Spiel

Während einige viele Journalisten vom Derby gesprochen haben, waren wir einfach zur Partie gegen den Club aus Nürnberg in der Allianz Arena und sahen den nächsten Schritt und Sieg zum perfekten Spiel. Oder so. Zumindest aber war eine weitere Entwicklung zu bemerken.

Nürnberg war in allen Phasen der Begegnung am Hinterherlaufen. Unglaublich viele Pässe und 90% Genauigkeit, dazu Zweikampfstärke und gutes Pressing machten deutlich, dass unser FC Bayern der Herr im Haus war und bleiben wollte. Dennoch erlebten wir ein Geduldsspiel, weil die Effektivität vor dem Tor fehlte und auch der schwach geschossene Elfmeter von David Alaba gehalten wurde. Ohne Treffer in die Halbzeitpause, aber danach schalteten die Jungs einen Gang höher. In der 69. Minute traf der überragende Franck Ribéry zur Führung und knapp 10 Minuten später (78.) tanzte Arjen Robben alle Verteidiger aus und machte den 2:0 Endstand perfekt. Drei Spiele, drei Siege und erst ein Gegentor kassiert. Um der Negativpresse und dem verbissenen Suchen nach Fehlern bei Pep Guardiola entgegenzuwirken, können wir sehr zufrieden feststellen: Unserem neuen Trainer ist der Einstieg in die Bundesliga geglückt.

Es war mitunter schwierig die Spielformationen aus unserer tiefen Position in der Nordkurve zu verfolgen. Die Möglichkeit je eine Halbzeit Offensive und Defensive sehr gezielt zu beobachten, möchte ich dennoch nicht missen. Außerdem: Fußball ist Stehplatz. Kommen wir aber zum Geschehen auf dem Platz. Die sehr tiefe Position von Bastian Schweinsteiger, also seine Rolle zwischen den Innenverteidigern, funktioniert meiner Meinung nach inzwischen wirklich merklich besser als noch gegen Gladbach. In der Abstimmung passieren weniger Fehler. Gegen defensive Nürnberger hatte die Dreierkette (Dante, Schweinsteiger, Boateng oder Alaba/Lahm, Dante, Boateng) vieles im Griff. Weiter vorn funktioniert das Gegenpressing inzwischen gut, wodurch im Rücken natürlich weniger Gefahr entsteht. Die Kollegen von Spielverlagerung haben dazu einen ausführlichen Artikel geschrieben und alle Formationen erklärt. Mit der Infografik ergeben nun auch einige wundersame Stadionbeobachtungen mehr Sinn.

Das System schwankte also je nach Situation zwischen 4-3-3, 3-4-3 mit Raute und 3-3-4. Das 4-3-3 gab es nur in den wenigen Momenten zu sehen, in denen sich bei Nürnberg beide Flügelspieler einschalteten und Lahm und Alaba beide zurück in die Abwehrkette rückten.

Das 3-4-3 mit Raute im Mittelfeld ergab sich dann, wenn Alaba, Dante und Boateng die Abwehrkette bildeten, Schweinsteiger agierte hier hinter den Achtern Lahm und Thiago, während Götze die Spitze der Raute darstellte.

Thiago und Götze in der Startelf und später auf den Halbpositionen war gewissermaßen meine Traumaufstellung, obwohl ich nicht erwartet hätte, dass Götzes Fitness aktuell schon für 68. Minuten reicht. Im Offensivspiel ist der 21jährige Neuzugang aus Dortmund eine Augenweide. Seine Bewegungen mit dem Ball, das enge Führen am Fuß und seine geschickten – beinahe vorausschauenden – Körperdrehung gegen den Gegner waren schon am Samstagnachmittag ein Ausblick auf die Zukunft. Herrlich! In der Defensivbewegung glänzten die Beiden dafür weniger. Es wurde brenzlig, wenn sie nicht schnell genug nach hinten arbeiteten und die Defensivleute unterstützten. Hier müssen sie in Zukunft noch besser werden. Alaba und auch Schweinsteiger konnten das mit Sprints und kraftaufwändigen Läufen ausgleichen. Leider verletzte sich Thiago kurz nach der Halbzeit und musste heute Vormittag am Syndesmoseband operiert werden. Fünf bis sechs Wochen an Krücken und Aufbautraining danach. Der junge Spanier wird uns bis November fehlen. Heute Vormittag gab es einige Kommentare auf Twitter wieso Guardiola ihn nach der Verletzung noch so lange auf dem Platz gelassen hat. An seiner Spielweise merkte man keine Verletzung und wir wunderten uns wieso zuerst Thiago und nicht Götze vom Platz ging.

Zur »Stimmung« in der Allianz Arena sei folgendes gesagt: Die Blöcke 112/13 wirkten voller als beim ersten Heimspiel, aber vielleicht hat das angebliche »Derby« die Dauerkarteninhaber angezogen, die sonst eben nicht kommen. Dennoch waren Lücken in der Südkurve und die Nord konnte weder Stimmungsmotor noch Supportkraft für die Mannschaft sein. Stellenweise gab es Anfeuerungsversuche einzelner Gruppen, aber sie verblassten schnell und waren kaum zu hören. Ohne gezielte Koordination funktioniert der Support eben nicht. Falls man vor dem Fernseher einen besseren Eindruck hatte dann liegt das wohl daran, dass die mitgereisten Clubfans ebenfalls sehr still waren. Besonders schön ist aber die neue Position für den Stand des Club Nr. 12. Er ist recht zentral im südlichen Außenbereich der Allianz Arena zu finden und freut sich sicher über den ein oder anderen Besucher.

Bereits am Dienstagabend geht es in Freiburg gegen die Streich-Truppe weiter und am Freitag gibt es gegen Chelsea in Prag hoffentlich die Revanche für einen Tag im Mai vor einem Jahr. War da was? Egal.

FC Bayern München – 1. FC Nürnberg 2:0 (0:0)
FC BayernNeuer – Lahm, Boateng, Dante, Alaba – Robben, Götze (68. Kroos), Thiago (62. Müller), Ribéry (80. Shaqiri) – Mandzukic
BankStarke, Rafinha, Van Buyten, Pizarro
NürnbergSchäfer – Chandler, Nilsson (35. Dabanli), Pogatetz, Pinola – Stark, Balitsch – Drmic, Feulner (72. Frantz), Plattenhardt (75. Kiyotake) – Ginczek
Tore1:0 Ribéry (69.), 2:0 Robben (78.)
KartenGelb: Mandzukic, Lahm, Ribéry / Ginczek
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