MSV Duisburg - FC Bayern München, AFBL, Andi Wimmer

MSV Duisburg – Bayern Frauen 1:3 (0:1)

Die Frauen sind zurück in der Erfolgsspur. Nach dem Patzer gegen Jena konnten die Frauen in Duisburg wieder einen Dreier einfahren. Durch die Niederlage von Potsdam konnte man zumindest diesen Verfolger auf Distanz halten.

Tom Wörle rotierte nahezu wieder zu der vorher siegreichen Elf zurück, lediglich Viki Schnaderbeck rutschte neu für die angeschlagene Melanie Leupolz in die Innenverteidigung. Kristin Demann rückte dafür auf die zentrale Defensivposition, auf der sie bereits während der Europameisterschaft glänzen konnte.

Falls Ihr es verpasst habt

Bei wechselhaften Witterungsbedingungen kam die Heimmannschaft zunächst besser in die Partie und spielte sich in den Anfangsminuten erste kleinere Chancen heraus. Nach fünf Minuten sorgten die Bayern dann das erste Mal für Gefahr. Melanie Behringer trat zum Freistoß an, doch der Ball wurde abgewehrt und der Nachschuss landete am Pfosten. Die Duisburger schalteten fortan auf eine härtere Gangart und machten es den Bayern schwer. In der 14. Minute bediente Jill Rood Sara Däbritz und diese konnte zum 1:0 einnetzen. In der 19. Minute scheiterte Fridolina Rolfö mit einem gut platzierten Schuss. Zwei Minuten später hieß es dann durchschnaufen, als der Ball per Zufall und mit Hilfe der Schiedsrichtern zu einer Duisburgerin gelangte, Manuela Zinsberger den Ball jedoch mit einer guten Parade entschärfen konnte. In der 28. Minute wollte Rolfö Nicole Rolser in Szene setzen, jedoch verpasste diese den Ball knapp.

Grundformationen: Duisburg 4-4-1-1 vs. Bayern 4-1-3-1Grundformationen: Duisburg 4-4-1-1 vs. Bayern 4-1-3-1

Im Gegenzug konnte Schnaderbeck einen Konter nur durch ein Foul unterbinden und sah dafür folgerichtig die gelbe Karte. Auch die Heimmannschaft hätte zu diesem Zeitpunkt schon die ein oder andere Karte verdient gehabt. In der 36. Minute fasste sich Rolfö ein Herz und marschierte bis in den Sechzehner der Duisburger, doch ihren Querpass konnte Roord nicht kontrollieren. Anschließend versuchten es Behringer mit einem Fernschuss, Roord mit einem Solo und Rolfö mit dem Nachschuss, doch mit dem knappen Ergebnis ging es in die Pause.

Die Bayern kamen mit Schwung aus der Kabine, so dass es gerade mal Minuten dauerte, ehe sich Rolser den Ball erkämpfte, mustergültig auf Roord flankte und diese das 2:0 per Volleyabnahme markierte. Ein Freistoß von Behringer verpuffte kurz darauf. In der 55. Minute gelang dann den Duisburgerinnen wie aus dem Nichts der Anschlusstreffer. Nur eine Minute später dezimierten sich die Duisburgerinnen jedoch, als Marina Himmighofen nach einem harten Foul an Roord die gelb-rote Karte sah. Seltsamerweise schien dies die Bayern eher zu hemmen, so dass die Heimelf zu mehreren Chancen kam, die jedoch von der Abwehrreihe der Bayern vereitelt wurden. Kamen die Gegnerinnen dann doch mal weiter, war stets auf Manuela Zinsberger Verlass

Die eingewechselte Dominika Škorvánková scheiterte knapp mit einem Distanzschuss und auch Rolfö gelang es nicht, den Ball im Tor unterzubringen. In der 80. Minuten wurde dann Rolser durch Mandy Islacker ersetzt. Den Beifall der mitgereisten Fans hatte sich Rolser mehr als verdient, da sie vorne unermüdlich Meter um Meter abspulte und immer ein Unruheherd war. Islacker war es dann auch, die in der 83. Minute Rolfö in Szene setzen konnte, die dann das erlösende 3:1 markierte. Dennoch steckte Duisburg nicht auf und sorgte mit einigen Kontern weiter für Unruhe. In der 89. Minute konnte sich die Duisburgerin Dieckmann nur mit einer Notbremse gegen Däbritz helfen, sah dafür aber lediglich die gelbe Karte. Den anschließenden Freistoß konnte Behringer nicht versenken. Es reichte letztendlich auch so zum verdienten Dreier. Am kommenden Wochenende steht das schwere Heimspiel gegen Turbine Potsdam an. Mit einem Sieg könnte man diesen Verfolger auf Distanz halten und den 2. Tabellenplatz festigen.

3 Dinge die auffielen:

1. Ungewohnte Fehler

War in den vorherigen Spielen die starke Außenverteidigung ein Trumpf in der Offensive, konnten sowohl Maier als auch Faißt diese Stärke gegen Duisburg nur sehr selten ausspielen. Dies lag nicht daran, dass sie mit der Offensive der Duisburgerinnen überfordert waren, sondern dass mitunter sehr viele Konzentrationsschwächen im Aufbauspiel auftraten. So kamen zum Beispiel von Faißt dieses Mal sehr selten gezielte Pässe nach außen oder in die Spitze – meistens landeten die Bälle bei den Gegnern oder im Aus. Auch die Überläufe bis an die Grundlinie waren diesmal sehr rar gesät – auch von Maier auf rechts. Bei ihr landeten die sonst punktgenauen Pässe meist bei der Abwehr oder bei Torhüterin Lena Nuding vom MSV. Immer wieder hätte Maier zudem aus aussichtsreicher Position abschließen können und spielte doch nochmal quer, so dass die Chance verpuffte. Trotzdem hatten beide Außenverteidigerinnen ihren Anteil am verdienten Sieg.

2. Probleme in Überzahl

Als sich die Heimelf unmittelbar nach dem Anschlusstreffer selbst dezimierte, war davon auszugehen, dass es nunmehr ein leichtes Spiel für die Bayern werden sollte. Allerdings schien man zunächst mit der Tatsache, eine Frau mehr zu sein, leicht überfordert zu sein. Es gelang kaum noch ein geordneter Spielaufbau – vielmehr wurden die Bälle ohne Aussicht auf Ertrag hoch nach vorne gebolzt, anstatt die Überzahl zu nutzen. Ähnliches konnte man im Hinspiel gegen den VfL Wolfsburg sehen, als man ebenfalls knappe 30 Minuten in Überzahl spielte. Die Duisburgerinnen kamen dadurch in dieser Phase immer wieder zu gefährlichen Chancen und hatten durchaus den Ausgleich auf dem Fuß. Zum Glück konnte sich das Team wieder fangen und sorgte mit dem 1:3 für klare Verhältnisse.

3. Austrian Power

Zum ersten Mal nach der Auswärtsniederlage in Freiburg standen wieder alle drei Österreicherinnen in der Startelf. Während Carina Wenninger vollkommen im Spielrhythmus ist, war es bei Schnaderbeck aufgrund der langen Pause auf der Bank zunächst fraglich, ob sie ihre gewohnte Leistung würde abrufen können. Die ersten Zweikämpfe beseitigten jedoch jegliche Zweifel, da sie sofort dominant auftrat und nichts anbrennen ließ. Zusammen mit ihrer österreichischen Teamkollegin Wenninger trat sie als starkes Innenverteidigerpaar auf und ließ kaum etwas durch. Und wenn es mal doch nicht klappte, die Gegnerin aufzuhalten, stand da ja noch immer eine Zinsberger im Tor, die nahezu alles wegfischte, was möglich war. Gerade bei ihr darf man gespannt, wie sie den (verletzungsbedingt verschobenen) Zweikampf mit dem künftigen Neuzugang Laura Benkarth annimmt. Gemäß der Aussage von Trainer Tom Wörle wird sie auch in der nächsten Saison zum Bayernkader zählen.

Duisburg – Bayern
DuisburgNuding – Himmighofen, Kirchberger, Radtke, Haršányová – Dunst (65. Kashimoto), Zielinski, Dieckmann, Morina, Wu (76. Martini) – Rijsdijk (46. Añonma)
BankKämper, Ciesielska, Richter
BayernZinsberger – Faißt, Wenninger, Schnaderbeck, Maier (86. Lewandowski)– Däbritz, Demann, Behringer, Rolfö, Roord (73. Škorvánková)– Rolser (80. Islacker)
BankTalaslahti, Georges, Voňková, Beerensteyn
Tore0:1 Däbritz (14.), 0:2 Roord (47.), 1:2 Radtke (55.), 1:3 Rolfö (83.)
KartenGelb: Radtke (71.), Dieckmann (88.), Gelbrot: Himmighofen (55.) / Gelb: Schnaderbeck (27.)
Schiedsrichter­innenHanna Schlemmer (Nußbach), Vanessa Schleicher (Alsheim), Olivia Depta (Bad Soden), Kathrin Heimann (Gladbeck)
Zuschauer612
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Leserkommentare
  1. M1900

    Danke für den interessanten Bericht Andi

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