MSR141 König Fußball?

Justin Trenner 24.04.2020

Unter der Woche veröffentlichten wir einen Artikel, der die wirtschaftliche Situation des Fußballs beleuchtet. In einer weiterführenden Diskussion besprechen wir im Podcast diese Woche die Rolle des Fußballs in der Coronazeit und vielleicht auch generell.

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— Oliver Kahn

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  1. Vielen Dank für diesen Podcast.
    Es war sehr spannend und aufschlussreich.
    Nachdem hören bin ich mit euch konform: Anfang/Mitte ist einfach zu früh für die Fortsetzung der Saison. Vielleicht Juni…

  2. Die moralische Komponente der Diskussion finde ich sehr deutsch. Ich arbeite in der Hotelbranche und mir geht der Arsch auf Grundeis. Trotzdem freue ich mich für jeden Unternehmer, der irgendeine Lösung findet, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Wenn die Bundesliga es auf die Reihe kriegt alle Probleme schlüssig in den Griff zu kriegen (100% prozentig ist nicht möglich, aber sagen wir zu 90%), dann ziehe ich nur den Hut. Im Zweifel gilt für mich leben und leben lassen, was aber natürlich kein Freifahrtschein für unverantwortliches Handeln sein soll.

  3. Noch ein Nachtrag zur Pandemie: die Politik scheint den Weg gehen zu wollen mit mittelstarken Restriktionen wirtschaften zwar zu ermöglichen aber immer unter dem Vorbehalt keine rasche Ausbreitung zuzulassen. Die andere Möglichkeit zu versuchen durch längere sehr radikale Restriktionen die Ausbreitung extrem einzudämmen um dann früher mehr Normalität zu ermöglichen wurde scheinbar verworfen. Das bedeutet wir werden uns wohl für mindestens ein Jahr mit dem Virus arrangieren müssen (bis es einen Impfstoff gibt). Kein Unternehmen überlebt aber ein Jahr ohne Einnahmen. Das heisst alle Unternehmen müssen jetzt genau das tun, was die Bundesliga macht: Lösungen finden im Bereich des Möglichen. Justins Position sich für längere Zeit rein auf Systemrelevantes zu beschränken ist vielleicht gar nicht falsch nur ist das eine sehr grundlegende politische Entscheidung, die so nicht gefällt wurde.
    Den Vorwurf, dass Rumennigge und Watzke die Leute für dumm verkaufen wollen habe ich übrigens auch nicht. Der wirtschaftliche Aspekt stand für mich bei allen Beteiligten klar im Vordergrund der ganzen Diskussion. Worum es darüberhinaus moralisch verwerflich sein soll, darauf hinzuweisen, dass der Fussball für manche Menschen eine willkommene Abwechslung sein kann, erschliesst sich mir nicht.

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Die spannende Frage ist doch, wie lange man so weitermachen kann/will, wenn es keinen Impfstoff gibt?

    2. Bin da 100% Deiner Meinung.

    3. @cj
      Ich teile deine Ansicht, sowohl des ersten als auch des zweiten Kommentars.
      Es ist auch nicht einfach zu definieren, welche Branchen und deren Unterkategorien den tatsächlich Systemrelevant sind.
      Sicher gibt es keine zwei Meinungen über die Systemrelevanz der Lebenmittelindustrie. Aber ist die Herstellung von Kaviar oder ganz banal von Chips so wichtig, dass ein zusätzliches Risiko (das nie bei null sein kann!) dafür inkauf genommen werden kann?
      Diese Diskussion wäre dann tatsächlich sehr deutsch und die grundsätzliche Entscheidung Branchen im allgemeinen wieder zu zulassen, wenn die definierten Sicherheitsbedingungen erfüllt werden, ist daher meiner Meinung nach richtig.
      Zum Podcast im speziellen: Hat mir sehr gut gefallen, da die beiden Positionen sehr klar geworden sind und beide (!) durchaus ihre Berechtigung haben.

  4. Tests

    Laut RKI belaufen sich in KW16
    die Kapazitäten auf ca 800.000
    Getestet wurden aber nur ca 320.000

    Dh 480.000 Leute hätte man in KW16 testen können die nicht getestet wurden.
    Warum? Sicherlich weil man nicht an einen Test kommt.

    Auf jeden Fall ist das populistische Argument das der Fußball den Leuten Tests wegnimmt faktisch falsch.

    Und nach diversen Aussagen sollen die Kapazitäten auf über 2 Mio pro Woche ausgebaut werden.

    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/2020-04-22-de.pdf?__blob=publicationFile

    Antwortsymbol20 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. “Dh 480.000 Leute hätte man in KW16 testen können die nicht getestet wurden.
      Warum? Sicherlich weil man nicht an einen Test kommt.”

      Vielleicht weil jeder Test Geld kostet, das keiner bereit ist zu zahlen? Außer dem Profi-Fußball.

    2. Dass du besonders gern anderweitige Meinungen diskreditierst ist etwas schade. Trotzdem antworte ich mal darauf: Nein, es ist nicht populistisch. Du kannst ja gern mal versuchen, dich vorsorglich für deinen Beruf testen zu lassen. Bin gespannt, ob das funktioniert. Zumal die Zahlen in einem Gegensatz zu dem stehen, was pro Woche tatsächlich bearbeitet werden kann. Du kannst auch 2 Mio Tests haben. Wenn aber nur 1/4 davon bearbeitet werden kann, weil die Kapazitäten nicht reichen, bringen sie dir nicht so viel. Und da muss man zwingend die Frage stellen, ob es so entscheidend und wichtig ist, dass Profifußballer regelmäßig getestet werden.

      1. Das nicht mehr getestet wurde lag einzig und alleine an den Vorgaben des RKI an die sich die Gesundheitsämter und Labore gehalten haben.
        Diese Vorgabe hat das RKI jetzt geändert .
        Damit ist jetzt hoffentlich sichergestellt das alle die einen Test aufgrund von Symptomatik bzw. Verdacht wollen/brauchen auch einen Test bekommen.

        https://www.focus.de/gesundheit/testkapazitaeten-sind-jetzt-da-rki-vizepraesident-verkuendet-wichtige-aenderung-bei-empfehlung-zu-corona-tests_id_11918776.html

        Da gab es ein großes Defizit und wir stimmen überein das es absolut ungerechtfertigt wenn nicht sogar fahrlässig war das man eben bisher nicht genug getestet hat.

        Wenn Du Dir aber die RKI Statistik ansiehst dann wurden ja schon in den Wochen davor viel mehr Test durchgeführt
        KW 12 350.000
        KW 13 360.000
        KW 14. 410.000
        KW 15. 380.000

        Das es jetzt soviel weniger sind kann mMn nicht an Engpässen liegen sondern daran das einfach sehr viel weniger Leute einen Test brauchten, nach Ansicht derjenigen die nach RKI Vorgaben darüber entscheiden.

        Will sagen das es eben nicht an Kapazitätsengpässen liegt und deshalb nimmt der Fußball auch niemanden einen Test weg.

        Darüberhinaus kann sich jeder auf eigene Kosten ( Euro 150) bei einer der über 800 Privatlabors testen lassen die ja auch nicht ausgelastet sind. Also bevor ich mit hohem Fieber auf das Gesundheitsamt warte würde ich immer die 150 Euro ausgeben.

        Im übrigen teile ich Deine Besorgnis generell das man sehr vorsichtig lockern sollte um einen erneuten lockdown zu vermeiden.

        Kann aber deine Bedenken was die Geisterspiele angeht nicht teilen- siehe Kommentar unten.

      2. P.s. beabsichtige nicht andere Meinungen zu diskreditieren sondern setze mich gerne sachlich auseinander. Und vorzugsweise auf faktischer Grundlage bei ernsten Themen wie diesen.
        Bei Deinen Kommentaren was Spielphilosophie Analyse Taktik Spieler etc angeht stimmen wir grösstenteils überein.
        Aber was Deine Auffassungen zu den Bereichen Ultras Qatar Hopp und jetzt Geisterspiele angeht eben überwiegend nicht.
        Ist ja auch nicht tragisch oder?
        Evtl kommt meine ‚Kritik‘ manchmal als diskreditierend rüber was nicht beabsichtigt ist.
        So wie ihr beide den Podcast gemacht habe ist es mMn klasse auch wenn man unterschiedliche Auffassungen hat.

      3. Alles gut. Ich bin empfindlich, wenn jemand schnell den Populismusvorwurf macht, weil eine andere Sichtweise vorhanden ist. Grundsätzlich kann ich eure ja nachvollziehen, aber ich tendiere eben eher zu der Meinung, dass das alles jetzt viel zu früh kommt.

      4. Dass nicht so viel getestet wurde/wird, liegt auch daran, dass die Arztpraxen weniger Geld erstattet bekommen als sie Kosten haben. Da kann das RKI so viel Änderungen in den Vorgaben für Tests machen wie sie möchten. Aber wenn meine Frau berichtet, dass sie in ihrer Praxis von der Krankenkasse weniger Geld zurückbekommen als der Test und das ganze Schutzmaterial kostet (Personalkosten sind da noch nicht mal berücksichtigt) und zudem Schutzausrüstung immer noch Mangelware ist, dann wundert es mich nicht, dass wir weniger testen als wir könnten.

      5. @Herri

        Und was hat das mit dem Fußball zu tun?
        Im Raum steht die Behauptung der Fußball nimmt anderen Tests weg.
        Diese Behauptung ist schlichtweg falsch.
        Dein Beispiel zeigt das es nicht um Kapazitäten geht sondern um die Bezahlung.
        Das ist ein Problem der Politik bzw Gesundheitsministerium und kKrankenkassen und nicht des Fußballs.

        Nochmal der Fußball zahlt für seine Tests selbst.
        Wahrscheinlich hat man sogar eigene Geräte.
        Du und ich können morgen einen Test bei einem Privatlabor machen für 150 Euro wenn Du selbst zahlst- ohne Überweisung oder Krankenkasse oder Gesundheitsamt.

        Habe bisher 3 Test gemacht- Resultate in 4 Stunden- selbst bezahlt— ohne Hausarzt, Gesundheitsamt, Krankenkasse. Und ich habe niemandem einen Test weggenommen denn das Privatlabor kann pro Tag 70% mehr Tests machen aber wird noch nicht einmal vom Gesundheitsamt eingebunden.
        Das ist es mir wert.

      6. Das hat ganz klar mit der Zahl der verfügbaren Tests zu tun. Wenn die Arztpraxen da nicht so sehr aufs Geld schauen müssten (denn jeder Test bedeutet finanziellen Verlust, da man selbst draufzahlt), dann würden sie sehr wahrscheinlich mehr Tests durchführen – und dann ist die Frage, ob es noch freie Testkapazitäten für den Fussball gibt. Davon abgesehen, würden mir (gerade mit einer Frau im Haus, die jeden Tag mit zahlreichen erkrankten Personen Kontakt hat, aber keine FF2-Masken in ausreichender Zahl bekommt und die sich mit ihrem Gehalt keine intensive Testung aus dem eigenen Einkommen bezahlen kann) zahlreiche andere Berufsgruppen einfallen, die ein Vorrecht auf Tests haben sollten.

      7. Hat wenig Sinn zu diskutieren wenn man Fakten nicht akzeptieren will.
        Die TestKapazitäten sind vorhanden das sagt inzwischen jeder-steht in amtlichen und privaten Statistiken!
        Es ist inzwischen wohl auch klar das es andere Probleme sind nämlich organisatorischer oder finanzieller Natur, aber eben nicht Knappheit.
        Also kann der Fußball Tests die er selbst bezahlt und selbst oder bei nicht ausgelastetem Privatlabors durchführt niemandem wegnehmen.
        Verstehe nicht was die Probleme die Deine Frau hat mit dem Fußball zu tun haben.
        Was hat der Fußball mit mangelnder Schutzkleidung bei niedergelassenen Ärzten bzw Erstattung von Kosten zu tun.
        Diese Probleme sind an das Gesundheitsministerium zu adressieren aber doch nicht an den Fußball.

      8. Fakt ist: Wir könnten mehr testen bei Leuten, die es dringend brauchen. Dazu zählt Personal, das in “wichtigen” Berufen arbeitet. Und dort sollten die freien Kapazitäten zuerst eingesetzt werden. M.E. sind Personen in wichtigen Berufen eben NICHT Profifussballer, sondern Personal im Gesundheitswesen, im ÖPNV, im Supermarkt etc. Also überall dort, wo Leute arbeiten, die für das Funktionieren unseres Alltags zuständig sind und die sich der Gefahr einer Infektion aussetzen (müssen) und auch eine erhöhte Gefahr der Weiterverbreitung besitzen. Wenn diese Gruppen, die für unseren Alltag weitaus wichtiger sind als Fussballer, und auch alle Personen mit Erkrankungssymptomen hinreichend getestet werden können und noch Kapazitäten frei sind, dann können wir gerne darüber sprechen, ob der Fussball auch Tests zum Zwecke von Geisterspielen machen darf. Aber zuvor sollte sichergestellt sein, dass nicht die Leute Vorrang bekommen, die es sich eben leisten können – nur weil noch Kapazitäten da sind.

      9. Ja und?
        Da stimmen wir überein das man das machen MUSS.
        Der Punkt ist das man es von den Kapazitäten her könnte und offensichtlich aus Gründen die das Gesundheitsministerium und RKI zu verantworten hatte nicht gemacht hatte.

        Das hat aber mit Fußball nichts zu tun.

        Es gibt heute schon 500.000 ungenutzte Tests pro Woche und dann spielen 20.000 Tests die dr Profifußball selbst bezahlt und selbst bei Privatlabors durchführt keine Rolle.

        Der Fußball nimmt niemandem irgend etwas weg und wenn man es 100 mal wiederholt wird die Behauptung nicht richtiger.

      10. Aktuell nimmt er niemanden etwas weg, weil eben (auch aus Kostengründen) nicht breit genug getestet wird. Da gehe ich mit. Aber aus meiner Sicht sollten wir erstmal dafür sorgen, dass alle, die Vorrang vor prophylaktischen Tests an Profifussballern haben sollten, auch getestet werden. Da ignoriere ich auch keine Fakten, sondern setze eben andere Prioritäten als Du.

      11. Ok
        Und weil es das Gesundheitsministerium bzw RKI bzw Landesgesundheitsministerien bisher versäumt haben muss der Profifußball büßen der nun überhaupt nichts mit diesen Entscheidungen bzw Prioritätssetzungen zu tun hatte und dessen Tests auch die jetzt vom RKI bzw Gesundheitsminesterien neuen Prioritätssetzzngen verbundenen zusätzlichen Massentests nicht behindert oder einschränkt?

        Verstehe einfach nicht was die legitime Forderung die überfälligen massentests von ärztlichem Personal Alters und Pflegepersonal und allen die möglicherweise SARS Infizierten zu gewährleisten mit dem Fußball zu tun haben.

      12. Die logische Konsequenz wäre: Fehler bei der Bezahlung der Tests beheben und alle testen, bei denen es sinnvoll erscheint. Wenn dann noch Kapazitäten für weniger sinnvolle Tests da sind, darf der Profifussball die meinetwegen nutzen. Aber was, wenn wir die Tests nun sukzessive auf mehr Personen ausweiten würden und dann im Juni feststellen, dass für den Fussball nichts mehr üblich bleibt? First things first. Alles andere würde ja insinuieren, dass man sich nicht genügend Mühe gäbe, um alle “wichtigeren” Berufsgruppen als Profifussballer zu testen.

      13. Kurze Antwort: dann geht es nicht!

        Aber das ist nicht plausibel.
        Mitte Mai sind die Kapazitäten ohne Privatlabors ca 2 Mio pro Woche.

        Wie gesagt schon jetzt werden Hunderttausende Kapazitäten nicht genutzt.

        Es ist nicht entweder oder sondern sowohl als auch!!!

        Du versuchst immer noch das Argument des Kapazitätsengpass!! Egal ist inzwischen auf jeder Ebene wiederlegt.

        Grade kommt dies:

        Entgegen der bisherigen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) will Baden-Württemberg künftig auch Menschen auf das Coronavirus testen, die keine entsprechenden Symptome haben. Untersucht werden sollen nun “auch Menschen ohne Symptome, die aber in engem Kontakt zu Infizierten stehen oder zuletzt gestanden sind”, erklärte Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Sonntag. “Einen deutlichen Schwerpunkt der Testungen setzen wir auf Personen, die in Krankenhäusern oder der stationären Pflege arbeiten.”
        “Eine deutliche Ausweitung der Corona-Tests” sei eine “sehr wirksame Methode”, um die Pandemie unter Kontrolle zu halten, erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. “Deshalb haben wir uns entschieden, künftig noch mal deutlich mehr Bürgerinnen und Bürger als bisher auf das neuartige Virus testen zu lassen.”
        Die Landesregierung sprach von einer “bundesweit einmaligen Strategie”. Sie ignoriert damit allerdings die Fachmeinung des RKI: “Tests bei asymptomatischen Personen werden nicht empfohlen”, heißt es dort.
        Die Laborkosten für Tests bei Menschen ohne Symptome werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. In Baden-Württemberg wird den Angaben zufolge das Land dafür aufkommen, “bis der Bund die Finanzierung geregelt hat”.

      14. Das Argument mit dem Kapazitätsengpass gilt weiterhin, bis mir jemand glaubhaft machen kann, dass wir diesen nicht bekommen werden. Woher nimmst Du die Zahl von 2 Mios zu Mitte Mai? Erst wenn dieser Engpass mit Sicherheit nicht eintreten wird, obwohl alle Länder sich wie BaWü verhalten, können wir gerne Tests auch an Profifussballern machen.

      15. Kannst Du ja so sehen ist aber kein valides Argument da vielerseits wiederlegt.

        Dazu kommt wir haben Stand Ende KW16 ( jetzt sind wir Ende KW17) insgesamt 2,1 Mio Tests gemacht dabei sind 156.000 positiv getestet.

        In KW16 war die Testkapazität 800.000 (der 160 akkreditierten Labors) und es sind nur 320.000 getestet worden mit 13.000 positiven.
        Die Woche davor waren es 730.000 Testkapazität mit 380.000 Tests.

        Die Kapazitäten werden nach Aussagen diverser Leute ( auch Lauterbach der wie Du gegen Geisterspiele ist aber nicht wegen der Kapazitäten) Mitte Mai 2 Mo sein.
        Und das ohne die vielen Privatlabors die auch noch große Kapazitäten haben.

        Im gesamten sensiblen Bereich des Gesundheitswesen hätten also schon letzte Woche ohne Fußball 480.000 Personen getestet werden können. Letzte Woche wohl die gleiche Anzahl usw

        Wieviel Leute willst Du testen und welche Leute bleiben bei 20.000 Tests die insgesamt benötigt werden für Beendigung des Profifußballsspielbetriebs auf der Strecke.

        Diese Argumentation ist nicht nur nicht plausibel sondern wirklich unsinnig.

      16. Mit apodiktischen Ansagen kommst Du hier nicht weiter. Du schuldest mir nach wie vor eine Quelle, aus der hervorgeht, dass wir Mitte Mai 2 Mio Tests machen können; der Verweis auf irgendwelche Leute, die irgendwas gesagt haben, reicht mir da nicht für eine seriöse Diskussion. Und wo die Argumentation unsinnig ist, dass zuerst einmal wichtigere Gruppen komplett getestet werden sollten als Fussballer, bevor man dann eventuell verbleibende Restkapazitäten für diese Gruppe nutzen kann, hast Du auch nicht aufgegriffen. Wir können uns ja gerne darüber streiten, wer Vorrang für Fussballprofis haben sollte. Aber medizinisches Personal sowie Busfahrer etc., Leute in den Supermärkten gehören hoffentlich auch für Dich zu einer Gruppe, die wichtiger für eine Gesellschaft sind als Fussballer. Ebenso das pädagogische Personal. Wenn es um Marketingleute oder Werbemenschen geht, dann kann man das gerne anders sehen. Aber auch Leute in der Lebensmittelproduktion sind wichtiger als Fussballer. Es gibt also m.E. viele Menschen, die vorher dran sind. Ob da eine Testkapazität von 2 Mios/Woche ausreicht, bin ich mir noch nicht einmal sicher (auch wenn natürlich nicht alle jede Woche getestet werden müssen).

    3. @Alex
      Kein Problem
      Fakten sind nunmal die Zahlen des RKI
      Seite 8
      https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/2020-04-22-de.pdf?__blob=publicationFile

      Die nicht genutzten Kapazitäten wurden mit der RKI Richtlinie erklärt die testen limitiert hatte. Dies ist mit der neuen Richtlinie korrigiert so das jetzt hoffentlich die ungenutzten Hunderttausende Tests gemacht werden insbesondere für die Risikobereiche.

      Die jetzt anvisierten 4-5 Mio Tests pro Woche sind mMn zzt unrealistisch aber die immer wieder erwähnten TestKapazitäten von 2 Mio bis Miite Mai schon.

      Man muss auch unterscheiden zwischen den Geräten bzw Labors für Massentests die über die Gesundheitsämter laufen und die Privatlabors mit kleineren Geräten deren Kapazitäten nur zum Teil genutzt wurden.

      Die Großgeräte von Roche ThermoFisher etc sind anders als die kleineren von Bosch Siemens Abbot Cepheid etc.

      Diese kleineren Geräte benötigen nicht die Reagenzien der Massentestgeräte und auch nicht das Personal dafür.

      Und es ist absurd wenn man sagt das der Fußball der insgesamt 25.000 Test benötigt anderen Leuten die dringender einen Test benötigen wegnimmt.

      Wie gesagt Privatlabors machen heute einen PCR Test mit Ergebnis spätestens nach 24h für 150 Euro. Kenne hunderte die das gemacht haben weil sie eben nicht auf das Go der Gesundheitsämter warten wollten.

      Das organisatorische Problem des Gesundheitsministerium bzw der Gesundheitsämter und die offensichtlich ungeklärte Kostenübernahme ist aber kein Problem des Fußballs.

      Bock zum Gärtner machen……

  5. Resümee am Ende das dieser Podcast gut die unterschiedlichen Positionen herausgestellt hat ist mMn absolut korrekt.

    Bin natürlich total auf Linie von Alex.

    Zwei Dinge sehe ich anders

    1. Referenz Systemrelevanz
    Ihr habt mMn beide komplett übersehen das die Entscheidungsträger und Experten über diesen Punkt lange hinweg sind ( er war der Hauptreferenzpunkt beim lockdown).
    Jetzt bei der Diskussion und Entscheidung was wann wie in welchem Maße gelockert und erlaubt werden soll sind die Hauptreferenzpunkte Aufrechterhaltung der Abstandsregel (Vermeidung von zu großer Ansammlung/Nähe) und Hygieneregeln.
    Also sofern Vorgaben der Entscheidungsträger von Schulen ÖNPV Läden Kirchen Arbeitgebern etc erfüllt werden (können) ist ein ‚Betrieb‘ gestattet.
    Bei Geisterspielen gibt es laut Konzept der DFL nur Leute die am Arbeitsplatz ihre Arbeit nach Vorgaben ausführen. Sky Dazn ard/zdf und sonstige medien werden ihren Angestellten klare Vorgaben machen( müssen).

    Also bei der Entscheidungsfindung ist nicht die Systemrelevanz ausschlaggebend sondern ob die DFL und die beteiligten Arbeitgeber dafür sorgen können und werden die Vorgaben zu erfüllen.
    Und das wird sicherlich eher hier gegeben sein als irgendein Möbelmarkt oder Kirche.

    2. Scheinheiligkeit KHR / Watzke
    Beide haben von Anfang an und immer wieder herausgestrichen das der Profifußball die TV Einnahmen aus Geisterspielen braucht um nicht unterzugehen. Genau wie jetzt Seifert nochmal. Dafür wurden sie kritisiert.
    Das sie jetzt zusätzlich auch den Aspekt einbringen das Millionen von Fans sich auf eine Fortführung des Spielbetriebs freuen entspricht mMn der Realität und ist valide. Ich kann nicht erkennen das man zu irgend einem Zeitpunkt diesen Aspekt als den relevanteren angeführt hat als den wirtschaftlichen. Im übrigen haben eher die Entscheidungsträger Laschet Kretschmann Söder etc diesen Punkt deutlich als relevant angesprochen.
    Deshalb finde Euer ich Statement KHR und Watzke Scheinheiligkeit zu unterstellen scheinheilig-Sorry.

    Denke Millionen Fans können es nicht erwarten das es am 9.5. wieder losgeht. MMn wäre es schlau wenn sky den ersten Spieltag komplett frei überträgt und dann würde ich mich nicht wundern wenn wir Rekordeinschaltquoten verzeichnen würden.

    Antwortsymbol15 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Um der Einfachheit halber mal ebenfalls deine beiden Punkte aufzugreifen.

      Zu 2. Scheinheiligkeit, Verlogenheit.
      Macht mich echt fassungslos, dass man das vorbringt. Echt jetzt?
      Von Anfang an schreien es doch alle irgendwie am Fußball Beteiligten von allen Türmen, über alle Kanäle, in jeder Variation: Es geht ums Geld, es geht um die Kohle, es geht ums Überleben, es geht um die Bilanz, um das Cash, um die Insolvenz. Bitte die Liste beliebig ergänzen.
      Und nach dieser seit Wochen dauernden Diskussion jetzt daher zu kommen und was von Scheinheiligkeit oder Überhöhung zu reden? Da muss man die Realität wirklich schon arg verdrehen, um zu dieser Schlussfolgerung zu kommen.

      Zu 1. Systemrelevanz
      Mal ganz abgesehen von der Diskussion hier, der Punkt der mich regelrecht frösteln lässt ist, mit welcher Kaltschnäuzigkeit teilweise nach systemrelevant (darf überleben) und nicht systemrelevant (muss leider zugrunde gehen) unterschieden wird.
      Da stehen nicht nur technokratischen Abwägungen dahinter, da geht es um echte, lebende Menschen! Und wenn ich jetzt mal die Frage nach dem System an sich ausklammere, wer ist denn von denen (genauer gesagt von uns allen) schon “systemrelevant”?
      Fußballspieler sind es wohl schon mal nicht. Der im Podcast angesprochene Security-MA auch nicht, auch nicht die Dame im Ticketing, oder der Rasenpfleger. Ist natürlich Pech für die Betroffenen.
      Und sonst noch, jenseits des Fußballs? Dann natürlich auch der ganze andere Sportbereich, Fitnesstrainer, Studios usw.
      Künstler, Schreiber, Maler brauchen wir schon mal nicht. Auch diese ganzen Marketingmenschen könnten weg, die Fußpfleger, die Innenarchitekten, die Unternehmensberater (bitte auch deren Sekretärinnen streichen), die Flaschensammler und die Archäologen.
      Rentner, Schüler, Studenten,Arbeitslose oder Kranke können wir dankenswerterweise schon von vorneherein ausschließen, da eh nicht produktiv im Sinne des Systems.
      Und wen ich nicht vergessen möchte, die Friseure. Da hatte ich kurz vor dem Lockdown noch ein Gespräch mit dem Friseur meines Vertrauens. Soloselbständiger, verheiratet, zwei kleine Kinder. Betreibt seit Jahren sein Geschäft, zahlt seine Miete, seine Steuern. Wir hatten viel Zeit uns zu unterhalten, da schon in diesen Wochen der Kundenandrang spürbar nachließ. Der Gute hatte die Tränen in den Augen, wenn er an die bevorstehende Zukunft dachte und an die potentielle Vernichtung der materiellen Existenz seiner Familie.
      Systemrelevant? Ganz sicher nicht, Haare kriegen wir immer irgendwie vom Kopf.
      Trotzdem werden die Salons ab übernächster Woche, mit Auflagen, wieder geöffnet. Wer mag da jetzt hingehen so jemanden in die Augen schauen und sagen tut uns leid mein Lieber, du bist uns nicht systemrelevant genug. Vielleicht überlebst du ja trotzdem, wer weiß.

      Zusammenfassend die meisten von uns, die meisten von 80 Millionen sind im Sinne einer solchen Definition sicher nicht “systemrelevant”. Aber ihr Überleben, und nicht nur das rein physische, ist sehr wohl relevant.

      Das steckt dann sicher auch hinter den Entscheidungen manchen Branchen wieder etwas Lebensraum zu geben. Da muss man gar nicht das finstere Wirken der Fußballmafia hinter jeder Ecke vermuten. Oder glaubt jemand im Ernst die Öffnung der Friseursalons ist dem Wirken derer allmächtigen Lobby zu verdanken? Klar, wer kennt und fürchtet sie nicht, die Friseurlobby.
      Also bitte etwas vorsichtiger mit der Vorstellung der Selektion von Menschen und Berufen nach relevant, oder weniger relevant umgehen.

    2. Das wird ziemlich wild gegen Ende. Überlege doch bitte mal, welche Berufe der von dir genannten (teils mit Einschränkungen) auch ohne Kontakte funktionieren und welche nicht. Fußball ist nicht nur irrelevant für das öffentliche Leben, er ist dazu ein Kontaktsport. Willst du mir erzählen, dass „SchreiberInnen“, KünstlerInnen, Officearbeiten, Marketing nicht von zu Hause gehen? Wir sprechen überall auch von Einschränkungen, weil kaum jemand aktuell sein Leben voll umfänglich leben kann. Der Rasenpfleger/die Rasenpflegerin kann den Rasen ebenfalls weiterpflegen. FitnesstrainerInnen und Bildungsberufe können und müssen sich neu erfinden, haben aber eine sehr gute Chance, weiterhin zu arbeiten. Beim Fußball ist das halt schwierig. Klar kannst du Kontakte während des Spiels verbieten oder einschränken, aber ist das noch Fußball? Und Masken werden die Spieler auch nicht tragen. Wer mal mit einer länger unterwegs war, der ahnt, dass das nix wird. Selbst bei Spezialanfertigungen bin ich noch nicht überzeugt.

      Es geht gar nicht allein um eine strikte Trennung in relevant und irrelevant, es geht viel mehr darum, welche Berufe ohne Risiko auszuüben sind, bei welchen ein Risiko in Kauf genommen werden sollte und bei welchen eben nicht.

      Und nochmal zum wenig ergiebigen Branchenvergleich: Der Profifußball wird leiden. Wie alle anderen auch. Und doch ist er mit seiner Lobby und seiner Macht deutlich eher dazu in der Lage, sich selbst da durchzuschlängeln als viele andere Branchen. Auch und gerade innerhalb des Sports.

      Was die Scheinheiligkeit angeht, werde ich nix mehr schreiben. Ihr findet es okay, wenn die Verantwortlichen implizit darauf hinweisen, dass sie den Alltag der Menschen retten und ich finde es gefährlich, weil es mir nichts anderes impliziert als: So schlimm ist es nicht, die Normalität kann zurückkehren. Und da bin ich eben bei Drosten: Die Lockerungen und die Entspannung kommt mir zu früh. Wenn wir in ein paar Wochen über andere Zahlen diskutieren, könnte es sein, dass wir keine Kontrolle mehr darüber haben. Das sehe ich auch hier im Alltag bei den Menschen: Sorglosigkeit und mehr Entspannung. Ein Bundesligaalltag könnte das befeuern. Sich dann hinzustellen und so zu tun, als sei man der Retter der Gesellschaft, ist in meinen Augen schwierig. Dass ihr das anders seht, ist okay. Aber mir dann vorzuwerfen, ich verdrehe irgendetwas, ist mir zu viel. Darauf habe ich dann wenig Lust.

      1. Teile die Sorge das die Lockerungen bzw. deren Umsetzung und das Verhalten einiger Leute nicht immer die Abstands und Hygieneregeln beachten.

        MMn hätte man den Überlegungen Drostens und der Helmholtzexperten folgen sollen und das ganze noch 2 Wochen durchziehen sollen um die Ketten weitestgehend zu durchbrechen und R Rate deutlich unter 0,5 zu drücken mit idealerweise nicht mehr als einige hundert Neuinfizierungen täglich.
        In diesem Falle hätte Fußball dann eben 2 Wochen später starten können- kein Problem.

        Dennoch halten mMn Geisterspiele wie von der dfl skizziert die Abstands und Hygieneregeln besser ein als viele andere !

        Hoffe sehr das wir in 2 Wochen kein böses Erwachen haben, denn dann ist das Thema Profifußballspielbetrieb sowieso vom Tisch

      2. Ich dachte bei mir so sorgfältig gewählten Liste von Berufen, wäre eine gewisse Ironie deutlich geworden.
        Was ich damit sagen wollte ist, ich könnte auch das ganze Branchenbuch runterbeten und wir würden feststellen wie es dort nur so von “irrelevanten” Berufen wimmelt.
        Quintessenz ist, Irrelevanz kann kein Kriterium sein, wenn wir weiter eine halbwegs funktionierende und menschenwürdige Gesellschaft haben wollen. Zumindest nicht auf mittlere oder längere Frist. Wir können nicht, so das schöne oder scheußliche Sprichwort, Selbstmord aus Angst vor dem Tod begehen.

        Über was man natürlich tunlich diskutieren kann ist, was mittel- oder langfristig in diesem Zusammenhang bedeutet. Und genau darauf hat eben leider keine die alleinige, alles erklärende und rettende Antwort.

        Aber eine Entscheidung muss nun einmal zwangsläufig getroffen werden und kommen nur die politisch in der Verantwortung stehenden infrage. Und ich bin in der Hinsicht nicht blauäugig oder unkritisch, aber was ich diesen Leuten abnehme, dass es sich keiner mit diesen Entscheidungen leicht macht. Und wenn ich die momentane Diskussion so verfolge weiß ich gar nicht welche Position in Bezug auf die BL jetzt die populäre (um nicht populistische zu sagen) wäre: Starten oder nicht? Also mir scheint es eher so zu sein, wer da für eine Öffnung plädiert dürfte sich dem negativeren Echo ausgesetzt sehen als umgekehrt.

        Zusammengefasst: Wenn eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs nicht genehmigt wird (scheint ja noch gar nicht so klar zu sein), dann ist dem eben so. Und wenn man unter zu findenden Auflagen sich zu Geisterspielen bereit findet, dann erfolgt das unter den gleichen Prämissen wie bei Friseuren, Blumenhändlern etc.. Weil man es unter Abwägung aller Gegebenheiten für möglich erachtet und nicht weil der eine oder andere systemrelevanter als der andere wäre, oder weil der Fußball seine dunkle Macht ins Spiel bringt.

      3. Ich sehe die Gefahr eigentlich weniger auf dem Rasen, sondern daneben: Fußballspiele im Fernsehen werden Leute dazu verleiten, sie gemeinsam schauen zu wollen. Denn die soziale Komponente ist ja für viele sehr wichtig: Für den Stadionbesucher ohnehin, für den Kneipenbesucher aber auch, selbst für uns, die wir hier im Blog uns darüber austauschen. Fußballspiele werden also auch abseits des Rasens ob der sozialen Natur des Fußballs indirekt für eine Kontaktintensivierung sorgen, die auch in meinen Augen nicht wünschenswert ist.

      4. @Jo
        100% Zustimmung
        Es muss abgewägt und entschieden werden.
        Bei allen Entscheidungen gibt es immer Risiken und keiner weiß hier vorher was letztlich richtig oder falsch ist. Es gibt aber eine große Sensibilität in der Bevölkerung die man nicht unterschätzen sollte.

      5. @Jo: Vielen Dank für deine durchaus valide Meinung. Ich denke, Justin und ich haben versucht, eine gewisse Spannbreite an Argumenten pro und contra Wiederaufnahme darzulegen.

        Wie du dich vielleicht erinnerst, hat bei meinen Kriterien die komparative Systemrelevanz des Fußballs vis-a-vis anderen Branchen keine Rolle gespielt. Das Kriterium “Systemrelevanz” ergibt ja nur in Zusammenhang mit dem der Infektionsgefahr und Ausbreitungsgefahr Sinn. Selbst der am wenigsten systemrelevante Job, den du dir überhaupt nur vorstellen kannst, könnte ja in der Corona-Krise problemlos weitergeführt werden, wenn von seiner Ausübung keinerlei Risiko für einen selbst und Dritte ausginge. Insofern wäre mein wesentliches Kriterium bei der Wiederaufnahme des Fußballs daher auch, wie gefährlich es für den Fußballspieler selbst und wie gefährlich es für den Rest der Gesellschaft ist. In diesem Zusammenhang habe ich bei genau diesen beiden Fragen, der Infektionsgefahr und der Ausbreitungsgefahr, den Maßstab nicht bei einem Null-Risiko angelegt, sondern bei anderen normalen beruflichen Tätigkeiten, die momentan nicht untersagt sind und ganz normal stattfinden. Ist ein Fußballspieler gefährdeter als ein normaler Fabrikarbeiter? Geht vom Betrieb des Profifußballs eine höhere Infektionsgefahr für den Rest der Gesellschaft aus als von einem normalen Büro- oder Fabrikjob, sowohl quantitativ als auch qualitativ?

        Damit dürften wir eigentlich in dem Gespräch deine hier dargelegte Sichtweise in weiten Teilen abgedeckt haben, oder? Zumindest bei mir müsstest du dich doch wenigstens im Ansatz wiedergefunden haben?

        Was die Scheinheiligkeit angeht: Wie ich im Podcast schon sagte, verfolge ich die tägliche Berichterstattung rund um de Fußball und wer da was sagt nicht minutiös, daher sieh es mir bitte nach, wenn ich da zuviel in zuwenig hineingelesen oder an anderer Stelle wichtige Aussagen nicht wahrgenommen haben sollte. Nichtsdestotrotz überzeugt mich das Argument, dass die Bevölkerung doch jetzt Abwechslung brauche und sich nach dem Fußball sehne und man das daher bei der Entscheidung der Politik berücksichtigen müsse, nicht sonderlich. Egal wie oft oder wenig oft es vorgebracht wurde.

      6. @Alex:
        Meine Meinung ist natürlich zu einem Gutteil auch unabhängig von eurem Podcast. Da es mir, das ist eine gewisse Schwäche dieses Mediums, im Nachhinein schwerfällt nachzuvollziehen, wer jetzt präzise genau was gesagt hat.
        Aber tatsächlich habe ich mich bei deinen Ausführungen im Wesentlichen wiedergefunden und teile sie.

        Bei Justin eher weniger. Ist aber auch natürlich nichts persönliches, oder abwertendes dabei. Ich finde es sogar sehr anregend, dass ihr euch hier eine durchaus kontroverse Diskussion “geleistet” habt. Nichts schlimmeres als der Lockdown in seiner eigenen, sich selbst bestätigenden Filterblase.

        Gerade bei dem Thema Systemrelevanz sind meine Ausführungen dann auch zu einem großen Teil gar nicht von eurer Diskussion inspiriert, sondern von einem, nennen wir es mal gesamtgesellschaftlichen Diskurs, in dem man meiner Meinung nach viel zu leichtfertig mit diesem Begriff hantiert.
        Es gab in einem anderen Zusammenhang mal den Slogan: Kein Mensch ist illegal.
        Ich möchte hinzufügen: Irrelevant ist auch keiner.

      7. Ich stimme zu, dass man vorsichtig sein muss nicht ein zu starkes Signal zur Lockerung auszusenden. Grundsätzlich wird uns das Virus aber so lange begleiten, dass die Gesellschaft einen Lernprozess machen muss, was geht und was nicht geht. Diesen Lernprozess muss man irgendwann starten und er beinhaltet leider Rückschläge, weil der Mensch sich nun mal nicht immer rational verhält. Ich glaube es wird sich auf einen mittleren Gefahrenlevel einpendeln, weil je nachdem wie sich die Zahlen entwickeln die Menschen die Gefahr als grösser oder kleiner wahrnehmen und dementsprechend ihr Verhalten anpassen werden.

      8. Also mir geht dieses Rumreiten auf den Fussballspielen schlicht und ergreifend zu weit.

        Vorab: ich glaube immer noch nicht daran, dass die Saison wieder aufgenommen werden kann und wird. Einfach weil das ganze mMn wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt, wenn sich einer der Spieler infiziert. Soweit dazu.

        Sorglosigkeit und Entspannung nehmen zu? Logo. Wir haben jetzt seit Wochen die Ausgangsbeschränkungen, das Wetter wird besser -und mit der teilweisen Wiedereröffnung wird doch auch seitens der Regierung das Signal gesendet, dass Lockerungen aktuell zulässig sind.

        Und jetzt soll ausgerechnet der Start von Geisterspielen in der Liga ein Signal senden, das dann einen entscheidenden Anteil beitragen soll, dass die Menschen sich denken. sie müssten nicht mehr aufpassen? Das halte ich für komplett überzogen, und den Vorwurf der Scheinheiligkeit an Rummenigge und Co. kann ich – wie viele andere hier auch – nicht nachvollziehen.

        Und auch die Befürchtung, die Menschen könnten sich dann plötzlich haufenweise vor den Fernsehern treffen um Fussball zu gucken: auch das halte ich für weit überzogen. Erstens sind aktuell noch alle Bars etc. geschlossen, und zweitens – glaubt Ihr wirklich ensthaft, dass TV Übertragungen jetzt plötzlich den Verstand der Menschen abschalten?
        Diejenigen, die sich vorher an die Einschränkungen gehalten haben, werden das trotzdem weiterhin tun. Und alle anderen werden nicht darauf warten, sich zum Gucken von Fussball widerrechtlich zu treffen – die finden genug andere Gründe das zu tun.

        Fazit: Ich bin auch bei Drosten, wenn jetzt Einkaufsmalls (oder Innenstädte) plötzlich überlaufen werden weil die einzelnen Geschäfte ja unter 800 m2 haben. Aus virologischer Sicht hätte ich auch noch mind. 14 Tage mit den ersten Lockerungen gewartet.

        Aber: die Botschaft der ganzen Maßnahmen war – flatten the curve. Das wurde vorerst erreicht. Und neben der Gefährdung durch Covid-19 muß man auch die Gefährdung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens in Betracht ziehen. Insofern ist der Schritt der Politik aktuell nachvollziehbar.

        Wenn die DFL glaubt ein sicheres Konzept zu haben um mit Geisterspielen die Saison fortzusetzen, dann sollte ihnen das in der jetzigen Situation auch gestattet sein. Wie gesagt glaube ich aber nicht dass wir die Saison zu Ende spielen können.

        Sofern die Lockerungen in den kommenden Wochen eine zweite Corona Welle auslösen, kommt das Ganze ja wieder zum Erliegen. Die Ligaspiele dürften allerdings wenn überhaupt nur einen minimalen Beitrag zu dieser potentiellen zweiten Welle leisten.

      9. Auf welche Aussagen beziehst Du Dich mit Deinem Vorwurf ein Rummenigge oder Watzke würden sich als Retter der Gesellschaft inszenieren?

      10. Ich sage vorweg: Ich habe beide nur als Beispiele angeführt.

        Rangnick war heute ein weiteres dieser Beispiele. Sinngemäß sagte er, man könne so psychologisch der Menschheit helfen. (Überall aktuell zu finden)

        Watzke: “Ich hoffe”, sagt Watzke, “dass im Mai viele Fans ein bisschen Freude empfinden können, wenn ihre Vereine wieder spielen”. (Kicker)

        Bei Rummenigge störte mich neulich, dass er meinte der Profifußball sei eine Art Vorbild für die Politik und das deutsche Volk. Das mag für die Bevölkerung mehr zutreffen, aber für die Politik? Mir erschließt sich nicht, was er meint.

        Aber nochmal: Es geht mir hier weniger um einzelne Personen als eher um den Tenor, der aus mehreren Stimmen innerhalb dieser Bubble entsteht. Ich habe kein Interesse daran, die Einzelaussagen Schritt für Schritt durchzudiskutieren.

        Zur Scheinheiligkeit nochmal abschließend (und dann lasse ich hier auch einfach ein „Agree to disagree“ stehen): Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich es besser finde, wenn mit offenen Karten gespielt wird. Mir muss keiner den Fußball als Hilfe für den Alltag inszenieren, wenn es doch primär um ganz andere Dinge geht. Das hat Rummenigge mehr getan als jeder andere, weshalb ich ihn da sogar etwas in Schutz nehmen möchte. Das Bild insgesamt ist aber in meinen Augen kein Gutes.

        Dass wir irgendwann mehr Normalität brauchen, hat niemand bestritten. Aber ich möchte nochmal darauf hinweisen, dass unser Reproduktionsfaktor bei 0,9 liegt (Stand: Dienstag). Frau Merkel hat erklärt, dass bereits ab 1,1 bald eine Überbelastung des Gesundheitssystems zu erwarten ist. Die Zahl ist logischerweise rückwirkend zu verstehen und wenn ich mir ansehe, wie sich die Menschen teils während Ostern verhalten haben, weiß man auch, warum sie angestiegen ist. Wenn ich mir jetzt ansehe, wie die Menschen sich teilweise aktuell verhalten, ist ein weiterer Anstieg nicht auszuschließen. So. Und dann nehme ich nochmal Drosten hinzu, der die klare Sorge geäußert hat, dass zu schnell gelockert wird. Daraus bilde ich mir dann die Meinung, dass das Signal jetzt gerade eben nicht sein sollte, dass man etwas entspannen kann.

        Und nochmal zur Klarstellung: Ich habe _nie_ gesagt, dass der Profifußball _entscheidend_ wäre. Ich habe ihn stets als Teil vieler Komponenten bezeichnet. Aber eben ein Teil mit großer Wirksamkeit nach außen und das sollte man immer Bedenken. Und warum sollte er dann nicht einen Anteil daran haben, sollte er am 9. Mai wieder starten, wenn wir in einem Monat zurückblicken und _vielleicht_ sagen: Hätten wir mal nicht so schnell gelockert.

      11. @stiftl Ja, ich gebe Dir absolut recht in allen Punkten. Die Diskussion wird wirklich zu akademisch geführt.

      12. @Justin Ok, kurzfristig stimmen Dir ja alle zu, dass ein Neustart Anfang Mai etwas zu früh käme. Dass Du bei dem Gebärden mancher Verantwortlicher in dieser Extremsituation ein schlechtes Gefühl hast, kann ich auch nachvollziehen. Jeder interpretiert Aussagen ein bisschen anders.

      13. Und warum sollte er dann nicht einen Anteil daran haben, sollte er am 9. Mai wieder starten, wenn wir in einem Monat zurückblicken und _vielleicht_ sagen: Hätten wir mal nicht so schnell gelockert.

        Relativ einfach, warum Du aller Voraussicht nach Dir keine Gedanken machen brauchst, ob und welchen Anteil der Restart der Liga bei einer zweiten Welle haben könnte: die Lockerung ist seit einer Woche gestartet, Montag werden die Geschäfte großteils wieder geöffnet. Der Zeitfaktor liegt bei ca zwei Wochen.

        Ich sehe also zwei mögliche Szenarien: die Bevölkerung ist vernünftiger als befürchtet und wertet die Lockerungen nicht als “alles nur noch halb so wild”, sondern hält die restlichen Maßnahmen weiter ein. Dann bleibt die zweite Welle (vorerst) aus, und ich bezweifle, dass dann der Start der Liga zum 9. Mai plötzlich zum “Gamechanger” wird.

        Oder der Leichtsinn greift durch die Lockerungssignale doch um sich. In dem Fall wird es schon in der ersten Mai-Woche zu steigenden Zahlen kommen – und sich der Neustart der Liga dann erübrigen, weil wir in einen neuen Lockdown verfallen werden (müssen). Und da (laut Söder) das RKI seine Zustimmung geben muss, glaube ich nicht, dass der 9. Mai zu halten ist. Man wird sich jetzt die Entwicklung genau anschauen und meiner Vermutung nach nicht vor Mitte Mai grünes Licht für den DFL Plan geben. Und dann werden wir frühestens Ende Mai/Anfang Juni wieder BL Fussball sehen.

        Die ganze Diskussion ist also aktuell eher eine um des Kaisers Bart. Ähnlich wie Diskussionen zum jetzigen Zeitpunkt, bei denen sich Menschen empört äußern, dass sie sich auf keinen Fall gegen Corona zwangsimpfen lassen werden- Der Impfstoff ist noch ein gutes Jahr entfernt und ob dann überhaupt eine Zwangsimpfung im Raum steht, sei zum JETZIGEN Zeitpunkt mal dahin gestellt. One step at a time, sage ich immer – und über ungelegte Eier erübrigt sich das Gegackere ;-)

        In diesem Sinne – genießt das herrliche Frühlingswochenende.

  6. Mir persönlich hat die Zeit der Fußballabstinenz sehr deutlich werden lassen wie wenig ich den Fußball eigentlich vermisse. Auf die Fortsetzung der Saison als Geistersaison freue ich mich jedenfalls gar nicht und bin ich auch nicht bereit, Geld dafür auszugeben (vor allem nicht für Sky). Hätte ich so auch nicht erwartet, aber tatsächlich gab es für meinen Geschmack wohl viel zu viel Fußball. Dass nicht jeden zweiten Tag ein wichtiges Spiel stattfindet, finde ich für mich jedenfalls sehr befreiend.

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    1. Ich bin da zwiegespalten. Einerseits ist es mal ganz befreiend, nicht nach Spielplan leben zu müssen, vor allem im April und Mai jeden Jahres nicht diese innere Unruhe zu spüren. Andererseits fehlt doch was.
      Manchmal habe ich in der Vergangenheit die Menschen beneidet, die sich Null für Fußball oder Ähnliches interessieren, nicht fiebern, hoffen, bangen und am Ende vielleicht trauern müssen. Aber auch da habe ich schon gewusst, dass denen zwar einiges erspart bleibt, aber dass sie andererseits nie diese Gefühle erleben werden, die ich bei einem wichtigen Tor, einem großen Sieg oder einem gewonnenen Titel erleben darf. Wie so ein Hochgefühl einen Menschen durch den Tag, die Woche, das Jahr oder sogar mehrere Jahre tragen kann. Wie es Menschen zusammen bringt und verbindet. Und das gilt für Profi- und Amateurfussball.
      Im Moment fühle ich mit den vielen Menschen, die ohne Ziel durchs Leben laufen, von einem Arbeitstag zum nächsten und von einer Mahlzeit zur anderen leben. Und der Schweinebraten am Sonntag und der Kaffee danach der Höhepunkt der Woche ist.
      Eine Zeitlang geht das schon, tut sogar mal gut, aber auf Dauer ist das nichts.

      1. (…) Im Moment fühle ich mit den vielen Menschen, die ohne Ziel durchs Leben laufen, von einem Arbeitstag zum nächsten und von einer Mahlzeit zur anderen leben. Und der Schweinebraten am Sonntag und der Kaffee danach der Höhepunkt der Woche ist. (…)

        Dein Seufzer als Beleg für Marx‘ These vom “Opium des Volkes“? Vielleicht wäre Kokain oder Espresso bzgl. Fußball passender gewählt, denn der soll ja eher aufputschen als sedieren.
        Wirkt aber als Ersatzreligion bzw. Lebenssinnklimax auf mich bedenklich – und “ohne Ziel durchs Leben“ somit hausgemacht, nix für ungut. ;-)

  7. Vielleicht sollte man einfach mal abwarten, wie denn die Ministerpräsidenten überhaupt entscheiden!
    Bis jetzt gibt es nämlich noch keine Entscheidung zum Spielbeginn.
    Und eigentlich seit Wochen wird von der DFL immer wieder darauf hingewiesen, dass es keine Sonderrolle des Fußballs geben wird und das man letztlich in jedem Fall zwangsläufig auf eine Entscheidung der Politik warten wird.
    Warum glaubt das eigentlich keiner? Oder anders herum – glaubt irgend einer, dass sich irgendein Ministerpräsident zu einem Ja zum Fußball hinreißen lässt, wenn ihm von Seiten der Gesundheitsexperten etwas anderes vorgeschlagen wird.

    Und zu den systemrelevaten Berufen und denen, die man ja trotz Corona ausüben kann – gestern sprach einer aus der “schreibenden Zunft” Frank Schätzing über das Ausüben. “Natürlich kann man schreiben, aber in den Verlagen tut sich im Moment nichts, Buchläden sind noch geschlossen, Lesungen finden sowieso nicht statt. Und da ist für Künstler, die eben nicht über die tollen Rücklagen verfügen, sondern eher im”Jetzt” leben relativ schnell das Ende der Fahnenstange erreicht.”

    Und das betrifft eben eine ganze Reihe von Berufen, die für den “Normalsterblichen” immer nur im Hintergrund tätig sind, aber jetzt schlicht und ergreifend nicht mehr stattfinden.
    Die finden auch nicht statt, obwohl sie eben nicht mit “dem Publikum” in Kontakt kommen, weil eben ihr Geschäftsfeld plötzlich nicht mehr stattfindet.
    Wenn es keine Veranstaltungen mehr gibt, braucht auch keiner mehr Veranstaltungstechnik. Und zwar nicht nur die, die diese Technik aufbauen, sondern auch die Firmen, die diese gesamte Technik vermieten.
    Wenn es keine Messen gibt, braucht auch keiner Messebaufirmen.
    Wenn alle Gaststätten, Hotels, Pensionen geschlossen sind, brauchen die auch verschiedene “Dienstleistungen” nicht mehr. Die Reinigungskraft könnte zwar mit Mundschutz und Abstand reinigen – aber was denn, wenn nichts genutzt wird. Es soll sogar Firmen geben, die sich auf die Reinigung von Gastronomiewäsche spezialisiert haben – blöd nur, wenn nichts mehr dreckig wird.
    Die Liste der Berufe, die zwar trotz Corona eigentlich arbeiten könnten, die aber zur Zeit nicht gebraucht werden, kann man beliebig verlängern.

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    1. (…) Und eigentlich seit Wochen wird von der DFL immer wieder darauf hingewiesen, dass es keine Sonderrolle des Fußballs geben wird und das man letztlich in jedem Fall zwangsläufig auf eine Entscheidung der Politik warten wird. Warum glaubt das eigentlich keiner? Oder anders herum – glaubt irgend einer, dass sich irgendein Ministerpräsident zu einem Ja zum Fußball hinreißen lässt, wenn ihm von Seiten der Gesundheitsexperten etwas anderes vorgeschlagen wird. (…)

      “Drei Experten, zehn Meinungen“, heißt es. “Die Gesundheitsheitexperten“ sind demnach so wenig homogen wie “die Fans“ oder “die Politiker“. Letztere wollen vom Volk wiedergewählt werden und einige von ihnen nehmen dafür den populären Fußball als Stimmenfangvehikel gerne mit. Laschet in NRW scheint sich an weniger alarmierenden Expertisen von Streeck und seinem Team zu orientieren, die Kanzlerin wohl eher am warnenden Drosten. Söder weicht seine ansonsten harte Corona-Linie auch schon auf für den Fußball.

      Dass DFL und Fußballklubs ihren Geschäftsbetrieb retten wollen, ist verständlich und legitim. Die Freiheit zur Berufsausübung hat immerhin Verfassungsrang. Die mehr oder weniger zur Schau gestellte Demut gegenüber dem Primat der Politik / den Gesundheitsämtern erscheint mir allerdings durchaus kalkuliert bis eher nolens volens. Denn auch unter der organisierten Fanschaft gibt es kritische Stimmen, sich nicht von mächtigen Fußballfunktionären instrumentalisieren lassen zu wollen, die nun plötzlich die angeblich ganz besondere gesellschaftliche Relevanz (pauschal) des Fan-Seelenheils entdecken.

      https://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-kaempft-um-re-start-ploetzlich-demuetig-a-c7ba25e2-334d-43e1-b7ee-367a0ab31a73

      1. Man sollte nicht vergessen, dass es bis zum “frühesten Termin” noch 2 Wochen sind. Und welche Auswirkungen die jetzt beschlossenen Lockerungen haben, weiß noch keiner.
        Und sollten die “warnenden Stimmen” recht haben, dann war es das mit weiteren Lockerungen.
        Ein Söder ist ja nicht blöd und hat doch nicht umsonst gesagt, dass vor einer Genehmigung zuerst noch mal “das RKI drüberschauen muss”. Und auch ein Lsched bekommt mittlerweile selbst aus der eigenen Partei Gegenwind.

        Und wie das mit der Demut ist, hat man doch zu Beginn der ganze Geschichte vorgeführt bekommen – schon vergessen, wie der Herr Präsident von Union Berlin vor dem Spiel gegen den FCB getönt hat, dass ihm ein Gesundheitsminister Spahn überhaupt nichts vorzuschreiben hat.
        Und dann hat ihm zuerst das Gesundheitsamt die Zuschauer “ausgesperrt” und letztlich wurde der ganze Spieltag abgesagt. Und da haben dann all seine Beziehungen in Berlin überhaupt nichts genutzt.
        Insofern hat man ja live erlebt, wie das geht, wenn man glaubt, an der Politik vorbei selbst entscheiden zu können.

        Die organisierte Fan-Szene, die Herren Ultras – da kann jeder drüber denken wie er mag.

  8. Nächste Runde Spekulatius: Rummenigge stellte das Thema Neuzugänge bis auf Weiteres zwar auf “Hold“, aber für abrupte Gegenteiltage ist der FC Bayern ja durchaus berüchtigt. Zumal Salihamidžić nun Großes ankündigte (und Friedensgespräche mit Neuer bestätigte).

    Vorsicht ist dennoch geboten gegenüber folgender Meldung zu Upamecano, die quasi den Abschied von Boateng und/oder Martinez im kommenden Transferfenster nahelegt. Sofern einer Backup-Konstellation wie bei Nübel/Neuer nicht gleich die nächste folgt, aber dazu wäre der Leipziger wohl zu teuer und kaum gewillt. Ebensowenig Flick-Favorit Werner, der, wenn nicht z. B. in Liverpool, womöglich doch noch (gar im Doppelpack mit Upamecano) in München aufschlägt, nachdem Mintzlaff finanzielle Engpässe wegen Corona für seinen Klub nicht ausgeschlossen hatte. Wobei “internationaler Star“ bei Werner bislang deutlich zu hoch gegriffen wäre, bei Sané m. E. aber auch.

    https://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/article207510633/FC-Bayern-Salihamidzic-Wollen-internationalen-Star-nach-Muenchen-bringen.html

    https://fcbinside.de/2020/04/25/medien-bayern-und-upamecano-haben-sich-auf-einen-wechsel-geeinigt/?fbclid=IwAR0Ikqn8Y3rMDYiCPQ3Ky-wrQPobcsOnrvG9-lmc4_M5wD86ao9G5_xduYs

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    1. Für Upamecano gibt es nur eine einzige Quelle – fcbinside.de. Und die ist alles andere als zuverlässig. Da betreibt einer, der sich selbst als Fan bezeichnet eine Seite. Woher der seine Insiderinfos haben will, weiß keiner.

      Und dass man einen holen will, ist ja auch nichts neues. Insofern erzählt Brazzo auch nichts überraschendes.

      1. Denke nicht das Upamecano und Havertz diesen Sommer zur Debatte stehen.

  9. Sofern es keinen dramatischen Anstieg der Neuinfizierten gibt werden die Entscheidungsträger einer Fortsetzung des Spielbetriebs im Profifußball in Form des DFL Konzepts zu stimmen.
    Das ist ein no brainer.

    Falls das in den Top Ligen nicht möglich sein sollte dann werden wir sehr bald eine europäische Superliga mit den Topclubs sehen.

    In anderen Worten werden die schwachen Clubs der Ligen kaputt gehen mit der Folge das nationale Ligen zerschossen werden.

    Jede unrealistische Forderung oder Aktion betreibt die europäische Superliga.

    Antwortsymbol5 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Was heißt denn dramatisch?
      Drosten ist ja nicht der Einzige, der die Lockerungen zumindest kritisch sieht.
      Und was in zwei Wochen wirklich los ist, weiß auch noch keiner.
      Und wenn diversen Herrschaften warnen, wird man sehen, ob die Entscheidungsträge sich da mit einem “Ach was” drüber hinwegsetzen.

      1. Ist definiert R>1

      2. Und welchen Wert haben wir in zwei Wochen?

    2. Who knows

      Wenn die Werte hochgehen und wir in 2 Wochen wieder ein exponentielles Wachstum der Infizierten und Hospitalisierten sehen dann ist das Thema mMn sowieso ad acta egal was man jetzt entscheidet

      1. @Anton
        Antwort < 0,7

        Also alles zzt noch akzeptabel.

  10. Uli auch für Geisterspiele

    https://www.kicker.de/774524/artikel

    …zu Corona und Fußball:

    “Grundsätzlich halte ich Geisterspiele für fragwürdig; doch angesichts der wirtschaftlichen Lage einiger Vereine sind sie lebensnotwendig und bedingungslos. Bei der DFL wird in dieser Krisensituation sehr gut gearbeitet, wie gerade die Verhandlungen mit Sky zeigen: Damit wurde die notwendige Liquidität für einige Vereine geschaffen.”

  11. Puh.
    Wir hier in D hatten keinen Lockdown. Wir wurden nicht verhaftet, wenn wir vor die Türe gehen.
    Wir wurden nicht eingesperrt. Wir brauchen keinen Passierschein. Wir wurden nur zur Rücksichtnahme und Vorsicht gegenüber unseren Mitmenschen aufgefordert. Dass das dann in D auf große Kritik stößt, ist nicht weiter verwunderlich. Freiheit und so. Die persönliche Freiheit hört halt genau dort auf, wo man andere gefährden kann. Z. B. im Straßenverkehr, bei ansteckenden Krankheiten oder bei Silvesterböllereien. Auf eigenverantwortliches, freiwiliges, rücksichtsvolles Verhalten des Einzelnen zu setzen, das zeigt die Erfahrung, funktioniert bei einem nicht unbeträchtlichen Teil der Bevölkerunng leider gar nicht. Für die gibts dann halt Gesetze. Ja, von den Einschränkungen sind wir alle genervt. Es ist eine Abwägungs-Entscheidung, die seitens der Politik getroffen wurde. Aber momentan wohl nicht anders zu machen.

    Die Ärzte, Virologen, Mathematiker, Politiker wissen immer noch nicht genug über den Virus. Bei einigen Genesenen ließen sich keine Antikörper nachweisen. Also können diese sich eventuell wieder neu anstecken und dann auch wieder als Überträger in Frage kommen. Oder die Tests sind nicht zuverlässig. Eine Bekannte von mir wurde negativ auf Corona getestet (Rachenabstrich), die hat sich jetzt eine Lungenentzündung eingefangen. Dann wurde Sie im KH nochmal untersucht. Guess what? Genau – Corona-Positiv. Wen Sie bei sich auf der Arbeit dann angesteckt hat, weiß man noch nicht.
    Wir haben es noch nicht im Griff. Der Virus kann wohl auch das Nervensystem angreifen und dort Schäden anrichten, die tödlich verlaufen. Langzeitschäden der Genesenen sind nicht selten. Wir wissen es noch nicht. Zum Impfstoff: Falls er endlich verfügban ist: Wer bekommt es zuerst? Wahrscheinlich Personen, die aktiv im Gesundheitswesen unterwegs sind. Und dann? Gibt es eine gesetzlich verordnete Impf-Pflicht? Fragen, die kaum gerecht beantwortet werden können.

    Es ist auch noch niemandem wirklich klar, warum Belgien soviele coronabedingte Tote hat, wir im Vergleich aber so wenige. Diese ganzen Zahlen gaukeln eine Präzision und Kontrolle vor, die aber in Wirklichkeit gar nicht da ist. Aber an irgendetwas muss man sich orientieren, es ist besser als gar nichts.

    Fakt ist aber, dass kein Arzt je so eine Situation schon mal vorher erlebt hatte, dass zur gleichen Zeit so viele Patienten mit den gleichen Symptomen auf den Stationen lagen.

    Und es wird sich noch immer arrogant gegenüber China verhalten. Bei aller Kritik an deren Staatsform – wenn es eine Region auf der Welt hat, die Erfahrung mit Epidemien hat, ist es Asien. Da tauscht man sich zu wenig aus.

    Und ja, die deutsche Wirtschaft leidet sehr darunter. Aber das tun die anderen nationalen Wirtschaften ebenso, und wir stehen da im Vergleich immer noch blendend da. Ich kann die Jammerei nicht nachvollziehen. Für die gesamte Reise-, Gastro,- und Hotelbranche und die Veranstaltungsbranche muss man sich etwas überlegen, denn die trift es am härtesten. Gastro- und Hotel könnten m.M. nach unter Auflagen wieder öffnen, wahrscheinlich bleibt es aber bei ca. 50% Ausfall und das noch längerfristig. Abstand, Hygiene, Disziplin und Masken in geschlossenen Räumen. Draußen reichen m.M. nach Abstand und Hygiene. Evetuell reicht ist ja auch so eine Misch-Strategie aus Schweden und Deutschland der richtige Weg, wer weiß?

    So und nun zum Fußball, der den Bach runter geht. Nein, die Bundesliga geht den Bach runter, Herr Watzke und nicht der Fußball an sich. Dass die Interessenvertreter der BL/DFL alles tun, um dieses Konstrukt zu retten ist verständlich und auch nicht weiter schlimm. Wir Fans können jetzt neu entscheiden, ob wir weiterhin für die absurd hohen Gehälter der Spieler durch dröflzig Abos bezahlen, um fast täglich ordentlichen Fußball sehen zu können. Oder obs nicht zukünftig auch ne Nummer kleiner geht. Ich habe das für mich schon beantwortet.

    Ein User hat mal geschrieben:
    “Wenn diese Corona-Krise unser gesamtes gesellschaftliches, kulturelles und wirtschaftliches Leben zerstören sollte, hat es wenigstens einen positiven Effekt gehabt.”

    In diesem Sinne:
    Nachhaltige, umweltbewusste Grüße und achtet auf euch und auf andere.

    Kurt

  12. Lieber Justin, vorneweg muss ich erstmal festhalten, dass ich ein langer und bisher stiller Fan von Miasanrot bin. Nachdem ich diesem Podcast gehört habe, konnte ich aber nicht mehr still bleiben. Ich muss ehrlich sagen, dass ich entsetzt war über deine als destruktiv empfundene Argumentationsführung. Ich schätze dich und will dich nicht angreifen und werde sicher weiter eine treuer Miasanrot Follower sein, aber deine Argumentationsführung in diesem Podcast hätte dich nach Schopenhauer zum Klassenprimus gemacht.

    Christian

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