SV Darmstadt 98 – FC Bayern München 0:1 (0:0)

Leipzig hatte vorgelegt und setzte den FC Bayern vor dem direkten Duell unter der Woche unter Druck.

Bayern musste also nachlegen gegen Darmstadt und tat das auch. Wenn auch nicht wirklich überzeugend.

Falls ihr es verpasst habt:

Interims-Coach Berndroth setzte auf die gleiche Elf wie bei der Niederlage gegen Freiburg vor einer Woche und schickte ein 4-4-1-1 mit Rosenthal hinter Schipplock als einziger Spitze aufs Feld.

SV Darmstadt 98 - FC Bayern München SV Darmstadt 98 – FC Bayern München, 18.12.2016, Grundformationen.

Ancelotti dagegen mit einigen Änderungen. Hummels, Alonso und Douglas Costa starten von Beginn an. Kurz vor dem Anpfiff musste auch noch Philipp Lahm mit muskulären Problemen passen. Rafinha für ihn mal wieder in der Startelf. Müller rückte auf den rechten Flügel, während Thiago vorgeschoben in einer Mischung aus 8er und 10er Rolle agierte.

Darmstadt hatte die erste Chance des Spiels als Vidal nach nur zwei Minuten den Ball verlor und Thiago Sirigus Schuss in letzter Sekunde abblocken konnte. Bayern bemühte sich in der Folge um Spielkontrolle, wirkte aber behäbig und fehlerbehaftet im Spiel nach vorne. Darmstadt blieb mit einigen Nadelstichen gefährlicher.

Danach passierte über weite Strecken gar nichts. In der 42. Minute hatte Hummels Pech, dass ein Schubser und Beinsteller von Vrancic im Strafraum nach einem Freistoß nicht als Strafstoß bewertet wurde. Ansonsten war bis zur Pause gar nichts. Ein Torschuss im Strafraum. Keine echte Chance.

Nach der Pause wurde es nicht besser. In der 70. Minute brachte Ancelotti Ribéry für den unfassbar schwachen Vidal und eine Minute später stand es 1:0.

Douglas Costa nahm eine kurze Freistoß-Ablage von Thiago auf und hämmerte den Ball aus vollem Lauf aus 25 Metern in den Winkel. Aus dem Nichts.

Sicherheit brachte das nicht wirklich. Auf der Gegenseite hatten Gondorf und Niemeyer die Risenchance zum Ausgleich. Beide scheiterten aus kurzer Distanz an Neuer (78.).

Danach schaukelten die Münchner das Spiel über die Zeit. Es blieb beim 1:0.

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(Statistik & Grafik: Lukas)

3 Dinge, die auffielen:

1. Das war …. schlecht

Nach einem dreiwöchigen, spielerischen Aufwärtstrend war das Spiel gegen Darmstadt ein großer Schritt zurück für die Münchner. Die erste Halbzeit war vielleicht die schlechteste seit einem 0:2 in Cottbus im Jahr 2008…

Es fehlte alles. Raumaufteilung, Tempo, Mut, Zweikampfhärte, Schnelligkeit. Alles. Thiago war der Einzige, der auch mal einen Risikopass wagte oder etwas überraschendes probierte. Darmstadt gewann zur Pause 60% aller Zweikämpfe (am Ende 54%), hatte fast 100 intensive Läufe mehr und insgesamt sogar die besseren Chancen. Hinzu kamen Stockfehler, Fehlpässe, Pässe in den Rücken. Pässe zurück. Grausam.

Ancelotti versuchte durchaus das etwas veränderte System der letzten Wochen beizubehalten. Sowohl Müller (von rechts) als auch Thiago (aus der Tiefe) besetzten immer wieder den Zehnerraum. Allerdings ohne echte Anbindung der übrigen Formation. Rafinha durfte den meist verwaisten rechten Flügel wegen Heller kaum bespielen und hielt sich zurück. Müllers hineinkippen sorgte so für keine positiven Effekte. Auch die Abstände zwischen Alonso, Vidal und Thiago stimmten überhaupt nicht. Vidal hing hier ebenfalls meist zurück was für merkwürdige Asymmetrien sorgte.

Auf der gegenüberliegenden Seite spielte mit Costa der einzige Bayern-Spieler, der zumindest theoretisch mit Wucht und Explosivität agieren konnte. Er hatte bis zum Ende die drittwenigsten Ballkontakte und setzte nur vier Mal überhaupt zu einem Dribbling an. Dass er dann mit einer Einzelaktion für den Sieg sorgte passte an diesem Nachmittag ins Bild. Gerade einmal fünf erfolgreiche Pässe brachte der FC Bayern über 90 Minuten in den Strafraum. Das ist gar nichts.

Ancelotti wartete merkwürdig lange mit seinem ersten Wechsel und schaute sich das Treiben beinahe stoisch an. Das 1:0 war schmeichelhaft und darf nicht über die schwache Leistung hinwegtäuschen. Gegen Leipzig braucht es eine maximale Steigerung.

2. Alonso macht Sorgen

Es ist schwer aus einer insgesamt schlechten Mannschaftsleistung jemanden herauszugreifen. Trotzdem müssen wir über Xabi Alonso sprechen.

Alonso wirkt nicht erst in dieser Saison wie der alte Haudegen in der Kreisliga, der früher mal höher gespielt hat und seine körperlichen Defizite durch Cleverness und Ruhe am Ball kaschiert. Wenn dann aber Cleverness in schlechtes Stellungsspiel und Ruhe am Ball in zu viele Fehlpässe umschlägt, bleibt nur noch der alte Haudegen übrig.

So war es am Sonntag gegen Darmstadt.

Xabi Alonso im Zweikampf beim Spiel gegen Darmstadt.
(Foto: Christof Koepsel / Bongarts / Getty Images)

Alonso vermochte es nicht der Mannschaft im Aufbau Struktur und Schnelligkeit zu verleihen. Nach einigen Fehlpässen zu Beginn konzentrierte sich der 35-Jährige zunehmend auf den Sicherheitsball zum Nebenmann. So ging der Ball mit zunehmender Spieldauer zwar weniger verloren, doch Druck wurde so auf die kampf- und laufstarken Darmstädter nicht aufgebaut. Mit 13 Fehlpässen hatte Alonso trotzdem die meisten aller Spieler auf dem Feld.

Weil auch Vidal als unterstützende Kraft im Mittelfeld einen grottenschlechten Tag erwischte, erinnerte Alonso gegen Darmstadt manchmal an den späten Mark van Bommel kurz vor seinem Wechsel nach Mailand. So richtig helfen kann er seiner Mannschaft so nicht – auch wenn er sich defensiv ins Spiel hereinarbeitete und einige Ballgewinne verbuchte.

Ancelotti tut seinem erfahrensten Akteur mit solchen Auswärtsspielen im Dezember auf durchschnittlichem Rasen gegen aggressive Darmstädter aber auch nicht wirklich einen Gefallen. Zumal mit Kimmich und Sanches Alternativen auf der Bank saßen.

3. Immerhin gewonnen

In einer Saison in der es deutlich mehr um Ergebnisse als spielerischen Fortschritt oder Prozess geht und mit Leipzig ein sehr starker Konkurrent bereit steht, muss man es als Erfolg bewerten, dass der FC Bayern aus so einem Spiel drei Punkte mitnimmt. Das Spiel gegen Darmstadt könnte so ein Spiel sein, an das man sich nach der Saison erinnert wenn Bayern tatsächlich Meister werden sollte.

Die Abgezocktheit ist etwas, dass die Münchner ihren härtesten Verfolgern voraus haben. Das allein reicht selten für Titel. Zu unterschätzen ist ds dennoch nicht. Leipzig verlor vor einer Woche beim Tabellenschlusslicht Ingolstadt. Bayern gewann nun beim neuen Letzten Darmstadt. Das einzig positive an diesem Sonntag-Nachmittag war das Ergebnis.

SV Darmstadt 98 – FC Bayern München 0:1 (0:0)
SV Darmstadt 98Esser – Fedetskyy, Niemeyer (78. Colak), Sulu, Holland – Gondorf, Vrancic – Sirigu, Heller – Rosenthal (65. Jungwirth) – Schipplock (90. Obinna)
BankBerezovskyi, Guwara, Kleinheisler, Bezjak
FC Bayern MünchenNeuer – Lahm, Hummels, Martínez, Alaba – Alonso, Thiago, Vidal (69. Ribéry) – Müller (80. Kimmich), Lewandowski, Costa (90. Sanches)
BankUlreich, Badstuber, Bernat
Tore0:1 Douglas Costa (72.)
KartenGelb: Rosenthal / Alonso, Hummels
SchiedsrichterBastian Dankert (Rostock)
Zuschauer17.468 (ausverkauft)
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Leserkommentare
  1. Johannes

    Ich würde das ganze nicht so negativ bewerten, und den dritten Punkt Von der Analyse stärker in den Vordergrund rücken. Ja, es war spielerisch eine ganz schwache Leistung, aber das wichtigste im Fußball ist, dass man die Spiele gewinnt, und das hat der FC Bayern ja geschafft. Man hat besonders wenn Bayern gegen vermeintlich schwache Gegner spielt immer sofort die Erwartungshaltung, dass man den Gegner auseinander nimmt und mit Minimum drei Toren unterschied gewinnt. Aus meiner Sicht ist diese Erwartungshaltung absolut fatal! Zum einen muss man einfach auch mal anerkennen, dass Darmstadt aufopferungsvoll gekämpft hat und es den Bayern mit ihren Möglichkeiten recht schwer gemacht haben. Zum anderen sehe ich viel lieber so ein Spiel, als Spiele wie gegen Köln und Hoffenheim, wo man sich zwar zig Möglichkeiten erarbeitet hat, dann aber mehrfach am Aluminium scheitert und unnötig Punkte liegen lässt.
    Also: sich einfach auch mal mit einer schwachen Leistung aber drei Punkten im Gepäck zufrieden geben und immer nur das schlechte sehen würde auch dem FC Bayern gut tun!

    1. Johannes

      * nicht immer nur das schlechte sehen

    2. Kurt

      Seh ich auch so. Sonntagnachmittag bei 150% gebenden Darmstädtern. Ja dann siehts halt auch mal so aus, wenn Spieler wie Vidal und Alonso zusätzlich noch nen schlechten/I don’t give a fuck-Tag erwischt haben.

      Heute wäre ein Rudy Gold wert gewesen :>

  2. Kurt

    Was für eine geile Bude von Costa.

    Ansonsten natürlich ein Spiel zum Abgewöhnen. Aber Sonntag im kalten Darmstadt. 3 Punkte und fertig.

    Höchstens anzumerken wäre die großartige Leistung in der 1. HZ von Thiago (welcher dann in der 2. abgebaut hat) und die eher grottige 1. HZ von Alonso (welcher dann mMn nach der beste Mann der 2. war). Formation wieder doof, aber lag wohl an der Personalsituation.

    Mehr will ich auch gar nicht schreiben. Immerhin hat man heute den Grundstein dafür gelegt, um Mittwoch mit 3 Punkten Vorsprung ins neue Jahr zu gehen.

    Läuft.

  3. Kramnik

    ich hab mich die ganze Zeit gefragt, was eigentlich passieren muss um Ancelotti aus seiner stoischen Ruhe raus zubekommen. Wie viele Fehler muss ein Alonso machen, damit er mal ausgewechselt wird? Am meisten ärgert mich, dass Kimmich der Leidtragende von diesem ganzen Starrsinn ist. Wie soll ein Spieler sich richtig entwickeln, der eine super Hinrunde spielt und ein Versprechen für die Zukunft ist, wenn ein 35 jähriger mit schlechten Leistungen auf der 6 so sicher wie das Amen in der Kirche ist. Deswegen kann man auch Pep oder van Gaal schätzen, die kein Problem haben große Namen auf die Bank zu setzen und jungen Spieler eine Chance geben. Das gleiche gilt für Müller, jetzt hatte er endlich seine Torkrise überwunden und Ancelotti setzt ihn auf die Bank und lässt ihn im 4-3-3 verdursten. Für RB bete ich, dass Robben wieder fit ist, sodass ein 4-3-3 ein wenig unrealistischer wird.
    Das macht ein richtig aggressiv, wenn der Trainer bis zur 70min bei einem grottenschlechten Spiel mit seinen Händen in der Hosentasche an der Seitenlinie steht. Da ist mir das Gezappel von Pep lieber (das ich das mal vermissen werde, hätte ich auch nicht gedacht).

    1. rookie

      100 Prozent Zustimmung , habe gerade Arsenal – City gesehen, war das geil, so ein Feuer auf dem Platz und an der Seitenlinie, gut ok ist auch was anderes daheim gegen ARsenal zu spielen als am Böllenfalltor (oder so ähnlich)

      1. Ronald

        @Rookie: Ich muss gestehen, dass ich auch ein Pep-Juenger bin. Das heutige Spiel habe ich auch gesehen gg Arsenal. Dabei habe ich mich an Pep’s Zeit bei Bayern erinnert gefuehlt. Das Siegtor war schoen herausgespielt. Auch die Feld-Dominanz war sehr herz zerruehrend. Insgesamt bemerkt dennoch das die Citizens noch eine Weile brauchen bis sie das Pep-System vollends spielen koennen. Es hackt manchmal. Es fehlen die passenden Spieler, die er in Muenchen hatte, also ballsichere, technische und flexible Spieler. Aber im Gegensatz zu Ancelotti, ist Pep’s Handschrift auf dem Platz zu erkennen.
        Ich finde Pep und Bayern das hat gepasst.

        Ich habe nicht nur auf die Citizens geschaut sondern auch auf Arsenal- wegen Champions League.

        Sollte Arsenal die momentane Form behalten wird es sehr schwer fuer Bayern in der aktuellen Verfassung. Man wird Arsenal in Muenchen besiegen doch auf der Insel wuerde man hochkantig untergehen. London wurde heute nur durch das Pep-System in ihre eigene Haelfte gedrueckt und durch einen genialen Pass von De Bruyne wurde das Spiel entschieden. Man hat das Spiel knapp verloren gg die Citizens aber der Auftritt war mehr als ueberzeugend.

    2. Mehmet68

      Sehe ich genauso. Alonso kann ich inzwischen gar nicht mehr anschauen, zumal mit Kimmich auf der Bank der Bessere versauert. Unbegreiflich, aber Nagelsmann wird das ab 2018 besser machen. ;-)

      1. Blanko

        Naja, nicht schon wieder einen Neuen hochhypen. Gilt ja auch für Tuchel z.b. – hab gegen beide nix und finde beide auch nicht schlecht. Aber ein Verein wie der FCV darf schon 1-2 Ligen darüber seine Trainer rekrutieren – und wird sowas wie Tuchel, Nagelsmann o.ä. mMn auch nach dem Klinsmann-Experiment nicht mehr versuchen. Dann eher noch Klopp ab 2018 – und Nagelsmann vielleicht ab 2030 :)

  4. rookie

    Ich mecker so lange nicht, so lange wir die champions league holen können. Denn das ist ja der Deal, hey wir gurken mal rum wie seit 3 Jahren nicht mehr , sind aber am Ende fit für die k.o. Spiele in der champions league.. Scheiden wir da aus, hole ich alles nach und schreibe seitenlange Verrisse auf Papa ;-)

    1. Vobius

      Ich will dir glauben, aber sehe nicht wie die Mannschaft bei so einer katastrophalen Leistung und überhaupt bei dem zweifelhaften System welches immer wieder gespielt wird, auf einmal, nur weil es jetzt wieder CL ist, den Schalter umlegt und mit einem super-Traumfussball, zuerst Arsenal und dann später weitere Hochkaräter vom Platz fegt. Tut mir Leid, seh ich einfach nicht. Um gegen Barca, Real o.ä. zu bestehen, braucht man diesen Topfussball.

      Aber vielleicht werde ich ja bereits am Mittwoch eines besseren belehrt.

      1. rookie

        mir gehts wie dir, ich versuche mich nur in die Pep-Skeptiker , Ancelotti-momentane Situation-Schönredner ein wenig reinzuversetzen. Hätte Müller den Elfer reingemacht hätten sie ja null Argumente, aber so bleibt eines halt bestehen (allerdings auch relativ leicht zu widerlegen)

  5. Tschemp

    Champs Elysee, dass ihr so eine nüchterne Analyse fabrizieren könnt. Habt ihr denn keine schlechte Laune?

    Nichts, was wir bisher in der Saison geschafft haben, haben wir wegen Ancelotti geschafft. Ich bin fast so weit zu sagen, dass wir selbst Titel nicht wegen, sondern trotz Ancelotti holen werden – falls Einzelaktionen und individuellen Spielerqualitäten dafür genügen.

    Ancelotti macht niemanden stärker. Ancelotti motiviert zu nicht mehr als dem absoluten Mindesteinsatz. Ancelotti macht aus den einzelnen Zutaten seines Kaders kein leckeres Gesamtgericht, er legt die Zutaten nur nebeneinander auf den Teller (stoisch in einem 433 angerichtet).

    Wir sollten Nagelsmann besser heute als morgen holen. Und dringend Spieler, die neben Thiago Kreativität und Esprit aus dem Mittelfeld erzeugen (Spielertyp Keita), sowie junge/hungrige Offensivkräfte mit Spielwitz und Dribblingstärke. (Was würde ich für einen Mor geben, oder Dembele, oder Pulisic…oder noch besser: Spielzeit für Tillman)

    Am Mittwoch wird unsere Mannschaft wieder motiviert, im 4231, die Wintermeisterschaft einholen. Aber nicht wegen Ancelotti, sondern wegen Robben.

    1. rookie

      leider wahr, de facto macht Ancelotti jeden Spieler jeden Tag ein wenig schlechter: am krassesten bei Boateng, Alaba und Müller zu sehen. Einzige Ausnahmen: Thiago und Bernat, psychologisch leicht erklärbar, endlich können sie zeigen, dass sie nicht den SPanierbonus haben und aus dem Schatten ihres “Ziehvaters” treten

  6. fcbayernsupporter

    Stimme den 3 Punkten zu und möchte noch ergänzen:

    1. Kimmich spielt viel zu selten. Man sollte hier auch an die Zukunft denken und ihm genügend Einsatzzeit geben.

    2. Hypothetisch zu sagen, ob es tatsächlich zu einer besseren Leistung heute geführt hätte. Aber ein Robben als Dribbler auf dem rechten Flügel hätte dem Bayern-Spiel gut getan. So hatte man fürs 1 gegen 1 nur Costa auf dem Platz. Wie bereits hier im Blog öfters erwähnt, die Abhängigkeit von Robben ist eher größer geworden im Vergleich zur letzten Saison.

  7. Marco05

    Also das Spiel heute…da stimme ich Punkt 1 zu – war schlecht. Von vorn bis hinten. Ob es die schlechteste HZ war seit dem erwähnten Cottbus-Spiel weiß ich nicht, aber gut möglich. Wir hatten schon ähnliche Auftritte zu dieser Jahreszeit, vielleicht kommt da vieles zusammen. Nicht umsonst bisher der erste Auswärtssieg am Spieltag (Ingolstadt arbeitet grade am zweiten).

    Dennoch: wenn man sich durch die 90 Minuten gequält und gesehen hat, was alles NICHT ging, da weiß man ja gar nicht wo man anfangen soll. Wenn man dann quasi noch ohne (herausgespielte) Torchance gewinnt, einfach mal mitnehmen, Mund abputzen, weiter machen. Hoffe am Mittwoch sehen wir einen anderen FCB.

  8. GE

    … gebenedeit seist Du, oh Costas streuende Hirnlosigkeit …

    1. Beobachter

      roflmao
      etwas gemein, aber wenn ich mir das Spielverständnis anderer Spieler mit seinen Fähigkeiten anschaue, habe ich auch schon mal in die Richtung gedacht

  9. JTK

    Alonso hätte nach 10 Minuten ausgewechselt werden müssen – bereits da war klar zu sehen, dass es wieder einmal(!) nicht sein Spiel wird. Kimmich wäre die deutlich bessere Alternative gewesen. Oder unser Super-Backup-Stürmer von der Bank, um vorne mehr Druck zu machen … ach Moment, wir haben ja keinen und wollen auch keinen in der Winterpause holen. Hatte ich fast vergessen. Tja, schade, so kann man eine komplette Saison ja auch vom puren Verletzungsglück abhängig machen (alle bitte für Lewandowski beten).

    Miserables Spiel. Das einzig gute waren drei Punkte. Diese wurden trotz Ancelotti geholt, nicht wegen ihm. Null Einsatz an der Außenlinie. Keinerlei Anpassungen der Taktik, keine Umstellungen, viel zu späte Auswechslungen. Zieht keinerlei Spieler aus der Jugend hoch (Tillmann anyone?). Und Badstuber dürfte ihn bei der nächsten Trainingsbegegnung gerne mal umchecken. Frechheit, ihn nicht mal gegen D98 aufzustellen!

  10. Gestrandedinberlin

    Ich finde ihr habt das sehr treffend analysiert. Das war schon echt grausam anzusehen. So richtig Mut macht das hinsichtlich des nächsten Spiels ja nicht. Was war diesmal eigentlich mit Robben? Hab irgendwie verpasst, was mit dem wieder los ist. Glaube ja sowieso, dass der Aufwärtstrend viel mit ihm zu tun hatte aber wie ihr ja geschrieben habt, war das vor allem im Mittelfeld eine sehr schlechte Leistung. Was ich auch spannend finde ist, wie schlecht Alaba offensiv ohne Ribery spielt. Also seine Entscheidungen sind aus meiner Sicht einfach häufig suboptimal.

  11. grullit

    …dass nach so viel schlecht getimt und gezielten flanken von costa sich eine zufaellig im gegnerischen (!) tor verirrt, is laut warscheinlichkeitsrechnung gar nicht soooo unlogisch…doch ist es warscheinlich dass sich die naechste erst in der naechsten saison da verirrt.

  12. Beobachter

    Also das Hauptproblem ist (für mich) ja nicht, dass man schlecht gespielt hat. Passiert.
    Ich finde es fatal, dass wir, sobald wir uns von dem System der letzten Jahre entfernen und/oder einzelne Spieler nicht dabei sind (Robben) nix mehr geht. Zumindest kann auch nichts mehr aufgefangen werden (schlechte Einzelleistungen, Kälte, Darmstadt am Sonntagnachmittag). Das finde ich fatal.
    Und unsere neuerdings wieder stärker zu Tage tretende Tendenz, kleine/unattraktive Gegner vor allem auswärts nicht mehr ernst zu nehmen. Muss ja nicht immer Vollgas sein, aber eine gewisse Seriosität und Struktur…

    Mund abputzen meinetwegen, aber ich fürchte fast, an solche Abputzrituale muss man sich zunehmend gewöhnen und irgendwann bracuht man es dann auch nicht mehr, denn es geht sehr wahrscheinlich irgendwann schief…

  13. Ju

    Ja Mensch: Da habe ich heute wirklich nicht verstanden, was wir mit Rudy wollen. Und dann kommt der Xabi und erklärt’s.

    1. Tanja

      So schnell kanns gehen ;-)

  14. Mehmet68

    Beim Lesen der Aufstellung ist mir schon jede Lust aus Spiel vergangen: Müller über rechts, dazu Alonso und Vidal zentral, das roch alles nach der harmlosen, langsamen “U”-Formation – und genau so kam es auch. :-(

    Müller ist rechts einfach Fehl am Platz, wenn er keinen starken RV hat, der Räume öffnet (die Müller dann deutet). Und er ist kein Robben, der die abwehr im Alleingang öffnen kann.

    Zu Alonso ist ja alles gesagt. Ich glaube kaum, dass Rudy eine Granate bei uns wird, aber als Backup für (hoffentlich) Kimmich oder Vidal-Ersatz passt das sicher.

    Vidal: Heute leider wieder Kreisklasse. Woher diese extremen Schwankungen kommen, das weiß wohl nur er alleine.

    Es wird immer wieder sichtbar, dass wir offensiv über keine Lösungen / Varianten abseits von Rib & Rob mit Lewy und Müller zentral verfügen. Vielleicht wirds mit einem gesunden Coman besser, bin aber skeptisch.

    Freuen wir uns auf einen motivierteren FCB am Mittwoch.

  15. susi

    Hallo Gott sei Dank gewonnen! !!

  16. systemrelevant

    Hatte es in den vergangenen Spielen ja schon angesprochen, dass ich es interessant fände wie das Spiel ohne Robben auf rechts wird und jetzt bekam ich gezwungenermaßen das Ergebnis. :-) Inzwischen können wir uns darauf einigen, dass Müller über rechts im 433 nicht die beste Lösung ist um Durchschlagskraft zu erzeugen. Vielleicht bekommen wir in der Rückrunde aber mal die Gelegenheit auch andere Flügelzangen im 4231 zu sehen mit Costa / Coman über rechts, vielleicht auch Thiago oder Costa als 10er. Die Möglichkeiten mit dem Spielermaterial im 4231 sind ja beinahe grenzenlos.

    Ansonten ist die Hauptsache, dass die 3 Punkte mitgenommen wurden. Gibt genügend Konkurrenz in der Liga, die es derzeit nicht besser macht. Trotz “Krise” liegen wir 10 Punkte vor Dortmund. Von Leverkusen, Schalke und Co. brauche ich erst gar nicht anfangen.

    Ein Sieg am Mittwoch und alles ist in Butter.

  17. Vobius

    Ich würde das Spiel heute auswärts in Darmstadt nicht zu Hoch bewerten. Hummels hat dazu alles gesagt wie es ist dort anzutreten. Was zu wening war, war der Einsatz, viel zu wenig Engagement um sich ernsthafte Torchancen zu erarbeiten. Hirnlose Dribblings und die bei mir langsam Brechreitz auslösenden schlechten Flanken ins nichts, zähl ich jetzt mal nicht.

    Man gewinnt dann mit einem der schönsten Tore ever, dank eines Sonntagsschuß – Individuelle Klasse, auch hierzu wurde schon alles gesagt. Was ich nicht verstehe, warum verlassen sich Trainer und Mannschaft darauf, dass so ein Glücksmoment vom Himmel fällt? Wenns dann schlecht ausgeht ist das Geschrei – Zurecht – noch größer.

    Das Argument, Körner zu sparen und keine Verletzungen riskieren um in den Entscheidenden Momenten der Saision voll da zu sein, gilt eben nur, wenn man auch in der Lage ist die Titel zu holen für die man sich schont.

  18. Jo

    Wir haben uns das Endspiel am Mittwoch erarbeitet. Die wichtigste Erkenntnis/Ergebnis des Spiels. Schon witzig, das im Grunde ein einziges Spiel über die Bilanz der ganzen Vorrunde entscheiden wird und über den emotionalen Status für die nächsten Wochen.

    Wie ich letzte Woche im positiven Sinne meinte die (Wieder-)- Besetzung der Außen war das Schlüsselelement der zuletzt gezeigten Leistungssteigerung, so konnte man heute das Gegenteil bewundern. Rechts sollten Müller/Vidal wohl so etwas wie Robben/Müller aufziehen. Der Versuch, mal wieder gegen ihre Fähigkeiten inszeniert, endete für beide Spieler und den rechten Flügel böse. Links stand Alaba über weite Strecken allein, da Costa heute Ausgang hatte und Thiago nicht rausrückte. Im Ergebnis auch der andere Flügel flügellahm.
    Und durch die Mitte? Ist bei einem solchen Bollwerk natürlich nicht gerade leicht.
    Im Ergebnis um ein Wort aus dem Spielbericht aufzugreifen “merkwürdige Asymmetrien”. Die leider nur uns und weniger den Gegner verwirrten.

    Außer dem Ergebnis war noch die Rolle von Costa positiv. Der einzige der die Darmstädter Deckung mal in Bewegung und Unordnung brachte. Seit dem Comeback nach seinen diversen Verletzungen kommt er immer besser in Fahrt und gefällt mir momentan ziemlich gut. Heute konnte er auch schön von seiner Rolle, als fast schon müllerähnliches freies Radikal, profitieren.
    Die allfälligen, abfälligen Äußerungen über Alonso wundern mich nicht mehr wirklich. Die würden vermutlich auch geschrieben, wenn er gar nicht auf dem Platz wäre. Für mich in der ersten Halbzeit der beste Mann, in der zweiten ganz o.k.

    1. Ju

      Wenn man die gestrigen Schwächen betrachtet, war wirklich eklatant, dass ich mich nicht an eine einzige Situation erinnern kann, in der in hoher Zone ein Flügelwechsel gelungen wäre. Der simple Vortrag Rückpass Außerverteidiger, Drehung 8er, Pass auf die andere Seite ging einfach nicht auf. Darmstadt hat sich auf diese Szenen wirklich gut fokussiert. Nun wäre für dieses wichtige Element zum einen eine saubere Besetzung der Positionen (wenn ich auf Twitter wäre, #Zehnerraum, #Abstände) wichtig gewesen. An dieser Stelle kommt aber auch (sorry, dass ich das Thema nicht lassen kann) Xabi Alonso ins Spiel. Der erhielt den Rückpass der gepressten 8er und wurde von jenem Darmstädter mit dem 8er im Deckungsschatten angelaufen. Xabi spielt dann den nächsten Rückpass. Das ist für ihn persönlich auch richtig so, deshalb stimme ich dir zu, dass er gestern nicht so schlecht war. Es zeigt jedoch, dass wir auf dieser Position einen pressingresistenten Spieler benötigen, der solche Situationen auch mal nach vorn lösen kann. Thiago als zugegeben größtmögliches Gegenbeispiel hätte das anders lösen können. Soll heißen: Ja, das war ein geiler Flugball auf Rafinha und die Hacke war auch top. Aber ansonsten wieder eine verschenkte Position.

      1. Jo

        Ich will das Thema Alonso auch nicht totreiten.
        Aber er als Person war gestern unser geringstes Problem.
        Die ganze Aufstellung der Mannschaft sowohl vom personellen (ok, wer da wann bei uns einsatzfähig ist = schwieriges Thema) als auch vom strategischen her wirkte ziemlich daneben.

        Außer natürlich man betrachtet das durch die “italienische” Brille. Vielleicht gibt es da tatsächlich, wie auch bei Pep zu beobachten, so was wie eine fußballkulturelle Differenz. Ggf. war das Spiel für einen italienischen Coach genau so völlig in Ordnung. Ich sehe eher wenige Spiele aus der italienischen Liga, aber gewisse Ähnlichkeiten sind vielleicht nicht zufällig. Da macht auch die vermeintliche Spitzenmannschaft auswärts eben primär hinten dicht, verlässt sich vorne auf den einen entscheidenden Moment und wenn es dann irgendwie klappt sind alle Beteiligten hochzufrieden.

        Ich musste gestern z.B. immer an eine Äußerung von Boateng vom Anfang der Saison denken, im Sinne von: Wie viele Leute brauchen wir denn noch hinter dem Ball?
        Im Grunde haben wir gestern gegen Darmstadt auf Nummer sicher gespielt. Etwas was dem deutschen und speziell dem Bayernfan nicht so einfach runtergeht.

        Da stehen Hummels (einige Ausnahmen in der 2.HZ), Martinez und Rafinha fast dreierkettenähnlich konsequent hinten drin und sichern ab. Vorne haben einige Spieler mehr mit ihrer Position als mit dem Gegner zu kämpfen. Insgesamt wirkte die Mannschaft deshalb offensiv wie zerrissen und wenig kompakt. Es ist uns nie gelungen an irgendeinem Punkt des Spielfelds Überzahl herzustellen.

        Das beschränkt dann eben auch die Wirkungsmöglichkeiten eines Sechsers. Die einen stehen konsequent hinter ihm und rücken nicht nach. Die anderen (Vidal, Thiago) stehen nach vorne zu weit weg bzw. sind irgendwo zwischen den Darmstädter Ketten gefangen. Ein Lahm hätte das vermutlich eher ausbalanciert, der bietet seinen Mitspielern immer eine Anspielstation, oder spielt ihnen die Bälle so zu, dass du nicht unmittelbar unter Druck stehst. Aber das fällt eben wieder unter personelle Themen.

        Im übrigen war es nicht nur der wirklich geile Flugball auf Rafinha. Im Grunde kamen nicht nur einige, sondern effektiv fast alle vielversprechenden Vertikalpässe von Alonso. In dem Zusammenhang würden mich mal die vielbesprochenen Packingwerte in diesem Spiel interessieren. Ich könnte mir vorstellen das wäre aufschlußreich.

  19. rookie

    ich träume mal: Rudy kommt heißt: Lahm hört auf, wird SPortdirektor und feuert als erste Amtshandlung Ancelotti, da er schon immer eine Idee beim Fc Bayer neinforderte. Die PSielr bekommen als ausgleich zum Wohlfühlen jeder einen großen Teddybär mit Händen in den HOsentaschen. Neuer Coach wird Nagelsmann…Meine These: die Verweildauer von Ancelotti bei den vorigen Vereinen war immer so lange bis das taktische Kapital des Vorgängers aufgebraucht war…

    1. Systemrelevant

      Kannst ja mal die Analyse von Spielverlagerung zu dem 0:1 oder dem 0:4 von Real gegen uns 2014 durchlesen.
      Und ich will auch gar nicht wissen, wie oft ihr Pep schon gefeuert hättet wenn er mit so einer Bilanz bei uns gestartet wäre wie er es gerade bei City tut. MMn hat er nur 5 der letzten 16 Spiele gewonnen.

      Eure Klagen sind schon ziemlich realitätsfern.

      1. Systemrelevant

        PS: Die Analysen von Spielverlagerung um herauszufinden, dass Ancelotti alles andere als ein nichtskönnender Anfänger ist.

      2. Beobachter

        In den Analysen steht aber wenig über Ancelotti. Sein Name fällt nur je einmal und dann auch noch fast typisch: “Ancelotti wechselte zuerst positionsgetreu und veränderte kaum was, mit Illarramendi für Isco schickte er dann einen defensiveren Akteur aufs Feld.” und “Real-Coach Carlo Ancelotti brachte Bale für Isco, hielt aber an seinem leicht asymmetrischen 4-4-2 größtenteils fest.”

        Sonst steht da viel über Modric und die Effizienz und die glorreiche Defensive. Klar hat der Ausgang mit den Trainern zu tun – aber CA lässt vor allem seine Spieler machen. Wenn’s gut läuft – super. Wenn nicht – nicht super.

        BTW Guardiola hat sogar nur 6 aus den letzten 17 Spielen gewonnen – davor standen aber noch 10 Siege –> das wäre der Start. Das ist für PG sicher nicht berauschend, aber angesichts des Kaders – gerade defensiv – auch nicht wahnsinnig schlimm. Da muss man immer unterscheiden. Und: klar hätte PG bei uns Kritik bekommen, wenn die Mannschaft sich so präsentiert hätte. Bzw. hat er doch auch (Frühjahr 2014, Frühjahr 2015, Frühjahr 2016!)

      3. Ju

        Hat ja auch keiner behauptet. Aber wenn man bezüglich Spielverlagerung bei der ganzen Wahrheit bleiben möchte: Auch die finden das, was die Mannschaft mehrheitlich angeboten hat, höchst durchschnittlich. Das wird noch deutlicher, wenn man den Leuten zuhört, die regelmäßig in irgendwelchen Potcasts mitwirken, wo sie manchmal etwas mehr Kontext herauskramen (denke insb. an CE und TE). Unterm Strich habe ich die Experten immer so verstanden, dass Ancelotti ein sehr fähiger Trainer ist, der allerdings schon oftmals daran “gescheitert” ist, ein wirklich funktionierendes Konstrukt zu finden (ich weiß, es lief auch nirgends wirklich mies). Es wird beispielsweise gern vergessen, dass er mit Real nur wegen der Standardstärke von Sergio Ramos was gewonnen hat. Nichtsdestotrotz hat er die Mannschaft damals in mehreren Spielen exzellent eingestellt, was eine großartige Leistung war.
        Zum Thema Guardiola: Klar hätte man auch über den diskutiert, wenn Bayern so (relativ) viele Punkte abgegeben und so mies gespielt hätte, wie in dieser Hinrunde. War aber beides nicht der Fall. In Manchester ist es deshalb recht ruhig, weil die Mannschaft eigentlich sehr gefällig spielt, zumal das Spielermaterial von allem defensiv nicht mit Bayern zu vergleichen ist. In Dortmund diskutiert ja – zurecht – auch keiner über den Trainer.

      4. Systemrelevant

        @Beobachter

        http://spielverlagerung.de/2014/05/22/bayern-munchen-real-madrid-04-in-depth-szenenanalyse-des-madrilenischen-pressings/

        Glaube kaum, dass eine Mannschaft so ein Pressing ohne fähigen Trainer hinbekommt.

      5. Systemrelevant

        @Beobachter

        Die Pressing Analyse Reals gelesen?

        Mein Beitrag mit Link wurde nicht durchgelassen.

      6. Tipic

        Den immer wiederkehrenden Verweis auf das Halbfinale 2014 als Nachweis für Ancelottis überlegene taktische Fähigkeiten finde ich nicht sehr glücklich … Was würdest du denn sagen, wenn Manchester City gegen uns im Viertelfinale gewinnt? Ist dann plötzlich Guardiola doch besser als Ancelotti?
        Ancelotti ist mit Sicherheit ein guter Trainer. Die Frage ist halt, ob er zum FCB passt. Und ob er die Mannschaft mittelfristig spielerisch weiterbringt. Da sind zumindest Zweifel erlaubt.
        Ich glaube, dass es vielen Fans (bei mir zumindest ist das so) wie folgt geht: Es geht gar nicht so sehr darum, dass Guardiola diesen oder jenen taktischen Kniff ausgepackt hat und diese oder jene Umstellung gemacht hat. Es war ganz einfach so, dass die Spielidee insgesamt überzeugt hat. Dass der Fußball unserer Mannschaft einen hohen Wiedererkennungswert hatte. Dass wir fußballerisch zur Avantgarde gezählt haben.
        Inzwischen ist es halt eher so, dass wir eine 0815-Spitzenmannschaft sind, meist ohne überzeugende Spielidee, vielfach angewiesen auf die individuelle Klasse unserer Spieler. Das muss sich auf die Ergebnisse und den in Titel bemessenen Erfolg am Ende nicht unbedingt negativ auswirken. Aber wenn man das Gesamtpakt betrachtet, empfinde ich die Entwicklung als einen Rückschritt gegenüber den letzten 4-5 Jahren.

      7. Beobachter

        @Systemrelevant: natürlich ist CA kein Vollpfosten. Aber er ist halt auch nicht “der” Taktikguru zu dem er aufgrund dieser beiden Spiele manchmal gemacht wurde. Im Grunde kann man in einzelnen Spielen viel, über die Saison aber nur durchschnittlich viel erwarten. Mehr wollte ich eigentlich nicht sagen. Ach ja. Wie die meisten Trainer hängt bei ihm halt viel von passenden Spielern, passendem Gegner und Glück ab. Klar, das Glück hilft dem Tüchtigen…
        @Ju: er ist halt bei weitem nicht so flexibel wie ein Guardiola – mitunter gar etwas stur – ein Trainer, bei dem viel davon abhängt, dass er die richtigen Spieler zu seinen Vorstellungen hat. Konnte man in Mailand sehen, bei Chelsea und auch Real.

      8. Beobachter

        @Tipic: zur Frage der Einzelspiele: Was sagt dann Istanbul 2005 :D :D

      9. Systemrelevant

        @Tipic

        Es ging mir darum zu zeigen, dass Carlo nicht nur der Papa ist der den Spielern ihre Freiräume lässt und sie auf einmal die CL gewinnen. Der hat auch einiges auf dem Kasten, was er den Spielern beibringen kann.
        Weiter gibt es nur einen Guardiola und nur dieser verfolgt in dieser Art und Weise sein Spielsystem. Klar ging er Kompromisse ein, aber seine Spielidee wurde in 98% aller Spiele bei uns und bei Barca so durchgezogen. Selbst ein Tuchel oder Nagelsmann gehen mehr Kompromisse ein.
        Das ist keine Kritik, sondern einfach nur der Gedanke dass wir uns damit abfinden müssen, dass die Bayern nie wieder so spielen werden wie sie es unter Guardiola taten, also mit permanenten Angriffspressing, variabel usw usf.
        Dominant waren wir schon großteils unter LVG und unter Jupp und das wird auch unter Carlo so sein.
        Wenn es um das Halbfinale 2014 geht hat Carlo letztlich auch nur die Herangehensweise von Jupp ein Jahr zuvor bei Barcelona kopiert. Klar, hatte Barcelona 2013 mehr Ballbesitz als wir, aber Bayern dominierte den Raum und das Spiel. Eben genauso wie es CA ein Jahr später mit Real gegen uns.

        In Barcelona regt sich doch auch keiner auf, dass Enrique von der Idee des totalen Ballbesitzes abgerückt ist. Das Triple haben sie auch mit einer tieferen Positionierung der Mannschaft als damals bei Pep geholt.

        Finde es nur unfassbar was hier wieder los ist wenn es mal wieder ein Spiel zu vergessen gibt. Nur mal zur Erinnerung: Für viele hier war die komplette letzte Rückrunde unter Pep zum Vergessen. Wird mal wieder Zeit auf den Boden der Realität zurückzukommen. Es gibt nicht alle 3 Tage ein Weltklassespiel und unter allen Trainern in diesem Jahrzehnt war das ebenso ein langweiliger, vorhersehbarer Kick wenn nur ein richtiger Flügelstürmer auf dem Platz stand.

  20. Marco05

    Nur mal fürs Protokoll (und damit meine ich niemand persönlich): Möglicherweise bin ich der einzige, aber ich kann das mit Nagelsmann nicht mehr hören. Der Mann ist seit nichtmal einem Jahr Bundesliga-Coach, spielt vor allem mit jungem, frischen, unverbrauchten Personal. Wie kann man aktuell der Meinung sein, er könne den FCB trainieren und das auch noch erfolgreich? National wie international. Und das bei dem Anspruchsdenken welches in diesen Tagen Einzug hält. Entzieht sich mir jeder Logik.

    1. Beobachter

      Fände ich auch deutlich zu früh. Heute spukte ja Hasenhüttl durch den Blätterwald :-/

    2. Tipic

      Ich hab das an anderer Stelle schon mal ausgeführt: Meiner Meinung nach kann unser FCB langfristig nur dann unter den besten Vereinen in Europa bleiben, wenn er konsequent an einer Spielphilosophie festhält, die von der Jugendakademie bis zur ersten Mannschaft durchgezogen wird. Vor allem nach diesem Kriterium sollte die Trainerauswahl erfolgen.

      1. rookie

        genau, das ist es. Insofern ist nach LvG, Heynckes und Guardiola ein italienischer Trianer eigentlich der maximalst größte Bruch mit der gerade gefundenen Spielphilosophie. Und die Philospohie muss ja auch zum Verein passen. Allso so wie Chelsea damals gegen uns können wir nie ein Finale spielen, da wirst du ausgepfiffen und mit Eiern beschmissen und das zu REcht, jeder TRainer mit Würde hätte den Pott abgelehnt Ancelotti wurde ja vielleicht nach dem Motto geholt , der ändert nichts, aber jede Philosophie braucht ein aktives aufrechthalten, sonst verkümmert sie. Gut Tuchel hatte man verpasst, lag wohl auch daran dass Pep sich so spät entschieden hat (einer der wenigen Vorwürfe an ihn. Nagelsmann zu früh, Klopp genbunden und passt nicht wirklich…vielleicht noch FAvre?

      2. Tipic

        Der Ancelotti ist halt ein großer Name, er war frei und er hat den Ruf, gut aufgestellte Mannschaften gut zu verwalten. Insofern kann man da der Vereinsführung auch keinen großen Vorwurf machen. Zumal es kaum Alternativen gab. Klopp würde nicht passen (und war auch nicht verfügbar), Nagelsmann ist noch zu jung/unerfahren, Tuchel war auch nicht frei. Die einzige Alternative, die mir einfallen würde, wäre Jorge Sampaoli (der grad mit Sevilla eine sehr gute Saison spielt). Der hätte von der Spielphilosophie sehr gut gepasst, aber es wäre zugegebenermaßen ein wenig riskant gewesen, einen etwas exzentrischen südamerikanischen Trainer zu verpflichten.
        Hoeneß hat ja im Kicker verlauten lassen, dass Hasenhüttl einer von drei Kandidaten wäre, wenn man mal einen deutschsprachigen Trainer suchen sollte … Würde mich schon interessieren, wer die beiden anderen sind … Zwei aus Tuchel, Klopp und Nagelsmann, vermutlich!

  21. Ju

    Hat ja auch keiner behauptet. Aber wenn man bezüglich Spielverlagerung bei der ganzen Wahrheit bleiben möchte: Auch die finden das, was die Mannschaft mehrheitlich angeboten hat, höchst durchschnittlich. Das wird noch deutlicher, wenn man den Leuten zuhört, die regelmäßig in irgendwelchen Potcasts mitwirken, wo sie manchmal etwas mehr Kontext herauskramen (denke insb. an CE und TE). Unterm Strich habe ich die Experten immer so verstanden, dass Ancelotti ein sehr fähiger Trainer ist, der allerdings schon oftmals daran “gescheitert” ist, ein wirklich funktionierendes Konstrukt zu finden (ich weiß, es lief auch nirgends wirklich mies). Es wird beispielsweise gern vergessen, dass er mit Real nur wegen der Standardstärke von Sergio Ramos was gewonnen hat. Nichtsdestotrotz hat er die Mannschaft damals in mehreren Spielen exzellent eingestellt, was eine großartige Leistung war.
    Zum Thema Guardiola: Klar hätte man auch über den diskutiert, wenn Bayern so (relativ) viele Punkte abgegeben und so mies gespielt hätte, wie in dieser Hinrunde. War aber beides nicht der Fall. In Manchester ist es deshalb recht ruhig, weil die Mannschaft eigentlich sehr gefällig spielt, zumal das Spielermaterial von allem defensiv nicht mit Bayern zu vergleichen ist. In Dortmund diskutiert ja – zurecht – auch keiner über den Trainer.

    1. Systemrelevant

      Gab ja auch einige Spiele, die man als Fan vor TV getrost hätte auslassen können. :-) Aber aus den Interviews der letzten Tage / Wochen mit CA geht auch eindeutig hervor, dass er die Mannschaft erst im März / April / Mai da haben will, wo er sie eben auch haben will.
      Vielleicht sollten wir uns nach knapp 4 Jahren von Fußball unter höchster Anspannung / Vollgas davon verabschieden und es wieder hinnehmen, dass eine Mannschaft ein Konstrukt von 20 Individuen ist, welches auch Höhen und Tiefen hat.

      Ich hatte Pep hier auch immer verteidigt, trotzdem bin ich froh dass nach 3 Jahren wieder ein neuer Impuls kommt, wie auch immer der jetzt am Ende der Saison aussehen mag.

      Dass einige Gurkenspiele dabei sind kann ich hinwegsehen. In den letzten Wochen wurde es sichtbar, dass sie noch lange nicht am Ende der Kennenlernphase sind.

      1. Beobachter

        Ich bin gespannt. Ketzerisch könnte man sagen, dass der März/April/Mai schon wichtig ist in einem ganz knappen Meisterschaftsfinish – da stehen dann die Spiele gegen Frankfurt, Hoffenheim, Dortmund und Leipzig an – wäre schon gut wenn man dann auf den Punkt da ist :P

  22. pitvonbonn

    Darmstadt mit Rotation auswärts ist mit der Spielweise gegen Leipzig zu Hause überhaupt nicht zu vergleichen.
    Personal:
    Kimmich für Rafinha,
    Tiago für Alonso auf der 6,
    Lahm für Vidal,
    Müller für Tiago auf der 8,
    Robben für Müller auf der 7,
    Ribery für Cost auf der 11.

    So geht die Post ab.

    Neuer – Kimmich, Martinez, Hummels, Bernat – Thiago, Lahm – Robben, Müller, Ribery – Lewandowski.

    1. Beobachter

      Wenn se denn alle fit sind…

    2. rookie

      gehe ich mit , vor allem Bernat statt Alaba, ic hwar von Alaba richtig geschockt gegen Darmstadt, der ist ja so von der Rolle, traut sich nichts mehr . Geht nicht mehr ins 1 gegen 1 hinterläuft nur halbherzig…war letzte Sasion einer der besten, jetzt der schlechteste

    3. Minanda

      Wie sieht es denn aus bei Robben?

      1. Christopher

        War gestern wieder regulär im Training. Wurde scheinbar nur geschohnt. Bei Lahm entscheidet es sich heute, ob er Morgen mitwirken kann.

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