Ivan Perišić wechselt zum FC Bayern München

Justin Trenner 13.08.2019

Perišić spielte bereits für Borussia Dortmund und den VfL Wolfsburg. 2018 wurde er mit der kroatischen Nationalmannschaft Vize-Weltmeister. Nun soll er beim FC Bayern die Außenbahnen verstärken. Spekuliert wird, dass Perišić als direkter Ersatz für Kingsley Coman geholt wurde. 

Die Bayern verpflichten somit den ersten von mindestens noch drei Neuzugängen, die verschiedenen Quellen nach noch zum Rekordmeister kommen sollen. 

Bereits vor einem Monat habe Perišić auf der Liste des FC Bayern gestanden, berichteten einige Medien. Damals habe sich der Klub gegen eine Verpflichtung entschieden. Die veränderte Situation könnte nun zu einem Umdenken geführt haben. Doch kann ein Spieler, bei dem die Münchner derart zögerten, wirklich zur Verstärkung werden?

Das Spiel mit den Erwartungen

Auf den ersten Blick ist die Verpflichtung eine Enttäuschung für viele Fans. Perišić ist mit 30 Jahren keine langfristige Lösung, um Franck Ribéry und Arjen Robben zu ersetzen. Darüber hinaus scheint der Kroate die besten Jahre hinter sich zu haben. 

Für Inter Mailand konnte er zuletzt nicht mit vielen Scorerpunkten, dafür aber mit Einsatz und Leidenschaft glänzen, wenn er gebraucht wurde. Die schwierige Phase lag nicht zuletzt auch daran, dass die Trainer bei Inter für ihn keine gute Einbindung gefunden haben. 

Die Enttäuschung vieler Fans lässt sich aber auch auf die Erwartungen zurückführen, die die Gerüchte um Leroy Sané geschürt haben. Dabei sollte der Transfer von Perišić nicht in diese Kategorie eingeordnet werden. 

Das kann Perišić dem FC Bayern bringen

Der Flügelstürmer ist als Verpflichtung für die Breite des Kaders zu betrachten und womöglich auch als eine weitere Übergangslösung, nachdem der Plan A nicht so lief wie gewünscht. Obwohl Perišić kein Griff in das oberste Regal ist, kann er dem FC Bayern aber einen Mehrwert bringen. 

Für die Partien, in denen die Münchner nicht auf absolute Weltklassespieler angewiesen sind, kann der Kroate den etablierten Spielern wichtige Pausen verschaffen. In einer Rolle, wie sie Rafinha hinter Kimmich zuletzt einnahm, wäre er durchaus eine Bereicherung.

Er ist laufstark, arbeitet diszipliniert nach hinten und ist hin und wieder für eine Überraschung gut. Zwar ist er mit rund 1,1 erfolgreichen Dribblings pro 90 Minuten (seit 2011/12 in allen von WhoScored gewerteten Wettbewerben) nicht der typische Bayern-Flügelspieler, aber er kann mit seinen guten Laufwegen, seiner Physis und seinem Tempo andere Elemente einbringen. Dazu war er in seiner gesamten Karriere ein solider Scorer, der fast nie verletzt war.

Ein neuer Mr. Double-Double?

Seine Stärken zeigte er bei Inter Mailand eher selten. In der Saison 2018/19 gelangen ihm 17 Torbeteiligungen in 3601 Pflichtspielminuten (alle 211,82 Minuten ein Tor). Vielleicht klappt es aber unter Niko Kovač mit besseren Mitspielern wieder besser. Seinen Landsmann könnte der Trainer auf beiden Flügelpositionen, aber auch im offensiven Zentrum einsetzen.

Perišić hat das Potenzial, ein Double-Double, also mindestens 10 Tore und 10 Assists in der Bundesliga zu erreichen – oder als Ersatzspieler wenigstens in die Nähe dieser Werte zu kommen. Robert Lewandowski (22 Tore, 10 Assists) gelang dies in der vergangenen Saison, davor war Arjen Robben der letzte Spieler beim FC Bayern, dem das gelang (13 Tore, 11 Assists; 2016/17). Hinter Lewandowski sah es eine Zeit lang düster aus, doch Perišić kann mit seinen Qualitäten vielleicht dazu beitragen, dass die Liste der Scorer noch ausgewogener wird. Das würde die Abhängigkeit von Lewandowski, Müller und Gnabry etwas lösen – gerade dann, wenn die mal in einer Phase sind, wo es nicht so läuft.

Perišić sammelte in der Saison 2017/18 immerhin 11 Tore und 11 Assists in der Serie A (alle 150,7 Minuten eine Torbeteiligung) und auch 2016/17 gelang ihm dieselbe Anzahl an Treffern und Torvorlagen (alle 138,27 Minuten eine Torbeteiligung). In der Bundesliga gelang ihm das Double-Double noch nicht, doch bei Wolfsburg und Dortmund war er auch nie unumstrittener Stammspieler (nie über 2600 Pflichtspielminuten; durchschnittlich 54 Minuten Einsatzzeit).

Eine Bewertung ist noch nicht möglich

Herausragend sind diese Statistiken nicht. Perišić sollte deshalb nicht als jemand gesehen werden, der Kingsley Coman und Serge Gnabry auf allerhöchstem Niveau ersetzen kann. Doch gerade das Spiel gegen Cottbus hat gezeigt, dass der FC Bayern das in den meisten seiner Saisonspiele auch nicht braucht. Und wenn der Transfer des 30-Jährigen bedeutet, dass beide Flügelspieler mehr Pausen bekommen und Kovač dabei nicht auf Müller in einer am Flügel klebenden Rolle setzt, ist schon etwas gewonnen.

Eine endgültige Einordnung dieses Transfers ist jetzt trotzdem noch nicht möglich. Erst wenn der Kader Anfang September feststeht, wird man Perišićs Rolle ebenso bewerten können wie die Frage danach, ob der Wechsel für alle Seiten Sinn ergibt.

Die anderen Transfers oder Nicht-Transfers spielen hier nämlich eine gewichtige Rolle. Ganz abwegig ist die risikolose Verpflichtung des Angreifers aber nicht. Auch wenn sie den Eindruck erwecken könnte, dass die gewünschte Verjüngung und Umstrukturierung des Kaders wieder um ein Jahr verschoben wird. 

Update: Am 1. Spieltag gegen Hertha BSC ist Perišić übrigens noch gesperrt. Er sitzt am Freitagabend eine Gelb-Sperre aus, die aus der Serie A übertragen wird.



»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. Du bringst es auf den Punkt: Erwartungshaltung!
    Als “Rafinha für die Offensive” ist er perfekt beschrieben. Und eine sinnvolle Ergänzung im bisher zu kleinen Kader.
    Für diese Rolle ist auch ganz wichtig dass er fast nie verletzt ist. Gerade diese vermeintliche Sekundär-Eigenschaft kann als Back-up hinter Coman und Gnabry ganz, ganz wichtig werden.

    Zum Alter: In 9/10 Fällen bin ich gegen eine Verpflichtung von Spielern, die älter als ca. 27 sind, ganz zu schweigen von Ü30-Spielern. Aber hier ist es okay. Coman, Gnabry und Davies sind blutjung, Sané wäre es ebenfalls. Da passt ein 30-jähriger gut hinein.

  2. Ich hab Perisic schon lang nicht gesehen, aber meiner Erinnerung nach aus seiner Wolfsburger/Dortmunder Zeit ist er schon ein sehr anderer Spielertyp als Coman und auch als Gnabry. Ich hab ihn als sehr robust und groß in Erinnerung, als Spieler, der oft einrückt und dann versucht durch Kopfballstärke ein Tor zu erzielen. Wenn das stimmt kann man ihn find ich kaum als Ersatz für Coman ansehen. Klar kann er irgendwie am Flügel spielen, aber das können Müller, Tolisso und Goretzka auch. Aber die Fähigkeiten, die sie dort haben, passen halt nicht so ganz ins System. Und Müller, Tolisso und Goretzka sind individuell natürlich alle um Längen stärker als Perisic. Naja, mal schauen.

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    1. Er ist schon schneller und auf dem Flügel deutlich besser aufgehoben als ein Müller (in der aktuellen Rolle). Robust und physischer als die anderen beiden ist er, ja. Aber er hat dafür andere Qualitäten, die bei den Einsätzen durchaus einen Mehrwert bringen können. Erst recht in der Liga gegen 14-15 Mannschaften.

      1. Hm, ok. Ich hab Perisic irgendwie als ziemlich eigenschaftslosen Mitläufer in Erinnerung. Robustheit, Physis, Geschwindigkeit, Kopfballstärke, Passqualität, Pressingresistenz…spontan würde ich Perisic in fast jeder fußballspezifischen Kompetenz im gehobenen Bundesligadurchschnitt ansiedeln, aber nirgendwo in der Spitzenklasse. Aber vielleicht hat er sich ja weiterentwickelt.

  3. Superschneller Bericht, danke!

    Vielleicht kann er ja am Freitag schon mal ein paar Minuten spielen – wie gesagt, schon ein, zwei neue Spieler können das Momentum komplett ändern.

  4. Ein Transfer, den ich vollumfänglich begrüße. Ja, der Junge wird bei uns kein Weltfussballer mehr werden. Er hat auch individuell nicht ganz das Zeug, Coman im Verletzungsfall 1:1 zu ersetzen (Gnabry vom Profil her schon eher). Er wird jedoch mit seiner Kombination aus Tempo, Athletik und Technik in vier von fünf Spielen eine den Gegnern überlegene Alternative sein, die man “immer bringen” kann. Mit Kovac’ Fokus auf Einzelaktionen wird er sicherlich gegen die Liverpools dieser Welt nicht viel reißen – aber es müssen ja auch gegen Mainz und Augsburg 11 Spieler einlaufen – und möglichst gewinnen.

    Wichtiger ist fast, dass er die Verhandlungsposition massiv stärkt. Während wir bei Sané City völlig ausgeliefert waren und eigentlich jeden Preis zahlen mussten, können wir jetzt ganz entspannt sagen: “Leute, wir würden gern – aber wir müssen nicht. Also macht uns ein marktgerechtes Angebot oder lasst es eben bleiben”.

    Sollte man tatsächlich noch einen Flügelspieler holen und 2020 (oder schon jetzt, als Vorgriff) Sané, dann kann man die Leihe einfach auslaufen lassen – für diese Situation sind 5 Millionen Euro ein verdammt guter Preis.

    Gern würde ich diesen Transfer Salihamidzic zurechnen; das würde mich wesentlich entspannter machen. Ich hoffe daher, dass die Berichte, Rummenigge wäre treibende Kraft gewesen und Salihamdzic hätte den Transfer nicht gewollt, nicht weiter bestätigen. Dass Rummenigge Verhandlungen mit italienischen Klubs übernimmt, ist ja erstmal keine Überraschung.

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    1. Je mehr ich drüber nachdenke umso positiver bin ich auch gestimmt von dem Transfer. Das Problem war auch nicht per se Perisic (ich lasse die Apostrophe mal grundsätzlich weg…) sondern die Erwartungshaltung wie oben geschrieben.

      Isoliert betrachtet macht der Transfer vor allem zu den kolportierten Konditionen absolut Sinn. Zumal wenn Perisic sein Einverständnis gegeben hat mit der Reservistenrolle leben zu können. So wie ich unsere Jungs aber einschätze “fürchte” ich fast er wird öfter spielen als man es vielleicht erwartet. Gerade nochmal nachgesehen: In 141 Spielen 68 Torbeteiligungen in der Serie A ist eine sehr gute Quote. Ich hoffe dass er das bei uns halten kann. Gegen die meisten Bundesligisten kann er da enorm helfen und den anderen Verschnaufpausen geben bzw. sich mit diesen abwechseln. Auch von der Bank kann er mit seiner Energie und Robustheit sicher nochmal ein Faktor sein.

      Also verbuchen wir das jetzt mal als positiv. Allerdings bin ich auch der Meinung dass KHR das Dank seiner Kontakte bei Inter eingetütet hat. Und das vermutlich auch ziemlich zügig nachdem die Diagnose bei Sané stand.

    2. Du glaubst ernsthaft, dass ein Perisic im Kader Bayerns Verhandlungsposition gegenüber City gestärkt hätte?

  5. Der Transfer bringt uns nicht sonderlich weiter, viel falsch kann man bei dieser Geschichte aber auch nicht machen (außer natürlich die Kaufoption zu ziehen). Oder anders: Ein großer Schritt für Ivan Perisic, ein kleiner Schritt für den FC Bayern München.

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    1. Bitte keine doppelten Kommentare in Zukunft. (Red.)

      1. Sorry,war nicht gewollt. Finde die Antworten Funktion auch nicht so richtig gut. Beim durchscrollen der Kommentare kommt man da automatisch drauf und schon öffnet das Fenster. Vielleicht kann man hier noch was verbessern wenn es nicht nur mir so geht…

    2. +1

      Auf dem Punkt. Exakt.

  6. willythegreat Seite 13.08.2019 - 11:43

    Ich finde, dass der Transfer deshalb passt, weil es sich um einen Spieler handelt, der aufgrund seiner Erfahrung jederzeit gebracht werden kann, ohne dass er lange Anlaufzeiten benötigt. Diese Eigenschaft findet man nun einmal eher bei Spielern der Ü30-Fraktion als bei hoffnungsvollen jungen Spielern. Wenn ich einen jungen Spieler kaum einsetze, dann wird er mit großer Wahrscheinlichkeit auch seine Leistung nicht sofort abrufen können, wenn er denn mal ran darf. Bei Spielern mit Erfahrung ist das in der Regel eher seltener der Fall. Pizarro konnte man immer bedenkenlos bringen, auch wenn er mal 5 oder mehr Spiele am Stück nur auf der Bank saß. Bei van Buyten oder Rafinha war es ähnlich. Zudem akzeptieren solche Spieler im Herbst ihrer Karriere eine Bankrolle auch eher und können im Idealfall auch menschlich den Kader bereichern, weil sie den jüngeren Spielern Erfahrungswerte mitgeben können.
    Natürlich wollte man lieber einen jüngeren Spieler wie Sane holen, aber wenn das aus irgendwelchen Gründen eben nicht funktioniert, kann man doch auch mal gerne eine Saison mit einem erfahrenen Spieler überbrücken, ohne dass man schon wieder in Panik verfallen muss, dass der Umbruch angeblich verschoben wird (siehe letzter Satz des Artikels). Möglicherweise werden im nächsten Jahr die Karten völlig neu gemischt und man kann Sane dann deutlich günstiger und wieder fit bekommmen.
    Wir können auch so eine Elf auf den Platz schicken, die bis auf Lewandowski (30), Alaba (27) und Thiago (28) keinen Feldspieler über 25 aufweist und vor ein paar Jahren hätte man Spieler im Alter von 25-30 noch als Spieler im besten Fußballeralter bezeichnet. Ich finde so schlecht kann der Umbruch dann bisher nicht gewesen sein. In Sachen Breite des Kaders muss natürlich noch etwas getan werden und da hat man heute mit der Perisic-Verpflichtung schon mal einen sinnvollen Schritt gemacht.

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    1. Nichts für ungut, aber Spieler wie Pizarro, van Buyten, Rafinha oder gar Lewy, Alaba und Thiago mit einem Perisic gleichzusetzen ist schon ein bissl dreist gegenüber diesen Spielern. All diese Spieler hatten nämlich in Perisics Alter ein Vielfaches von ihm erreicht und waren/sind deutlich über ihm einzustufen. In Perisics momentanem Alter waren Pizza und van Buyten meiner Erinnerung nach noch gesetzte Stammspieler, ihre Reservistenzeit war dann so mit Mitte 30. Das hat auch nichts mit dem Alter zu tun.

      Abgesehen davon seh ich das wie du: bei Perisic weiß man, was man bekommt-mehr als man das bei einem 22-jährigen wüsste. Im Guten wie im schlechten. In der momentanen Situation passt der Transfer zu den kolportierten Konditionen.

      1. Antwortsymbolwillythegreat Seite 13.08.2019 - 20:11

        Auf Perisics Habensseite zu verbuchen ist eine deutsche Meisterschaft mit dem BVB, an der er mit 7 Toren in 28 Einsätzen (oft als Einwechselspieler) größeren Anteil hatte als z.B. Mario Götze, der damals nur die Hälfte der Spiele mitmachte. Dazu kommen zwei Pokalsiege (einmal mit dem BVB 2012, einmal mit Wolfsburg 2015). Beim Pokalsieg von Wolfsburg stand er sogar in der Startelf. Zudem hatte er mit 10 Toren in der Liga einen nicht zu vernachlässigenden Anteil an Wolfsburgs bärenstarker Saison 2014/15, die die Wölfe auf Platz 2 beendeten. Auch bei Inter lesen sich seine Zahlen nicht wirklich schlecht. Hätte er die letzten 5 Jahre bei Bayern oder Juve verbracht, würde er natürlich mehr Zählbares in Form von Titeln vorweisen können, aber für die Vereine, für die er bislang auflief sind seine nationalen Titel gar nicht mal so schlecht. International gesehen steht vor allem eine Vizeweltmeisterschaft zu Buche mit 3 Toren im Turnierverlauf. Eines davon war der nicht ganz unwichtige 1:1 Ausgleich im WM-Finale. 2016 machte er bei der EM auch immerhin 2 Tore und 1 Assist. 1 Tor und 1 Assist gelangen ihm dabei gegen Spanien, also nicht unbedingt gegen eine schwache Mannschaft.
        Mit Lewandowski, Thiago und Alaba habe ich ihn nicht verglichen, da musst du etwas missverstanden haben.
        Mit dem Vergleich mit van Buyten, Pizarro und Rafinha liege ich anhand seiner oben dargelegten Vita nicht so daneben, wie ich finde. Es ist natürlich immer schwer, einen Innenverteidiger, einen Mittelstürmer, einen Außenverteidiger und einen Außenstürmer zu vergleichen, aber ich denke, ich kann das Ganze schon begründen:
        Rafinha war (vergleichbar mit Perisic) ein gestandener Bundesligaspieler, als er von Schalke zu Genua (eher eine Hausnummer kleiner als Inter anzzusiedeln) nach Italien wechselte. Bayern holte ihn zwar in der Hoffnung, dass er Stammspieler auf rechts werden würde, aber diese Erwartungen konnte er nie erfüllen. Er war ein solider Backup, dem allerdings in manchem Topspiel leider die Grenzen aufgezeigt wurden.
        van Buyten kam nach einer Zwischenstation bei ManCity (in einer Zeit, in der ManCity noch kein von Scheichmillionen hochgespushter Eliteklub war und dementsprechend nur zur Premier League Mittelklasse gezählt werden durfte) zum HSV, wo er zu einem der besten Verteidiger der Bundesliga reifte. Bayern holte ihn in der Hoffnung, dass van Buyten die zweite tragende Säule neben Lucio in der Innenverteidigung werden würde, was allerdings nicht immer klappte. Die Umschulung von Demichelis vom Sechser zum Innenverteidiger, die schnelle Integration von Badstuber in die erste Elf 2009 und die Transfers von Boateng und Dante und beweisen das ganz gut.
        Bei Pizarro war es so, dass man beide Male (2001 und 2012) einen auf Bundesliganiveau extrem überdurchschnittlich erfolgreichen Mittelstürmer holte, der allerdings auf internationaler Ebene bei weitem nicht die Quote erreichte, wie in der Liga. Bei Chelsea scheiterte er zudem auf ganzer Linie und auch am Ende seiner ersten Bayernzeit weinte man ihm keine großen Tränen nach, weil er den allerhöchsten Erwartungen dann doch nicht gerecht wurde, weil man sich von Klose, Toni etc. einfach mehr erwartete und weil seine Gehaltsforderungen den gezeigten Leistungen wohl auch nicht mehr ganz entsprachen.
        Ob diese drei Spieler also so viel höher einzustufen sind als Perisic wage ich zu bezweifeln. So viel mehr Zählbares als Stammspieler haben sie definitiv nicht vorzuweisen. Fakt ist, dass Rafinha, Pizarro und van Buyten ohne ihre Zeit bei Bayern was ihre Titelsammlungen beträfe ungefähr auf dem Niveau von Bayer Leverkusen wären.
        Ihr Reservistendasein begann auch nicht unbedingt viel später. Zudem möchte ich hier nicht unerwähnt lassen, dass sich die Empfindung, wann ein Fußballer zum alten Eisen gehört in den letzten Jahren um bestimmt 2-3 Jahre nach vorne verschoben hat. Als Pizarro und van Buyten 30 waren (bei beiden im Jahr 2008 der Fall), war man mit 30 noch eher im besten Fußballeralter, denn da war der derzeitige Jugendwahn noch nicht so ausgeprägt wie heute. 2008 war van Buyten übrigens dennoch kein Stammspieler, denn in der Saison 2007/08 hieß die Stamminnenverteidigung Lucio/ Demichelis. Er sollte es eigentlich nur in der Saison 2009/10 nach Lucios Abgang noch einmal werden, als van Gaal vor allem in der Rückrunde auf das Duo van Buyten/ Demichelis setzte, auch weil er Badstuber auf links brauchte, da weder Contento noch Alaba dort überzeugen konnten. Auch Rafinha war mit 30 ein Bankdrücker und Pizarro versauerte bei Chelsea auf der Bank. Stammspieler wurde er erst wieder als er bei Bremen anheuerte, also bereit war, sein Ansprüche deutlich herunterzuschrauben.
        Ich bezweifle, dass Perisic es schaffen wird, in der Bayernhistorie ein ähnliches Standing einzunehmen wie van Buyten, Rafinha und Pizarro, aber das dürfte vor allem daran liegen, dass er bei weitem nicht mehr auf die Dienstjahre kommen wird, wie diese Spieler. Zudem waren diese drei eben auch aufgrund ihrer Persönlichkeit enorm wichtig für den Kader und tolle Aushängeschilder unseres Vereins. Von daher wird ihr sportlicher Wert vielleicht auch im Nachhinein etwas überhöht.

      2. Perisic’ Zahlen in der EL und vor allem CL sind aber schon mäßig. Naja trotzdem schön, dass überhaupt noch jemand kommt.

  7. Ich verstehe es nicht. Man hätte Ziyech wohl haben können, Bergwijn bettelt geradezu darum, zu Bayern transferiert zu werden und dann wird Perisic geholt. Mal wieder ein Mentalitätsspieler statt eines Qualitätsspielers. Wie sagte KHR? Der Trainer müsse sich der Spielphilosophie des Vereins anpassen. Davon kann doch nicht mehr die Rede sein. Soll Bayern jetzt Büffelherde 2.0 werden?
    Auch dass Müller wieder Rechtsaußen spielen muss, ist kaum noch nachzuvollziehen. Das kann er nicht und wird er auch nie mehr können. Wenn Gnabry noch nicht fit ist, erwarte ich da Davies.
    Ich bin sehr gespannt, wer jetzt noch kommen soll, aber mir schwant nichts Gutes.

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    1. @Nesplumeo

      Vielleicht kommt Bergwijn noch ;)

      Abwarten

  8. Tja, man kann sich den Transfer auch schön reden. Inter hat 1x innerhalb von 5 Jahren in der Champions League gespielt und gerade dort bedient man sich – unbegreiflich. Welche Perspektive soll dieser Transfer haben? Dass er 2-3 Jahre spielt; ein sattes Gehalt bezieht; und auf seiner Vita “FC Bayern” steht? Das ist sehr langfristig und innovativ gedacht, Bravo!!!

    Da zieh’ ich lieber einen Jungspieler hoch.
    Ein 27 jähriger von einem Champions League Verein hätte weitaus mehr Sinn gemacht, um die Champions League Ziele zu erreichen.

    Der Transfer macht für mich null Sinn. Nichts gegen Perisic persönlich aber sowas hätte ich nicht für möglich gehalten bei Bayern.

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    1. Ist halt ne kurzfristige Panikaktion.

  9. In Anbetracht der bekannten Umstände bin ich erstmal heilfroh, dass wir jetzt jemanden dingfest gemacht haben. Und da hätte es auch wahrlich schlechtere als Perisic gegeben.
    Er hat sich zwar zunehmend auf links kapriziert, sollte bei guter Beidfüßigkeit aber auch rechts zurechtkommen. Ist, wie verschiedentlich erwähnt, sehr robust, kaum verletzt und wird in Anbetracht der Fragilität von Cobry wahrscheinlich mehr Spiele machen, als mancher so denken mag.
    In den letzten 10 Jahren hat er (mit einer Ausnahme) in drei verschiedenen Ligen, bei 4 Vereinen jeweils im zweistelligen Bereich gescort. Zeigt eine gewisse Verlässlichkeit.
    Die finanziellen Rahmenbedingungen sind natürlich optimal. Wir bekommen den Spieler quasi für lau, ohne weitergehende Verpflichtungen, können also unbelastet weiterplanen.
    Jetzt gilt es zügig nachzulegen.

  10. Kann mir einer sagen warum ist er damals aus Dorfmund weg ist?

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    1. Beim BVB hatte er keinen Stammplatz.
      Er war jung, der BVB 2011-13 sehr stark.

  11. Ich finde es interessant, dass auch in diesem Artikel wieder darauf eingegangen wird, dass es keinen Ersatz für Ribery und Robben gibt bzw. Perisic dieser nicht ist (z.b. in der Rasenfunk Sasionvorschau wurde das ausführlich thematisiert und kritisiert). Dabei hat man ja mit Gnabry und Coman zwei Flügelspieler die bereits jetzt internationales Topniveau besitzen. Ribery und Robben hatten (bis auf die Saison mit Costa und Coman) nie grossartige Replacements. Das waren Spieler wie Altintop, Shaqiri oder Mitchell Weiser. Dahinter muss sich ein Perisic sicherlich nicht verstecken. Wenn jetzt tatsächlich noch ein Flügelspieler ala Sanè dazustoßen würde, wäre das eine absolute Luxussituation und die mit Real Madrid zusammen wohl qualitativ und quantitativ beste Flügelzange Europas.

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    1. Das hat mich auch gewundert. Dabei hat gerade Coman gestern wieder gezeigt, wie er in bester Robben Manier Spiele entscheiden kann. Sehr viel besser geht es offensiv aus meiner Sicht kaum, bzw. man müsste schon in die Regale eines Messi oder Neymar greifen. Und wenn Gnabry die Entwicklung der letzten beiden Jahre fortsetzt..

      Perisic bringt endlich Alternativen auf dem Flügel. Dass er mit 5 Mio. und eigener Kaufoption ein völlig risikofreier Deal ist, könnte man dem Management theoretisch anrechnen. Auch dass man nach der Verletzung von Sane innerhalb 1 Woche Vollzug meldet. Aber das passt vermutlich nicht in den Common Sense des „FCB Fail Managements“.

      Bin gespannt, wer noch kommt. Wenn es kein 100 Mio. Sane Ersatz wird (vor allem: wer sollte das sein), tippe ich stark auf Werner. Den wird dann Kovac zum Flügelflitzer umschulen. Kleiner Spaß ;)

  12. Jetzt “muss” ich doch mal etwas Positives schreiben. Finde, je mehr ich drüber nachdenke, die Perisic-Leihe gar nicht sooo schlecht. Klar er ist 30, nicht auf dem Niveau von Coman, Gnabry – oder Sane- aber in unserer momentanen Situation trotzdem ein Zugang, der uns helfen kann:

    – Zunächst mal “blockt” er keinen Platz für Sane, falls wir ihn doch noch für die nächste Saison oder Rückrunde verpflichten sollten.

    – Die Leihgebühr tut nicht weh.

    – Er kennt die Buli, ist erfahren und wird auf Anhieb funktionieren, sprich die obligatorische Eingewöhnungszeit fällt weg.

    – Meines Wissen ist er eher auf dem linken Flügel bzw. hinter den Spitzen zuhause, aber ich könnte mit vorstellen, dass er einen Gnabry-Ausfall auch besser kompensieren könnte als ein Müller. Perisic ist (immer noch) schneller als Müller und technisch versierter!

    – Er ist beidfüßig und mit seiner Größe (1,87m) vielleicht sogar als Lewa-Backup einsetzbar, wenn es gegen Gegner aus dem Mittelfeld und dem unteren Drittel der Liga geht.

    – Seine Laufstärke und sein Einsatzwillen sind auch bekannt.

    Meiner Meinung nach eine Leihe ohne große Gefahr. Klar wird er uns in den Duellen gegen den BVB, RedBull und Co. sowie in den CL-K.O-Spielen keinen entscheidenden Vorteil bringen, aber ich würde ihn niemals als untauglich für die Buli einstufen.

    Holt man jetzt noch einen Winger, einen kreativen 8er und pressingresistenten sowie passsicheren 6er bin ich erst mal zufrieden.
    Alternativ würde ich mir Thiago auf der 8, Kimmich als 6 und Pavard als RV wünschen. Wird Kovac aber wohl nicht machen :(
    Und auch mit dieser Konstellation sollten noch 2 bis 3 neue Jungs geholt werden. 

    Übrigens:
    >> In einer Umfrage legen sich 15 Bundesligatrainer eindeutig auf einen Meister fest, zwei sehen ein offenes Rennen, nur einer schwimmt gegen den Strom. Sehen Sie im Folgenden die Meistertipps der Coaches. <<

    https://rp-online.de/sport/fussball/bundesliga/bundesliga-19-20-auf-diesen-meister-tippen-die-trainer_bid-9545273

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    1. AntwortsymbolMarlene Dietrich Seite 14.08.2019 - 05:26

      Wofür brauchst du noch einen 8er?

      1. Um der fehlende Kreativität im letzten Drittel zu begegnen und in der präferierten Grundordnung (4-3-3) würde ein solcher Spieler normalerweise eben auf der 8 spielen.

        Das würde uns insbesondere gg tiefstehende Gegner helfen (siehe Pokal) und die durch den James Abgang fehlende Komponente ersetzen.

        Ich selbst halte das in der aktuellen Spielweise für schwierig, weil mir spontan kein klassischer Kreativspieler einfällt, dessen Skillset zusätzlich, die Eigenschaften erfüllt die Kovac von seinen 8ern zu fordern scheint.

  13. Bin erstmal dabei – mit Perisic gewinnt der Kader endlich an Breite. Die positiven Attribute – verletzungsarm, zuverlässig, vielseitig, vermeintliches Schnäppchen – sind von meinen Vorrednern schon gewürdigt.
    Wo ich kein Verständnis hätte: Inter gibt Perisic ab und es wird kolportiert, dass sie stattdessen den 25-jährigem Rebic von Frankfurt holen wollen – guter Deal für Inter, aber warum holen wir nicht Rebic anstatt Perisic? Der wäre noch entwicklungsfähig, ein echter Coman Ersatz und mit ca 40m auch im Vergleich nicht überteuert.

  14. Ivan Perisic passt auch m.M.n. nach der Sane Verletzung übergangsweise super. Das Preis-Leistungsverhältnis ist sehr gut. Er ist beidfüßig, erfahren und relativ schnell. (schneller als Ribéry letztes Jahr.) Zudem ist er relativ torgefährlich und im eins gg. eins
    überdurchschnittlich. Natürlich ist er eine Stufe hinter Coman bzw. Gnabry anzusiedeln. Das er 30Jahre alt ist? Naja der Oberborusse Reus ist genauso alt, und auf dem Höhepunkt seines Schaffens. (lLewa ist älter und topfit). Für die Kaderbreite und 90% der Spiele eine gute Sache.
    Trotzdem erwarte ich noch einen kreativen Mittelfeldspieler und einen weiteren schnellen Winger. Ich würde Roca und Bergwijn gerne im Bayerndress sehen. Obwohl ich Bailey oder Olmo auch interessant finde. An Coutinho glaube ich nach diesem Transfersommer weniger. Wäre allerdings ein Megading.

  15. Wie schon gesagt ist Perisic garnicht so schlecht wenn er fit ist und vor allem seine früheren Allueren beerdigt.
    Er ist dritte Wahl und Entlastung fuer Coman Gnabry wenn beide fit und in Form sind.
    Hoffentlich wurde das ihm verdeutlicht.

    Sane kommt im Winter oder Sommer wenn es sich nur um einen Abriss handelt.
    Dann wird man die Option bei Perisic sowieso nicht ziehen.
    Und das beantwortet auch die Frage warum man keinen Ziyech Rebic etc gekauft hat.
    Denke das man auch an dem Olmo von Zagreb dran ist.

    Coutinho ist sowieso die viel spannendere Situation.
    Wenn man Coutinho mit Kaufoption ausleiht hat man eine Alternative zum moeglichen Havertztransfer naechsten Sommer falls LEV und oder Spieler doch nicht mitspielen.

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    1. Coutinho kann ich mir nicht recht vorstellen. Letztlich wäre er bei uns in einer ähnlichen Situation wie bei Barcelona: keine klare Rolle, da er weder der klassische Winger wie ein Coman oder Sané ist, noch ein Achter nach Kovacs Vorstellung. Die Wahrheit ist, dass Coutinho perfekt ins System von Liverpool passte: drei kleine, schnelle, kreative Offensivspieler, die immer den direkten Kontakt suchen, viel mehr im Halbraum und flexibel positioniert sind als bei uns. In der Bundesliga gegen sehr tiefe Gegner könnte er uns als kreativer Achter natürlich sehr helfen, dann wäre aber für einen Müller wohl kaum noch Platz.

      1. Nur zur Klarstellung: er ist ein toller Spieler, nur ist er als Rollenspieler wohl viel zu teuer und das entsprichend wohl auch nicht seinen Ansprüchen.

  16. Update im Artikel: Perišić wird im ersten Spiel gegen Hertha wegen einer Gelbsperre fehlen, die aus der Serie A übertragen wird.

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    1. Da sieht man mal, dass unser “Novize” keine Ahnung hat. Das hätte er bedenken müssen ;-)

      1. Ich wäre dir und allen in diese kindische Fehde verwickelten Leuten sehr dankbar, wenn ihr euch in Zukunft einfach ignorieren würdet. Es bringt nichts außer Ärger und Provokationen. Und uns kostet es Zeit, die wir so schon nicht haben.

    2. Oops, wusste gar nicht, dass es ligenübergreifende Gelbsperren gibt. Wieder was dazu gelernt. Schade, hatte gehofft ihn am Freitag live vor Ort begutachten zu können. Dann eben erst eine Woche später auf Sky ;-)

  17. Nach diesem Transfer-Theater diesen Sommer, komme ich zum Schluss, dass das Problem von Bayern nicht (primär) mit den Führungspersonen zusammenhängt. Das Problem ist Grundlegender.

    Die Transfermarktentwicklung in den letzten Jahren hat sich dahingehend verändert, dass der FC Bayern im “Niemandsland” des Markts gelandet ist. Einerseits kommt man an die ganz grossen Namen (Neymar, Mbappe, Griezmann, Hazard) nicht wirklich ran finanziell und von der Attraktivität her, selbst ein Sane war / ist eventuell nur möglich, weil er Deutscher ist. Andererseits, liegen die qualitativen und namentlichen Ansprüche eines FC Bayern mindestens eine Klasse oberhalb derer der Bundeliga-Konkurrenz. Kaum einer wäre wohl mit einem Thorgen Hazard oder Julian Brandt zufrieden, wärden sie als Bayern-Neuzugänge im Juni vorgestellt worden (Erwartungshaltung!).

    Dazwischen gibt der Markt im Moment recht wenig her. Es gibt die jungen wilden von Ajax, die aber auch von vielen europäischen Top-Klubs umworben werden. Bleiben die noch ein paar junge Spieler (Bergwijn, Roca …) bei denen das Verhältnis Preis/Leistung ziemlich fragwürdig ist (oder wer dachte an die beiden vor 6 Monaten?). Selbst einen Ziyech würde ich nicht unbedingt als einen top-Transfer für Bayern sehen. Der Markt für typische “Bayern-Transfers” wie Ribery, Robben, Thiago ist recht dünn.

    Ich sehe darin ein grosses Risiko, weiter Richtung europäisches Mittelmass abzurutschen. Das Festgeldkonto gibt es nicht her, über mehrere Jahre zahlreiche Spieler der Preisklasse 50-100 Mio durchzuprobieren, wie Liverpool z.B. So ist der Anschluss nach unten im Moment wahrscheinlicher als der nach oben. Leider.

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    1. Bin im Großen und Ganzen Deiner Meinung. Allerdings haben auch die ganz Großen schon erkannt, dass man nicht jedes Jahr xxx Millionen für Topstars ausgeben kann.

      Es gibt aber schon zwei Wege, die andere Vereine gehen:

      1) Toptalente frühzeitig scouten und verpflichten. Machen Chhelsea, Ajax, Dortmund…
      2) Mehr Spieler als benötigt verpflichten, den internen Ausleseprozess straffen und einige Spieler weiter verkaufen / verleihen. Modell Chelsea (wieder), Real, ManCity…

      Das Problem ist mMn, dass beim FCB seit 2015 wenig mittelfristige Kaderplanung stattgefunden hat. Man hat opportunistisch gekauft – Vidal, Götze, – und Baustellen wie die Flügel bis zur letzten Minute verschlafen.

      Ausnahmen gab es: Gnabry, Sanches, Goretzka und Tolisso waren Wetten auf die Zukunft, mit unterschiedlichem Erfolg.

      Insgesamt hätte man schon schlauer agieren können, als für zwei Potenziale in der Defensive mal eben 115 Mio rauszuhauen und 4 ZMs abzugreifen.

      Man hätte Amiri, Waldschmidt, Bergwijn oder vergleichbare Spieler ohne Probleme bekommen. Dann wäre es gar nicht zum Sane-Theater gekommen, weil der ganz große Druck gefehlt hätte.

      Leider ist das Problem mit dem gegenwärtigen Personal nicht lösbar: Uli will nicht, Brazzo kann nicht, Kalle darf nicht.

    2. Naja, an die ganzen Großen kamen wir noch nie ran, so ehrlich sollte man sein. Ribéry hat man jung geholt, Robben wurde bei Real aussortiert etc.
      Die Ronaldos, Messias, Zidanes waren immer schon außer Reichweite. Die Listen kann man ewig fortführen, die Bundesliga und der FCB war zu keiner Zeit in der Lage ganz oben mitzuspielen. Ggf. hätte man nach 2013 mal kurzzeitig die Chance (inkl. des damit verbundenen Risikos), aber auf Dauer geben die Bundesligaeinnahmen das nicht her.

      1. Sehe ich auch so. Neymar, Mbappe, Griezmann, Hazard passen alle nicht in die Transfervergangenheit des FC Bayern. Man hat noch nie einen Fussballer der sich in dem Moment des Transfers auf der Ebene eines richtigen Weltstars befindet verpflichtet.

    3. Sehe ich prinzipiell auch so. Allerdings würde ich nicht sagen, dass das gleich bedeutet, den Anschluss nach oben zu verlieren oder ins europäische Mittelmaß abzurutschen. Das ist ja irgendwo auch das Schöne am Fußball – weder ein Neymar noch ein Mbappe noch ein Hazard garantiert dir Erfolg oder einen Champions-League-Sieg. Stellt man eine Mannschaft clever zusammen, kann man auch ohne teure Superstars was reißen – siehe zum Beispiel Ajax letztes Jahr. Dafür braucht man allerdings einen sehr klaren, langfristigen Plan und Spieler, die perfekt zu diesem Plan passen. Leider fehlt es daran so ein bisschen. Und das ist meiner Meinung nach eher ein Problem und im schlimmsten Fall der Grund für ein Abrutschen als die Schwierigkeit, jedes Jahr nen 100-Millionen-Euro-Spieler zu kaufen zu können.

      1. Richtig! Vor allem braucht es einen Top-Trainer. Und ob wir den zur Zeit haben, darf bezweifelt werden.

  18. Bei Inter stand Perišić ja nicht nur zum Verkauf/zur Leihe, weil er nicht in Contes System passt, sondern auch wegen seiner Rolle als „Anführer“ der Inter-Spieler vom Balkan … Es gab zuletzt im Wesentlichen zwei Gruppen bei Inter: eben jene von Perišić, und dann jene von Mauro Icardi, hinter dem sich die Südamerikaner versammelten. Die beiden Gruppen konnten nicht wirklich miteinander. Wenn Icardi ein Tor schoss, jubelte Perišić nicht immer mit und umgekehrt. Auch neben dem Platz gab’s entsprechende Aktionen, so folgte Perišić etwa demonstrativ dem Milan-Spieler Maxi Lopez auf Instagram, dem Ex von Icardis Ehefrau und Beraterin Wanda Nara.
    Mal sehen, wie er sich beim FCB einfügt.

  19. Ich hab grad die – kolportierten – Konditionen für Perisic mit den – geleakten – Beträgen aus dem Leihvertrag von James Rodriguez verglichen:

    – James Gehalt 6,5 Mio. netto – Perisic angeblich 10 – 11 Mio. brutto
    – Leihgebühr bei James 13 Mio. für zwei Jahre – bei Perisic 5 Mio. für ein Jahr.

    Nimmt man seinen reinen Verdienst und die Leihgebühr, ist Perisic durchaus mit James vergleichbar. Der wesentliche Unterschied liegt in der Kaufoption – die für James ist angeblich doppelt so hoch. Dafür gibt es aber Gründe, insb. aufgrund des Alters der beiden Spieler.

    Unterstellt, James hat bei Real ähnlich verdient wie bei Bayern (im einzelnen vielleicht schwer zu ermitteln, weil es auch um Bildrechte etc. geht), ist Perisic, rein nach dem, was er als Spieler aktuell die Bayern kostet, ein echtes Pfund. James war immerhin Topstar der WM 2014. Von einem “B” oder “C-Transfer” sollte man bei solchen Summen nicht sprechen.

  20. Mir ist gerade eingefallen, dass Paulo Dybala einen neuen Verein sucht.

    Wäre er was und wenn ja, welche Stärken und Schwächen würde er eurer Meinung nach mitbringen ?

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Antwortsymbolwillythegreat Seite 13.08.2019 - 20:46

      Auch wenn Dybala (genauso wie Coutinho oder Bale) ein genialer Fußballer ist, der der Mannschaft spielerisch sicher helfen würde, würde ich dennoch einer Verpflichtung skeptisch gegenüber stehen. Eigentlich haben wir mit Coman und Gnabry die Nachfolger für Ribery und Robben schon im Kader. Sie sind auf einem guten Weg dahin, möglicherweise das Leistungsniveau der beiden Vereinslegenden in den nächsten Jahren erreichen zu können. Das größte Problem ist freilich ihre Verletzungsanfälligkeit. Für mich stellt sich allerdings die Frage, ob es diese Verletzungsanfälligkeit rechtfertigt, ihnen quasi einen Topstar vor die Nase zu setzen. Coman war jahrelang der Backup von Ribery und jetzt, wo Ribery weg ist, sollte er sich wieder hinten anstellen. Der Junge braucht das Vertrauen, gesetzt zu sein und das hat er sich meiner Meinung nach auch mehr als verdient. Gnabry strafte letzte Saison alle Kritiker Lügen und setzte sich auf Anhieb durch. Soll man ihn als Dank dafür wieder in die Rolle des Herausforderers abstufen?
      Eine Verpflichtung von Sane hätte ich (zu einem Preis um 100 Millionen) noch akzeptiert, weil er einen nicht gerade kleinen Teil der Mannschaft aus der Nationalelf gut kennt und somit keine Anlaufschwierigkeiten gehabt hätte. Bei Dybala, Coutinho oder Bale hätte ich große Befürchtungen, dass sie in der Mannschaft keinen leichten Stand haben würden. Sowohl Coman als auch Gnabry sind meinem Empfinden nach im Team sehr beliebt und daher wäre so jemand nicht unbedingt everybody’s darling, wenn er einem der Beiden den Platz wegschnappt. Dybala, Coutinho und Bale sind zudem was man so hört nicht unbedingt charakterlich einfach und würden daher wohl erst recht keinen so guten Stand haben. Mit ihren Gehältern würden sie Neid erwecken und das würde meiner Meinung nach wohl mehr im Team zerstören als gut machen. Ich denke, wir sollten die Finger von diesen Spielern lassen. Bei James hat es mit der Integration ja scheinbar auch nicht so gepasst, wie man zuletzt lesen konnte.
      Stand jetzt haben wir mit Perisic eine brauchbare Alternative für beide Seiten. Dann ist da auch noch Thomas Müller, der zwar nicht unbedingt die Ideallösung ist, aber trotzdem in vielen Spielen wertvolle Impulse in Form von Vorlagen auch von außen liefern kann. Dann haben wir auch noch Davies, dem man mehr Chancen geben sollte, um rauszufinden, ob er den Sprung direkt packen kann oder ob man ihn bald verleihen sollte. Von daher würde ich auf außen bis zur Winterpause gar nichts mehr machen und höchstens noch im Mittelfeld aktiv werden.
      Die einzige Personalie in der Offensive, die ich noch begrüßen würde, wäre eine Verpflichtung von Mandzukic.

      1. 100 Prozent richtig. Weit über 100 Millionen für einen Sane auszugeben, wenn man einen gleichstarken Coman hat, wäre falsch und würde den Jungen vor den Kopf stoßen. Zumal Bayern ja schon 130 Millionen ausgegeben hat.

    2. Dybala ist kein klassischer Flügelspieler, sondern eher eine hängende Spitze, die um einen Stoßstürmer herum spielt. Genau die Position also, die wir für Thomas Müller schon eigentlich nicht im Plan haben. Dybala würde daher mit Müller um einen Platz streiten, den es bei uns gar nicht gibt. Sonst ein hochtalentierter Kicker, der dem Ruf seines Talents aber noch zu wenig Taten hat folgen lassen, um eine Ablöse à la Sané zu rechtfertigen imho.

  21. Ist Stand heute schon ein guter Transfer. Aber die Erwartungshaltung ist auch nach dem ganzen Theater sehr gesunken, vor 3 Monaten hätte Bayern niemand auf die Schulter geklopft dafür.

    Mir wären andere Spieler lieber gewesen… Ohne jetzt im einzelnen darauf einzugehen, warum Bayern diese nicht bekommen hat. Zum Beispiel: Hazard, Dybala, Werner, Brandt oder Carrasco.

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