Die Lehren aus der Niederlage gegen Porto

Es war ein richtig bitterer Abend in Porto für den FC Bayern. Eine insgesamt verdiente Niederlage, die jedoch auch leicht mit einem 1:2 hätte enden können, das dem FC Bayern eine gar nicht mal so schlechte Ausgangspositon fürs Rückspiel ermöglicht hätte. Ohnehin machten sich dezimierte Münchner das Leben durch haarsträubende Fehler vor allem selbst schwer. Eine Chance aufs Weiterkommen besteht trotzdem.

Drei Lehren aus der Niederlage gegen Porto:

1. Der Substanzverlust ist da

Dem FC Bayern ist es in den Spielen gegen Dortmund, Leverkusen und Frankfurt gut gelungen den enormen Aderlass im Kader zu verstecken. Spätestens das Porto-Spiel hat aber deutlich gezeigt wie groß der Substanzverlust durch die Ausfälle von Ribéry, Robben, Schweinsteiger, Benatia, Alaba und Martínez ist. Ja, der FC Bayern kann an einem guten Tag auch mit dem verbliebenen Aufgebot in Porto gewinnen. Nein, die Ballverluste von Xabi Alonso und Dante in den Anfangsminuten sowie der Patzer von Boateng vor dem 0:3 sind nicht mit den Verletzungen zu erklären. Trotzdem sind die Verletzten definitiv ein Grund warum es den Münchnern nicht gelang diese individuellen Fehler ein Stück weit aufzufangen und zumindest mit einem 2:3, 2:2 oder gar 3:3 nach München zu fahren.

Bayerns Kader wirkt ohne die aktuellen Ausfälle gerade für das Offensivspiel etwas dysfunktional zusammengestellt. Gegen das stark mannorientierte Pressing der Portugiesen wurde das besonders deutlich. Es gibt viele gute Passspieler, gute Abschlussspieler wie Lewandowski, Müller oder Götze, aber kaum einen dribbelstarken Spieler. Es ist schwer physische Mannorientierungen wie die von Porto allein durch Pässe zu umgehen, wie es bei einer Raumdeckung durch Besetzung der Halbräume häufig gelingt. Auch gedoppelt werden musste ohne Robben und Ribéry niemand, was ebenfalls dafür sorgt die Ordnung zu unterbrechen oder aufzulösen. Der einzige dem es gelang durch ein Dribbling oder ein “Auswackeln” des Gegners Impulse zu setzen, war Thiago. Sechs erfolgreiche Dribblings standen für ihn laut whoscored.com zu Buche. Kein anderer Spieler kam auf mehr als ein erfolgreiches Dribbling. Weder Lewandowski, noch Müller, Götze oder Bernat verzeichneten überhaupt ein erfolgreiches eins gegen eins. Robben und Ribéry kamen in der bisherigen Champions League-Saison auf jeweils fünf erfolgreiche Dribblings pro 90 Minuten, die Bayern gegen Porto fehlten wie lange nicht mehr. Eigentlich immer wenn Thiago an einem Gegner vorbei kam entstand zumindest eine Situation in Strafraumnähe oder Standardsituation, weil die Absicherung im Rücken der Porto-Spieler durch die Mannorientierung fehlte. Als Thiagos Kraft im Verlauf der zweiten Hälfte spürbar nachließ, versandete auch der Großteil der Angriffsbemühungen, die nun wiederum vor allem auf Passstaffetten aufgebaut waren.

Das Spiel gegen Porto zeigte die Absurdität von Thesen wie sie Bernd Schuster vor dem Spiel vertraten. “Ohne Robben sind die Bayern sogar noch stärker”, durfte dieser allen Ernstes in der WELT behaupten. Ohne Robben fehlt dem FC Bayern einer der besten fünf Offensivspieler Europas. Ohne Ribéry und Robben wohl zwei der besten Zehn. Wie das Bayern stärker machen soll, bleibt Schusters Geheimnis.

Auch die mangelnden Wechselmöglichkeiten von der Bank machten sich durch den frühen Rückstand durch die Fehler in Porto besonders bemerkbar. Offensiv gab es bis auf den angeschlagenen Pizarro niemanden, den Guardiola hätte hineinwerfen können. 17 Torschüsse erspielten sich die Münchner in dieser Champions League-Saison pro Spiel. Gegen Porto waren es fünf. Viel zu wenig, um die individuellen Fehler in der Defensive zu kompensieren. Schon in den Spielen gegen Leverkusen (8:18 Torschüsse) und Dortmund (7:15 Torschüsse) war zu sehen, dass die Münchner durch ihre veränderte Spielweise Probleme hatten, viele Torschüsse zu kreieren. Dort fanden die Münchner Wege trotz des Substanzverlusts die Spiele zu gewinnen. Gegen Porto fand die Mannschaft diesen Weg nicht. Für das Rückspiel bleibt die Hoffnung auf eine zumindest Teil-Rückkehr von Ribéry und Schweinsteiger und darauf, dass die Mannschaft trotz des nicht mehr zu leugnenden Substanzverlusts einen Weg findet Porto mit 2:0 oder höher zu schlagen. Immerhin sind im Hinspiel keine Sperren hinzugekommen.

2. Götze wird gebraucht wie noch nie

Götze Porto

Gerade im Anbetracht der vielen Ausfälle kommt Mario Götze in dieser Saisonphase eine Schlüsselrolle zu. Er hat potenziell genau die Qualitäten mit kurzen Antritten und Bewegungen im letzten Drittel, die Bayern gegen Porto gefehlt haben. 0 Torschüsse. Eine Torschuss-Vorlage. 0 erfolgreiche Dribblings. 80 Prozent Passquote und 30 Prozent Zweikampfquote waren das Zeugnis eines sehr schwachen Abends des Nationalspielers. Fast die Hälfte seiner 40 Pässe waren Rückpässe. Kein einziger Pass ging in den Strafraum. Nach einem Kurzauftritt gegen Dortmund, einer wechselhaften Leistung gegen Leverkusen, einer guten gegen Frankfurt also erneut ein Leistungsdämpfer für den hochveranlagten Offensivspieler, der auch in seinem zweiten Jahr trotz vieler guter Momente insgesamt einen Tick mehr Fragezeichen als Ausrufezeichen produziert. Die Kombination aus herausragenden Laufwegen, die Götze schon immer auszeichneten und vielen Fehlentscheidungen mit dem Ball war gegen Porto frappierend. Mehrfach erarbeitete sich Götze durch gute Bewegungen vielversprechende Angriffspositionen (wie die erhaltenen Pässe oben schön illustrieren), kam aber entweder nicht am Gegner vorbei oder spielte zu häufig den ungenauen Pass. Wann er den Schlag aufs Knie erlitten hat, der Guardiola in der 55. Minute zum Wechsel zwang, wurde nicht ganz klar. Eventuell muss auch die Verletzung zur Bewertung seiner Leistung am Mittwoch mit heran gezogen werden.

Fraglos wird allzu oft vergessen, dass Götze immer noch erst 22 Jahre alt ist. Drei Jahre jünger als Marco Reus. Ein Jahr jünger als Kevin de Bruyne. Franck Ribérys hatte in diesem Alter noch kein Champions League- oder Länderspiel absolviert. Gewisse Probleme mit der Konstanz sind in diesem Alter wahrscheinlich einfach normal. Trotzdem braucht Bayern ihn in dieser Phase vielleicht so sehr wie noch nie. Gegen Frankfurt waren die Ansätze im Zusammenspiel mit Thiago sehr, sehr vielversprechend. Es wird Zeit für ein Ausrufezeichen der Nummer 19 am kommenden Dienstag im Rückspiel. Es bleibt zu hoffen, dass er spielen kann.

3. Defense wins Championships

Jeweils kein Gegentor in den Spielen gegen Dortmund, Leverkusen und Frankfurt waren die Grundlage dafür, dass der FC Bayern in diesen Partien als Sieger vom Platz ging. Die Probleme im Offensivspiel wurden oben bereits ausführlich beschrieben. Umso mehr wird es auch im Rückspiel darauf ankommen, dass die Münchner die Null halten. 3,25 Tore erzielten die Münchener in dieser Champions League-Saison im Schnitt zu Hause. Bereits zwei Tore könnten am Dienstag reichen, wenn der FCB gleichzeitig die Konter der Portugiesen kontrolliert und vor allem defensiv weniger Fehler macht. Mut macht, dass es Porto jenseits der beiden haarsträubenden Ballverluste in der Anfangsphase kaum gelang Torchancen aus dem Spiel heraus zu kreieren. Eine einzige zählte die FourFourTwo-Statszone am Mittwoch. Die führte zum 3:1.

Chancen Porto

Zwar unterschlägt FourFourTwo hier die Glanzparade von Neuer in der 57. Minute, weil der “Schuss” letztendlich von Boateng kam – trotzdem zeigt es, dass Porto jenseits der Patzer der Münchner eher wenig Torgefahr ausstrahlte. Das kann durchaus Mut machen für das Rückspiel.

Rätselhaft bleibt die Verletzung von Holger Badstuber. Der 26-Jährige scheint nach seiner Entzündung im Hüftbeuger aktuell eine Minuten-Restriktion zu haben. Zwei Minuten gegen Leverkusen, sieben Minuten gegen Frankfurt und 16 gegen Porto sprechen nicht unbedingt dafür, dass er aktuell eine Option von Beginn an sein kann. Guardiola sollte sich gut überlegen, ob nicht doch die zuletzt in unterschiedlichster Zusammensetzung gespielte Dreierkette eine gute Möglichkeit sein kann, um Porto im Rückspiel zu begegnen. Das Pressing kann so auseinandergezogen werden und Portos Konter mit Stoßstürmer Martínez können so auch mindestens so gut kontrolliert werden wie im Hinspiel. Auch die Sperren von Portos Flügelspielern Danilo und Alex Sandro könnten sich durchaus positiv für Bayern auswirken.

Es muss sehr viel zusammenpassen, damit es im Rückspiel doch noch für den Einzug ins Halbfinale reicht. Kein Gegentor in München wäre dafür mit Sicherheit eine sehr gute Grundlage.

Miasanrot Patreon

Abonniere unsere Beiträge!

Twitter & Facebook

Folge uns über Social Media

Du willst die aktuellsten und wichtigsten News zum FC Bayern lesen? Folge uns auf Twitter @miasanrot oder like unsere Facebook Seite.

Folgen

Leserkommentare
  1. Ibiza

    “Eine Minimalchance aufs Weiterkommen besteht trotzdem”
    tja, entweder ist das Zweckspessimismus oder die Wettmärkte sind doch sehr ineffizent (sprich wir haben einen deutlcihen Informationsvorsprung, denn wenn ich es auch nicht als Minimalchance sehen würde so doch auch nicht mehr so wahnsinnig groß), denn sämtliche führenden Wettanbieter sehen Bayern weiter (wenn auch nur minimal) als Favorit fürs Weiterkommen:
    http://www.oddschecker.com/football/champions-league/bayern-munich-v-porto/to-qualify

    “die Ballverluste von Xabi Alonso und Dante in den Anfangsminuten sowie der Patzer von Boateng vor dem 0:3 sind nicht mit den Verletzungen zu erklären”
    tja, erklärbar sicherlich nicht, aber ohne die Verletztensituation könnte ich mir gut vorstellen, dass kein einziges der Gegentore zustande gekommen wäre. Wenn nämlich nicht 3 von 5 potentiellen Innenverteidigern verletzt gewesen wären, so hätten wir mit ziemlicher Sicherheit (wenn das nicht völlig überaschend kam, dass Porto im Dortmundstil in einem Monsterpressing von der ersten Minute an unsere Verteidiger unter Megadruck setzt, und das kam sollte wohl kein bisschen überaschend für einen Megataktiker wie Guardiola gewesen sein) mit einer 3er Kette (die halt nun eigentlich mit 3 Innenverteidigern zu besetzten ist, alles andere ist auch wieder nur ein Kompromiss und ebenfalls durch die Verletztensituation noch schwerer machbar) gespielt die sich gegen solche Teams (siehe vorallem Dortmund) eben als klar überlegen gezeigt hat. Was dann schonmal die Drucksituation (zusätzliche Anspielsituation in der letzten Abwehrkette in der die beiden Gegentreffer in der Anfangsphase entstanden) völlig verändert hätte und wohl auch das Stellungsspiel das zum letzten Gegentreffer geführt hat. Noch entscheidender aber – Dante und Alonso wären ohne die Verletztensituation höchstwahrscheinlich gar nicht auf dem Platz gestanden, denn beide haben in der Rückrunde starke Schwächen bei aggressiven Gegnern gezeigt, so dass sie gar keine Gelegenheit für ihre Patzer bekommen hätten..

  2. scape

    ist doch normal, das die mannschaft nach 2 individuellen fehlern, erstmal bischen durch den wind ist… und wenn bayern im rückspiel das erste tor schiesst in der 1. halbzeit, dann kann es sehr lustig werden, denn auch porto hat aus dem spiel nicht viele chancen gehabt, obwohl bayern wohl gestern ihre schlechtestes spiel gespielt haben…

    sorgen nein, aufgeregt und voller freude auf das rückspiel, auf jedenfall
    jetzt kann bayern mal zeigen wie nervenstark sie sind und was sie nach so einem spiel (debakel) zeigen können

    das hat nicht mit überoptimissmus zu tun… nein ich kenne doch meine bayern :)

    die drehen das ding noch….

  3. Jo

    Gut zusammengefasst.

    Zu Götze: Sein schwächstes Spiel für Bayern bisher. Ja, möglicherweise durch seine Verletzung gehandicapt.
    Das Altersargument ist allerdings nicht stichhaltig. Götze spielt seit fast 5 Jahren auf höchstem Niveau Fußball. Hat 50 Länderspiele und zwei Turnierteilnahmen, was weiß ich wieviele CL- und Pokalspiele. Er hat bisher schon mehr Erfahrung auf diesem Level gesammelt, als andere in ihrer ganzen Karriere.
    What you get ist what you see!

    Zu Badstuber: Ich bin immer noch ganz gerührt, dass Jogi ihm in dem Mörderspiel gegen Australien sein Comeback ermöglicht hat. War wichtig. Da nimmt man so einen blöden Hüftbeuger schon in Kauf. Ist ja nicht so, dass danach noch was wichtiges los wäre.

  4. Rheumakai

    [Polemik-Alert!!!]

    Zu 1) “Substanzverlust”:

    Das Argument kann man doch nicht wirklich zählen lassen! Zugegeben, mit Lahm und Thiago waren zwei Spieler in Schlüsselpositionen auf dem Platz, die nicht hundertprozent fit waren und nicht kompensiert werden konnten. Aber: das Problem war doch vor allem eins weiter vorne angesiedelt, und bei einer Offensivreihe mit Götze, Lewandowski und Müller, die alle fit waren und einen Marktwert von um die 100 Millionen zusammen haben, kann man wohl kaum von einem Substanzverlust sprechen. Das war immer noch eine Weltklassebesetzung! Oder wollt ihr sagen, die würden normalerweise nicht in der Startelf stehen? Ach so, die können alle nicht dribbeln, verstehe. Ribery und Robben fehlen, klar.
    Dann frage ich mich aber drei Dinge:
    1. Seit wieviel Jahren hängt das Leben der Bayern dann an diesen beiden Spielern?
    2. Wie oft waren die beiden in der Vergangenheit verletzt? Wie wahrscheinlich war es vor der Saison, dass man auf einen oder beide irgendwann in einer wichtigen Saisonphase würde verzichten müssen?
    3. Wenn es ohne Dribbler vom Schlag Robbery nicht geht, warum wurde dann vor der Saison keiner eingekauft, und stattdessen auch noch Shaqiri abgegeben? Könnte es sein, dass der Herr Sammer und Kollegen dann vielleicht ein bisschen Mist gebaut haben bei der Kaderplanung?

    Wenn Substanzverlust, dann der in den Oberschenkeln von Alonso! Was ist mit dem bloß los? Das war doch genau das Spiel, für das man einen wie ihn geholt hat! Klar, nach so einem Fehler in der gefühlt ersten Minute ist das Selbstvertrauen erstmal weg. Aber mit 33, als zweifacher CL-Sieger, muss ich doch dann aufstehen, den nächsten Gegner umtreten und sagen: So Kinners, so schauts aus. Ab jetzt regiert hier der FCB!

    Zu 2) “Götze”:
    Wann, liebe Fußballfreunde, wird unser 37-Mio-Besser-als-Messi-Wunderkind bitte ein einziges Mal das 1:0 in einem wichtigen engen Spiel machen? Wann wird er ein einziges mal gut spielen, wenn alle anderen einen schlechten Tag haben? Hacke Spitze eins zwei drei, wenns schon 4:0 steht, ist ja ganz nett und gut für den Bravo-Starkult, aber ich frage mich: Wann wird ers mal rausreißen? Muss ja nicht in jedem Spiel sein, aber ein Mal wär schon irgendwie mal ganz schön.
    Ein völlig unfitter Thiago hat nach einjähriger Verletzungspause in zwei Spielen mehr gerissen, mehr an sich gerissen, mehr rausgerissen als Götzinho in einer ganzen Saison!

    1. Peter

      sehr geil! bin voll deiner meinung!!

  5. DasDing

    Was in den letzten 3 Monaten, kulminierend in den Spielen gegen Wolfsburg, Gladbach und nun Porto von der Mannschaft zu sehen war hat in meinen Augen wenig mit europäischer Spitzenklasse bzw. dem FC Bayern, wie er sich in den vorangehenden 2,5 Jahren von wenigen Ausnahmen abgesehen präsentierte, zu tun. Das dominante Spiel mit 9 Mann vor dem Ball, die offensive Fluidität, das strukturierte, aggressive und wirkungsvolle Gegenpressing, die Sicherheit in den Pass- und Positionswechselstaffetten, die schön anzusehenden Spielzüge – all das findet sich in dieser Rückrunde wenn überhaupt nur in Ansätzen. Was man sieht, ist eine meist in der eigenen Hälfte kombinierende, kein bisschen eingespielt und aufeinander abgestimmt wirkende Mannschaft, welche sich bereits von halbwegs guten Konzepten halbwegs guter Gegner völlig verunsichern lässt. Immer wenn ich bislang auf diesen Umstand hingewiesen habe, kamen die notorischen Optimisten aus ihren Löchern und widersprachen aufs heftigste. Mittlerweile sollte aber wohl auch solchen klar sein, dass der Zustand der Mannschaft nicht gerade rosarot ist. Der begeisternde Fußball der Jahre 2013 und 2014 ist nicht mehr zu sehen – man ist ja auf die letzten 3 Monate bezogen noch nicht einmal die stärkste deutsche Mannschaft, Wolfsburg war in diesem Zeitraum zumindest meiner Ansicht nach überzeugender.

    Wo liegen nun die Ursachen für diesen Leistungseinbruch? Vermutlich lässt die Entwicklung sich nicht monokausal erklären, von Verletzungen und Ermüdungserscheinungen über Veränderungen des Spielkonzeptes bishin zur langsam bemerkbaren Wirkung des Alterungsprozesses von Schlüsselfiguren dürften viele Faktoren eine Rolle spielen. Sicher ist nur, dass der FCB kurz- und mittelfrsitig noch einen Heidenspaß bekommen wird, wenn sich der gegenwärtige Trend fortsetzen sollte. Und ich stimme DS zu: Dass man jetzt wahrscheinlich ausscheidet ist vielleicht die bessere Alternative, denn wie man in der gegenwärtigen Verfassung gegen Real oder Barca darstehen würde, das will ich mir gar nicht ausmalen. So schlimm wie bei den Brasilianern im letzten Jahr würde zwar wahrscheinlich nicht werden, aber schlimm genug allemal.

  6. chicago_bastard

    “Guardiola sollte sich gut überlegen, ob nicht doch die zuletzt in unterschiedlichster Zusammensetzung gespielte Dreierkette eine gute Möglichkeit sein kann, um Porto im Rückspiel zu begegnen.”

    Eine Dreierkette mit 3 Innenverteidigern kann unmöglich eine Option für das Rückspiel sein. Mit einem ständig abkippenden Alonso klappt der Spielaufbau da ja noch schlechter als gestern. War gegen Leverkusen ja gut zu beobachten als in dieser Konstellation nach vorne nichts zusammenlief bis Benatia rausging und Pep auf Viererkette umstellen musste. Und auch in Dortmund hat man sich in der Offensive ja nun wirklich wenig Chancen herausgespielt. Für das gestrige Spiel wäre so ein defensiverer Ansatz sicher eine Überlegung gewesen aber für ein Spiel in dem man 2 Tore erzielen muss kann das einfach keine Option sein.

    1. Steffen

      Sehe ich wirklich komplett anders. Das Abkippen ist bei einer Dreierkette ja überhaupt nicht mehr so stark nötig, weil drei natürliche Aufbauspieler hinter Alonso stehen.

      1. chicago_bastard

        Alonso kippt aber immer ab, weil er sich dem Mittelfeld-Pressing zu entziehen versucht. Und falls er doch höher bleibt bringt er auch nix, weil er in diesen Zonen aufgrund mangelnder Handlungsschnelligkeit und Pressingresistenz nicht reüssieren kann, sondern höchstens Ballverluste produzieren würde. Das klappte in der Hinrunde nur, wenn Alaba gleichzeitig ins Mittelfeld vorstieß, spielt man die Dreierkette aber mit 3 Innenverteidigern ist das ja auch nicht sinnvoll.

      2. Steffen

        Ich weiß was du meinst, aber mit der Dreierkette kannst Du es doch viel variabler gestalten. Mal kommt Lahm und holt den Ball ab, mal Alonso – mal kommt keiner sondern beide ziehen die Stürmer weg und ein Innenverteidiger kann vorstoßen… Also ich sehe fast nur Vorteile.

      3. förb

        in diesem punkt stimme ich chicago bastard zu 1000% zu!!!

        alonso + 3er kette = NOGO! alonso steht dann grundsätzlich viel zu tief, und man konnte schon unzählige male beobachten, wie seine benachbarten IV etwas verdutzt guckten und dem 3m entfernten alonso dann den ball gegeben haben, weil sie es nämlich auch nicht vertehen, was der da überhaupt will.

        nein, wenn alonso unbedingt auf dem platz stehen MUSS… dann doch bitte entweder 4er kette mit alonso auf der 6, oder 3er kette mit alonso as zentralem IV; dann braucht er nicht mehr abzukippen, weil er eh schon da ist wo er sowieso immer sein wird, und dann hat man im endeffekt einen spieler im mittelfeld mehr

        aber beides eigentlich trotzdem mist. so wie alonso im moment spielt bzw eingebunden ist hilft er der mannschaft am meisten, wenn er auf der bank sitzt…..

  7. Hans

    Das Problem besteht ja auch darin, dass von den Schlüsselspielern Ribery, Schweinsteiger und Lahm ihren Zenit mittlerweile überschritten haben. Besser als in der Triple-Saison werden sie nicht mehr. Davon muss meiner Ansicht nach ausgegangen werden. Die einzige Ausnahme bildet hier Robben, der vor seiner Verletzung so gut wie nie aufgespielt hat.

    Nun haben aber alle oben genannten noch Vertrag. Wie kriegt man also den Wechsel hin? Kann man (will man?) in Kauf nehmen, evtl. in einer Saison international keine Rolle zu spielen und dann neue Spieler einzukaufen? Vielleicht muss man gar von der Flügelzange abrücken und dann mit anderen Spielern vermehrt durch die Mitte spielen.

    Fakt ist ja auch, dass man einen Schweinsteiger und einen Ribery auch nicht einfach ausbooten kann. Eine sehr schwierige Situation!

    Zum Rückspiel: Was ist denn bitte aus dem “Mia San Mia” geworden? Natürlich packen wir das! Ein 2:0 in München muss gegen Porto möglich sein. Wenn wir das nicht schaffen, haben wir es auch nicht verdient, im Halbfinale zu stehen.

    Ist es sonst realistisch, nochmal das Triple gewinnen zu wollen? Träumen darf man ja..

  8. Done

    “Zum Rückspiel: Was ist denn bitte aus dem “Mia San Mia” geworden? Natürlich packen wir das! Ein 2:0 in München muss gegen Porto möglich sein. Wenn wir das nicht schaffen, haben wir es auch nicht verdient, im Halbfinale zu stehen.”

    Genauso schauts aus! Wenn die Spieler nur ihre Normalform erreichen, sehe ich als alter Optimist überhaupt kein Problem. Porto hat drei Geschenke verwertet, aber selbst kein einziges Tor herausgespielt. Eine solch extreme Häufung individueller Fehler hab ich noch nie gesehen und werde es sicher auch nicht wieder sehen müssen. Offensiv musste ich bei Porto nichts sehen was besorgniserregend wäre.

    Meine Hoffnung: Gegen Hoffenheim wird geschont so gut es geht.

    Mein Tipp: dann hauen wir die mit 4:0 raus.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .

Miasanrot.com — Der FC Bayern München Blog