Der CAS, die UEFA und Manchester City – Die Genese eines (Beinahe-)Freispruchs

Alexander Trenner 16.07.2020

In einer Zusammenfassung des Urteils, welche die UEFA gemäß ihren eigenen Vorschriften veröffentlichen muss, heißt es am 14. Februar auf der Verbandswebseite, dass die rechtsprechende Kammer des “UEFA Club Financial Control Body” (CFCB) den Club zum einen dessen schuldig befunden hätte, die Regeln des UEFA Financial Fair Play (FFP) in einem besonders schwerwiegenden Fall durch die Überbewertung der Sponsoring-Einnahmen in seinen Bilanzen zwischen den Jahren 2012 und 2016 gebrochen zu haben. Zum zweiten sei die rechtsprechende Kammer zu dem Ergebnis gekommen, dass sich der Club bei den Ermittlungen der UEFA in dieser Sache nicht kooperativ verhalten habe.

Bereits wenige Stunden nach seiner Verkündung erklärte Manchester City in einem offiziellen Statement auf der Clubhomepage, gegen dieses Urteil der UEFA schnellstmöglich beim internationalen Sportgerichtshof CAS Berufung einlegen zu wollen, um es einer unabhängigen Überprüfung unterziehen zu lassen. 

Dies geschah und nachdem der CAS Anfang Juni eine dreitägige mündliche Anhörung in der Sache mit Beteiligten beider Seiten vornahm, erging am Montag dieser Woche das Urteil, welches Manchester City im wesentlichen von den ihnen zur Last gelegten Verfehlungen freispricht, ihren Ausschluss von den europäischen Pokalwettbewerben der UEFA revidiert und die Geldstrafe von 30 Mio. auf 10 Mio. Euro reduziert.

Wie konnte es dazu kommen? In diesem Artikel möchte ich kurz die Genese des Falls darstellen, die Hintergründe der ursprünglichen Anklage sowie den Entscheidungen der UEFA und schließlich des CAS beleuchten, und erörtern was das Urteil für das FFP und Manchester City bedeutet.

Die Genese des aktuellen Falls

Der Club Manchester City hat bereits eine längere Krankenakte bei der UEFA im Zusammenhang mit Verstößen gegen das Financial Fair Play. Schon im Jahr 2014 wurde er von der UEFA schuldig befunden, in den Jahren 2012 und 2013 falsche Angaben zu seinen Sponsoringeinnahmen gemacht und sich bei der Buchhaltung seiner Ablösesummen für Spieler bestimmten Verschleierungspraktiken mithilfe von Scheinnfirmen bedient zu haben. Das damalige Urteil der UEFA sah eine Geldstrafe in Höhe von 60 Mio. Euro vor, von denen 40 Mio. zur Bewährung ausgesetzt wurden, sowie gewisse Ablösesummen- und Kaderbeschränkungen für die UEFA Europapokalwettbewerbe für die nächsten zwei Jahre und wurde von dem Club widerwillig akzeptiert.

Nach ein paar Jahren Ruhe an der Manchester City vs. FFP Front veröffentlichte der Spiegel dann im November 2018 in einer mehrteiligen Artikelserie (Teil 1) (Teil 2) (Teil 3) (Teil 4) hochbrisante Auszüge aus internen E-Mails bei Manchester City, die er in dem riesigen Fundus der ihm vorliegenden Football-Leaks-Datensätze gefunden hatte. Diese E-Mails belegten, dass der Club nicht nur in den Jahren 2012 bis 2013 seine Bücher manipuliert hatte, sondern dies auch in den Jahren danach bis 2016 fortsetzte und das zudem in einem noch deutlich drastischeren Ausmaß als bisher angenommen.

Verschleierung von Zahlungen

So soll der Club vor allem zwischen den Jahren 2012 und 2016 den Wert seines Etihad Sponsorenvertrags im Wesentlichen für den Stadionnamen und die Trikotwerbung mit 67,5 Mio. Pfund jährlich angegeben haben, von denen aber nur 8 Mio. Pfund von Etihad selber kamen und knapp 60 Mio. Pfund von einer Abu Dhabischen Investmentgesellschaft, die unmittelbar dem Scheich gehört.

Außerdem soll der Club noch viel stärker als bis dato bekannt die tatsächliche Höhe und Struktur gewisser Zahlungsströme verschleiert haben, zum Beispiel mittels des Aufbaus einer Scheingesellschaft, die ihm die Image Rights der Spieler abkauft (vereinfacht gesagt zusätzliche Gehaltsbestandteile) und dann die fälligen Entschädigungen an die Spieler selber ausbezahlt. Dadurch konnte der Club zum einen zusätzliche Einnahmen generieren und zum anderen seine laufenden Kosten reduzieren. Die Verluste der Scheingesellschaft wurden dann von der bereits angesprochenen Investmentgesellschaft des Scheichs beglichen.

Verachtung und Häme für die UEFA

Der vom Spiegel veröffentlichte interne E-Mail-Verkehr bei Manchester City zeigte darüberhinaus auf, dass in dem Club über Jahre hinweg eine unglaubliche Verachtung und Feindseligkeit gegenüber der UEFA und dem FFP herrschte und dass er die Untersuchungen der UEFA auch schon im Fall 2014 bewusst behindert und erschwert hatte.

So sah beispielsweise Manchester City’s Chairman, Khaldoon al-Mubarak, das FFP als persönlichen Angriff auf die Bemühungen seines Scheichs Mansour an, einen (damalig noch) kleinen Club in die europäische Elite zu befördern. In einer der vom Spiegel publizierten E-Mails wird beispielsweise der Leiter der Rechtsabteilung bei Manchester City, ein Mann namens Simon Cliff, mit den Worten zitiert, dass sein Chef al-Mubarak eher die besten Anwälte der Welt verpflichten und die UEFA 10 Jahre lang mit Klagen überziehen würde, als in dem Fall von 2014 eine Geldstrafe zu akzeptieren (was der Club dann am Ende doch tat).

In einer anderen E-Mail sagt nämlicher Cliff anlässlich des plötzlichen Todes im Mai 2014 des Vorsitzenden der Investigativkammer der UEFA und früheren belgischen Premierministers, Jean-Luc Dehaene, der die Untersuchungen gegen Manchester City geleitet hatte, mit Bezug auf die siebenköpfige Besetzung dieser Kammer: “1 down, 6 to go.”

Die Anklage und das Urteil

Diese Veröffentlichungen des Spiegel im November 2018 blieben der UEFA ganz offensichtlich nicht verborgen. Nachdem man sich einige Monate Zeit ließ, womöglich um sich mit dem Material des Spiegel gründlich auseinanderzusetzen, initiierte dann die Investigativkammer der UEFA under der Leitung eines weiteren ehemaligen belgischen Premierministers, Yves Leterme, im März 2019 eine zweite Runde von Ermittlungen gegen Manchester City nach denen von 2014. Der Club zeigte sich davon zunächst unbeeindruckt und gab sich sicher, alle Vorwürfe zurückweisen bzw. entkräften zu können.

Den wesentlichen Impetus dieser zweiten Untersuchung dürften sicherlich die neuen Erkenntnisse über die Tricksereien von Manchester City geliefert haben, deren zuvor ungeahnte Qualität die Spiegel-Veröffentlichung aufgedeckt hatten. Allerdings darf man getrost davon ausgehen, dass auch der verächtliche Ton, ja fast schon Hass im internen Schriftverkehr und die schiere Unverschämtheit, mit der Manchester City bei seinen Täuschungsmanövern vorgegangen ist, ihr übriges dazu beigetragen hatten, dass die UEFA derart zügig und robust tätig wurde.

In den darauffolgenden Wochen gibt es zwei Anhörungen mit offiziellen Vertretern von Manchester City und am Ende entscheidet sich die Investigativkammer der UEFA im Mai 2019 den Fall an die rechtsprechende Kammer der UEFA unter der Leitung von José Narciso da Cunha Rodrigues, einem früheren Staatsanwalt in Portugal und Richter am europäischen Gerichtshof EuGH, weiterzuleiten, was im Kontext der UEFA ungefähr so viel bedeutet wie offiziell Anklage zu erheben.

Das Urteil der UEFA schließlich ergeht im Februar 2020. Manchester City legt unmittelbar Berufung ein und im Juli 2020 revidiert der CAS die Entscheidung der UEFA in weiten Teilen.

Es stellen sich Fragen

Wie konnte es soweit kommen? Wie können die jeweiligen Einschätzung der UEFA und des CAS so weit auseinander liegen? Was bedeutet die weitgehende Revision des ursprünglichen Urteils durch den CAS für die Zukunft des FFP? Was bedeutet das Urteil für Manchester City? Und hat das Ganze eventuell sogar eine Bewandtnis für die Bayern?

Die Begründung des CAS

Obwohl die schriftliche Langform der Urteilsbegründung des CAS noch aussteht – diese soll in den kommenden Tagen folgen – gibt es bereits die eingangs verlinkte kurze offizielle Erklärung, in der der CAS seine Entscheidung zusammenfassend begründet. Dort heißt es, dass die meisten der angeblichen Rechtsbrüche, derer die rechtsprechende Kammer der UEFA den Club Manchester City für schuldig befunden hatte, entweder nicht gut genug etabliert oder aber verjährt gewesen seien. Zwar erkenne man an, dass sich der Club bei der Aufklärung der ihm zur Last gelegten Verfehlungen nicht ausreichend kooperativ verhalten habe, aber das alleine rechtfertige keinesfalls einen Ausschluss von den europäischen Pokalwettbewerben der UEFA für zwei Spielzeiten. 

Stattdessen erachtet der CAS eine Geldstrafe von 10 Mio. Euro in Anbetracht der finanziellen Möglichkeiten des Vereins und der Schwere der Nicht-Kooperation als angemessen. Somit wird Manchester City vielleicht überraschend für viele Experten dann doch an den Europapokalwettbewerben der nächsten zwei Spielzeiten teilnehmen können, die sportliche Qualifikation jeweils vorausgesetzt.

Verjährung vs. mangelnde Grundlage

Was genau der CAS mit der mangelnden Etablierung der Vorwürfe (“alleged breaches […] not well established”) meint, bleibt offen. Ebenso bleibt offen, welchen Anteil an der Revision des UEFA-Urteils der Faktor Verjährung und welchen der der mangelnden Etablierung hat. Genaueren Aufschluss hierüber wird wohl frühestens die noch ausstehende ausführlichere schriftliche Begründung des Urteils liefern.

Zumindest was die Frage der Verjährung angeht, scheint die Sachlage auch ohne die genaue Urteilsbegründung des CAS ziemlich klar. Das Regularium der UEFA sieht bei Untersuchungen von Verstößen im Zusammenhang mit dem FFP eine Verjährungsfrist von fünf Jahren vor. Die mutmaßlichen Verstöße von Manchester City fielen in die Jahre 2012 bis 2016. Zunächst einmal mag es erstaunlich klingen, dass sich die UEFA dieser Verjährungsfrist, die sie sich immerhin selbst gesetzt hat, und deren Konsequenzen für ihre Untersuchungen wohl nicht ganz gewärtig war, als sie im März 2019 ihre Untersuchungen offiziell begann. Bei einem späteren Schuldspruch musste ein Großteil der in Rede stehenden Daten schon allein aus rein mathematischen Gründen bereits verjährt sein, wie auch der CAS nicht umhin kam festzustellen.

Allerdings muss man der UEFA vielleicht zugute halten, dass sie selbst erst frühestens im November 2018 im Zuge der Football Leaks-Veröffentlichungen des Spiegel von den tatsächlichen Ausmaßen der mutmaßlichen Verstöße gegen das FFP bei Manchester City erfuhr. Ab diesem Zeitpunkt handelte sie dann eigentlich für die Maßstäbe rechtlicher Vorgänge relativ zügig: März 2019 Start der offiziellen Ermittlungen, Mai 2019 Weiterleitung and die rechtsprechende Kammer, Februar 2020 Urteil. Vielleicht hatte man sich bei der UEFA auch erhofft, dass der CAS unter dem Eindruck der fundamentalen Bedeutung des in seiner Härte beispiellosen Urteils für die Reputation und die Glaubwürdigkeit des FFP und der UEFA insgesamt davor zurückschrecken würde, das gesamte Urteil mehr oder weniger komplett zu kippen und stattdessen auf Basis der noch nicht verjährten Sachverhalte einen für alle Seiten so gerade noch akzeptablen Kompromiss in der Mitte zu finden (z. B. ein Jahr Ausschluss plus reduzierte Geldstrafe). Dies ist nicht geschehen und nun steht die UEFA als jemand da, der nicht einmal seine eigenen Verjährungsbestimmungen kennt. 

Mit der Abhandlung des Urteils der UEFA durch den CAS ist der ganze Fall für Manchester City unter Umständen jedoch noch nicht final abgeschlossen. Die Premier League hatte bereits im Februar durchblicken lassen, auf Basis des Urteils der UEFA eigene Untersuchungen gegen den Club wegen Verstößen gegen die Premier League-eigene Adaption des UEFA FFP zu unternehmen. Die Version der Premier League kennt im Gegensatz zu der der UEFA keine fünfjährige Verjährungsfrist. Nach dem Spruch des CAS am Montag ließ die Premier League bisher allerdings offen, ob sie diese Anstrengungen einstellen oder weiter fortsetzen wird. Auch wenn ich es für sehr unwahrscheinlich halte, könnten Manchester City auf diesem Weg doch noch Sanktionen, dann aber mit Auswirkung für die kommende(n) Spielzeit(en) in der Premier League, drohen.

Die Bedeutung des Urteils für das FFP

Es ist nicht verwunderlich, dass der Tenor in den sozialen Medien und auch vielen Online-Kommentaren von klassischen Medien ziemlich einheitlich ist: Mit diesem Urteil ist das FFP endgültig tot. Liegen das ursprüngliche harte und drastische Urteil der UEFA und die anschließende Revision des CAS kaum ein paar Monate später doch zu deutlich auseinander und fügt sich dieses aktuelle Debakel für die UEFA doch nur zu nahtlos ein in eine bereits jahrelang andauernde Reihe von Pleiten, Pech und Pannen in Sachen UEFA FFP.

Ich tendiere dazu, diese Befürchtungen zu teilen. Dies vielleicht sogar weniger wegen der Deutlichkeit der Abschwächung des Urteils von zwei Jahren Europapokal-Ausschluss und 30 Mio. Euro Geldstrafe auf Null Jahre Ausschluss und 10 Mio. Euro Geldstrafe, die ich in Anbetracht der Verjährung eines Großteils der Vergehen von Manchester City für in der Sache sogar nachvollziehbar halte.

Was meine Befürchtungen stärker antreibt ist, dass die neuerlichen Ermittlungen der UEFA erst durch die Veröffentlichung geleakter Dokumente erfolgen konnten, die unter normalen Umständen niemals an das Licht der Öffentlichkeit gelangt wären. Sogar der CAS hält in seiner Revision fest, dass er sich sehr wohl bewusst sei, dass die UEFA auf kooperative Mitarbeit und die Übermittlung korrekter Informationen seitens der von ihr kontrollierten Clubs angewiesen ist. Die UEFA ist keine internationale Strafermittlungsbehörde, die nach Belieben Finanzkontrolleure zu den Clubs schicken kann, um deren Bücher auf Korrektheit zu prüfen. Die Clubs müssen mitmachen, das System beruht zu einem guten Teil auf Verlässlichkeit und Vertrauen. Ich könnte nachvollziehen, wenn viele Verantwortliche in den Vereinen in ganz Europa jetzt allerdings denken, dass wenn es nicht zufällig irgendwann und irgendwo noch einmal einen zweiten Hacker und einen zweiten Leak dieser Art gibt – und wie wahrscheinlich ist das – dass sie dann in Sachen kreativer Buchführung tun und lassen können, was sie wollen, es fällt ja im Normalfall doch niemandem auf.

Außerdem wird spekuliert, dass Gianni Infantino bei Manchester City’s Bemühungen, seine Zahlungsströme möglichst geschickt zu verschleiern, in den fraglichen Jahren seine helfende Hände auf vielfältige Art und Weise im Spiel gehabt haben könnte. Zudem seien die Richter am CAS, zum Teil im Hauptberuf Anwälte in privaten Kanzleien, möglicherweise Interessenskonflikten ausgesetzt und nicht vollkommen unabhängig. Wie stichhaltig solche Spekulationen auch immer sein mögen, nach allem, was ich in den letzten Jahren und fast schon Jahrzehnten aus dem organisierten Sport und seinen diversen Gremien und Verbänden gehört habe, würde mich das nicht im geringsten überraschen und bestärkt mich noch mehr in meinen Befürchtungen, dass dieses Urteil ein besonders kräftiger Sargnagel für ein ernstzunehmendes und wirksames FFP ist.

Die Konsequenzen des Urteils für den FC Bayern

Welche Bedeutung hat die Revision des CAS für den FC Bayern? Die wichtigste potenzielle Problematik, die aus dem Urteil für den FC Bayern hätte resultieren können, hat der Verein glücklicherweise bereits abgeräumt: Die Verpflichtung von Leroy Sané. Ob es Zufall war oder zeitlich geschickt eingefädelt, man darf davon ausgehen, dass die Vertragsverhandlungen mit Manchester City in Sachen Sané nach dem weitgehenden Freispruch komplizierter geworden wären, als sie es noch vor wenigen Wochen waren.

Ebenso günstig aus FC-Bayern-Sicht ist, dass bei dem Verein inzwischen mit Hansi Flick ein Trainer an der Seitenlinie steht, dessen Wirken im Moment über alle Zweifel erhaben ist und damit alle Spekulationen über eine mögliche Rückkehr von Pep Guardiola nach München, die nach dem Urteil der UEFA Anfang des Jahres schlagartig neue Nahrung gewonnen hatten, ebenso überflüssig wie jetzt garantiert auch hinfällig sind.

Weniger günstig für die Bayern ist vielleicht, dass, kaum war das Urteil verkündet, es in den englischen Medien auch schon hieß, der Verein wolle Pep Guardiola ca. 150 Millionen Pfund zur Verfügung stellen, damit er seinen Kader einer Champions-League-würdigen Frischzellenkur unterziehen könne. Ein Bayern-Spieler, dessen Name in diesem Zusammenhang häufig auftaucht, ist David Alaba. Es wird spekuliert, dass Pep Guardiola auf seiner Suche nach neuen Verteidigern mit Alaba einen seiner alten Schützlinge mit ganz neuen und finanziell ungeahnt schlagkräftigen Argumenten in den Nordwesten Englands locken könnte.

Jenseits solcher Personalfragen bestehen die sportlichen Auswirkungen des CAS-Urteils für die Bayern vor allem darin, dass sie in den nächsten Jahren weiterhin ohne Unterbrechung jedes Jahr auf Manchester City in der Champions League treffen könnten. Dies ist immerhin schon sechsmal in der Gruppenphase erfolgt, bei einer paritätischen 3:3 Siegteilung, das letzte Mal allerdings bereits vor sechs Jahren. Damals stand Pep Guardiola noch bei dem roten und nicht dem himmelblau-weißen Verein unter Vertrag. Vielleicht ist es aus sportlicher Sicht ganz gut, dass die Bayern nach einer möglichen Begegnung im August dieses Jahres nicht mindestens zwei weitere Jahre warten müssen, bis sie wieder die Chance bekommen könnten, ihren Ex-Trainer auch einmal an der Spitze eines englischen Teams zu schlagen und zu zeigen, dass man auch ohne Verstöße gegen das FFP international konkurrenzfähig sein kann.

Update: Ich habe zum Thema UEFA Financial Fair Play im Laufe der letzten Jahre einige Podcasts mit Malte Asmus von meinsportpodcast.de aufgenommen, insbesondere mit Bezug zu PSG, die jahrelang an dieser Front die spannendste Aktie waren. Wir diskutieren dort in mehreren Sendungen das FFP erst einmal grundsätzlich und beleuchten dann das Neymar + Mbappé PSG im Detail. Wenn ihr also neugierig seid: Teil 1: FFP – Ein zahnloser Papiertiger?; Teil 2: PSG und das FFP; Teil 3: Einnahmen jenseits der Scheich-Milliarden

♥ Artikel teilen

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

Du willst Miasanrot Supporter werden?

Anzeige
King Coman Hands of God
  1. Vorab:
    PSG und ManCity cooked their books.
    Daran bestehen überhaupt keine Zweifel.

    Beide Clubs wurden vor Einführung des FFP von Qatar und AbuDhabi übernommen. Auch Liverpool wurde von FSG vorher übernommen.
    Vor Einführung der ersten Version des FFP konnten alle Eigentümer wie Abramovich etc soviel in die Clubs stecken wie sie wollten- völlig legal.
    Durch die Einführung bzw. der Verschärfung des FFP 2013 wurde es dann zunehmend komplizierter und man ging den Weg über manipulierte Sponsoren und Namensrechte Deals.
    FSG gingen in der Zeit einen anderen Weg nämlich den des gesunden Wirtschaftens und erreicht damit zumindest die gleichen Ziele bzw hat sie übertroffen.

    Die UEFA hat das FFP 2018 nochmals verschärft unabhängig vom Ausgang dieses Vorgangs. Die jetzigen FFP Regeln sind was die break even rules angeht sehr klar und eindeutig insbesondere such was die Definition von Zahlungen abhängiger Firmen angeht.
    Was mMn verschärft werden muss ist der Zugriff auf Club eigene Unterlagen. DH wenn die Finanzkommission eine Untersuchung einleitet muss der Club offenlegen- und wenn er es nicht macht dann muss er automatisch bestraft/ gesperrt werden.

    Ich halte es für total falsch jetzt alles über Bird zu werden und gar zu sagen FFP sei tot.
    Im Gegenteil man muss weiterhin daran arbeiten und ein Umfeld schaffen das alle sich daran halten. Wenn sogar Leute wie Abramovich sich den FFP verpflichtet und eingehalten haben dann muss man weitergehen und nicht aufgeben.

    Die EPL Untersuchung ist auch noch nicht abgeschlossen. Liverpool Chelsea Arsenal ManUnited und Spurs haben alle ein Rieseninteresse daran das das was jetzt einfach dahingeredet wird, nämlich das jeder machen kann was er will, eben nicht passiert.
    Die EPL ist nicht zu unterschätzen, da sitzen Leute die smarter und scharfsinniger sind wie in der Schweiz. Vor allem sind da Leute die wissen wie Leute immer wieder in der City Bücher frisiert haben und wo man hinsehen muss.
    Denke das das ManCity Management sehr wohl weiß das jetzt noch mehr hingesehen wird und beim kleinsten Verstoß vorgegangen wird.

    Werner Kroenke Abramovich Glazers Lewis ain’t idiots!!!!!

    Die Übernahme Newcastles durch die Saudis dürfte wenn überhaupt nur unter strengsten Auflagen genehmigt werden.

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ich stimme dir im Wesentlichen zu. Auch ich halte das FFP in der Theorie für ein sehr wirkungsvolles Instrument, um beliebiger Alimentation der Clubs durch reiche Gönner ohne jegliche Gegenleistung (sprich die Geldpumpe) Einhalt zu gebieten.

      In der Theorie. Denn in der Praxis kommt es eben wie bei jedem Gesetz darauf an, wie es umgesetzt und angewendet wird. Wenn du z.B. sagst, ein Club “muss offenlegen” no matter what – ja, und wer garantiert dir, dass das, was der Club offenlegt, auch der Wahrheit entspricht? Die UEFA ist nicht die Staatsanwaltschaft und kann Bücher und Server beschlagnahmen.

      Und Verdachtsurteile kann und will ja wohl auch keiner fällen. Richtig, Abramovich, die Glazers, Kroenke usw. sind keine Idioten und wissen auch, was gespielt wird. Natürlich riechen die 10 Meilen gegen den Wind, dass da bei ManCity im Hintergrund kräftig nachgeholfen wurde mit den Finanzen. Erst Recht nach den Spiegel-Veröffentlichungen. Aber willst du einen Verein für etwas verurteilen, von dem sich zwar jeder sicher ist, dass es passiert ist, aber was du ihm nicht hieb- und stichfest beweisen kannst? Und beim nächsten Mal reicht dann schon ein leiser Verdacht? Wo kommen wir denn da hin? Das wäre das Ende des Rechtsstaatsgedankens und wir landen wieder bei mittelalterlicher Willkür.

      Im Gegensatz zu dir glaube ich daher eher, dass die Entscheider bei den Clubs nach diesem Urteil im Zweifelsfall – wenn es wirklich hart auf hart kommt – lieber noch einmal zu einem buchhalterischen Trick mehr greifen werden in der Erwartung, dass es doch niemand merkt, als die FFP-Grenzen zu brechen.

      Aber mal gucken, was die Langfassung des CAS-Urteils dann hoffentlich in Bälde aussagt. Vielleicht stellt sich dann die ganze Sache noch einmal in einem ganz anderen Lichte dar und alle unsere Überlegungen (und mein ganzer Text) sind hinfällig.

      1. Für Abu Dhabi aber auch Qatar sind aber auch weiche Faktoren Ansehen Reputation Respekt sehr wichtig – eigentlich ja ein Hauptgrund sich überhaupt zu engagieren.
        Wenn da nur im Trommelfeuer Negativschlagzeilen weltweit auf die einschlagen sind sie auch nicht auf Dauer interessiert dieses Spielzeug zu behalten.
        Man muss auch genau hinsehen wer da wann auf Executive Ebene Entscheidungen getroffen hat. Man muss abwarten ob beide sich jetzt regelkonform verhalten nachdem man sich in den Top ten etabliert hat.
        Denke nicht das mit dem heutigen Regelwerk es noch einmal möglich ist das zu wiederholen was Abramovich Qatar und AbuDhabi gemacht haben. Auch den Saudis nicht!
        Die Araber wollen geliebt und anerkannt werden und haben einen großen Vorteil – sie sind Verbündete des Westens. Abramovich ist und bleibt ein Outcast in UK und wird mMn früher oder später verkaufen.

        Ps man muss aber auch konzidieren das Soriano und Khaldoon es bisher auf anderer Ebene sehr clever gemacht haben. Der Aufbau und die Bewertung der CFG sind schon gigantisch. Und für 23% Anteilsverkauf usd 900 Mio zu bekommen ist schon gut, damit hat man quasi das Cash zurück was man investiert hat.

      2. Da stimme ich dir zu. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ManCity, ManUnited, Liverpool und die anderen Großen in Zukunft allzu blatant die FFP-Regeln brechen werden. Müssen sie jetzt ja auch nicht mehr. Jetzt sind sie ja schon groß und in den Kreis der Dauer-Champions-League-Teilnehmer eingedrungen, der sie auf ewig finanziell (und damit auch sportlich) unangreifbar macht.

        Bei den Saudis und Newcastle (pars pro toto für alle anderen “Kleinen”, die erst noch mittels eines Investors groß werden wollen) könnte ich mir hingegen schon vorstellen, dass da noch ein bisschen nachgeholfen wird. Stichwort Höherbewertung von Eigenkapital und entsprechende Zahlungen an den Club in ein oder zwei Jahren z. B. Generell: Neubewertung von immateriellen Vermögensgegenständen ist immer eine schöne Sache. Sehr beliebt sind auch langfristige Darlehen zu sehr fairen Konditionen. Vielleicht bringt man sogar beide Sphären zusammen und wandelt die Darlehen dann hinterher bequem in Eigenkapital um. Siehe Red Bull. Vorstellen könnte man sich auch eine gönnerhafte Vermittlung von zahlungskräftigen Sponsoren. Saudi Arabien ist in der globalen Wirtschaftswelt sicherlich hervorragend vernetzt. Also da ginge einiges.

        Richtig ist aber: Wenn du einmal groß bist und in den Kreis der systematisch nach oben verzerrten finanziellen Outperformer eingedrungen bist (sprich CL-Dauerteilnehmer), dann brauchst du solche Tricks nicht mehr. Dann hast du es geschafft. Bei ManCity ist das jetzt jung. Daher erwarte ich dort in Zukunft auch keine weiteren großen Skandale aus der FFP-Ecke.

  2. Es könnten sich die englischen Klubs darüber einigen an den Partien gegen ManC nicht mehr teilzunehmen.
    Dieser Sport wird systematisch zu Grabe getragen. Ich beobachte es zumindest bei meinem Interesse. Ich schaue immer weniger. Hat auch mit den Geisterspielen zu tun, aber auch sehr mit dem Geld was in der Champions League generiert wird u d Klubs die einmal oben sind immer weiter von den anderen entfernen lässt. Irgendwann wird’s mit dem Serienmeister dann doch langweilig.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Stimmt, die sportliche Wettbewerbsgleichheit in vielen europäischen Ligen wird aufgrund der wachsenden wirtschaftlichen Disparitäten zwischen den Clubs immer stärker untergraben. Aber diese Schere wird auch das FFP nicht mehr schließen können, dafür ist es nicht gebaut. Und auch die Aufrechterhaltung des Schuldspruchs für ManCity hätte an den den größeren Zusammenhängen nichts geändert. Es wäre eine Korrektur an der Fassade gewesen, hätte aber die tragenden Säulen nicht erreicht.

      Dass immer dieselben Vereine um die Meisterschaft kämpfen und in der und Champions League spielen liegt daran, dass immer dieselben Vereine um die Meisterschaft kämpfen und in der Champions League spielen. Für die Teilnahme an der Champions League gibt es nämlich extrem viel Geld, das andere Vereine nicht haben. Und mit diesem Geld kann man sich die guten Spieler kaufen, die andere Vereine sich nicht kaufen können. Und mit diesen guten Spielern landet man dann wieder ganz vorne in der Meisterschaft und spielt in der Champions League. Und dafür gibt’s dann wieder neues Geld. Das ganze ist ein sich selbst verstärkender Kreislauf, der von Jahr zu Jahr stärker in sich abgeschlossen und für andere Vereine schwieriger zu durchbrechen ist.

  3. Das weltweite Interesse am Fußball wächst immer weiter. Fußball ist Teil der Entertainment Industrie egal ob man es wahrhaben will oder nicht , ob man es mag oder nicht.
    Die EPL wurde oft genug zu Tode getragen , aber die Stadien waren trotz hoher Ticket Preise wieder voll- die Einnahmen weltweit in der EPL am höchsten. Die EPL erreicht weltweit mit Abstand die höchste TV Zuschauerschaft und wird entsprechend bezahlt.
    Die englischen Fans haben den 50+1 Kampf schon vor 15 Jahren aufgegeben weil er unrealistisch und nachteilig für den eigenen Club ist. Die Wirklichkeit ist die das sich jeder Fan eines Clubs einen Investor wünscht der riesige Summen in Infrastruktur und Spieler investiert.
    Da ist es vollkommen egal was sich da einige in D erträumen.

    Spanien Italien(schon lange) Frankreich und viele andere gehen den gleichen Weg

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ja, ein finanzkräftiger Investor hat sicherlich seine positiven Seiten: Investitionen in moderne Infrastruktur, top Ausbildungs- und Trainingsbedingungen für die Spieler, ein tolles Stadion, viel Geld für einen schlagkräftigen Kader, die besten Trainer, Top-Gehälter für Top-Stars usw.

      Aber es kann eben auch schnell nach hinten losgehen. Gerade der englische Fußball ist voll von unfähigen oder unwilligen Investoren, die ihre jeweiligen Vereine zu Grabe getragen haben oder zumindest auf Jahre geschwächt.

      Im Prinzip ist es mit dem Investor im Fußball ungefähr so wie mit dem aufgeklärten Absolutismus oder Platos Philosophenkönigen: Vielleicht die beste aller möglichen Herrschaftsformen solange der Herrscher nur weise, gerecht, selbstlos, wohlmeinend, bescheiden, vernünftig, gemäßigt, tapfer und besonnen ist. Aber wehe, wenn nicht… ;-)

      1. Ich habe immer so meine intellektuellen Probleme mit dem Begriff “Investor”. Darunter versteht man im realen Leben doch jemanden, der Geld in eine Firma oder meinetwegen auch in eine Person investiert mit dem Ziel, mittel- bis langfristig sein Geld mit Zinsen wieder zurück zu bekommen.

        Die hier gemeinten Fußball-“Investoren” verpulvern aber doch de facto Hunderte von Millionen dafür, um sich einen Klub als teures Prestigeobjekt zu halten. Das Geld landet in den Taschen von Spielern, Beratern, Trainern etc. und ist damit weg. Für mich sind das Gross-Sponsoren, Mäzene oder welchen Begriff man auch immer nehmen mag, aber keine Investoren.

      2. Da muss man differenzieren. Ich gebe Dir recht, was beispielsweise arabische Scheichs, russische Oligarchen und chinesische Großkonzerne angeht: Denen ist glaube ich der Rendite-Gedanke relativ egal, die suchen vor allen Dingen nach einem sicheren Exil außerhalb Russlands (Oligarchen) oder sehen ihr Engagement als Mittel politischer Soft-Power zur Steigerung der eigenen Bedeutung auf der politischen Landkarte oder zum Aufbau wirtschaftlicher Kontakte in den Westen (arabische Emirate und China). Bei den Chinesen kommt noch hinzu, dass sie einfach auch schlicht und ergreifend im Fußball besser werden wollen, weil sie in den nächsten Jahrzehnten mal die WM austragen und dabei spielerisch nicht peinlich untergehen wollen.

        Bei den US-Investoren sieht das hingegen ganz anders aus. Das sind echte Investoren. They’re in it for the money. Glazer, Kroenke, Fenway Group und Co. haben nicht nur einen Verein in ihrem Eigentum, sondern gleich eine ganze Menge, vor allen Dingen in den USA. Damit verdienen die ihr Geld. An der wirtschaftlichen Entwicklung von Manchester United seit der Übernahme Mitte der 2000er durch die Glazer Family kannst du z. B. wunderschön ablesen, wie der Verein seitdem durchgängig als reines Renditeobjekt behandelt worden ist.

      3. Glaubst Du nicht das es in einem Land mit der größten Wirtschaftskraft Europas fähige Leute gibt einen erfolgreichen Fußballclub zu planen wie es die Araber oder Abramovich letztlich gemacht haben aber ohne das Schmerzens bzw Lehrgeld zu zahlen?
        Mateschitz und Hopp haben es ja auch hinbekommen. Bayer auch, VW hat es auch gut gemacht solange sie es wollten.

  4. DANKE für die schnelle Reaktion und den fundierten Bericht! Auch die Links zu PSG sind aufschlussreich.

    Der europäische Spitzenfußball befindet sich mMn in einer entscheidenden Phase. In den nächsten Jahren wird es sich entscheiden, ob die bestehenden Hierarchien weiter zementiert werden. Wenn ja, wird es bis auf die EPL nur noch Serienmeister und 3-5 CL-Sieger geben, nachdem Vereine, die einen Top-Job bei Ausbildung und Entwicklung machen, jährlich leer gekauft werden: Salzburg, Ajax, Monaco, Gladbach, teilweise der BVB… selbst Leverkusen, Schalke etc. verlieren fast jährlich Leistungsträger. Das sieht auch in Italien, Spanien, Frankreich nicht anders aus.

    Wer diesen Fußball dann noch sehen und vor allem finanziell unterstützen will, steht auf einem anderen Blatt.

    Antwortsymbol5 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Was genau sollte denn Deiner Meinung gemacht werden?
      Welchen Fußball wollen denn die meisten Deiner Meinung nach sehen?

      1. Ziemlich einfache Antwort: Mehr Wettkampf in den nationalen Ligen und den europäischen Cup-Wettbewerben. Weniger Spielerwechsel schon nach 1-2 Jahren, um sich “weiterzuentwickeln”. €€€€

    2. Wenn es darum geht, anderen Vereinen junge Talente “wegzukaufen”, ist zumindest für die Bundesliga der BVB bestimmt an erster Stelle zu nennen. Die sind eher Täter als Opfer. Aber das nennt sich dann großartiges scouting.

    3. Die Entwicklung hin zu einer immer größeren wirtschaftlichen und sportlichen Spreizung der Ligen wird wahrscheinlich diesseits einer kleinen Revolution nicht enden.

      Eine solche Revolution kann von unten kommen, indem sich in einem Land die “kleinen” Vereine zusammentun und die “großen” Vereine aus ihren Ligen verbannen, wenn es ihnen irgendwann zuviel wird (z. B. in den Ländern, in denen sich die Ligen selbst organisieren, z. B. Deutschland (DFL) oder England (EPL), per Mehrheitsbeschluss). Oder sie kann von oben kommen, indem die “großen” Vereine von sich aus aus ihren nationalen Ligen ausscheiden und im Interesse von noch mehr Geld oder zur Wiederspannendmachung des sportlichen Wettbewerbs eine eigene Super-Liga gründen. Oder, drittens, die Revolution kann von außen kommen, weil aufgrund irgend eines externen Faktors das ganze System plötzlich kollabiert und alles wieder auf Null gestellt wird. Das Coronavirus war so ein Faktor, es war aber noch nicht stark genug, das zu schaffen.

      Wenn es keine Revolution gibt, sondern, wie so oft im Leben, eine kontinuierliche Evolution, dann wird das System Fußball wirtschaftlich immer weiter wachsen und die wirtschaftliche Spreizung zwischen den Clubs immer größer werden, bis irgendwann die Sättigungsgrenze der maximal möglichen weltweiten mit Zahlungsbereitschaft verbunden Zuschaueraufmerksamkeit erreicht ist (sprich bis der letzte Mensch dieser Welt, der bereit ist für Fußball im Fernsehen Geld zu bezahlen, erreicht worden ist), und sich dann knapp unterhalb dieses Maximums einpendeln.

      Dass sich in einem solchen evolutionären Szenario aus rein endogen induzierten Faktoren etwas an den aktuellen Kräfteverhältnisse der Clubs ändert, ist natürlich theoretisch auch möglich, aber vielleicht nicht sonderlich wahrscheinlich. Z. B. könnte sich der Fußball sportlich so weiterentwickeln, dass sie besten Spieler immer jünger und Talente immer frischer werden müssen. Dann hätten Clubs wie Ajax mit hervorragender Jugendarbeit auf einmal ganz neue Karten in der Hand und vielleicht einen wirtschaftlichen Weg nach oben gefunden, der nicht von ständiger Teilnahme an der Champions League abhängt.

  5. Da die ganze Geschichte anscheinend im wesentlichen auf Football-Leaks beruht, stellt sich, abgesehen von der Verjährung, die Frage nach der Schlagkraft der Beweise.
    Football-Leaks beruht auf gehackten Mails und Dokumenten. Konnte man da die Echtheit verifizieren, bzw. ist diese von City anerkannt worden? Sollte dem nicht so sein, stand die Sache von vorneherein auf tönernen Füßen.
    Natürlich kann die Presse daraus eine Geschichte machen, aber eine Verurteilung im juristischen Sinne ist dann noch ein ganz anderes Kaliber.
    Und weder die UEFA, noch der CAS können bei City einreiten und dort Bücher oder IT beschlagnahmen und untersuchen. Das ist das Dilemma, dass man zu einem guten Teil auf die Kooperation und Ehrlichkeit der Beteiligten angewiesen ist.

    Antwortsymbol7 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Das ist wahrscheinlich das größte Problem.
      Dokumente und Unterlagen die unrechtmäßig erworben werden sind idR vor Gericht unzulässig.
      Aber alle die sie gelesen haben wissen was Sache ist.

      1. Seit wann sind die nicht zulässig? Hat nicht NRW Unterlagen gekauft mit Steuerdaten aus der Schweiz, die ganz gewiss nicht legal beschafft worden sind?

      2. Kommt auf den Rechtskreis an. In Amerika gibt es die eindeutige “Fruit of the poisonous tree”-Doktrin. Dort dürften unerlaubt erhobene Zeugnisse nicht als Beweise in einen Strafprozess eingebracht werden. In Deutschland z. B. ist das nicht unbedingt der Fall, weil das Strafprozessrecht auf ganz anderen philosophischen Annahmen fußt.

        Wie sich das in der Sportgerichtsbarkeit vor dem CAS darstellt und inwieweit da auch Schweizer Recht eine Rolle spielt und wie das genau geregelt ist, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht wird uns der CAS in der Langfassung seines Urteils über diese Zusammenhänge aufklären.

        @Jo, 918: Ein Sponsorenvertrag von ManCity mit Etihad ist kein Problem, solange der zwischen beiden Parteien vereinbarte Geldbetrag marktgerecht ist. Woher dann dieses Geld bei Etihad kommt, spielt für das FFP keine Rolle.

        Etihad gehört aber zu 100% dem Emirat Abu Dhabi, sprich dem Scheich. Und jetzt wird es interessant. Wenn ManCity noch weitere Sponsorenverträge mit anderen Firmen hat, die auch dem Emirat gehören, dann dürfen die daraus erzielten Einnahmen ein Drittel der jährlichen Gesamteinnahmen des Clubs nicht überschreiten, sonst wird das von der UEFA als unerlaubtes Finanztuning im Sinne des FFP angesehen (die sog. “related party rule”).

    2. Welche Belege von der UEFA vorgelegt wurden und wie der CAS diese bewertet hat, sollte im endgültigen Urteil stehen. Es müssen aber nicht zwingend die geleakten Mails selber sein – nachdem die Details zum Etihad-Vertrag publik wurden, hatte die UEFA ja einen konkreten Ansatzpunkt, um selber zu recherchieren. Aber eben, die UEFA ist keine Strafverfolgungsbehörde. Und wenn Vereine die Kooperation total verweigern können und dafür nur eine vergleichsweise lächerliche Strafe kassieren, dann frage ich mich auch, wie solche Regularien jemals durchgesetzt werden sollen. Solange man die Offenlegung sämtlicher relevanten Finanzunterlagen nicht zur Bedingung einer Teilnahme an UEFA-Wettbewerben machen kann, werden sich immer Tricks und Schlupflöcher finden lassen.

      1. Seit 2018 müssen alle relevanten Unterlagen auch nach Nachfrage vorgelegt werden.
        Die Luftbfür Verstöße wird immer dünner.
        Es geht ja bei den Top Vereinen auch nur um PSG und ManCity. ManCity sieht sich auch in der EPL jetzt einer riesigen Opposition gegenüber. PSG hat es vergleichsweise gemütlich in Frankreich.

      2. Wenn man der Darstellung des Spiegel folgt, hätten weitere Recherchen oder Unterlagen im Fall Etihad schwerlich zum Erfolg geführt.
        Danach hatte City einen Sponsoringvertrag über (z.B.) 50 Mio mit Etihad. Dazu gab es dann passend eine Überweisung von 50 Mio.
        Dass Etihad dieses Geld aus anderen Quellen erhalten hat? Wie sollte man das nachweisen? Dazu hätte man ja wieder die Bücher von Etihad prüfen müssen.

      3. Das Problem war bei der break even Berechnung was sind Einschüsse bzw Verlustausgleich der Eigentümer oder mit dem Eigentümer verbundene Unternehmen und was sind marktgerechte Sponsorenzahlungen auch von mit dem Eigentümer verbundenen Unternehmen.

        Etihad Zahlungen sind erlaubt wenn sie marktgerecht sind und auch von Etihad kommen und nicht von Scheich

        Das ist jetzt ziemlich eindeutig definiert

        Anhang X Absatz E

        https://de.uefa.com/MultimediaFiles/Download/Tech/uefaorg/General/02/56/20/17/2562017_DOWNLOAD.pdf

  6. Die Berichte aus dem Spiegel sind natürlich der Hammer. Schlimm genug, dass die UEFA es hier zumindest zum Teil etwas vermasselt hat, mit einer lupenreine Beweiskette vor Gericht zu ziehen. Und ebenso schlimm, dass ein Mann wie Infantino an der Spitze des organisierten Fußballs steht. Ich dachte, dass es nach Blatter nicht schlimmer kommen kann, aber siehe da…

    Was bedeutet dies für die Zukunft? Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Auf der einen Seite gibt es gerade in Asien noch genug Leute, denen das egal ist und die für das Geld sorgen. Auf der anderen Seite merkt man bei immer mehr Leuten hier in Europa, dass das Interesse sinkt.

    Off-Topic: SportBild überreicht Preis für Geste des Jahres an Hopp und KHR… Also ob es Sancho, McKennie, Goretzka und Kimmich und andere nicht gegeben hätte. Unfassbar…

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Off-Topic: Was zeigt uns das? Du hast das System Sportbild nicht begriffen!

      1. Das denke ich doch. Nichtsdestotrotz hat es einen doch immer wieder um, welche Niveaulimbos gerissen werden.

  7. Ein 30jähriger Alaba als “Frischzellenkur” des Kaders bei ManCity? Der Begriff hätte vielleicht vor 30 Jahren bei Otto Rehhagels Bremern gepasst ;-)

    Antwortsymbol6 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Der gute David ist im Juni gerade mal 28 geworden!
      Nun mach ihn nicht noch älter als er ist.

      1. Oh sorry – Du hast natürlich Recht! I stand corrected.

        Wobei ich trotzdem der Ansicht bin, dass sich eher der FCB in den letzten Jahren einer Frischzellenkur, die diesen Namen auch verdient, unterzogen hat. :-)

    2. Dass Alaba erst 28 Jahre alt ist, hast du ja inzwischen mitbekommen. ;-) Aber das ist nicht der Punkt. “Frischzellenkur” steht ja metaphorisch einfach für Erneuerung. Und Erneuerung kann bedeuten, einfach nur anders als bisher und nicht zwingend jünger. Aber viel wichtiger noch: Alaba ist ja keinesfalls der einzige Spieler, den diese Frischzellenkur bei ManCity umfassen würde. Das wäre ja bei £150m noch schöner. David Alaba ist einer meiner Lieblingsspieler bei den Bayern, aber für £150m würde sogar ich sagen, dass er doch vielleicht lieber wechseln sollte.

      Insofern: Man kann Aussagen gerne reduzieren, mache ich auch ständig und bei meinen ausschweifenden Sätzen bietet sich das ja bestimmt auch oft an. ;-) Aber ganz so sinnentstellend wie bei dir sollte es vielleicht nicht sein.

      1. Denke Peps Frischzellenkur heißt zzt Phil Foden und Eric Garcia. Foden ist der Silva Erstz. Garcia hat jetzt schon Stones und Ottamendi verdrängt. Ein IV kommt wohl dazu aber eher auf RIV. Sehe Alaba nicht als Transfertarget für Pep. Eher Koulibaly oder Upamecano. Ferran Torres kommt wohl in der Offensive dazu. Aguero und Fernandinho Ersatz muss man ja auch erst 2021 suchen.

      2. Alex, ich hatte das ja auch mit einem Augenzwinkern versehen.

      3. Ich auch. ;-)

  8. Es wird immer Wege geben, FFP auszutricksen, wenn man das wirklich will.
    Das ist doch die gleiche Feigenblattnummer wie die deutsche 50+1-Regelung.
    Wie das funktioniert, hat man doch schon bei einem Neymar gesehen – und dieses Verfahren kann man doch ganz locker noch weiter verfeinern. FFP gilt für Vereine und das war es dann.

    Bleiben wir mal beim bösen Scheich/Milliardär/Oligarch und Vereinsbesitzer, der irgendwo im Ausland sitzt.
    Und natürlich hält sich der Vereinsbesitzer genauestens an FFP!
    Die Fa. XY, die wo auch immer sitzt, schließt mit dem Spieler A einen Werbevertrag ab.
    Damit bezahlt der wechselwillige Spieler A dann seine Ablöse selbst – siehe Neymar.
    Die im Werbevertrag garantierte monatliche/Jährliche Einnahme muss der Spieler A natürlich versteuern. Braves Kerlchen! Damit ist dann das Kapitel Ablöse/Handgeld/ Gehalt zur Zufriedenheit des Spielers und der Fa geklärt.
    Preisfrage: Was bitte hat eigentlich der Vereinsbesitzer bzw der Verein damit zu tun? Natürlich nichts!
    Welche Beziehung zwischen der Fa. XY und dem Vereinsbesitzer besteht, muss erst einmal geklärt werden.
    Und wenn es diese Beziehung wirklich gibt, muss erst einmal bewiesen werden, dass der Werbevertrag mit dem Spieler A nur geschlossen wurde, um Zahlungen des Vereinsbesitzers bzw des Vereins zu verschleiern.
    Noch viel spannender dürfte es werden, in ggf. 2, 3, 4 verschiedenen Ländern die Beweise dafür zu bekommen.
    Mit welcher Rechtsgrundlage will man denn da argumentieren.

    Ähnliche Sperenzchen haben wir doch bei und mit 50+1.
    Und überall da, wo es um viel Geld geht, gibt es immer “findige” Menschen, die wissen, wo und wie man die Schlupflöcher nutzen kann.

    Antwortsymbol6 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Stimmt. 1. Die Beziehung zwischen Firma XY und Vereinsbesitzer muss natürlich hergestellt werden. Aber das sollte in aller Regel nicht zu schwierig sein, welche völlig unbeteiligte Firma bezahlt denn bitte mal einfach eben so Dutzende oder Hunderte von Millionen Euro für die Ablöse eines Fußballspielers so ganz ohne Grund?

      2. Muss es das? Kann nicht ein Spieler Werbeverträge abschließen in welcher Höhe und mit wem immer er will, wenn er einen Partner findet, der mitmacht? Entscheidend ist doch nicht, wie viel Geld ein Spieler durch irgendwelche persönlichen Werbeverträge von irgendjemanden erhält, entscheidend ist doch, welche Geldflüsse es im Kontext seines Transfers gegeben hat.

      Bei Neymar und PSG ist die Sache doch ziemlich einfach. Wenn er kurz vor seinem Wechsel einen Ambassador-Vertrag für die WM 2022 in Katar mit der katarischen Tourismusbehörde in Höhe von 300 Millionen Euro abschließt, sich dann bei Barca gemäß seiner Ausstiegsklausel selber auslöst und sich dann schnurstracks PSG anschließt, die zufälligerweise dem Emirat Katar gehören, dann ist die Sache doch wohl recht eindeutig, denkst du nicht?

      1. Und genau das ist im FFP ab 2018 eben adressiert……

      2. Das stand auch schon in den 2015er Regeln.

      3. Aber nicht so klar und nicht die Verpflichtung die Geldströme bzw Verflechtungen zu dokumentieren.
        Der Text wurde mMn schon dahingehend präzisiert.

        Bezüglich der Offenlegung ist ja inzwischen so das jeder Club beantragen muss an dem Wettbewerb teilzunehmen und sich damit verpflichtet ALLE Regeln und Bedingungen anzuerkennen. Jedes Jahr aufs Neue.
        Was glaubst Du was passiert wenn die UEFA die Unterlagen für 20/21 studiert aber sagt sie benötigen noch mehr Unterlagen um dem Club die Teilnahme zuzulassen. Es gibt da keinen Automatismus nur weil man zweiter geworden ist.
        Die UEFA sitzt am Ende am längeren Hebel.
        ManCity wird dauerhaft keinen Kleinkrieg betreiben wollen bzw. den auch ala long nicht gewinnen.
        Das Problem an diesem Vorgang ist das es im Sachverhalte ging die schon lange zurückliegen.
        Aber bei den aktuellen montitoring Perioden 19/20 bzw jetzt verlängert auf 19/20/21 wird man sehr genau hinsehen hinterfragen und abfordern. Wenn ManCity sich bei Offenlegung querlegen sollte garantiere ich Dir jetzt schon die nächsten Verfahren such auf Druck der anderen Clubs und ECA.
        Und wenn die UEFA Finanzkommission die Angaben zu Anlage X hinterfragen und belegt haben will dann wird ManCity es glaubwürdig und transparent machen müssen sonst gibt es erstmal keine Zulassung .
        Jede Wette!

      4. Es geht doch nicht darum, ob die Sache wie Bei Neymar-PSG eindeutig ist. Das war mehr als eindeutig, aber eben rechtlich nicht angreifbar und deshalb den Scheichs völlig egal..
        Wenn man das aber professionell aufzieht und diese Beziehungen eben nicht eindeutig und schon gar nicht eindeutig nachweisbar sind, dann läuft FFP ins Leere.
        Bleiben wir doch einfach mal beim Beispiel PL, wo der Verein X einem indonesischen Milliardär gehört.
        Wie soll denn eine UEFA bitte Geschäftsbeziehungen oder besser Beziehungen zwischen dem Millirdär und der Firma Y in Indonesien justitiabel nachweisen. Oder bei Inter Mailand, wo mittlerweile die Chinesen das sagen haben.
        Wird bestimmt ganz spannend, wenn die UEFA in China ermitteln muß.
        Das Problem ist doch nicht der Geldfluß, sondern die Beweisführung.

        Nimm dir doch mal die Topstars im Fußball. Welche Werbeverträge haben denn Spieler wie Ronaldo, Messi, Lewandowski, und,und,und – und mit wem denn.
        Und wem gegenüber ist denn der Spieler auskunftspflichtig außer der jeweiligen Finanzbehörde.
        Und wem gegenüber ist denn diese ausländische Firma auskunftspflichtig außer ihrer Finanzbehörde.
        UEFA?? FIFA?? Doch wohl eher nicht.
        Die Geldflüsse im Kontext eines Transfers – genau diesen Zusammenhang muß man eben nachweisen. Und da liegt das Problem.
        Ein Mane wechselt von Liverpool zu Barca und schließt einen Werbevertrag mit einer spanischen Firma ab.
        Macht doch Sinn? Die Firma will den Superstar jetzt in Spanien vermarkten.
        Und nun muss man erst mal nachweisen, dass diese Vermarktung ein Fake ist und der Finanzierung des Spielers dient. Da muss man aber recht tief in die Firma einsteigen. Und dann stellt sich raus, dass das in Spanien ja nur eine Dependance ist und der Hauptsitz der Fa in den USA liegt, wo die UEFA welche Befugnisse hat?
        Wie solche Spielchen funktionieren bekommt doch der geneigte Leser oder Zuschauer heute in jedem drittklassigen Krimi vorgeführt.

        Wenn man dieses Konstrukt FFP austricksen will, dann wird man das tun.

      5. @Anton: Natürlich kann man immer alle möglichen Zahlungsflüsse verschleiern. Genau das hat der ManCity-Fall doch gezeigt. Die UEFA hätte ohne die Football Leaks niemals von den wahren Ausmaßen der Verschleierungspraktiken hinter den Kulissen bei dem Club erfahren und entsprechend auch niemals weitere Untersuchungen eingeleitet. Du hättest dir deine ganzen hypothetischen Beispiele sparen können.

        Wie ich in meinem Text schon geschrieben habe, basiert das FFP auf Kooperation, Vertrauen und Verlässlichkeit. Die UEFA muss schon davon ausgehen können, dass die Bilanzen und die übermittelten Zahlen der Clubs stimmen und zuverlässig sind und Fußballclubs nicht reihenweise anfangen, sich wie Weltmeister in der Bilanzmanipulation aufzuführen.

  9. Weil es hier ja um die Finanzen geht: mir fehlt ein bisschen das Verständnis für den Alaba-Poker, wenn es denn der Wahrheit entspricht was geschrieben wird. Muss denn wirklich immer auch noch die letzte Million herausgeholt werden? Wir reden hier wirklich von aberwitzigen Summen. Gerade als Eigengewächs sollte man doch auch die Vereinsseite ein bisschen verstehen und ich bin mir absolut sicher, dass das Angebot der Bayern ohnehin schon fürstlich ist. Ich weiss, es ist ein Profigeschäft und ich bin auch nicht blauäugig, aber jeder Spieler ist immer noch eigenverantwortlich.

  10. @cj

    Ist Alaba wirklich so geldgeil? Oder geht es doch eher um die entsprechende Wertschätzung, die leider immer mit einem höheren Salär einher geht?!!

    Ich finde 20. Mio auch zu viel. Lewa kann das von mir aus kassieren, weil er IMO auch der einzige Profi ist, der nicht 1:1 zu ersetzen wäre.
    Auf der anderen Seite kann ich auch verstehen, dass Alaba nicht weniger als Müller verdienen will. Die beiden haben für mich den gleichen Stellenwert!

    Ich kann mir aber auch vorstellen, dass David nicht unbedingt weg will. Wenn ich an seiner Stelle wäre und die Möglichkeit hätte zu DER absoluten Bayern-Legende aufzusteigen, würde ich nicht zögern. Der Kerl kann 10 und mehr Meistertitel holen und wäre damit wohl nie mehr einzuholen. DAS wäre mir viel wichtiger als ein die eine oder andere Million mehr. Ob 15, 18 oder 20 Mio. In diesen Dimensionen macht das für mich keinen Unterschied mehr…

    Antwortsymbol16 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Gehen wir mal davon aus der Bericht auf Sport 1 stimmt, Alaba mit Ramos und Virgil Van Dijk auf eine Stufe zu setzen, bzw. Alaba mit Ramos gleich zu stellen und über Van Dijk, da musste ich spontan etwas mit dem Kopf schütteln! Nicht falsch verstehen, Alaba spielt eine tolle Saison aber seine Leistungen werden mir zu hoch eingeschätzt! Vielleicht geht es nur mir so, aber gefühlt bei jedem Eckball/Freistoß rechne ich mit einem Gegentor! Ich finde da haben wir im Vergleich zu einem Liverpool und Real Madrid deutlich mehr Probleme! Wenn wir den Ball haben schaut das ganze wirklich gut aus, spielen wir aber gegen einen Gegner der auch den Ball will, finde ich die Abwehr schon deutlich schwächer! Gegen Chelsea hätten man eigentlich auch ein oder zwei Tore bekommen “müssen”, hatte da nur etwas mehr Glück! Lange Rede kurzer Sinn, ich würde Alaba keinen Rentenvertrag anbieten und ihn verkaufen wenn er tatsächlich auf so ein hohes Gehalt pocht! Ich finde ein Fehlen von ihm könnte man auffangen durch Hernandez! Ja er hat eine schlimme Saison hinter sich, ich halte ihn aber trotzdem für den kompletteren Verteidiger im Vergleich zu Alaba und das sag ich als Österreicher, Schande über mein Haupt! Ps: Bitte nicht mit Alaba im Mittelfeld planen, dies hat schon in der Nati nicht geklappt, mittlerweile spielt er linker Flügel offensiv oder defensiv! Sg

      1. Sehe ich genauso wenn nicht noch extremer:
        Als IV ist Alaba komplett austauschbar. Die Spieleröffnung ist gut, Stellungs- und Kopfballspiel aber nicht mehr als Durchschnitt.
        Als LAV ist Davies mittlerweile (viel) wertvoller. Hier hat mich Alaba über Jahre mit seinen “Flanken” wahnsinnig gemacht.
        Seine beste Zeit waren die 2-3 Jahre in denen es im Zusammenspiel mit Ribéry super lief. Leider war er gerade da oft verletzt (zumindest empfand ich es so).

        Insgesamt muss ich sagen, dass ich diese wahnwitzigen Gehaltsforderungen in keiner Weise nachvollziehen kann. Zum anderen ist der Verein auch selbst “schuld” wenn er es hat einreißen lassen. Ich würde bei solchen Summen genau schauen welcher Spieler ersetzbar ist und für mich ist Alaba das.

    2. Wenn das Gerücht denn stimmt, dann würde ich 20 Millionen für völlig realitätsfern halten. Das verdient auch anderswo kein Verteidiger – Sergio Ramos vielleicht, aber der hat sportlich wie fürs Mannschaftsgefüge einen ganz anderen Stellenwert. Die Bayern-Gehälter zählen international zur absoluten Spitze, zumal die Corona-Kürzungen sehr moderat ausgefallen sind, da kann man sich durch einen Weggang praktisch nicht verbessern. Mag sein, dass die Steuertarife in anderen Ländern attraktiver sind und ihm mehr Netto bleiben würde, aber riesig werden die Unterschiede nicht sein.

      Den sportlichen Stellenwert von weiteren (deutschen) Meisterschaften würde ich aber geringer ansetzen, gerade weil sich die Pokale in der Vitrine stapeln. Auch wenn er irgendwann den alleinigen persönlichen Rekord hielte, würde er wohl nicht als der Spieler in die Geschichte eingehen, der Bayern zu zehn Titeln gepusht hat. Sondern als wichtiger Bestandteil einer unschlagbaren Mannschaft, aber eben einer unter vielen. Mag sein, dass er ähnlich wie Thiago gerne noch mal etwas anderes erleben würde und nur im Gegensatz zu diesem bereit ist, für ein extrem hohes Gehalt darauf zu verzichten. Wenn das zu letztlich unerfüllbaren Forderungen führt, wäre das Ergebnis aber dasselbe.

      1. Zu den Steuern, die für Fußballspieler und Vereine in den großen 5 Ligen in Europa relevant sind, habe ich auch schon einmal einen längeren Podcast aufgenommen. Hier die Kurzfassung:

        In Bezug auf die Einkommensteuer tun sich die großen fünf Länder nicht viel. Deutschland, Frankreich, England, Spanien, Italien liegen im Spitzensteuersatz (und alle Stufen darunter kann man bei Fußballergehältern getrost ignorieren) alle bei Mitte 40%. Im europäischen Vergleich sehr günstige Einkommensteuertarife für Fußballer haben beispielsweise Monaco (0% EkSt, obwohl die AS Monaco in der Ligue 1 spielt, Stichwort Wettbewerbsverzerrung), die Türkei (15%, jetzt wisst ihr auch, warum dort so viele Fußballer aus Deutschland hinwechseln) oder Russland (13%).

        In Bezug auf die Sozialversicherung haben Spanien und interessanterweise Deutschland sogar einen Vorteil, weil sie ihre Abgaben schon bei relativ kleinen Beträgen deckeln (Beitragsbemessungsgrenze). In Frankreich, England und Italien müssen entweder Arbeitnehmer oder Arbeitgeber oder aber beide bis auf den letzten verdienten Euro noch Sozialversicherungsbeiträge abführen.

        Dann gibt es in einigen Ländern noch interessante Sonderregeln wie Steuerermäßigungen auf nicht im Inland erzieltes Einkommen (z.B. Frankreich) oder Abschläge auf die Einkommensteuer, wenn man die letzten X Jahre im Ausland steuerpflichtig war und jetzt in das Land zieht (z.B. Italien, früher lange auch Spanien).

        Dann gibt es noch die Image Rights, die in aller Regel nicht der Einkommensteuer unterliegen, sondern der Kapitalertragsteuer, mit denen sich in vielen Ländern für die Profis und die Vereine auch noch einiges an Steuern sparen lässt. Das ganze ist ein hochspannendes Thema. Ganz im Ernst.

      2. Danke für die Details! Den Podcast habe ich nicht mitbekommen, aber das Thema finde ich auch spannend und würde mich über einen Artikel dazu freuen. Ich kann mich noch entsinnen, dass spanische und italienische Vereine teils von Steuerrabatten Gebrauch gemacht haben, die für die Anwerbung hochqualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland gedacht waren. In Spanien wurde das entsprechende Gesetz demnach sogar als “Lex Beckham” bezeichnet. Ob das heutzutage noch Bestand hat, bezweifle ich allerdings – politisch war das damals (frühe 00er) natürlich schon unhaltbar, und die Krisen seither werden ihr übriges getan haben. Wie es da aktuell steht, wäre interessant zu wissen.

      3. Das Lex Beckham ist zum 01.01.2010 abgeschafft worden, aber ein gewisser Christiano Ronaldo konnte davon noch mit einer Ausnahmegenehmigung bis 2015 weiter Gebrauch machen. (Zum Hintergrund: Das Gesetz sah vor, dass jeder nach Spanien Zugezogene, der vorher 10 Jahre lang nicht in dem Land gelebt hatte, sich dafür entscheiden durfte, sein in Spanien erzieltes Einkommen für bis zu 5 Jahre mit einer 24% flat tax fee versteuern zu lassen. Ausländisches Einkommen musste gar nicht in Spanien versteuert werden.)

        Ronaldo ließ sich noch Ende 2014, kurz vor Ablauf des Gesetzes für ihn, von Real Madrid sämtliche Entschädigungen für seine Image Rights für die nächsten fünf Jahre im voraus auf ein ausländisches Konto überweisen. Später beginnen dann die spanischen Steuerbehörden gegen ihn zu ermitteln wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einer anderen Sache mittels Shell Companies und er wird angeklagt. Der Prozess endet 2019 mit einem Vergleich, Ronaldo muss knapp 19 Mio. Euro nachzahlen. Zu diesem Zeitpunkt war ihm die Luft in Spanien aber bereits zu heiß geworden und er bereits 2017 nach Italien zu Juve gewechselt, wo er dann passgenau von einem neuen Gesetz, dem scherzhaft so genannten “Lex Ronaldo” Gebrauch machen konnte, das vorsah, dass Personen, die neun der letzten zehn Jahre im Ausland gelebt hatten und nach Italien zogen, für alle im Ausland erzielten Einnahmen für eine Periode von maximal 15 Jahren nur 100.000 Euro Steuern pro Jahr zahlen müssen. (Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Für seine Abermillionen, die Ronaldo mit Werbeverträgen und Sponsorings auf der ganzen Welt einnimmt und irgendwo im Ausland deklariert, muss er in Spanien nur pauschal 100.000 Euro jährlich an Steuern bezahlen.)

        Man kann sämtliche von Christiano Ronaldos Vereinswechseln durch die sportliche Brille betrachten und gute Gründe dafür finden, warum er gerade zu genau dem jeweiligen Zeitpunkt nach Spanien und dann nach Italien gewechselt ist, aber wenn man möchte, kann man sie auch durchgängig als Geschichte der steuerlichen Optimierung erzählen. Bruchlos. :-)

      4. Interessant, Danke. Hoffentlich haben die Vereine dabei wenigstens nur bestehende Schlupflöcher ausgenutzt und diese nicht durch Lobbying selber aufgerissen. Wenn der Profifussball zu einem solchen race to the bottom beitragen würde, speziell in fiskalisch eh schon angeschlagenen Ländern, dann würde das die Bewertung seines gesamtgesellschaftlichen Einflusses doch sehr negativ färben.

      5. Dann sieh dich doch einfach mal um?
        In Deutschland übertreffen sich die Vereine im Austricksen von 50+1, das juristich auch eine Lachnummer ist.
        Über das Kapitel Steuern/Sponsoring für Vereine in Spanien muss man teilweise auch nicht mehr schreiben. Ein Verein wie Barca mit seinen Schulden und dem offenbar vorhandnen Problem, seine getätigten Transfers zu bezahlen. hätte in der DFL Probleme überhaupt die Lizenz zu bekommen.
        In Italien gibt es auch “sehr interessante” Regelungen.
        Und wen bitte interessiert denn in Italien der gesamtgesellschaftliche Einfluß von Juve, solange die oben stehen und auch noch Chancen auf die CL haben.
        Liverpool gewinnt erst die CL und jetzt nach 30 Jahren zum ersten Mal wieder die Meisterschaft – was glaubst du, wen es im fußballverrückten Liverpool interessiert, durch welche Transaktionen der Verein das geschafft hat – wobei ich ihnen nichts unterstellen will.
        Da wird in einigen Ländern ganz anders “getickt”.
        Das sieht man am besten an den Preisen, die die Fans da bereit sind für Karten oder TV-Abos zu zahlen.

      6. Ganz so desinteressiert und erfolgsbesessen sind die Fans jetzt auch nicht. 50+1 wird hierzulande erbittert verteidigt, auch um den Preis einer praktisch nicht mehr zu brechenden Bayern-Dominanz. Liverpool wurde durch massive öffentliche Kritik davon abgebracht, ihre Angestellten aus Corona-Hilfsprogrammen zu bezahlen. Der italienische Fussball sieht auch komplett anders aus als noch vor 20 Jahren, als Nachhaltigkeit überhaupt keine Rolle spielte. Abschreckende Beispiele von Vereinen, die ganz oder fast bankrott gegangen sind, finden sich überall. Das haben Fans auf dem Schirm, und wir haben auch alle noch andere Hüte auf, als bloss diesen einen.

      7. 50+1 wird erbittert verteidigt. Aber nur auf dem Papier.
        RB Leipzig mit seinen 19 Mitgliedern hält auch 50+1 ein, weil der Verein ja immer die Mehrheit hat.
        Und die 19 Nasen sind alle Angestellte von Mateschitz. Und wenn es denn mal kneift, erden dem Verein mal kurz 100 Mio Schulden erlassen.
        Krefeld Uerdingen hat seine Profiabteilung ausgegliedert. Die gehört jetzt zu 97,5% einer Eventagentur.
        Der Verein, der die verbleibenden 2,5% hält, hat aber per Satzung die Stimmenmehrheit – 50+1 wird also eingehalten. Der Präsident des Vereins ist Herr Ponomarev, der natürlich auch darüber wacht, dass die Regularien eingehalten werden. Die Eventagentur gehört einem gwissen Herrn Ponomarev.
        Dem BVB, der ja auch das alleinige Stimmrecht hat uns ja sowieso der Bewahrer des deutschen Fußball ist, gehören noch ganze 5,9 % seiner Profiabteilung.
        Als der Bayerkonzern vor Jahren beschloß nur noch eine Bundesligamannschaft zu fördern, gingen in Uerdingen schlagartig die Lichter aus.
        Über Konstruktionen wie Hoffenheim, Wolfsburg Schwamm drüber. Ohne einen Kühne wäre der HSV seit Jahren insolvent.
        Insofern ist das Verteidigen eher eine Luftnummer.
        Italien – ein Agnelli kauft einen Ronaldo und die Fiat-Arbeiter müssen dafür auf die Lohnerhöhung verzichten.
        Ein Berlusconi hat sein AC Milan mal kurz an die Chinesen verkauft. Inter hat auch einen chinesischen Präsidenten.
        Dann erzähle denen mal was von Nachhaltigkeit.
        Die PL ist komplett im Besitz von Milliardären. Insofern war die Nummer von Liverpool schon etwas sehr dreist.
        Und Fußballfans, die bereit sind für ein Fernsehabo im Jahr über 1000 € zu zahlen -nun ja.
        In der PL ist der Fußball längst zu einem Vergnügen der Gutbetuchten geworden.
        Während in der Bundesliga die teuersten Dauerkarten zwischen 700 und 850 € liegen, dürfen die Fans bei Arsenal über 2.400 € und bei PSG über 3000 € bezahlen. Barca mit über 1.100 € hat es nicht unter die teuersten 10 geschafft.
        Da sieht doch so einiges anders aus.

      8. Du hast die residence non domicile in UK vergessen. Die war sogar noch günstiger.

        Wenn er von Anfang an alles in einem Trust gelassen hätte anstatt sich von den jeweiligen Ausnahmeregelungen abhängig zu machen wäre er komplikationsloser gefahren.

      9. @Alex
        In meiner Zeit in UK sind alle möglichen on the Edge Strukturen aufgelegt worden. Fußballer haben alles aber alles mitgenommen. Immobilien Film seed finance VC finance etcetcetc – alles HMRC approved!

        Leute wie Rooney Ferdinand Gerrard Lampard haben richtig bluten müssen .
        Da sieht man wie wenig Ahnung auch die Berater haben und sich abzocken lassen.

      10. @Horst Mohammed: Ich denke schon, dass die Stoßrichtung bei diesen Steuergesetzen, die wie passgenau auf den Fußball zugeschnitten wirken (und es gibt noch einige mehr, die ich noch gar nicht genannt habe), jeweils von der Politik ausging und nicht nur durch massive Lobbyarbeit des Fußballs zustandekamen (natürlich sicher auch). Aber die Politiker in Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien handeln mit solchen Gesetzen durchaus in einem wohlverstandenen Eigeninteresse. In Italien und Spanien gehört Fußball zum Kern des gesellschaftlichen Kulturguts und da erscheint es vielen Politikern wichtig, der massiven Wirtschaftsmacht und sportlichen Ausstrahlung der Premier League etwas Handfestes entgegensetzen zu können, mit dem sie die Stars der Fußballwelt auch in ihre Ligen locken können. Und in Frankreich hat die Ligue 1 schlicht sportlichen Aufholbedarf.

        An Antons rant ist leider meines Erachtens in vielen Teilen etwas dran. ich persönlich sehe es auch so, dass 50 + 1 bei vielen Vereinen im Prinzip ausgehöhlt ist und nur noch auf dem Papier existiert. Allerdings halte ich die symbolische Wirkung dieser Regel auf das Handeln der Vereinsvertreter für enorm. Richtig, der BVB e.V. zum Beispiel hält nur noch gut 5,5% der Aktien an seiner ausgegliederten Spielbetriebs-KGaA selbst und ganz bestimmt könnte Aki Watzke nicht mal eben so aus einer Laune heraus den BVB-Ausrüster von Puma zu Nike wechseln (Puma hält 5% der Aktien) oder den Stadionnamne anderweitig vergeben (Signal Iduna hält 5,43% der Aktien), insofern ist der Einfluss solcher Investoren sicher nicht zu unterschätzen, selbst wenn 50 + 1 formal gilt.

        Nur denke ich, dass allein schon die Tatsache, dass es 50 + 1 gibt und dass das auch jeder weiß, einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Handeln aller Beteiligten hat. Dies ist eine Kerncharakteristik des sozialen Handelns. Mann handelt in der Erwartung dessen, wie das Gegenüber darauf reagiert und bezieht das von vorneherein in seine Überlegungen ein. Also selbst wenn 50 + 1 formal völlig ausgehöhlt wäre, würden ein Aki Watzke oder Michael Zorc bei jeder ihrer strategischen Entscheidungen für den BVB – z. B. hypothetisch die Abschaffung aller Stehplätze um mehr Eintrittsgelder verdienen zu können – berücksichtigen, wie wohl die Mitglieder des BVB, die Fans und die gesamte Fußballöffentlichkeit darauf reagieren würden, weil ja 50 + 1 gilt und die Mitglieder (in der Theorie) das letzte Wort haben. Umgekehrt erfahren Sie natürlich besondere Anerkennung, wenn sie besonders mitgliederfreundliche oder fanfreundliche Entscheidungen treffen, die die Bedeutung der Mitglieder und die Rücksichtnahme auf ihre Anliegen plakativ bestätigen.

        Es gibt also sehr wirksame positive und negative soziale feedback-loops, die gewährleisten, dass 50 +1 im deutschen Fußball im Großen und Ganzen immer noch eine nicht zu unterschätzende Bedeutung hat, auch wenn es formal betrachtet vielerorts ausgehebelt zu sein scheint.

        @918: Du hast mal eine längere Zeit in England gelebt? Wann war das? Und wie kamst du mit arkanen Steuersparmodellen in Berührung? Bist du in der Wirtschaft tätig? Tell me more.

      11. @Anton:
        Soweit ich verstanden habe wäre ein striktes 50+1 so wie es sich die meisten Fans vorstellen (inklusive mir) vor ordentlichen Gerichten schwer haltbar. Das Leverkusen/Wolfsburg Konstrukt gibt es schon seit Jahrzenten und mit welcher Begründung soll man das anderen Vereinen im Nachhinein verwehren.
        Kind hatte ja gedroht damit vor den EuGH zu treten und ihm wurden auch gute Erfolgsaussichten gegeben. Daher hat man sich auf eine halbgare Kompromisslösung geeinigt.

        Gefällt mir ja auch nicht, aber viel glaube ich hätte die DFL nicht mehr machen können.

      12. @Alex
        Sicherlich nicht hier!! Kannst mich gerne anpiepen!
        Zu 50+1
        Bleibe dabei das mMn das ganze Gerede dazu letztlich unseren Clubs, dem Wettbewerb und damit der Liga schadet.

        Wenn erst Chelsea und dann ManCity nicht übernommen worden wären dann gäbe es die heutige Konkurrenzsituation nicht. Jetzt hat FSG LFC wiederbelebt. Levy letztlich durch beharrliche Arbeit die Spurs.
        Das Glazers und Kroenke ihre Clubs so abschmieren lassen ist ziemlich merkwürdig.

        Wenn zB Liebherr nicht in die Saints sondern in BMG investieren würden dann wären die dauerhaft auf RBL und BVB Level .
        Und wenn Bayer ernst machen würde dann würden die in der Gegend ein Mega Stadion hinbauen und nicht einen Havertz verkaufen sondern noch 2-3 Top Spieler dazu holen und wären auch auf RBL / BVB Niveau.
        Über Mateschitz Möglichkeiten brauchen wird garnicht erst anfangen zu reden.
        Hopp lässt sich Dividenden bzw Kredite zurück zahlen was etwas merkwürdig ist denn auch er hätte im Prinzip mitbringen Nega Projekt dem VFB und SGE auf Dauer den Rang ablaufen können. Köln VFB HSV Nürnberg alle könnten mit besserem Management und klaren starken Eigentümerstrukturen Teil der Bundesliga Top 10 sein.

        Die Gleichmacherei Versuche der diversen Initiativen jagen einer Träumerei eines Fußballromantik hinterher die die meisten stake holder und Fans sowieso nicht wollen.

        Denn wie zB Hönigstein realistisch sagen, die meisten Fans wünschen sich einen starken Eigentümer mit dem man erfolgreich sein kann.

      13. 50+1 ist auch so ein Schlagwort, oder noch besser Totschlagargument.
        Solange es dem Verein einigermassen gut geht, sind natürlich ALLE für 50+1.
        Interessant wird es erst, wenn es an die Substanz geht. In Uerdingen wollte man eigentlich die jetzigen Verhältnisse auch nicht wirklich. Aber man stand eben vor der Wahl, einen Ponomarev nicht nur ins Boot zu holen sondern praktisch das Boot auszuhändigen oder eben “mit wehenden Fahnen unterzugehen”. Und dessen waren sich auch alle bewußt.
        Was passiert denn, wenn es dem ein oder anderen Verein wirklich an die Existenz geht? Man stelle sich vor – die Mitglieder haben die Wahl zwischen der Auflösung des Vereins oder der Übernahme durch einen Investor.
        Ob man dann immer noch 50+1 vehement verteidigen würde, ist die Frage.

  11. 50+1 wird erbittert verteidigt. Aber nur auf dem Papier.
    RB Leipzig mit seinen 19 Mitgliedern hält auch 50+1 ein, weil der Verein ja immer die Mehrheit hat.
    Und die 19 Nasen sind alle Angestellte von Mateschitz. Und wenn es denn mal kneift, erden dem Verein mal kurz 100 Mio Schulden erlassen.
    Krefeld Uerdingen hat seine Profiabteilung ausgegliedert. Die gehört jetzt zu 97,5% einer Eventagentur.
    Der Verein, der die verbleibenden 2,5% hält, hat aber per Satzung die Stimmenmehrheit – 50+1 wird also eingehalten. Der Präsident des Vereins ist Herr Ponomarev, der natürlich auch darüber wacht, dass die Regularien eingehalten werden. Die Eventagentur gehört einem gwissen Herrn Ponomarev.
    Dem BVB, der ja auch das alleinige Stimmrecht hat uns ja sowieso der Bewahrer des deutschen Fußball ist, gehören noch ganze 5,9 % seiner Profiabteilung.
    Als der Bayerkonzern vor Jahren beschloß nur noch eine Bundesligamannschaft zu fördern, gingen in Uerdingen schlagartig die Lichter aus.
    Über Konstruktionen wie Hoffenheim, Wolfsburg Schwamm drüber. Ohne einen Kühne wäre der HSV seit Jahren insolvent.
    Insofern ist das Verteidigen eher eine Luftnummer.
    Italien – ein Agnelli kauft einen Ronaldo und die Fiat-Arbeiter müssen dafür auf die Lohnerhöhung verzichten.
    Ein Berlusconi hat sein AC Milan mal kurz an die Chinesen verkauft. Inter hat auch einen chinesischen Präsidenten.
    Dann erzähle denen mal was von Nachhaltigkeit.
    Die PL ist komplett im Besitz von Milliardären. Insofern war die Nummer von Liverpool schon etwas sehr dreist.
    Und Fußballfans, die bereit sind für ein Fernsehabo im Jahr über 1000 € zu zahlen -nun ja.
    In der PL ist der Fußball längst zu einem Vergnügen der Gutbetuchten geworden.
    Während in der Bundesliga die teuersten Dauerkarten zwischen 700 und 850 € liegen, dürfen die Fans bei Arsenal über 2.400 € und bei PSG über 3000 € bezahlen. Barca mit über 1.100 € hat es nicht unter die teuersten 10 geschafft.
    Da sieht doch so einiges anders aus.

  12. […] Der CAS, die UEFA und Manchester City – Die Genese eines (Beinahe-)Freispruchs | Alex […]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Mit dem Absenden deines Kommentars erklärst du dich einverstanden, unsere Community Guidelines zu beachten.