Dompteure der Tiger – Bayern ist Weltmeister

Daniel Trenner 11.02.2021

Falls Ihr es verpasst habt

Der Gegner: Tigres UANL

Gemeinhin sagen einem die Gegner des FC Bayern ja etwas, selbst wenn sie aus dem europäischen Ausland kommen. Doch bei der Klub-WM stehen die Dinge anders. Nach dem ägyptischen Dauermeister Al Ahly, bekam es der FC Bayern im Finale für einige überraschend mit Tigres UANL aus Mexiko zu tun, die erst den asiatischen und dann sogar den südamerikanischen Kontinentalmeister ausschalten konnten.

Die “Tiger” wie sie nicht nur auf Grund ihres wunderschönen Wappens genannt werden, stammen aus der nordmexikanischen Stadt San Nicolás de los Garza aus der Metropolregion Monterrey, gute drei Autostunden von der texanischen Grenze entfernt.

Vom sportlichen Abschneiden waren sie die vergangenen Jahre so etwas wie das Atlético Nordamerikas gewesen, nur dass sie sogar drei mal im Finale der CONCACAF Champions League scheiterten. 2020 war es aber endlich so weit: Mit einem 2:1 gegen den FC Los Angeles errangen sie die nordamerikanische Krone. Unter den Torschützen war wie fast immer: André-Pierre Gignac.

Der Franzose mit dem etwas eigenen Karriereweg wechselte 2015 nach Mexiko und ist im fußballverrückten Mexiko der absolute Volksheld. Er trifft dort am Fließband, nur logisch also, dass er auch alle Tigrischen Tore im bisherigen Wettbewerb erzielen konnte.

Des weiteren dürfte dem deutschen Beobachter der 27-jährige Carlos Salcedo bekannt sein. Gegen die Bayern gewann der Abwehrchef damals unter Niko Kovač sensationell den DFB-Pokal.

Der brasilianische Trainer Ricardo Ferretti (manch einer nennt ihn in Amerika gar den Alex Ferguson des Kontinents) schickte sein Team im flachen 4-4-2 auf das Feld.

Die Aufstellung 

Hansi Flick brachen im Vergleich zum Halbfinale gegen Al Ahly zwei Spieler weg. Jérôme Boateng reiste aus bekannten familiären Gründen vorzeitig zurück nach Deutschland und Thomas Müller infizierte sich mit dem Coronavirus.

Für Boateng rückte wie erwartet Niklas Süle in die Startelf, doch im Mittelfeld kam es zu starken Änderungen. David Alaba rückte für Marc Roca an die Seite Joshua Kimmichs ins Mittelfeld, für ihn verteidigte hinten Hernández. Hinter Lewandowski sollte Serge Gnabry wirbeln.

1. Halbzeit

Das Finale begann durch ein forsches Tigres gleich temporeich, mit zunehmender Dauer arbeitete sich auch der FC Bayern ins Spiel. Gerade Davies versprühte viel Lust. In der 19. Minute schoss Kimmich mit einem präzisen Weitschuss das vermeintliche 1:0, doch durch Lewandowskis im Endeffekt aktive Abseitsstellung kassierte der Kölner Keller Katars das Tor wieder.

Das aberkannte Tor entfachte etwas bei den Bayern, sie schnürten die Mexikaner nun immer mehr hinten ein, kamen auch zu guten Tormöglichkeiten. Vom tigrischen Mute der Anfangsminuten war nun wenig zu sehen. Ziemlich früh begann auch recht offensichtliches Zeitspiel. Immer wieder bekamen die Bayern Ecken und Freistöße zugesprochen, doch Kimmich erwischte gar keinen guten Tag was seine Standards anging.

2. Halbzeit

Ohne Wechsel kamen beide Mannschaften aus der Kabine. Der Leistungsabfall war zwar nicht so stark wie gegen Al Ahly, doch die Bayern wirkten nun müde. Das Tor fiel dann trotzdem. Nach einer Halbfeldflanke von Kimmich scheiterte Lewandowski noch an Tormann Guzman, doch Pavard war mitgelaufen und beförderte den Ball deutlich spektakulärer als nötig per Volley ins Netz. Offenbar kann Pavard mit dem Fuß nur mit Vollspannvolleys Tore erzielen (59.). Erst wurde das Tor aberkannt, doch Salcedos Fuß hob das Abseits auf. Dieser knappe Abseitscheck überstrahlte womöglich auch den notwendigen Check nach Handspiel, denn Lewandowski beförderte den Ball unabsichtlich mit dem Arm zu Pavard.

Hansi Flick wechselte nun auch zum ersten Mal. Mit Tolisso für Gnabry auf der Zehn wurde es ein Stück defensiver. Wenig später kamen noch Musiala, Costa und Choupo-Moting für Sané, Coman und -erstaunlicherweise- auch Lewandowski. Möglicherweise sah Flick wie platt die Tiger waren, denn spätestens ab der 75. Minute zollten sie ihrem aufreibenden Spiel der ersten Halbzeit deutlich Tribut.
Ab der 80. Minute gab es noch im Stakkatotempo drei sehr gute Tormöglichkeiten (eine davon per Beinahe-Eigentor Salcedos), doch es blieb bis zum Schluss beim 1:0.

Bayern war nun auch offiziell Weltmeister und ist nach dem FC Barcelona 2009 die zweite Mannschaft, die das Sextuple erringt. Die FIFA blieb sich auch im Schlussakkord treu und ernannte aus welchen Gründen auch immer, Robert Lewandowski zum besten Spieler des Turniers. Der wahre Beste, Joshua Kimmich, gewann den Preis in Bronze.

Am Montag geht es dabei schon wieder schmucklos weiter, wenn man die Arminia aus Bielefeld im wahrscheinlich verschneiten München empfängt.

Dinge, die auffielen

1. Forscher Phonzie

Ein bisschen war Alphonso Davies die letzten Wochen das Sorgenkind Bayerns. Vom frischen Wirbler der letzten Saison, der sich in die Herzen der Fans spielen konnte, war zunehmend wenig zu sehen. Heute jedoch kam ein möglicherweise erster großer Schritt zurück zu alter Form. So forsch, zielstrebig und erfolgreich sprintete er in dieser Saison selten. Immer wieder setzte er zu klugen Sprints an und überrannte seine Gegenspieler förmlich. Hin und wieder traf er gerade in der finalen Aktion noch die falsche Entscheidung, doch war das trotzdem eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zu den oft biederen Auftritten in der Bundesliga. Vielleicht brauchte der Kanadier ja so ein Spiel gegen andere Nordamerikaner, hieran muss er nun auch in Europa anknüpfen.

2. Weitere Sorgen um die anderen Sorgenkinder

So gut Davies auch war, Sané und Alaba stagnieren derzeit bestenfalls. Sané war zwar noch nie in dieser Saison so gut, wie es seinem Potential entspricht, doch vor Wochen war er schon weiter. Heute sah es viel nach dem Sané der Anfangszeit aus. Oft stand er suboptimal, spielte ab und an unsauber, und hatte vor allem mit der defensiven Dopplung auf der Außenbahn zu kämpfen.

Alaba hingegen durfte sich mal wieder im Mittelfeld beweisen, doch verpuffte er erneut. Obwohl Tigres sehr oft, sehr tief stand und das Spiel um kreative Impulse bettelte, lief das Spiel an dem Österreicher vorbei. Joshua Kimmich überstrahlt natürlich ein Stück weit alle, doch seine anderen Partner, wie etwa Roca im Halbfinale, konnten oft auch ganz eigene Impulse geben. Alabas Position dürfte auch weiterhin in der Innenverteidigung verbleiben.

3. Nummer Sechs

Die Unkenrufe waren groß. Das Verkehrschaos auf der einen Seite, und dann noch all das Gerede von wegen Gemüsepokal. Doch die Bayern hatten trotz alldem ein Ziel deutlich vor Augen: Das historische Sextuple.

Ja, man mag streiten inwieweit es fair gegenüber den Titeln in der nationalen Meisterschaft und der Champions League ist, sie auf eine Stufe mit dem deutschen Super-Cup zu stellen. Doch der Mannschaft war das egal. Schon als der FC Barcelona dieses Kunststück schaffte, war ständig die Rede von sechs Titeln und diese Bayern-Mannschaft wollte das gleiche erringen.

Dabei blieben sich die Bayern ihrer eigenen Historie treu. Mit Pavard war nach Sammy Kuffour 2001 und Dante 2013, wieder ein Abwehrspieler der Held des Abends. Zudem blieb man hinten erneut gegentorlos, die Weste Bayerns ist somit weiterhin blütenrein. Noch nie hat Bayern in diesem,  oder seinem Vorgängerwettbewerb, dem Weltpokal, ein Tor kassiert. Und das obwohl man das erste mal vor fast 50 Jahren teilnahm.

Es ist die allerletzte Krönung für das historische Jahr 2020. So müde wie die Bayern verständlicherweise mittlerweile spielen, lässt es sich leicht vergessen, wie gut sie eigentlich 2020 bis in den August hin waren. Gekrönt hatte man sich bereits in Lissabon, doch auch die Kür gehört zum Wettbewerb. Diese Klub-WM nimmt man gerne mit.

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Munich Legend
  1. Geniale Sache! Weltpokalsieger (die Bezeichnung gefällt mir immer noch besser), Sextuple-Gewinner. Heute wurde nicht irgendein mexikanischer Klub geschlagen, sondern Geschichte geschrieben. Wenn es auch viele noch nicht begreifen, oder eher begreifen wollen.
    Diesmal von der ersten bis zur letzten Minute eine seriöse, konzentrierte Vorstellung. Kein rauschhafter Fußball, aber dem Gegner buchstäblich gar nichts zugestanden. Verdienter war ein Sieg selten. Wenn man auch leider sagen muss, dass Tigres im Grunde eine Enttäuschung war.
    Wobei wir den Gegner heute derart konsequent attackiert, zugestellt, ausgespielt haben, wie es diese Mannschaft vielleicht noch nie erlebt hat.
    Ein Wermutstropfen, dass wir wie gegen Al Ahly dieses Spiel schon lange vorher hätten zumachen müssen. Angemessen wäre ein entspanntes 3:0, 4:0 gewesen.

    Hinten absolut souverän, vor allem Süle wäre hier hervorzuheben. Davies mit einer seiner besten Leistungen der letzten Wochen, defensiv absolut sicher, offensiv ständig ankurbelnd.
    Negativ leider Pavard.mit einigen wirklich üblen Aktionen. Schön für ihn, dass er am Schluss das Spiel entscheidet.

    Kimmich und Alaba absolut dominant im Mittelfeld. Unbezahlbar die Szene, als Alaba Lewandowski nach zwei Minuten mal kurz einnordet. Unabhängig davon was man von der „Causa Alaba“ halten mag, absolut beeindruckend wie er in jedem Spiel, in jeder Szene weiterhin lichterloh brennt. Bayerngen halt.

    Etwas abfallend unsere Offensivreihe, vor allem Sane und Gnabry, Coman wie immer bester der drei, aber auch schon überzeugender. So hing auch Lewy teilweise sehr in der Luft.
    Abgesehen von Lewy (zu dem Zeitpunkt durchaus mutig) waren für mich die Auswechslungen dann auch folgerichtig.
    Schwierig derzeit allerdings die Position von Musiala, der seit einiger Zeit ziemlich durchhängt und mir bei seinen Einwechslungen eher ein schlechtes Gefühl vermittelt. Spielte heute wie sediert, war nie in irgendeiner Weise im Spiel. Vielleicht geht ihm die Leichtigkeit des absoluten Nobodys etwas ab, im Vergleich zu dem Retter Fußballdeutschlands, zu dem er teilweise gemacht wird.

    Fazit: Eine der herausragendsten Mannschaften unser herausragenden Fußballgeschichte krönt heute das erfolgreichste Jahr einer andauernden Erfolgsgeschichte. Chapeau, Leute!
    Hoffentlich findet sich nicht so schnell eine Weltpokalsiegerbesieger :-)

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    1. Zu deinem Schlußsatz: Der Kommentator bei Dazn sprach schon in der zweiten Halbzeit davon, daß er gespannt sei wie die Mannschaft die Reisestrapazen wegstecke. Am Montag könne ja Bielefeld zum Weltpokalsieger-Besieger werden, sagte er.
      Da war keine Häme in der Stimme, kein falscher zungenschlag, aber man merkte, daß das Sprachbild des braunen T-Shirts über Jahre hinweg großen Anklang gefunden hat. Das Benefiz-Spiel ist ja nun auch ewig her.

  2. Zahlenmagie, hier: 59

    Seit ihrer Gründung ’59 leistet die deutsch-französische Parlamentariergruppe einen entscheidenden Beitrag zum kontinuierlichen Dialog zwischen beiden Partnerländern. In Form von regelmäßigen Treffen zwischen den Mitgliedern des deutschen Bundestages bzw. Bundesrats und der französischen Assemblée Nationale bzw. des Senats tauschen sich die Parlamentarier über Informationen, Erfahrungen und Meinungen untereinander aus.

    Bayern vs. PSG: Coman 59. Minute
    Bayern vs. Tigres: Pavard 59. ”

    Natürlich nur eine zufällige Koinzidenz. ;-)

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Mit Spanien haben wir die Beziehungen wohl abgebrochen. An Rocas Stelle würde ich mir einen neuen Verein suchen. Aber 6.Tupel und Nummer 1 der Welt hat auch was :-)

  3. Ich war 2010 mit der Firma in Barcelona und wir hatten dummerweise ein Apartement in Ramblas-Nähe gebucht bekommen; die ganzen Straßenverkäufer da boten massenweise rotblaue Memorablia zu diesem “Sextuple” feil.
    Mein Kollege, ein ausgewiesener Werderfan, hat sich dann spätabends echt eine Kappe gekauft – mit dem an mich gerichteten, und grinsend vorgetragenen Kommentar: “Das schaffen halt nur die Legenden-Mannschaften, dem zolle ich hier Respekt”.

    OK Michael: wir sehen uns dann im Bayern-Fanshop, wenn er wieder aufmacht.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Witzig. Ich hatte in Barcelona im Januar 2010 auch ein ähnliches Erlebnis. Ich war im Barca-Museum und da waren natürlich die 6 Titel ausgestellt. Damals ging es bei Bayern nach Startschwierigkeiten unter van Gaal zwar leicht aufwärts, aber gefühlt schienen Lichtjahre zwischen beiden Klubs zu liegen. Es war gerade mal 9 Monate her, dass Barca Bayern im CL-Viertelfinale im Hinspiel mit 4:0 zerlegt hatte. Im Januar 2010 schien ein Triple oder gar ein Sextuple für mich als Bayern-Fan absolut unerreichbar. Ein halbes Jahr später hätte mich die Mannschaft mit einem Fast-Triple (Meisterschaft, DFB-Pokal und CL-Finale) schon fast eines besseren belehrt. 2013 fehlte “nur” der deutsche Supercup und 2020 klappte es dann endgültig.
      Sollte das Bayern-Museum bald wieder öffnen dürfen und Besucher aus Barcelona zu Gast sein, werden sie wohl eher wehmütig an die Zeit denken, in der ihr Klub das schaffte. Dafür sind sie jetzt mit Schulden im Millardenbereich wohl an der Spitze des Weltfußballs angekommen.

  4. Ich fand, Davies war gegen Al Ahly schon wieder fast der Alte.

  5. Chapeau, Sixpack vollgemacht!
    Tiger sind halt keine Störche.
    In Weltpokal & Klub-WM bleibt der FCB zudem ohne Gegentor (7 Spiele, 6-1-0, 11:0 Tore). Pavard setzt die treffsichere Tradition der Abwehrspieler in den Finals fort (2001 Kuffour, 2013 Dante).

  6. Der fc bayern wird zum nächsten Hotspot von Corona.

  7. wäre mal interessant wie die Infektionskette ist ?
    hoffe nicht das dies totgeschwiegen wird !

  8. Persönlich fand ich Davies nicht so stark, aber möglicherweise täusche ich mich auch. Würde mich freuen, wenn er bald wieder der Alte ist, denn ich sehe Hernandez eher in der IV.

    Irgendwie hatte ich das gesamte Turnier den Eindruck alles läuft unter angezogener Handbremse.

    Für Pavard freut es mich persönlich sehr, dass er das Tor gemacht hat. Ich hoffe er fängt sich auch bald. Seine Passquote ist momentan verheerend. Sehr viele einfache Fehlpässe von hinten heraus im Aufbauspiel.

    Und über DA27 im MF möchte ich als leidgeprüfter Österreicher gar keine Worte mehr verlieren. Einfach nur Schade, dort derart unter Wert agieren zu wollen.

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. pavards passquote lag mit 88% immerhin über dem bayern-durchschnitt von 86%…

      1. Punkto Quote kann ich dir statistisch nicht widersprechen.

        Aber z.B. gestern waren in den ersten 30 Minuten 3 ganz furchtbare, einfache Passfehler im Spielaufbau von hinten heraus wieder dabei. Eigentlich ziemlich unbedrängt wollte er auf den Vordermann am Fuß spielen, jedoch einen starken Meter vorbei.

        Solche Passfehler hat er leider schon die ganze Saison. Klar, wenn er dann 10x zu Neuer retour und 10x 7m auf Süle spielt, passt zwar die Statistik.

        Vorige Saison war finde ich eben genau die Einfach- und Geradlinigkeit seine große Stärke. Da war er richtig gut.

  9. Top, Titel Nummer 6!

    So sehr ich mich für den Verein und die Mannschaft über den Weltpokalsieg freue: Das Spiel war schon eine arg müde Veranstaltung. Aus der Dominanz gegen völlig harmlose Mexikaner heraus entstand kaum einmal ein geordnetes Aufbauspiel, geschweige denn gefährliche Angriffe.

    3-4 echte Chancen gegen einen völlig harmlosen Gegner – was für ein Unterschied zu den Auftritten im Herbst! Einige Spieler bräuchten dringend eine Pause…

    Was mich aber wirklich “geschockt” hat war die Lässigkeit, mit der Flick bis zur 73. Minute erst Gnabry, dann Lewa, Sane und Coman ausgewechselt hat. In einem Finale – mit einem Tor Vorsprung!
    Was ist denn, wenn ein abgefälschter Ball noch zum 1:1 ins Tor trudelt? Dann muss “die Zweite” es richten.
    Die Wechsel hatte ich schon gegen Kiel nicht verstanden. Rotation gut und schön, aber in einem KO-Spiel mMn leichtsinnig. Alte Löw-Schule?

    Antwortsymbol5 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ich erschrecke bei Flicks Wechseln auch manchmal, z.B. im CL-Finale. Man muss aber einen Aspekt anführen, der weit über das eine Spiel hinausgeht. Indem man Spieler aus der zweiten Reihe auch mal in solchen Spielen bringt, zeigt man ihnen, dass man sie nicht nur als Notnagel betrachtet. Das kann im Idealfall auch Kräfte freisetzen. Costa hat gestern so gespielt, dass er für den Rest der Saison durchaus noch zu einer Alternative werden könnte. Auch Choupo-Moting hat überzeugt. Da Gnabry und Müller jetzt erst mal ausfallen und Musiala und Sane momentan eher durchhängen, ist das neben dem Titel die beste Nachricht des gestrigen Spiels für mich.

      1. @willy
        Die Einwechslungen waren gestern unerwartet effektiv. CM wirklich bemerkenswert gut, und auch Costa ohne die üblichen slapsticks.
        Tolisso natürlich wie immer unsichtbar bis auf den Torschuss.
        Musiala wirkt gehemmt- hoffentlich sind Vertrag und NM bald aussortiert.
        Goretzka trainiert ja schon wieder und wird wohl gegen Bielefeld wieder spielen.
        Hätte auch nichts dagegen wenn man weiter mit den zentralen Block Süle Lucas Kimmich Alaba und davor Goretzka zu spielen.

      2. @918: das wäre für mich auch eine Option, vor allem so lange Gnabry und Müller fehlen. Die derzeit niedrigere Torausbeute liegt mMn nicht an der etwas vorsichtigeren Herangehensweise in der Defensive, sondern an einer deutlich schlechteren Chancenverwertung im Vergleich zum November oder Dezember. Mit Goretzka, Alaba und Kimmich hat man ein spielstarkes und auch offensiv gefährliches Mittelfeld und mit Coman, Lewandowski und Sane (evtl. Costa) genug Qualität ganz vorne. Das sollte auf jeden Fall reichen, um sich genug Chancen zu erspielen. Der Vorteil ist: wenn ich hinten einigermaßen sicher stehe, so wie das mit der gestrigen Abwehr der Fall war, reicht evtl. ein Tor zum Sieg. 2 Tore würden mit großer Wahrscheinlichkeit reichen, da die Zeiten, in denen 2-3 Gegentore schon eher die Regel als die Ausnahme waren, seit dem Pokalaus gottseidank überwunden scheinen.

      3. @willy
        Top. Übereinstimmung.
        Denke schon das wir vorne wieder in Schwung kommen und eine gewisse Leichtigkeit zurückkehrt.

    2. Die Wechsel waren auf das Spiel betrachtet eine Katastrophe, aber es zeugt für mich eher davon, dass für ihn dieser Titel dann doch nicht so krass wichtig war.
      Es passt halt nur ins Bild, weil bei all den tollen Komponenten der Trainerleistung des Hansi Flicks, Wechsel bislang nicht so dazugehören. Egal ob CL-Finale (Thiago?) oder Kiel (Sané, Roca?), gab schon einige unglückliche Wechsel. Im Endeffekt ist es oft gut gegangen, wenn auch nicht immer.

  10. Kimmich der zukünftige Kapitän des FCB und der NM war natürlich der alles überragende MOTM. Endlich hat er wieder die notwendige Balance in seinen Aktionen gefunden.
    Neben ihm konnte sogar Alaba gut spielen.
    Süle und Lucas auch mit einer soliden Leistung wobei Lucas noch besser war. Süle muss endlich lernen, aufzuhören mit dem Ball nach vorne zu laufen, und schneller zu passen. Pep hätte ihm schon einen Satz heiße Ohren verpasst.
    Pavard besser als Davies wobei beide wieder anfangs ihre merkwürdigen Fehler im Spiel hatten.
    Vorne müssen sie wirklich schnell die Ungenauigkeiten abstellen und endlich mal die Aktionen sauber ausspielen. Die letzten knappen Spiele haben alle dieses gleiche Manko.
    Hochverdienter Sieg der die Marke des FCB durch einen sehr hohen Multiplikatoreffekt noch populärer und wertvoller macht.
    Die nervösen Reaktionen der spanischen Konkurrenten sind die natürliche Folge.
    Qatar Airways müssten eigentlich die Zahlungen an uns verdreifachen. Vielleicht hat ja der Vorstand den Deal verlängert mit entsprechender Erhöhung der Zahlungen- 30 Mio statt 10 Mio würden natürlich gerade jetzt sehr helfen.
    Peps Videomessage an uns zeigt wieder seine Größe und Verbundenheit.
    Schade das Müller Boa Goretzka und Javi nicht dabei sein konnten- und ja die Thiagointelligenz!

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Pavard besser als Davies? Das habe ich so nicht gesehen. Ja, das Siegtor, danke Benji dafür, aber sonst. Meiner Meinung nach war Pavard der Schwachpunkt der Mannschaft.

  11. Mal eine andere Sicht auf die Wertigkeit dieses Titel.
    In Deutschland gibt es über drei Millionen im DFB organisierte Fußballer. Davon sind die überwiegende Zahl Amateure. Und was ist für den Amateur das Größte – die Teilnahme am DFB-Pokal und dort möglichst weit zu kommen.
    Für den Profi ist zuerst einmal das Größte der Gewinn der CL.
    Denn es bedeutet, dass man nicht nur in einer der besten Mannschaften eines Landes spielt, sondern sich nach der Qualifikation mit den besten Mannschaften des Kontinents messen kann.
    Und nur wenn man diese große Ziel erreicht hat, was sicherlich keine Selbstverständlichkeit ist, nur dann bekommt der Profi die Möglichkeit um den Titel des Club-Weltmeisters zu spielen.
    Auf diese Chance wird kein Profi verzichten wollen.
    Man stelle sich vor, der DFB entscheidet z.B. wegen Corona auf die 1. Runde des Pokals zu verzichten – und spielt den Pokal nur noch mit den Profimannschaften aus. Es gäbe einen Schrei der Empörung in Deutschland und alle Amateure fühlten sich zu Recht um ihre große Chance betrogen.

    Und der Profi – der hat keine Wünsche oder Träume? Auch für den Profi sind Titel das Größte. Und in der Hierarchie kommt am Ende als letztes die ClubWM.
    Wer sich dann allen Ernstes wundert, dass ein KHR sagt, die MANNSCHAFT WILL DIESEN TITEL UNBEDINGT und deshalb habe ich mich dafür eingesetzt, dass das Turnier stattfindt, der hat offenbar von den Menschen, die als Profis Fußball spielen, rlativ wenig Ahnung.

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Dazu passt ganz gut das Video Snippet, das der FCB heute via Twitter verteilt hat. Am Rande der Weltfussballerehrung: Davies umarmt Lewy, im Hintergrund stehen die Trophäen des FCB. Kimmich (ernst, nicht augenzwinkernd): “Hey, aber nicht nachlassen jetzt. (deutet auf die Pokale): Einer fehlt noch.” Total trocken auch sein Blick danach. Das ist wohl das, was man das Bayern-Gen nennt.

      1. Wenn schon ein Olli Kahn sich zu der Aussage hinreißen lässt, “Kimmich ist noch ehrgeiziger als ich es war”, sagt das schon einiges.

  12. Dinge die Auffielen:
    4. Süle!

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