Mit Standards gegen den Alu-Fluch – 3:1 gegen Werder

Daniel Trenner 13.03.2021

Falls Ihr es verpasst habt

Die Aufstellung 

Obwohl man unter der Woche die Beine hochlegen konnte, wechselte Hansi Flick nicht nur aus freien Stücken gleich dreimal im Vergleich zum Knüller gegen Dortmund. David Alaba musste mit einer leichten Muskelverletzung passen, sein designierter Nachfolger Lucas Hernández bekam somit (endlich) mal wieder eine Chance in der Startelf. Etwas überraschend blieb Jérôme Boateng in der Mannschaft. Benjamin Pavard kehrte zurück, somit hätte man Boateng nach dessen verletzungsbedingtem Ausscheiden noch ruhigen Gewissens pausieren können. Stattdessen blieb NIklas Sülinho auf der Bank. Sonst blieb alles beim alten, einzig auf den offensiven Außen gab es die gewohnte Rotation: Serge Gnabry rückte diesmal für Leroy Sané in die Mannschaft.

Florian Kohfeldt schickte sein Team in einem defensiven 5-2-3 auf das Feld. Mit dem Verzicht auf die großen, breiten Stoßstürmer Füllkrug und Selke, hatte es ganz den Anschein, man wolle Bayern mit den quirligen Rashica und Sargent überrumpeln.

1. Halbzeit

Keine Minute war das Spiel alt, begann es gleich mit einer Schrecksekunde: Robert Lewandowski wurde am Auge verletzt und musste behandelt werden. Nach fünf Minuten Unterzahl kehrte der Torjäger auf das Feld zurück. Werder Bremen nutze diese Zeit um mit viel Ballbesitz gut ins Spiel zu kommen. Mit Lewandowskis Rückkehr arbeiteten sich die Bayern jedoch sukzessive besser in die Partie hinein.

Werder Bremen hielt trotzdem ansprechend dagegen, den Ruf in den letzten Wochen radikalen Antifußball gespielt zu haben, konnten sie gegen Bayern nicht bestätigen. Da war es aus Bremer Sicht gleich doppelt bitter wie das erste Gegentor fiel. Kimmich brachte eine Ecke scharf in die Mitte, Müller verlängerte mit dem Kopf und am Elfmeterpunkt war Goretzka sträflich frei, 1:0 (22.).

Das Tor tat den Bremern gar nicht gut, die nun immer passiver wurden. Die Bayern konnten das offenbar spüren und erhöhten den Druck, kamen dazu nun immer besser mit dem durchnässten Platz zurecht. Nur logisch, dass so auch das zweite Tor fiel. Nach einem Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte konnte Kimmich den Ball hoch auf Thomas Müller lupfen, der den Ball fließend aus der Luft holte und überragend direkt in die Schnittstelle zu Serge Gnabry legte. Gegen seinen früheren Arbeitgeber netzte dieser kompromisslos ein wie eh und je (35). Mit dem Tor überholten die Bayern auch tabellarisch Werder: Nun hatte man weniger Gegentore auf dem Konto. Mehr geschah nicht in der ersten Halbzeit. 

2. Halbzeit 

Ohne Wechsel kamen beide Mannschaften aus der Kabine. Gerade Lewandowski hatte sichtlich noch etwas vor und kam nun öfter zum Abschluss. Gleich drei absolute Superchancen ließ er liegen, traf das Aluminium doppelt (am Ende waren es insgesamt sogar drei Alu-Treffer). Beim vierten war aber auch der zuvor stark spielende Pavlenka machtlos. Nach einer Ecke fiel der Ball von Goretzkas Schulter unfreiwillig vor Lewandowskis Füße, den man frei vor dem Tor nicht bitten musste (67.). Damit ist er nun mit Klaus Fischer gleichgezogen und liegt nur noch acht Treffer hinter Gerd Müllers Allzeitrekord der 40 Tore.

In der 79. Minute wechselte dann auch Hansi Flick erstmals und das gleich vierfach. Roca, Musiala, Sané und Choupo-Moting kamen für Kimmich, Coman, Gnabry und ja, auch Lewandowski. Möglicherweise eine späte Folge der Augenverletzung.

Auch Bouna Sarr bekam noch ein paar Minuten und schaffte es gleich mit seiner ersten Aktion sich weitere Minuspunkte zu verdienen. Der Franzose vermasselte Bayerns Abseitsfalle, Sargent schoss durch, scheiterte im ersten Versuch noch an Neuer, doch den Abpraller verwandelte Füllkrug sicher.

Das war aber auch die letzte Aktion in der Partie. RaBa Leipzig muss nun morgen gegen Eintracht Frankfurt nachlegen. Am Mittwochabend empfängt der amtierende Champions-League-Sieger Lazio Rom.

Dinge, die auffielen

1. Vertauschter Coman und Gnabry

Hansi Flick bot ein überraschendes Schmankerl in der Startformation: Kingsley Coman und Serge Gnabry spielten seit Wochen oder gar Monaten erstmals seitenverkehrt – mit unterschiedlichen Resultaten. Gnabry schlich sich immer wieder in gute Abschlusspositionen und erzielte schließlich auch das 2:0. Coman jedoch zeigte einer seiner biedersten Auftritte in dieser Saison. Er dribbelte sich oft fest, spielte eindimensional. Kurzgesagt war er einfach schwach.

Möglicherweise wollte Flick mit dieser Maßnahme seinem schwächelnden Rechtsverteidiger Benjamin Pavard helfen. Gnabry sucht oft das Zentrum, wodurch Pavard an der Außenbahn festklebt, heute war es umgekehrt. Coman hielt die Linie, sodass Pavard mehr in die Mitte rücken konnte. Das Ergebnis war aber ungenügend. Zwischen Coman und Pavard keifte immer wieder eine elend große Lücke, die Bremen bespielen konnte. Mal rückte Pavard zu stark ein, mal stand er zu hoch, mal arbeitete Coman zu wenig defensiv mit. Gerade im Vergleich zu Leroy Sané eine Woche zuvor, fiel er hier ab.

Gnabrys Torausbeute in der ersten Hälfte bedeutet auf dem Papier zwar, die Maßnahme trug Früchte. Doch zeigte Gnabry auch so schon in den vergangenen Wochen eine aufsteigende Form. Überspitzt ausgedrückt könnte man sagen, dass es unnötig ist, Coman für Gnabrys Tore zu opfern. Möglicherweise sah das auch Hansi Flick so und tauschte die beiden für die zweite Halbzeit zurück.

2. Ein Künstler namens Müller

Thomas Müller wird noch immer nachgesagt, er sei ein limitierter Spieler. Schlimmer, er könne ja gar nicht Fußball spielen. Das war natürlich gerade in dieser Deutlichkeit schon vor zehn Jahren blanker Unsinn, aber im goldenen Herbst Müllers wird diese Absurdität immer und immer falscher. Mit seinen tödlichen Direktpässen muss sich Müller mittlerweile auch vor den ganz großen der Zehnerposition nicht verstecken. Beim 2:0 brillierte er dabei mit einer wunderbar fließenden Two-Touch-Bewegung. Er nimmt die Kugel perfekt mit und sieht noch in der Luft Gnabry, kaum am Boden sitzt dann auch der perfekte Pass. Würden wir über diese Aktion anders sprechen, wenn sie nicht von Müller käme?

Fest steht, dass die ehemalige hängende Spitze Müller sich zu einem recht klaren MIttelfeldspieler von Weltklasseformat entwickelt hat. Auch heute gab er wieder zwei Torvorlagen ab.

3. Standard-Spiel

Das Spiel war auf gleich zweifache Art ein Standard-Spiel. Zum einen lief es wie so oft: Greift der Gegner vorne an, schwimmen die Bayern auch gerne mal. Igelt man sich jedoch ein, wird man über kurz oder lang gefressen. So geschah es nun auch mit Werder Bremen.

In den ersten gut 15 Minuten spielten sie -obgleich teilweise in Überzahl- gut mit, bekamen viel Ballbesitz und schossen auch auf Neuers Tor. Dann verschanzten sie sich jedoch wie so viele andere Gegner immer mehr am eigenen Strafraum und luden die Bayern ein. Diese schlugen dann auch zu, und so war es um Werder geschehen.

Das geschah dann häufig über die zweite Bedeutung von Standard-Spiel: Die wortwörtliche. Der FC Bayern, oft belächelt für seine Standards, schloss heute gleich zwei von ihnen erfolgreich ab. Beide gingen gute und scharf getretene Hereingaben Joshua Kimmichs voraus, beide wurden vor dem Abschluss noch weitergeleitet. Obgleich Goretzkas “Vorlage” zum 3:0 reichlich unfreiwilliger Natur entsprungen zu sein schien.

Es bleibt zu hoffen, dass es nicht Ausnahme bleiben wird. Der FC Bayern bekommt viel zu viele Ecken zugesprochen, als dass man sie so leichtfertig verschwenden sollte, wie es die Bayern für gewöhnlich in dieser Saison handhaben.

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  1. Klarer Sieg
    Lewa hätte heute 3 machen müssen – jetzt ist 40/365 nicht mehr drin

    Ansonsten hat man gesehen das Roca Sarr zzt nicht FCB tauglich sind.

  2. Fast perfekt. So muss es aussehen, wenn der Klubweltmeister in Bremen antritt. So kann es aussehen, wenn die Mannschaft mal eine Woche Pause hat und das Pressing durchziehen kann und will. Die Bremer von Beginn an absolut wegdominiert und aus dem permanenten Zugriff und Dauerdruck konnten sie sich nie befreien.
    Bezeichnend dass die einzige Chance und der Gegentreffer erst nach dem Durchwechseln in den letzten Minuten möglich waren.
    Bemängeln könnte man nur, dass der Sieg zu niedrig ausfiel.
    In der ersten Mannschaft eigentlich alle überzeugend. Das Dreieck Müller, Goretzka, Lewy überzeugend, in Vorbereitung und Abschluss. Lewy konnte einem allerdings fast schon leid tun, dass er sich nach einigen wirklich überragenden Aktionen nicht belohnte. Der Rekord hätte heute schon in ernste Bedrängnis geraten können.
    Unsere Außenstürmer kaum zu fassen und zu kontrollieren.
    Pavard gleich wieder gut dabei.
    Jetzt kann man mal in Ruhe beobachten was die Leipziger morgen machen.

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    1. Schade, dass Sarr so von der ersten 11 abfiel. Etwas undankbar, ihn auf die Linksverteidigerposition zu stellen. Dann aber beim Tor wirklich sehr unglücklich…

      1. Sarr hat früher etliche Spiele links gemacht. Es war also nicht gerade Neuland für ihn, aber natürlich nicht seine Schokoladenseite.
        Wobei er seine Schokoladenseite hier bisher überhaupt sehr selten hat sehen lassen. Die restliche Saison wird er vmtl. auch wenig Gelegenheit dazu erhalten. Es gibt jetzt nur noch wichtige Spiele und da wird, sollte uns nicht eine sehr große Personalnot ereilen, Sarr sicher kein Kandidat mehr für die Startelf sein.

        Spannend wird sein was nächste Saison wird. Will man mit ihm weitermachen, will er nach seinen bisherigen Erfahrungen hier weitermachen? Kann er sich in einer “normalen” Saison, mit einer “normalen” Vorbereitung steigern, um zumindest vernünftiges Backup-Niveau zu erreichen?

        Eine Saison wie die bisherige dürfte für beide Seiten wenig Sinn machen. Wenn wir uns allerdings trennen, machen wir wieder eine neue Baustelle auf.
        In dem Zusammenhang mit der Thematik der AV-Backups könnte übrigens eine Boateng-Verlängerung wieder Sinn gewinnen. Wenn ich mal Pavard und Davies als die gesetzten Spieler betrachte, sind in unserem jetzigen Kader Süle und Hernandez ihre prädestinierten Vertreter, die wenig oder gar keinen Leistungsabfall bedeuten. Damit sie auf den jeweiligen Positionen zum Einsatz kommen können, ist natürlich notwendig, dass in der IV genügend Luft ist.
        Diese Luft würden wir nach den sich bisher abzeichnenden Transferplanungen ziemlich rauslassen.
        D.h. wir müssten also mit Sarr und O.Richards (absolute Wundertüte) als erste Vertreter rechnen. Was möglicherweise eine deutliche Schwächung bedeuten könnte.
        Lassen wir uns hingegen etwas Luft in der IV könnte man die bisherige Rotation beibehalten und ggf. Sarr relativ schmerzbefreit gehen lassen.

      2. Der Fehler von Sarr beim Tor war ein Stellungsfehler, da er nicht mit aufgerückt war und so das Abseits aufhob. Ob das nun darauf zurückzuführen ist, dass Flick ihn out of position gebracht hat und er sich eben auf links nicht so zurechtfindet wie auf rechts, wie einige insinuieren, wage ich in diesem Fall stark zu bezweifeln.
        Hier werden teilweise von einigen sehr elaborierte Thesen und Prognosen aufgestellt, oft auf einer Kette von Mutmaßungen und hypothetischen Folgerungen basierend. Ein nachträglicher Faktencheck und Abgleich mit der tatsächlichen Entwicklung würde mich da mal interessieren. Schaut man sich z.B. an, wie sehr sich Davies inzwischen verbessert hat, muss ich sagen, Flick hat alles richtig gemacht in dem Punkt.

      3. Schwierig zu sagen wieso Sarr beim Gegentor so schlecht steht. Mangelnde Spielpraxis? Leichtfertigkeit bei einer 3-0-Führung kurz vor Schluss gegen bis dahin harmlose Bremer? Mangelnde Motivation wegen nur Kurzeinsätzen? Oder doch fehlende Klasse?
        Bei Davies sehe ich auch große Fortschritte beim Stellungsspiel, dagegen beunruhigen mich seine technischen Mängel und seine teils hanebüchenen Abspielfehler. Kaum zu glauben, dass wir ihn als (Außen-)Stürmer verpflichtet haben.

      4. “Kaum zu glauben, dass wir ihn als (Außen-)Stürmer verpflichtet haben.”

        Oh je – wenn wir Davies nun als meisterhaft umgeschulten Fehleinkauf einordnen, dann bleibt von der im letzten Sommer wundersam über uns gekommen Wahrnehmungswandlung vom Frühstücksdirektor zum gewieften Adlerauge ja nur noch der Bart! Gott sei Dank, dass Neppe ihm den Musiala gefunden hat ;)

      5. @Ju: Hier hast du mich (absichtlich) falsch verstanden um gegen einen dir unliebsamen Menschen zu hetzen.
        Zur Klarstellung: Lange Zeit merkte man bei Davies, dass er ein Stürmer ist, der momentan Verteidiger spielen muss. Mittlerweile denkt man bei seinen gelegentlichen Vorstößen, naja bist halt “nur” ein Verteidiger, überlass dass da vorne lieber den “richtigen” Stürmern.
        Fussball ist auf jeder Position anders und fast alle Spieler sind oder werden Spezialisten. Die Spieler die mehr Positionen spielen und ständig ohne größeren Qualitätsverlust switchen können sind sehr rar.

      6. @Wohlfahrt
        Falsch! Ich mag Brazzo – und zwar sehr. Aber als das ungezogene Bürschchen, was mit Pferdelunge und Spielwitz unseren rechten Flügel beackert und ansonsten mit einem unwiderstehlichen Grinsen seine Umwelt erheitert. Jedoch nicht als einen Mann, der keinen geraden – inhaltlich, nicht grammatikalisch! – Satz in die Kamera bringt, eine Image-Kampagne der Bild-Zeitung nötig hatte und gerade in dem Moment, an dem ich glaubte, ihn in seiner neuen Rolle doch mögen zu können, kurzerhand meinen Lieblingsspieler verklingelt, weil er mit seiner Verlängerung bis kurz vor der Angst gewartet hat und dann als Ausgleich mit solch desaströsen Last-Minute-Transfers um die Ecke kommt. Das Problem ist, dass Brazzo kein Arschloch ist, welches man ignorieren und je nach Laune auch verachten kann. Sondern eigentlich ein Spitzenkerl. Weswegen es mich umso mehr nervt, wenn er irgendwelchen Mist erzählt, schlechte Arbeit wie z.B. Sarr mit Sparzwängen begründen will oder uns mit seinem Vertragsmanagement/der durch Transfers wie Arp, Coutinho, Hernandez zerschossenen Gehaltsstruktur mächtig in die Bredouille bringt. Wobei es mir dann auch wieder leid tut für ihn, dass er durch Hoeneß und Rummenigge direkt in den ersten Amtswochen zur Witzfigur wurde – genauso wie man ihm keinen Gefallen getan hat, ihn als Abschiedsgeschenk für Hoeneß zu befördern. Trotzdem gefällt es mir auch nicht, wenn mein Herzensverein von einem Mann repräsentiert wird, den keiner ernst nimmt. Und dass ich den ja eigentlich sehr mag, macht’s nicht besser.

      7. Flick wollte Sarr haben.

      8. “Flick wollte Sarr haben.”
        Kalter Kaffee, schon lange widerlegt. Salihamidzic hat doch schon erfolgreich versucht die Sache intern Busser anzuhängen um sich aus der Verantwortung zu stehlen.
        Busser war das Bauernopfer der deswegen auch nicht Nachfolger von Neppe werden durfte. Stattdessen hat man den Anfänger Schwegler befördert.
        Der hat jetzt Omar Richards als seinen Königstransfer im Feuer stehen. Mal sehen was daraus wird.

      9. @BM:

        “Flick wollte Sarr haben.”
        Kalter Kaffee, schon lange widerlegt.

        https://www.watson.de/sport/bayern%20m%C3%BCnchen/797901546-fc-bayern-hansi-flick-hat-neuzugang-bouna-sarr-hoechstpersoenlich-gescoutet

        Sarr lügt? Kannst du das belegen?

    2. @wohlfarth: Abspielfehler sehe ich bei sehr vielen, sogar bei Kimmich oder Sané. Das nervt mich eigentlich schon länger, weil das halt auch eine Schlüsselkompetenz ist und Voraussetzung für anspruchsvolles Kombinieren. Es prägen sich aber immer manche individuellen Szenen bei dem einen (Spieler und Beobachter) mehr ein als bei dem anderen. Statistiker mögen mich da widerlegen.

      1. Stimmt, bei Kimmich fällt es mir auch extrem auf. Woher diese einfachen “unforced errors” kommen? Keine Ahnung, es gab mal Zeiten da war der Trainer schuld dran. Aber die sind ja glücklicherweise vorbei.

      2. Insgesamt hat sich unser Vortrag aber doch sehr verbessert in der letzten Zeit. Ich weiß nicht, ob es an den zwei Nicht-Englischen-Wochen lag und der Möglichkeit, sich besser vorzubereiten, oder am Gegner gestern, oder an allem zusammen, aber ich fand im Spiel gegen Bremen wirkten die Offensivaktionen abgestimmter, weniger auf Einzelinitiative beruhend, und auch erfreulich variabel. Wären Pavlenka und das Aluminium nicht gewesen, hätte das Ergebnis viel deutlicher die Kräfteverhältnisse widergespiegelt. Basics muss man halt immer wieder eintrainieren.

      3. @severalseasons: Ich vermute dahinter auch die Zeit, mal wieder ein paar Dinge mehr zu trainieren. Nicht umsonst üben z.B. Tischtennisspieler auch immer wieder die gleichen Bewegungsabläufe. Die müssen einfach sitzen. Aber wenn Du wenig Zeit hast und dann gerade die taktischen Inhalte, die eigentlich in der Vorbereitung laufen müssen, nun in die laufende Saison drücken musst, dann fallen diese ständigen Wiederholungen von “einfachen” technischen Übungen eben auch etwas mehr hinten runter. Aber gerade unter Druck muss so etwas wie eine Ballannahme vollständig automatisch laufen – und das gelingt nur über Training. Nicht umsonst hat Pep z.B. auch Pässe in den richtigen Fuß mit dem richtigen Druck teilweise sogar in Trainingsspielen wiederholen lassen.

  3. Das war mal ein Spiel, wie ich es mag. Ungefährdet, abgesehen von Müllerinho unspektakulär, alle heile geblieben. Kann ich spitzenmäßig mit leben. Wenn ich um jeden zweiten Pass zittern will, spiele ich einfach selbst ;)

    Positiv für mich, neben den bereits Genannten: Hernandez. Gegen den Ball gewohnt bissig und geschickt im Zweikampf. Wenn ich ansonsten für sein Aufbauspiel das Adjektiv “bieder” favorisiert habe, würde ich heute auf “sicher” umschwenken. Er hat sich auf das fokussiert, was er kann und das exzellent umgesetzt. Festhalten würde ich dabei jedoch unbedingt, wie wichtig dabei für ihn ein spielstarker Nebenmann ist. Wenn dort niemand ist, der die Verantwortung übernimmt und die Bälle sinnvoll ins letzte Drittel bringt, dann kann sich Hernandez nicht auf die kurzen Pässe beschränken. Und das ist dann weder gut für ihn, noch für die Mannschaft. Ich kann nur wiederholen, dass aufgrund des Abgangs von Alaba der Verbleib von Boateng aus meiner Sicht alternativlos ist.

    Überhaupt muss ich sagen, dass der Verbleib auch seine Vorteile für die linke Abwehrseite hätte, auch wenn Boateng diese nicht unmittelbar tangiert. Wie Jo oben schon festgestellt hat, ist O. Richards eine absolute Wundertüte. Ich würde zusätzlich noch auf das Alter von Davies hinweisen – da ist die ein oder andere weitere längere Formdelle eigentlich vorprogrammiert. Jedenfalls wäre es für Richards sehr komfortabel, sich zunächst einmal akklimatisieren, an das Niveau im Training gewöhnen und das ein oder andere Spiel für die Amateuere machen zu können. Sollte er direkt an den ersten Spieltagen funktionieren müssen, wäre das reichlich viel verlangt. Dabei muss man noch nichtmal auf die Zweifel blicken, ob er überhaupt das Niveau hat. Es wäre sehr sinnvoll, wenn Hernandez dann nicht zwangsläufig in der Innenverteidigung gebunden wäre, sondern auch mal über Wochen außen spielen könnte, ohne dass anderswo Lücken aufgehen. Und falls Richards das Niveau tatsächlich haben sollte, werden seine Minuten nicht an Boateng scheitern. Mit Planungssicherheit bezüglich seiner Leistungsfähigkeit wäre es dann auch ab der Saison 2022/2023 möglich, einen festen Kaderplatz für Richards einzuplanen.

    Überhaupt sehe ich da kein großes Problem. Solange das Geld für Transfers wie von Sarr – zu dem ich mir jeglichen Kommentar sparen will – oder die Gehälter/Handgelder von z.B. Arp und Nübel locker sitzt, wird es an Boatengs Salär ja wohl nicht scheitern. Wenn er sein jetziges Niveau halten kann, ist es klasse für die Mannschaft, entspannt die Situation auf den AV-Positionen (Sülinho!), macht den Trainer zufrieden und der Verein behält auch eines seiner weltbekannten Gesichter. Das Schlimmste, was dann passieren könnte, ist dass ein anderer Spieler, der das Niveau von Boateng nicht hat, auf der Bank sitzt. Hierzu kann ich nur sagen: Liebe Leute, wir sind beim FC Bayern – da ist das halt so. Und solllte er sein Niveau nicht halten können, dann ist’s halt andersrum. Für Rotationseinsätze wird es schon noch reichen. Und wenn nicht, dann trennt man sich eben ein Jahr später.

    Nebenbei wäre es sicherlich auch hilfreich für das mediale Getue um Flick und Brazzo, wenn er wenigstens einen Spieler seiner favorisierten Innenverteidigung behalten dürfte. Man stelle sich doch mal vor, was da los wäre, sollten wir im Herbst in eine Krise geraten. Eigentlich kann Brazzo nicht wollen, dass dann endlos durch die Medien gezogen wird, dass er seinem Ten-Double(oder was auch immer)-Trainer die Innenverteidigung genommen hat. Für Alaba wird auch dann noch Verständnis da sein. Auch, wenn er an dem Fakt, dass er die Gespräche zu spät forciert hat, nicht mehr vorbeikommt. Aber Boateng vom Hof gejagt zu haben, um ‘seinen Transfers Spielzeit zu verschaffen’, könnte Brazzo in einer solchen Situation medial und auch intern sehr heftig auf die Füße fallen.

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    1. Lt. FCBinside ist der Abgang von Boateng beschlossene Sache.

      Meine Meinung: Das Spiel gegen den BVB hat gezeigt, dass es für die ganzen hohen Ansprüche nicht mehr reicht.

      Und ein Punkt, der hier gestern schon mal angesprochen wurde, sind die laufenden Verfahren gegen Boateng. Vielleicht hat der FCB einfach keinen Bock mehr auf diese Art der Negativpresse.

      1. Boateng hat seit Jahren diese Geschwindigkeitsdefizite. Klar er hat immer noch seine Spieleröffnungspässe und ist gehobene Mittelklasse in der Endverteidigung (wobei sich auch hier in letzter Zeit immer wieder Unkonzentriertheiten einschleichen) aber insbesondere bei einer hohen letzten Verteidigungslinie, kannst du im eventuellen Falle eines Ballverlustes dir einen Spieler, dem Lukebakio oder Rashica mit Ball am Fuß 10-15 m im Sprintduell abnehmen, nicht leisten. Zudem ist er auch ziemlich verletzungsanfällig.

      2. Ich verstehe, dass man bei Boateng Zweifel wegen der Verletzungsanfälligkeit hat. Auch ich denke immer wenn er zu Boden geht, einen langen Schritt macht “ach schon wieder, klar Boateng usw”.
        Allerdings muss ich mir dann auch immer klar machen, dass ein Gutteil auf eine verzerrte Wahrnehmung meinerseits zurückzuführen ist, die auf den Jahren 2015-2018 beruht. In der Zeit wurde Boateng wirklich im Übermaß von diversen Verletzungen geplagt.
        Allerdings muss man feststellen, zu meiner eigenen Verblüffung, dass Boateng seit Jahren so gut wie nie verletzt ist. Die letzte längere Verletzungspause war nach der Muskelverletzung, die er sich im Frühjahr 2018 gegen Real zugezogen hat. Seit dem fällt er vielleicht mal tatsächlich ein Spiel aus, weil es hie und da geziept hat. Aber das sehr selten und eigentlich nie länger als ein Spiel.
        Boateng ist einer der seltenen Fälle bei dem im Alter da noch eine Besserung eingetreten zu sein scheint.
        Mit etwas Ironie vermerkt, wenn uns die Verletzungen bei Boateng zu viel sind, sollten wir schleunigst schauen, dass wir Süle, Hernandez und Nianzou vorher loswerden.

      3. Ja dieser Boateng. Seit Jahren langsam. Oder zumindest in letzter Zeit… Unsinn! Bei den Bayern sind 20/21 bisher Davies, Coman und Sané schneller – sonst keiner.

        https://www.bundesliga.com/de/bundesliga/statistiken/spieler/top-speed

      4. Da wurde der Top-Speed gemessen. Unabhängig davon “wann” der erreicht wird. Bei Boateng braucht es eine extrem lange Anlaufzeit. Geschwindigkeitsdefizit bedeutet auch gang andere Dinge, die ihm fehlen, die Beweglichkeit, die Schnelligkeit im Zweikampf, auch die gedankliche Schnelligkeit manchmal, die Geschwindigkeit beim Blocken von Schüssen usw.
        Aus dem Grund halte ich die Aussagekraft der Auswertung für überschaubar.

      5. Ja, die Aussagekraft ist beschränkt. Die Zahlen sagen nur, wie schnell die Spieler diese Saison maximal gesprintet sind (bzw. dabei gemessen wurden). Passt aber, denke ich, ganz gut zu Aussagen zu “Geschwindigkeitsdefiziten” und “Sprintduellen”.

        Sicher wären auch objektive Daten zum Antritt/zur Beschleunigung interessant. Wenn es die irgendwo gibt.

        Die anderen Sachen, die du einschätzt, sind auch subjektiv. Kann stimmen, kann man sicher auch manches anders beurteilen. Klar kann man die jetzt auch irgendwie mit Geschwindigkeit verknüpfen, aber ob das im Post oben gemeint war? Da würd ich sie eher z.B. zu “Endverteidigung” zuordnen.

  4. Sehr überzeugende Leistung. Was mich aber nachdenklich macht ist, dass wir echt hoffen müssen, dass sich keiner ernsthaft verletzt. Ohne Müller, Goretzka, Kimmich oder natürlich Lewandowski würde ich in kein (entscheidendes) Spiel gehen wollen. Man kann nur die Daumen drücken, dass sich von denen keiner verletzt.

  5. @Tobi13

    Das ist ein Aspekt, den ich noch nicht bedacht habe. Allerdings kann ich mir das schwer vorstellen. Bei uns im Verein kann man mit minderjährigen Prostituierten schlafen, während die Ehefrau zuhause sitzt. Man kann den Staat um zig Millionen bescheißen. Man kann Luxuskarren bei Raserei im öffentlichen Verkehr schrotten und in millionenschwere Bestechungen involviert sein, Wenn man wichtig genug ist, wird die bewährte Doppelstrategie gefahren: Zuerst solange ignorieren, bis dies nicht mehr möglich ist und dann – wenn nötig – die Bühne für eine emotionale Entschuldigung bieten sowie betonen, dass es zur Identität des Vereins gehört, in schweren Zeiten für die Leute da zu sein . Und dann geht’s weiter – zur Not nach abgesessender Haftstrafe. Bisher musste man bei uns schon sein Haus anzünden, bevor strafwürdige Machenschaften für jemanden zum Problem wurden. Und ganz ehrlich: Wäre Breno nicht auch eine sportliche Enttäuschung gewesen, hätte man auch diesen nach den beiden Jahren, die er tatsächlich saß, wieder auf den Platz gestellt. Was ich sagen will: Wenn man Boateng behalten wollen würde, dann würden Boatengs Prozesse, die in einigen Dutzend Tagessätzen enden werden, keine Sau interessieren. Wenn man einen Grund sucht, seinen Abgang zu begründen, könnte es natürlich dennoch hilfreich sein.

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    1. Absolut richtiger Punkt.
      Allerdings war es die letzten Jahre sehr ruhig und jetzt haben wir Hainer, Kahn und Brazzo als sportliche Führung.
      Vielleicht bewerten sie die Dinge anders und wollen das es ruhig bleibt.

      Dazu kommt, dass die Wichtigkeit von Boateng zumindest diskutabel ist.

      1. Wer noch genauer wissen möchte, wie der aktuelle FC Bayern mit seiner Identität und der Aufarbeitung von Schattenseiten umgeht, der wird hier fündig:

        https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/sport-inside/index.html#

        (FC Bayern Campus: Rassismus-Skandal, Aufarbeitung, Folgen)

    2. @Ju: Hier bekommst du von mir mal 10 von 10 Punkten für deine Ironie.
      Außer der von Tobi13 höre ich aber keine Stimmen, die das Privatleben von Boateng mit einer eventuellen Vertragsverlängerung verknüpfen.
      Mir persönlich auch schnuppe, wichtig ist auf dem Platz.

      1. @Wohlfarth:
        Dann hast du die letzten Tage nicht aufmerksam gelesen.

        Jop:

        Zu Boatengs Standing: Ich finde es ja löblich, dass hier Sportliches und Privates getrennt wird, auch gilt die Unschuldsvermutung. Aber Fakt ist eben auch, dass Verfahren gegen ihn laufen, nicht das erste Mal, und dass er von außen betrachtet in einigen Belangen schon ein etwas fragwürdiger Charakter (in Beziehungen) zu sein scheint. Vielleicht spielt das ja auch eine Rolle, wenn die “Vereinsführung” zögert? ich finde es erstaunlich (und im Prinzip erfreulich), dass das in der Presse so zurückhaltend behandelt wird, würde aber gerne wissen, welche Gespräche dazu intern geführt werden. Leistungsförderlich ist das ja nicht gerade, wenn man sich mit solchen Anschuldigungen und Verfahren konfrontiert sieht.

      2. Ok, dann seid ihr hier schon zu zweit :-)
        Außerhalb von MSR fühle ich aber auch keinen Sturm der Entrüstung.
        Für mich ist Boateng übrigens wirklich ein etwas fragwürdiger Charakter, irgendwie so gar nicht mein Typ. Aber das tut fußballerisch nichts zur Sache.
        Verlängern würden ich ihn schon, aber nur für ein Jahr mit reduzierten Bezügen.

      3. @Wohlfarth:
        Und den siehst du hier?
        Ich so gar nicht.

  6. Ich weiß es nicht, aber manchmal gehen manchen die Worte schon sehr locker über die Lippen. Trotz aller medialen Berichterstattung würde ich doch sehr zögern, einen anderen Menschen, den zu be- oder verurteilen mein Wissen letztlich doch nicht ausreicht, so frisch der Leber weg in aller Öffentlichkeit als „fragwürdigen Charakter“ zu bezeichnen.

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    1. Wenn du damit mich meinst: Boateng ist halt vom ganzen Auftreten her überhaupt nicht mein Typ. Ich respektiere ihn als Fußballer und hab auch gar nichts gegen ihn und seine Privatgeschichten interessieren mich nicht.
      Wenn ich mir aber ein meet&greet mit einem Bayernspieler aussuchen dürfte, wäre er in der Rangliste wohl irgendwo jenseits der Top 10. Und das bei den ganzen Erfolgen der letzten Jahre.
      Ist ja auch nicht schlimm, es wird genug Leute geben, die ihn sehr mögen.
      Mein Favorit wäre übrigens Thomas Müller. Es soll ja auch Leute geben die diesen Typ nicht mögen.

      1. Das so auszudrücken, hast du jedes Recht. Jeder von uns bevorzugt den einen Spieler und findet einen anderen, aus welchen Gründen auch immer, das bestimmt jeder für sich selbst und privat, nicht ganz so toll. Mich hat nur die Zuschreibung „fragwürdiger Charakter“ gestört, weil wir hier nicht Charaktere über den Fußball hinaus kritisieren sollten ohne eine echte Grundlage für ein derartig hartes Urteil.

      2. Ok, über den Begriff “fragwürdiger Charakter” kann man diskutieren. Ich für meinen Teil wollte ihn nicht so verstanden haben wie du ihn verstanden hast und hab ihn so vom vorherigen Kommentar übernommen.
        Das nächste Mal werde ich meine Wortwahl vorher überdenken.

      3. Ok, dann muss ich wohl hier noch einmal reagieren, bevor mir jetzt hier etwas unterstellt wird:

        Meine Worte waren: “Aber Fakt ist eben auch, dass Verfahren gegen ihn laufen, nicht das erste Mal, und dass er von außen betrachtet in einigen Belangen schon ein etwas fragwürdiger Charakter (in Beziehungen) zu sein scheint. Vielleicht spielt das ja auch eine Rolle, wenn die “Vereinsführung” zögert?”

        Sollte das jetzt für einige, Boateng eingeschlossen (schließlich wurde hier meine “öffentliche” Meinungsäußerung angesprochen), ehrenrührig und nicht statthaft sein, entschuldige ich mich. Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung. Ich stand dabei unter dem Eindruck von Artikeln wie diesem – und habe vielleicht voreilig Schlüsse gezogen:

        https://www.sueddeutsche.de/sport/fussball-staatsanwaltschaft-nimmt-verfahren-gegen-boateng-wieder-auf-1.5217165

    2. Der Thread zum obigen Post ist ein sehr schönes Beispiel, wie man respektvoll und sachlich miteinander umgehen kann, auch wenn es um Themen geht, die Eskalationspotential haben. Also meinen aufrichtigen Dank an die Beteiligten, denn wir haben oft schon erlebt, dass wir allesamt allzu schnell emotionalisiert werden, und dann die Fetzen fliegen. Dass das hier nicht passiert, finde ich sehr erfreulich.

  7. Leipzig lässt zwei Punkte liegen – passt! Mit einem Sieg nächste Woche können wir dann ganz entspannt nach Sachsen reisen.

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    1. Wir haben noch genügend schwierige Spiele! Ein Sieg in Leipzig wäre vermutlich die Meisterschaft, denke ich. Wenn es aber ein Remis werden sollte, dann erleben wir noch aufregende Spiele gegen Gladbach, Union und Leverkusen.
      Angesichts unserer Wackel-Abwehr würde ich nicht zu früh jubeln …

      1. Na ja, Gladbach und Leverkusen machen mir aktuell weniger Angst …..

      2. Die Gladbacher, die seit dem Sieg gegen uns (mehr oder weniger) auf Talfahrt sind, werden dann ihr einzig gutes Spiel in der Rückrunde machen, so viel steht fest.

        Zum Jubeln ist es schon noch zu früh, aber es ist schon beruhigend, dass Leipzig auch mal ein Heimspiel nicht gewinnt.

    1. Meines Wissens muss der Verein nicht abstellen, wenn Quarantäne droht. In diesem Fall wird Lewa nicht spielen in England. Die Verbände prüfen gerade, ob Verlegungen möglich sind, ähnlich wie in der CL.

      Gilt übrigens auch für Deutschland. Gündogan, Werner und Havertz werden aktuell nur in Rumänien eingesetzt, nicht in Deutschland.

    2. https://www.kicker.de/keine-abstellungspflicht-oefb-team-ohne-alaba-sabitzer-und-co-799836/artikel
      Das ist zwar keine direkte Antwort, aber ich könnte mir vorstellen, dass es im Fall Lewandowski ähnlich laufen wird. Die Abendzeitung vergisst noch zu erwähnen, dass er auch beim Hinspiel des CL-Viertelfinales fehlen würde und quasi dann ohne Einheiten im Mannschaftstraining erst wieder zum Rückspiel angreifen könnte. Ob das in seinem Sinne wäre?

  8. OT:

    https://www.sport1.de/fussball/2021/03/fussball-mehmet-scholl-faellt-hartes-urteil-ueber-sohn-lucas

    Auch sehr schade, was aus dem Kerl (nicht) geworden ist…
    Genauso Gaudino Jr. Scheint bei beiden daran gescheitert zu sein, sich “quälen” zu wollen…

    Antwortsymbol11 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Da kennt wohl jemand nur einen Weg zum Glück … Scholli, Held meiner Kindheit, fällt in meinem persönlichen Ansehen tiefer und tiefer. Kann ihm zwar egal sein, aber schade ist es dennoch.

      Etwas ausführlicher: Auch wenn ich anerkennen kann, dass der Weg zu den höchsten Gipfeln des Fußballprofi-Daseins sicher nur über das permanente Überwinden eigener Grenzen geht – als Vater finde ich es höchst fragwürdig, seinen Sohn so öffentlich darzustellen. Das wichtigste sollte doch wohl sein, dass der Bub ein erfülltes Leben hat, und meine Güte, da ist er mit 25 doch noch ganz am Anfang. Ob da das angestrebte Multimillionärsdarsein und das Leben als Fußballprofi der einzige Weg ist, naja. Schade dass er so draufhaut, spricht mE nicht für ihn.

      1. Der Mehmet… früher habe ich ihn bewundert, auch für seine Haltung und die coole Mucke auf B2 (Mehmets Schollplatten). Daher auch mein Nick…

        Mittlerweile fällt er leider nur noch durch harte Statements auf, wie schon damals über Gomez.

        Eventuell muss ich meinen Nick doch ändern… vielleicht dann demnächst hier als Rummelfliege, Killerkalle? Oh, wait… ;-)

    2. Man könnte natürlich auch hervorheben, dass Mehmet Scholl nicht zuletzt durch seine absolut professionelle Berufsauffassung im Fußball so weit gekommen ist.
      Nun ist es halt sein Job als mediale Dreckschleuder Stimmung im Fußballzirkus zu machen – und auch das erledigt er höchst professionell.
      Das nennt man Arbeitsethos.

      1. Wäre er Protestant, könnte man sogar von “protestantischen Arbeitsethos” sprechen : – )

      2. @jjs

        Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob er seine aktuelle Tätigkeit wirklich als säkularen Gottesdienst begreifen würde oder vielleicht doch auch durch Neo-Tugenden wie Ruhmsucht und Gier motiviert wäre.
        Aber wahrscheinlich bin ich schon zu zynisch um dem Medienbetrieb Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

      3. @Alain: Durch Deine Reflexion sehe ich mich zu einer Re-Reflexion gezwungen: Ich denke tatsächlich, dass er »glaubt«, was er sagt.
        Insofern könnte man schon von einer Art Religiösität sprechen. Aber Gier und Eitelkeit sind natürlich auch konstituierender Teil seiner »Arbeit«.

    3. Also “Dreckschleuder” wär mir jetzt zu hart. Aber mir geht es wie Apfelsurfer. Ich sehe Scholl aktuell viel kritischer. Er kritisiert manchmal recht substanzlos herum (z.B. am DFB Nachwuchskonzept, um dann zuzugeben es nach wenigen Seiten weggelegt zu haben, weil er es nicht verstanden hat). Bezüglich “Zufriedenheit und glückliches, erfülltes Leben” bin ich voll bei Apfelsurfer. Aber dazu gehört halt auch, nichts “bereuen” zu müssen und Chancen nicht zu leichtfertig aus aktueller Faulheit zu vertun. Vielleicht will der Vater das verhindern/rauskitzeln. Dass das nicht in die Öffentlichkeit gehört, sehe ich allerdings auch so.

    4. Mehmet kommt mir vor wie eine verhinderte und verbitterte Eislaufmutti.
      Sowas wird wie Pech an dem Jungen kleben. Man stelle sich vor er sucht einen neuen Verein. Dann ist er der Junge von dem schon der eigene Vater meint er bringt es nicht. Klingt sehr verlockend.

      1. Ehe man sich wieder über Mehmed aufregt, sollte man sich einmal einige Jahre zurückversetzen.
        Ein Lucas Scholl trainierte unter Guardiola, spielte dann in der 2. Mannschaft und verließ den Verein.
        Seine Begründung: der Druck in München ist ihm zuviel – als Spieler in der Bayernliga!
        Und deshalb ging er in die RL Nordost. Für sein Verletzungspech konnte er nichts-aber vom FCB II über Wacker Nordhausen und Garching indie 2. österreichische Liga ist dann für einen als Talent hochgelobten nicht gerade der Bilderbuchweg.

        Eigentlich weiß jeder, der sich darauf einläßt, was von einem Fußballprofi erwartet wird, wenn er was werden will.
        Wer dann als gerade mal 20jähriger feststellt, dass ihm der Druck selbst in der RL schon zuviel wird, der sollte es vielleicht besser mit einem anderen Beruf versuchen. Insofern hat ein Mehmed Scholl nicht so ganz unrecht.

    5. Mehmet Scholl hat zu vielem eine Meinung und die teilt er auch gerne allen Menschen mit.
      Ihn als Dreckschleuder zu bezeichnen, nur weil man eine andere Meinung hat, dass ist unterstes Niveau.

      1. Meiner Meinung nach war Scholl als Fussballer bei 100%, aber als Kommentator leider nur so bei 30%. Oder weniger.

  9. Cool, souverän, die Bayern!

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