“Mia san mia” ist gescheitert

Der FC Bayern hat sich ganz bewusst für einen Weg mit Ex-Spielern entschieden. Nun muss er aber auch eingestehen, dass dieser Weg gescheitert ist. Ein Kommentar.

Gefühlt hat dieser Klub in seiner langen Geschichte alles erlebt. Vergleicht man die aktuelle Situation mit 2008 oder gar mit 1994, so relativiert sich alles ein bisschen.

Und doch fühlt sich alles so unnötig an. Gerade deshalb, weil die genannten Vergleichswerte einem schleichenden Prozess glichen, der vorherzusehen war.

2016 hätte jedoch kaum jemand damit gerechnet, dass dieser damals hochprofessionelle Klub innerhalb von nur zwei Jahren sein Gesicht verlieren würde.

Wo ist das Gesicht hin?

Ein Gesicht, das vor allem durch eine gute Mischung aus Stallgeruch (Rummenigge, Hopfner) und externen, kompetenten Mitarbeitern (Sammer, Reschke, Guardiola) geprägt wurde. Ein ruhiges, abgeklärtes und bodenständiges Image prägte diese Zeit. Quasi mit der Rückkehr von Uli Hoeneß änderte sich das aber zunehmend.

Das soll nicht bedeuten, dass Hoeneß für den jeweiligen Abgang Guardiolas, Sammers und Reschkes verantwortlich war. Aber er war für die jüngsten Neubesetzungen dieser Positionen hauptverantwortlich. Kovač und Salihamidžić hießen seine Kandidaten. Nicht Eberl, nicht Lahm, nicht Nagelsmann, nicht Tuchel …

Schon vorher scheiterte Rummenigge mit Ancelotti als Guardiola-Ersatz. Alle Trainer-Entscheidungen seit 2016 zeigen, dass der Klub aus seiner eigenen Ära wenig mitgenommen hat. Trainer wurden während dieser Ära wie auch davor und danach vor allem verpflichtet, weil sie irgendwelche Ergebnisse oder Stallgeruch nachweisen konnten – im Idealfall sogar beides.

Eine fehlende Linie

2009 entschied man sich für van Gaal, weil er ein unbequemer Typ ist, der etwas verändern kann. Vielleicht war das eine Ausnahme. Dass die Bosse Veränderung für notwendig hielten, zeigte schon die Entscheidung für Jürgen Klinsmann. Van Gaal kam wohl auch, weil er mit Alkmaar überraschend deutlich Meister wurde. Aber seine unbequeme Art war ebenfalls ein wichtiger Faktor.

Heynckes kam später als Freund und Guardiola war als bester Trainer der Welt ein Nobrainer. Man kann also sagen, dass diese Entscheidungen Zufall waren. Und doch waren sie klug und passten perfekt in die jeweilige Zeit. Sie haben etwas aufgebaut. Der Klub stand plötzlich auch fußballerisch für etwas.

Ancelotti und Kovač passen schlicht nicht in diese Linie. Während einer mit Mannschaften auf dem Zenit am besten arbeiten kann, weil er nicht für die große Weiterentwicklung von Spielern bekannt ist, ist der andere es vor allem gewohnt, eine Underdog-Rolle einzunehmen. Arbeiterfußball und die Position des Außenseiters machten Eintracht Frankfurt unter Kovač stark.

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Schon 2017 war dieser Punkt erreicht

Anscheinend zählten hier aber vor allem Namen und jüngste Erfolge. Das strategische Auge ging diesen Entscheidungen völlig ab. Passt dieser Trainer zum Kader? Passt er zum Stil der letzten Jahre? Es schien, als würden Fragen wie diese keine Rolle spielen.

Schon letztes Jahr stand man mit Ancelotti am selben Punkt. In Paris präsentierte sich eine völlig desolate Mannschaft. Die Heynckes-Rettung ist aus heutiger Perspektive nicht nur positiv zu bewerten. Obwohl auch der Triple-Trainer große Probleme hatte, wurden aus den Erfolgen die völlig falschen Schlüsse gezogen.

Die Mannschaft schien es ja noch draufzuhaben. Statt sich also um einen Trainer für die Zukunft zu bemühen und nach jungen Spielern für Schlüsselpositionen und ebenjenen Trainer zu suchen, blieb man zurückhaltend und hoffte fälschlicherweise, dass Heynckes noch ein Jahr machen würde und auch sonst alles laufen würde.

Fehlender Mut

Nagelsmann und Tuchel wurden jeweils verpasst. Man mag von Tuchel als Menschen halten, was man will. Aber vielleicht wäre er der unbequeme van Gaal gewesen, der mit unpopulären Entscheidungen einen wichtigen Weg eingeleitet hätte. Es ist nicht garantiert, dass Nagelsmann und Tuchel erfolgreich gewesen wären. Vielleicht wären auch sie an der Kaderstruktur gescheitert. Sie hätten aber für einen progressiveren Weg gestanden und gleichzeitig in die Linie der Ära gepasst. Sie sind zudem taktisch auf einem viel höheren Niveau als Kovač und bekannt als Trainer, die mutige Entscheidungen treffen.

Denn auch das geht Kovač völlig ab. Er traut sich zu wenig. Veränderungen gibt es nicht. Weder aus der eigenen Jugend heraus, noch taktisch auf dem Platz. Selbst gegen Abstiegskandidaten wie Fortuna Düsseldorf sendet er eher das Signal, ein 3:2 über die Zeit zu bringen, als Selbstbewusstsein auszustrahlen. Es ist ein ähnliches Problem, das auch unter Ancelotti herrschte. Anpassungen und Veränderungen fehlen komplett. Dabei wären ihm Fehler einfacher zu verzeihen, wenn er sich etwas trauen würde.

Nun darf berechtigterweise der Kader als Argument angeführt werden – wenn es um die Spiele auf hohem Niveau geht. Dass die Mannschaft gegen Augsburg, Freiburg und Düsseldorf jeweils nicht in der Lage ist, drei Punkte in einem Heimspiel mitzunehmen, kann unmöglich auf einen alten Kader geschoben werden.

Hoeneß trägt mehr Verantwortung als Kovač

In der letzten Saison wurden diese Spieler noch mit großem Vorsprung Meister und ein paar Monate später können sie kein Fußball mehr spielen?

Arjen Robben brachte es im Gespräch mit uns auf den Punkt. Es fehlt überall ein bisschen und deshalb läuft es nicht. Dass es im Passspiel, der Ballzirkulation, dem Positionsspiel und im Gegenpressing nicht passt, ist dann eben zwangsweise auf das Trainerteam zurückzuführen.

Und doch ist Kovač nicht alleine verantwortlich. Er kann nichts dafür, dass Hoeneß ihn von Anfang an in das Licht einer C-Lösung rückte, nachdem Heynckes absagte und andere Trainer nicht mehr verfügbar waren. Er kann auch nichts dafür, dass die Bosse bei der Entscheidung nicht bedacht haben, dass ein mit der Spielweise unvertrauter Trainer möglicherweise schon genug damit zu tun haben wird, ein System zu etablieren, das funktioniert. Dass er nicht noch in der Lage sein wird, mit alternden Schlüsselspielern umzugehen.

Auch Salihamidžić war nicht die A-Lösung

Kovač war bei Frankfurt zwar relativ erfolgreich. Doch es gab schon damals keinerlei Anzeichen dafür, dass er einen Dauerfavoriten trainieren könnte. Die SGE hatte unter ihm immer dann Probleme, wenn sie im Mittelfeld Kontrolle brauchte.

Trotzdem entschieden sich die Bosse für das Mia san mia. Bei Salihamidžić ist das ähnlich. Er kam, nachdem Lahm, Kahn und Eberl als Optionen ausschieden oder abgelehnt wurden. Auch er war somit schon vor Beginn seiner Amtszeit eine B- oder C-Lösung.

Schien er anfangs noch sehr akribisch und motiviert zu sein, so ist dieser Eindruck mittlerweile auch gänzlich verflogen. Salihamidžić spielt gerade jetzt, wo der FC Bayern einen wie Sammer am ehesten gebrauchen könnte, überhaupt keine Rolle mehr. Er versteckt sich hinter den großen Bossen, wirkt in seinen wenigen Interviews unsicherer denn je und hat im Sommer ebenso fehlerhaft agiert wie seine Vorgesetzten.

Das Warten auf Einsicht

Während Kovač bereits gescheitert ist, wird Salihamidžić wohl noch ein paar Tage länger beim FC Bayern verweilen. Doch bereits jetzt ist absehbar, dass auch diese Hoeneß-Personalie nicht zukunftssicher ist.

Hoeneß wollte das Mia san mia wieder stärker verankern. Er ist damit gescheitert. Die Kompetenz auf den beiden wichtigsten Positionen rund um die Mannschaft hat abgebaut und auch ein Kaderplaner, der Trainer und Sportdirektor gutes Werkzeug an die Hand gibt, fehlt offenbar.

Spätestens mit der Niederlage in Paris war das 2017 klar. Gelernt hat der Klub daraus nicht. Er hat es unter den Tisch gekehrt und bezahlt nun die hohe Rechnung. Denn nun befindet man sich zum zweiten Mal in einer Position, in der nur noch eine Saisonrettung möglich ist. Und in Sachen Umbruch ist man erneut keinen Schritt weiter.

Hoeneß wird all das sehr wahrscheinlich unbeschadet überstehen. Weil er Uli Hoeneß ist. Aber er sollte nun wenigstens Größe zeigen, zu seinen Fehlern stehen und sie schnellstmöglich korrigieren. Denn was Rummenigge und Hoeneß einst auszeichnete, ist die Fähigkeit, auf Fehlentwicklungen noch rechtzeitig Einfluss zu nehmen. Selten war das wichtiger als jetzt.

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Leserkommentare
  1. Jaymz

    Es ist so schade. Hier bei MiaSanRot steht immer so viel richtiges und kritisches. Dieser Kommentar triffts auch wieder auf den Punkt.
    Aber liest einer von Bayern hier mal mit? Kritisiert einer aus dem Aufsichtsrat mal unseren Präsi/Vorstand?
    Warum bezweifle ich, dass trotz dieser Entwicklung irgendwas positives im Vorstand passiert? Der Umbruch im Ganzen Verein, auf Allen Ebenen kommt Jahre zu spät. Kein Konzept von Jugend bis zu den Profis ist zu erkennen. Und was will man jetzt tun?
    Ich hab wirklich Angst vor einem AC Milan 2.0 !

    1. Spider

      Zustimmung zum Beitrag
      Und ja, die gleichen Fragen stelle ich mir auch.

  2. Hummelrobbe

    Dieser Kommentar trifft es aus meiner Sicht genau auf den Punkt. Ich will nicht sagen, ich habe es schon deutlich früher geschrieben, aber ich habe es schon deutlich früher geschrieben ;)

    Hoeneß hat mit seiner Wiederkehr in den Verein alle Schrauben zurück gedreht. Rückwärtsgewandtheit, falsches “back to the roots” und ein folkloristisches Mia san Mia waren das Ergebnis. Eigentlich müsste zuerst Hoeneß gehen!

    Ich hoffe nur, dass die Fehler jetzt schleunigst korrigiert werden.

    1. Bernhard B.

      Dein Kommentar ist mir zuvor gekommen.
      Lediglich deine Hoffnung ist nicht meine.

  3. chrissie

    Tuchel und Nagelsmann (und Favre) wollte man nicht, man hat sich ganz bewusst gegen die und für einen Ex-Bayern-Spieler entschieden, der keineswegs Erfahrung auf höchstem Niveau hatte. Und wenn man so zurückblickt, Hoeness und Rummenigge haben sich schon einige spektakuläre Trainerfehlgriffe geleistet.

    Dann Brazzo für Sammer. Auch eine spektakuläre Entscheidung. Gefühlt 5 Klassen Unterschied. Und wo arbeitet Sammer mittlerweile gleich noch mal? Scheint so, als könne man eben doch Erfolg kaufen. Aber Bayern tuts nicht.

    1. chrissie

      Kann sich noch jemand an die empörte Aussage von Hoeness vor ein paar Wochen erinnern?: “Man wollte mir einen Tuchel einreden!!” Und: “Nein, wir haben überhaupt keine Verhandlungen mit Tuchel geführt!”

      1. T.W.

        Mit “(keine) Verhandlungen” sind wohl solche gemeint, die bereits Vertragscharakter zwischen Verein und Trainerkandiddat gehabt hätten. Das scheiterte womöglich nicht zuletzt an Tuchels Ansprüchen in den Vorgesprächen etwa bzgl. Kader(um)gestaltung zu Lasten einiger Uli-Lieblinge. Ggf. dürften auch die Vorstellungen des Asketen Tuchel zur Ernährungsumstellung der Spieler ziemlich suspekt beim Brastwurstfabrikanten Hoeneß (und seinem Einflüsterer Stoiber aus dem Beirat) angekommen sein. Bloß kein “Buddha & Co.”-Klinsmann 2.0-Experiment mehr, so interpretiere ich das triumphal daherkommende “Man wollte mir…einreden”.

  4. Zero

    Dringend benötigter Klartext, auch mal fernab von Twitter, danke!

  5. GestrandetinBerlin

    Super Kommentar, vielen Dank.
    Unabhängig davon, dass es Kovac echt nicht leicht gemacht wird, fehlt irgendeine Art von Entwicklung. Man tut so als gäbe es kein Problem, dass Thiago nicht da ist. Die Gegentore sind gefühlt fast immer ähnlich, sodass die Abwehrspieler nach einem schnell überspielen leeren Mittelfeld eins gegen eins Situationen lösen müssen.

  6. Polterpetra

    Huch. Völlig treffende Analyse.
    Ich lese in diesem Blog seit dem Abgang von Kovac bei Eintracht Frankfurt oft und mittlerweile gern, obwohl ich glühende Frankfurt Fan ( in) bin.
    Kovac hat bei uns so gut funktioniert, weil er jemand ist, der Spieler entwickeln kann und ein unglaublich akribischer Arbeiter ist, der völlig neue Ideen eingeführt hat. ( ständige Leisungswerte analysiert, individuelle Trainingspläne, etc) Das funktioniert nur da wo man Spieler besser machen kann. Das funktioniert da nicht wo Spieler spielen, die eh schon zu den Besseren zählen, oder sich dafür halten.
    Das soll noch despektierlich klingen. Das ist der Anspruch von Mir San Mir, soweit ich das aus meiner Frankfurter Vogelperspektive das beurteilen kann.
    Kovac ist ein wirklich guter und vor allem ehrgeiziger Trainer. Aber zur falschen Zeit am falschen Ort.
    Mich persönlich würde es , anbetracht der momentanen Situation beim Fc Bayern interessieren was nach Kovac kommen sollte?
    Bei einer starren, irgendwie aus der Zeit gefallenen Führungsriege und einen schwachen Frühstückssportdirektor wird’s für jedem Trainer schwer .
    Sorry für meine offenen Worte.

  7. wipf1953

    Ich komme gerade aus dem AUDI-Dome – Basketball. Normaler Weise ist bei Heimspielen immer jemand aus dem Management da und ein paar Spieler, die dann auch begrüßt werden. Heute wurde keiner begrüßt – und soweit ich das von meinem Platz aus sehen konnte war die Fußballabteilung komplett abwesend. Ich denke mal, da wurden heute diverse Gespräche geführt, nicht nur auf Präsidiums / Vorstandsebene, sondern auch mit Kovac und der Mannschaft.

    Ich denke, es werden am Dienstag einige große Namen nicht in der Startelf erscheinen. Das ist auch das Einzig sinnvolle, was man jetzt tun kann. Der FC Bayern ist ja schließlich nicht Volkswagen, wo ausschließlich die Belegschaft das Sagen hat. Teile der Belegschaft sollte man mal “beurlauben”.

    Was mir Hoffnung macht ist der eine Satz von Hoeness an die “ach so tollen und objektiven” Journalisten – nämlich, dass die schon mal schreiben könnten welche Spieler das gestrige Ergebnis zu verantworten haben. Leider passiert das zu wenig. Es wird nur Friedhelm Funkel zitiert. Dabei sieht es doch ein Blinder: Bei Bernat haben angeblich schon 45 schlechte Minuten gereicht, dass ihn der Verein verkaufen wollte. Dann hat aber Boateng seit dem WM-Sommer mehr als einmal bestätigt, wie recht der Verein hat, dass sie ihn (schon lange) verkaufen wollen. 50 Mio.wurden für ihn aufgerufen – heute weiß man, dass auch 25 Mio. total unrealistisch sind.

    1. T.W.

      “…am Dienstag einige große Namen nicht in der Startelf erscheinen.Das ist auch das Einzig sinnvolle […]”
      Als Ancelotti das zuletzt in größerem Stil vollzog, standen eine 0:3-Pleite in Paris und die umgehende Demission des Italieners zu Buche.

      “Was mir Hoffnung macht ist der eine Satz von Hoeness […]”
      Derselbe Hoeneß, der damals die verbannten Kicker in Schutz gegen den Trainer nahm, spitzt nun also die eben noch von ihm (Hoeneß) und Rummenigge abgewatschte Sportjournaille an, “verantwortliche” Bayernspieler auf den Kieker zu nehmen – die Presse nun plötzlich als willkommener Handlanger der offenbar überforderten Vereinsoberen? Wie mag dieser erratische Kurs bei der (“maulwurf”-verdächtigten) Mannschaft hinsichtlich Vertrauen und Motivation ankommen?

      1. wipf1953

        Ach, T.W., Du bist auch schon ein Presseopfer – mit ein Grund für die momentane Misere ist doch, dass Spieler, die Grütze spielen, in der Presse nicht kritisiert werden. Warum? Rummenigge hat’s auf der Pressekonferenz gesagt. Weil nur noch gedealt wird. Spieler spielt schlecht, verrät Interna, wird in der Presse gelobt.

        Bei der Mannschaft sollte folgendes ankommen: Die Ancelotti-Nummer klappt nicht mehr, dieses Mal fällt es auf die Spieler zurück.

        Am Anfang habe ich mich wie der einsame Rufer in der Wüste gefühlt, weil ich seit Anbeginn des Leistungseinbruchs bestimmte Spieler kritisiert habe. Inzwischen nimmt die Kritik zu. Das ist überfällig.

        Es ist doch ein Trauerspiel, dass in Deutschland nur bestimmte ExTrainer den Mut haben, die Wahrheit anzusprechen (Lienen: Müller ist über seinen Zenit, Funkel: Boateng – dramatisch), bzw. die wenigen unabhängigen Journalisten (Tobias Escher hat auf Focus offene Worte zu Hummels gefunden (zu langsam, muss sein Spiel dringend ändern). Der Mainstream staunt Bauklötze wenn Jogi Boatneg ausmustert und erzählt die Pferdestory vom baldigen Comeback ..

        Diese Journalismuskritik war für mich der Kern der Pressekonferenz. Die eine Kritik an der durchboulevardisierten deutschen Sportpresse war. Und insoweit war die Pressekonferenz gar nicht so verkehrt.

      2. Josef

        Zwar etwas off-topic, aber ich habe noch nie verstanden, wo diese Mär herkommt, Ancelotti hätte damals in Paris besonders mutig/unkonventionell/provokativ/Umbruch-einleitend aufgestellt.

        Statt Hummels, Ribery und Robben spielten Martinez/Süle, Müller und James. Müller und James! Zwei absolute Weltstars. Es ist ja nicht so als hätte er Robbery für Shabani auf die Bank gesetzt.

    2. Bernhard B.

      Sag doch einfach der Kommentar von Justin ist Müll.
      Du hast leider die von dir zitierten Kritiker vergessen. ” Kovac ist ein guter Trainer!”
      Wenn man die Auswertungen und Kommentare vom Mir san rot verfolgt hat, die ja entgegen meiner Meinung, Kovac Zeit geben wollten, kommt man wirklich zu anderen Schlüssen als du.

      1. T.W.

        @ WIPF1953: “Am Anfang habe ich mich wie der einsame Rufer in der Wüste gefühlt, weil ich seit Anbeginn des Leistungseinbruchs bestimmte Spieler kritisiert habe.”
        Mit Verlaub: Deine Gefühlswelt in Ehren, aber von pauschalem “Presselob” für “bestimmte Spieler” trotz deren Minderleistung kann wohl keine Rede sein, “Deals” hin oder her. Müller mit seiner Torflaute oder Boateng (der allerdings verletzungsgeplagt) z. B. stehen spätestens seit dem enttäuschenden HF-Ausscheiden bei der EM 2016 hier und noch mehr in anderen Medien und Foren auf breiter Front in zunehmender Kritik. Ja, Hummels geriet erst mit Verspätung in den Kritikfokus (meine Zweifel [nicht nur] an ihm habe ich hier bereits seit längerem immer wieder geäußert). “Die Presse” / Öffentlichkeit besteht ja nicht nur aus solcher wie dem “bauklötzestaunenden” Facebook-“Mainstream” oder dem opportunistischen Springer-Kampfblatt, mit dem womöglich auch Hoeneß gefällige “Deals” bei Kaffeeaudienzen am Tegernsee eintütet (lies nach bei “Reporterlegende” Hinko, auf Hoeneß’ Zickzackkurs im Umgang mit Meden und Spielern bist du gar nicht eingegangen).
        Der Verweis auf Lienen oder Funkel erscheint mir da zu aktualitätsfixiert und überhaupt verengt, andere Beobachter aus den div. TV-“Experten”-Runden und sog. Qualitätsmedien der schreibenden Zunft benennen ebenfalls die Missstände beim FC Bayern nicht erst seit gestern recht deutlich.

        @ JOSEF: Nominell klang Ancelottis Startelf-Aufstellung in Paris trotz der prominenten Bank- und Tribünendrücker durchaus schlagkräftig. Die Änderung auf sechs Positionen gegenüber dem letzten Spiel, nun mit dem aus einer Verletzungspause kommenden Alaba und einer somit nicht optimal eingespielten Abwehr aus ihm, Süle, Martinez und Kimmich sowie (zunächst) komplett ohne Tempodribbler auf außen war aber womöglich zuviel der Rotation und Systemumstellung in einem so bedeutenden Match.

  8. Turbo Batzi

    Trainer und FC Bayern ist doch schon immer eine historisch schwierige Sache gewesen. Kovac war ein 50/50 Risiko. Es hat nicht geklappt. Das wäre bei Tuchel und Nagelsmann aber auch nicht anders gewesen.

    Weil man jetzt im Nachhinein schlauer ist, würde ich nicht alles in Frage stellen. Mia san mia ist sicherlich nicht gescheiert, weil es nun 3 Monate sportlich schlecht läuft. Jupp hat das Problem der Post-Pep Ära in der Tat etwas verzögert. Aber immerhin auch Titel gebracht. Muss das so schlecht sein?

    Tatsächlich steht die Lösung aus meiner Sicht ganz am Anfang des Beitrags: man wird auf die Pep-Strategie zurückkommen müssen: Sich etwas Neuem öffnen und versuchen, das im Selbstverständnis des Vereins möglichst frei laufen zu lassen. Mia san Mia reloaded sozusagen. Ob das mit oder ohne UH sein muss, wage ich nicht zu prognostizieren. Prinzipiell schätze ich ihn aber auch so ein, Fehler eingestehen zu können und Dinge zu ändern. Und das wird in der Tat für ihn nötig sein.

  9. Daniel

    Mir war schon vorher klar das wir mit einem Kovac als Trainer nicht alles in Grund und Boden spielen werden. Aber wo sind die Verbesserungen in der Defensive? Wo sind die Nachwuchsleute? Das sind die beiden Punkte die ich mir eigentlich von ihm erhofft habe.

  10. Anton

    Mir ist das etwas zu einfach. In der Trainerfrage – und da muß ich Justin recht geben – hat man völlig daneben gelegen. Sowohl bei Ancelotti als auch bei Kovac. Schon nach Guardiola hätte man einen Trainer gebraucht, der mit dem Umbruch beginnt. Stattdessen holt man einen Trainer, von dem man weiß, dass die Arbeit mit Nachwuchsspielern nicht unbedingt sein Ding ist. Für einen Umbruch sehr förderlich.. Der Glaube an Heynckes’ Verlängerung war der nächste noch gravierendere Fehler. Dann hätte man entweder bis zum Sommer warten müssen, weil da erfahrungsgemäß immer Trainer – auch renommierte – auf dem Markt sind. Stattdessen macht man den Schnellschuß Kovac- es lebe der Stallgeruch.

    Die Verletzungen von Tolisso, Coman und nachher Thiago waren natürlich alles andere als förderlich, aber das kann man weder der Vereinsführung noch dem Trainer ankreiden. Ob man bei dieser Kadergroße dann drei Spieler abgeben muss, steht auf einem anderen Blatt.
    Dass der Kader zu klein ist, kann man so sehen, muss man aber nicht. Denn Möglichkeiten hätte es durchaus gegeben.
    In der Vorbereitung spielt man gegen den HSV in Hamburg und hat eine halbe Mannschaft aus A-Jugend und 2.Mannschaft auf dem Platz. Ergebnis 3:1 gegen einen gerade abgestiegenen Erstligisten, der auch jetzt in der 2. Liga ganz oben steht.
    Trotzdem bekommt KEINER gegen die Übermannschaften Drochtersen, Rödinghausen oder AEK auch nur für eine Minute eine Chance. Es setzt sich das fort, was man schon in den vergangenen Jahren sehen konnte: Es gibt Profiverträge, aber keine Minute Einsatzzeit. So hat man auch einen Sanches im ersten Jahr geschafft.
    Dass es jetzt mit ihm wieder aufwärts geht, muß man Kovac hoch anrechnen. Aber selbst da gibt es Rückschläge.

    Der gravierendste Punkt aber, und das sehe ich etwas anders als Justin, ist Kovac. Für mich ist Kovac der gleiche Sturkopf wie es ein Bosz beim BVB war.
    Kovac hat eine Spielidee, für die er bei Frankfurt mit Rebic, Jovic und Haller drei schnelle Stürmer hatte. Zusätzlich dazu mit Mascarell, de Guzmann und Boateng Spieler, die das Spiel extrem schnell machen konnten.
    Beim FCB hat er seit dem 2. Spieltag welche schnellen Außen, die er für das Spiel braucht und welchen schnellen 6er der das Spiel schnell macht? Und damit ist diese Spielidee in der jetzigen Konstellation zum Scheitern verurteilt.
    Aber sie wird trotzdem beibehalten, obwohl jeder – auch die Spieler – sehen kann, dass es nicht funktioniert.
    Dazu kommt, dass es-überspitzt gesagt- eigentlich außer Lewandowski und Neuer keinen Spieler gibt, der eine feste Position hat. Der Gipfel war Sanches, der in einem Spiel dreimal – bei jeder Auswechselung – seine Position wechseln musste.
    Die Viererkette sieht jede Woche anders aus. für jeden der drei gilt: mal rechts mal links, mal mit dem einen, mal mit dem anderen. so ergeben sich für jeden IV vier verschiedene Spielmöglichkeiten und für jeden AV drei. Eingespielt ist was anderes. Wenn man noch zu dieser Viererkettenrotation auchnoch das Mittelfeld fleißig rotieren läßt, sollte man sich nicht mehr über mangelndes Spielverständnis und Abstimmungsprobleme wundern..

    All dies Kleinigkeiten zusammen führen dann dazu, dass es keine abgestimmten Abläufe mehr gibt, dass es immer wieder Fehler in der Abstimmung gibt, dass es dadurch zu falschen oder verspäteten Reaktionen kommt. Dann passiert so etwas wie das 1:1 gegen Augsburg. Neues Durchwürfeln; Niederlage gegen Hertha; Durchwürfeln; Niederlage gegen Gladbach; dazwischen – Durchwürfeln nicht vergessen – Unentschieden gegen Ajax, Dann Wolfsburg, Rödinghausen, Mainz AEK, Freiburg, Düsseldorf.
    Das System ist immer das gleiche und es wird nicht besser, weil es nicht besser werden kann.
    Mittlerweile weiß eigentlich keiner mehr so recht, wo es lang geht, wie es weiter geht und was er tun soll. Und die falschen Entscheidungen der Spieler häufen sich.
    Und wenn sich die falschen Entscheidungen bei gestandenen Nationalspielern häufen, gibt es zwei Möglichkeiten:
    – sie haben alle das Fußballspielen verlernt;
    – sie sind völlig verunsichert und entscheiden sich falsch und vor allem zu spät.
    Die Krönung des Ganzen war dann die 93. min am Samstag. Wo bitte war da bei der Auswechselung in der 90. Min die klare und unmißverständliche Ansage des Trainers, wie die letzten drei Minuten die Führung abzusichern ist.
    Entweder es hat keiner begriffen oder es gab keine.
    Oder und das wäre der Supergau, es gab eine aber es hat sich keiner dran gehalten.
    Dann wäre das Kapitel Mannschaft-Trainer wohl beendet.

    Es gab mit Sicherheit Fehler im Management, es gab mit Sicherheit auch eine Menge Verletzugspech.

    Aber des gab mit Sicherheit mehr als gravierende Fehler des Trainerstabs.
    Und das hat mit Mia san Mia absolut nichts zu tun

    1. GestrandetinBerlin

      Sehr guter Kommentar, wie ich finde. Gerade mit dem Bezug auf Frankfurt.
      Ich hoffe man sieht Mal langsam ein, dass das schnelle Spiel nach vorne mit dem Kader so nicht sinnvoll ist. Diese Unklarheit ist vermutlich auch mit dafür verantwortlich, warum die zwischenzeitlich guten Ansätze im Gegenpressing verschwunden sind.
      Das Schönste an dem Ganzen ist aus meiner Sicht folgendes, mir wurde die letzten Jahre immer wieder gesagt, dass mit Bayern jeder Depp als Trainer Meister werden würde. Mit wie vielen Punkten ist man letztes Jahr Meister geworden? 20? Und die Spieler haben in den paar Monaten so sehr nachgelassen, dass man momentan sich nicht für die CL qualifizieren würde? Schon seltsam

  11. Jo

    “Mia san mia” ist gescheitert? Was kann denn das arme “Mia san mia dafür”? Also ich würde mich da nicht gerade an einem Marketing-Slogan abarbeiten.
    Ebenso verwundert die Einschätzung, dass der Weg mit Ex-Spielern gescheitert wäre. Mal abgesehen davon, dass dieser Weg über Jahrzehnte als Erfolgsmodell dieses Klubs bezeichnet wurde: Ist es nicht eher so, dass Personen und nicht dieses Modell gescheitert sein könnten?
    Wobei für mich die angebliche Auswahl nach Stallgeruch immer eher eine Chimäre als Realität war. Gerade Kovac, der sich durch angeblich diesen auszeichnen sollte? Der vor knapp zwei Jahrzehnten mal zwei Jahre im Verein war? Das hat man eben so mal mitgenommen, aber das soll ausschlaggebend gewesen sein? Wirklich was bedeutet haben?

    Auch verstehe ich den Verweis auf 1994 und 2008 nicht. Das relativiert für mich nichts. Das sind im Vergleich zu heute ja eher noch Positivbeispiele.

    Dann kommen wir zu dem Punkt, dass sich mit der Rückkehr von Hoeneß alles geändert hätte. Dem würde ich grundsätzlich mal zustimmen.
    Aber dann kommen wir zu den aufgeführten Personalien. Gerade auch wenn ich MSR als Quelle mal erst nehme, komme ich zu dem Schluss, dass Guardiola, Sammer und Reschke alles Hoeneß-Verpflichtungen waren. Der den Abgang eben dieser Personen als einer der großen Fehler in seiner Abwesenheit ansah, zumindest soweit es Pep angeht, auch durch Aussagen verbürgt.
    Dass Lahm, Eberl, Tuchel und Nagelsmann nicht für diese Positionen neu verpflichtet wurden, mag man zu einem Teil dann Hoeneß anlasten. Wobei Eberl, was man so hört, der Hoeneß-Kandidat gewesen wäre, der dann natürlich in gewisser Weise Lahm ausgeschlossen hätte. Eberl wiederum wurde (angeblich) dann durch Rummenigge verhindert.

    Bei Nagelsmann wiederum muss man sagen, und das entbehrt schon nicht einer gewissen Ironie, dass Hoeneß ihn schon für unser Juniorteam verpflichten wollte, als die meisten seiner heutigen Verehrer den Namen noch nicht mal gehört hatten.

    Auch zu dem Punkt “Scheitern mit Ancelotti” hat sich zumindest meine Meinung mittlerweile etwas geändert.
    Klar, als der gute Carlo letztes Jahr gehen musste, habe ich ihm auch nicht sehr viel Gutes nachgesagt. Mittlerweile, mit dem Abstand der vielen Monate und vieler Äußerungen und Informationen beginne ich das schon etwas anders zu sehen. Kurz dieses Jahr, seine Ereignisse und Resultate, laufen für mich so langsam in eine, zumindest teilweise, Ehrenrettung von Ancelotti hinaus.

    Als Quintessenz des Ganzen will ich jetzt gar nicht auf eine individuelle Ehrenrettung von Hoeneß oder Rummenigge hinaus.
    Sondern eher auf den Kern des Problems hinweisen. Und der liegt weder in der individuellen Inkompetenz von Hoeneß oder Rummenigge, sondern in ihrer wechselseitigen Blockade.
    Hoeneß will Eberl und Heynckes. Rummenigge will Lahm und Tuchel. Als Ergebnis der gegenseitigen Blockade bekommen wir Brazzo und Kovac.
    Das sind Abläufe die allen Großkoalitionären bekannt sein dürften. Wenn man sich nicht einigen kann, besinnt man sich eben auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Das funktioniert zwar, bringt aber selten wirklich gute Ergebnisse hervor.

    In früheren Zeiten gab es diese Blockade, diesen Dualismus, noch nicht. Da waren noch Beckenbauer und Hopfner mit im Boot und es gab eine ganz andere Gruppendynamik, da konnte man noch zu so einer Art Mehrheitsentscheidung kommen.

    Und das, dieser Gegensatz, ist da was mir wirklich Sorge bereitet. Dagegen ist die Frage ob ein Kovac noch eine Woche, oder einen Monat Trainer relativ belanglos. Der Input von Trainern ist zwar kurzfristig sehr bedeutend, aber strategisch gesehen ziemlich überschaubar. Auch bei einem über die Maßen erfolgreichen Verein wie Bayern hat sich die durchschnittliche Verweildauer von Trainern doch drastisch reduziert. Nur mal so: In den letzten knapp 30 Jahren haben es gerade mal Hitzfeld und Guardiola geschafft drei ganze Saisons am Stück zu absolvieren. Der Durchschnitt dürfte wohl kaum über zwei Jahren liegen.

    Heißt die langfristige strategische Ausrichtung wird durch das Management und die Kaderplanung bestimmt. Und wenn sich hier unsere Granden nicht einigen können, wie denn vorzugehen sein sollte, wird die Entscheidung wie denn mit einem Kovac zu verfahren sein sollte absolut zweitrangig sein.

    1. wipf1953

      Hervorragender Kommentar, JO!

    2. Ich sehe hier kaum Widersprüche zu dem, was ich schreibe. Deiner Einleitung übernehme ich also, dass du entweder der Überschrift zu viel wert gibst oder du den Text nur überflogen hast.

      Bei Kovač spielte der Wunsch nach einem Zidane2 für Uli Hoeneß schon eine ziemlich große Rolle. Die Erneuerung aus den eigenen Reihen hat (vorerst) nicht funktioniert. Ich halte es für wichtig, das jetzt einzugestehen und Veränderungen zu bewirken.

      Es geht hier auch nicht nur um Nagelsmann und Tuchel. Es geht darum, dass Trainer nicht nach einer Strategie verpflichtet werden, die du dem Management unterstellst, sondern nach Erfolgen. Das ist schade. Kovač und Ancelotti (besonders letzterer) sind doch keine schlechten Trainer. Sie passen aber einfach nicht in diese Linie. Und dass sie trotzdem geholt wurden, zeigt, dass diese Strategie entweder nicht vorhanden ist oder der Klub die Trainer falsch bewertet hat.

      1. Jo

        “Ich sehe hier kaum Widersprüche zu dem, was ich schreibe. ”
        Ist doch schön.

        “Deiner Einleitung übernehme ich also, dass du entweder der Überschrift zu viel wert gibst oder du den Text nur überflogen hast.”
        Im Gegenteil. Ich habe den Text sogar mit soviel Interesse gelesen, dass ich seine Aussagen auch ernst genommen habe.

        “Es geht darum, dass Trainer nicht nach einer Strategie verpflichtet werden, die du dem Management unterstellst, sondern nach Erfolgen.”
        Ich habe das unterstellt? Seltsam, ich bin im Gegenteil völlig überzeugt, dass da keine Strategie dahinter steckt. Zumindest keine in dem Sinne wie du es vermutlich meinst. Allerdings ist diese Strategie, oder die fehlende Strategie für mich auch kein Kritikpunkt.

      2. Und wieso ist das kein Kritikpunkt? Trainer zu verpflichten, die nicht zu Spielern, Spielweise und Vergangenheit passen, erscheint mir als großer Kritikpunkt.

      3. Jo

        Es ist zumindest für mich kein Kritikpunkt.
        Ich glaube bei einem Fußballklub nicht an langfristige, über Dekaden ausgerichtete Planungen.
        Ich bin da bei KHR, der äußerte im Grunde kannst du nur eine, die aktuelle Transferphase richtig planen. Bei allem was weiter in die Zukunft gerichtet ist, gleicht das wegen der vielen Unwägbarkeiten schon eher einem Glückspiel.
        Das gilt für Trainerfragen noch in viel stärkerem Maße. Bei Trainern kannst du meistens ja nicht mal für die Transferperiode planen. Weil die Krux ist, dass dir dein Trainer meist überraschend abhanden kommt. Und dann brauchst du zu genau diesem Zeitpunkt eine Lösung. Und es nützt dir nichts, wenn vielleicht ein potentieller Wunschkandidat gerade anderswo die Liga rockt. Du musst dich mit dem begnügen was in dieser Stunde zu bekommen ist.
        Was ich dabei unter Strategie verstehen würde ist dann relativ simpel. Eben den besten verfügbaren Kandidaten zu finden und zu überzeugen. Und dann kannst du vielleicht noch hoffen, dass er eben gut, oder sehr gut zu der Mannschaft passt.
        In diesem Jahrzehnt ist dies auch sehr gut gelungen, ohne dass eine übergeordnete Philosophie zu erkennen gewesen wäre. Die Linie van Gaal – Heynckes – Pep – Ancelotti spricht für mich jedenfalls nicht dafür. Trotzdem ist man gut damit gefahren, weil das jeder auf seine Art eben Klasse-Trainer waren, die nicht nur Erfolge, sondern auch einen demensprechenden Ruf und eine Reputation hatten.
        Bei Kovac ist man zum erstenmal wieder von dieser Linie abgewichen. Kovac ist schon von seiner Vita her eine ziemlich außergewöhnliche Wahl gewesen. Warum das m.E. so ist habe ich oben ausgeführt. Da steckte dann mal keine größere Strategie dahinter, sondern die Suche nach einem Kompromiss-Kandidaten, dann schon unter selbst geschaffenem Zeitdruck.

        Das ist es ja was es für einen Verein wie Bayern so schwierig macht. Spätestens dieses Jahr sollte man wieder mal gesehen haben, dass ein Bayerntrainer auch ein gewisses Standing braucht. Da nützt es dir wahrscheinlich wenig einen Frischling aus irgendeinem NLZ zu verpflichten, weil der vielleicht eine ähnliche Taktik wie der Vorgängertrainer verfolgt.
        Am Schluss läuft es deshalb immer auf einen Kompromiss aus Verfügbarkeit, Namen und Passgenauigkeit hinaus, der dir jede langfristige Strategie irgendwann unweigerlich zerschießt.

    3. Tripler

      Guter Kommentar! Es ist wahrscheinlich die Mitte von allem. Bei den Fehlern, die aber auf dem Platz liegen, kann auch ein Sportdirektor, Vorstand-Sport oder andere Trainer nicht helfen.
      Klar könnte man die Jugend einbinden, nur würden die bei der derzeitigen Mannschaftsleistung untergehen.

      Warum müssen Eure Überschriften in letzter Zeit immer reißerischer werden? Hat bald schon SPOX Niveau…

  12. TS1970

    Danke Justin für diesen guten Artikel

  13. willythegreat

    Zu den Fehlern, die in der Führung und beim Trainer gemacht wurden, braucht man nichts mehr sagen. Wurde alles im Artikel bzw. in einigen Kommentaren absolut richtig analysiert.
    Wofür aber keiner beim FCB was kann sind folgende Dinge:
    – Verletzungen von Schlüsselspielern: Tolisso hätte meiner Meinung nach durch das Selbstvertrauen aus Russland eine Führungsrolle eingenommen und auch mehr Dynamik ins Spiel gebracht. Thiago ist in Sachen Ballsicherheit und Spielintelligenz unverzichtbar. Comans Tempo wird schmerzlich vermisst und gerade jetzt hätte auch James gut getan, auch wenn er vorher seine Probleme mit Kovac hatte, denn jetzt hätte er seinen Stammplatz ziemlich sicher gehabt.
    – Desolate WM, die immer noch bei einigen Spielern im Kopf rumspukt;
    – Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern: auch am Samstag gab es wieder zwei klare Fehler; dem 3:2 ging ein Foul voraus, das Foul an Müller war im Strafraum. In Dortmund wurde dem Team 10 Minuten vor Schluss ein klarer Freistoß an der Strafraumkante (Idealposition für Alaba) verwehrt….. Das darf keine Entschuldigung sein, aber ist halt nicht gerade hilfreich, wenn eine Mannschaft eh nicht gefestigt ist.
    – Konkurrenz in der Liga: Während letztes Jahr beim BVB nach kurzer Zeit der Einbruch kam und man den Rückstand schnell aufholen konnte, geben sich die Dortmunder heuer keine Blöße, selbst wenn sie nicht immer überragend spielen. So etwas registriert man natürlich im München und man weiß, dass man sich erst Recht keine Fehler erlauben darf, was den Druck noch mehr erhöht. Außerdem erhöht sich das Selbstvertrauen natürlich umso mehr, je schneller man Rückstände aufholt. Ich bin mir sicher, dass die Wahnsinnsserie nach Heynckes Amtsantritt letzte Saison auch dadurch zustande kam, dass die Konkurrenz so schwächelte und das noch einen Extra-Kick gab, dass man innerhalb weniger Spieltage wieder ganz oben stand. Gerade der diesjährige Druck durch die Konkurrenz potenziert die Probleme natürlich, weil man berechtigte Angst haben muss, dass das Titelrennen schon früh zu Ende ist. Ein Gegenbeispiel: Hört man aus Barcelona irgendwelche Krisenmeldungen? Barca hat gerade den schlechtesten Saisonstart der letzten 10 Jahre hingelegt und nach 13 Spielen 25 Punkte. Mit einem Sieg in Bremen käme Bayern auf vergleichbare 24 Punkte nach 13 Spielen. Barca ist aber immer noch sehr aussichtsreich im Titelrennen dabei und nur knapp hinter Sevilla. Weil auch Real und Atletico keine gute Saison spielen, kann Barca sich diese Schwächephase leisten und Valverde in Ruhe weiterarbeiten. Würde beim BVB nicht alles wie am Schnürchen laufen, dann wäre die Nervosität bei uns auch niedriger.
    Diese Probleme hätte übrigens auch ein anderer Trainer, weshalb ich mir sicher bin, dass ein Trainerwechsel sicherlich nicht die Wirkung haben kann, wie im Vorjahr.
    Gestern habe ich diesbezüglich von Didi Hamann einen interessanten Satz gehört. Er meinte nämlich, dass in der derzeitigen Situation ein Trainer, der möglicherweise auch langfristig gut zu Bayern passen könnte (der Name Miro Klose geisterte durch den Raum bei Sky 90), durch weitere Mißerfolge, die zumindest bis zur Winterpause zu erwarten sind, gleich wieder verbrannt sein könnte. Somit käme eigentlich nur jemand in Frage, der keine langfristrigen Ambitionen bei Bayern hat.

    1. Jo

      Der letzte Abschnitt ist auch das was mir zu denken gibt. Wir haben uns aktuell in eine Situation manövriert, in der kein Königsweg um wieder herauszukommen zu erkennen ist.
      Genau aus diesem Grund hatte ich gehofft Kovac schafft es noch irgendwie die Saison auf einem CL-Platz zu Ende zu bringen. Oder schafft es zumindest bis zur Winterpause.
      Ich muss immer an die Aussage von Hoeneß bei der Heynckes-Verpflichtung denken. Sinngemäß: Jupp habe am Ende der Saison die Mannschaft dann besenrein an den neuen Trainer zu übergeben. Gerade dieses besenrein geht mir immer wieder durch den Kopf, weil hier genau das Gegenteil passiert ist. Besenrein sah so aus, dass man alles unter den berühmten Teppich gekehrt hat. Und so ist unter eben jenem Teppich dann inzwischen ein veritables Minenfeld entstanden. Und mit diesem Minenfeld würde es nun jeder neue Trainer ganz genauso zu tun bekommen.
      Deshalb hätte ich es bevorzugt einen neuen Mann erst dann zu installieren, wenn man zumindest mal einige dieser Minen entschärft hätte.
      Und da du Klose erwähnst. Könnte ich mir tatsächlich vorstellen man versucht mit ihm mal bis zur Winterpause zu kommen und dann weiter zu sehen. Dem könnte man dann die üblichen Verdächtigen wie Hermann, Gerland, vielleicht auch Sagnol als Co-Trainer beigeben.
      Man könnte so zumindest mal einen großen Namen präsentieren (der “Bayern-Zidane”?), der gleichzeitig noch nicht so etabliert ist, dass er sofort als Cheftrainer für die nächsten Jahre gesetzt sein muss.
      Und auch nicht uninteressant, so könnte man unmittelbar vor der JHV noch Handlungsfähigkeit demonstrieren.

      1. willythegreat

        Klose könnte helfen, um etwas Druck vom Kessel zu nehmen. Andererseits ist es schon ein Risiko für alle Beteiligten. Klose möchte irgendwann Trainer werden und wenn dann gleich die erste Station buchstäblich in die Hose geht, was bei der derzeitigen Kostellation nicht gerade unwahrscheinlich ist, dann ist das natürlich eine Hypothek, die man immer mit sich rumschleppt. Zudem würde man sich die Option verbauen, Klose in ein paar Jahren als etablierten Trainer zu holen, wenn er sich anderswo bewiesen hat. Wenn er jetzt übernimmt und es nicht funktioniert, dann kannst du ihn später nicht so ohne Weiteres zurückholen, weil er eben schon einmal in München gescheitert wäre.
        Die Lösung, die mir am sympathischten wäre, sähe so aus: Mit Kovac mindestens bis zur Winterpause unter der Vorgabe, dass er rigoros auf Spieler setzt, die auch im nächsten Jahr sicher da sein werden und auf alte Verdienste 0,0% Wert legt. Die Spieler, die diesem Credo zum Opfer fallen würden, können sich durch Trainingsleistungen aufdrängen oder im Winter gehen. Ausgeheule beim Vorstand gibt es nicht mehr und wird mit Tribünenplatz “belohnt”. Im Notfall spielt der Nachwuchs. Haut das hin, kriegt er die Rückrunde auch noch als Bewährung. Zeichnet sich bis Mitte Dezember keine Besserung ab, fängt der neue Trainer im Januar an und kann dann zumindest im Trainingslager wenigstens ein paar Wochen mit der Mannschaft arbeiten, ehe es los geht.
        Außer Arsene Wenger wäre gleich bereit, zu übernehmen. Dann würde ich diese Lösung vorziehen.

  14. ale_ste

    Ich kann mich den Ausführungen zur fehlenden taktischen Flexibilität nur anschließen. Auch ich erkenne parallelen zu Bosz und sogar Zorniger bei Stuttgart. In diesem Zusammenhang vermisse ich ein gewisses korrektiv auf dem Platz, es muss kein Lahm oder Xabi Alonso sein, aber zumindest jemand, der das ganze Spiel mal von sich aus 20-30m nach hinten zieht und beruhigt, wenn man 3:1 bzw. 3:2 führt. Ob das Thiago ist bzw. wäre weiß ich nicht, da dieser ja auch gern mal den ein oder anderen Risiko-Außenrist-Pass in seinem Spiel hat. Schon länger ist mir auch das generelle Aufbauspiel ein Dorn im Auge. Lange Bälle auf die offensiven Außen kann man machen, allerdings müssen diese auch ankommen und dürfen nicht das fast einzige Mittel darstellen.

    Um auch nochmal auf die gesamte Vereinsstruktur zu kommen: Interessant und deswegen auch anzubringen, finde ich den Namen Jonas Boldt. Evtl. ja als Architekt des (endlich mal) Umbruchs. Könnte ich mir gut im Tandem mit Kahn vorstellen, wobei eine Aufgabenverteilung wie bei Reschke & Sammer vorstellbar wäre. Hierbei müsste sich dann aber eine Etage weiter oben mit einer anderen Rolle angefreundet werden, was ich bezweifle.

  15. Icke

    Ich sehe das genauso… Und die längst notwendige Diskussion dazu, wo wir zukünftig hin wollen…. Philosophie, Selbstverständnis, Struktur.
    Leider wird es in den nächsten Tagen und Wochen um Grundsätzliches gehen. Das haben wir uns aber selbst zuzuschreiben, da viel Zeit und Chancen vertan wurden (will auf die Baustellen garnicht eingehen, da ich denke es ist alles gesagt, nur noch nicht von jedem).
    Ich hab noch immer die PK bei der Vorstellung JHs im Ohr, als die Chance genannt wurde damit auch Zeit gewonnen zu haben. Zeit für die notwendig Erneuerung. Das Ergebnis ist bekannt… Stand heute.

  16. Anton

    Es ist ja nun nicht so, dass man schon gegen den Abstieg spielt. Und diese Entwicklung in der Post-WM-Saison ist ja auch nicht unbedingt etwas Neues. Bei 10 WM-Folgejahren haben es nur 4! Trainer geschafft, dieses Jahr überhaupt zu überstehen. Und das waren eben die Großen – Lattek, Hitzfeld, Heynckes, Guardiola.

    Trotzdem muss man konstatieren, dass neben den Fehlern des Managements auch das Trainerteam einen sehr großen Anteil an der Misere hat.
    Und auch wenn es schon mehrfach geschrieben wurde – die letzten 3 Minuten vom Samstag waren der Offenbarungseid!

    Entweder für den Trainer oder – und das ist mindestens genauso schlimm – für das Verhältnis Trainer und Mannschaft.
    Und deshalb muss es dort, ob man will oder nicht, eine andere Lösung geben.
    Ob sich ein rennomierter Trainer das antut oder ob man einem nun auch noch andiskutierten Miro Klose damit einen Gefallen tut, steht auf einem anderen Blatt.

    Es hilft auch nicht weiter, jetzt die Fehler der Vergangenheit weiter zu diskutieren. Es ist nun mal so gelaufen.
    Ob das nun gleich das Ende von Mia san mia ist, muß jeder selber entscheiden.
    Für mich ist “Mia san mia” jedenfalls vollkommen unabhängig vom Tabellenstand.
    Wenn es anders ist, wäre der Satz eigentlich nichts anderes als ein billiger Werbeslogan und dann ist es auch völlig egal, ob zu Ende oder nicht.
    Was hilft es, jetzt darüber zu philosophieren, ob es mit Tuchel oder Nagelsmann besser gelaufen wäre, ob es mit Coman besser geklappt hätte, ob es ohne Hoeneß oder mit Sammer problemloser gewesen wäre – den Beweis kann sowieso keiner erbringen.
    Vielleicht stände man mit Tuchel – warum auch immer – auf Platz 7. Wer kann das denn beweiskräftig ausschließen? Vielleicht wäre es mit einem Lahm als Sportvorstand auch nicht besser. Behaupten kann man erst mal viel.
    Offensichtlich haben viele der Großen zur Zeit ihre Probleme. Warum also nicht auch der FCB.
    Hätte, wäre, wenn hilft da aber nicht weiter.

    1. Icke

      Man sollte vielleicht nicht in “Entweder-oder” Kategorien denken, sondern in “sowohl-als-auch”. Ein anderes Selbstverständnis muss doch keine Abkehr vom MiaSanMia bedeuten. Ich habe es eh immer mehr als Form des Selbstbewusstseins gesehen als das der regionale Bezug immer und überall sichtbar werden muss. Schau, welchen Stellenwert ein Ribery, Elber oder Kahn für die Geschichte des Vereins heute haben. Und “Familie” (UH) wird hoffentlich gelebt und nicht per Geburtsurkunde festgelegt.
      Denke aber auch, dass irgendwann alles gesagt ist und wir jetzt nach vorn schauen sollten… und am Ende sagen wir, dafür wars gut.

  17. Herrispezial

    Wenn man wirklich den katastrophalen Fehler fortsetzen möchte und den Trainer behält, dann muss es extrem enge Absprachen zwischen Trainer und Vorstand vor jedem Spiel geben. Was ist die taktische Marschroute und welche Aufgaben hat jeder Einzelne auf dem Platz? Nur so lässt sich erkennen, ob die Spieler nicht wollen/können. Und dann kann man den Druck auf jeden Einzelnen erhöhen. Ob das was nützt? Ich glaube es eher nicht, weil Kovac bisher keine einzige Idee hatte, wie sich unser Spiel verbessern lässt. Immer 4-3-3. Immer Flügelfokus. Immer hoffen auf individuelle Klasse. Dazu kein Abwehrbollwerk trotz der vielen vergeigten Führungen. Aus meiner Sicht sind schon wieder 2 Tage verschenkt worden, weil er noch da ist. Aber wenn man ihn noch hält, dann muss zuerst Genanntes sofort erfolgen.

    Und über die Nachfolge kann man sich auch noch in Ruhe bis Weihnachten Gedanken machen. Peter Hermann kann doch die paar Spiele übernehmen. Ein Festhalten an gescheitertem Führungspersonal hat immer die schlimmsten Auswirkungen auf die Belegschaft.

    1. Kurt

      Dann stellt sich die Frage, wer die Informationen an die Presse geliefert hat, dass Spieler sich gegen Kovac ausgesprochen haben. (Wenn es denn stimmt.)

      Denn dann muss man sich auch fragen, Kovac’s Unfähigkeit hin oder her, wieviel Macht und Erwartungshaltung einige unserer Spieler haben.

      1. Herrispezial

        Beim letzten Absatz stimme ich Dir zu. Deswegen ja auch der Druck auf die Spieler. Wenn man sieht, wer dem Trainer folgt und wer nicht, kommt man auch ein Stück weiter.

  18. Kurt

    Finde witzig, wie sich hier Kommentatoren und Autoren gegenseitig beweihräuchern es ja immer besser gewusst zu haben.

    Dabei spielt man eine popelige Saison mal nicht nach den Maßstäben die man sich selbst gesetzt hat. Ich bin es mittlerweile wirklich SO SEHR Leid. Und das zieht sich durch alle Seiten. Transfermarkt-Forum, r/FCBayern, MSR nur am Flennen und Meckern. Was hier gescheitert ist, ist die Fanbase.

    1. Anton

      Es geht doch nicht um eine popelige Saison, das haben andere auch schon geschafft oder schaffen es gerade. Es geht um das wie!
      Und ich sage es nochmal – die 90. min und die darauf folgenden 3 waren der Offenbarungseid!
      Nach dem Spielverlauf bis zu dieser 90. min lösen das Trainer und Spieler selbst einer Kreisligamannschaft besser.
      Und wenn das ein FC Bayern nicht mehr schafft und die Führung derart dilettantisch verspielt, dann ist das nicht mehr popelig, dann ist das armselig.

      1. Kurt

        Dem widerspreche ich doch gar nicht. Heißt aber “nur” Kovac muss gehen und Salihamidzic, wenn eine Alternative handhabbar ist, auch.

      2. Herrispezial

        Kurt, das stimmt nicht. Hier wird auch schon seit Ewigkeiten über den Kader diskutiert. Und bei Kritik an der Vereinsspitze, die auch ihren Teil zu der Misere beigetragen hat, wird hier ja auch daran gezweifelt, dass diese gerechtfertigt ist.

      3. Anton

        Kurt, kein Trainer wird es schaffen mit einer Mannschaft eine bestimmte Spielidee ohne Wenn und Aber erfolgreich durchzuziehen, wenn ihm die dafür notwendigen Spieler fehlen. Das kann nicht funktionieren.

    2. Turbo Batzi

      Würde dir noch Spiegel Online (SPON) empfehlen. Da geben sich biased Journalisten und professionelle (Dortmunder) Foristen die Hand, seitenlang ihren Hate auszuschütten über jeden Kieselstein der sich in München bewegt. Gruselig.

      1. Warum lest ihr denn Dinge, die euch nerven?

      2. Liza

        Mein Leben ist so viel stressfreier seitdem ich SpOn aus meiner Schnellwahlliste gelöscht habe….

      3. Kurt

        @Justin

        Also MSR nervt mich natürlich nicht. Diese Seite hier ist qualitativ natürlich in einer ganz anderen Liga als der Rest und das liegt sowohl an euch, als auch den Usern. (Das war ein Lob ^^)

        SPON lese ich gar nicht. Genausowenig wie kicker, Sport1, SportBild und andere solcher Geschichten.

        Generell ist die Frage aber schwierig zu beantworten. Vielleicht in gewisser Weise Masochismus, Man will sich aufregen. Ka.

  19. MG

    Ich denke auch, dass die Strukturen dringend geändert werden müssen und im Zentrum dessen sehe ich klar UH als Problem.
    Er ist zu mächtig. Der Sportdirektor Brazzo ist zu schwach. Der Trainer ist zu schwach. Warum ? Weil die (oder einige) Spieler nicht den normalen Weg einhalten müssen sondern gleich direkt zu UH gehen können.
    Es muss ganz klar sein, dass im sportlichen Bereich niemand am Trainer/Sportdirektor oä. vorbeikommt. Die haben das Sagen. aber bei uns redet eigentlich hauptsächlich UH.
    Ich kann nur hoffen, dass UH auch sich selbst hinterfragt und baldmöglichst sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender abgibt.
    Dann muss ein starker Sportdirektor her. Diese Strukturen werden dringend benötigt, da ist mir einfach zuviel Wohlfühloase/Eigensinn. Jedesmal Theater wenn einer ausgewechselt wird, ein Spieler der krank spielt, Boateng ist nur noch nebenberuflich Fussballer, Ribery …
    Sonst kann da der größte (Laptop)-Trainer oder Taktikfuchs aus Salzburg / Katar / Paris / Leeds oder sonstwoher nichts ausrichten.

    1. Anton

      Du kannst die Strukturen ändern bis du schwarz wirst – mit dem Supersportdirektor, von mir aus Sammer +Eberl+Kahn in einer Person, die ganze Vereinsführung entlassen und die Hälfte der Mannschaft rausschmeißen – wenn ein Trainer versucht, ein Spielsystem zu spielen, für das ihm die passenden Spieler leider fehlen, dann kann das nicht funktionieren.

      Genau das Gleiche ist doch letztes Jahr dem BVB passiert. Offensive mit absolut hohem Pressing, so wie Ajax es gespielt hat.
      Klappt ganz toll, aber nur wenn du auch die superschnellen Verteidiger hast, die bei den Kontern den Gegner noch ablaufen können.
      Und nach kurzer Zeit hatte auch der letzte begriffen, wie man das System knackt und dann ging es dahin. Denn genau die schnellen Verteidiger hatte man eben nicht. Hat den Bosz aber nicht interessiert.
      Wir spielen über die schnellen Außen! Auch wenn wir keine auf dem Platz haben! Wir haben einen verletzten Coman – aber keinen Rebic, Jovic, Haller, Da Costa.
      Aber es wird immer weiter versucht. Mittlerweile hat – siehe oben- auch der letzte kapiert, dass man nur die Außen zustellen muß und dann war es das mit der Spielidee. Die mutiert dann wieder zum Ballbesitzfußball ohne Tempo – es lebe das Konterspiel.

      Und da wollen wir uns doch nichts vormachen! Da wird eine fast identische Mannschaft mit 20 Punkten Vorsprung Meister – trotz Schwächeln am Schluß. Und jetzt steht man nach 12 Spieltagen da mit schon 9 Punkten auf 1 und 5 auf 2. Und die Spieler haben alles verlernt, vergessen, keine Lust mehr, oder was auch immer. Ganz steile These.

    2. Olorin

      Ein solcher Absturz wie der momentane hat immer mehrere Ursachen. Sowohl die Problematik der Strukturen als auch die total unpassende Spielidee von Kovac tragen einen guten Teil zur jetzigen Situation bei. Eben deshalb sollte Kovac gehen, auch wenn er nicht alleinverantwortlich (nichtmal hauptverantwortlich) für die Misere ist. Aber an den anderen Stellschrauben kann man nicht so schnell etwas verändern.

  20. rotweiss

    die klugen Kommentare hier lassen in der Zusammenschau vermuten, dass es nicht nur an einer Stellschraube liegt, die man anziehen müsste. zweifelsfrei aber scheint mir, dass die Persönlichkeit Uli Hoeneß im Zentrum des Problems steckt. wir hatten einen ziemlich rationalen, vernünftigen und abgeklärten Führungsstil zu Zeiten hopfners, sammers, reschkes und guardiolas. kein medientheater, keine großmäuligen ansagen – der rest wurde auf dem platz geregelt. und wie! dass mancher Guardiola immer noch vorwirft, er habe den Champions-league-sieg vercoacht, ist lächerlich. das letzte Halbfinale vs. atleti unter ihm war eines der besten und mitreißendsten bayernspiele, die ich je gesehen habe…und heute sind wir von einem CL-Halbfinale so weit weg wie der HSV vom Europapokal.

    kommt also einer zurück aus dem knast und will es in wutbürgermanier allen nochmal zeigen. indem er sich auf stallgeruch und Rezepte von vorgestern besinnt. Trainer, transferpolitik, sportdirektorpersonalie, medienschelte und ein älterer herr als Chef im Campus. meine Hoffnung war groß, das UH sich im knast geändert hätte und in der lage egwesen wäre, den wandel in die wege zu leiten und mit seiner Erfahrung zu begleiten. aber dazu würde halt erst mal die Erkenntnis gehören, dass ein wandel notwendig ist. eben an allen oben genannten stellen. aber so wird man zum getriebenen der aktuellen Entwicklung und kann eben nicht in ruhe neu aufbauen. die JHV am freitag wird immer interessanter…

    1. Kurt

      Ständig dieser Bezug auf die Haft. Was soll das? In Deutschland ist man rehabilitiert, sobald man seine Strafe abgessen hat. Damit sollte es auch gut sein.

      Schlimm genug, dass sämtliche vereinsfremden Hater immer wieder mit dieser ollen Kamelle ankommen, da darf man als Fan vom Verein gerne mal darauf verzichten, ganz egal ob man Hoeneß’ Arbeit/Einfluss kritisch sieht.

      Das geht auch ohne solche Fingerzeige. Und ob und wie Uli sich im Gefängnis geändert hat, geht dich im Grunde einen Scheißdreck an.

      1. rotweiss

        das ist der zugegebenermaßen sehr verdiente präsident meines vereins…warum geht mich das einen scheißdreck an, was die haft mit ihm angestellt hat? zudem bei einem bauchmenschen wie Hoeneß? sorry, den schuh zieh ich mir nicht an. das muss schon erlaubt sein, mal zu interpretieren…

        imho hat die Haftzeit bei ihm eine geradezu halsstarrige Entschlossenheit bewirkt, es allen nochmal zu zeigen und den FC Bayern wieder zu “seinem” folkloristisch angehauchten verein zu machen. mit entsprechenden Fehlentscheidungen. und diese Deutung hat mit der gebetsmühlenartigen Erwähnung der haft als diffamierungswerkzeug durch einschlägige kreise null zu tun. selbstverständlich ist er in meinen augen komplett rehabilitiert. leider schützt diese Rehabilitierung nicht vor einer guten portion Selbsttäuschung…

      2. Gerdl20

        Kurt kann man nicht ernst nehmen. Sobald es gegen Müller oder UH geht verliert er die nerven und fängt an zu jammern.

      3. Kurt

        Ja vor allem “Gerdl20” kann man ernst nehmen. Einer von unzähligen Neulingen die nix beitragen. *Gähn*

      4. T.W.

        @ KURT: Abgesehen davon, dass Hoeneß‘ Resthaftstrafe noch bis Februar 2019 zur Bewährung ausgesetzt ist: Auch für ihn gilt die Satzungspflicht, sich als Vereinsmitglied nicht vereinsschädigend zu verhalten. “Ob und wie” er dem etwa mit “Scheißdreck”-Parolen zumal gegen integre (Ex-)Spieler des FCB nachkommt, hat dann schon mehr als deinen wortgleichen “Scheißdreck”-Belang für “Ehre und Ansehen” sowie sportl. Perspektiven des Klubs – nicht zuletzt im Hinblick auf das Mannschaftsklima sowie die Chancen zur Verpflichtung von Wunschspielern oder anderem gehobenen Fachpersonal. Ebenso z. B., inwieweit öffentliche Sprüche zu “Granaten / Geld sammeln für nächstes Jahr” preistreibend sind zum Schaden der FCB-Vereinskasse.

  21. Kurt74

    Interessant wie einige die aktuelle Misere zwanghaft Hoeneß ankreiden wollen. Ohne sein schaffen wären einige hier gar nicht erst Bayernfans geworden. Was man der Vereinsführung tatsächlich vorwerfen kann ist die suboptimale Kaderplanung. Da wurden aus Dankbarkeit Veträge mit Ribery und Robben verlängert trotz das man wusste das sie sich schon im Spätherbst ihre Karriere befinden. Spieler wie Boateng oder Müller hinken nicht schon seit dieser Saison ihren Bestleistungen hinterher. Und man hat Spieler wie James wo ein Kovac nicht weiss wie er sie einbinden soll.

    Und da sind wir schon beim Kern des Problems. Kovac ist ein Trainer der junge wilde Spieler formen und besser machen kann. Aber bei Bayern hat er Spieler denen er technisch und körperlich nichts mehr neues erzählen kann. Das sind Spieler die du mit Taktik und Spielintelligenz fordern musst. Und dafür ist er einfach der falsche Trainer. Er hält stur am System fest, im Spiel greift er höchstens mit Einwechslungen ein und auf Systemumstellungen des Gegners reagiert er zu spät oder gar nicht. Und mittlerweile steckt er dermassen mit der Mannschaft im Abwärtsstrudel fest das er sich gar nicht mehr trauen wird etwas neues oder anderes auszuprobieren. Kovac ist eine lahme Ente die auf ihren Abschuss wartet.

    Ich habe dazumal orakelt das einige die gegen Pep gepestet hatten weil er sich in den wichtigen Spielen in der CL regelmässig vercoacht hatte, diese Zeiten noch nachtrauern werden. Die Zeit scheint nun leider gekommen zu sein.

    Was die letzten 2 Jahre auf alle Fälle gezeigt haben, der Verein muss einen Weg finden erfolgreich zu agieren aber gleichzeitig junge Spieler zu integrieren ohne Rücksicht auf Ego-Befindlichkeiten alteingesessener Spieler. Nur so lassen sich langfristig solche Seuchensaisonen vermeiden.

    1. T.W.

      Seltsam: Du führst einerseits mit “suboptimaler Kaderplanung / Dankbarkeitsverträge”, unpassender Trainerverpflichtung sowie mangelnder Integration von Jungprofis wegen “Rücksicht auf Ego-Befindlichkeiten alteingesessener Spieler” entscheidende Managementfehler an, die in letzter Konsequenz eben doch hpts. auf Hoeneß’ Geheiß zurückzuführen sein dürften – und andererseits möchtest du ihm dies alles wegen dessen vergangenem Lorbeer nicht “ankreiden” lassen.

      Dieser Spagat könnte auch “zwanghaft” anmuten… ,-)

    2. “Interessant wie einige die aktuelle Misere zwanghaft Hoeneß ankreiden wollen. Ohne sein schaffen wären einige hier gar nicht erst Bayernfans geworden.”

      Sowas finde ich immer recht mühselig. Wie lange soll man denn vor lauter Dankbarkeit für die Vergangenheit alles ertragen? Niemand kritisiert Hoeneß für sein Gesamtwerk FC Bayern, und ich denke alle hier sind sich ausnahmslos einig, dass er großen Anteil daran hat, dass der Verein da stand, wo er 2012/13 stand. Aber warum darf man deshalb nicht auf das, was aktuell nicht gut läuft (teilweise sogar auf bedenkliche Art und Weise), mit sachlicher Kritik reagieren? Irgendwann ist es doch mal gut mit dem Götzenkult und der bedingungslosen Treue zum Jahrhundertpräsidenten. Es wird Zeit, dass man erkennt, dass Hoeneß auch nur ein Mensch ist und seine beste Zeit hinter ihm liegt.
      Das gilt ja auch für Robbery. Beide haben jahrelang geackert und uns einige sehr schöne Jahre beschert, Robben ist mir mit einer der liebsten Spieler geworden, nicht zuletzt, da wir wegen unserer Frisur schon eine große Gemeinsamkeit haben ;) . Aber irgendwann kam der Punkt, an dem die beiden mehr Klotz am Bein als hilfreich waren. Und der Punkt ist schon mindestens ein Jahr überschritten.

      Ich bin Fan des Vereins, nicht Fan von Hoeneß. Ich wünsche mir, dass der Verein gut geführt wird, und wenn das nicht der Fall ist, muss da kritisiert werden, wo eben nicht gut gearbeitet wird.

    3. Heiner

      Der Artikel “Mia san mia ist gescheitert” ist meiner Ansicht nach ein sehr guter Artikel mit interessanten Ansätzen. Das mal vorab.

      Ansonsten bin ich Bayernfan geworden in den 70ern, als kleiner Junge, der zu Spielern wie Rummenigge aufgeschaut hat. Und das bei einem Umfeld voller Fans der Eintracht. Also ich weiß sehr wohl um die Verdienste eines Herrn Hoeneß und weiß, dass der Verein FC Bayern heute nicht zu den Top 5 in Europa gehören würde, wenn er nicht so viel richtig gemacht hätte.

      Aber man sollte, und das verpassen die Meisten, auf dem Höhepunkt aussteigen. Hoeneß war, durch die Haftstrafe, raus aus den Funktionen beim FCB und das kurz nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte, wenn ich mich recht entsinne. Er kümmerte sich während des Freigangs um die Jugendakademie und das empfand ich als sympathisch.

      Kritisch habe ich schon damals seine Wiederwahl zum Präsidenten gesehen und jeder Fussballfan, der nicht die Farben des FCB trägt empfand diese Wiederwahl als unfassbar und unglaublich. Aber wir Fans haben die Verdienste von Hoeneß gesehen und dachten es wird schon werden. Zu der Zeit hat Rummenigge schon versucht den FCB international, vor allem in der Vermarktung, nach vorne zu bringen. und das übrigens nicht ohne Erfolg. Und dann die Rückkehr zu “Mia san Mia”, wie es Uli Hoeneß auch nannte.

      Aber warum? Hoeneß ist die treibende Kraft des Slogans, den (fast) alle Fans auch mögen, aber kann man dann wirklich so stark zurück zu “Mia san Mia”. Und zudem verblendet an Jupp Heynckes zerren, der freundlicherweise nach dem Aus von Ancelotti übernommen hat. Heynckes hat durch seine Aura, seinen Status als Triple-Vater viele Schwächen in der 2017er Mannschaft kaschiert und doch auch angesprochen, dass es nicht so ist, wie er es sich vorstellt. Trotzdem hat man den Kader kaum verändert.

      Man hatte Guardiola, der für großes taktisches Kino stand und man war mit ihm fussballerisch auf einem anderen Level, aber leider mit Fehlern in entscheidenden Spielen. Wobei das Halbfinale gegen Atletico Madrid einen anderen Sieger verdient hatte und Simeone sich heute noch fragt, wie sein Team ins Finale kam.

      Wie dem auch sei, man war nach der Triple-Saison teilweise verblendet hat aber trotzdem auch Entwicklungen zugelassen. Und seit Hoeneß wieder das Sagen an der Säbener Straße hat gehen einige Spieler wieder zu ihm, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen. Das aber schwächt immer den Trainer und ist kein gutes Führungsverhalten.

      Die Rückkehr von Hoeneß war meiner Meinung nach ein Fehler. Schade, denn er hat den Verein in die Top 5 Europas gebracht. Aber irgendwann sollte man den Hut nehmen. Man hat dann versäumt einen gestandenen Sportdirektor zu installieren oder eine streitbare Person wie Kahn oder Lahm an der Stelle zu installieren. Stattdessen hat man Salihamidzic installiert, dem es an Erfahrung mangelte und wohl auch am Standing. Er war in seiner Karriere ein toller und mannschaftsdienlicher Kicker, aber man erinnert sich in der 2001er Mannschaft dann doch mehr an Effenberg, Kahn, Scholl usw. Und Rummenigge und Hoeneß haben ihn dann vor einigen Wochen derart degradiert, dass er nun gar nichts mehr sagt. Aber mit ihm wollte man ein Stück “Mia san Mia” zurückholen. Das funktioniert aber nicht einfach so.

      Und an der Sturrheit von Hoeneß hat es auch gelegen, dass man Tuchel nicht verpflichtet hat. Herr Hoeneß hat in einem Anfall von Liebeserklärung an Heynckes komplett ausgeblendet, dass Jupp sagte, das er nur bis Ende der Saison zur Verfügung steht. Ob Tuchel besser klar gekommen wäre weiß man nicht und ich war auch überzeugt, dass Kovac passen könnte. Aber vielleicht ist es dann zu viel “Mia san Mia” und man müsste eben richtig den Rücken stärken und Kritik aus Reihen der Spieler nicht im Büro der Oberen zulassen, sondern beim ersten Versuch dazwischen grätschen.

      Stattdessen diese Pressekonferenz, die unsäglich war und bei der Hoeneß die Einleitung von Rummenigge derart tropediert, dass dies Slapstick war, wie er es nun gegen Düsseldorf bemängelt hat. Degradierung des Sportdirektors, Diffamierung eines ehemaligen Spielers und die Worte von Rummenigge somit der Lächerlichkeit preisgeben.

      Man darf Herrn Hoeneß nicht als unantastbar sehen, aber das tun leider noch zu viele. Er ist und bleibt ein Machtmensch und seine Worte sind heute so und morgen so, wie bei Politikern. Das funktioniert in manchen Zeiten und dann eben nicht mehr. Da Selbstreflektion nicht sein Ding ist und nie sein wird, glaube ich, dass er nicht von selbst seinen Hut nehmen wird und damit sein eigenes Denkmal in Gefahr bringt. Seh schade und überflüssig.

      Unangetastet von der aktuellen Situation werde ich zumindest die vergangenen Verdienste von Uli Hoeneß nicht vergessen.

      1. Eigentor

        @Heiner
        Sie geben das, was ich denke und fühle, Wort für Wort wider.
        Danke für Ihren Beitrag.

      2. Anton

        Jetzt stellt sich natürlich bei aller berechtigter Kritik eine Frage!

        “Und seit Hoeneß wieder das Sagen an der Säbener Straße hat, gehen einige Spieler wieder zu ihm, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen.”
        Wer sagt das eigentlich? Hoeneß? Die Spieler? Der Trainer? Oder doch eher das Schmierenblatt BILD.
        So wie Vidals Sauftouren oder zuletzt die Ablehnung Sanchos durch die Vereinsbosse!
        Ich habe noch nie in der Öffenlichkeit eine Aussage in diese Richtung von einem der maßgeblich Betroffenen gehört.

        Da fährt doch glatt der Rummenigge dem Brazzo über den Mund: “Das ist ein laufendes Verfahren, dazu gibt es nichts zu sagen!”
        Gut dass er es getan hat, denn drei Tage später durfte dann gemäß richterlicher Anordnung Bild mal wieder eine Gegendarstellung in Sachen Sancho veröffentlichen.

        Keiner sieht Hoeneß als unantastbar an und keiner bestreitet, dass in der Vereinsführung Fehler gemacht worden sind.
        Aber es kann im Nachhinein auch keiner beweisen, ob es mit anderen Entscheidungen besser gelaufen wäre. Tuchel, Nagelsmann und wer sonst noch so alles in der Verlosung war – wer garantiert denn den Erfolg?
        Musste man denn wirklich mit einem Ribery verlängern? Genau wie im letzten Jahr natürlich nicht – und dann fällt ausgerechnet Coman im ersten Spiel für 3 Monate aus.

        Und noch etwas zu den gestandenen Sportdirektoren.
        Ein Sammer kam mit der Erfahrung von 2 Trainerstationen in der Bundesliga und der Tätigkeit als Sportdirektor des DFB.
        Und so jemanden kann man auch in den Vorstand setzen. Ein Dresen als Finanzvorstand kommt aus der Führung der Hypovereinsbank. Und welche Voraussetzung brachte ein Lahm mit – verdienter Spieler des FCB! Und was noch?
        Und da soll ein Aufsichtsrat zustimmen?

        Eine FC Bayern AG ist ein Wirtschaftsunternehmen, da gehören Leute mit entsprechendem fachlichen Vorlauf in den Vorstand.
        Wo sind denn viele Vereine geblieben, die genau das getan haben – verdiente Spieler in die Führungspositionen des Vereins, ohne jeden fachlichen Vorlauf. Da kann man bei Preußen Münster und dem HSV im Norden anfangen und beim FC Kaiserslautern aufhören, die Liste ist ellenlang.

        Man sollte nicht alles als bare Münze nehmen, was so in den Medien propagiert wird.

      3. Ich zitiere aus Wikipedia:
        “Seit dem Jahr 2015 ist Lahm Miteigentümer und seit 2017 Alleininhaber der Sixtus Werke, eines Herstellers von Pflegeprodukten. Ebenfalls im Sommer 2015 versuchte Lahm vergeblich im Rahmen eines Investoren-Konsortiums die Modefirma Bogner mit zu erwerben. Außerdem ist Lahm Gesellschafter der Firmen Schneekoppe, des Berliner Start-up-Unternehmens Fanmiles sowie bei Danova, einem Anbieter digitaler Vorsorgeuntersuchungen.”

        Ebenfalls Wikipedia:
        “1979 beendete Hoeneß aufgrund der Nachwirkungen einer Knieverletzung seine Spielerkarriere und wechselte am 1. Mai 1979 in das Management des FC Bayern München. Mit 27 Jahren wurde er so der jüngste Manager in der Geschichte der Fußball-Bundesliga.”

        Natürlich sind die Zeiten damals andere gewesen und natürlich ist aus einem Verein ein Milliardenunternehmen geworden, aber grundsätzlich ist dein Argument recht schnell ausgehebelt. Es kann so oder so unerwartet laufen: Du kannst einen Novizen ins kalte Wasser werfen und er reift zu einem Platzhirsch, oder du besetzt einen Posten mit erfahrenen Leuten und fliegst trotzdem aufs Maul. Das gilt für Managerposten genauso wie für den Trainerposten.

        Dass man froh ist, Ribéry noch zu haben, wenn Coman ausfällt, ist allerdings eine Milchmädchenrechnung. Natürlich ist es besser, einen Ribéry einsetzen zu können als gar keinen Spieler in der Hinterhand zu haben, aber das kann doch nicht die Zielsetzung sein. Da muss man fragen, warum kein anderer (jüngerer) Backup als Ribéry da ist, der nach und nach die Spielanteile von Franck übernimmt.

      4. Anton

        Sirius, abgesehen davon, dass du den FCB von 79 nicht mit dem von heute vergleichen kannst, hatte ein Hoeneß damals den abgezockten Robert Schwan als Lehrmeister. Zu dem Zeitpunkt war der FCB ein Verein ohne ausgelagerte Profiabteilung.
        Und der gute Philipp Lahm macht das, was man als Fußballer macht, wenn man schlau ist – und nicht wie andere im Dschungelcamp enden wollen – er legt sein Geld an.
        Und es streitet auch sicher keiner ab, dass ein Lahm auf mittlere Sicht gesehen sicher die Voraussetzungen für einen Führungsposten beim FCB hat. Nur als es zur Debatte stand, hatte er sie eben noch nicht.

        Und bei Ribery hast du natürlich das Problem,dass du eigentlich ein Backup für Coman brauchst. Der ist gerade mal 22. Was willst du dem Spieler, den du haben willst denn sagen? Keine Angst, der verletzt sich schon irgendwann? Nimm dir doch Bernat als Beispiel, der hat es doch in 4 Jahren nie wirklich geschafft an einem Alaba vorbeizukommen. Der Konkurrent ist 22 und Außenstürmer der französischen Nationalmannschaft. Wer tut sich das denn an? Warum geht denn ein Alcacer zum BVB? Weil die keinen Mittelstürmer haben und er genau wusste, dass er an Suarez auf absehbare Zeit nicht vorbei kommt.
        Das ist beim FCB immer ein Problem, einen adäquaten Ersatz für eine Position zu bekommen, weil die, die die entsprechende Qualität haben, selbst spielen wollen.

      5. Gerdl20

        @Anton

        Zudem hat Ribéry bekanntermaßen in Uli Hoeneß einen großen Freund und Fürsprecher. Der 66-jährige Bayern-Präsident, der sich wie Karl-Heinz Rummenigge (62 Jahre) selbst die Frage nach einem in absehbarer Zeit erforderlichen Umbruch auch in der Vorstandsetage stellen muss, erzählte einmal eine schöne Episode über regelmäßige Telefonate mit dem Franzosen. “Jedes Mal, wenn der Ribéry nach 70 Minuten raus muss, ruft er mich am Abend an und sagt: ‘Jetzt habe ich genug, ich gehe!'”.

      6. Die Einschränkung mit der Veränderung über die Jahre hab ich ja bereits selbst gemacht. Selbst wenn Lahm aber die Erfahrung zu dem Zeitpunkt gefehlt hat, muss man sich fragen, warum dann ein Brazzo den Vorzug bekommt. Ob das nun soviel besser ist… Mit ihm und Kovac hat man ja vergleichsweise ebenfalls zwei “Frischlinge” verpflichtet. Und soo dolle läuft es offensichtlich nicht.

        Warum ist dann z.B. ein Mandzukic zu Bayern gekommen, als wir Gomez hatten? Ein Lewandowski, als wir Mandzu hatten? Doppelte Besetzung ist doch Gang und Gäbe, vor allem auf Positionen, die es mehrfach gibt (also bis auf Torwart und Mittelstürmer eigentlich alle). Und auf dem Niveau musst du dir dann halt schon was zutrauen, sonst bist du generell fehl am Platze. Oder der Spieler ist polyvalent und somit flexibel auf verschiedenen Positionen einsetzbar, so dass er seine EInsatzzeiten schon kriegen wird (z.B. Kimmich, der ja auch zu den Bayern kam, als im Mittelfeld noch Xabi, Thiago, Martinez und Vidal und auf der RV Position noch Lahm gespielt haben). So fest saß Coman vor 1-2 Jahren nämlich noch nicht im Sattel, und das war die Zeit, als man eigentlich hätte handeln müssen. Coman MUSSTE sich ja quasi entwickeln, damit wir überhaupt einen tauglichen Flügelstürmer haben, der nicht Ü30 und/oder dauerverletzt ist, und wir hatten diesbezüglich echt Glück.

    4. Klaus Koch

      Jedes Denkmal fängt irgendwann an zu bröckeln, wenn es nicht gepflegt wird und das ist bei Uli Hoeneß der Fall. Uli versäumte es bei Zeiten, einen Nachfolger zu installieren.

  22. Eigentor

    Lese gerade, Breitner ist auf Anweisung von Hoeneß gebeten worden, sich künftig nicht mehr auf der Ehrentribüne blicken zu lassen.
    Souveräner Umgang mit Kritik. (Sarkasmus aus).
    Mia san mia.

  23. Kurt

    Danke Anton.

    1. Anton

      Wofür? Kann ich gerade nicht zuordnen.

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