Harmlos statt Hammerlos

Tottenham Hotspur, AS Monaco und Inter Mailand – diese Hammergruppe wäre für die Münchner möglich gewesen, stattdessen losten Diego Forlan und Kaka dem FC Bayern eine machbare Gruppenphase zu. Für den Rekordmeister geht es nach Portugal zum Heimatclub von Renato Sanches, ins Nachbarland Niederlande zum dortigen Rekordmeister Ajax und auf die Akropolis zum griechischen Meister.

Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die Gegner und beleuchten die aktuelle Form sowie historische Vergleiche mit den Münchnern.

Benfica Lissabon

Aus dem zweiten Lostopf wurde den Münchnern der 36-fache portugiesische Meister Benfica Lissabon zugezogen. Die Portugiesen mussten sich im vergangenen Jahr mit der Vize-Meisterschaft hinter dem FC Porto zufrieden geben. Zuvor war man in der Champions League sang- und klanglos mit sechs Niederlagen in einer Gruppe mit Manchester United, ZSKA Moskau und dem FC Basel ausgeschieden.

In die aktuelle Saison startete die von Rui Vitoria trainierte Truppe mit sieben Punkten aus den ersten drei Spielen, wobei man gegen Stadt-Rivale Sporting ein 1:1-Unentschieden holte. SL Benfica tritt dabei im Bayern-ähnlichen 4-1-4-1-System an, wobei aufgrund der Verletzung von Jonas momentan auch immer mal wieder der ehemalige Frankfurter Haris Seferovic als einzelne Sturmspitze aufläuft. Das Team ist insgesamt sehr jung, wobei man mit Pizzi und Eduardo Silva zwei erfahrene Spieler als Rückgrat hat.

Für die Champions-League hatten sich die Scharlachroten gegen Fenerbahce Istanbul und PAOK Saloniki souverän ohne Niederlage durchgesetzt.

Auf den FC Bayern traf man bisher acht Mal, wobei man noch keinen Sieg erringen konnte. Zuletzt traf man im Viertelfinale der Saison 2015/16 aufeinander. In diesem Duell hinterließ ein junger Renato Sanches im Mittelfeld der Adler einen bleibenden Eindruck in der Münchner Scouting-Abteilung, so dass der Portugiese im nächsten Sommer an die Isar wechselte. Im Achtelfinale des UEFA-Cups 1996 konnte man Benfica mit einem kumulierten Ergebnis von 7:2 schlagen, wovon Jürgen Klinsmann alleine sechs Tore erzielte.

Ajax Amsterdam

Auch der zweite Gegner konnte in der Vorsaison nicht Meister in der heimischen Liga werden. Bei Ajax Amsterdam war der Heimatverein von Arjen Robben, PSV Eindhoven, einen Ticken konstanter über die gesamte Saison und hatte am Ende vier Punkte mehr auf dem Konto. Auch in Europa war für den AFC Ajax früh Schluss. Gegen den OGC Nizza schied man in der Champions League-Qualifikation aus und verlor obendrein danach noch beide Spiele gegen Rosenborg in der Qualifikation für die Europa League.

Für die laufende Saison hat sich das Team mehr vorgenommen, was durch die erfolgreiche Qualifikation mit Siegen gegen Graz, Lüttich und Kiew bereits zu einem Teil geschafft wurde. In der Liga liegt man nach drei Spielen mit sieben Punkten und 7:1 Toren auf einem dritten Platz hinter Alkmaar und Eindhoven. Bekanntester Spieler ist sicher das Eigengewächs Klaas-Jan Huntelaar, der zum Ende seiner Karriere nochmal in die holländische Heimat zurückkehrte. Er wird unterstützt von einer großen Gruppe von jungen Talenten wie Kasper Dolberg, David Neres und Hakim Zieych.

Mit Trainer Erik ten Haag trifft der FC Bayern auf einen alten Bekannten, hatte der Niederländer doch zwischen 2013 und 2015 die Amateure betreut. Seit Dezember 2017 hat der 48-jährige nun die Zügel der Weiß-Roten in der Hand, nachdem er sich in Utrecht für den Job empfohlen hatte.

Als großes Team der 70er-Jahre mit unter anderem drei Europapokal-Titeln nacheinander und legendären Spielern wie Johann Cruyff oder Johann Neskens liegen die großen Duelle mit dem FC Bayern schon etwas zurück. Letztmals standen sich die beiden Vereine 2004 in der Gruppenphase gegenüber, wobei Roy Makaay mit einem Dreierpack im Heimspiel die Verhältnisse zurechtrückte. Diese waren neun Jahre vorher aus den Fugen geraten als Ajax auf dem Weg zum vierten Europapokal-Titel die Münchner im Halbfinale aus dem Wettbewerb warf. Nach einem 0:0-Hinspiel demütigte man die Münchner mit 5:2 im heimischen Stadtion, wobei Jiri Litmanen und Marc Overmas brillierten.

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AEK Athen

Der wohl schwächste Gegner kam wie zu erwarten war aus Topf Vier. AEK Athen wurde in der Vorsaison erstmals seit 1994 griechischer Meister, wobei man PAOK Saloniki und Olympiakos Piräus auf die Plätze verweisen konnte. Auf der großen Bühne des internationalen Parkettes spielte man nach gescheiterter Quali für die Champions League in der Europa League, wo man von acht Spielen insgesamt sieben (!) Unentschieden holte und erst in der Zwischenrunde an Dynamo Kiew scheiterte.

Im ersten Saisonspiel der laufenden Spielzeit konnte man daheim 2:0 gewinnen, wobei Trainer Ouzounidis auf sein bewährtes 4-2-3-1 setzte. Es wird spannend zu sehen sein, ob man für die Spiele gegen den großen FC Bayern auf eine defensivere Ausrichtung setzen wird. Auf dem Weg in die Champions League bezwang man Celtic Glasgow und den Vidi FC. Bekannte Namen sucht man bei der Mannschaft aus der griechischen Hauptstadt lange. Mittelstürmer Marco Livaja ist der erfolgreichste Torschütze der letzten Saison, der noch an Bord ist.

Auf den FC Bayern traf man noch nie in einem Pflichtspiel. In bisher neun Spielen gegen deutsche Mannschaft ging man nur zweimal als Sieger vom Feld, wobei das letzte Spiel 2004 gegen Aachen mit 0:2 verloren ging. Die Münchner sind in neun Duellen gegen griechische Teams noch ohne Niederlage. Gegen Olympiakos Piräus gewann man 2015 in der Gruppenphase mit 4:0 und 3:0, wobei Thomas Müller insgesamt drei Treffer erzielte.

Abschlussbewertung

Gerade bei einem Blick in die anderen Gruppen sieht man welches Glück der FC Bayern bei der Auslosung am Donnerstagabend hatte. Die Gruppe ist mehr als machbar und alles andere als ein klarer Gruppensieg wäre eine herbe Enttäuschung für die Truppe von Nico Kovac.

Wenn die Münchner mit der notwendigen Ernsthaftigkeit und der richtigen Einstellung an die Spiele heran gehen, sollte man bereits ab dem vierten Spieltag sicher für die K.O.-Phase qualifiziert sein und kann sich auf die wichtigen Spiele in der Bundesliga vor der Winterpause konzentrieren.

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Leserkommentare
  1. […] 30. August 2018PloggoMiasanrotNo Comments […]

  2. Vobius

    Eine vermeintlich einfache Gruppe. 6 klare Siege sollten da rausspringen, wobei jedoch ein gemütliches Schaulaufen bei Benfica oder Athen auch nach hinten losgehen kann…

  3. Elija Mubarek

    Absolut machbar

    BVB wird mal wieder richtig auf die Schnauze fallen

    Hoffenheim auch

    Alles Loser❤️⚪️❤️

    1. Thomas

      Absolut machbar

      Stimme Dir zu, ärgere mich dennoch über den Tippfehler im fett gedruckten Vorspann dieses Artikels: “eine machbare Gruppenhase (…)” Echt??

      Bitte das p noch einfügen (erinnert mich an Nico statt Niko). Danke

      1. Michael

        Bitte das P künftig groß schreiben, am Satzende einen Punkt setzen und nur ein Fragezeichen setzen. „Du“ wird außerdem klein geschrieben, es sei denn, du schreibst einen Brief und bist mit dem Adressaten sehr vertraut. :-p

  4. Josef

    Sehr oft wehre ich mich gegen die Bewertung “Losglück”, diesmal ist es aber eindeutig. Das sind Glückslose. Im Prinzip kann da nichts schiefgehen und das Achtelfinale gebucht werden. Das ist gut, das ist wichtig, nicht zuletzt weil Kovac bisher kaum Erfahrung mit Europapokal und Englischen Wochen hat.

    Dazu aus Auswärtsfansicht drei durchaus interessante Gegner und drei Stadien, in denen ich noch nicht war. Je nach Datierung sind da vielleicht ein oder zwei Fahrten für mich drin.

    An die Roy-Makaay-Show gegen Ajax erinnere ich mich auch noch sehr gerne. Schön.

    Was mich auch freut: Theoretisch müsste auch für die drei anderen Bundesligisten das Achtelfinale drin sein. 3 oder 4 Teams unter den letzten 16, das wäre doch mal wieder was.

    1. raumdeuter

      Eine Super Auslosung: Attraktive Namen, aber keine hohen Hürden.
      Bzgl. der anderen Vereine bin ich nach den letzten Europapokal-Jahren nicht so sicher, am ehesten noch bei Schalke. Das scheint machbar zu sein.

  5. wipf1953

    @MSR, Eure Überschriften werden immer besser. Großer Sport!

  6. Mehmet68

    Huiiii, warum fühle mich mich bei Euren Kommentaren bisher an die Auslosung zur WM2018 erinnert? Ergebnis bekannt. :-)

    Im Ernst, alles andere als der Gruppensieg wäre eine Enttäuschung. Auch S04 und 1899 haben gute Chancen aufs Weiterkommen; für den BVB wirds deutlich schwieriger.

    Der Hammer ist ja die Gruppe C: PSG, Liverpool, Napoli und Belgrad. Das könnten tolle erste Spiele werden.
    Freu mich schon!

    1. Kurt

      Zu Hause alles gewinnen und auswärts nicht verlieren sollte das Mindestziel sein. Allerdings sollten in Athen und Amsterdam eigentlich auch Siege geholt werden.

      Ich freue mich mega auf Ateltico – Dortmund. Wollte ich seit Jahren sehen. Ich bin der Meinung, dass Atletico der schwierigste Gegner für den BVB überhaupt ist und hoffe auf zwei dicke Klatschen.

      Simeone verkörpert all das, was die Bienen gerne sein würden.

      1. Olorin

        “Ich bin der Meinung, dass Atletico der schwierigste Gegner für den BVB überhaupt ist und hoffe auf zwei dicke Klatschen.”
        Glaub auch. Nichts würde unserem FCB so gut tun wie wenn die mangelnde Qualität der Buli durch zwei dicke Klatschen für den BVB zementiert und verdeutlicht wird. Die Liga und die Konkurrenz sind einfach zu stark, das ist unser wahres Problem…

      2. Kurt

        Spar Dir den Sarkasmus. Unser Problem ist hausgemacht und nennt sich Verletzungen. Ansonsten würden ja alle Mannschaften, die in der Premier League und La Liga spielen besser in der CL abschneiden als wir. Die haben schließlich Konkurrenz. Tun sie aber nicht.

        Ich halte international zu allen deutschen Mannschaften, außer Dortmund. Nicht nach München 2012.

      3. Marlene Dietrich

        @Kurt: Was hast du gegen den BVB? Beziehst du dich auf das Pokalfinale 2012?

  7. Kurt

    Finde die Gruppe genial. Vielleicht wären ZSKA oder Pilzen noch ein wenig leichter gewesen, aber naja.

    Ich glaube nicht an die Theorie, dass man sich “warm spielen” muss. Real hat immer eine der leichtesten Gruppen. Über PSG hatten sich alle gefreut und dann hat man ja gesehen was los war.

    Kein Mensch interessiert es, wie der Weg zum Pott ausgesehen hat, wenn man ihn gewonnen hat.

    1. Josef

      5 der 6 Bayern-Spiele kommen auf Sky.
      Einzig Bayern gegen Ajax am 2. Spieltag gibt es bei Sky nur in der Konferenz, zusammen mit u.a. den Spielen von Real und Manchester United. So schrecklich ist das jetzt nicht.

      1. Josef

        Huch, sorry, Antwort verrutscht.

    2. Toni

      So einfach war die Gruppe für Real letztes Jahr auch nicht. Abgesehen von Apoel waren BVB und Tottenham schon zwei Hausnummern. Für die Bayern war es übrigens nicht wirklich schlecht, dass sie gleich mal gegen PSG antreten mussten.

  8. Tom

    Als sky-Kunde kommt man sich schon ein bissl verarscht vor:

    http://www.spox.com/de/sport/fussball/championsleague/1807/Artikel/cl-ab-saison-2018-19-tv-livestream-uebertragung-sky-dazn.html?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.de%2F

    Um sicher alle Spiele (live) des FCB zu sehen, muss man also DAZN abonnieren??

    1. Rainer

      @Tom..Yep das ist wohl so. Kannst Dir im Oktober den Probemonat bei DAZN nehmen.

      1. Herrispezial

        Gibt es auf Sky nicht auch noch die (deutsche) Konferenz? In der Gruppenphase ist das angesichts von 5 der 6 Spiele, die auch als Einzelspiel gezeigt werden, verkraftbar. Spannend wird es dann ab der KO-Runde, weil Sky dann nur die Rückspiele zuerst wählen darf.

  9. Hans

    Das 2:5 gegen Ajax ist eine meiner frühesten Europapokal-Erinnerungen als Bayernfan. Was war Jari Litmanen doch für ein Fußballgott..

  10. Hittmer Otzfeld

    Da meint es der liebe Fußballgott aber gut mit Kovac. Hier bekommt er eine Spielwiese statt einem Minenfeld. An anderer Stelle wirds ihm aber schwer gemacht, wieso man jetzt ohne große Not Bernat abgibt ohne gleichwertigen Ersatz zu holen, erschließt sich mir nicht. Kann hoffentlich nur bedeuten, dass es in Richtung 3er Kette geht weil Rafinha auf hinten links kann es nicht sein.

  11. […] Harmlos statt Hammerlos | Maurice […]

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