Vom Münchner Schatten ins Nordlicht: Der FC Bayern wird Kathleen Krüger vermissen
Kathleen Krüger wird den FC Bayern München aller Voraussicht nach verlassen. Was für den Rekordmeister ein herber Verlust ist, könnte für den Hamburger SV ein wichtiger Baustein für eine ruhige(re) Zukunft sein.
Nach der Trennung von Stefan Kuntz beauftragte der Aufsichtsrat laut Berichten des Hamburger Abendblatts die Headhunter-Agentur Pedersen & Partners.
Das klare Profil: Gesucht wurde kein neues Alphatier, das Alleinvorstand Eric Huwer oder Sportdirektor Claus Costa in die Parade fährt, sondern eine Führungspersönlichkeit mit strategischer Kompetenz und Erfahrung im Nachwuchsbereich.
- Werbung: Bis zu 50 Prozent Rabatt auf Trikots des FC Bayern bei Kitbag! (Affiliate-Link)
- Werbung: Das WM-Trikot der Nationalmannschaft – jetzt im offiziellen DFB-Fanshop! (Affiliate-Link)
Krüger soll die langfristige Entwicklung des Vereins steuern und die Leitplanken für die Kaderstruktur festlegen. In München hat sie ihre organisatorischen Fähigkeiten ebenso unter Beweis gestellt wie ihre inhaltliche und zwischenmenschliche Kompetenz.
Weitere Artikel zum FC Bayern München:
- FC Bayern, Südkurve und DKMS mit gemeinsamer Aktion am Wochenende
- „Verteidigen ist tot“: Was der FC Bayern aus dem 4:5 in Paris lernen kann
- Carolin Simon verlässt den FC Bayern: Eine Chance für beide Seiten
Kathlen Krüger: Respektiert von Weltmeistern, gefürchtet bei Zuspätkommern
Wie die MOPO berichtet, bekam unter anderem Leroy Sané die harte Hand der Managerin zu spüren, als er im Februar 2023 die Abfahrt des Mannschaftsbusses nach Mönchengladbach hauchzart verpasste. Krüger fackelte nicht lange und gab das Kommando zur Abfahrt. Auch Spielerfamilien, die Tickets über sie statt über die Spieler selbst organisieren wollten, wurden demnach mit klaren Worten in die Schranken gewiesen.
Trotz – oder gerade wegen – dieser klaren Kante genießt sie enormen Respekt. Mehrere Spieler äußerten in der Vergangenheit, wie wichtig sie für die Kabine war und wie viel wichtige Arbeit sie geleistet hat. Christian Nerlinger, unter dem Krüger 2009 als Assistentin startete, lobte bei transfermarkt.de ihre Zuverlässigkeit und Zielstrebigkeit: „Ich traue ihr die Führung beim HSV absolut zu.“
In München lief Krüger immer etwas unter dem Radar. Sie war eine Frau des Hintergrunds. Intern aber genoss sie viel Wertschätzung für ihre Arbeit als Teammanagerin. Auch deshalb wird man in Bayern-typischer Manier einer verdienten Mitarbeiterin keine Steine in den Weg gelegt haben. Für Krüger ist es der Schritt aus dem Hinter- in den Vordergrund und die Beförderung, die sie längst verdient hat.
Dem HSV gelingt dieser Deal dabei völlig zum Nulltarif. Da Krüger in München einen regulären, unbefristeten Arbeitsvertrag besitzt, greift eine einfache Kündigungsfrist; eine Ablöse wird laut dem Hamburger Abendblatt nicht fällig.
Beim FC Bayern angeblich kurz vor der Beförderung
Dabei stand sie in München, wo sie direkt an Max Eberl berichtete, angeblich kurz vor der Beförderung zur Direktorin Profifußball. Außerdem gehen laut Berichten des Hamburger Abendblatt sämtliche strategische Workshops, für die in der Öffentlichkeit Vorstand Max Eberl gelobt wurde, auf Krügers Ideen zurück.
In Hamburg wartet nun also eine völlig neue Herausforderung auf sie. Im Licht der Öffentlichkeit wird sie auch mit mehr Druck und Fokus auf ihre Person umgehen müssen. Dass sie auch das beherrscht, deutete sie bereits in diversen Podcast-Auftritten an, in denen sie eloquent und souverän aufgetreten ist.
Im Jahr 2025 trat sie gemeinsam mit Kathrin Laufmann, Geschäftsführerin Sport & Nachhaltigkeit von Werder Bremen und der Geschäftsführerin von „Fußball Kann Mehr“ Julia Möhn auf der SPOBIS in Hamburg auf und berichtete über ihre Erfolgsstrategien. Wenn in der Vergangenheit über Krüger berichtet wurde, dann meist in der Rolle als Frau hinter dem Team, die aufräumt und organisiert. Weniger über ihre inhaltlichen Kompetenzen und ihr Knowhow.
In München soll sie zuletzt sogar Mitspracherecht bei der Kaderplanung gehabt haben. Ob sie die Rolle der Sportvorständin in Hamburg erfolgreich ausüben wird, steht in den Sternen und hängt von vielen Faktoren ab. Dass ihr Profil aber vielen Anforderungen an diesen Job grundsätzlich entspricht, steht gleichzeitig jedoch außer Frage.
Auch Ex-Bayern-Boss Oliver Kahn zeigte in der Sendung Sky90 beeindruckt vom Vorgehen der Hamburger und nannte den Prozess „hochprofessionell“. Nun liegt es an Krüger, diese Vorschusslorbeeren im Volkspark zu bestätigen und gemeinsam mit Trainer Merlin Polzin und dem bestehenden Führungsteam den nächsten Schritt in der HSV-Entwicklung zu gehen. In München, so viel steht fest, wird man Krüger schmerzlich vermissen. Dieses Loch muss erstmal adäquat gefüllt werden.



