Bayern und Qatar: Kritik und Beweggründe

Justin Trenner 09.02.2021

2011 reiste der FC Bayern München ins Trainingslager nach Qatar. 2015 ließ er sich erstmals auf ein Sponsoring von einem Unternehmen aus Qatar ein: Mit dem Flughafen in Doha wurde ein hochdotierter Vertrag unterschrieben. Im Jahr 2018 wurde bekannt, dass der Rekordmeister eine geschäftliche Partnerschaft mit “Qatar Airways” eingehen würde. Einem Unternehmen, das zu 100 % in der Hand eines Staates liegt, der wiederholt durch Menschenrechtsverletzungen auffällig wurde und wird. Die konkrete Kritik an den FC Bayern: Man unterstütze all dies durch die Geschäftsbeziehung und helfe dabei, von den Missständen abzulenken.

Am bekanntesten in diesem Zusammenhang ist bis heute die Situation der Gastarbeiter:innen. Über 1.400 Arbeiter:innen ließen zwischen 2009 und 2019 ihr Leben in Qatar. Hauptverantwortlich dafür ist ein System der Ausbeutung: Das “Kafala”-System. Immerhin: Zum Jahr 2020 gab es Verbesserungen, die auf den Weg gebracht wurden, um das System zu stoppen. Doch Menschenrechtsorganisationen bleiben kritisch, weil das System trotzdem an vielen Stellen noch weiter besteht. Der Bayern-Sponsor “Qatar Airways” stand ebenfalls mehrfach in der Kritik, was die Arbeitsbedingungen anbelangt. 

Auch wenn die Situation der Arbeiter:innen der wohl häufigste Kritikpunkt ist, so ist er bei weitem nicht der einzige. Struktureller Rassismus, Homophobie, Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit sind trotz leichter Verbesserungen in den vergangenen Jahren ein großes Problem – wenngleich es wichtig ist, zu erwähnen, dass auch in Qatar nicht alle Menschen in eine Schublade gehören. Ein weiterer großer Kritikpunkt ist es, dass die Gesetzeslage erlaubt, kritische Journalist:innen zu zensieren und sogar zu inhaftieren – Pressefreiheit ist eine Utopie. Hinzu kommen Terrorismusfinanzierung und Korruption im Sport – beispielsweise bei der WM-Vergabe.

Trotz Kritik: Darum hält Bayern an Qatar fest

Bisher schien die Kritik am FC Bayern stets abzuprallen. Argumentiert wird von der Klubseite damit, dass man im stetigen Dialog mit Qatar stehen und so aktiv zur Verbesserung innerhalb des Landes beitragen würde. Und tatsächlich: Dass der Fußball insgesamt einen gewissen Anteil an angestoßenen Veränderungen hat, ist mittlerweile fast schon Konsens. Wenngleich sich kaum bemessen lässt, wie groß der Beitrag des FC Bayern konkret ist, so steht außer Frage, dass die Aufmerksamkeit für die Menschenrechtslage in Qatar mittlerweile eine andere ist und der internationale Druck sich deshalb nochmal erhöht hat. 

Karl-Heinz Rummenigge und Herbert Hainer verwiesen demnach immer darauf, dass der Klub nach den Empfehlungen der NGOs handeln würde. Nachweisen lässt sich das allerdings nicht. Im Gegenteil: Der Menschenrechtler Nicholas McGeehan arbeitete lange für die Human Rights Watch und arbeitete aktiv an einer Handlungsempfehlung für den FC Bayern mit. Anfang 2020 erzählte er auf einer Podiumsdiskussion, dass der Klub diese komplett ignoriert hätte.

Eine Podiumsdiskussion, die von Fans organisiert wurde und zu der auch Vertreter:innen des FC Bayern eingeladen waren – an der Säbener Straße lehnte man jedoch ab. Es ist vielleicht ein großer Teil der gesamten Problematik, dass man sich beim FCB nur ungern und zurückhaltend zu der Thematik äußert. Gespräche mit kritischen Fans oder Beobachter:innen gab es nur äußerst selten und wenn darüber gesprochen wird, dass man in Qatar Dinge aktiv mit anstoße, gibt es fast nie konkrete Belege oder Beispiele.

Welches Interesse hat der FC Bayern an dieser geschäftlichen Beziehung?

Und so stellen sich nicht zuletzt viele Fans die Frage: Was macht dieses Sponsoring von “Qatar Airways” aus und was hat vor allem der FC Bayern davon? Ist es diese geschäftliche Beziehung wirklich wert, die Werte über den Haufen zu werfen, für die der Klub eigentlich einstehen sollte? Oder zerstört man sich damit die Glaubwürdigkeit, wenn man sich für westliche Werte einsetzt?

Ganz so einfach ist die Beantwortung dieser Fragen nicht. Ronny Blaschke beschäftigt sich seit Jahren mit den politischen und gesellschaftlichen Hintergründen im Sport und hat sich diesen Themen auch in seinem Buch “Machtspieler” gewidmet. Im Gespräch mit uns verriet er, worum es dem FC Bayern abseits der monetären Gründe noch geht: Nämlich auch darum, was die Anteilseigner des Klubs aus dieser Partnerschaft herausschlagen können und welches Netzwerk daraus entsteht.

Die gesamte Region gelte für den Fußball als einer der wenigen Wachstumsmärkte auf der Welt und demnach sei es aus wirtschaftlicher Perspektive wichtig, einen Fuß dort reinzusetzen, um einen Zugang auf diesen Markt zu bekommen. Zumal auch viele andere (deutsche) Unternehmen dort sehr aktiv sind: Die Deutsche Bahn und Volkswagen beispielsweise. Und das mache es den “Global Playern” auch einfacher, das eigene Agieren auf diesem Markt zu rechtfertigen. “Im Fußball regt man sich darüber dann immer auf, weil es so emotional ist und man da eine Empörung generieren kann, aber das ist nun mal eine globalisierte Wirtschaft”, so Blaschke.

Welches Interesse hat Qatar?

Auf der anderen Seite stehen die Interessen Qatars. Welche das im Detail sind, hat Blaschke uns bereits letztes Jahr in einem Interview verraten: “Einer von vielen Gründen ist die Sicherheitspolitik. Der Nahe und Mittlere Osten ist eine komplexe Region mit vielen machtbewussten Regimen. Qatar als kleine Halbinsel mit nur 2,5 Millionen Einwohnern ist Staaten wie Iran und Saudi-Arabien militärisch klar unterlegen.” Deshalb investiere der Staat in “Soft Power”. Es gehe um Kontakte in den Bereichen Kultur, Sport, aber eben auch Politik, um sich vor einer Invasion durch Nachbarstaaten zu schützen.

Genauso wie der FC Bayern profitiert also auch Qatar von Kontakten und einem größeren Netzwerk. Allerdings bestehe keinerlei Abhängigkeit zum deutschen Serienmeister. “In Qatar gibt es keine so ausgeprägte Sportkultur wie in Deutschland. Die Menschen dort sind weitaus weniger emotional, während allein Fußball hierzulande fast schon religiös wahrgenommen wird”, sagt Blaschke. Es wäre demnach auch arrogant vom FC Bayern, Dinge wie die Menschenrechtslage mit einem bevormundenden Ton verändern zu wollen.

Ein großes Interesse Qatars liege auch darauf, den eigenen Wohlstand nachhaltig zu wahren. Dafür müsse man künftig Alternativen zu den Einnahmen durch Gasexporte aufbauen, so Blaschke weiter. Es gehe nicht darum, öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen. Sicherheit und Wohlstand stünden im Vordergrund. 

Was den FC Bayern angeht, sagt der Journalist, dass man ganz klar zwischen der Kritik und der wirtschaftlichen Perspektive differenzieren müsse. Die nüchterne Realität ist, dass der FC Bayern in den letzten Jahren sehr erfolgreich mit seiner Strategie gewesen sei. Allein der enorme Zuwachs an Follower:innen, Einnahmen (vor Corona) und nicht zuletzt auch der sportliche Erfolg würden eine klare Sprache sprechen.

“FC Bayern hat kein Interesse an Veränderung”

Die Kritik pralle einfach am Klub ab, zumal sie nicht nachhaltig und laut genug sei, um etwas zu bewirken. Dann sitze man das in München eben mal ein paar Tage aus. Nicht zuletzt der groß aufgeblasene Skandal rund um den verpassten Flug des FC Bayern nach Qatar zeigt, dass solche Themen viel größer sind als die Menschenrechtslage oder die vielen anderen Kritikpunkte, die zwar medial an Aufmerksamkeit gewonnen haben, aber einerseits nicht konstant genug beleuchtet werden und andererseits nicht genug Resonanz erzeugen.

Blaschke geht sogar noch einen Schritt weiter und sagt: “Der FC Bayern hat eher kein großes Interesse daran, dort aktiv etwas zu verändern.” Dafür sei man in den letzten Jahren nicht aktiv genug gewesen. Und so bleibt die aus Fansicht vielleicht ernüchternde Realität, dass der Wachstumsmarkt eine größere Bedeutung hat als ein adäquater Umgang mit der Kritik.

Doch die moralische Perspektive ist ohnehin eine komplizierte, meint auch Blaschke, weil sie in Verbindung mit Qatar oft den Hang zur Arroganz habe. Gerade wenn der Moralbegriff zu westlich aufgeladen sei, neige die Debatte zu oft zur Bevormundung oder dazu, von oben herab geführt zu werden. Es gehe stattdessen darum, diplomatische Wege zu finden, um ein autokratisches Regime spürbar “zu kitzeln” und nicht darum, besserwisserische Kritik aufgrund anderer moralischer Werte zu äußern.

Argumente des Klubs sind oft Feigenblätter

Das macht es sicherlich für den FC Bayern schwerer, würde er sich denn aktiv für eine Verbesserung der Situation einsetzen. Neben Blaschke versicherten uns auch andere Expert:innen, die nicht genannt werden wollen, dass eine solche Bemühung kaum zu erkennen gewesen sei. Zwar gab es während der Trainingslager immer mal wieder kleinere Aktionen, die aber allenfalls einen Tropfen auf den heißen Stein dargestellt hätten.

Die Wortwahl der Verantwortlichen des FC Bayern wirke in den Augen dieser Expert:innen auch nicht so, als hätte man sich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt, wodurch gerade bei jenen, die sich vor Ort tatsächlich um einen Wandel bemühen, eher Verwunderung über viele Aussagen entstehe. Hätte der Klub ein echtes Interesse daran, würde er sich stärker mit diesen Menschen befassen und sie unterstützen. Auch das Argument, man könne über die Geschäftsbeziehungen andere Kontakte knüpfen und hätte so mehr Möglichkeiten, die kritischen Punkte anzugehen, sei allenfalls ein Feigenblatt. Viele Expert:innen sind sich einig, dass der Klub ohne diesen Deal ebenfalls dazu in der Lage wäre, das zu tun – wenn er es denn wollte. Auch Regina Spöttl, die Sprecherin von Amnesty International, sieht bereits in den Spielern des Klubs eine gute Möglichkeit, Stellung zu beziehen. Insgesamt wünscht sie sich mehr Courage vom Klub, hebt immerhin aber das Engagement mit der Frauenmannschaft hervor.

Das Geschäftsverhältnis mit Qatar führt im Gegenteil aber dazu, dass eine ernsthaft kritische Auseinandersetzung sehr erschwert wird. Zu viele finanzielle und anderweitig wirtschaftliche Aspekte hängen da mit dran, als dass der Klub es sich erlauben wollte, einen offensiveren Kurs zu fahren. Ideal wäre es, meint eine Expertin, würde der FC Bayern seine Geschäftsbeziehungen beenden und die Arbeit vor Ort stattdessen aktiv unterstützen.

Der FC Bayern ist ein “Global Player” und kein Fußballverein aus München

Dass am Ende aber die wirtschaftlichen Interessen siegen, empfindet Blaschke als wenig überraschend. Ganz nüchtern betrachtet mache der Klub damit nichts anderes als die meisten “Global Player”. Der FC Bayern sei kein Fußball-Klub aus München mehr. Er habe bereits Büros in China und den USA und treibe seit Jahren die Internationalisierung voran. Demnach sei das Verhalten des Klubs hinsichtlich der Kommunikation auch sehr professionell auf PR-Ebene. Man könne es ohnehin nicht allen recht machen und gerade in dieser heiklen Thematik profitiert der Klub mehr davon, wenn er gar nichts sagt, weil die öffentliche Debatte damit klein gehalten wird.

Würde es größeren Druck von außen oder gar von innen geben, wäre vielleicht ein anderer Umgang möglich. Diesen Druck gibt es aber nicht. Der FC Bayern sei so groß und die Kritik so klein, dass sie schlicht vorbeirausche, so Blaschke. Zumal mit der Frage nach Qatar auch noch eine viel größere verbunden wäre: Wenn man die (geschäftlichen) Verbindungen dorthin beendet, welcher der kritischen Aspekte ist dann ausschlaggebend? Wo zieht man die Grenzlinie für andere Partnerschaften? Beispielsweise dann, wenn es um andere problematische Staaten wie China geht. Aber auch dann, wenn es um Firmen wie Adidas geht, die beim FC Bayern großen Einfluss haben und ebenfalls viel Raum für Kritik anbieten.

Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass all die anderen Beispiele das Verhalten des FC Bayern rechtfertigen. Ein Schritt in die richtige Richtung wäre auch dann einer, wenn parallel Rückschritte erfolgen. Wenn man einmal den Zug und neunmal das Flugzeug für Kurzreisen nimmt, ist das auch besser für die Umwelt als zehnmal zu fliegen. Aber die Beispiele zeigen die Komplexität der Thematik und dass insbesondere die Definition von “Werten” häufig sehr schwammig erfolgt. Auch beim FC Bayern gibt es derzeit keinerlei Leitlinien dafür, wie er seine gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen möchte und wo es Grenzen gibt. Demnach fällt eine Beurteilung dessen noch schwerer.

Hätte man da ernsthaftes Interesse, müssten diese Leitlinien aber nicht vom Vorstand allein, sondern auf einer breiten Basis erstellt werden, um dem Authentizität zu verleihen. Eine Kommission aus Vorstand, Fans, Spieler:innen, Mitarbeiter:innen und eben auch vereinsfremden Organisationen könnte dafür sorgen, dass es innerhalb des Klubs zumindest Richtlinien gibt, die Entscheidungen und Aussagen nachvollziehbarer machen würden – oder im Negativfall eben nicht.

Veränderung? Unwahrscheinlich.

Wünschenswert wäre es zudem, wenn der Klub sich kritischer und austauschbereiter präsentieren würde. Dafür bräuchte es nicht mal viel Transparenz. Gerade vor Ort in Qatar oder auch mit kritischen Fans könne der Klub deutlich mehr machen, meint Blaschke. Im Idealfall würde man sich durch einen solchen Dialog, der nicht mal öffentlich stattfinden müsste, zumindest mehrere Perspektiven einholen. Aktuell scheint der Klub aber nur vorzugeben, das zu tun. Auch der Club Nr. 12 äußerte sich dazu abermals in einem Statement.

Das wird wahrscheinlich so bleiben. Es ist im Moment nicht absehbar, dass die Kritik stark und laut genug sein wird, um den FC Bayern ernsthaft zu alternativen Handlungen zu bewegen. Glaubt man den Worten des Klubs, liegt es zwar in seinem Interesse, trotz Globalisierung und Internationalisierung nie zu vergessen, wo seine Basis liegt. An den Verbindungen nach Qatar wird aber recht deutlich, dass dies nur eine Wunschvorstellung bleibt. 

Es ist eben auch der Konflikt zwischen “modernem Fußball” und “Fußballromantik”. Schaden nimmt der Ruf des Klubs ohnehin nicht wirklich, meint Blaschke. Zumindest auf für ihn spürbarer Ebene. Das ist die harte und gewissermaßen auch traurige Realität für alle, die sich aus gutem Grund gegen das mehr als mangelhafte Engagement des FC Bayern in Qatar aussprechen und darauf hoffen, dass der Klub sich klarer zu jenen Werten bekennt, die er bei verschiedenen Kampagnen an Aktionstagen vorzuleben versuchte – beispielsweise zuletzt beim “Nie wieder!”-Erinnerungstag. Kann die Kritik aber nicht mehr Resonanz erzeugen als in den letzten Jahren, so wird sie weiterhin am globalen Konzern vorbeirauschen. Leider.



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  1. Wir haben ja versucht, an der JHV 2019 auf diese Thematik aufmerksam zu machen. Dazu kamen von Karl-Heinz Rumenigge nur die im Artikel beschriebenen Floskeln und von Uli Hoeness in der Pressekonferenz nach der JHV die Aufforderung, doch lieber einen Brief zu schreiben. Das haben wir gemacht und sowohl CEO, als auch Sportvorstand, wie auch Präsident und Ehrenpräsident angeschrieben.
    Antwort bisher: Nicht mal der Erhalt des Briefes wurde bestätigt!

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. So ist es. Es bräuchte eine großflächige und wirksame Kritik, die nicht nur Sichtbarkeit im Stadion betrifft (aktuell nicht möglich), sondern an der sich auch ein großer Teil der Bayern-Fans über die Szene hinaus beteiligt. Und das sehe ich nicht kommen, weil es den meisten halt einfach Wurscht ist. In Zeiten einer Pandemie nochmal mehr.

      1. Seien wir uns ehrlich. Es ist ja nicht nur der FC Bayern.

        Jeder Verband in allen x beliebigen Sportarten nimmt trotzdem an den erkauften WM’s in Katar teil. Nicht nur im Fußball.

        Für den FCB ist es der einfachere Weg die Sache auszuschweigen. Persönlich vielleicht unbefriedigend, aber das Business ist knallhart.

  2. Und ich Naivling dachte, dass unsere Grundgesetz- und Menschenrechtsexperten Uli und Kalle die Qataries am Ende des Tages seriös auf den richtigen Weg bringen würden.

  3. Natürlich wird die Beziehung zwischen Quatar und dem FCB kritisch gesehen.
    Aber Blaschke hat es ja in einigen Punkten auch angesprochen – in vielen anderen Bereichen ist die Zusammenarbeit zwischen Quatar und anderen Institutionen längst Normalität und wird auch nicht mehr in Frage gestellt. Das Gleich gilt ja auch für die Zusammenarbeit anderer Institutionen mit anderen Ländern der arabischen Halbinsel, wo ja letztlich die gleichen Verhältnisse herrschen.
    Das macht es dann zwar nicht besser und es ist auch keine Rechtfertigung für die Beziehungen zwischen dem FCB und Quatar.
    Aber es zeigt letztlich auch deutlich, dass es eben reicht, wenn eine bestimmte Verbindung irgendwann nicht nur publik gemacht wird sondern auch kritisch betrachtet wird.
    Wer sich näher mit der arabischen Halbinsel beschäftigt, wird sehr schnell feststellen, dass die Verhältnisse in diesen Ländern mehr oder weniger identisch sind.
    Wer Unterschiede zwischen Kuwait, Quatar, VAR, Bahrain oder SaudiArabien feststellen will, muss mehr als genau hinsehen. Insbesondere was die hier immer wieder kritisierten Umstände angeht – Menschenrechte, Stellung der Frau, Rechte von Gastarbeitern, Homophobie, etc.- gehen die Unterschiede eher gegen Null.
    Das alles hindert aber weder die diversen Wirtschaftsunternehmen daran, mit diesen Ländern ihre Geschäftsbeziehungen zu pflegen, noch den ein oder anderen Sportverein mit entsprechenden Institutionen Werbung zu machen. Was für VW in Quatar gilt, gilt für Evionik in den VAR oder Siemens in SaudiArabien, um nur drei aufzuzählen. Und obwohl die Verhältnisse in den VAR keineswegs anders sind als in Quatar, ist ein Hauptsponsor Emirates auch in der Bundesliga offenbar kein Problem.
    Das liegt nicht am mangelnden Interesse, sondern einfach daran, dass die Verhältnisse in den entsprechenden Ländern nicht so im Focus der Öffentlichkeit hier liegen.
    So wie Blaschke es beschrieben hat, bemüht sich Quatar wesentlich mehr um entsprechende Beziehungen auf kultureller und vor allem auch sportlicher Ebene.
    Bisher gab es bereits neben der Handball-WM, die Schwimm-WM, die Rad-WM, die Leichtathletik-WM , was zwangsläufig auch zu einer anderen Wahrnehmung außerhalb des Landes führt und damit natürlich auch zu einer kritischeren Betrachtung im ein oder anderen Bereich, die eben so in anderen Ländern dort nicht stattfinden.

  4. Das ist alles nicht weiter erstaunlich, es bewegt sich im Rahmen des Bekannten und Erwartbaren. Die Diskussion um die Frage “nützt solch ein geschäftliches Engagement den dort Betroffenen oder schadet es ihnen eher?” wird ja mutatis mutandis auch immer wieder anlässlich der Vergabe sportlicher Großereignisse z.B. durch IOC und FIFA geführt. Klassisches Beispiel: die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking. Was wurde da nicht alles prognostiziert hinsichtlich einer Verbesserung der Menschenrechtslage wegen der internationalen Aufmerksamkeit. Ergebnis gleich Null. Nächstes Jahr stehen dort die Winterspiele an. Boykottieren wegen Hongkong und weiterer Verbrechen? Meine persönliche Vermutung: es wird gar nichts passieren. Stattdessen wird man so argumentieren wie gestern Marcel Reif: “nur wenn man hingeht, kann man etwas bewegen.” Kann man es UH und KHR verdenken, dass sie nicht selbstloser und mutiger agieren wollen als die Großfürsten Infantino und Bach? Am Ende greift noch immer das Argument: wenn wir es nicht machen, tun es halt andere.

    Aber zum Glück gibt es ja auch gute Nachrichten. Die Süddeutsche berichtet heute unter der Überschrift “Bayern-Dusel” – auf die Verlinkung verzichte ich wegen Paywall -, dass um Haaresbreite im Juni 2020 ein großer Deal mit Wirecard vermieden wurde. Am 10. Juni mailte Wacker denen noch, wie sehr der FC Bayern sich auf die Partnerschaft freue. Im Oktober 2019 hatte er Aufklärung über kritische Berichte der Financial Times verlangt, sich aber von der vom Insolvenzverwalter Jaffé inzwischen geschilderten Strategie der geschönten Zahlen einlullen lassen.

    Ob das Abendessen bei UH mit den Gästen Hainer sowie dem z.Zt. in Untersuchungshaft befindlichen Markus Braun (Wirecard-Vorstandschef) und einer weiteren Führungskraft am 19.5., wie aus Wirecard-Unterlagen ersichtlich, nur anberaumt wurde oder auch tatsächlich stattgefunden hat, möchte der FC Bayern trotz mehrerer Anfragen nicht beantworten.

    Der unterschriftsreife Deal kam nach Bekanntwerden des Milliardenlochs wenige Tage nach Wackers Mail nicht mehr zustande; der kleinere mit der Basketball-Tochter allerdings schon, wie am 5. Juni 2020 verkündet wurde.

    Resümee: Der FC Bayern hat von einer imageschädigenden Partnerschaft rechtzeitig Abstand genommen. Das ist doch immerhin schon mal etwas. Und sei es nur, dass man sich das Verdikt vom Bayern-Dusel wenigstens einmal ehrlich und zum Wohle aller Beteiligten und Interessierten verdient hat. ;-)

  5. Ganz ehrlich: ich denke wenn du mit den ganz Großen mitspielen willst, sprich finanziell und als Marke ein Big Player sein möchtest, dann kannst du zwar als Verein Leitbilder und Richtlinien erstellen, aber am Ende des Tages wirst du nicht weit damit kommen. Bedienst du dich nicht am Markt, macht es ein Anderer. Wurde im Artikel übrigens gut erklärt anhand der Deutschen Bahn oder der Markterschließung des FC Bayern.

    Ist jetzt für den Fan moralisch verwerflich, da man Fußball primär über Emotionen wahrnimmt, aber so ist das Business.

    By the way: man sollte nicht immer mit dem erhobenen Finger auf die Großen zeigen, selbst sind wir großteils auch nicht besser. Bestellen doch viele, welche sich hier empört zeigen, laufend bei Amazon.

    Sind vielleicht ernüchternde Zeilen welche ich hier schreibe, aber halt die harte Wahrheit.

    Antwortsymbol7 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Die normative Kraft des Faktischen halt.

    2. Es ist ja nun auch nicht so, dass wir hier die Erfinder dieser ganzen von uns geforderten “Errungenschaften” sind.
      Immerhin 1990! hat sich der letzte Kanton in der Schweiz entschieden, den Frauen das volle Stimmrecht zuzubilligen.
      Der berüchtigte §175, der bis in die 1960er Jahre die Homosexualität unter Strafe stellte, wurde immerhin nach der Wiedervereinigung entgültig aus dem Strafgesetzbuch gestrichen.
      Bis in die 70er Jahre hat es gedauert, das BGB zu ändern und den Frauen die Gleichberechtigung in der Berufsausübung zuzubilligen. Bis dahin musste nach den Buchstaben des Gesetzes eigentlich der Mann seine Zustimmung geben. Über die gleiche Bezahlung, Fürderung etc. schweigen wir lieber.
      Unter großer Medienbeteiligung haben sich am letzten Wochenende 150 Künstler – und zwar nicht nur unbekannte – zu ihrer Sexualität geoutet und von ihrer immer noch “normalen” Benachteiligung im Beruf berichtet. Nach dem Motto: eine lesbische Schauspielerin kann doch keine Mutter spielen!
      Über die Arbeits- und Lebensbedingungen der – wie sie so nett genannt werden – Gastarbeiter bis teilweise zum heutigen Tag – die Fleischwirtschaft lässt grüssen – schweigt man besser genauso, wie zum auch bei uns immer noch grenzwertigen Umgang mit Sinti, Roma oder Flüchtlingen.

      Aber wir schwingen den moralischen Zeigefinger.

      1. Das hat der gute Franz ja auch in seiner unnachahmlichen Art moniert: er hat keinen einzigen Sklaven gesehen.

        Spaß beiseite: ich denke, man sollte in zweierlei Hinsicht differenzieren.

        1. Um welche Dimension von Menschenrechtsverletzungen geht es? Bei aller Sympathie für das kollektive Coming-out der Schauspieler und deren Kritik an so manchen Benachteiligungen sind die Arbeitsbedingungen in Qatar doch noch etwas anderes.

        2. Von welchen Maßnahmen ist die Rede? Nicht etwa von moralischen Vorhaltungen oder schwierigen diplomatischen Verhandlungen, sondern lediglich von einer Entscheidung “Geschäftspartnerschaft ja oder nein”.

    3. Ja mei, dann macht es halt ein Anderer. Muss man denn unbedingt bei den „Big Playern“ mitspielen?

      Die genannten Beispiele Siemens und VW sind richtig, es gibt viele weitere und alle sind zu kritisieren. Bei aller Kritik habe ich bei einem reinen Wirtschaftsunternehmen ein gewisses Verständnis dafür, sich den Regeln eines Marktes zu unterwerfen (wobei die Regeln in der Regel eher maximal gedehnt werden).

      Hier geht es aber (ausdrücklich „nur“) um Fußball. Der will natürlich auch Geld verdienen, aber die einzige Aufgabe des Fußballs ist es halt, die Leute zu unterhalten.
      Ob der FCB tatsächlich Arabien, China und Amerika unterhalten muss – um diese Diskussion geht es letztlich. Also geht es nicht auch ohne die, wenn der Weg zu denen nur über korruptes Geld geht? Ist das den Arschtritt für die Menschenrechte und den Schaden für Demokratie und Rechtsstaat wirklich wert?
      Würde denn dem FCB wirklich so viel fehlen, wenn er an der ein oder anderen Stelle zulasten von €€ Rückgrat zeigen würde? Wäre der Sport auf dem Rasen denn dann so anders? Würde man dann nicht mehr jedes Jahr Champions League spielen (weil dann Schalke plötzlich mit katarischem Geld ganz groß rauskäme)?

      1. Der FC Bayern ist zwar ein Fußballverein, aber alleine schon wegen den Umsatzzahlen ein Wirtschaftsunternehmen.

      2. Bzw. wenn es “nur um Fußball geht um die Leute zu unterhalten”.

        Wer finanziert den Fußballer?
        Muss ein Spieler soviel verdienen?
        Ablösesummen gerechtfertigt?
        Muss die Technik rundherum so aufgebaut sein?
        usw…..

        Aber das sind dann schon Grundsatzdiskussionen.

        Knallhart gesagt: der Markt regelt das Geschäft. Für Sentimentales oder Romantik ist da kein Platz mehr. Leider.

    4. Deswegen halte ich auch den persönlichen Konsumverzicht für die beste Antwort. Der Verein hat bewiesen, dass er ethischen Argumenten gegenüber taub ist, also bleibt nur noch, ihn am Geldbeutel zu treffen. Keine Trikots mehr kaufen, keine Klub-WM gucken und dasselbe nächstes Jahr mit der “richtigen” WM wiederholen. Letzteres wird mir ehrlich gesagt gar nicht mehr schwerfallen, weil ich inzwischen eh komplett das Interesse an der Nationalelf verloren habe. Mag sein, dass der Nutzen des Qatar-Marketings den Einnahmenausfall im Heimatmarkt trotzdem überwiegt, aber es verkompliziert die Rechnung zumindest erwas.

  6. Was alle Länder auf der arabischen Halbinsel eint…
    Das Land wird als absolute Monarchie regiert. Staatsreligion ist der Islam und die Scharia ist die Hauptquelle der Gesetzgebung.
    Kann sich der FC. Bayern München erlauben, sich dagegen zu stellen?
    Sie haben, wie sehr viele andere Vereine und Firmen auch, etwas dort angefangen, uind können sich jetzt nicht einfach zurück ziehen, weil sie jetzt erst merken, dass es in islamischen Monarchien die Sharia gilt.
    Und wenn wir jetzt mal die These in den Raum stellen, dass der Islam Antisemitisch, gegen Menschenrechte, gegen LGBT, gegen Frauenrechte usw. ist, dann wird es hier aber lustig.
    Wer kann sich so etwas erlauben?
    Als Land, als Firma, als Verein oder als Mensch? Sich gegen eine Religion zu stellen?
    Ich nicht! Ich passe mich bei Besuchen in solchen Ländern den Regeln an, und verhalte mich so wie gewünscht.
    Es ist nicht einfach möglich auf diese Länder zu verzichten, weil viel mehr dahinter steckt.

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Niemand verlangt vom FCB, sich gegen den Islam zu stellen.
      Es geht um Menschenrechtsverletzungen, das hat doch nichts mit Religion zu tun.
      “Und wenn wir jetzt mal die These in den Raum stellen, dass der Islam Antisemitisch, gegen Menschenrechte, gegen LGBT, gegen Frauenrechte usw. ist, dann wird es hier aber lustig.”
      Möchtest du das tun, diese These in den Raum stellen? Oder warum schreibst du es? Ein Zitat ist es ja nicht.

      1. Es geht nicht um den Islam oder einen anderen Glauben. Es geht um das anwenden der Sharia!
        Die Sharia gibt ja genau vor, was erlaubt ist und was nicht, und was bei verfehlungen unternommen wird.

      2. Das ist richtig, die Scharia ist u.a. das Problem.
        Und in der Anwendung dieser steht Katar in einer Reihe mit Staaten wie Irak, Jemen, Libyen, Mauretanien, Pakistan, Saudi-Arabien, Afghanistan oder Somalia, eine illustre Runde.
        Ein grausames und menschenfeindliches System in vielen Bereichen. Dazu das Kafala-System, das ist eine sehr unschöne Mischung.

        Wäre schon ein Ansatz, dort deswegen keine Geschäfte zu tätigen, eben weil man auch als Premium-Partner NULL Einfluss auf irgendetwas haben wird, es ändert sich gar nichts. Das läuft wenn überhaupt auf politischer Ebene, und das ist schwierig genug leider. Es gab ein paar Fortschritte in letzter Zeit, aber sicher nicht durch den FCB.
        Es geht für Bayern nur um Kohle, etwas anderes zu behaupten, ist mehr als zynisch. Und Katar kriegt sein politisches White-Washing, das ist wirklich unterirdisch alles.

        Eine solche Partnerschaft, wie sie der FCB mit einem Staat wie Katar aufgebaut hat, finde ich schlimm und eine gewaltige strategische Fehlentscheidung und nicht mit den Werten, von denen ich dachte, dass der FCB für sie steht, vereinbar.

  7. Was anderes. Gerade fliegt dem Kalle sein Statement rund um’s Impfen mächtig um die Ohren. Ich will ihm mal zugute halten, dass er es gut gemeint hat. Aber in der aktuellen Situation – in der die lieben Kicker eh eine Sonderrolle spielen dürfen – sollte man sich mit Äußerungen rund um das Impfen eher zurückhalten.

    Mir persönlich reicht es absolut, wenn der Kader das Bayern-Gen hat. Ich lass’ mich auch impfen ohne dass der Müller Biontech vor mir ausprobieren muss. Da reicht mir mein über 80jähriger Vater völlig als Impf-Vorbild. Und alterstechnisch dürfte ich vor dem aktuellen Kader dran sein, der Kalle aber wiederum noch vor mir.

  8. Moralische Vorstellungen und Erwartungen sind natürlich sehr subjektiv und deshalb finden sich hier eben Positionen, die kaum vereinbar sein dürften.
    Wer eher auf der pragmatischen Seite ist, kann natürlich leichter der Argumentation folgen, dass Profi-Fußballklubs längst mehr Wirtschaftsunternehmen als Sportvereine sind und sie deshalb danach streben, so viel Gewinn, wie möglich zu machen und so viel Geld wie möglich zu scheffeln, um den maximalen sportlichen Erfolg zu erreichen.
    Wer diesen Weg nicht mitgehen kann und will, muss sich entweder zwangsläufig verabschieden oder in den sauren Apfel beißen und sich damit arrangieren, denn es ist nicht zu erwarten, dass sich hier etwas beim FC Bayern ändern wird und schon gar nicht in Zeiten, in denen es coronabedingt hohe Einnahmensverluste in anderen Bereichen gibt.
    Das gute daran ist, dass niemand gezwungen wird, einem Verein zu folgen, dessen Vorgehen man nicht akzeptieren kann. Würde unser Staat beschließen, dass keine Autos mehr nach China geliefert werden dürfen und sämtliche Waffenexporte in kriegstreibende Staaten gestoppt werden müssen, dann hätte das weitreichende Folgen für Millionen von Menschen, da es Arbeitsplätze kosten würde und Millarden an Steuereinnahmen wegfielen, die dringend für die Infrastruktur gebraucht werden. Wendet sich jemand im Privatbereich von einem Klub ab, dann werden nicht so viele Leute davon betroffen sein. Derjenige, der den Weg des FCB nicht mitgehen will, wird immer noch irgendwo den sympathischen Verein finden, der die eigenen moralischen Anforderungen besser erfüllt. Ich kann auch darauf verzichten, mir irgendwelche Blockbuster anzuschauen, weil sie von “unmoralischen” Konzernen gesponsert werden und statt dessen ein Laientheater besuchen, weil das eher meinen Vorstellungen entspricht. Das kann ein sehr erfreuliches Ereignis sein, vor allem wenn ich bereit bin, Qualitätsunterschiede in Kauf zu nehmen. So ähnlich ist es doch auch beim Fußball. Maximale Qualität auf dem Rasen wird in der heutigen Zeit nur dann zu erreichen sein, wenn man an anderen Stellen Abstriche macht. Wie viele Abstriche man machen kann, liegt wie gesagt im Auge des Betrachters. Meine persönliche Meinung ist, dass mich die Katar-Sache auch stört, sie für mich aber nicht so schlimm ist, dass ich mir deswegen einen anderen Verein suchen würde, noch dazu wenn dieser Verein sich im eigenen Land klar gegen Rassismus positioniert und andere positive Dinge macht.
    Noch ein paar allgemeine Fragen zu Moral:
    – Sollten wir nicht einfach mal auf ein Gastspiel bei Schalke verzichten und das Spiel mit 0:3 verloren geben. Meister werden wir wohl trotzdem und ein Klub, der für eine russische Firma wirbt, die den Alleinherrscher Putin hofiert, der mindestens so viel Dreck am Stecken hat wie Katar, hätte dann 90 Minuten weniger Fernseh-Publicity? Das wäre doch auch ein Zeichen.
    – Wie sollte man bzgl. des Engagements in China verfahren?
    PS: Dass es noch viel schlimmer geht, sehen wir bei zahlreichen anderen Klubs, mit denen wir uns leider messen müssen, wenn wir international was reißen wollen. Real hat zeitweise für den arabischen Markt sein Wappen geändert, weil da ja ein Kreuz drauf ist. Andere Klubs gehören direkt arabischen Staaten.

    Antwortsymbol5 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Wie schrieb noch ein gewisser B. Brecht, Linksaußen beim FC Augsburg: “Erst kommt das Fressen, dann die Moral…”

      1. Schon. Allerdings auf andere soziale Schichten und Notlagen gemünzt, wenn ich mich recht entsinne.

      2. Und das ist genau das Problem bzw. die Frage, die sich jeder Mensch mit Verantwortung in irgend einem Bereich immer wieder stellen muss.
        Wo es im Familienbereich eher noch um Fragen geht wie: Flugreise oder Urlaub in der Umgebung…. werden die Fragen mit größerer Verantwortung immer schwieriger und irgendwann kommt man in Bereiche, in denen ich niemals sein möchte.

      3. Nur wirkt halt das Prinzip, gleich auf welchen Kontext man es bezieht. (Ich sage ja damit nicht, dass ich das immer gut finde.) Wenn es um Moral geht, ist es immer am besten, man fängt bei sich selbst an, überprüft Konsumgewohnheiten etc. Ich war in meinem Leben auch schon bei allen möglichen Demos (Frieden, Umwelt, hausbesetzungen, Anti-Atom etc. und konkreten Aktionen dabei.

        Diese internetbasierten, moralisierenden Empörungswellen und das Mit-dem-Finger-Zeigen haben in ihrem rigoristischen Gestus allerdings etwas sehr Suspektes, Gefährliches (wegen den inhärenten Totalisierungstendenzen) und auch Abstoßendes (in ihrer Selbstgerechtigkeit), man verwickelt sich bei den globalen Vernetzungen und Verflechtungen aber auch notwendigerweise in Widersprüche.

      4. Das ist absolut richtig. Allerdings wird dieses Thema hier ja großteils recht entspannt und ohne Empörungsgestus diskutiert. Fast alles, was gesagt wird, trifft ja weitgehend zu. Immerhin ist es besser, die Dinge einmal detailliert zu betrachten als sie wegen Überkomplexität generell zu beschweigen. Dass jede*r für sich entscheiden muss, stimmt genauso wie die Aussage, dass der Vorstand sich für diese Diskussion nicht interessieren geschweige denn von ihr leiten lassen wird.

  9. Take up the White man’s burden
    Send forth the best ye breed
    Go bind your sons to exile
    To serve your captives’ need;
    To wait in heavy harness
    On fluttered folk and wild
    Your new-caught, sullen peoples,
    Half devil and half child.

    Take up the White Man’s burden
    In patience to abide,
    To veil the threat of terror
    And check the show of pride;
    By open speech and simple,
    A hundred times made plain.
    To seek another’s profit,
    And work another’s gain.

    and so on

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    1. Ein so mehrdeutiges, auf den Beginn des amerikanischen Imperialismus zielendes Werk im Sinne der aktuellen Kontroverse zu interpretieren, fällt nicht leicht. Kann man hier noch von einem weißen Imperialismus sprechen? Vielleicht von einem der westlichen Werte? Zudem ist umstritten, ob der Tenor des Gedichts affirmativ oder kritisch ist. So könnte man also genauso gut daraus die Forderung ableiten “setzt eure Werte durch” wie auch “enthaltet euch des Größenwahns, eure Werte für allgemeinverbindlich zu halten “.

  10. Erstmal ein Dank an Justin für den ausgewogenen Artikel zu diesem Thema. Meist liest man ja eher recht Einseitiges dazu.
    Ich denke, daß der interessanteste Punkt der ist, daß der FCB kein Verein mehr ist. Sondern wie auch im Artikel beschrieben ein Global Player. Und so ein Gebilde hat kein Interesse an Fans, bzw. lässt sich nicht von Fans beeinflussen.
    Nur der Konsument spielt da eine Rolle und hat mit seinem Geld Einfluss.
    Aber wie schon #Roland schrieb: Es ist ähnlich wie mit Amazon.

    Und by the way: Danke dass es Miasanrot gibt. Und daß ihr nicht nur den Verein in Rosarot seht!

  11. Jeder Fan muss in Anbetracht der von Redaktion und Foristen nicht zu ändernden Gegebenheiten für sich eine Wahl treffen, daran ändern alle Artikel und Diskussionen hier und sonstwo nichts:

    – Alles ok finden, weil es zur modernen Marktwirtschaft gehört
    – Diese und andere “Nebengeräusche” des Fußballs (Transferkarussell, finanzielle Schieflagen, Spielverlegungen nach Bukarest und Budapest, WM 2022…) ignorieren und weiterhin den Sport genießen
    – Sich empören und vom Fußball in Maßen distanzieren

    Ich persönlich glaube, dass im Fußball 1-2 Jahre nach Corona alles wieder so sein wird, wie davor. Die Attraktivität des Spielbetriebes ist so hoch, dass für jeden aussteigenden Fan oder Sponsor sofort Nachschub bereit steht.

    Dass unser FCB da mitspielt ist für mich zwar unschön, aber konsequent: Würde man sich vereinsseitig von manchen Sponsoren oder auch Katar insgesamt distanzieren, so könnte eine finanzielle und folglich sportliche Schwächung die Konsequenz sein. Und kein Firmenleiter weltweit würde etwas tun, das sein “Produkt” oder seine Marke schwächt.

    Antwortsymbol6 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ich sehe da noch einen weiteren Weg:
      – Dinge (hart) kritisieren, aber dennoch mit vollem Herzen beim Verein sein. Wenn ich die Leute immer wieder mit meinen Einwänden konfrontiere bzw. die Diskussionen dazu führe, dann wächst der Druck zur Veränderung vielleicht ja doch nach und nach. Was würde wohl passieren, wenn sich viele der Kritik an der Zusammenarbeit mit Qatar anschließen würden? Veränderung gelingt so nicht immer, aber manchmal eben doch über das Thematisieren von Problemen.

      1. This. Es gibt nicht nur „unkritisch“ und „kritisch, aber dann konsequent“. Wenn es so einfach wäre, wäre es ja fast schon schön. So ist es aber einfach komplexer.

      2. Unterstützung aus München gibt es bereits: “Der tödliche Pass”, ein vierteljährlich erscheinendes “Magazin zur näheren Betrachtung des Fußballspiels”, dessen mit dem Blatt in die Jahre gekommene feingeistige Redaktion allerdings wohl eher den 60ern zuneigt, würdigt in Heft 98 (Oktober 2020, S. 79.f.) den CL-Sieg der Bayern u.a. mit folgenden Worten: “Der Sieg des FC Bayern hat natürlich auch insofern Bedeutung, als damit der Triumph eines in Staatsbesitz befindlichen Vereins verhindert wurde, der mit dem Financial Fairplay Schindluder treibt. Wobei natürlich nicht unerwähnt bleiben soll, dass auch im FC Bayern zuviel Katar steckt. Dazu Markus Feldenkirchen heute (24.8.) auf Spiegel online: ‘Ich finde, ein gesunder und ökonomisch potenter Verein wie der FC Bayern sollte die Finger von politischem Geld lassen und sich nicht zu Komplicen der Scheichs machen. Dann würde ein Triumph wie der von gestern abend noch etwas heller strahlen.’ So isses!”

      3. Ich denke, du würdest gar nicht so viele Unterstützer für deine Kritik an der Zusammenarbeit mit Katar finden wie du denkst und wie du dir wünscht. Wie Justin ganz oben mal schreibt, den allermeisten ist es egal.
        Ich gehöre zu dieser Fraktion, mir ist das scheißegal.

      4. So große Wünsche habe ich da gar nicht. Allerdings fällt schon auf, dass der Gesamtauftritt, was postulierte und gelebte Werte anlangt, nicht unbedingt aus einem Guss ist. Das zu hinterfragen, finde ich schon legitim. Glaubwürdigkeit – sicher ein weites Feld, wie man an vielen Kommentaren sieht – ist kein gänzlich uninteressantes Thema. Dass man es auch anders sehen kann, muss dann vielleicht auch mit drastischer Wortwahl verdeutlicht werden.

      5. @wohlfarth: ich gehe sogar so weit und behaupte, dass eine Abstimmung auf der Mitgliederversammlung bei vorangehender gleicher Argumentationszeit für beide Parteien ein klares Votum pro Katar-Sponsoring geben würde. Die Mehrheit der Mitglieder würde lieber einen finanziell bestmöglich aufgestellten FCB sehen als den moralisch sicherlich vertretbaren Rückzug aus den Katar-Deals gegen den Willen der Vereinsführung durchzusetzen.
        Rein hypothetisch gesehen wäre der Zustimmungswert wohl ähnlich hoch wie bei der Frage: “Sollen wir trotz Hongkong und Lagern für Uiguren weiterhin Autos nach China liefern?” bei einer BMW-Aktionärsversammlung.
        Mir ist es mittlerweile ebenfalls fast schon komplett egal, woher das Geld kommt. Blütenweißes Geld aus Sponsoring-Deals ist ohnehin eine Utopie: Unter welchen Bedingungen wurden und werden die Turnschuhe und die Kleidung von Adidas hergestellt? Wie kommt Audi an die Materialien für die Batterien der E-Autos? Zählt man die Menschen (darunter auch viele Kinder), die dafür in ihren Heimatländern gestorben sind, verseucht wurden oder ihr Leben lang verkrüppelt dahinvergetieren müssen, dann wird die Summe nicht so viel niedriger sein, als die der toten nepalesischen Arbeitssklaven in Katar. Alle Fälle sind für sich zum Himmel stinkende Ungerechtigkeiten, die wir bedauern sollten, die wir aber wohl wie so viele Missstände auf der Welt nicht werden ändern können. Ich möchte mir jedenfalls nicht anmaßen zu differenzieren, wann Sponsorengeld dreckig aber noch akzeptabel ist und wann es zu dreckig ist, um es noch zu nehmen, wenn man es einem anbietet.

  12. @Justin
    Mich würde mal interessieren wie der optimale FC Bayern für Dich aussieht.
    Also auf dem Reißbrett, Du hättest die Möglichkeit den e.V. und die AG so aufzustellen wie Du es möchtest.
    Wie sähe das aus?

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit würde Justin als allererste Maßnahme den Verein umbenennen, damit ein Wortspiel im Titel ist. Vielleicht würde er das auch wöchentlich tun, um den Namen auf den jeweiligen Gegner abzustimmen. Alles andere wäre dann glaub’ ich nachrangig.

      1. So albern die Wortspiele manchmal auch sein mögen: die Botschaft “hey Leute, es ist nur Fußball”, die ich da herauslese, ist doch ganz okay.

        Bevor man sich also zum x-ten Mal über Hernandez, Thiago oder Roca echauffiert, wird man erstmal mit einer mehr oder weniger haarsträubenden Blödelei konfrontiert; das erdet enorm.
        Das Gute ist: man weiß es schon vorher …

      2. War auch gar nicht als wirkliche Kritik gemeint.
        Persönlich finde ich ja, dass Wortspiele a) nicht zu erzwungen sein sollten, b) zum Inhalt passen müssen. Zu den Podcasts, wo ja weniger beschrieben und mehr kommentiert und auch gelacht und gescherzt wird, passen Wortspiele zB sehr gut. Zu einer dann ja doch ernsthaften taktischen Analyse aber halt eher nicht. Da wäre weniger manchmal mehr, finde ich.

  13. Don’t hate the player – hate the game!

  14. Wenn man sich mit der Sharia gleich macht,oder dieses System toleriert und das auf seinem Trikot trägt,dann macht man sich mitschuldig !
    Gerade zum Thema Frauenrechte und einer freien Gesellschaft.
    Es kann doch nicht sein,nur des Geldes wegen,sich von solchen Institutionen sponsern zu lassen !
    :(
    Davon mal abgesehen,haben Wir das gar nicht nötig.
    Also abreissen den Sticker und sich neu orientieren :)
    Ich hoffe das wird freigeschaltet und ich muss nicht wieder gefühlt 4 Tage warten.
    Danke

    Antwortsymbol5 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ich kann deine Meinung nachvollziehen, teile sie aber nur bedingt. Ich würde dir gerne noch eine Frage stellen:
      Wo beginnt Sponsorengeld so dreckig zu werden, dass man es nicht mehr nehmen darf und wo ist es zwar schmutzig, aber immer noch akzeptabel?
      Ich denke nicht, dass in den Lieferketten bei Audi und Adidas alles so läuft, wie man es sich als moralbewusster Mensch vorstellen würde. Macht sich der FCB, so wie jeder der etwas von diesen Firmen kauft, dann auch mitschuldig an der Ausbeutung von Arbeitern in Textil-Fabriken in Asien oder in Minen in Chile oder im Kongo?
      Meine Meinung zu der Geschichte ist: entweder ich stelle als Verein den Anspruch an mich, dass ich nur blütenreines Sponsoring erlaube (dann spiele ich im Amateurfußball), oder ich versuche, jurisistisch legales Geld abzuschöpfen, das mir angeboten wird und frage nicht groß nach, ob es auf moralisch einwandfreie Art erwirtschaftet wurde. Alles war für mich dazwischen liegt, ist eine Grauzone mit undefinierbaren Grenzen.

      1. Bei der Sharia geht es um Glaubenssätze,nicht darum ob eine Firma mal etwas falsch macht.
        Es fängt an dreckig zu werden,wenn man sich sponsern lässt von Firmen,egal welcher Colour,welche sich nicht an menschliche Normen halten,die heutzutage selbstverständlich sein sollten.
        Wo Menschenrechte eingeschränkt werden oder Firmen,Arbeiter ausbeuten ist für mich eine klare Grenze !

        …jurisistisch legales Geld abzuschöpfen….

        Und genau damit habe ich ein Problem !

        Der Verein sollte hier ein Vorbild sein und genau so nicht denken und handeln,denke ich.
        Das wäre ein gutes Zeichen an die Welt !
        Das würde ich mir zumindestens wünschen :)
        Auch wenn manchen das zu naiv klingt,so bleibe ich dabei,denn Einer sollte mal beginnen Vorbild zu sein in unserer aufgeregten Zeit.

      2. @Sascha O.: Ich würde das nicht als naiv bezeichnen, sondern als idealistisch. Behalte deinen Idealismus. Ich kann mir persönlich nicht vorstellen, dass es jemanden interessieren würde geschweige denn ein großartiges Umdenken bedeuten würde, wenn Bayern sich aus dem Katar-Geschäft zurückzieht. Ich glaube sogar, dass der nächste deutsche Klub gleich Gewehr bei Fuß stehen würde, wenn Katar auf dem wichtigen deutschen Markt einen neuen Partner im Profi-Fußball suchen würde. Unsere Konkurrenz in Frankreich, Spanien, Italien und England würde sich ebenfalls schlapplachen.
        PS: Der Satz mit “als wenn eine Firma mal etwas falsch macht” klingt mir anhand bewusster Missachtung von Arbeiterschutz und Arbeiterrechten nur um noch ein paar Millionen mehr zu scheffeln, obwohl die Gewinnspanne ohnehin schon sehr hoch ist (zumindest war es so vor Corona), schon sehr beschönigend. Das ist nichts anderes als menschenverachtende Wirtschaftskriminialität, was die großen Firmen abziehen.

      3. Das Argument, wo die Grenze ist, finde ich nicht schlüssig. Wenn ich mit dem Flugzeug über Rom schwebe, muss ich nicht genau wissen wo die Grenze verläuft, um zu wissen, dass ich in Italien bin.

        Es wird auch immer so getan, als wenn wir dann keine Erfolge mehr haben können, wenn wir auf Partnerschaften dieser Art verzichten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der FCB auch andere Sponsoren gefunden hätte oder finden könnte – wenn er denn wollte.

        Richtig ist natürlich, dass es einfach viele Grauzonen gibt und dass ein rein “gutes” Sponsoring extrem schwierig ist.

        Auch richtig ist, dass es die meisten Fans wahrscheinlich nicht wirklich interessiert.

      4. @ Sascha O.:
        Auch wenn ich Deine Sicht teile, sehe ich auch die Gründe, die dagegen sprechen.

        Stichwort: Vorbild. Da werden Vorstand und Präsidium sagen: Und warum gerade wir? Werden unsere Fans uns auch dann noch dafür loben, wenn das Geld nicht mehr für bessere Transfers reicht als in diesem Sommer und man es auch an den Ergebnissen sieht?

        Es stimmt ja: moralisch sauber zu bleiben ist sowohl im Großen wie auch im kleinen Privatbereich eine Kunst, die niemand wirklich beherrscht – zumal da über die Maßstäbe keineswegs allgemeiner Konsens herrscht. So auch hier: die einen sagen, dass das Engagement gerade auch wegen der fehlenden absoluten Notwendigkeit beendet werden sollte (das würde ich unterstützen), andere halten die dortigen “Probleme” für keinen Sonderfall in allem Elend dieser Welt und sehen keinen Grund, auf die Vorteile zu verzichten. Was sich auch nachvollziehen lässt.

        Aber wie man heute lesen kann, ist doch ein wenig Bewegung in die Sache gekommen:

        https://www.sueddeutsche.de/sport/fc-bayern-katar-menschenrechte-1.5202499

  15. @wohlfahrth
    same here. Ich bin der Meinung für politische Themen ist die Politik verantwortlich. Solange sich alles im Rahmen von Gesetzen bewegt interessiert es mich nicht. Beim Thema Moral weiß ich nicht wer da den ersten Stein werfen will. in den allermeisten Fällen ist es Doppelmoral, denn wer verhält sich schon moralisch 100% einwandfrei und wer definiert eine Allgemeingültigkeit. Gehts raus und spuits Fußball, den Rest sollen andere klären.

  16. Erstmal Danke für Deine Worte :)
    Ich meine man sollte sich aussuchen können,wer einen sponsert.
    Manche können das natürlich nicht aufgrund der geringen Reichweite des Vereins.Nur mit dieser Reichweite,die der Verein sich ja verdient erkämpft (erspielt) hat,gibt es ja doch viele Firmen in der Welt,die sich zumindestens an Menschenrechte halten.Auch wenn man nicht immer,oder nur bedingt hinter die Kulissen schauen kann.
    Mehr wünsche ich mir ja nicht.
    Es gibt einen Bericht,der meine Meinung widerspiegelt.Die Diskussion war damals sehr interessant :)
    https://www.zeit.de/sport/2016-01/fc-bayern-katar-sponsoring-kritik/seite-2?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Um am Kommentar von Anton weiter unten anzuknüpfen:

      Warum sponsorst du Katar indem du Öl, Benzin und Gas kaufst und verbrauchst?

      1. Ich sponsere Katar nicht,da ich keinen Einfluss darauf habe,welches Benzin ich gerade tanke.
        Ich fahre mit meinem Motorrad ohne Katar Aufnäher herum und Geld dafür würde ich auch nicht haben wollen.
        Dein Vergleich ist damit völlig unsinnig,mit Verlaub.

  17. Eines der Grundprobleme ist doch, dass man sich nur dann echauffiert, wenn man einen Zusammenhang wie im Fall Katar direkt erkennt.
    In anderen Fällen, in denen es nicht nur eine entsprechende Zusammenarbeit gibt, sondern wo auch noch die Eigentumsrechte eine Rolle spielen, was man aber nicht auf den ersten Blick manchmal noch nicht mal beim zweiten Blick erkennt, findet das nicht mehr statt.
    Paradebeispiel Deutsche Bank oder VW! Betrachtet man sich einmal die Struktur der Deutschen Bank und des VW-Konzerns genau, stellt man fest, dass mittlerweile Anteile der Deutschen Bank in Höhe von 10% und beim VW-Konzern in Höhe von 17% im Besitz von Katar sind.
    Hindert es irgendeinen in Deutschland mit der Deutschen Bank Geschäfte zu machen oder Fahrzeuge des VW-Konzerns zu kaufen? Offensichtlich nicht!
    Wer bitte protestiert denn in Gladbach gegen den Trikotsponsor Postbank. Die gehört zu 100% der Deutschen Bank und damit zum Teil Katar.
    Wer protestiert den gegen den Sponsor VW, der mittlerweie zu 17% Katar gehört. Keiner – zumindest nicht wegen Katar.
    Die Eishockeyspieler Crocodiles Hamburg haben als Haupt- und Trikotsponsor Hapag Lloyd, die auch einer der Sponsoren des Vendee Globe 2020 waren -“Vendée Globe 2020: Hapag-Lloyd unter den Sponsoren des Teams Malizia. Das Bewusstsein für Klimaneutralität in der Schifffahrtsbranche sowie für die Gesundheit der Ozeane steigern – das ist das gemeinsame Ziel von Kühne+Nagel, Hapag-Lloyd, CMA CGM und MSC.25.11.2020”
    15% von Hapag-Lloyd gehört Katar. Welche Proteste waren deshalb dort in der letzten Zeit zu hören – keine!

    Das macht die Sache in Katar nicht besser, aber es zeigt doch deutlich, dass es immer nur dort Proteste gibt, wo man es für sich direkt wahrnimmt.
    Alle anderen wirtschaftlichen Verflechtungen sind nur denjenigen bekannt, die sich unmittelbar damit befassen.
    Und wenn dann der geneigte Fußballfan aus Gladbach oder Wolfsburg und all den anderen Bundesligisten den FCB wegen seiner Geschäftsbeziehungen zu Katar kritisiert, käme er nicht im Traum auf den Gedanken, dass ja das VW-Bage, was alle Vereine auf dem Ärmel tragen oder die Trikotwerbung irgendetwas mit Katar zu tun haben könnten. Nach den Besitzverhältnissen ist es aber ganz offensichtlich so.
    Wie heißt doch gleich der Hauptsponsor der deutschen Nationalmannschaft – ein Konzern, der zu 17% den Kataris gehört!

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ja klar. Das ist jetzt hier aber auch mehrfach bestätigt worden, dass die Dinge nicht so einfach sind. Hier findet aber auch gerade kein Bayern-Bashing durch WOB- oder Gladbach-Fans statt.

      Was dort vor Ort passiert, rechtfertigt aus meiner Sicht schon die Überlegung, ob eine direkte Partnerschaft sinnvoll ist; auch dann wenn die Kataris überall ihre Finger drin haben. Dies kann doch kein Grund sein sie generell für sakrosankt zu erklären.

    2. Alles korrekt, aber das ist doch what-aboutism vom Feinsten, “es gibt noch andere / krassere Missstände”. Ja stimmt, aber hier geht’s um den FCB und seine Kooperation mit einem menschenfeindliches Regime, das ist doch kritikwürdig oder zumindest diskussionswürdig.

      Man könnte doch auch ein Image und eine USP um eine Vereinskultur herum aufbauen, die so etwas eben nicht unterstützt und z.B. auch bei Adidas Druck macht, die Arbeitsbedingungen in Asien zu verbessern, und das vermarkten (schon klar, ohne Vermarktung geht’s nicht, es geht um Kohle). Würden sehr sehr viele Menschen gut finden und unterstützen.
      Utopisch?
      Es gibt ja auch tolle Geschichten beim FCB (gegen Homophobie, für Vielfalt, Inklusion, gegen das Vergessen, der Umgang mit ehemaligen Spielern – außer Bernattttt – etc.), da passt diese Partnerschaft einfach nicht dazu, das ist ein Verkaufen der Vereinswerte, eine Prostitution an den highest bidder, eine Korrumpierung dessen, wofür der die meisten Fans stehen möchten – hoffe ich.

      1. @Bumshauser:
        “Man könnte doch auch ein Image und eine USP um eine Vereinskultur herum aufbauen, die so etwas eben nicht unterstützt….”

        Ja, könnte man. Aber wie viel Prozent der Bayern-Fans wollen das? 1%? 50%? 100%
        Ich denke nicht mal 10%.
        Die restlichen 90% interessieren sich für Fußball und für den Rest am Rande bis überhaupt nicht.

      2. Dann hast du es nicht verstanden – und dann ist natürlich das Wort Whataboutism ie einfachste Lösung.
        Es geht doch nicht um das “die anderen machen das auch”.
        Es geht darum, dass nur da wo es für den Beobachter direkt sichtbar ist – oder sichtbar gemacht wird – eine Reaktion des Beobachters erfolgt.
        War oder ist dir bekannt, wieviele Anteile an Firmen und Institutionen Katar in Deutschland besitzt?
        Wer protestiert denn gegen VW – ausser in der Dieselaffäre – und was heißt hier VW?
        Der VW-Konzern gehört zu 17 Prozent den Kataris. Also auch Skoda, Audi, Seat.
        Wo sind denn all die Protestierer und alle die, die gegen die Werbung von VW auch in der Bundesliga protestieren. Es gibt sie nicht, weil es kaum einer weiß.
        Die Verhältnisse in den VAR sind kein bisschen anders als in Quatar, aber für Emirates kann man ruhig werben. Das stört keinen, eil sich keiner mit VAR beschäftigt – außer mit dem Wolkenkratzer in Dubai.
        Wo wird denn gefordert, der VW-Konzern solle gefälligst seine Beziehungen zu Katar beenden – ganz abgesehen, dass wir da von einem Finanzpaket von mehr als 20 Milliarden reden.
        Nur darum geht es – die berechtigten Proteste gibt es nur da, wo es offensichtlich ist – wie bei Quatar Air und dem FCB.
        Würde der FCB Werbung für Emirates oder Etihad machen, würde es kaum einen interessieren, weil die Verältnisse in den VAR bei Weitem nicht so bekannt sind und so kommuniziert werden.

        Ich habe schon gesagt, dass das die Verhältnisse in Katar nicht besser macht.
        Aber der Mensch ist nun mal so – Dinge die er nicht weiß oder kennt, werden sehr oft auch nicht hinterfragt. Und dann gibt es eben auch keine Proteste und man geht zur Tagesordnung über

  18. Also wenn ich das richtig einordne ,sollte man Geld von Allen nehmen,egal was in den Firmen oder Ländern passiert.
    OK.
    Also machen Wir Alle weiter wie bisher.
    Hauptsache die Kohle stimmt…
    DAS ist genau das Problem,weshalb die Welt erkrankt ist,jetzt und auch in der Vergangenheit.
    Aber die Zukunft haben Wir ALLE in der Hand und eben auch ein Weltsportverein wie unser FCB kann einen kleinen Teil beitragen,auch ohne Geld von dubiosen Firmen.
    Na klar macht der FCB auch viel in seinem Umfeld an tollen Aktionen und das sollte man auch mal erwähnen :)
    Aber :
    Die Reichen werden immer reicher und Moral und Menschenrechte bleiben auf der Strecke.
    Wie der Franz : Er hätte dort keine Sklaven gesehen….
    Und weil das nur 10 % der Fans so sehen,das dass ein wichtiges Thema ist,ist das dann auch egal,oder ?!

    Super Einstellung :(

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Tolle Moralpredigt.
      Dann geh bitte mit gutem Beispiel voraus, mit deinem wachen Auge wirst du sicher täglich über 1000 Sachen stolpern, wo du zeigen kannst, was du für ein guter Mensch bist.

      Wenn die Meinung von 90% der Menschen mehr zählt als die Meinung von 10%, dann nennt man das Demokratie.
      Wo ein Bruchteil der Einwohner bestimmt, was die anderen zu denken, zu tun und zu glauben haben, das nennt man Katar :-)

      1. Wenn Du meinen Post so verstehen willst,Ok.
        Ich finde es nicht falsch,wenn man auch über Moral oder Geld oder andere Themen diskutiert.
        Auf Deinen 2.Satz gehe ich erst gar nicht ein.
        Es geht hier nicht um mich sondern um die Frage,ob man hier als Verein richtig handelt.
        Dazu habe ich mich,unter Anderem geäussert.
        Und 10 % der Fans sind eigentlich schon viel,nämlich ca.29.000 Fans und Unterstützer.
        Die Helden sind doch Die,die als Bewohner etwas ändern.Siehe Sara Bahay,die Taxifahrerin in Afghanistan z.B. :)
        Für mich ein Grund in der Kommentarspalte mal etwas zu schreiben und für Andere wohl auch.
        Viel Spass noch beim Spiel :)

  19. Sieht jemand das Spiel? Bisher ja ein eher müder Kick, oder? Was Alaba auf der 6 veranstaltet überzeugt mich nicht. Da gehört er einfach nicht hin und das beweist er auch heute wieder. Und bei Sané verliere ich von Spiel zu Spiel immer mehr die Hoffnung, dass er bei uns noch einmal ein wichtiger Spieler wird. So langsam sollte er doch wenigstens mal kapieren, dass man ein 1-gegen-1 dann annimmt, wenn man tatsächlich nur einen Gegenspieler hat und nicht erst wartet, bis auch der 2. Gegner da ist. Irgendwie fehlt ihm da echt die Spielintelligenz. Und Müller fehlt echt enorm. In den letzten Spielen habe ich mich ja immer wieder über seine manchmal leichtfertigen Ballverluste geärgert, aber man sieht heute sehr schön, wie schlecht das (Angriffs)Pressing ohne ihn funktioniert. Und das schnelle den-Ball-tropfen-Lassen ist vorne gar nicht zu sehen. Hoffentlich spielen wir in HZ2 besser und den Gegner müde.

  20. Puh……ganz schön Steineklopfen heute. Auf gehts holt das Ding.

  21. Ich bin echt nervös. Da ist gar nix klar.

  22. Sane ist wohl eher das Problem.,plus Pavard offensiv tot.
    Und Lewa hängt in der Luft.

  23. Lewa macht heute Stockfehler ohne Ende.

  24. Bayern jetzt im 4-1-4-1 :)

  25. Puh, also wenn die Wechsel mal nicht nach hinten losgehen. Mutig in jedem Fall. Quasi ist die komplette erste Offensiv-Reihe draussen plus Elfer-Schütze vom Dienst. Was soll den jetzt von Außen noch kommen?

  26. Von denen kommt nix mehr !
    Die bauen immer mehr ab.
    Ding ist durch :)

  27. sextrupl? Oder wie heißt das?

  28. 2001 Kuffour, 2013 Dante, 2021 Pavard. Für den Weltpokal brauchst du Verteidiger.
    Schon irgendwie lustig, dass trotz aller Offensivqualität die Abwehr für das 1:0 sorgte.

  29. Ali Baba Cloud Award! Yeah!

  30. Ein völlig verdienter Sieg unserer Jungs,wenn gleich ich mich im Spiel mehrfach gefragt habe : Wer hat die Ausbildung im Alter von 15 bis 19 Jahren bei Sane geleitet ?
    Der Bursche spielt wie ein A-Jugendlicher.
    Das ist ja grauenhaft teilweise.
    Andererseits scheint Er sehr bemüht und Willensstark :)
    Gerland mach wat !!!
    :)

    Achja,
    Herzlichen Glückwunsch,
    zum 6. Titel
    Männer :)

  31. Nach der Siegerehrung gestern, ziehe ich meine Meinung zurück.
    Wir müssen raus aus dem Katar-Deal!
    Ich finde es eine bodenlose Frechheit wie der Scheich Obermufti die beiden weiblichen Schiedsrichterinnen ignoriert!
    Jeder männliche Schiedsrichter bekommt die Faust, und er guckt einfach durch die Frauen durch.
    So etwas geht absolut nicht mehr im Jahr 2021.
    Das die Fifa so etwas durchgehen lässt, zeigt mir deutlich dass die WM dort ohne mich stattfindet…

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Und ganz genau solche Aktionen meine Ich !
      Das ist ein Problem,wie ich es gestern beschrieben habe.
      Und Wir laufen mit so einem Sticker auf dem Trikot herum :(

    2. Wir müssen uns vielleicht damit abfinden, dass unsere Weltanschauung nicht die einzig Wahre ist. In den arabischen Staaten ist der Stellenwert einer Frau eben ein anderer als bei uns. Muss man nicht gut finden, ist aber so. Die Araber lachen sich in ihren Männerrunden wahrscheinlich tot, weil wir in Europa auf dem Fußballplatz nach der Pfeife von Frauen tanzen. Das sie überhaupt zulassen, dass weibliche Schiris in Katar ein Fußballspiel pfeifen ist ja schon ein Fortschritt. Vor Jahren hätten die Scheichs das Spiel wahrscheinlich gar nicht stattfinden lassen, wenn da Frauen in kurzen Hosen rumgelaufen wären.
      Wie gesagt, muss man nicht gut finden, aber vielleicht müssen wir eine andere Weltanschauung, andere Gesellschaftsformen usw. einfach tolerieren. Toleranz ist doch immer das Zauberwort bei allen weltoffenen Menschen. Wir wollen uns schließlich auch von keinem anderen Kulturkreis vorschreiben lassen, wie wir unsere Frauen und unsere Kinder zu behandeln haben.
      Aber Deutschland ist ja auf diesem Gebbiet sowieso etwas seltsam:
      Wir beklagen den wachsenden Antisemitismus in Deutschland, fördern aber den Zuzug aus Ländern, in denen den Kindern der Judenhass mit der Muttermilch eingetrichtert wird.
      Wir wollen Gleichberechtigung für Frauen, fördern aber den Zuzug aus Ländern, in denen den Jungs von klein auf beigebracht wird, dass eine Ziege oder ein Schaf mehr wert ist als die Schwester.

      1. Die sind mMn völlig zurückgeblieben dort.
        Wenn die kein Öl hätten,würden die immer noch auf Kamelen reiten und das wars.
        Deswegen habe ich auch ein Problem mit diesem Aufnäher !

  32. Qatar sollte uns dankbar sein.
    Haben alles reingelegt um das Turnier zu einem vollen Erfolg zu machen. Trotz BerlinBrandenburger Störfeuer. Trotz Strapazen.
    Bitte Vertrag verlängern und Zahlungen verdreifachen!
    Gleiches gilt für Adidas. Wie kann man weiterhin Real 120 Mio und ManUnited 100 Mio zahlen und uns nur 60 Mio?
    Es ist doch jetzt eindeutig das wir nicht nur die beste Mannschaft sind sondern auch weltweit ähnliche Attraktivität wie die og Clubs.
    Gleiches gilt natürlich für Allianz Audi DT

  33. […] unbedingt darin, sich taktisch optimal auf den Gegner einzustellen. Wie die Klub-Weltmeisterschaft in Qatar zeigte, ist es auch für Profis nicht so einfach, sich von den Reisestrapazen und der nur langsam […]

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