Wie der FC Bayern unter Druck reagiert

Der FC Bayern ist nach vier Jahren Höhenflug wieder gelandet. Unter Ancelotti zeigen die Münchner speziell dann Probleme, wenn Gegner hohen Druck ausüben, was sich auch in den Ergebnissen und Statistiken wiederspiegelt.

Man kann die Probleme auf einzelne Spieler reduzieren und durchaus argumentieren, dass kein Flügelspieler in Topform ist, Alonso nicht mehr derselbe ist und auch die Müller-Krise beschwören. Beobachtet man das Spiel des Rekordmeister allerdings genauer, kommt man an offensichtlichen Strukturproblemen nicht mehr vorbei.

Sobald der Druck auf das Aufbauspiel der Münchner erhöht wird, steigt die Anzahl an Fehlpässen, geführten Zweikämpfen und Fouls. Die Ancelotti-Elf verfällt schnell in Panik, schwimmt gegen den Ball und verliert jegliche Kontrolle über das Zentrum. Es fehlt an Unterstützung in Ballbesitz, aber auch gegen den Ball. Die anderen Teams der Bundesliga merken das.

Die Ehrfurcht vor dem amtierenden Meister ist weg, der Mut zum Risiko zurück. Schalke, Ingolstadt, Frankfurt, Hoffenheim und Dortmund zeigten die Schwächen gnadenlos auf.

Text(Grafik: Lukas)
Der Unterschied zwischen mutigen und weniger mutigen Gegnern ist riesig.
(Grafik: Lukas)

Die Grafik zeigt eindeutig auf, dass die Bayern keine Lösungen mehr parat haben, sobald ihnen Pressingfallen gestellt werden. Köln hätte man gut und gerne noch zu den mutigeren Gegnern zählen können, doch zeigte sich die Stöger-Elf nur über eine kleine Phase des Spiels aggressiv.

Bayern lässt sich leicht hinten reindrücken, kommt zu deutlich weniger guten Chancen und wird extrem fahrlässig im Passspiel. All diese Probleme sind auf das schwache Positionsspiel zurückzuführen. Gerade dadurch ist die Abhängigkeit von individueller Klasse so hoch, wie seit Jahren nicht mehr.

Das ärgerlichste daran ist, dass es keine Veränderungen gibt. Ancelotti passt nicht an und er zeigt keinerlei negative Reaktionen. Gerade jetzt, in einer Phase, wo der FC Bayern sich schnellstmöglich fangen muss, wäre es wünschenswert, dass sich jemand klar positioniert und die Brisanz der Situation schon im Ansatz erkennt.

Waren die Münchner in den vergangenen Jahren noch eine perfekte Symbiose aus taktischer Flexibilität und individueller Urgewalt, sind sie derzeit höchstens eine Gemeinschaft aus Spielern, die hoffen, dass der andere es schon richten wird.

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Leserkommentare
  1. GÜNO

    Leider alles richtig beobachtet und analysiert Justin. :-(

  2. systemrelevant

    Ein bisschen mehr Gelassenheit bitte.
    Mir ist auch bewusst, dass es im Spiel oft an Struktur und Problemlösungen mangelt, allerdings ist es halt auch erst November. In der Triplesaison spazierte man auch noch nicht unbedingt in der Vorrunde durch Liga und CL. Die 3 Jahre unter Pep waren besonders in der Hinrunde ein Feuerwerk auf Vollgas ohne jeden Punktverlust, von daher gilt es vielleicht wieder einen anderen Maßstab anzusetzen.

    Was ich sagen will: Es nutzt ja nichts wenn Carlo Müller, Alaba und andere, die vermeintlich momentan nicht in Topform sind anpeitscht auf der Stelle diese wieder zu erreichen und die Spieler im Frühjahr ausgebrannt sind, körperlich oder auch mental. Das Spiel an sich und die Spieler müssen im Frühjahr, ab Mitte/Ende März langsam an die Topform herangeführt werden um dann in den großen Spielen zu bestehen.
    Ist halt auch irgendwie doof wenn die 100% schon im Oktober erreicht werden und dann bis Mai gehalten werden müssen. Denke das ist schwieriger als sich langsam zum Höhepunkt zu steigern. Man muss sein Blatt auch nicht sofort vor den Gegnern offenlegen.

    Zusätzlich müssen sich Trainer und Mannschaft auch erst noch richtig finden.

    1. Für mich ist dieses Argument, dass eine Mannschaft, die im Herbst in Topform war und am Ende der Saison angeblich ausgebrannt ist, nichtig. Ihr könnt das anders sehen, aber weder hat Pep die CL nicht gewonnen, weil das Team zu früh in Form war, noch wird Carlo sie gewinnen, weil sein Team jetzt nicht am Maximum spielt. CL ist mehr Zufall, als viele wahr haben wollen. 2013 hatten sie viel Glück und die richtige Form, 2014 hatten sie zu viele interne Probleme, 2015 hatten sie extrem viel Pech…

      Zumal die Bayern am Ende der letzten Saison auf höchstem Niveau agiert haben.

      1. wipf1953

        IMHO hat Pep die CL deshalb nicht gewonnen, weil (i) dafür jedenfalls für einen Verein unseres Kalibers erstens ein bisschen Glück und zweitens die richtige Gesamtkonstellation notwendig sind (der richtige Gegner zur richtigen Zeit und vielleicht sogar eine kleine Krise der aktuellen Übermannschaft FC Barcelona), und weil (ii) das auf Dominanz, zugleich aber auf Risikovermeidung ausgerichtete Spielsystem (gesucht wird der sicherste offensive Pass) für ko-Runden nicht optimal ist.

        Ich bin in einem Punkt absolut gelassen. Das Verteidigen wird CA dem FC Bayern definitiv beibringen (“Verteidigen” ist etwas anderes als das “Angriffe des Gegners gar nicht erst zulassen,” was Guardiolas Philosophie ist). Denn das konnten alle seine Mannschaften.

        Für den Megaerfolg in der CL – schon eine Finalteilnahme würde ich als “großen” Erfolg bezeichnen – braucht man vor allem eine durch und durch funktionierende Mannschaft. Denn wenn man von Peps beiden Titeln mit Barcelona mal absieht, wurde die CL in den letzten 10 Jahren gerade nicht von “systematisch” überlegenen Mannschaften gewonnen – sondern von Teams, die durch Fokussiertheit und Teamspirit die ko-Phase dominiert haben. Noch nicht mal der FC Barcelona unter Luis Enrique hat die Gegner so eingeschnürt wie Peps Barca ..

        Das “Loch”, das durch die unsägliche EM ausgegraben wurde, ist vielleicht sogar eine Chance. In diesem “Loch” tummeln sich nämlich noch einige weitere Teams, und wer weiß, vielleicht haben wir das Glück und unser FCB kommt am besten von allen aus ihm heraus (ich würde aber vor allem ManCity im Auge behalten, auch wenn die eventuell in der Liga zu großen Stress haben – auch wegen der fehlenden Winterpause).

      2. Bin ich nur teilweise mit einverstanden. Ich würde mir sehr wünschen, dass Ancelottis System in KO-Spielen funktioniert. Noch mehr wünsche ich mir aber, dass es in der Liga funktioniert. Und noch mehr, dass es generell funktioniert. Aktuell hat er nämlich gerade auf hohem Niveau keine Idee, wie er individuelle Klasse mit System verbindet. Das kreide ich an.

      3. wipf1953

        Ganz ehrlich, die Liga ist mir momentan “peripher”, Justin. Vier Meistertitel sind erst mal genug.

        Warten wir mal das Rückspiel gegen Atletico ab. Ich rechne maximal mit einem Unentschieden (eventuell verlieren wir auch sang- und klanglos mit 0:2). Dann muss sich die Mannschaft neu ordnen. Das Potential für eine gute Rückrunde wäre auf jeden Fall vorhanden.

      4. Ist legitim, dass Leute die CL gerne hätten, aber für mich ist die Meisterschaft immer primär. Auch nach 20 in Folge.

      5. CL oder Meisterschaft? Für mich habt ihr beide recht.
        Das Herz will die CL, der Kopf die Meisterschaft.

      6. systemrelevant

        Soll ich hier die Kommentare von Januar bis zum Rückspiel gegen Atletico dieses Jahres raussuchen, in dem viele bis fast alle Kommentatoren hier das Spiel der Mannschaft für ähnliche Dinge wie jetzt kritisiert hatten? :-) Da wurde auch vieles als Grütze kritisert, selbst wenn die Spiele fast alle gewonnen wurden.

      7. Beobachter

        “Ich bin in einem Punkt absolut gelassen. Das Verteidigen wird CA dem FC Bayern definitiv beibringen (“Verteidigen” ist etwas anderes als das “Angriffe des Gegners gar nicht erst zulassen,” was Guardiolas Philosophie ist). Denn das konnten alle seine Mannschaften.”

        Ich bin mir nicht sicher, was genau Du unter “Verteidigen” verstehst – bei mir ist das “am Ende des Tages” vor allem mit dem Faktor Gegentore verknüpft: da liegt CA über die letzten 20 Jahre gesehen bei 0,87 Gegentore/Spiel (der langjährige Schnitt des FCB seit dem Jahr 2000 liegt übrigens auch bei 0,87 GT/Spiel.) und 42% der Spiele zu Null – aktuell liegen wir bei 0,65 GT/Spiel und 41% zu Null. Defensiv produziert er (von der Gegentorquote her) aktuell das beste Ergebnis seiner Trainerlaufbahn.
        Platz 2 übrigens mit PSG 12/13: 0,69 GT/Spiel
        Platz 3 Chelsea 09/10: 0,77 GT/Spiel
        Aus der Perspektive glaube ich eigentlich nicht, dass es (noch) besser wird, eher das Gegenteil.

        “Ganz ehrlich, die Liga ist mir momentan “peripher”, Justin. Vier Meistertitel sind erst mal genug.”
        Da bin ich ganz bei Justin: Meisterschaft first! CL(-Sieg) ist ein nettes Bonbon.

      8. Vobius

        Cl Titel oder Meisterschaft hin oder her. Mir sind wieder Spiele gegen die Großem wichtig bei denen man stolz auf den FC Bayern sein kann und nicht solche Dortmund, Atletico Debakel.

        Klar fehlt das Glück, aber auch nur der tüchtige wird auch belohnt.

  3. M.W.

    Ich kann mit solchen Statistiken immer relativ wenig anfangen, zu mal man sie eigentlich mit den Zeiten unter Pep vergleichen müsste. Natürlich kann man es alles so interpretieren, wie Du es hier beschreibst. Die aktuellen Probleme sind sicher das Resultat von mehreren kleinen Problemen. Sei es die Struktur, Formschwankungen, Systemumstellung, neuer Trainerstab, mentale Müdigkeit, Fitness usw.
    Allerdings bin ich auch der Meinung, dass jedes System ein gewisses Haltbarkeitsdatum hat. Man hat auch im letzten Jahr unter Pep schon sehen können, dass es Teams mit Trainern gibt, die eine Antwort auf das Pepsystem hatten. Ich für meinen Teil würde die Hinrunde inklusive Winterpause abwarten und dann sehen, wie sich das Spiel entwickelt.

    1. Problematisch sind nicht die Resultate, sondern die (zugegeben bisher) ausbleibende Entwicklung. Aber ich akzeptiere diese Meinungen natürlich. Ich behaupte allerdings: Mit diesem System funktioniert es nicht, außer Ancelotti stellt um.

      1. M.W.

        Welche ausbleibende Entwicklung? Der Kader ist relativ gleich geblieben. Es gab einige Abgänge zu verzeichnen und mit Hummels + Sanches kamen nur 2 Spieler dazu. Dazu ging mit Guardiola wohl der innovativste Trainer, den man haben kann. Die Messlatte liegt für Ancelotti einfach viel zu hoch. Unter Guardiola war man in vielen Spielen oft an der Perfektion. Dies zu toppen oder zu halten ist ein schmaler Grat. Vielleicht muss man manchmal einen Schritt zurück, um dann wieder einen nach vorne zu kommen.

      2. Natürlich gibt es Gründe, aber seit Sommer hat sich nix getan. Es geht um die Entwicklung aus den negativen Erlebnissen. Da kommt nix und das System erweist sich als nicht gut. Es gibt keine Struktur und keinen Plan. Das muss und kann man dem Trainer vorwerfen.

      3. Jo

        Das es keine Struktur und keinen Plan gibt ist ein wenig hart. Ich denke schon, dass Ancelotti einen Plan hat. Man sieht ihn ja in jedem Spiel.

        Kurzer Sidestep zu neuem Thema: Die Bayern, das ausrechenbarste Team der Liga?

        Zurück zum Plan: Da ein Plan offensichtlich existiert stellen sich eher zwei nachgelagerte Fragen. Ist der Plan gut? Und passt er zur Mannschaft?
        In Bezug auf den zweiten Punkt musste ich in den letzten Wochen immer wieder an eine Aussage von Pep denken, die sinngemäß wohl so war: “Mit Ball sind wir eine der besten Mannschaften, ohne Ball eine der schlechtesten. Also müssen wir den Ball haben.”
        Eine der typischen Pep’schen Überzeichnungen dachte ich damals. Mittlerweile bin ich da nicht mehr so sicher. Nicht alles muss halt zu jeder Mannschaft passen. Wenn ich mir vorstelle man hätte dem anderen FCB erzählt Messi, Xavi, Iniesta, Pedro und wie sie alle hießen sollten den Gegner mal ruhig kommen lassen und irgendwo an der Mittellinie oder am Strafraum erwarten. Wäre das noch dieselbe Mannschaft?

        Wenn da was dran ist würde ein Warten auf das Frühjahr und weitere Systemgewöhnung auch nicht viel helfen. Wenn es grundsätzlich nicht passt, wird es auch dann nicht passen.

      4. Die Frage ist für mich, was man als Plan betiteln möchte. Von seiner Anpassungsfähigkeit, die er in seinem Buch so feiert, ist wenig zu sehen.

        Auf nicht passenden Plan kann ich mich einigen.

      5. Marco05

        Das mit der ausbleibenden Entwicklung zum jetzigen Zeitpunkt halte ich auch für Banane. Wir schreiben den 11. Spieltag. Die Vorbereitung war zerstückelt und es gab schon 3 Länderspielunterbrechungen. Hinzu kommt, dass einige Spieler nicht in Form/fitt sind und es immer wieder Verletzte gibt, die erst fehlen und dann eingebaut werden müssen (seltsamerweise sind genau die, die nicht verletzt waren nicht in Form: Müller, Alaba, Lahm, Lewy).

        Natürlich habe auch ich meine Bedenken und die verfestigen sich immer unmittelbar nach unbefriedigenden Ergebnissen. Wenn man allerdings mal mit etwas Abstand drauf schaut, muss man konstatieren, dass es einfach noch nicht die Zeit ist für Bewertungen.

        Im Übrigen sehe ich ähnliche Probleme, wie wir sie unter Pep schon hatten. Ich höre fast seit Jahren in Interviews nach dem Spiel: “der letzte Pass kam nicht an”. Ist euch das mal aufgefallen? Es ist immer das gleiche Problem. Jetzt am Samstag schon wieder (von Lahm und Hummels). DARAN muss man arbeiten, wenn man denn zwischen all den englischen Wochen noch Zeit hat. Ich fürchte die Zeit findet sich erst im Januar. Bis dahin sollten zumindest die Ergebnisse passen. Doch auch da habe ich in Erwartung der ganzen Pressingmonster (Leverkusen, Atletico, Leipzig) einige Probleme. Also gut möglich, dass wir dieses Jahr nicht Herbstmeister werden…

      6. Es ist kein individuelles Problem. Lewandowski trifft, sobald die Spieler sich mal gut positionieren. Müller wird (vom Trainer) falsch eingesetzt, spielt trotzdem gut, nur trifft er nicht. Es ist weitaus mehr als eine Formkrise. Die resultiert nämlich aus dem System, das den Zugriff auf den Gegner erschwert und die Unterstützung minimiert.

      7. Jo

        @Justin: Zum Thema Anpassungsfähigkeit in seinem Buch: Erinnere dich an die Bale-Geschichte.
        Bale wollte irgendwann in der Saison seine Position verändern. Letztlich hat Ancelotti das abmoderiert mit der Begründung, dass er mitten in der Saison nicht sein System ändern könne. Dazu wäre nur in der Saisonvorbereitung genügend Zeit.

      8. Wenn etwas ganz offensichtlich nicht funktioniert, muss ich es ändern.

      9. Jo

        Tja…????

        In gewisser Weise sind jetzt auch die Spieler gefordert. Ich hoffe schon, dass Leute wie Lahm, Müller, Alonso oder wer auch immer das eine oder andere Gespräch mit Carlo in der Hinsicht führen.
        Aber das erfahren wir wahrscheinlich erst wenn wieder mal einer ein Buch schreibt ((-;

      10. Marco05

        Womöglich ist es – wie so oft – eine Mischung. Individuelle Probleme sind es aber definitiv. Müller hätte die Kiste gegen Hoffenheim in den letzten 3-6 Jahren blind gemacht. Aktuell macht er so Dinger halt nicht. Und das trifft auf einige andere auch zu.

        Aber ich gebe dir insofern recht, Justin, dass das System natürlich eine gewisse Rolle spielt. Nur kann man es nicht für alles verantwortlich machen, wie zB, dass 3x nicht der freie Mann in der Mitte angespielt werden kann. Das ist vollkommen unabhängig von irgendwelchen Systemen.

      11. Beobachter

        Ausbleibende Entwicklung würde ich gar nicht mit Pep in Verbindung bringen. Das gibt es ohnehin einen Cut. Nein, ich würde die fehlende Entwicklung auch auf die CA-Zeit seit August beziehen. Das sind nur reichliche 3 Monate, aber am Anfang (die ersten vier bis fünf Spiele) hat man schon gesehen, was CA so vor hat. Seitdem aber immer weniger und wir spielen zunehmend(?)/immer wieder mal(?) die schlechteren Varianten des Pep- (wie zur Rückrunde 2015/16) oder LvG-Fußballs (2010/11). Das liegt einerseits sicher an einer krassen Häufung von Formkrisen, aber eben auch daran, dass wir ziemlich berechnbar sind (4-3-3 und aus) und offenbar sehr wenig auf die Gegner abgestimmt wird.
        M.E. ist es für diese Feststellungen auch nicht “zu früh” – genügend gute Trainer haben das ja auch schon anders hinbekommen. “Zu früh” ist es selbstredend für ein endgültiges Urteil. Das kann man im Dezember 2017(!) abgeben.

      12. M.W.

        Das man 10 x Aluminium getroffen hat, ist ja auch nicht zwangsläufig eine Systemfrage. Ich weiß, hätte – hätte . . . . . .
        Aber gehen die Dinger rein, reden wir über ganz andere Ergebnisse und eine andere Punktzahl. Das Momentum Glück haben wir halt aktuell auch nicht auf unserer Seite.

      13. Wer mich und meine Artikel kennt, weiß, dass ich die Leistung komplett unabhängig von Ergebnissen beurteile. Egal ob Sieg, Unentschieden oder Niederlage. Natürlich kannst du diese Spiele auch gewinnen, du kannst Schalke und Ingolstadt auch verlieren. Das Glück ist mal auf unserer Seite und mal nicht. So ist das eben. Guardiola hat immer versucht diesen Faktor weitestgehend zu minimieren, indem er ein System in München kreiert hat, das auch funktionierte, wenn mal rotiert wurde. Das auch funktionierte, wenn ganze Mannschaftsteile ausfielen. Natürlich eingeschränkt, wie 2014/15, als fast alle Leistungsträger ausfielen, aber er lieferte Meisterschaft und fast den Pokal.

        Was ich sagen will: Ein gutes, flexibles und schwer berechenbares System, das über allem steht, kann Formkrisen und Rotation auffangen. Aktuell sind wir ausrechenbar, ideenlos und verwundbar. Hinzu kommt, dass die halbe Bundesliga taktisch zugelegt hat und uns das Leben so noch schwerer macht.

      14. Beobachter

        Sehe ich auch so. Ich fand bspw., dass wir trotz der hohen Siege am Anfang auch nicht zwingend “gut” gespielt haben. Konnte man so früh in der Saison auch nicht erwarten.

      15. Beobachter

        p.s. reden wir über POD – dort lässt sich ja “Glück”/”Pech”, aber auch Effizienz und Effektivität ein wenig abbilden
        Bis inkl. zum Hertha-Spiel lagen wir durchschnittlich(!!!) bei knapp 1600 (bei max 2000) Punkten, hatten also sowohl eine extrem hohe Verwandlungsquote (Tore/Schüsse aufs Tor), wie auch “Torverhinderungsquote” (Saves/gegn. Schüsse aufs Tor). Seitdem hatten wir außer gegen Hamburg, im Hinspiel gegen Eindhoven und in der Liga gegen Augsburg (in den drei Spielen im Durchschnitt knapp 1100 Punkte) einen Schnitt von 750(!) Punkten, was vor allem an einer niedrigen Verwandlungsquote von durchschnittlich 23% liegt – in der “guten” Phase lag selbige bei über 50%!
        Heißt aber auch – es kann eigentlich nur besser werden!

  4. M.W.

    Was mir seit geraumer Zeit ganz besonders auffällt, sind technische Unzulänglichkeiten. Viele versprungene Bälle, die man zum Gegner prallen lässt. Probleme bei der Ball An- und Mitnahme. Was ich daraus schließe? Die letzten Prozentpunkte an Konzentration sind weg. Dazu fehlt ganz offensichtlich Matthias Sammer, das Bindeglied zwischen Team und Trainer. Wie gesagt, es ist jammern auf hohem Niveau. Ich hoffe allerdings das die Mannschaft inkl. Trainer, die Kurve kriegen.

    1. Sehe auch hier das Positionsspiel als Hauptgrund. Druck auf einzelne Spieler ist viel höher und es gibt weniger Unterstützung. Führt zu Hektik, führt zu einfachen ballverlusten.

      1. Beobachter

        Und. ggf. veränderte/”fehlende” Trainingselemente. Die Spieler haben mit der Wiederaufnahme der Rondos (ist das jetzt eigentlich gängiger Trainingsbestandteil?) gegenzusteuern versucht.

      2. franzferdl

        das erklärt m.e. nicht die fahrig-fahrlässige ballbehandlung im offensivdrittel, die zu so vielen ungenauigkeiten führte, etwa in den kontersituationen am samstag. die frage, was zuerst da war: individuelles leistungstief oder struktur- bzw. systemprobleme bleibt offen. oder anders gesagt: bei allem berechtigten argwohn gegenüber bayerns lahmarschige, teilweise uninspirierte spielweise muss die kontinuität der probleme seit der vergangenen rückrunde betont werden:

        – ein grossteil der spiele war grottig, in der liga lebte bayern v.a. vom hinrunden-vorsprung, ästhetisch war vieles unansehnlich

        – viele spieler, die jetzt im tief sind, waren bereits im frühjahr jenseits von gut und böse, siehe müller oder alaba

        – das juve-achtelfinale überstand bayern nur mit sauviel glück. bereits dieses spiel zeichnete sich durch krasse individuelle fehler, offensive einfallslosigkeit und den auch am samstag zu bewundernden flanken-wucher aus

        – das saustarke rückspiel gegen athletico war kaum erwartbar gewesen und vollkommen gegen den trend; insofern eher einzelfall als strukturprinzip

        – eben dieses eine alles-oder-nichts-spiel hatte jedoch ancelotti noch gar nicht. insofern ist eine ernsthafte analyse tatsächlich wohl erst im frühjahr möglich

        bislang fällt v.a. auf, dass bayern zurzeit eher kein defensiv-, sondern ein ordentliches offensivproblem hat. lewandowski trifft im liga-alltag nicht mehr, versemmelt klarste dinger, müller steht sowieso neben der kappe, aus dem mittelfeld kommt auch recht wenig, und standards sind eh das ewige problem der bayern. dazu noch unkonzentriertheiten und ungenauigkeiten, fertig ist der sehr harzige jetzt-zustand…

  5. rookie

    Kann Justin nur 100 Prozent zustimmen. Das Modell ich spiele in der Hinrunde scheiße damit ich sie am Ende alle weghaue kann doch nicht funktionieren. In welchem anderen Lesitungsbereich geht so was: unsere Firma produziert im 1. Halbjahr shclechte Ware, damit dann am Edne die Quaität stimmt. Alles was ich spiele festige ich, spiele ic hschlecht , festige ich schlechtes SPielen. Ich verstehe natürlich : der Gedanke ist: Peps ARt hat so viel Kraft gekostet , dass am Ende die Puste ausging, aber das ist ein Mythos. Peps Rückrunden waren minimal schlechter als die Hinrunden aber mit Anc Hinrunde wird er es locker aufnehmen können. Die angeblich so vielen schlechte n asuwärts CL spiele fanden wenn überhaupt statt wenn der Gruppensieg feststand. PEps Hauptproblem waren aber die Verletzten die jeweils in der Rückrunde zum Tragen kommen. Ich hatte gehofft, dies lag tatsächlich an ihm, wobei ich schon immer dachte : warum hatte er ihn Barca kaum Probleme. Nein, vielmehr scheint sogar hier Pep recht zu haben, Bayern sscheint auch hier nicht alles richtig zu machen. Googelt mal ein wenig MW ist mega umstritten und gilt in Fachkreisen teilweise als Scharlatan, mit sienem Kälber blut. In der letzten Saison wurde nin der Rückrunde gegen Juve und vor allem gegen ATletico gegen absolute Anti-Bayern Mannschaften Wahnsinnspiele gemacht. Auch das sogennante scheitern gegen REal Madrid war keine so klare Angelegenheit. Im Hinspiel war BAyer n die klar bessere Mannschaft und Robben versemmelt die 1000 Prozentige. Die spanischen Medien sprachen davon, das schon ewig keine Mannschaft mehr so dominant bei REal war. Im Rückspiel hat Schweini sich mit einer anderen Taktik durchgesetzt und tja zei STandards zwei Kopfbälle und zack. Dann wurde die Mannschaft leider hektisch wie auch gegen Barca. Eoin Problem dass im aktuellen Buch über Pep ausführlcih diskutiert und erläutert wird. PEp selbst hat dies als Problem erkannt: Das die Mannschaft so auf Angriff aus war, dass ihr dann die ruhe fehlte und die in der Bundesliga nciht gewohnt war. Die Lösung dafür kann aber nicht sein jetzt absichtlich zu verlieren ;-)

    1. wipf1953

      Die Verletzten – das Bayern-Dauerthema …

      Ich bin ein Vertreter der These, dass unser Verein spätesten zum Jahreswechsel 2015/2016 Erkenntnisse gewonnen hat, die eine Besserung erwarten lassen. Auch wenn aktuell schon wieder die halbe Mannschaft ausfällt, sind es zumindest andere, und so wie ich den Eindruck habe auch weniger langwierige Verletzungen als in den letzten Jahren.

      Das neue Pep-Buch lese ich auch grad (bin aber erst im ersten Viertel …). Gibt es da auch Infos zum Verletztenproblem?

  6. Der Groninger

    Ich möchte Justin und Rookie ausdrücklich zustimmen: Die Logik, dass die schwache Hinrunde eine starke Rückrunde nach sich zieht, steht auf wackligen Beinen. Zumal wir uns vor Augen halten müssen, dass die Top-Form dieses Mal nicht im April oder Mai gefordert ist (das wäre reines Wunschdenken), sondern sehr gut möglich schon Mitte Februar, im Achtelfinale. Sollte Bayern nur Gruppenzweiter werden, was momentan sehr wahrscheinlich ist, bestünde der Lostopf im schlechtesten Fall aus:

    – Barcelona
    – Real
    – Juve
    – PSG
    – Napoli
    – Monaco
    – Leicester

    Mit der momentanen Form gewännen wir gegen Leicester (wahrscheinlich), Napoli (vielleicht) und Monaco (möglicherweise). Der Rest? Ist Schweigen.

    Und wer sagt, dass wir fünf Spiele nach der Winterpause (wenn ich es richtig sehe), schon die beschworene Topform haben?

    1. wipf1953

      Ich gehe mit großer Wahrscheinlichkeit davon aus, dass wir nur Gruppenzweiter werden, Groninger.

      Ein Achtelfinale gegen Real hätte was .. wir hätten dann den Vorteil, das erste Spiel zu Hause machen zu dürfen ..

      Statt Barcelona wäre auch ManCity denkbar – da stellt sich dann in der Tat die Frage, ob die Winterpause für uns ein Vor- oder ein Nachteil ist.

      PSG, Napoli, Monaco oder Leicester sollten wir packen. Sevilla wäre auch denkbar, auch da wären wir Favorit.

      1. Sevilla würde uns in aktueller Verfassung auseinander nehmen. Sampaoli ist einfach großartig.

    2. Das harte Achtelfinale, das uns droht, hat aber nichts damit zu tun ob wir Gruppenerster oder -zweiter werden.
      Ich gehe sogar soweit, dass ich sage, dass es noch nie so egal war, ob wir erster oder zweiter werden wie dieses Jahr.

      Zu den von dir genannten Teams ergänze ich jeweils noch die zweitstärkste (stärkste?) Mannschaft aus der gleichen Gruppe:
      – Barcelona // Man City
      – Real // BVB
      – Juve // Sevilla
      – PSG // Arsenal
      – Napoli // Benfica
      – Monaco // Leverkusen (Tottenham)
      – Leicester // Porto

      Ich sehe hier wirklich keine Gruppe, wo die Unterschiede zwischen 1. und 2. groß sind. Ich bin mir fast in keiner Gruppe sicher, wen von den beiden ich mir als Gegner wünschen würde.

      1. wipf1953

        Nun, es wäre gut wenn der BVB Gruppenerster würde, weil wir dann Real aus dem Weg gehen würden.

        Dass ManCity und Barca in einer Gruppe spielen ist auch gut für uns, weil wir so auf einen der beiden ebenfalls definitiv nicht treffen.

        Die UEFA wollte ja mehr Spannung. Es sollte möglich sein, dass die “üblichen Verdächtigen” schon im AF aufeinandertreffen.

      2. JP

        Das sehe ich auch so. Barca/City, Arsenal/PSG und Juve/Sevilla sind in der Tat jeweils ziemlich gleich stark. Ob es besser ist, Erster oder Zweiter zu werden, hängt im Prinzip nur davon ab, ob Real die Gruppe gegen den BVB gewinnt oder nicht.

      3. Beobachter

        … und vom Losglück – Leicester sollten wir schaffen, Benfica, Porto, Napoli, Monaco eigentlich auch

  7. Mehmet68

    Im Mittelefeld haben wir doch seit den Abgängen von Kroos und Schweini ein strukturelles Problem:

    Alonso als einziger 6er, sozusagen im 4-1-4-1, das funktioniert nur, wenn die beiden anderen MFs stark variabel verschieben und bei Bedarf auch zurück, quasi auf ein 4-2-3-1 oder gar ein 4-3-2-1 gehen. Das könnte Vidal defensiv spielen, Thiago aber nur eingeschränkt.

    Wie gesagt, dieses “Loch” vor Alonso gab es schon unter Pep, nur hat die Mannschaft insgesamt kompakter gestanden und auch vorne mehr Gefahr erzeugt. Aus meiner Sicht hätt eman Alonso schon letztes Jahr durch einen defensivstarken 6er ersetzen MÜSSEN (meinetwegen gerne einen nicht verletzten Javi). Pep wollte den Weg über Xabi wohl nicht mehr gehen, jetzt hat Ancelotti das Problem.

    Aktuell haben wir keinen(!) formstarken Offensivspieler und die Räume vor Alonso werden nicht dicht gemacht. Das Resultat kann man seit Wochen bewundern.

    Also ganz abgesehen von den ganzen Transferspekulationen: Hier hat CA ein ganz konkretes Problem, an dessen Lösung man ihn in den nächsten Monaten messen muss.

    1. Alonso hat uns so viele gute Spiele gemacht, dass ich das als unfair empfinde. Pep hat in seinem System Alonso eine Unterstützung gegeben, weil er wusste: Kaschiere ich seine Schwächen, werden mir seine Stärken helfen. Ancelotti stellt ihn auf und das wars. So funktioniert das mit ihm halt nicht.

      Seine Zeit dürfte unabhängig davon aber bald vorbei sein.

      1. Mehmet68

        So weit sind wir da gar nicht auseinander, Justin: Ich beziehe mich ja auf die letzten 2 Jahre und darauf, dass er die Unterstützung braucht.

        Aus meiner Sicht haben wir immer dann wenig Gegentore bekommen, wenn das defensive MF kompakt stand, durchaus auch mit Alonso. Jetzt haben wir die “weltbeste” Viererkette und es rappelt ständig, das wollte ich aufzeigen.

  8. Franz

    Ihr habt alle Recht.

  9. Kurt

    Matthias Sammer fehlt an allen Ecken und Enden.

    Muss man nur hoffen, dass da wirklich gesundheitliche Gründe (die natürlich sehr schade sind) ausschlaggebend waren und man sich im Vorsitz nach dem Jahrhundertfehler Kroos nicht schon wieder selbst ins eigene Fleisch geschnitten hatte.

    1. rookie

      habe auch meine Zweifel ob nicht Hoeneß die gesundheitlichen Probleme waren ,-) der zeitlich Abstand zwischen Hoeneß kommt zurück und Sammer geht war unübersehbar, ihre Probleme miteinander auch

  10. Tschemp

    #Ancelotti zum System: “Wir haben schon gegen Dortmund mit 3 Angreifern gespielt und werden dieses System auch nicht ändern.”

    So viel dazu.
    433 till we die!

  11. rookie

    was ist einfach nicht verstehe, warum die Konter so grottenschlecht ware ngegen den BVB, das 433 hätte ja funktionieren können, es gab ein paar Situation wo ich dachte : geil jetzt Konter n die Bayern sie eiskalt aus, der BVB war aus meiner Sicht nämlich nicht besonders gut sonder nBAyer necht schlecht, es gab teilweise richtig Platz nach Ballverlusten , eine echte Kontermannschaft und der BVB hätte echt Probleme gehabt. ALso Carlo will mal tiefer stehen um mal zu Kontern aber dann wird ein katastrophakler Pass gespielt und der ganze Konter ist zuncihte. Da hat Pep damals gegen STuttgart viel besser gekontert

    1. Pat

      Danke dafür!
      Ich saß im Stadion und dachte mir: “Noch nie war es leichter hier zu gewinnen als heute” und dann solche Fehler beim Konterspiel. Standards ganz zu schweigen….

  12. Cuccureddu

    Zugegeben, Nachfolger von Pep zu sein, ist so ziemlich der undankbarste und schwierigste Job, den man in Trainingsjacke antreten kann. Umso erstaunlicher (und ärgerlicher), dass Ancelotti wirklich denkt, mit seinem sehr über- und durchschaubaren Plan A Erfolg haben zu können.

    Statt perfektem Positionsspiel, Spielkontrolle und Vorsprung durch Taktik, gibts diese Saison u.a. Eintracht-Gegentore in Überzahl, Auswärtspunkte für Köln/Hoffenheim und mentale Aufbauhilfe für den BVB. To be continued …

    Die Mannschaft muss begeistert sein vom neuen System. Würde zu gern wissen, was die Spieler wirklich denken.

    Ansonsten: Was Justin sagt.

  13. Gestrandedinberlin

    Ich glaube die Erfolge in den letzten Jahren sind nicht nur auf gute Trainer zurückzuführen, sondern auch auf einen fiten Robben und Ribery und auf Eingespieltheit. Keines von beiden kann Ancelotti anbieten. Ich möchte nur schon daran erinnern an die Zeiten wo Ribery und Robben nicht in Form waren, da hat man auch keine Spitzenspiele gewonnen. In dem einen Meisterjahr mit Pep hat man ja fast gegen alle Top Teams verloren. Ich will nur sagen, die Situation ist aus einer gewissen Struktur heraus her schwierig…also bleibt uns als Fans nichts als geduldig bleiben.

  14. Vobius

    Das CA System kann ja nicht ernsthaft sein auf Ecken und Halbfeldflanken zu setzten. Das funktioniert bei keiner Manschaft und so hat CA auch nicht das gewonnen was er gewonnen hat. Irgendwo glaube ich trotzdem noch, dass der Schalter umgelegt werden kann und die Mechanismen greifen. Es bruacht einfach ein Erfolgserlebnis damit die Konzentration wieder da ist, die Alu Treffer reingehen, die Bälle nicht mehr verspringen, die letzten Pässe ankommen und Müller und Lewy wieder treffen.

  15. Marco05

    Zum Thema System und dessen scheinbar fehlende Implementierung mal ganz kurz:

    Ich habe mal eben interessehalber überschlagen, was Ancelotti hier für eine Zeit eingeräumt wird bzw. was man da für Vorstellungen hat:

    Am 06.08.16 war Teampräsentation. Zu der Zeit waren erstmals alle NM-Spieler zurück.
    Seitdem sind 15 Wochen vergangen (Bis zum Spiel in Dortmund).
    Zieht man die 3 Länderspielpausen (a 2 Wochen (grob)) ab, bleiben also 9 Wochen.

    9 Wochen, die Carlo bisher die komplette Mannschaft abzgl. Verletzter trainiert hat. Von den 9 Wochen waren fast durchgängig englische Wochen mit entsprechenden Restriktionen bei Training und Regeneration.

    Was ich sagen will: Erwarten wir wirklich nach dieser Zeit, dass ein System auch nur im Ansatz irgendwie greift bzw. dass es sichtbar ist? Ich meine es ist absolut verfrüht (ja, ich wiederhole mich). Pep hatte mindestens 4 komplette Wochen mehr Zeit und euphorisierte Triple-Gewinner zur Verfügung.

    Egal wie auslaugend die 3 Jahre Pep gewesen sein mögen, Ancelotti nach netto 9 (englischen) Wochen Zeit vorzuwerfen er hätte keinen Plan…grotesk!

    1. Beobachter

      mir geht es nicht darum, was er hätte erreichen können. Ich sehe, was er schon erreicht hatte(!) und was seitdem wieder verloren gegangen ist.
      Wenn wir schon aufrechnen: möglicherweise hatte Guardiola aufgrund der EM 2016 damals mehr Zeit – aber
      a) Das Dortmund-Spiel war damals am 23.11. (=mehr Zeit für Guardiola), Teampräsentation war am 23.7., macht 17,5 Wochen, es gab 3,5 Länderspielpausen (Spiel gegen Paraguay am 14.8.+drei “reguläre” je im September, Oktober und November) – ziehen wir mal 7 Wochen ab = 10,5 Wochen – macht 1,5 Wochen mehr, ok.
      b) Verletzte: nimmt man mal die Kurzzeitausfälle (<3 Spieltage in Folge Ausfall) in beiden Jahren raus, dann gab es 2013 Martinez, Badstuber, Thiago, Höjbjerg, Shaqiri, Pizarro und 2016 Badstuber, Ribery, Costa. Berücksichtigt man jeden Kurzzeitausfall, waren 2016 15 und 2013 13 Spieler betroffen.
      c) englische Wochen: 2016 sechs bis zum Dortmundspiel, 2013 sechs bis zum Dortmundspiel
      d) außerdem: Man City 3:1 war Anfang Oktober(!). Ende September bis Mitte Oktober gab es einige schon recht Pepeske Spiele.

      Ich finde deine Rechnung nicht sonderlich überzeugend, es sei denn, man erklärt alles mit der EM 2016 und den "euphorisierten Triple-Gewinnern" – Gleichwohl, ja, Pep hatte etwas(!) mehr Zeit, sonst aber sehr ähnliche Bedingungen. Man kommt nicht umhin (ganz wertfrei) zu sagen – es lief einfach besser. Ich sage auch, CA soll mehr Zeit haben, aber es hakt derzeit eben und die Entwicklung ist eher rückläufig.

    2. chicago_bastard

      Danke. Sehr guter Kommentar. Dieses hysterische Gejammer aktuell nervt nur noch. Als würde ein dreifacher CL-Sieger nicht wissen was er tut und die Ratschläge von wichtigtuerischen Internet-Maulhelden benötigen.

      Bei Real hat er bis Dezember gebraucht bis er die optimale Formation mit di Maria im ZM gefunden hat, mindestens so viel Zeit sollte man ihm auch bei uns einräumen. Die Wintervorbereitung sollte ihm da eine Hilfe sein. Wenn man bis dahin alle Ziele noch in Reichweite hat (und danach sieht es locker aus) sehe ich keinen Grund zu Panik.

      Zur Abwechslung mal eine schwächere Hinrunde und eine starke Rückrunde wäre doch mal was, nachdem es drei Jahre lang umgekehrt lief. Vielleicht würde es einigen ja helfen die aktuellen Spiele mit Peps Rückrunden statt mit seinen Hinrunden zu vegleichen, dann würde ihnen auffallen, dass der Unterschied gar nicht so groß ist wie ihr Gezeter vermuten lässt.

      1. Osrig

        Mag sein, dass Anc weiß, was er tut! Das erwarte ich von einem Trainer seines Kaliber auch! Nur ist er im Moment nicht in der Lage, seine Ideen von der Art, wie er Fußball spielen lassen will, den Spielern zu vermitteln. Von einer optimalen Formation ist er aktuell so weit weg, wie der HSV von einer erneuten Meisterschaft! Dein Real war damals Ende November ganz sicher schon näher dran!
        Mehr noch, es kommt ja nicht nur auf die Formation, sondern auch auf die Taktik an, und da ist eben keine Entwicklung zu sehen, außer, dass wir tiefer stehen und schneller vertikal agieren wollen mit Pässen auf die Außen. Anstatt die Schwächen, die Guardiolas System durchaus geboten hatte – wie z.b. Unsicherheiten beim frühen Anlaufen der Gegner, oder die unpräzisen und harmlosen Standards – zu beseitigen und eine wirkliche Weiterentwicklung unserer Spielphilosophie zu schaffen, drückt unser “Mister” an der Seitenlinie sein System mit aller Kraft durch und muss nun feststellen, dass die Spieler nicht mitziehen und sich neue Schwächen offenbaren. Wobei die alten Schwächen noch immer da sind!
        Nein, die augenscheinliche Ideenlosigkeit und Harmlosigkeit hat viel mit dem Trainer und seine Herangehensweise zu tun, und wenn er die Spieler nicht erreicht, dann muss auch über den Trainer diskutiert und selbst ein erfahrener und erfolgreicher Trainer wie Carlo in Frage gestellt werden dürfen.
        Wegschauen und Schönreden ist keine Lösung, die Hoffnung auf bessere Zeiten, ohne das wirkliche Substanz hinter dieser Hoffnung steckt, vergebens! Und Substanz in der Ancelotti-Taktik sehe ich (noch) nicht viel! Wir werden sehen wie flexibel er jetzt agiert, ob er die Spieler doch noch erreichen kann.

        Viel mehr Sorge bereitet es mir, was passiert, wenn die Änderungen von Carlo greifen? Werden wir dann “das Beste aus zwei Welten” genießen dürfen? Oder spielen wir dann, wie 15 von 17 BL Mannschaften auch, Konterfußball mit wildem Gerenne nach vorn? RB lässt grüßen?
        Ich befürchte Letzteres, wenn auch – natürlich – auf höherem Fähigkeitsgrad der Spieler.

        Übrigens: Andere Foristen als “wichtigtuerische Internet-Maulhelden” zu bezeichnen, empfinde ich als höchst unangemessen und zeugt für mich von schlechtem Stil.

    3. wipf1953

      Kann es nicht auch sein, dass die Gegner besser wurden?

      2013/2014 haben FCB und BVB alles beherrscht. Heute hat der BVB nicht weniger Potential (ok, die Liga lief nicht optimal, aber man schaue auf die CL). Hinzu kommen 2016/2017 einige Clubs, die ohne Mehrfachbelastung und ohne EM-Stress richtig gut aus den Startlöchern gekommen sind. So etwas wie RB gab es 2014/2014 IMHO nicht.

      Auf CL-Ebene hat Bayern 2016 gegen Atletico abgeloost. Atletico 2016 ist definitiv besser als ManCity 2013 (die dann aber fast noch Gruppenerster geworden wären).

      Ich lese ja grad das neue Pep-Buch. Perarnau zitiert darin wiederholt Uli Köhler (ja genau den). Der soll gesagt haben, so wie unter Pep wird Bayern nie wieder spielen (weil es eben höchst riskant ist). Genau das ist eingetreten. Vielleicht muss man das einfach mal akzeptieren. Und mir persönlich sind etwas mehr taktische Normalität, bei wie ich erwarte größerer Gefährlichkeit in ko-Spielen (durch direkteres Angriffsspiel) äußerst recht. Langfristig ist das für den Verein besser. Die drei Jahre Pep waren m.E. vor allem wertvoll, weil er einzelne Spieler unglaublich viel weitergebracht hat (Alaba, Kimmich, Boateng – und dann haben wir auch noch den Magier Thiago).

      1. Beobachter

        Quervergleiche (AM-City) sind schwierig, daher spare ich sie mir. Allerdings gilt das Atletico von 2016 als das schwächste seit langem.
        Zur Stärke der BL-Konkurrenz: Über die ganze Saison: ja. Stand 11 ST 2013: München 29, Dortmund 28, Leverkusen 25 Punkte – da sind heute zumindest auch mehr Klubs “dran”; was das generell Niveau angeht: sicherlich heute auch besser.

        Was die “taktische Normalität” (vielleicht mal noch erklären, was genau darunter zu verstehen ist) angeht: Sicher muss man das akzeptieren, dass da eine Ära zu Ende gegangen ist – für mich ein wahnsinniger Verlust, für andere ein Gewinn. (2009)/2011-2016 werde ich zumindest als die fußballerisch bislang großartigste Zeit des FC Bayern in Erinnerung behalten, aber vorbei ist erst einmal vorbei.
        Was den vermuteten Gewinn für den Verein angeht, da habe ich ganz große Zweifel. Soll das heißen mehr 0815 soll in KO-Spielen gefährlicher sein? Wir spielen durchschnittlicher für bessere Ergebnisse? Müsst man mir erklären.

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