Klimaschutz und der deutsche Fußball – Teil Eins

Maurice Trenner 16.11.2020

Im ersten Teil der Serie erfolgt ein Blick auf die Öko-Bilanz des deutschen Fußballs anhand von Kennzahlen und Berichten. Außerdem legen Annika von Fridays For Future und Klimaexperte Patrick Fortyr von der Agentur CO2OL ihre Forderungen an einen ökologisch nachhaltigen Fußball dar. Auch der Blick auf die Fans darf nicht fehlen.

Intro

Es gibt für jeden Artikel diesen einen Moment des Anstoßes. Für diesen Beitrag war es ein Tweet von Max-Jacob Ost, der ein Ereignis betraf, das schon kurz später in der Öffentlichkeit seinen eigenen Namen bekam: Basel-Gate. In der Kurznachricht war eine offene Frage an den Deutschen Fußballbund formuliert: Wieso fliegt die deutsche Nationalmannschaft die kurze Strecke von Freiburg nach Basel, um dort am 6. September ihr Nations-League-Spiel gegen die Schweiz auszutragen? Unterschwellig klang mit: Denkt hier eigentlich jemand mal an das Klima?

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Für mich war dieser Tweet ein Erwachen. Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich privat mit dem Thema ökologischer Nachhaltigkeit. Doch die offensichtliche Verbindung zu meinem großen Interesse am Fußball hatte ich bisher nicht gezogen. 

So entstand die Idee, einen Artikel zu schreiben, über die ökologische Nachhaltigkeit des Fußballs, der Vereine im Allgemeinen und des FC Bayern im Speziellen. Ich wollte wissen, wie die Beteiligten ihr eigenes Verhalten sehen, ob ihnen ihre Verantwortung bewusst ist, welche Maßnahmen bereits getroffen werden und welche geplant sind. Mit diesen Fragen stürzte ich mich in die Recherche.

Ein Spieltag in Fußball-Deutschland

Wie weit das Thema Nachhaltigkeit im Fußball reicht, wurde mir erst nach einigen Überlegungen zu dem Thema klar und dann doch so offensichtlich. Das wird bereits bei einem Stadionbesuch deutlich, stellen sich doch entlang des gesamten Erlebnissen, vom Verlassen des Hauses zur Anreise zum Stadion bis zur Rückkehr nach Hause, vielfältige Fragen in Bezug auf ökologische Nachhaltigkeit.

Der typische Besuch eines Fußballspiels beginnt mit der Anreise. Mannschaften, Funktionäre, Journalisten und Fans pilgern auf ihrem Weg in die Stadien quer durch Deutschland – per Auto, Bus, Bahn oder Flugzeug. Mich interessiert: Wie groß ist der anreisebedingte ökologische Fußabdruck eines Spiels? Wie groß ist erst der eines ganzen Spieltags?

Für viele der Fans geht es dann in den Fan-Shop. Die Auswahl an Merchandise-Artikel reicht von Trikots bis Christbaumkugeln, die aus weiten Teilen der Welt ihren Weg in die Stores der Vereine finden. Welche Materialien werden dafür verarbeitet und welche Ressourcen eingesetzt?

Vor dem Weg auf den Sitzplatz führt der Weg am Essen vorbei. Am Imbissstand ist die Verpflegung in den Stadien vielerorts noch identisch zu der in der Kreisliga. Es gibt die klassische Bratwurst. Was ist eigentlich mit vegetarischen und veganen Alternativen, die einen besseren CO2-Fußabdruck haben?

Auf dem Platz angekommen fragt man sich bei all der Leuchtreklame und Werbetafeln: Wird das Stadion eigentlich mit Öko-Strom beliefert oder hat es eine eigene Photovoltaik-Anlage? Und wie sieht das mit den anderen Gebäuden des Vereins aus – Geschäftsstelle, Jugendzentrum und Trainingsanlagen?

Alles Fragen, über die man sich im Überschwang eines Sieges nur wenige Gedanken macht und die man sich aber durchaus stellen sollte.

Der Rucksack

Wie also steht es um die Nachhaltigkeit in der Praxis? Wie viel CO2 setzt der Profifußball frei? Der Weltklimarat empfiehlt bereits seit 2011 einen Jahresverbrauch von nicht mehr als zwei Tonnen CO2 pro Kopf, um die bevorstehende Klimakatastrophe abzuwenden. Aber alleine durch den Besuch eines Fußballspiels kann man schon einen Großteil dieses Budgets aufbrauchen.

Beginnen wir noch einmal mit der Anreise – diesmal mit konkreten Zahlen: Zu jedem Profifußballspiel in Deutschland reisen zwei Mannschaften inklusive Betreuer- und Funktionärsstab sowie je nach Begegnung zwanzig- bis achtzigtausend Zuschauer an. Mittlerweile ist für viele Auswärtsvereine das Flugzeug zum Reisemittel der Wahl geworden. Die Regeneration der Spieler sei im eng getakteten Spielplan zwischen Liga, Pokal und Europa nur so möglich. So legt beispielsweise der FC Liverpool dadurch etwa 100.000 Kilometer pro Saison mit dem Flugzeug zurück. Das entspricht laut der Studie eines Klimaforschers alleine CO2-Emissionen von 50 Tonnen. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresbedarf von vier bis fünf Bürgern.

Als wäre das noch nicht genug, schicken viele Vereine zusätzlich noch den Mannschaftsbus auf Reise, um das Team auf dem Rollfeld abzuholen und zwischen Hotel und Stadion zu kutschieren. Diese Fahrt macht der Bus mit einer Kapazität von etwa 50 Personen alleine. Genauso wie übrigens auch die Rückfahrt.

Einen mindestens ebenso großen Anteil am CO2-Kuchen geht jedoch auch zu Lasten der Fans. Der VfL Wolfsburg beziffert in einer CO2-Bilanz den Anteil der Fan-Mobilität auf 60 Prozent an den Gesamtemissionen. Zwar verzichten wohl die meisten Fans auf das Flugzeug, reisen dafür aber in Scharen mit dem Auto an. Wie die Klimaschutzexperten von CO2OL berechneten, machen dies ihrer Kalkulation bis zu 70 Prozent der anreisenden Fans. Für einen FC-Bayern-Fan, der alle Auswärtsspiele besucht, bedeutet das 17.558 Kilometer Anreise im Auto im Lauf einer Saison. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von mindestens 3,56 Tonnen. 

Die Klimaschutzberatung CO2OL hat weitere Modell-Berechnungen basierend auf Sekundärdaten angestellt. Der CO2-Fußbabdruck eines Fußballs-Fan pro Spieltag durch den Konsum von Bier und Bratwurst inklusive dem dabei produzierten Müll liegt bei weiteren 0,3 Tonnen CO2. Hochgerechnet auf einen Spieltag kommen deutschlandweit 120 Tonnen CO2 alleine durch die Verpflegung zusammen.

Summiert man diese Faktoren, ergeben sich laut dem von CO2OL berechneten Modell für einen einzelnen Spieltag fanbedingte CO2-Emissionen von circa 7.500 Tonnen. Das entspricht den jährlichen Emissionen eines Dorfes mit 700 Einwohnern. Bei einer Saison mit 34 Spieltagen müsste eine Fläche der Größe von 48 Fußball-Feldern mit knapp 60.000 Bäumen bepflanzt werden, um diesen Klimaschaden auszugleichen. Zusätzlich werden in Deutschlands Stadien jährlich 30 Millionen Liter Wasser verbraucht, was etwa dem jährlichen Wasserverbrauch von 640 Bürgern entspricht. Und bereits eine einzige Rasenheizung verbraucht pro Tag so viel Heizöl wie ein Einfamilienhaus im Jahr.

Eine Branche im Wandel

Diese eindrücklichen Zahlen müssten aus den Reihen der Fußball-Vereine doch zu entsprechenden Aktionen und Handlungen führen. Wie sieht die Realität aus? Drei vorbildhafte Projekte im Profifußball zeigen, dass die Zeichen auf Wandel stehen. 

Zwei von Ihnen sind mit dem 1. FSV Mainz 05 und seiner Partnerschaft mit einem Energiekonzern, der auch einmal Hauptsponsor des Vereins war, sowie der TSG Hoffenheim. Hinzu kommen die Forest Green Rovers als der erste von der UN als klimaneutral zertifizierte Fußballklub der Welt.

Mit dem 1. FSV Mainz 05 baute der Energiekonzern eine intensive Partnerschaft auf, die den Verein zu einem Umdenken zwang. Der kaufmännische Vorstand Jan Lehmann fasste das Verhalten seines Clubs gegenüber DW so zusammen: “Wir arbeiten im gesamten Verein daran, Ressourcenverbrauch zu vermeiden und zu minimieren und kompensieren“. Mit Beratern eines Öko-Instituts aus Darmstadt stellte man Stadion und Geschäftsstelle auf den Prüfstand. Die erarbeiteten Maßnahmen wurden mit einem geschärften Blick auf ökologische Nachhaltigkeit umgesetzt. Zusammen mit dem Sponsor führte man diverse Aktionen durch, um auch das Stadionpublikum zu informieren, sensibilisieren und zum Umdenken anzuregen. Aktionen waren beispielsweise Gewinnspiele für Fans, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist waren (Quelle: Gesellschaftsspielchen, Ronny Blaschke).

Der Klimaschutz wird im Fußball mehr und mehr zum Thema.
(Foto: Thomas Niedermueller/Bongarts/Getty Images)

Der selbstverliehene Titel als erster klimaneutraler Fußballverein sollte dennoch kritisch gesehen werden. Der Umweltexperte Daniel Bleher gibt zu bedenken, dass der „Claim ‚klimaneutral‘ nicht geschützt ist“. Die Emissionen entstehen im Betrieb natürlich weiterhin und werden bei den Mainzern durch die Investition in Waldaufforstungsprojekte in Kanada kompensiert. Daher lautet die Empfehlung von Bleher von „klimafair“ zu sprechen.

Der Trend zur Kompensation zieht immer größere Kreise. Auch die TSG Hoffenheim kompensiert inzwischen die eigenem CO2-Emissionen sowie die Reise der gegnerischen Mannschaft und des Schiedsrichtergespanns mit einem Baumprojekt in Uganda. Zudem wurden fünf Handlungsfelder definiert, mit denen eigene Entwicklung und gesellschaftlicher Nutzen verbunden werden sollen, wie Stefan Wagner, Leiter Unternehmensentwicklung bei der TSG, im Interview mit dem Kicker erklärte (Quelle: Kicker 09/19). Auch hier profitiert die Partnerschaft von der Zusammenarbeit mit einem Sponsor, in diesem Fall einem Entsorgungsunternehmen. Gemeinsam wurden Aktionen bei Heimspielen durchgeführt, aber das Unternehmen gestaltet auch aktiv die Entsorgung von Abfällen in der Sinsheimer Arena mit.  

Aber auch andere Vereine haben ökologische Nachhaltigkeit und Umweltschutz auf dem Schirm und versuchen an einzelnen, kleinen Stellschrauben zu drehen: Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Weserstadion, ein eigener Brunnen in Wolfsburg oder Veggie-Snacks bei Borussia Dortmund. Erst kürzlich ließ der 1. FC Köln verlauten, dass er sich vom TÜV Rheinland auf die Einhaltung seiner Nachhaltigkeitsziele hin überprüfen lassen wolle. Dazu will er vor allem auch die Flugreisen der Herrenmannschaft streichen.

Internationaler Vorreiter ist aber ohne Frage der englische Viertligist Forest Green Rovers, der sogar von der UN als klimaneutraler Fußballverein eingestuft. Mit Strom aus Sonnenenergie und Windkraft, veganer Kost für Spieler und Zuschauer sowie organischem Dünger im Stadion. Clubbesitzer Dale Vince hat Fans und Spieler mit seinem Konzept überzeugt.

Der Blick der Fans

Doch dieses Engagement kommt noch nicht bei den Fans an, die in einer (nicht repräsentativen) Umfrage des Kicker zu 79 Prozent dem Fußball fehlenden Einsatz für den Umweltschutz attestieren (Quelle: Kicker 09/19). 

Dies dürfte auch daran liegen, dass sich weiterhin kein Bundesligaspieler öffentlichkeitswirksam für den Umweltschutz einsetzt. „Es gibt im sozialen Bereich viele, die das über eine Stiftung machen, aber ich wüsste jetzt keinen Umweltbotschafter, der ein aktiver oder ehemaliger Profi ist“ sagt Klimaexperte Daniel Bleher im Deutschlandfunk. Auch Patrick Fortyr von der Klimaschutzberatung CO2OL sagt im Gespräch mit mir, dass Profis keine Rolle im Einsatz für Nachhaltigkeit spielen und ihren Einfluss viel stärker nutzen müssten, um Vorbilder für Umweltschutz zu werden.

Und wie sehen es die Fans selbst, sind sie sich ihrer Wichtigkeit bei dem Thema Umweltschutz bewusst? Im Interview mit Alexander Fischer vom Club Nr. 12, einem Zusammenschluss organisierter Fans des FC Bayern, zeigt sich ein anderes Bild. Laut ihm ist das Thema ökologische Nachhaltigkeit in der Fankurve „aktuell kein großes Thema.“ Er begründet dies mit der Priorisierung von anderen Themen, aber auch dem Verhalten des typischen Kurvenfans. Dieser „versorgt sich [mit Essen, Anm. d. Red.] meist vorher selbst“ und reist sofern möglich bereits mit Bus oder Bahn an. Konkrete Aktionen der Kurve oder auch eine Aufnahme des Themengebiets Nachhaltigkeit als vierzehnter Arbeitsbereich des Club Nr. 12 seien „aktuell nicht geplant.“

Forderungen für einen nachhaltigen Fußball

Die fehlende Reaktion der Fans zeigt, dass die Aktionen der Bundesligisten noch nicht weit genug gehen. Dies meinen Annika von Fridays for Future und Patrick Fortyr von der Agentur CO2OL im Gespräch mit mir. 

Die internationale Bewegung sieht den Fußball als einen „Massensport, der als Teil der Kultur eine Vorbildfunktion einnehmen und unsere gemeinsamen Werte vermitteln sollte“. Doch die Pflicht endet nicht dort. Annika, die seit 2019 für FFF in Hamburg aktiv ist, stellt klar, dass „der Sport selbst bis 2035 klimaneutral gestaltet werden soll. Dazu gehört bspw. Reduktion der Flüge, nachhaltige Gewinnung des Stroms für Stadien und die Auswahl der Sponsoren.“ Ihr Mitstreiter Vincent wünscht sich bei ran zudem fleischlose Alternativen zur Stadionwurst, das Abdrucken der eigenen CO2-Bilanz im Stadionheft und den Umstieg auf Handytickets. 

Die Verantwortung sieht die Aktivistin dabei bei allen Beteiligten: Bei den Verbänden, die die Vereine mehr in die Pflicht nehmen sollten; bei den Vereinen, die mehr Sorgfalt bei der Auswahl ihrer Sponsoren an den Tag legen sollten; bei den Spielern, die ihre Verantwortung zur Aufklärung der Öffentlichkeit nutzen sollten; und bei den Fans, die das Handeln der Vereine einfordern sollten.

Auch Patrick Fortyr sieht den Umweltschutz als ein Projekt, das an mehreren Fronten erkämpft werden muss: „Der Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“ Für ihn sollten Vereine eine Klimabilanz (Corporate Carbon Footprint) oder eine Ökobilanz, die den gesamt-ökologischen Einfluss des Unternehmens bewertet und damit über den Klima-Aspekt hinausgeht, veröffentlichen oder dazu vom Gesetz- oder Lizenzgeber aufgefordert werden. Unverbindliche Richtlinien, wie der Ideenkatalog Umweltschutz vom DFB, sind für ihn dabei uninteressant, da diese „nicht mehr als ein Tropfen auf einen heißen Stein sind.“

Die Pläne von DFL und DFB reichen noch nicht aus, so Experte Patrick Fortyr.
(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Zudem müssten Vereine an der Umsetzung eines klimaneutralen Geschäftsbetriebs arbeiten und sich selbst wissenschaftsbasierte Reduktionsziele setzen. Die Vorbildrolle ist für Fortyr ein zentraler Aspekt: „Die Vereine müssen dafür natürlich auch authentische Vorbilder sein. Aber dieser Hebel wird fast ausschließlich für Werbung genutzt (Sponsoren). Warum nutzt man diesen Hebel nicht viel stärker, um bei Fans und damit in der Gesellschaft ein Umdenken anzustoßen?“ Im Zusammenspiel mit den Fans können Anreizsysteme für klimafreundliches Verhalten helfen. Den Fans empfiehlt Fortyr die Anreise zu Fuß oder mit dem ÖPNV, den Verzicht auf die Stadionwurst und die Überlegung, ob es wirklich jedes Jahr das neue Trikot sein muss.

In ihren Forderungen erhalten sie dabei durchaus auch Unterstützung von Seiten des Profifußballs. Der ehemalige DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig forderte im Kicker vom Ligaverband ein, ökologische Aspekte in die Lizenzierung der Vereine einfließen zu lassen. Und der Grünen-Politiker Anton Hofreiter bemängelt den Verzicht auf klare Spielregeln beim Umwelt- und Klimaschutz (Quelle: Kicker 09/19).

Annika von FFF fasst zusammen: „Klimaschutz heißt tatsächlich eine Veränderung in allen Sektoren.“ Ein solches Umdenken braucht allerdings auch immer mal wieder einen Ruck. Der Mäzen von 1899 Hoffenheim, Dietmar Hopp, sagt im Kicker entsprechend: “Der Druck, dass auch der Fußball aktiv wird, ist groß. Es wäre aber auch wichtig, wenn ein großer Player wie der FC Bayern München oder Borussia Dortmund sich diesen Themen öffnet, um einen möglichst großen Nachahmungs- und Sogeffekt zu erzielen”.

In Teil Zwei geht der Blick in Richtung der großen Player. Im Interview mit einem Vertreter des FC Bayern München und mit Jürgen Muth, dem Geschäftsführer der Allianz Arena GmbH, spreche ich über die Pläne des Rekordmeisters.

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— Oliver Kahn

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  1. Man kann ja zum Klimaschutz stehen wie man will – und es wird sicher wieder Leser geben, die sagen: Was soll das hier? – aber dass Ihr immer wieder über den Tellerrand hinausblickt und solche Themen aufgreift, hebt Euch meilenweit von allen anderen Blogs zum Bereich Fußball ab.

    Weiter so!

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Danke für die netten Worte!

    2. Ich hab ehrlich gesagt auch noch nie über die CO2-Bilanz des Fußballs nachgedacht, obwohl mir das Thema “Nachhaltiger Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen” eigentlich sehr wichtig ist. Daher auch von mir vielen Dank, das Ihr das Thema aufgegriffen habt.

      Natürlich wird es Leser geben, die das hier unpassend finden oder gleich ganz abstreiten, dass es überhaupt ein Problem ist. In dem Zusammenhang fällt mir immer wieder auf, dass die üblichen Begriffe wie “Klimaschutz” oder Umweltschutz” verharmlosend bis falsch sind. Denn es geht ja nicht darum, das Klima oder die “Umwelt” (auch so eine komischer Begiff, als wären wir nicht Bestandteil davon …) vor jeglicher Veränderung zu schützen, sondern um uns selbst. Dem Klima ist es völlig egal, wenn es demnächst bei 3 Grad mehr viel mehr und stärkere Wirbelstürme hervorbringt oder einige Landstriche in Wüsten verwandelt. Wir Menschen sind diejeigen, die darunter leiden werden.

      Der Fußball könnte wahrscheinlich durch ein gutes, unaufdringliches Vorbild der Profis und Vereine tatsächlich mehr erreichen als so mancher flammende Appell, der dann als Ökospinnerei abgetan werden kann. Wäre schön, wenn wir alle hier ein Bausteinchen dazu beitragen könnten, dass diese Idee in den Köpfen der Verantwortlichen ankommt.

  2. Fyi

    Schade das der FCB noch nicht dabei ist dafür WOB Juve Arsenal.
    Dabei muss sich der FCB nicht verstecken

    Participants in the Sports for Climate Action Framework

    https://unfccc.int/climate-action/sectoral-engagement/sports-for-climate-action/participants-in-the-sports-for-climate-action-framework#eq-1

    Arsenal believe they can inspire fans across the globe to be more sustainable after signing up to a United Nations plan to help tackle climate change.

    These are just some of the environmentally friendly initiatives undertaken by Arsenal so far:

    The UK’s first football club to install large-scale battery energy storage in 2018. The battery storage system can power the 60,000-seat Emirates Stadium for an entire match.
    Planted more than 29,000 trees at the club’s training centre in London Colney since 1999, to create the Colney Wood.
    Installed a water recycling system at the training centre to reuse water that comes from the pitch – in the last year, this has seen more than 4.5 million litres of water recycled.
    Became the first Premier League club to switch to 100% green electricity.
    Saves 20,000 single-use plastic cups per game when Emirates Stadium is full through a reusable cup scheme.
    Has water dispensers across all sites – saving 150,000 single-use plastic water bottles per year.
    Reduced energy by installing automated LED lighting at all club sites.

    1. Hab gerade bei der Boulevard-TZ einen lustigen Kommentar eines Users über Oli Kahn gesehen, der mir irgendwie bekannt vorkommt:
      “Erstmal Hassan in die Schule schicken. Wie vergraule ich nicht die besten Spieler. Wie rede ich mit denen?”
      Meine Güte. Bleib ehrlich und zeige dein wahres Gesicht, du Troll.

      1. Kann sein, kann auch nicht sein. Solch ein außerordentliches Alleinstellungsmerkmal ist diese Ansicht vielleicht denn doch nicht.

      2. Hallo Cuesco. Der Name des Users ist mir genauso bekannt vorgekommen, wie die Schreibweise “Hassan” :-)

      3. Hier sollte das hin.

        Alles klar. ;-) Naja, wenn man eine Message hat … Hier haben ja so einige ihr “ceterum censeo”. Ob’s jetzt Brazzo ist oder die Frage der gerechten Beurteilung von Kovac, etc. In anderen Foren ist es das ewige “Löw muss weg”. Da kennt man auch diejenigen, die zum 27. Mal dasselbe schreiben.

        Ich habe mir vorgenommen, nie zweimal dasselbe zu schreiben. Klappt, glaube ich, auch nicht hundertprozentig. Und loben tut mich natürlich auch niemand dafür. ;-))

      4. Hi Cuesco. Jetzt ist der Kommentar auf der TZ Seite weg. Stattdessen steht an gleicher Stelle folgender Beitrag eines Users “Siebzigerjahre Fan”:
        “Jetzt hat die Gang angebissen und alle können sehen wer sie sind!
        Perfekt
        Wie erbärmlich primitiv muss man sein mit 111 verschiedenen ID durch die Foren zu torkeln und sich zum Forumsprotektor aufzuspielen!!!
        Wie vergraule ich nicht die besten Spieler
        Wie rede ich mit denen?”

        Ich glaub ich nenn mich in 111watch819 um :-)

  3. Was bringt eine vegetarische oder vegane Alternative zur Bratwurst, wenn sie der Durchschnittsfan nicht annimmt. Für mich gehören halt zum Stadionbesuch die Bratwurst einfach dazu.

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Hallo Kaiser95,
      das stimmt natürlich und hier will auch niemand jemanden umerziehen bzw. zu etwas zwingen. Es geht nur um das Angebot. Ich bin überzeugt (und hierzu gibt es auch Studien), dass viele Leute sich hier positiv überraschen lassen. Und auch dass sich der Vegetarier eine Gruppe nicht absondern bzw. einen Sonderrolle einnehmen muss.

    2. Eben! Es geht hier ja _auch_ um eine Erweiterung des Angebots. Für mich gibt es im und am Stadion in der Regel jedenfalls nichts zu Essen mehr, seit ich Veganer bin. Meine Erfahrung ist auch, dass viele Menschen sich heutzutage mal für die vegetarische/vegane Option entscheiden. Das zeigt ja auch der allgemeine Anstieg solcher Produkte in Restaurants, Supermärkten und Co.

      Auf Basis solcher Testläufe kann man dann vielleicht das Fleischangebot reduzieren, weniger wegwerfen, mehr fürs Klima tun. Ich denke, ein komplett veganes Stadion ist realitätsfern und das strebt ja auch aktuell keiner an.

  4. Für die CO²-Bilanz wäre es wohl am konsequentesten, wenn jeder Klub seine Heimspiel ganz ohne Zuschauer auf dem klubeigenen Trainingsplatz austrägt. Aber will man das? Bei aller lieber für Klimaschutz irgendwo hört der Spaß auch mal auf!

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Hallo Kaiser95,
      das ist doch eine etwas populistische Darstellung und nicht so wie ich diesen Artikel angegangen bin. Es geht ja konkret um Wege, was man machen kann (noch viel mehr im zweiten Teil). Nur muss man ja auch erstmal das Problem darlegen.

  5. “Summiert man diese Faktoren, ergeben sich laut dem von CO2OL berechneten Modell für einen einzelnen Spieltag fanbedingte CO2-Emissionen von circa 7.500 Tonnen. Das entspricht den jährlichen Emissionen eines Dorfes mit 700 Einwohnern.”

    Wow, das ist schon eine ganze Menge. Dementsprechend sollten sich Vereine und Verbände sowie Spieler m.M.n. deutlich mehr für Klimaschutz einsetzen. Man sieht ja an den genannten Beispielen, dass es durchaus Dinge gibt, bei denen man anfangen kann. Gerade Inlandsflüge in der Bundesliga über 200, 300km sind einfach maximal unnötig.

    P.S. Danke fürs Beleuchten, sehr interessant!

  6. Kaiser, das ist zu billig, die “dann können wir es ja gleich lassen”-Nummer verbunden mit dem extremsten aller Vorschläge (den niemand gemacht hat, also auch noch ein klassischer Straw Man) bringt doch niemanden weiter.
    Veränderungen (dass die nötig sind, da kann man sich drauf einigen, oder? Deine Kinder werden wissen wollen, was du in Sachen Umweltschutz gemacht hast) stößt man an, indem man sich mit Themen auseinandersetzt und Vorschläge macht, die Komplettverweigerung ist natürlich dein gutes Recht, aber auch sehr schade meiner Meinung nach.

  7. Alles klar. ;-) Naja, wenn man eine Message hat … Hier haben ja so einige ihr “ceterum censeo”. Ob’s jetzt Brazzo ist oder die Frage der gerechten Beurteilung von Kovac, etc. In anderen Foren ist es das ewige “Löw muss weg”. Da kennt man auch diejenigen, die zum 27. Mal dasselbe schreiben.

    Ich habe mir vorgenommen, nie zweimal dasselbe zu schreiben. Klappt, glaube ich, auch nicht hundertprozentig. Und loben tut mich natürlich auch niemand dafür. ;-))

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Hab den Kommentar dahin gesetzt, wo er hingehört: nach oben. Sorry wegen Doppelpost. Weiß nicht, warum das – das Verrutschen – manchmal passiert.

    2. Da du ja implizit anmerkst, dass man “nie zweimal dasselbe” schreiben sollte, müssen wir uns halt alle gut überlegen, wann wir dich loben – muss ja der richtige Moment sein, das Lob dürfen wir nicht zu früh verschießen, wir dürfen ja nur einmal! ;-)

      1. Gute Antwort! ;-) Allerdings habe ich nicht geschrieben: “man sollte”. Sondern: “ich hab es mir vorgenommen”. Das hat auch einen Grund: ich habe nicht vor, in einem Forum jemand von etwas zu überzeugen, weil ich es für aussichtslos halte. Sondern im besten Fall Argumente auszutauschen. Und – was ich wichtig finde – nicht zu langweilen.

        In anderen Lebensbereichen ist die Wiederholung ein unverzichtbares Instrument. Aber hier wollen wir uns doch vor allem gut unterhalten, finde zumindest ich. Andere mögen da andere Schwerpunkte setzen; ist ja auch okay. Deswegen bleibe ich mal lieber bei mir.

        Mit dem Loben hast Du natürlich recht: schwierig, schwierig. Vielleicht sollte man es doch besser sein lassen. Aber dass Ihr alle “überlegen müsst”, hat natürlich auch seinen Charme. ;-)

  8. Ich schrieb ja auch “implizit”. Der Appell schwang schon mit. Ich lob dich jetzt einfach mal für deine Reflektion und das Bestreben, dich nicht zu langweilen ähh wiederholen! Dann muss ich auch nicht mehr überlegen! :-)

    Wie kommen wir jetzt aus der Tiefe dieser Kommentar-Kette wieder zum eigentlichen Thema? Egal.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Danke, danke! Vom “eigentlichen” Thema haben wir – und nicht nur wir – uns schon lange entfernt. Aber auch die Redundanz ist ja nicht uninteressant. Immerhin heißt es, die Mutter aller Sprachen sei die Wiederholung. Andererseits aber auch, dass man die anderen Gesprächsteilnehmer nicht langweilen soll. Was die Wiederholung in ein etwas weniger rosiges Licht taucht. Ein klassischer Zielkonflikt also! ;-)

  9. […] es im ersten Artikel um den deutschen Fußball im Allgemeinen ging, soll im zweiten Teil konkret um den deutschen […]

  10. […] gibt es eine neue Serie, die sich detailliert mit dem Klimaschutz im Profifußball beschäftigt. Im ersten Teil ging es allgemein um Profifußball in Deutschland. Wie ist denn eigentlich der CO2-Abdruck solche […]

  11. […] Klimaschutz und der deutsche Fußball – Teil Eins | MiasanrotKlimaschutz und der FC Bayern – Teil Zwei | MiasanrotAn dieser Stelle kurz Werbung in eigener Sache. Um Aufmerksamkeit auf das Thema Klimaschutz zu fokussieren, habe ich mich mit der Nachhaltigkeit im deutschen Fußball beschäftigt. Zwischen Recherche und Interviews mit Fridays For Future und der Klimaschutzagentur CO2OL habe ich erfahren, wo der Profifussball steht und wo er hin muss. Danach habe ich mit Jürgen Muth, Geschäftsführer der Allianz Arena GmbH, über den Klimaplan des FC Bayern gesprochen. | Maurice […]

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